Wrapptv lH wurden dit Dorf operierenden Aufrührern heute gezwungen, mehrer« von ihnen bisher besetzt gehaltene Orte zu räumen; sie mußten auch einige Geschütze, mehrere Maschinengetveh« und andere Waffen »«rücklassen.
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Oppeln, 22. Mai. Aus den Kreisen Kreuzburg und Rosenberg wird übereinstimmend von starken Truppenansammlungen jenseits der Grenze berichtet. Polnische Berstqrkungen habe« bereits die Grenze überschritten. Auch Waffennachschübe find erfolgt. Gs ist heute zu schweren KLmpfen in der Gegend von Rosenberg gekommen. Rach den bisherigen Meldungen mutzten die Aufständischen erst Albrechtsdorf, Altrosenberg und Lowoschau räumen. Bei Gogolin, im Kreise Gr.-Etrehlitz blieb ein Angriff der Insurgenten erfolglos. Zn der Nähe von Gogolin wurden grauenhaft zugerichtete Leichen deutscher Apobeamte» aufgefunden. Zn den übrigen Kreise« ist die Lage im wesentlichen unverändert.
Berlin, 21. Mai. Wie die „Bossische Zeitung" aus Warschau meldet, nahm die Sejmkommissio» für Auswärtiges als Antwort auf die vorgestrige Erklärung des Ministerpräsidenten Wito» über Oberschlesien eine Resolution an, die dem Plenum zur Annahme empfohlen werden soll. In der Entschließung heißt es, daß die Mehrheit der oberschlesischen Bevölkerung für den Anschluß an Polen sei. Die Abstimmung hätte dies abermals bewiesen. Ter Aufstand sei nur deshalb anSgebrochen. weil bekannt wurde, daß dieses polnische Land abermals unter preußisches Joch kommen solle. Nur die Annahme des Standpunktes der französischen Regierung könne eine rasche Beruhigung in Oberschlesien bringen. Ti« Resolution bedeutet, wie die „Bossische Ztg." hinzufügt, nicht? weiter als eine Anerkennung des obrr- schlesischrn Aufstande», und ihre Annahme im Plenum würde den polnischen Insurgenten weiter den Rücken stärken.
Paris, 21. Mai. Der „Chicago Tribüne" wird von ihrem Sonderberichterstatter in Oppeln über bie Stimmung der Aufständischen in Oberschlesien berichtet, infolge von Nahrungsmangel und Preissteigerungen beginne sich die Stimmung gegen Korfanty zu wenden. Die Bergleute verlangten ihre Löhne, und die Kohle, die Korfanty auszuführen beschloffen habe, häufe sich auf den Halden. Obschon Polen die Grenzüberschreitungen ab- leugne, sei Korfanty vorgestern mit dem Polnischen Rat von Ovpeln über die Grenze gegangen.
Eine Entschließung des Vereins deutscher Ingenieure.
Zu der Frage der oberschlefischen Greuzsestsetzung hat von technischen und' technisch-wirtschaftlichen Gesichtspunkten au» der Berein deutscher Ingenieure eine eingeheich begründete Entschließung gefaßt. Oberschlesien ist, so wird darin auSgeführt, durch jahrzehntelange Arbett zu einem unteilbaren Ganzen zusammenaewachlen zäher deutscher Unternehmungsgeist und deutsche» technisches Können haben ein Netz weckfolfef^aer Beziehungen geschaffen. Diese? zu zerstören, beißt Werte vernichten die für die Gesundung Europas unentbehrlich sind nnd nn- tu der Hand Deutschlands erhalten bleib-n können LdudeSgrenzen zwischen Koblenselder nnd ihre Bergwerks betnebe, zwischen Erzgruben und.Hütten, umf*-’- Kokereien und Hochöfen, zwischen Stahlwerke nnd B-r feinernngSbetriebe zu legen, die Adern deS Landstraßen- nnd Eisenbahnnetzes zu zerschneiden, würde den einb-jt- sichen MrtschaftSkörper lä^m-n »nd verkümmern foffat. Die bereits vorhandenen Schwierigkeiten der Wafferv-r-- forgung für Stadt und Land, Industrie nnd Hauswirtschaft, werden in» Unendliche vermehrt, wenn der Zusammenhang der Quellen totb Leitungen getrennt wich. Ebeis- toerden mit Zerreißung des engmaschigen Stromnetzes, da^ sinbeitlich daS ganze Gebiet durchzieht, unendliche wirtschaftliche Werte vernichtet. Sollten alle diele Schäden auch nur einigermaßen ausgeglichen werden, fo würden di- notwendigen technischen Maßnahmen Milliarde« erfordern und harr beute garnicht burdjfftWfot sein. Da« Weltprogramm beißt Ausbanen und nicht Zerstören. Die deutschen Ingenieure rufen die Einsicht der Bölker an wenn sie aut da» unteilbare Verbleiben Oberschlesiens bei Deutschland als wirtschaftliche Notwendigkeit Hinweisen.
PrvtestkundgeLung.
Berlin, 23. Mai. Sonntag vormittag fand im Saale der Philharmonie eine von Dertre- lern von Handel und Gewerbe, Zn dustrie und Landwirtschaft stark besnchtc Protestversammlung gegen die Vergewaltigung Oberschlesiens statt. Es sprachen die Präfidenten des Reichstags und der preußischen Landesversammlung, verschiedene Vertreter gewerkschaftlicher Or-
ganlsatlonen, ve« deutsche« Großhandels rmd der Industrie, u. a. F. Ä. v. Mendelssohn und Dr. Walter Rathenas. In einer Entschließung heißt es u. a.: ,^Die Versammlung erhebt Protest, daß das Selbstbestimmungsrecht des oberschlefischen Volkes und di» im Versailler Vertrag uns verbrieften Rechte durch die Gewaltakte der Polen beseitigt werden sollen. Den Freistaatgedrnken weist das deutsch» Volk mit Entschiedenheit zurück. Das deutsch« Volk hat durch Annahme der Londoner Forderungen seine Bereitschaft zur llebernahme von unerträglichen Lasten erklärt. Wir fordern Gerechtigkeit und Schutz für das gequälte oberlchlefische Volk."
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England.
wb. Kapstadt, 22. Mai. Reuter meldet: Vor feiner Abreise zu der Londoner Konferenz der Ministerpräsidenten der britischen Dominions erklärte General S m u t s in den vereinigten Häusern des Parlaments, daß die Politik Südafrikas nur darauf gerichtet sein könne, einen wirklichen Welt- ftieden zu sichern; dem Vertrag von Versailles sei ein solcher Friede nicht gefolgt. Bezüglich der R e - parationsfrage hofft Cmuts, daß diese nun endlich geregelt werde und daß das aufrichtige Bemühen Deutschlands, feine Verpflichtungen zu erfüllen, den entsprechenden Teil des Friedensvertrages ausführbar machen werde. Die Besetzung eines Teiles von Deutschland auf lange Zeit hinaus und die Möglichkeit, daß weiteres deutsches Gebiet künftig besetzt werden könnte, scheint einen Ausblick auf, endlose Unruhe zu eröffnen. Die beabsichtigte Re-' gelung'im Osten, besonders hinsichtlich Polens, scheine noch mehr Kritik zu verdienen. Die Regelung der westlichen wie der östlichen Fragen dtl.rch den Friedensvertrag sei eine reiche Quelle von Beunruhigung. Wenn nicht in elfter Stunde ein sehr ernsthafter Versuch gemacht werden, die Lage richtig zu erfassen, und den wahren Frieden in Europa aufzurichten, dann sei in der Tat die Zukunft der Zivilisation in Europa sehr trüb. Smuts hob hervor, daß es für das britische Reich unmöglich sei, sich weiter in diese europäischen Wirrnisse zu verstricken. Es sei dessen gewiß, daß jetzt die Zeit gekommen sei, wo das britische Reich die grötzimög- lichen Anstrengungen machen müsse, um sich diesen Unruhen zu entziehen und danach zu trachten, die Friedenspolitik auf dem Kontinent zu fördern.
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Deutsch-Oesterreich.
wb. Prag, 21. Mai. Das tschecho-slowakische Pretzbüro meldet: Das Ministerium des Auswärtigen hat bei der hiesigen österreichischen Gesandtschaft in Angelegenheit des Plebiszits, das in Oesterreich stattfinden soll, einen Schritt unternommen, indem es an die Gesandtschaft die Anfrage r:chtcte, was der Gesandtschaft von der Volksabstimmung bekannt ist und welchen Standpunkt die österreichische Regierung zu derselben einnimmt. Der Vertreter der österreichischen Regierung teilte mit, daß die Regierung der österreichischen Republik die Aktion als Privatunternehmen betrachte, woran die österreichischen Behörden in keiner Weis« beteiligt sind.
Schiebungen der italienische« MiLtärkommissisn.
Berlin, 21. Mai. Nach den Nachrichten italienischer Blätter, daß in Florenz der italienische General Segre mit 13 Offizieren der Wiener italienischen Militärmission toegen Lebensmittelickiebunaen verhaltet worden ist, melden die Blätter ans Wien, daß eine Inivinernn-- der Lebensmittelmagazine der italienische« Mission in Men ein Manko von vielen Million-n Lire eraeben dat. Reis, Zwieback und Macaroni, welches für die Wiener italienische Kolonie und für humanitäre Anstalten bestimmt waren, sind von den italienischen Offizieren zu. Wuchervreisen in den Handel gekrackt worden. Weiter werden den Offizieren noch Balntaschiebereien "warfen.
Unqarn.
Tiszas Haltung im Zuli 1914.
Budapest, 20. Mai. Budapests Hirlav veröffentlicht das Protokoll des gemeinsamen Ministerrats vom 7. Juli 1914, das Über die an Serbien m richtende Rost -ntschied. Danach lehnte Graf Stefan Tisza energisch das Ultimatum an Serbien ab, da ein ungerechtfertigtes milst
Mondscheinsonate.
Ein Biedermeieridyll von Karl Demmel.
Es war eine wunderbare Frühlingsnacht mit Mondschein und Blütenbuft. Sv still lag die Well, so ganz kmimverloeen, man hätte das Frühlingslied der Engel über den Wolken hören können. Mild lag über den Wiesen bet bleiche Mondschein, und das Bächlein, da» ftöhlich «ich munter im Tal über die Steine plätscherte, glänzte fo silbern wie blanke, harte Taler. Die Bäume standen tm schneeweißen Blütendust und schienen zu schlafen. — Es war eine wunderbare Frühlingsnacht. . .
Durch diese Schönhett wackelte ein müde gewordener gelber Postwagen. Tagtäglich fuhr er die Strecke zwffcken Weimar und Eisenach durch die killen, romantischen Täler bet Thüringer Wald berge. Der Postillon war schon ein alter Mann im grauen Haar, der als Korporal gegen Napoleon mitgefochten und bei Leipzig eine schwere Verwundung davongetragen hatte. Nun war er Postillon und lenkte den Postwagen von Weimar nach Eisenach und zurück. Wenn er besonders guter Stimmung war, blies er eine schlichte Weise auf seinem Horn, und das Echo gab baS Liedchen lang nachklingend zurück.
Im Postwagen saßen nur zwei Personen im eifrigsten Gespräch vertieft. Es waren noch die letzten Fahrgäste, bie andern drei waren bereits in einem kleinen Landstädtchen ausgestiegen. Zwei junge Leute, ein fchwai^haariger, junger Bursche im Biedermeieranzug, und ein süßes, weibliche» Geschöpf in einem himmelblauen Kleide, nnd mit ebensolchen Augen, die unter einem reizenden Kapotthut vorlugten.
„Sehen Sie, Gnädigste, tote wunderbar die Mond- scheinlandschast ist, just könnte man Lust zum Fabulieren bekommen!"
Da» Mädchen steckte auch ihr Köpfchen znm Wagen- .fenster hinaus und nickte bejahend.
„Sie kommen auch von Weimar, Verehrtester fcerr?" fragte sie. „Würden Sie es mir sagen, bei wem Siedort zu Gast toartn?"
„Mit Vergnügen, liebenswerte» Aränleiu, ich bin
so überglücklich. Sie glauben es mir nicht, ick habe etwa« von reiner, irdischer Schönheit zu kosten bekommen. Ick habe vor Minister Goethe und seinem besreundeten Kreis im Schlosse gespielt!"
Die Augen seiner B-aleiterin singen an zu leuchten: „Bei Goethe waren Sie? Da dürfen Sie sich wirllich glücklich schätzen? Ich verebte den Dichter so sehr."
„Er hat mir auch beide Hände recht herzlich geschüttelt und mir gedankt, mein Spiel hätte ihn so ergriffen. Wir haben Beethovens Mondscheinfonate gefpiett", sagte der junge Mann.
Inzwischen fuhr die alte Kutsche in ein friedliches Kleinstädtchen ein. Am Stadttor mußten sich beide erst ausweisen. Dann konnte man veiterfabren. „Gute Nacht noch!" rief der Torwächter dem Postillon nach. Hier und da brannte noch ein einsames Licht in den engen, holperigen Gassen. Die Turmuhr der alten Stadtkirche ließ gerade elf Schläoe über das Städtchen klirren. Der Wagen hielt am Gasthof znm „grünen Kranz". Hier war gewöhnlich Raststelle bis zum andern Morgen, dann ging die Reise weiter gen Eisenach zu. Die Pferde wurden ausgespannt, auch die Fahrgäste gingen zür Ruhe und stiegen die knarrenden Stufen zu den niedlichen sauberen Fremdenzimmern empor.
Im Zimmer des Fräuleins stand ein altes Mahagoni- spinett, ihr schoß ein köstlicher Gedanke durch den Kovf. Sie klopfte an die Tür des Munkerzimmerckens.
„Schlaftn Sie schon, Herrchen?"
„Noch nicht. Gnädigste, bin gerade noch beim Briesschreiben. Kann ich irgendwie bienen?"
„Ach bitte ja, bringen Sie Ihre Geige mit und die Noten von der Mondscheinsonate, ich habe ganz etwas Schönes ausgeheckt."
„Meinen Sie aber nicht, daß es zum Musizieren schon zu spät ist?"
„O, bitte, kommen Sie nur, ich weiß die Angelegenheit morgen beim Wirt schon zu regeln, wir sind ja bekannt miteinander!"
Schließlich packte er das Gewünschte unter den Arm und kam in ihr Zimmerchen. Das Weibchen zündete
tärisches Eingreifen dem moralischen Ansehen der Monarchie vor ganz Europa schaden würde. Er ergriff viermal da» Wort und ließ seinen Standpunkt protokollarisch fest-- legen.
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Wirth hatte, -als er die Bildung der Regierung Wrj> nahm, rundweg erklärt, daß auf dem Posten de*- Ministers des Innern ein Wechsel stattfinden müsse,
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Um lern Mt
Der Zusammenbruch der B. K. P. D.
Der „Vorwärts" vochfsentlicht eine vertrauliche Druckschrift der Rechtskommunisten, die einige interessante Amycken über die Folgen des Märzputfckes enthält: „Bericht über Groß-Berlin: Berlin- Brandenburg: Bor der Aktion etwa 35000 Mitglieder, nach der Aktion etwa 20000 Mitglieder. — Teilnahme an der Aktion: verschwindend gering! — Die Groß-Berliner Metallarbeiterfraktion der B. K. P. T. verurteilt die Aktion aufs schärffte. In unseren bisher stärksten Hochburgen hängen wir i« der Lust, ha die meinen Funktionäre entlassen. In den Branchenkommissionen gingen viele unserer Funktionäre zur U. S P. über oder wollen austreten.
Im Bezirk Unterweser streiften von 12 000 Werftarbeitern 500. Die Mitgliedschaft ist größtenteils zur Sozialdemokratie und U. S. P. übergegangen. In Hannover streiften vo «300 Mitgliedern — einer, der gemaßregelt wurde. In Hamburg verweigert ein großer Teil der Mitglieder die Beitragszahlung. In Magdeburg streikte niemand. In Mitteldeutschland ist die Organisation vollständig zusammengebrochrn, bei den Betriebsratswohlen erzielten: Bergarbefterverband 222, Kommunisten 11, Arbeiterunion 9 Mandate. Mittelrhein lehnte Beteiligung einstimmig ab. Elberfeld: Massen- flncht aus der Partei. Ruhrrevier: „Unser starker Einfluß auf die Bergarbeiter ist völlig zum Teufel." Oplad« n 1200 Mitglieder ausgetreten. Würrtem- berg, Bayern, Baden, Sachsen, Ostpreußen, Mecklenburg: Keine Streikbrteiliguug."
Weiter heißt es darin: „Immer wieder behauptet die Zentrale, die Märzaftion sei eine Folge des Vorgehens Hörsings in Mitteldeutschland gewesen.
Kein Wort davon ist wahrt Tie Märzaftion war beschlossen, ehe irgend etwas von den Märzvorgängen in Mitfoldeutfchland bekannt geworden?"
Die Denkschrift beschäftigt sich dann ausführlich mit der, unheilvollen Rolle Moskau». Bei dem Eintreffen Kurt Geyers in Moskau äußerte Sinowjew wiederholt: „Ich fürchte, wir haben schon zuviel in die 3. Internationale aufgenommen! Tie Exekutive billigte die Taftik der K. A. P. D„ die auch um den Preis der Provokation der Gegner Aktionen erzeugt. Geyer wurde von zwei Vertretern der Exeku-
Sie BetMlnm gern Me fite« .»Meter".
London, 21. Mai. Gestern haben ungefähr 60 frühere englische Soldaten die Reise nach Leipzig angetrcie» unter Führung des Generalanwalt» Dr. Sir Pollock, um als Zeugen m den ersten Prozessen der sogenannten .Kriegsverbrecher aufzutreten. ES soll sich um vier erst, Fälle handeln, deren Erledigung etwa drei Wochen fit Anspruch nimmt. Die beiden ersten Pwzesse betreffe« den Hauptmann Müller, und den Unteroffizier Hei-i n e n, die beide beschuldigt sind, im Kriegsgefangenenlager ■ an englischen Gefangenen Grausamkeiten begatt»' gen zu haben.
Ls wird uns geschriebeu: '
Der Feindbund hat dem deutschen Bolle das Schuld- ‘ bekenntni» aufgezwungen. Er will jetzt den deutsche«' Namen in der Welt unehrlich machen, indem er uni zwingt, vor dem Reichsgericht in Leipzig bunkerte von' deutschen Vaterlandsverteidigern wegen ganz sinnloser Beschuldigungen aburteüen zu lassen. Was ist die Wahrheit? Die Wahrheit ist, daß abgesehen von toenigeit - Schuften, die überall zu finden sind, das deutsche Herr makellgs dasteht, daß aber der Feindbund schon während des Krieges sich die unerhörtesten Verbrechen an Deutschen hat zuschulden kommen taffen. Die jetzt erschienene „Deutsche Gegenliste stellt 400 französische Kriegsverbrecher namentlich fest und zwar auf ‘ Grund eidesstattlicher Aussagen und einwandfreien amt-, licken Materials. Kaust und verbreitet diese Liste. Sir gehört in jedes deuffche Haus; sie gehört ins Ausland, Versendet sie an Verwandte und Freunde und helft der Wahrheit «'ne Gasse zu bahnen. Das Einzelstück kostet 50 Pfg. zuzüglich Porto; brt Entnahme von 100 Stück 45 Pfg., 500 Stück 40 Pfg. und von 1000 Stück unb mehr 30 Pfg. zuzüglich Porto. Bestellungen sind zu richten an die Verlagsgesellschast Deutscher Herold, Berlin SW. 11, Dessauerstrahe 6. .
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Aus dem besetzten Gebiet,
Saarbrücken, 21. Mai. Eine unter dem Per- fonal der Straßenbahn und des Elektrizitätswerks in Saarlouis vorgenommene Abstimmung über eine etiv.uge Einführung her Frankenlöhnung hatte folgendes, Ergebnis: 242 Stimmen wurden für bie Beibehaltung der ' Markwährung und 87 Stimmen für die Einführung de» Franken» abgegeben. Vier Stimmen waren ungültig.
tive ins Kreuzverhör genommen, die früher in Deutschland waren, von dort lügenhafte Berichte nach Moskau geschickt hatten, unb bie jetzt toieber in Deutschland sind! Von einem dieser Ehrenmänner wirt» dann weiter erzähü:
Aus seiner Nnkenntni» der Dinge in Deutschland heran» kam dann dieser Genoffe zn der Auffassung, in Deutschland sei es möglich, durch Provokationen bet Reaftion und Offensivbewegungen eine revolutionäre Aktion zu erzeugen. Er sagte z.B., daß die 8. ft. P.D. die bayerische Orgesch provozieren müsse. Im übrigen entwickelte er die Theorie, di» dann in der Zenlralansschnßsißung vom 17. März von den Mitgliedern der Zentrale der B. ft. P. D. al» die neue, notwendige Offen sivtaftik und Provokationsmethode zur Förderung der deutschen Revolut'on angrpriesen wurde. Trotz des energischsten Protestes Kurt Geyers stimmte die Exekutive seinen Ausführungen zu und sandte ihn nach Deuffchland, damit er sie in die Tat umsetze. Tie Märzaftion war damit (am 22. Februar in Moskau i Red. d. „B") geboren und eingeleitet."
Kochs Ausscheide« aus der Regierung.
Berlin, 17. Mai. Daß der bisherige Minister de» Innern, der Demokrat Koch, durch den Mehr- beitssozialisten Dr. Gradnauer ersetzt worden ist. ist, wie die „Tägl. Rundschall" hört, darauf zurückzuführen, daß Koch sich durch seine Amtsführung allgemein bei seinen AmtSgenossen im Reich und bei den
Berlin, 21. Mai. Einer Blättermeldung aus Köln zufolge haben die im Wirtschaftsausschuß des besetzten Gebiets vereinigten Handelskammern unb wirtschaftlichen Verbände, bie Ausschüsse der Landwirtschaft unb bie der Handwerker eine Entschließung angenommen, in der die sofortige Aushebung der Zolli nie am Rhein gefordert toirb, ba bie als Zwangsmaßregel gegen Deutschlarck» zur Erzwingung bet Pariser Forderungen gebuchte Zollerhebung durch die Annahme des Ultimatum» seitens Deutschlands nicht mehr anfrcchi- erhalten werben könne.
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Politische Tagesnachrichten.
L o n d o n, 21. Mai. Die Europareise des jap«»' Nischen Kronprinzen wird verlängert. Der Prinz, wird Frankreich einen Besuch abstatten, ©obamt wird sich der Prinz nach Belgien und Holland 6ege/ den und wahrscheinlich auch nach Ztalien kommen. In diesem Fall« wird er auch dem Papste einen Besuch abstatten.
Bern, 19. Mat. Exkönig Karl von Ungarn hat am 14. Mat dem BundeSrat die Mitteilung zukomme« taffen, baß er tm Laufe des Monats August bl» Schweiz endgültig zu verlafien gedenke. Er hat damit da» Ersuchen verbunden, ihm bis zu diesem Zeit- punkt den weiteren Aufenthalt in der Schweiz zu ge-, statten. Der Bundesrat hat von dieser Erööffnung' Kenntnis genommen und dem gestellten Ersuchen entsprochen, nachdem der König den an diesen Aufenthalt geknüpften Bedingungen zugesiimmt hat. Der König
Regierungen der Einzelstaaten unbeliebt gemacht hat. Der Hauptgrunb aber für fein Ausscheiden bestand in der Spannung, die schon seit geraumer Zeit zwischen ihm und dem bisherigen Reichssinanzminister Wirth vorhanden war. Namentlich, die Weise, mit der es Koch gelang, die Berwirktichung der Ersparungsvorschläge des Tr. Karl, mit denen Wirth einverstanden war, zu vereiteln, hatte Wirth zu einem scharfen Gegner des bisherigen Ministers des Innern gemacht.
hat insbesondere in formeller Weise erklürt, daß sowohl er als auch die bei ihm weilenden Personen sich während des Aufenthalts in der Schwei; jeglicher politischen TSiigkeit enthalten werden.
vom Obersten Rat.
wb. L o n d o n, 21. Mai. Wie die Blätter meta den, wird die interalliierte Zusammenkunft in Boa» logne Mitte nächster Woche stattfinden. Lloyd George fährt heute an die See, um sich spätes
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sondern Kilometerleistung ist ausschlaggebend. Je größer diese, desto sparsamer und billiger der Reifen. Darum fahr den bewährten
bie Spinettkerzen an unb ließ sich, nachdem sie den ersten Satz der Sonate, das Adagio, aufgeschlagen hatte, am Instrument nieder.
„Run. wenn ich bitte« darf, Berehrtester, es ist mein Lieblings lieb!"
Ruhig fetzte her Künstler zum Spiel an, ihre zarten Finger griffen ohne Fehler bie schweren Akkorbe, unb leise weinten sich bie Sätze des wunderbaren Tongemälbes in der stillen Mondnacht aus.
So mit Inbrunst unb Hingabe hatte der Musiker sell'st nicht vor Goethe gespielt. Solche Klänge hatte er seiner Geige garnicht zugetraut.
Das Spiel flingt langsam aus. Als der letzte Akkord verstummte, legte der Geiger seine Violine aus der Hand und fiel vor feiner Begleiterin in die Knie:
„Gnädigste, was haben Sie da aus mir gemacht!" Er barg seinen Kovf in den Schoß ihres himmelblauen. Kleides. Sie blies die Kerzen am Spinett aus nnd streichelte dem Künstler die schwarzen Locken. Und durch die Stille und Dunkelheit suchten und fanden sich zwei Lippenpaare, bie heiß aufeinander bräunten.
„Darf ich deinen Namen erfahren, du Himmelskind?" fragte er.
„Nein — 'Das werbe ich dir heute nicht lagen. Meinen Vomamen sollst bu wissen: Marga ... Laß bas, was heute zwischen »ns ist, Geheimnis bleiben, wir werden auseinandergehen und uns vielleicht nie wieder schauen. So wisse: ich bin die Frau eines andere», den ich heiraten mußte, ich wurde bestimmt, — was will ein so »ruzes, hilfloses Gefchöps. wie ich bin, dagegen tun? Meinen. Gemahl lieb' ich nicht, dafür suche ich meinen Trost, die Erfüllung meiner Sehnsucht in der Musik..
Sie küßten sich nochmal lange, lange ...
„Nun laß uns schlafen gehen, mein guter Junge!"
„Gute Nacht, Marga!" stammette der Musikus. Lange noch hat der arme Geiger in die Kissen geweint. „Marga, meine arme Marga'" Dann ist er endlich eingeschlafen. Am anderen Morgen war feine Reistbcgleiterin lchon verschwunden. Sie hatte durch die Tür ein Briefchen ge
steckt. Links oben in der Ecke war eine Krone angebracht mit sieben Zacken. Er öffnete das Briefchen hastig und las: ,
„Behalte mich recht lieb, ich will es auch tun; aber sprich nicht darüber, laß dieses Geheimnis zwischen uns ewig fein, in stillen Stunden wollen wir einander gedenken. Es grüßt dich noch einmal
Deine Marga."
Lange hat der Musikus verftncken auf seinem Sofa gesessen. Dann hat er sein Bündel toieber au Haben (affen nnd ist ins weite Land gefahren.
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