Einzelbild herunterladen
 

Amtliches BerÄMgungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhesiischej Oberhessen

Wl

mauND।

L

W

ßon fortgesetzt.

[

56. Mtk 1921

vorhanden sein könnte.

Angestellten.

Dem Gewerkschaft!-

wert von 140 Millionen Eosdn^r? überreichen. Mao die übrigen 850 Millionen GvLdmark an belangt, die nach der Zahlungsausstellung in von der Repa- kationskom misston gutgeheißrncn Tratten auf das Ausland oder in DreimonatsanweifuWen auf den deutschen Sckatz mit dem Aval deutscher Lanken ein

derartige Enteignung „zum Wohle der Allgemeinheit und aus gesetzlicher Grundlage vcrgenommen werden." Unb der Wortlaut von § 151: „Die Ordnung des Wirtschaftslebens muß den Grundsätzen der Gerechtig- feit mit dem Ziele der Gewährleistung eines menschtn- wttrdigen Daseins für alle entsprechen", fordere ge­radezu eine solche Enteignung. Zur lückenlosen Durch- des Vorschlags, d. h. zu einer gründlichen Erfassung aller Schmuckgegenstände, sollen u. a. Haussuchungen unter — wie nicht anders zu- erwarten ist — Mit­wirkung der Gewerkschaftsvertreter erfolgen.

Wer der Vater dieser originellen Anregung ist, verrät die Freiheit nicht; aber ein merkwürdiger Zufall will es, daß gleichzeitig in der Kceuzzeitnng von einer neuerlichen Propagandareise Erzbergers erzählt wird, auf der er. wie das Blatt behauptet, u. a. für eine Beschlagnahme des deutschen Privatbesitzes an Gold- und Silberfachen zum Zwecke der Entschädignngs- leistnngen an den Verband eintrete. *

Eine deutsche Note über die Bildung von Freikorps.

Berlin. 22. Mai. Das Auswärtige Amt hat atzf die Note der interalliierten Militärkontrollkommission'vovt 14. Mai über Rekrutierungen für Schlesien solgenüc Antwort erteilt:

Pie deutsche Negierung teilt vollkommen die in Ihrer Note vom 14. Mai ausgesprochene Auffassung, daß die Anwerbungen von Freiwilligen für Schlesien unb die Bil­dung von „Freikorps" oder ähnlichen Formationen aus solchen unzulässig sei. Sie erließ deshalb bereits am 19. Mai den in Abschrift beigefügten Aufruf, worin sie der­artigen Bestrebungen ganz entschieden entgegentritt. Schon vorher hatte der Reichswehrminister die zuständigen mili­tärischen Stellen nachdrücklichst angewiesen, daß die Bil­dung etwaiger Frciwilligensormationen mit allen Mit­tel»-zu verhindern sei, um ein Wiederaufleben des Frei­

alliierten Kommission töten, deuffchgesinnten Bevölkerung

Notschrei der

Berlin, 21. Mai.

Marburg

Mag, hei 23. M

Die Syiederauf-aufrag?. * '

* rvb. Berlin, 21, Mai. Im Wiederaufbau- Ministerium sand eine Besprechung der beteil'g-en Meichsrossorts mit Arbeitgebern und Arbeit neh- Mern über den Stand der WiedexaufbaufragL statt. Ter Vertreter des Wicderaufbauminist-:- ttums bei der Kriegslastenkommission in Paris, Wors, berichtete über die mit dem französischen Mi­nister Lvncheur in dieser Angelegenheit gehabte per­sönliche Besprechung. Es wurde mitgeteilt, daß Loucheur auf das in der deutschen Neparationsnote enthaltene Angebote der .deutschen Regierung auf Lieferung von 25 000 provisorischen Häusern insv- Meit einging, als er sich bereit erklärte, über die Lie­ferung von 25 000 Dauerhäusern zu verhandeln und pigleich habe et sich zur sofortigen Entsendung von- Sachverständigen erboten. Die Sachverständigen werden bereits in den nächsten Tagen nach Paris abreisen. Weiterhin wurde mitgeteilt, daß Loucheur tzrundsätzlich mit der Zuweisung eines Abschnittes in den zerstörten Gebieten an Deutschland sich ein­verstanden erklärte, worin Deutschland die erforder­lichen Hoch- und Tiefbauten und Aufforstungsarbei­ten ausjühren könne. Das Wiederaufbauminifte- tium trat mit dem Reichswirtschaftsrckt wegen der Lenennung von-Sachverständigen in Verbindung, deren Aufgabe es sein wird, die Besichtigung des von sranzöstscher Seite noch näher zu bezeichnenden Gebietsteiles vorzunehmen, sowie die ersten grund­sätzlichen Verhandlungen mit der Gegenseite zu führen.

Abend im Auswärtigen Amt eine Note über Ober­schlesien, in der kurz darauf hingewiesen wirb, baß sich bU Lage in Oberschlesien verschlechtern könne angesichts der Haltung bet deutschen Korps (I), die fortgesetzt Verstär­kungen erhielten, angesichts der Stimmung der Arbeiter, die in Bolschewismus umschlagen könne und auch im Hinblick auf die Schwierigkeiten einet Intervention bei dem ausführenden Ausschuß der polnischen Betvegung und den Deutschen. Die Note schlägt deshalb vor, der englische Boffchaster in Berlin, Lord d'Abernon, möge einen ent­sprechenden Schritt des französischen Botschafters unter­stützen und im Interesse der Alliierten bei bet deutsche» Regierung vorstellig werden, damit sie die angekündigte« Maßnahmen üuu auch wirklich ausführe.

Hilferuf der Parteien und Gewerkschaften.

Berlin, 21. Mai. Die deutschen Gewerkschaften und Parteien von Oberschlesien richteten laut dem „Acht Uhr-Abendblatt" an die internationale Bereinigung bei Roten Kreuzes in Genf eneto Aufruf, worin sie für bit unter Mord, Räuberei, Plünderung und Mißhandlungen furchtbarster Art durch die polnischen Aufständischen lei­dende oberschlesische Bevölkerung um Hilfe bitten. Tau­sende von Menschen, heißt es im Aufruf, haben ihr» Wohnsitze verlassen, um das nackte Leben zu retten. I» den engeinqeschlossenen Städten droht der Hunger. Dir friedliche Bevölkerung steht ohne jeden Schutz und jegliche Hilfe seitens der dazu berufenen interalliierten Kommission. Im Namen der Menschlichkeit rufen wir das Rote Kreuz an, durch eine neutrale Kommission sofort eine Untersuchung und ein Hilfswerk einzuleiten. >

Die Parteien und Gewerkschaften gegen die ft««*

zösische Parteinahme.

Kattowitz, 21. Mai. Die deutschen Parteien nutz Gewerkschaften Oberschlesiens schickten an die interalliierte Regierungsplebisszitbommission, an bk Generale Seron! iinb de Mariin folgendes Telegramm zu Händen del Oberst Pareival: Die „Oberschlesische Grenzei« t n n g", die mit ihrer Sonderausgabe vom 1. Mai, dal Signal zum polnischen Aufruhr gegeben hat, bringt jede« Tag ausheben de, wahrheitsfälschende Ar­tikel, Berichte und Bekanntmachungen der Behörden vo» den Aufständischen, ohne baß die Zensur die Zeitung ver­bietet oder sonst wie gegen sie einschreitet. Zu gleicher Reit weifen die deutschen Zeitungen große Zensurlücken auf und werden verboten. Wir wollen der interalliierten Kom­mission glauben, daß'st« infolge ihrer Haltung im Auf« standSgeöiet nicht Herr der Lage fein kann, fbrbern aber von ihr ,baß sie in Städten, den Städten, worin sie beit’ deutschgesinnten Bewohnern gegenüber sehr wohl die Re­gierungsgewalt auszuüben weiß, vollste Unparteilichkeik beobachtet. Die bisher geübte Handhabung der Zensur

Ein eigenartiger Finanzplan.

' . Tie „Köln. Zeitung" schreibt: Berlin, 20. Mai. 8ur Frage der Entschäb'gungsverpslichtungcn Deutsch- kanbs läßt sich die unabhängige Freiheit <tu-3 ihrem Leserkreise einen Vorschlag unterbreiten, öcr zum min- kften der Eigenart nicht entbehrt: er fordert nichts tvrniger als.die gesetzliche Beschlagnahme aller, in den fänden bet Bevölkerung befindlichen Schmucksachcu, ö. i. Ebelsteine, Metalliverrgegenstände, Goldsachen vsw., und zwar soll diese Enteignung grundsätzlich •fieubar ohne Entschädigung erfolgen; denn es heißt kn dieser bemerkenswerten Anregung des unabhängigen Blattes, daß „in einzelnen Fällen vielleicht eine Ent­schädigung geleistet werden könnte, z. B. um für ge­brauchte Gegenstände Ersatz in unedlem Metall zu kauseu, wob»och als Ausgleich für den Ausfall in ^olbschmieös- »nb anderen Gewerben eine Steigerung ProdnÜtzm in unedeln Metallen erzielt würbe." Euch um riwt rechtliche Begründung ist man nicht ^Erlegen, VE nach der Reichsverfajsuuz Kia« eine

muß auch den letzten Rest des Vertrauens zu der inter- bet jetzt noch etwa in bet

’ nicht mehr von Herrn Dr. Wirth unb seinen Hinter­männer» beherrscht wirb.

5k AiMkm der HHimet«..

tob. Berlin, 22. Mai. Mit dem heutigen Tage läuft die z w e i t e F t i st abrbie der deutschen Negierung von der interalliierten Militärkontroll- kommijfion zur Ausführung des Ultimatums gesetzt ist. Die Kommission verlangte, daß in Zukunft jede Beförderung von Waffen und anderem Heeres- mat'erial einschließlich der durch die Ablieferung, Zerstörung oder Unbrauchbarmachung notwendig «erdende» Beförderungen verboten sein solle, falls sie nicht vou der Kommission vorher genehmigt sei. Die zu diesem Zwecke gegebenen Befehle sollten der Kommission vor dem 23. Mai mitgeteilt werden; sie feitten auch auf das Material Anwendung finden, das sich aus irgend einem Grunde im Besitz der Reichstreuhandgesellfchaft befindet. Das Reichs­weh rministeriurn hat einen dieser Forderungen cnt- fprechenden Befehl am 19. Mai erlassen. Die er­forderliche« Anweisungen für das im Besitz der Reichstreuhandgesellschaft befindliche Material-sind wn dem Reichsschatz-Ministerium am 21. Mai er­teilt •ns’b.-'Ä, Beide Anordnungen wurden am 21. Kai der Kontrollkommission zur Kenntnis gebracht

Paris, 21. Mai. (Havas.) Die Reparations- kommiffio» fetzte die Prüfung der verschiedenen An- ordnungen fort, welche die Ablieferung der ersten Milliarde Goldmark durch Deutschland bis späte-

6 u nb bet Angestellten, Sitz Berlin, ber ht Oberschlesien 20000 Mitglieder zählt, ist von seiner oberschlesischen Geschäftsführung folg-ub^r Notschrei zugegangen: Seit brei Wochen ohne Anßenverbinbung, vertrauen wir trotzbem auf den Sieg ber Gerechtigkeit, obwohl die Entente den Tteuhänderbegtisf bei bet Verwaltung Oberschlesiens anbers ausfaßt, als es bem deutschen Empfinden entspricht. Wit bitten bringend mitzuhelfen, um die täglich unerträglicher werdende Lage und die sich steigernde materielle Not zu be» enden. '•

Kattowitz von Wasser und Licht abgeschuitten.

Berlin, 21. Mai. Nach einer Meldung ber „Boss. Zeitg" schnitten bie polnischen Insurgenten bie Stabt Kattowitz seit gestern abend von ber Wasserzufuhr unb bem elektrischen Licht ab. • Sämtliche Telephon- unb Telo- arapbenleitungen zum Jnbustrietevier sind nach Blätter, melbungen aus Oppeln von ben Ausständffchen durch- ichnitten worben. Nach in Oppeln eingetroffenen Nach­richten soll polnisches Militär in Süb-Oberschtesien in erheblicher Stärke eiugetroffen fein.

Oppeln, 21. Mai. Infolge bet Zerstörung der Telegraphen- unb Fernsprechleitungen burch bie Insur­genten ist bie Nachrichtenübermittlung au? ben größeren Jnbustriestäbten des ZentraltevierS, bie noch nicht von ben Ausrührern besetzt finb, unmöglich geworben. Heute gelang es bem deutschen Plebiszitkommissar Dr. Urbaneck, Oppeln zu erreichen. Er erstattete der interalliierte« Kommission einen eingehenden Bericht, der ben ungv» teuren E t nst bet Lage toiberftneoett. Die belagerte« Stäbte finb auf das schlimmste bedroht. Es bestätigt sich, daß in der Stadt Kattowitz feit dem 20. Mai obenbl 9 Uhr bie polnischen Aufrührer be Versorgung mit Waffe« ii nb Licht unmöglich gemacht haben. Nach Berichten über den Vorstoß der Polen ans Ostrau ist einwandfrei fest' gestellt, baß ber größte Teil ber greifet über bie Ma­nische Grenze kam. Die beutfchen Verteidiger mußten zu­nächst zurückweick'en, es gelang aber spater, den Ort von den polnischen ®nbring(inoen wieder zu säubern. Die Polen ginnen daun wieder über die Grenze zurück: bie pol­nischen Militärpostierungen an ber Grenze hinderten die Zurückkveichenden an ber Ueberschreitting ber Grenze nicht. Die. auf oberfcklesifchem Boden feftgenommenen Infurgenken tagten übereinstimmend au8, daß fk int Lager Krotoschin ftßofen) zur Teilnahme an dem ober- schlesischen Ausstand ausgebildet worben feien: bk Ausb^ düng fei von einem französifchen Major gekettet »vordem Nach rtsplalofem Vorstößen in btt Gegend

Pens 31. Mai erforderlich machen. Hinsichtlich der 150 Millionen Goldmark, die zu 10 Millionen tat­sächlich aus Gold bestehen, während die übrigen 14 Millionen Goldmark ausländische Devisen sind, ist bie Art unb Weise der Zablung bereits festgesetzt. Die deutsche Regierung wirb bie Umwechslung der aus ländischen Devisen in Dollars bewerkstelligst und > der Reparationskommiffion Schecks über den Gegen-

i tzkZahlt werden müssen, wird'die Vesorechung der | Zahlungsbedingungen mit der Kriegslastenkommis-

md MtSeikmngs' Biiimg.

.Zur Frage Volkspartei und Regierungsbildung wird den „Franks. N." aus Berlin geschrieben:

Es darf vor allem darauf hingewiefen werden, bafe die politischen Betrachtungen in der ganzen An- geleoenheit von einer vollständig falschen Voraus­setzung ausgehen. Die Frage eines Etiftritts der Volkspartei in das Kabinett Wirth kommt überhaupt nicht in Betracht. Für den, ber die persönlichen Beziehungen kennt, die seit lan­gem zwischen dem jskigen Kanzlet und der Volks­partei bestehen, ist das eigentlich eine Selbstver­ständlichkeit. Dazu kommt, daß man bei einem Ka­binett Wirth nun einmal den Verdacht nicht los wird, daß sich in ihm Erzbetgersche Einflüsse in stär­kerem Maste geltend machen, als die deutsche Politik gerade in ihrem jetzigen, so hochkritischen Stadium vertragen könnte. Die „Germania" bat sich zwar bemüht, den Nachweis zu führen, daß Erzberget auf bie jetzige Kabinettsbildung nicht den geringsten Einfluß gehabt habe. Selbst, wenn man das ohne weiteres zugc' l en wollte, so wird der Verdacht des Erzbergerschen Einflusses aus die politische Haltung des Kabinetts nicht im geringsten entkräftet. Wir sehen ja, wie gerade jetzt Herr Erzberger den Mo­ment für gekommen erachtet, sich wieder politisch in Szene zu setzen und eine Führerrolle zu spielen, und wir setzen weiter, daß» man in den rechts­gerichteten Kreisen des Zentrums selber diese neue politische Tätigkeit Erzbergers mit Mißtrauen be­trachtet. Grund genug, daß bei der Dolkspartei dieses Mißtrauen in einem noch weit stärkeren Grade zutage tritt unb sich in gewißem Sinne auf das Kabinett Wirth überträgt.

Auch sonst liegt für die Volkspartei ja kein Grund vor, sich für die jetzige Interimsregierung eiuzufetzen. Die ungemein zahlreichen Kund­gebungen, die in den letzten Tagen bei der Berliner Parteizentrale aus allen Teilen des Reiches ein-, gelaufen sind, und die ihre unbedingte Zustimmung zu der ablehnenden Haltung der Partei bei ber Ab­stimmung über das Ultimatum Ausdruck geben, sind 'Zeugnis dafür. Eine Stellungnahme der Volks­partei wäre auch aus dem Grunde im Augenblick ausgeschlossen, als sich die Wirkung ber Annahme des Ultimatums zur Stunde noch keineswegs über­sehen läßt.

Das alles sind Gründe, die für die Volkspartei die Entscheidung über eine Teilnahme an ber Re­gierung zur Stunbe völlig gegenstandslos machen. Wenn aber einmal eine solche Entscheidung gefällt werben wirb, dann wird sie nur — das kann schon heute gegenüber all den immer wieder auftauchen­den Kombinationen gesagt werden — auf dem Bo­den .einer politischen Situation gefällt werden, die

korps-Unwcsens im Keime zu unterdrücken. Den in diesen Kundgebungen ausgesprochenen Grundsätzen entsprechend werden die deutschen Behörden mit größter Strenge gegen solche Anwerbungen und Zusammenschlüsse vorgehen. Eine Handhabe dazu bieten einmal bie Paragraphen 127 und 110 des deutschen Strafgesetzbuches, wonach unbefugte Bil­dung bewaffneter Haufen und Anschluß an solche sowie öffentliche Aufforderung zu gesetzwidrigen Handlungen mit Gefängnis bedroht, ferner das Gesetz vom 22. März 1921, bas bie Auslösung von Vereinigungen gestattet, bie mit ben Vorschriften ber Artikel 177 unb 178 des Vertrages von Versailles in Widerspruch stehen. Die Polizei unb die Gerichtsbehörden finb angewiesen, von den angezogenen Bestimmungen des Strafgesetzbuches unnachsichtlich Ge-' brauch zu machen und zwar namentlich auch gegen Zeitungen, in denen Werbeinserate erscheinen. In Fällen, in denen sich unzulässigerweise angeworbene Freiwillige bereits zu Freikorps zufammengeschlofsen haben sollten, wird deren Auslösung durch bie Landesregierung erfolgen. Um den Zuzug von Freiwilligen nach Oberschlesien zu Verbindern, sind Maßnahmen im Gange, wodurch die Grenze des Abstimmungsgebietes für solche gesperrt wer­den soll.

Beratungen der Reichsregierung.

Beilin, 21. Mai. Die Lage in Oberschlesien bildet dauernd den Gegenstand ber Beratungen bet Roichsrep'erung; tnSbefonbere in ber heutigen Be- -atunq über biesc Angelegenheit in ber Reichskanzlei. Dw BilbungvonFreiwi LH genkü rps wird nicht gedu Ibet. Wenn Ansammlungen trotzdem aiiftreten, wirb bafür gesorgt, baß hierdurch feine Gesabr entsteht.

Entgegen den Meldungen, die besagen, daß sich in dem Lager Sielow bei Kottbus polnische Geiseln befinben, wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß von Geiseln nicht die Rede sein kann. Es handelt sich um Personen, die mit ber Waffe in ber Hand von der Apo oder bem deutschen Selbstschutz im Anf- ruhrgebiet festgeiiornmen worden, dort wegen der un­sicheren Verhältnisse aber nicht mitergcbracht werben konnten unb deshalb nach bem Lager abtransportiert würben.

Berlin, 21. Mai. In bem Lager Silo bei Kottbus befinden sich gegen 800 Personen, die von bem deutschen Selbstschutz und der deuischen Abstimmungspvlizei mit den Waffen in der Hand oder sonstwie an der Auftuhrbewe- iii ng beteiligt, festgenomrncn wurden. In Oberschlesien wußte inan nicht, wohin inan diese Personen schaffen i-ifftc und so sind sie als höchst unerwünschter Besuch über ‘-‘c Grenze des Abstimmungsgebiets abgeschoben worden. Bester» finb mit dem hiesigen polnischen Geschäftsträger hierüber im Auswärtigen Amt BeGrechuugen gewesen. Die betreffenden Personen sind in Silo polizeilich in ter- irrt Sie nach Oberschlesien wieder freizulassen, geht "'s dem Grande nicht an, weil man dann gewärtig sein -aäffe, daß sie morgen wieder an der Aufrubrbewegung "cb läffo lrteilige». Falls die Interalliierte Kommission <-i: Absicht hat, diese Ausrührer wegen ihrer Straftaten zur V-rantwortung zu ziehen, werden sie ihr zur Aburteilung übergeben werben müssen.

Eine deutsche Note über die Kohlennot.

ivb. Berlin, 21. Mai. Die deutsche Kriegs­lastenkommission in Paris hat ber Reparationskom­mission folgende Note übergeben:

Seit Ausbruch des Aufruhrs in Oberschle - sie» am Anfang Mai hat Deutschland von dort aus keine Kohlen mehr erhalten. Die Kohlen- l a g e in den östlichen Landesteilen Deutschlands wird dadurch von Tag zu Tag fdyoieriger. Der Eisenbahnverkehr, namentlich der Kleinbahnverkehr hat eingeschränkt werden müssen. Zahlreiche Gas­anstalten stehen vor der Betriebseinstellung. Die aus Westen vorgenommenen Aushilfslieferungen können das Erliegen selbst von wichtigsten Betrie­ben nur noch wenige Tage aufhalten. Auf einigen oberschlesischen Gruben wird zeitweilig etwas ge­fördert. Diese geringen Mengen werden aber auf Anordnung der Leiter des Aufstandes teils nach Polen, teils nach Ungarn, der Tschecho-Slowakei und den von den Aufrührern besetzten Teilen Ober­schlesiens besördert. Deutschland erhält bisher keinen Zentner oberschlesifcher Kohle und muß sogar dem von Aufrührern freien Teile in Oberschlesien mit niederschlesischer Kohle aushelfen. Dieser Zu­stand stellt nicht nur eine schwere Schädigung der deutschen Wirtschaft bar, sondern widerspricht auch den Zusicherungen, welche die alliierten und asiozi- ierten Regierungen int Friedensvertrag von Ver­sailles Deutschland gegeben haben. Die deutsche Re­gierung muß daher dringend ersuchen, daß der interalliierten Plebiszitkommisfion die erforder­lichen Weisungen zugehen, um die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, welche die Wiederauf- nahme der 'Kohlentransporte nach Deutschland ermöglichen. Die deutsche Regierung bittet um Mitteilung des in dieser Hinsicht Veran­laßten.

Eine französische Note an England. — Abermalig« Berleumdungen Deutschlands.

Paris, 22. Mai. Nach einer Havas-Melbung über­reicht« der französisch« Botschafter in London gestern;

Der Anzeigenpreis beträgt für die 9 gesp. Tolonelzeile oder deren Raum 90 Pfg. u. 10°!o Aufschlag, amtliche und auswärtige 1.20 Mk. Andere Spaltenbreite« nach entjprechender Berechnung. Spät einlausende oder den Raum über Seite ein­nehmende Anzeigen sind wir berechtigt, nach der Textspalteribreite zu setzen und zu berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir bie Zeil« mit 3.00 Mk. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Auskunft durch bie Geschäftsstelle und Vermittlung der Angebote 75 Psg. Sondergebilhr.

Die „Oberhesstjche Zeitun ' erscheint sechsmal wöchentlich.— Bezugspreis monatlich ’■ 4.25 Mk., durch die Post 4.65 Mk. Ausgabe B mit „Oberh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr.

117 Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. — '**’ Verlag oon Dr. E. Hitzeroth. —Druckder Univ.-Buchdruckerei non Joh.Aug. Koch, Markt 21/23 — Fernsprecher 55, — Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.