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K Amtliches VerWndigungsblaU des Kreyes Marbmg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

Die »Oberheistsche Zeltuni ' erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich

t flr.no

425 Mk, durch die Post 4.65 Mk. Ausgabe B mitOberh. Eport-Ztg.' 1 Mk. mehr. Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag vonDr. T. Sitzerath.Druck der Unio.-Buchdruckerei von 2oh. Ang. Koch. Markt 21/23 Fernsprecher SS, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Mai«.

Marburg greiloi,»«13. Mol

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wb. Berlin, 12. Mai. Wegen der R e q u i - ri.erung deutscher Automobile und ihrer Führer für den beabsichtigten Vormarsch in das Ruhrreoier wurde den Regierungen in Pa­ris, London und Brüssel von den dortigen deutschen Vertretungen am 10. Mai eine Protestnote felgenden Inhalts übergeben:

i Die Rheinlandkommisfion ordnete unter dem 16. Dezember 1920 eine umfassende Bestandsaufnahme ,nd Varmusterung sämtlicher Pferde, Automobile, Fahrzeuge und Fabriken, überhaupt aller Sachen im besetzten Gebiet an, die für militärische Zwecke 'von Wert sein konnten. Die deutschen Bürgermeister müßten bei dieser Bestandsaufnahme in weitgehen­dem Matze mitwirken. Die Reichsregierung legte gegen die Anordnung sofort Protest ein, da sie in ihr nur Vorbereitungen für eine Mobilmachung sehen konnte. Die Rheiulandkommifsto« leugnete ^daraushin diesen Zweck ab. Sie gab an, dah ihre Anordnungen nur als vorsorgliche Maßnahmen für »en Fall innerer Unruhen im besetzten Gebiet selbst Hctrossen wurden und bestritt in ihrer Antwort ent- fthieden, daß die von ihr zur Mitwirkung bei der Musterung gezwungenen deutschen Beamten und Staatsbürger dadurch zur Unterstützung von Vorbe­reitungen genötigt würden, die eines Tages zu mi­litärischen Unternehmungen gegen ihr eigenes Land Msgenützt werden könnten. Die Vorkommnisie der Neuesten Zeit zeigen unzweideutig, wie recht die ^deutsche Regierung seiner Zeit mit ihrem Einspruch fcrtte. Im Gegensatz zu den ausdrücklichen Erklä- twngen der Rheinlandkommission werden jetzt auf- Jrund der Listen, die im Winter bei den Bestands- 'torfnahmen und Vormusterungen angefertigt wur- Nn, Beitreibungen für den beabsichtigten Vor- Mirsch ins Ruhrgebiet vorgenommen. Es werden nicht nur Automobile requiriert, sondern sogar durch Vermittlung der deutschen Ortsbehörden auch deren Führer, gleichgültig, ob es sich um die Eigen­tümer der Wagen oder um Chauffeure handelt. Rraftwagenbesitzer, die vorübergehend auf Fahrten fm besetzten Gebiet sind, werden unter Androhung :9cn Strafen telegraphisch zurückbeordert. Alle diese Kcquisitionsmatznahmen sind Vertrags- und völker­rechtswidrig. Sie dienen nicht den Zwecken der Be- fatzungsarmee selbst , sondern dem beabsichtigten Vormarsch in ein Gebiet, auf dessen Besetzung den Alliierten weder durch den Friedensvertrag noch durch die Rheinlandkommissivn das Recht einge- rämi'.t worden ist. Die zwangsweise Heranziehung Deutscher zur Unterstützung dieses Vormarsches stellt eine unerhörte Vergewaltigung dar und steht hn schroffsten Widerspruch zu dem Prinzip, das im Artikel 52 der Haager Landkriegsordnung seinen Ausdruck fand. Die Heranziehung einer Bevölke­rung zu Unternehmungen gegen ihr eigenes Vater­land ist dort strengstens verboten. Die deutsche Re- stierung erhob zum Schluß schärfsten Protest gegen "das Vorgehen der Besatzungsbehörden und ver­langte, daß die verantwortlichen Stellen angewiesen Verden, ihre rechtswidrigen Maßnahmen rück­gängig zu machen. . ,

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Berlin, 12. Mai. Der neue Reichskanzler Dr. Wirth stellte sich heute dem Reichsrat vor, indem 'er erklärte: Die Regierung wich eine Politik treiben, ton das Jawort durch die Leistungen zu verwirklichen. Dhne jeden Vorbehall wollen wir die Vchingnngen dch Ultimatums mit allen unseren Kräfte« erfüllen. .Wir erwarten aber auch, daß die (Segenfeite, na«P>em ste Zeugnisse unseres guten MllenS -eschen hat, diesen guten Willen anerkennen wich. Besonder» in der dberschlesischen Frage erwarten wir ein Fairplay.

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Der neue Reichsminister des Innern Dr. Grad- Lauer stellte sich dem Reichsrat vor, in dem er u. a. faßte: Ich habe aus meinen Erfahrungen in der Ergangenen Zeit die lleberzeugung gewonnen, daß ^er Einheitsstaat, wie er durch die Reichsverfassung i« Weimar geschaffen worden ist, nur dann sich ge- ^eihljch für das deutsche Volk entwickeln kann, wenn die gebührende Rücksicht auf Bedürfnisse und Der- häliulssc der deutschen Länder genommen wird. Ich habe das ernste und feste Bestreben, die Verbindung l'^sschen Reichsrat und Reichsregierung in jeder zu fördern. . . -

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Göppert zurückgetteten.

Berlin, 12. Mai. Der Vorsitzende der Frie- ^»sabteilung des Auswärtigen Amtes Ministerial­direktor Dr. Göppert ist von seinem Amte zurückge- »reren.

Str jolnilfit Winni in SitrHHM Die Lage noch ungeklärt. Widersprechende Mel­dungen über das Abkommen mit Korfanty. Die

Beteiligung der Franzosen.

Berlin, 12. Mai. Die Lage in Oberschlesien ist unverändert. Zu Kampfhandlungen kam es nicht. Korfanty baut in einzelnen Jndustriekreisen Zivil­organisationen aus und geht daran, die Eisen- bahndircktion Kattowitz zu übernehmen. Auf einem Teil der Eisenbahnstrecke wurde von den Polen der Betrieb bereits übernommen.

Nach Meldung desBerliner TageNatts" werden in Beuthen Listen derjenigen Deutschen aufgestellt, die Oberschlesien verlassen sollen. In Bilschowitz wurden die Beamten der staatlichen Bergwerksinspektion durch Todesandrohung gezwungen, einen Eid auf die polnische Verfassung zu leisten. LautLokal- anzeiger" habe« im Kreise Roseüberg die Pole« eine Reihe Geiseln f»stgeuommen, so den Rittergutsbesitzer von Lieres auf Wilkau, Geistliche beider Konfessionen, Aerzte, Beamte, angesehene Kaufleute usw.

Beuthen,12. Mai. Nach den bisher aus Groß- Strehlitz, Nicolai, Beuthen und Kattowitz vorliegenden Nachrichten ist die letzte Nacht ruhig verlaufen. Auch vormittags ist keine Aenderung der Lage einge­treten. An der Grenze des Kreises Kreuzburg fanden vereinzelte Angriffe statt, die alle abgeschlagen wurden. Man hofft, den angrenzenden Teil des Kreises Rosen­berg und den angrenzenden Teil des Kreises Oppeln wie bisher sichern zu können.

Oppeln, 13. Mai. Anstelle des Bürgermeisters Dr. Rößler mürbe von den Polen der Nachtwächter Lies mit dem Amt und den Geschäften des Plebiszit betraut.

Oppeln, 12. Mai. Von dem Führer der Auf­ständischen der Gruppe Ost wurde über das Aufruhrgebiet der Belagerungszustand verhängt. Sämtliche Zeitun­gen stehen unter Zensur. Die Insurgenten nahmen den Bahnhof Kudoba ein. Im Landkreis Beuthen werden Listen der deutschgesinnten Oberschlesier aufgestellt, die sofort das Gebiet zu verlassen haben. Der Flüchtlings- Verkehr von Obcrschlesicn nach Breslau ist sehr groß.

Kattowitz, 12. Mai. Die gestrige Belegschaftsver­sammlung der Eminenzgrube sprach sich in ihrer Mehr­heit für die Wiederaufnahme der Arbeit aus. Heute früh sind 30 Prozent der Belegschaft eingefahren.

Kosel, 13. Mai. Bei den Kämpfen in der Gegend von Kosel wurden 11 uniformierte Franzosen, die auf Seiten der Polen ge­kämpft hatten, vom deutschen Selbstschutz gefangen ge­nommen und abtrimsportiert.

Oppeln. 12. Mai. Von durchaus zrwerlässiger Seite erfährt die Telegraphen-Union, daß in den Quartieren französischer Offiziere in Oppeln und Um­gegend Haussuchungen stattgefunden haben. An Hand der vorgefundenen Wafsenquittungen wurde festgestellt, daß den Polen seitens der Franzosen Waffenlieferungen gemacht worden sind. Die Haussuchungen sind von italienischen Offizieren vor­genommen worden.

Warschau, 11. Mai. Die gestern angezweiselte Meldung des Abkommens zwischen Korfanty und dem General Lerond wird heute bestätigt. Tairach wird einer vorläufigen Regierung Korfanty alles Gebiet außer den Kreisen Kosel, Ka ndrzin und Kren,bürg übergeben. Post und Eisenbahn sollen Polen übergeben werden. Die französischen Truppen gehen zur Verhinderung des deutschen Entsatzes hinter die Demarkationslinie zurück. An ihre Stelle treten auf­ständische Truppen. DergesamteVerwaltungs- apparat geht in polnische Hände über. Die deutschen Landräte werden sofort entfernt, Polizei und Gendarmerie werden polnisch. Der Gefangenenaustausch erfolgt Zug um Zug. General Lerond erläßt eine AmnestiefüralleamAufstandBeteiligten.

Berlin, 12. Mai. Di« interalliierte Kommission gibt amtlich bekannt: Gewisse Zeitungen berichten über eine Zustandekommen eines Waffenstillstandes mit den Insurgenten, wonach die Demarka­tionslinie festgesetzt sein soll. Die Nachricht ent­behrt jeder Grundlage.

Oppeln, 12. Mai. Der Vertreter des deutschen Bevollmächtigten in Oppeln gab folgendes bekannt: General Lerond hat mir soeben auf meine Anfrage in Anwesenheit der anderen Mitglieder der interalliierten Kommission auf das bestimmteste erklärt, daß der von Warschau verbreitete Funkspruch, es wären zwischen der interalliierten Kommission und den Insurgenten Abmachungen gtrofsen toorben, von Anfang bis zu Ende, im ganzen und in seinen einzelnen Punkten, erlogen sei. Es seien weder über den Waffenstill­stand noch über die Demarkationslinie noch über den Uebergang der Regierungsgewalt an die Insurgenten oder über Amnestie usw. irgendwelche Verhandlungen gepflogen, geschweige denn Abmachungen getroffen worden,

O p p e l n, 12. Mai. Während der Verhandlungen der Vertreter aller deutschen Parteien der interalliierten Kommission versicherte General Lerond hinsichtlich der verbreiteten Gerüchte über den Waffenstillstand nnb die

Festsetzung der Demarkationslinie nochmals, daß keiner- lei Verhandlungen mit den polnischen Insurgen­ten stattgesunden hätten. Es hätte sich höchstens um örtlich« Besprechungen zum Schuhe der deutschen Be­völkerung handeln können. Lerond versicherte auch er­neut, daß er Truppenverstärkungen angefordert habe. Ob­wohl die Erklärung Leronds nicht in allen Punkten be- friebigte, glaubten bie Führer der deutschen Parteien doch, von der Fortführung des heute mittag begonnenen Generalstreiks Abstand nehmen zu sollen. Demgemäß ist die Arbeit um 7 Uhr abends wieder voll ausgenommen worden.

London, 12. Mai. Mit Rücksicht auf die Mel­dungen französischer Blätter, daß die interalliierte Kom­mission die Jndustriebezirke von Oberschlesien Polen zu- geteilt habe, stellt Reuter fest, daß sich die Aufgabe der Kommission lediglich darauf beschränkt, dem Obersten Rat Vorschläge zu unterbreiten. Die Entscheidung liege beim Obersten Rat.

London, 11. Mai. TieTimes" meldet aus Oppeln: Bisher wurde kein Vertrag unterzeichnet, der die Autorität der polnischen Aufständischen anerkennt., Es schein« jüwch, daß die französischen Vertreter in der Kommission ein mündliches Abkommen in diesem Sinne trafen. General Lerond glaube anschei­nend, daß die vollendete Tatsache der polnischen Be­setzung ohne weiteres seitens der Alliierten anerkannt werden müßte.

London, 12. Mai. DieTimes" erklärt zu der Lage in Oberschlesien, die interalliierte Kommission habe aufgehört als neu­trale Organisation zu bestehen. Tie bri­tischen und italienischen Offiziere sähen sich gezwungen, die Abstimmungspolizei gegen polnische Aufständische zu organisieren, um die Durchführung ihrer Pflicht zu ermöglichen.

Wie dieTimes" weiter meldet, ist die fran­zösische Polenpropagapda augenblicklich da­raus gerichtet, die Deutschen zu beschuldigen. Die Meldung von einem deutschen Angriff auf französische Truppe» bei Kreuzburg scheine ebenso unbegründet zu sein, wie die Entdeclling verborgener deutscher Wasfenlager. Die Franzosen verhaft trn Deutsche, die im Besitz von Waffen betroffen würden, um so den Belagerungszustand durchzuführen, übersehen aber die bewaffneten polnischen Patrouillen, die an jeder Straßenecke stünden. -

London, 11. Mai. Offiziell wird bekanntge­geben, daß sich im jetzigen Augenblick keine briti­schen Truppen mehr in Oberschlesien befinden.

Italien fordert Entschädigung.

Breslau, 12. Mai. Nach einer Meldung der Schles. Bolkszig." hat die italienische Regierung eint Note nach Warschau gerichtet, in der sie für die Tötung der itallenischen Offiziere und Soldaten eine Ent­schädigung von 15 Millionen Lire fordert.

Wort« und Taten.

Italiener und Engländer in Oberschlesien sind nach den Aeußerungen ihrer eigenen Berichterstatter aufs Aeußerste empört über die Haltung der Polen und Toppelzüngigkeit der Franzosen. Das ist alles sehr schön und gut und klingt verheißungsvoll. Aber gleich­zeitig wird gemeldet, daß die Interalliierte Kom­mission in Oberschlesien mit Korfanty verhandelt und zugestimmt habe, die nach dem edlen Polenführer be­nannte, von ihm selbst willkürlich entworfene Grenz­linie als Demarkationslinie anzusehen. Wenn diese Meldung zutrifft, dann ist Oberschlesien trotz aller Opfer für uns unwiederbringlich verloren und dann sind alle Vorstellungen der Italiener pnd Engländer leere Worte gewesen. Es gibt nut ein Mittel die Lage wieder herzustellen: Ans Grund des Abstim­mungsergebnisses sofort durch den Botschasterrat in Paris das Schicksal Oberschlesiens zu entscheiden, das deutsche Oberschlesien au Deutschland zurückzugeben und die polnischen Truppen nnd Banden mit Waffen­gewalt zu verjagen, wenn sie sich nicht fügen wollen. Tas Verhalten des Botschafterrats in Paris in dieser Frage wird uns binnen wenigen Tagen Gewißheit darüber verschaffen, ob wir überhaupt trotz Annahme des Ultimatums noch irgend etwas zu erhoffen haben oder nicht.

England.

London, 11. Mai. Binnen 24 Stunden hat sich der englische Ministerrat dreimal versammelt, um die von den Ausladern durch die Boykottierung der ausländischen Kohleneinfv.hr geschaffene Lage zu prüfen. Es wurden strenge Maßregeln angeord­net, um das Ausladen und den Transport der für den öffentlichen Dienst benötigten Kohlen zu sichern. Freiwillige haben bereits sofort 50 000 Tonnen Kohlen aus Belgien gelöscht und die Londoner Elek­trizitätswerkszentrale versorgt. Als einige Aus­lader die Bedienung der Krane verweigerten, wur­den sie auf der Stelle entlassen und durch Frei­willige ersetzt. Das Vorgehen der Regierung soll mit dem Generalstreik der Auslader und Eisen­bahner beantwortet werden. Der Vollzugsausschuß

der Transportarbeiter und Eisenbahner wurde da« her für Freitag zusammenberufen

London, 12. Mai. Lord Curzon empfing gestern Nachmittag int Auswärtigen Amt bi« Botschafter Frankreichs, Belgiens, Italiens und Japans und teilte ihnen die Antwort der deutschen Regierung auf die Note der Alliierten vom 5. Mai mit. Lord Curzon empfing darauf den neuen amerikanischen Botschafter Harvey und den schwedischen Gesandten.

London, 12. Mai. 25 hervorragende Bankiers haben heute abend einen Appell unterzeichnet, in der die Beseitigung jeder dem Handel auferlegte» Beschränkung gefordert wird. Der Appell erklärt, es sei von größter! Wichtigkeit, da§ keine Maßnahmen getroffen würden, die geeignet feien, den britischen Handel zu hemmen.» Eine Beschränllmg der Einfuhr würde auch eine Beschränkung der Ausfuhr mitsichbringen. England brauche Absatz­plätze und müsse die Länder des Kontinents ermutigen, Waren nach Großbritannien zu schicken.

London, 12. Mai. Im Unterhaus« erklärte Lloyd Eeurg«, daß das Gesetz über die deutsche Einfuhrabgabe auch weiterhin in Kraft bleiben werde, trotz der Annahme der Bedin­gungen für die Bezahlung der Entschädigungen durch Deutschland. Lloyd George teilte ferner mit, daß an den Kämpfen in Oberschlesien keine englischen Truppen teilgenommen haben.

Der Oberste Rat.

wb. Paris, 12. Mai. Der diplomatische Be­richterstatter derChiyago Tribüne" glaubt zu wissen, daß auf der nächsten Konferenz des Obersten Rates, die noch vor dem 1. Juni stattfinden soll, die Zahlungsmodalitäten für Deutschland, die Frage der Rämung Düsseldorfs und die oberschlesische Frage auf bet Tagesordnung stehen werden. Als Ort des Zusammentrittes der neuen Sitzung des Obersten Rates nennt et Ost - ende oder Strefa. Giolitti legt Wert darauf, daß die Zusammenkunft in Italien stattfinde, weil er sonst an den Beratungen nicht teilnehmen könne.

Die jetzt m D L s s e l d o r f zusammengezogenen französischen Divisionen werden zurückgezogen wer­den. Sobald die 150 Millionen Eoldmark aus Rech­nung der ersten Milliarde von Deutschland gezahlt worden sind. Dabei soll auch gleichzeitig die ganze Zone bei Düsseldorf geräumt und die verbündeten Truppen auf die im Friedensvertrag festgelegten Grenzlinien zurückgezogen werden.

Die farbigen Truppen im Rheinland.

London, 11. Mai. Im Unterhaus erllärte Worthington Evans in Erwiderung auf eine Anfrage, die Gesamtzahl der aug-«blicklich von Frankreich im Rheinland verwandte «farbigen Trup­pen betrage etwa 23000. Von diesen seien 18500 Eingeborene Nordafrikas, der übrige Teil Eingeborene Madagaskars und anderer Kolonien. Neger würden nicht verwendet. In anderen Teilen des deutsche?- besetzten Gebietes stünden keine farbigen Truppen.'

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Amerika.

Paris, 12. Mai. WieChicago Tribüne" auS Washington meldet, hat Senator Lasollctte gestern eine Resolution gegen die Beteiligung der Vereinigten Staaten an den KonfetenzenderBetbündete« in Europa eingebracht. Tie Resolution wird nach Er­ledigung der Schutzzollsrage zur Besprechung kommen.

Paris, 12. Mai. Nach einer Havasmcldung aus Washington hat daS Repräsentantenhaus die Stärke des amerikanischen Heeres aus 150000 Mann fest­gesetzt. Man erwartet einen Konflikt zwischen Reprä­sentantenhaus und Senat in dieser Angelegenheit.

Paris, 9.Mai. Wie dieChicago Tribuns auS Washington meldet, hat Senator Shortridge im Senat eine gemeinsame Resolution der kalifornischen gesetz­gebenden Versammlung eingebracht, die aus ein allge­meines Einwanderungsverbot kür Japaner hinzielt.

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Ungarn.

Budapest, .11. Mai. In handelspolitischen Dar- legungen in der Nationalversammlung erllärte der Han­delsminister Hegheshalmy, die Regierung stehe auf dem Standpunll der Wiederberstellung der Freihandels. In den Beziehungen zum Auslande müßten gewisse Be­schränkungen ausrechtcrhalten werden. Die Ausfuhrver­bote, namentlich für Rohmaterialien und Lebensmittel, würden nach Bedarf beibehalten. Die Regierung beab­sichtige, die Handelsbeziehungen zu bett Nachbarstaaten möglichst bald wieder auszunehmen. Ein autonomer Zolltarif werde vorbereitet, ptn di« Interessen de» Landes entsprechend zu schützen, sobald das handelspoli­tische Selbstbestimmungsrecht wieder erlangt sei. Der Handelsvertrag mit der Schweiz werde nach der Inkraft­setzung de» autonomen Zolltarifs gekündigt, da der Bei­trag eine McistbegünstigungSllausel enthalte. Künftig würden die Handelsverträge auf der Grundlage des Pari- tätsprinzips abgeschlossen. Die Regierung beabsichtige eine großangelegte Politik zur Entwicklung der In­dustrie zu verfolgen. Das sei lediglich ein Rohstoffproblem« nachdem Ungarn größtenteils seine Rohstoffquelle« ver­loren hab«. Der Kohlenbcdarf weise «n jährliches DeAU