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Ä. Salti.

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'tft. 122 I Für ausfallende Nummern infolge Streik» oder t Hl» Berlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der Uni-

Markt 21,23 Fernsprecher 55, Postscheckkonti

elementarer Ereignisse kein Ersatz.

Druck der Univ.-Buchdruckerei von Job. Aug. Koch,

Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Erstes Blatt

Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust.

des Grasen Sforza gehe dahin, Bolen 45 Prozen

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Marburg

SonniM), in 28. Mai

Paris, 27. Mai. DieChicago Tribüne" teilt mit, daß Graf Sforza auf der bevorstehenden Boulog- ner Konferenz nächste Woche wahrscheinlich einen Plan für die Schaffung eines unabhängigen Ober- chlesiens unter der Oberhoheit des Obersten Rates oder des Völkerbundes einbringen werde, den die Eng­länder und vermutlich auch die Amerikaner unterstützen werden Nach diesem Plan sollen einige kleine Jndustrie- gemeinden an der polmschm Grenze den Polen und mehrere yon den größeren Städten mit deutscher Mehr­heit Deutschland zugeteilt werden. Das Gebiet, das zwi­schen den Hauptindustriezentren liege, die von polnischer Bevölkerung umgeben seien, werd« in einen unabhängigen Staat verwandelt werden.

Paris, 27. Mai. Der italienische Botschafter teilte der Agentur Havas mit, daß die von einigen Zeitungen veröffentlichte Nachricht über einen angeblichen Ver­gleichsvertrag der italienischen Regierung in der ober- chlesischen Frage durchaus unrichtig sei.

Korfanty.

Paris, 27. Mai. Die Agence Havas meldet: Der Führer der polnischen Insurgenten, Korianty, hat mit- gcteilt, daß er die Waffen niederlege und die Amtsgetvalt der interalRierten Kommission anerkennt.

Die .^Oberhesfische Zeituni' erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 4.25 Mk, durch die Post 4.65 Mk. Ausgabe B mit ,c)berh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr.

5er rosiiisA BMoiid in NMIrües.

Oppeln, 27. Mai. Im nördlichen Abschnitt des Äusstandsgebietes wurden die Orte Radau und Lenke von polnischen 10,5 Zentimeter Ge­schützen, die bei Cambowitz stehen, ständig unter Keuer gehalten. Polnische Insurgenten sprengten den Bahnhof Rosenberg und einigt Privatgebäude w die Lust, tote die polnische ZeitungTziennir ^oznonaky" selbst zugibt. Heftige Angriffe der In­surgenten gegen Borek und Kiasetna wurden abge­schlagen. Wiederum wurden diesmal bei Wygieiow Wachen des deutschen Selbstschutzes von polnischen Ban­den mit Maschinengewehren beschossen. Tie Besatzung .ton Leschna lourde heute früh von den Polen schwer

«ngrgriffen und konnte sich nur mit Mühe halten. Tie Insurgenten verloren bei diesem Angrisf 29 To!e. Lstlen Anzeichen nach haben die Polen nördlich und südlich von Rosenberg sich bedeutend verstärkt. In der Gegend von Kosel wurde von den Polen stark ge­schossen. Tie Stadt Gr.-Strehlitz ist mit Ausnahm des Bahnhofes frei von Insurgenten. Auf Groß Stein schossen die Ausständigen von Ottmütz her mit Artillerie. Im ganzen Südabschnitt des pol­nische« Aufstandsgebietes herrscht heute lebhafte pol-

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marbmg.

Anzeiger für (bas früher kurhefsische) Oberhessen

Amerika.

Paris, 26. Mai. Wie der .Chicago Tribüne* aus Washington gemeldet wird, hat der Senat sich mit einer Mehrheit von 45 gegen 26 Stimmen geweigert die Herabsetzung der amerikanischen Flottenstärke V-H 120 000 auf 100 000 Mann anzunehmen.

Die Berbandsschulden.

tob. London, 27. Mai. Havas meldet: .Datltz Mail" erfährt aus Washington, daß die amerikanische Negierung den Entwurf des Präsidenten Harbins über die Regelung der Verbandsschulden ge­billigt hat. Nach diesem Entwurf sollen die fragliche« Schuldverschreibungen begeben werden und zwar von dem amerikanischen Schatzamt. Die Finanzleute, welche die Begebung durchführen werden, sollen gleichzeitig den Erwerb der deutschen Reparationsverschreibungen anempfehlert.

M; k« M.

wb. Bad Mergentheim, 27. Reichspräsident ist heute vormittag brauch hier eingetroffen.

Mai. Der zum Kurse-

Berlin, «?. Mai. Gegen den Urheber des Sieges- äulenattentats, Ferry, verhängte das Gericht 8 Fahrt

lich machen.

hielt auf der Fahrt über Land 6 Schüsse in seinen Kraftwagen. In der Gegend von Kosel war die Feuertätigkeit der Polen besonders über Nacht sehr iark. Groß-Stein wurde in der achten Abend- tunde aus der Richtung Ottmütze mit einigen Artil­lerieschüssen belegt. Tie Lage der von den polnischen Fnjurgenten eingcschlossenen Städte im Zentralrevier des Htzergebietes ist so bedenklich, daß bei der iveiteren Zunahme der jetzt herrschenden Not mit einer Ueber- gabe der Städte an die Insurgenten zu rechnen ist. Tie Kohlenfrage wird bedrohlich, weil kein ge- rcgelter Abtransport stattsindet, da die Bahnhöfe mit beladenen Güterwagen verstopft und die Hallen voll

Politische Tagesnachrichten. .

Berlin, 28. Mai. Wie der Reichskanzler auf eine Anfrage des Reichstagspräsidenten mitgeteilt hat, wird die Erklärung der Reichsregierung über ihr Programm am zweiten Bcrhandluugstage des Reichstags, also am l.Juni. erfolgen.

Neue Erklärung Dr. Wirchs.

Freiburg (Breisgau), 26. Mai. Der Reichskanzler ist heute nachmittag, nachdem er in Freiburg an der Fronlcichnamsprozcssion teilgenommen hatte, wieder nach Berlin znrüekgereisl. Bor seiner Abreise aus Freiburg hat es dein Vertreter der Badischen Presse i» Karlsruhe einige Fragen beantwortet, lieber die Gründe befragt, die ibn zu seiner Reise nach Süddeutfchland be* wogen hätten, erwiderte der Reichskanzler:

Ich wolle der Heimat wieder einmal einen Beluch ab- statten, dann aber wollte ich mit meinen badischen Mini- sicrkollegen, mit denen ich über zwei Jahre zusammen ge­arbeitet habe, die gesamte politische Lage durchsvrrchen. Ich wollte die Aiernungen und Anschauunge« Süddeutschlands kennen lernen, nachdent ich nun schon fast ein Jahr in Berlin tätig bin. Ich daN mich glücklich schätzen, daß ich bei der Aussprache im Staats­ministerium zu Karlsruhe in allen Fragen, die zurzeit! die deutsche Lesscuilichkcit bewegen, volle Ue her­ein st immung vorgefunden habe. Meine Meinung über die politische Lage im allgemeinen habe ich in einer. Rede, die ich in Karlsruhe gehalten habe, niedergelegt.

Im Zusammenhang mit der Re d e Briands, in der sich dieser anerkcnneitd über das Kabinett ausgesprochen hatte, stellte der Vertreter der Badischen Presse die Frage: Glauben Sie, daß die Verbündeten jetzt zu einem Frie­den kommen wollen?" Der Reichskanzler erwioertr:Das glaube ich ganz bestimmt! Den Krieg heute noch fortseben«

Aus dem besetzten Gebiet.

Saarbrücken, 24. Mai. Auf die Eingabe des Deutschen Eisenbahnerverbandes, den seinerzeit bei Ein­führung der Frankenlöhnung den Eisenbahnern gewährten Vorschuß von 200 Franken als einmalige Wirlschafts- beihilfe zu belassen, hat die Regierungskommisswn eine« abschlägigen Bescheid erteilt.

Die Sühne für die Ermordung Burgmarms.

Mainz-, 27. Mai. Im Schwurgerichtssaal des hiesigen Justizgebäudes begann heute vormittag bei großem Andrang des Publikums vor dem französische« Krieg s°g ericht unter dem Vorsitz des Oberstleut­nants Rcnald die Verhandlung gegen die beiden marokkanischen So ldaten Mohammed Ben Ach^ med und M'Amed Ben Mohammed, die am Himmel- kahrtstage auf der Straße HöchstNied den Angestellten der Höchster Farbwerke Burgmann ermordeten. Weiter wurde gegen den 44iährigen Wirt Josef Maier aus Nied, der beschuldigt ist, den Soldaten eine Flasche Kognak verkauft zu haben, verhandelt. Maier bmrcitet. den Kognak selbst verkauft zu haben. Das sei während seiner Abwesenheit durch seine Nichte geschehen. Dem­gegenüber stehen die Aussagen zweier Zeugen, eines Dol­metschers und eines deutschen Pvlizeiwachtmeisters, die bekunden, daß der Wirt bei seiner ersten Vernehmung zuge­geben habe, er selbst habe die Flakche Kognak den Soldaten verkauft. Das Urteil lautet auf drei Monate Ge- r<i»gnis und 5000 Mark Geldstrafe. Dir Verhandlung «egen die beiden Marokkaner dauerte bis abends ß Uhr, bei einer 2V/tündigen Mittagspause. Die Angeklagten waren der Tat geständig, erklärten aber, infolge des Genusses von alkoholischen Getränken derart betrunken gewesen zu sein, daß sie sich des Vorganges nicht mehr erinnern könnten. Der Vertreter der Militär- Staatsanwaltschaft, Kommandant Raffet, beantragte geaen Heide Angeklagte wegen Raubmords die Todesstrafe. Dee Verteidiger Leclercq-Nancn plaidiertc bezüglich des An- i geklagten Mohamed Ben Achmed aus Totschlag mit mil« ! dernden Umständen, da er besinnungslos betrunken ge- i wesen sei. Für den anderen Angeklagten M'Ahmed Be« Mohammed beantragte er Freisprechung mangels hin­reichender Beweise. Das Urteil lautete gegen den ersten auf Todesstrafe und Degradation, für den, zweiten auf leben slänglicheZwangsarbeit und Degradation. t ....

Nische Feuertätigkeit. Bei Hohenbirren und Plairia schaffen die Polen mit Minen. Bei Ratibor Scharfschützen fc« ZrffurFme» aufgcüreteu, oft

ein Passieren der Straße westlich der Oder unmög- Ter italienische Kreiskontrolleur er-

Sie AtzMrms der Ultimatums.

I ff Die Wiederausbaufrage.

I > Berlin, W. Mui. Das Reichsministerium für den i Wiederaufbau hat an den Reichswirtschaftsrat das Er- |$4tn gerichtet, Sachverständige zu ernennen, die nach hm zerstörten Gebieten und zu Beratungen nach Varis pllsandt werden können. Die Kommission würde die > Unterlagen für eine Uebernahme bestimmter Abschnitte . an Wiederaufbau durch Deutschland zu gewinnen haben. gört wirtschaftspolitischen Ausschuß des Reichswirtschafts- .mtes tverden für diesen Fall als Vertreter benannt: l.Die Handwirte Freiherr v. Schorlemer, Löhrek. 2. Die Horüwirte Landforstmeister Rose, Vernier. 3. Für >h«z Tiefbaugelverbe Baurat Winkler-München, Wie- ieb e r g. 4. Für das Hochbangewerbe Baumeister H euer, Hrchitekt Kröger, Silberschmidt, Kauf- plan n. 5.Für die Baustoffindustrie Dr. iuz. Riepert, j 'Vchuhmacher.

j.; Paris, 27. April. Heute nachmittag sand eine ^Zusammenkunft deutscher Sachverständiger und Vertreter 'tet technischen Abteilung des Ministeriutns der befteiten Mbicte statt. Die französischen Sachverständigen gaben kn deutschen Delegierten nähere Einzelheiten über die .Rrt und Qualität der Materialien, die zur Konstruktion kt 125 000 Häuser dienen sollen, deren Lieferung der Ueichsiegierung vorgeschlagen wurde. Die deutschen Dele- ,teerten werden in der Lage fein, Loucheur ein endgültiges »Ungebot zu unterbreiten, der dann das weitere veranlassen Wird.

Eine Denkschrift des Auswärtigen Amtes.

Berlin, 27. Mai. Das Auswärtige Amt ver- isfeutlicht eine Denkschrift über die Erfüllung des- Ber- srster Vertrages durch Deutschland bis zum 1. April 1920, die den Zweck verfolgt, an Hand der einzelnen Irtikcl des Vertrages einen lleberblick über die Maßnah- Nri- zn aeben, die von Deutschland zur Durchführung des «n edenSvertrages getroffen kvorden sind. Im allgemeinen I find in dieser Denkschrift die onrch Annahme des Ulti- Wgtums herbeigeführtcn Aeudernngen über die Ent- tz>«ssm,!tgs- und Reparationssrage noch nicht berücksichtigt.

In der Vorbemerkung wird erklärt, daß diese Denk­schrift nicht nur zeigen soll, welch ungeheueres Maß von behördlicher Arbeit von Deutschland geleistet worden sei, smdern auch jedem Unparteiischen eine Handhabe bieten fei!, sich ein Urteil darüber zu bilden, ob Deutschland ks.an gutem Willen, dem Versailler Vertrag gerecht zu Werden, habe fehlen lassen oder nicht.

Die Bedingungen des Art. 5 restlos erfüllt.

Berlin,»?. Mai. Wie das »Bert. Tagebl." hört, kurve über die Zahlungsweise des Restbe - träges von 850 Millionen Goldmark ein ßkschlus; gefaßt. Heute gehen zwanzig Schatzscheine kacü Paris <nt Betrage von fe zehn Millionen Dollars to, bereit Gesamtwert rund 850 Millionen Goldmark Anspricht. Die Schatzscheine tragen den Londoner Be­dingungen gemäß das Indossament anerkannter deut­scher Banken und sind teils in London, teils in Parts tob teils in Rewyork zahlbar. Die Uebergabe dieser Vchatzauweisungen erfolgt wahrscheinlich morgen. Da­mit sind die Bedingungen des Artikels 5 des Zahlungsplanes der Reparationskommission in Ein­haltung der vorgcfchriebenen Frist restlos erfüllt. ; Die erste Milliarde Goldmark.

tob. Berlin, 27. Mai. Die Reparations- lemmtfflott hat die erste Anzahlung auf die etne - Viilliarde Goldmark, die von der deutschen Regierung i in Höhe von 150 Millionen Goldmark in der Form von [ derschiedenen ausländischen Devisen angeboten war. | dklauutlich in Dollar verlangt. Wie wir hören, f ist der Umtausch durchgefiibrt. Die 150 Milli- i tocn Goldmark witrden in Dollar vollständig an die ' tzederal Reserve Dank in Rewtzork überwiesen.

tob. Berlin, 27. Mat. Der Reichskanzler ist von seiner Reise aus Siiddeutswland zurückge­kehrt. Eine Kabinettsfltzung sand noch nicht statt.

Kohlen liegen.

Wb. London, 27. Mai. Havas meldet: DieDaily Mail" meldet aus Oppeln: Infolge der in der deut­schen Presse erschienenen Nachricht, wonach zwei eng­lische Offiziere an der Leitung des deutschen Angriffes aus Annaberg teilgenommen haben sollen, bat Over st Pereival sofort alle englischen Offiziere zurückberusen, die aus dienstlichen Gründe» in Beziehung zu ven Deutsche» standen.

Ber lin, 27. Mai. Die Eisenbahntrans­porte der englischen Truppen haben heute be­gonnen. ©ie dauern bis 1. Juni. Die vier in Frage stnnmenden Bataillone werden in 10 Zügen, von denen täglich ein bis zwei abgelasseu werden, befördert. Die Route geht über Mainz, Bebra, Erfurt, Leipzig und Breslau nach Oberschlesien.

Auflösung der Kreisbehörde Rosenberg.

Oppeln, 27. Mai. Aus Beuthen wird gemeldet: Am 23. Mai versuchten die Polen in Beuthen einni- dringen und kamen bis vor das gerade gegenüber dem Bentbeuer Hauptbahnbos gelegene deutsche Plebiszitkom­missariat. Sie verließen dieses erst, nachdem die fran­zösischen Soldaten mit ihnen Verhandlungen gepflogen batten. Gleichzeitig.drangen polnische Bandet^ in dew Richtung Heinitzgrnbe und in der Richtung Kars vor, ne» lanaten nach Beuthen bis an das auf der Hindenburg- strnße gelegene Promenadenrestaurant und überfielen gleichzeitig in der im Stadtvark gelegenen Wohnung die Polizeibeamten Böhm und Görlitz. Böbm, welcher einen .Bauchschuß erhielt, erlag seinen Verletzungen. Görlitz wurde verschleppt. .

Am Mittwoch Nachmittag trafen ber englische Kreis- kontrolleur von Rosenberg mit den sranzösisckm und beigegeb-nen Kreiskontrolleuren in Ovpeln ein. sie ver­ließen Rosenberg endgültig mit der Begründung, daß sie ohne jede Autorität seien, um auch nur den geringsten Schutz für die Aufrechterhaltung der Ordnung in Rosen­berg auszuüben. Dieses ist der erste Fall, daß die Be­hörde eines Kreiskontrolleurs g.änzli ch aufgelöst wird.

London, 27. Mai. DerMormn» Bost zufolge tm'rd von gut unterrichteter Seite erklärt, daß pol­nische Streitkraft immer noch mach Ober- schlcsien einrücken.

Reuter meldet au3- Berlin, an den zuständigen stel­len sei man der Ansicht, daß die britischen Truppen nur in geringem Maße zur Wiederherstellung der Ordnung der Verhältnisse in Oberschlesien betragen können, tvenn sie nicht die aufrichtige Unterstützung der Franzosen er­hielten.

Beraubung des Lebensmtttelznges.

Berlin, 27. Mai. Nach einer Meldung desOber- schlesischen Wanderers" wurde der von Oppeln kommende Lebensmittelzug in Laband von den Insurgenten fünf Stunden festgehalten. Zw ei G üter toagen wur- den beraubt.

Löstings"vorschlSge für die Sitzung des Obersten Rates.

Paris, 27. Mai. (Havas.)Exeelsior" berichtet, daß sich der Oberste Rat für dessen Tagung das Datum noch nicht seststehe, nicht nur mit der obersiWsi- schen Frage befassen werde, sondern auch mit der Räumung der Koblenhäfen auf dem rechten Rheinufer sowie mit der politischen und ftnanziellen Lage, die durch die Annahme des Ultimatums in Deutschland geschaffen wurde.

LautEcho de Paris" schlugen der englische und italienische Kommissar in Oppeln vor, Deutschland die westlichen und Polen die südliche " Be­zirke Oberschlesiens zuzusprecheu, während die alliierten Truppen die der Teilung vorbehaltenen Gebietsteile be­setzen würden. Der englische und der italienische Kom­missar wollten die Teilung des Industriegebiets auf un­bestimmte Zeit zurückgestellt sehen und es solle in der Zwischenzeit von der interalliierten Kommission unter dem Bor sitzeincs französischen Generalss!) verwaltet werden. TerExeelsior" berichtet, daß die Ankunft einer italienischen Note in Baris und London bevorstehe, die sich um eine Verständigung zwischen Deutschland und Polen bemühe und einen neuen Crenzverlauf Vorschlägen wolle.

Perti nax erklärt intEcho de Paris", der Vorschlag

der Stimmen zuzusprechen, d. h. 5Prozent mehr als nach dem Vorschlag des Obersten Pereival.

DerPetit Parisien" meldet gleichfalls, daß der Vor­schlag des Grasen Sforza sei, Polen 45 und Deutschland 55 Prozent Stimmen zuzuerkennen. Tas Blatt hält es aber für sehr ztveffelhaft, ob Frankreich diesen Vor­schlag annehmen werde und erklärt, daß die französische Regierung unter diesen Umständen heute den Alliierten Vorschlägen werde, zunächst eine SaMverständigenrom- missivn zusammenzurufen und nachher erst den Obersten Rat. Dieses Verfahren habe Aussicht auf Annahme in Siem., st..-

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Frankreich.

Paris, 26. Mai. Im Generalrat in Marseille wurde gestern der Antrag der Sozialisten auf ReVi- ion des Frieden «Vertrages von Ver- atlkeS mit 15 gegen 11 Stimmen abgelehnt.

Paris, 27. Mai. Der Ministerrat hat heute vor­mittag beschlossen, mit Wirkung von heute ab, die freie Einfuhr von G-treide zu neRntten.

Die französische Presse zum Vertrauensvotum.

Paris, 27. Mai. Tie Presse hebt nach Havas die Mehrheit hervor, die Briand das Vertrauen ausge­sprochen habe, weist jedoch darauf hin, daß nur ge­sunder Menschenverstand und die Bemühung, de« Tat­sachen Rechnung zu tragen, diese Haltung verursacht habe. TerRappe l" meint, die Abstimmung 'ei teilt Anlaß für begeisterte Bewunderung, ist aber zufrieden, daß die Mehrheit die unfruchtbare Kritik verworfen habe. TasEcho be Parts" nennt die angenommene Tagesordnung ein bedingtes Ver­trauen. mit gebieterische« Forderungen. Tie Liberte Parole" findet in der Tagesordnung ausgedrückt, daß Frankreich bis zur äußersten Grenze der Zugeständnisse an Deutschland gegangen sei und von nun an keinen einzigen Verstoß dulden dürfe, ohne zn Zwangsmaßnahmen zn greifen. Der F igaro" meint, das Ergebnis ber Abstimmung stelle mehr ein Sichfügen ins Unvermeidliche dar, als den Assdruck der Zufriedenheit. Ter Wunsch, das Ministerium Briand nicht zu stürzen, sei haupt­sächlich von der Sorge eingegeben worden, alles zu vermeiden, was bett Anschein erwecken könnte, als habe Briands Nachfolger beit Auftrag für ein gewaltsames Vorgehen erhalten. TerM atin" vertritt den Standpunkt, daß die Kammer in dem Augenblick, in dem Briand noch einmal die Einigung ber Alliierten gerettet habe und in dem mehr gehört werde, als das von London, ja in dem Augenblick, in dem die sran zösische Politik die Zustimmung aller Völker gefunden habe, daß sie nicht Partei gegen das Gefühl des Landes nehmen dürfe, indem sie den Regierungschef verleugne. - TerPetit Parisie n" sagt, nichts fei in der großen Debatte int Schatten geblieben. Briand habe zuerst in feiner großen Rede am Dienstag und dann in ben weiteren Bemerkungen bie Kammer vollkommen aufgeklärt und ihre Zustimmung gefunden. Zu feiner großen Rede habe die Kammer Stellung genommen. Tiefe sei ihm treu geblieben, was Briand in seiner großen Rede gesagt habe.Petit Journal" sagt, die Ereignisse hätten der Kaltblütigkeit Briands recht gegeben. Er habe übrigens auch Gelegenheit gehabt, nachdem er durch seine große Rede die Schlacht gewonnen hatte, in den folgenden Sitzungen feine Politik zu kennzeichnen, die möglichst die Gewalt zu vermeiden sucht.

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Räte-Rutzland.

Reval, 27. Mai. Tie Kundgebung d r Moskauer Dritten. Internationale, die sich mit dem-sür anfangs Juni angesagten dritten Kongreß ber britten Inter­nationale in Moskau befaßt, verweist barauf, daß der vorhergehende Kongreß mit seinen 21 Bedingungen die sozialistischen Parteien in Europa gespalten habe und daß der neue Kongreß neue kommunistische Bil­dungen aus den gespaltenen Gruppen herbeiführen werde.

In der MoskauerPrawda" schlägt Preobraschenski vor, bei jeder großen Sowjetbehörde Werkstätten zu eröffnen, die den Beamten für den Warenaus­tausch mit dem Lande Gegenstände liefern. Tie Frage bet Verringerung des Staatsapparates und der Zuführung eines Teiles der Sötojetangestcllten zur produktiven Arbeit sei noch ungelöst. Jetzt führe bte Verringerung des Etats dazu, daß die Angestellten zu andere» Behörden übergehe», "s- ..... .-«