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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

Sr.182

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Marburg Mag, 6m 3. Kai

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56. m 1921

Bor der Entscheidung.

Die Strafmatznahmen für dieVer­fehlungen Deutschlands".

Arankrsichs Mobilisierung. K«rzs-?^iges Ulti- ; maium. Englische Maßnahmen zur See.

' wb. Verls, 1. Mal. Wie Psrtinax imEcho Ae Paris" «itteilt, besteht das Kompromiß, das der belgische Minister Iaspar heute vormittag vorge- - schlagen hat. aus drei Paragraphen. Der erste soll die Verfehlungen Deutschlands gegen den Vertrag und gegen die in Cva und Paris ge- troffcneir Abmachungen der Verbündeten, hinsihr- T lcch der Kriegsschulden, der Entwaffnung und der Reparatioae» feststellen. Es wird darin erklärt, Saß alle vorbereitenden Maßnahmen zur Besetzung »des Ruhrgebiets wie Mobilisierung und Truppen- lonzeutratto« für angängig erklärt werden. In dem zweite« Paragraphen wird festgesetzt, daß die Reparationskommisstcn die nötigen Vorbereitungen zu treffeir h«t, um Deutschland die Zahlungsbeding­ungen und dl« Garantien mitzuteilen, die die ver­bündete» Mächte verlangen. Diese Mitte-lu lg müsse an» 4. Mai an Deutschland ergeben, und die in Aussicht genommenen Maßnahmen würden nicht unterbrochen werden, wenn nicht bis zum 8. M v allem Verlangen der Verbündeten Folge gegeben «erde.

Um 7 8hr haben sich die Minister für auswär­tige Angelegenheiten, nachdem Llor-d Eeo'ge in vr Rachnlittagsfitzung Bedenkzeit erbeten r'att" nm -itii mit feine*» Uinisterkottegen zu beraten, nrck mal ?,u- saminengefundcn. Hier verlangte 5*oib (Sur? n im Name« der englischen Neg e'-nng, dal? Deul'-!;- land nicht vier Tage Zeit, sondern z e b n Tage Zeit g e l, > s e n würde. Man beschloß schließt d, Sie Unterhandlungen auf Montag zu vertagen.

_ wb. Per * s, 1. Mai. Wie derPetit Paristen" Wstsllt, ist in der am Donnerstag unter dem Vor­sitz von Mi Her and stattgebobten Eidung des Obersten Rates grundsätzlich die Mobili­sierung der Jahresklasse 1919 leschles- sen und als Mobilifisrungsbeginn der 2. Mai fest­gesetzt worden. Dis Mannschaften der Jabresklaffe 1919 halte«, sobald der Mobilistsrungsbefehl sie er­reicht habe, sich zu ihren Truppen zu begeben. Das gleiche Blatt meldet auch bereits von fran- jöfijchea Truppenbewegungen. Ta fast von Lyon heute ein gemischtes Kavallerieregiment Wit 18 Batterien nach Landau abgehen. Wei­tere Truppen gehen heute von Malun nach dem 9t 1) e i n i a n b, und aus Meaux wird die 5. Kaval- leried-visis» heute, genau wie die von Lyon ab­gehenden Kolonialtruppen, nach der P f a l z befördert.

wb. Paris, 1. Mai. Nach demPetit Pa- risieu" bestehen die von der französischen Regierung vorgcschlagencn Maßnahmen zur See, die gegen Deutschland ergriffen werden sollen, darin, daß nicht etwa die deutschen Häfen blockiert werden sollen, sondern in der D e s ch l a g n a h m e de r Z o l l - rin nahmen für Seetransporte in Bremen und Hamburg. Alle Schiffe, die Waren nach Deutschland zu bringen hätten, sollen gezwungen werden, in diesen beiden Häfen einzu- loufen.

wo. Loudon, f. Mai. DieTimes" erfährt, i« Falle einer Aktion der Verbündeten im Ruhr- gröiet fei eine Mitwirkung Englands;ur Lee gegeit Deutschland wahrscheinlich. DerMor- d-ng Post" zufolge werden auch die britischen Trup- petr an der Besetzung des Ruhrgebiets toilnehmen. Rach dem gleichen Blatt sind die Engländer der Ansicht, daß Deutschland innerhalb der zehn Tage »zur Vernunft" kommen werde. Die Franzosen stien anderer Ansicht. Briand soll bezüglich der Bc- Ktziing des Ruhrgebiets zu Lloyd George gesagt ha- ^en, wenn das Ruhrgebiet eine Weingegend wäre, vann würde« die Verbündeten Frankreichs nicht so zögern.

Paris, 2. Mai. Havas meldet aus London: Die «k-nng des Redaktionsausschusses, der ans Briand, «>cd Curzon, Graf Skorza und Iaspar bestand, war ^rn 13M sthr nachmittags beendet. Es kant eine Ber- Dändianitg Ker den Wortlaut zustande, der dem Obersten Rat unterbreitet werden wird und dessen An­nahme nicht zweifelhaft ist. Der zur Annahme ge­langte Enüvuvf wird es Frankreich ermöglichen, un- ^erzüglichdiemilitärischenMaßnahmen kinzuleiten, die für die vorgesehene Besetzung not- fcenbig sind, ta erster Linie also die Einberufung des «ahrgang»s 1319. Während der nötigen Vorberei- Enngszett wird die ReparationSkommission an Teutsch- »nd eine über die Zahlungsweise und die

Sicherheiten für die Zahlungen zur Begleichung feiner Schuld ergehen lassen. Wenn Deutschland bis zum Mlauf dieser Frist seine Zustimmung nicht gegeben hat, so toirb die Besetzung des Ruhrgebietes unver­züglich wirksam werden. Was die Zahlungsbedingun­gen betrifft, so wird Deutschland 36 Jahresraten in Höhe von 5<y» seiner Schuld leisten müssen. Bis 1926 ist ein Zinsfuß von 21/,»/» vorgesehen, der in der Folge aus 5«/» einschließlich der Tilgungsquote erböht werden wird. Die Neparationskommission wird drei Ga'.turg'n von Bans ausstellen. Eine erste Rate von 12 Milliarden Goldmark, die innerhalb eines Jahres zahlbar ist, eine zweite Rate von 38 Milliachen Goldmark, die am 1. November ausgegeben werden wird, eine dritte Rate von 80 Milliarden Goldmark, die je nach der Aufnahmefähigkeit des internationalen Geldmarktes und der Zahlungsfähigkeit Deutschlands ansgegeben werden wird.

Die Sitzung des Obersten Rates begann um 1 Uhr nachmittags und war bereits kurz vor 2 Uhr beendet. Ter Entwurf de? Redaktionsaus- 'ch'isses wurde in feinen großen Zügen gutgeheißen. Tie Finanzsachverständigen werden nochmals um 3 Ihr zusammenkommen, um die Zahlungsbedingungen und die Sicherheiten endgültig fertig zu stellen, d-e tazu bestimmt sind, an Stelle des territorialen Unter» Landes zu treten. Die Besetzung würde näm­lich nicht stattsinden, falls Deutschland die ihm von derReparationskommission ausgegeöenen Bedrngnngen annehmen sollte. Die Zustellung wird innerhalb einer Frist von vier Tagen erfolgen, und die deutsche Regierung wird innerhalb einer Frist von 5 bis 6 Tagen aut- warteu müssen. Aus diese Welle"erben die V-rbands- regierungen über die endgültigen Absichten Deutsch- iands bis zu dem Augenblick der Beendigung der Vor­bereitungen zur B'o-'ung genau unterrichtet fein. In» iogrbrffen wird das militärische Vorgehen in dem wahrscheinlichen Falle einer Weigerung Deutschlands 'e-'ne Verzögerung erlcidertk Der Oberste Rat wird am 5 Uhr nochmals zusammentreten und zweifellos daun in der Lage sein, einen endgültigen Entschluß tu fassen, trotz der Meinungsverschiedenheiten, die zu Tage getreten sind. Diese Lölung stellt die Fort­dauer der Solidarität zwischen den Verbandsregieruti- grn sicher und es ist garnicht ausgeschlossen, daß die englische Flotte an der Durchführung der Zwangs­maßnahmen teilnehmen wird, es müßte dann gerade sein, daß dies infolge des Bergarbeiterstreiks sachlich unmöglich würde.

Paris, 2. Mai. Wie Psrtinax imEcho be Paris" mitteilt, hat die englische Regierung ihre Zustimmung zu der von der französischen Regierung vorgeschlagenen maritimen Demonstration noch nicht gegeben. Hierüber soll erst am heutigen Mon­tag entschieden werden.

London, 2. Mai. Dem ,T>aily Telegraph' zufolge erklärte Graf Sforza bei der Beratung im Obersten Rat, Europa brauche vor allen Dingen Frieden oder wenigstens den Geist des Friedens Daher müsse, bevor neue Zwangsmaßnahmen in Krafttreten, ein letzter Versuch zur Versöhnung ge­macht werden, ohne daß Deutschland dabei irgend­welche Gelegenheit zu einem dilatorischen Verfah­ren gegeben werde.

Paris, 2. Mai. Ter Sonderberichterst alter des Petit Parifien" erklärt, durch die Verhandlungen in London sei »»»mehr auch die ganze Frage der Kontrolle der deutschen Schuld ausgerottt worden. Artikel 341 und 248 des Friedensvertrag^ gäben der Neparationskommission das Recht, Deutsch­land jede notwendig erscheinende Maßnahme bezüglich der Zahlung seiner Schuld aufzuzwingen. Außer­dem gäben diese Paragraphen der Reparationskom- misjion ein Vorrecht ersten Ranges auf alle deutschen Vermögenswerte und Einnahmequellen.

Paris, 2. Mai. Haras meldet: Marcel Hutin schreibt imEcho de Paris", daß während des ganzen gkstrigrn Nachmittags Barthou mit seinen Mitarbei­tern, den Generalen Buat und Hergault gearbeitet habe. Bevor er die Mobilmachung des Jahr­ganges 1919 aussprechen werde, warte er nur noch die Sitzung des Obersten Nates ab, aber alle Telegramme ür die Wehrkreisbesrhlshaver lägen schon bereit. Tie Telegramme lauten nur dahin, daß sofort der Jahr­gang 1919 cinzuberusen fei. Unter Berücksichtigung der Befreiungen blieben etwa 120 000 bis 130 000 Mann, welche zu den Besatzungstrupven am Rhein und in den neu zu besetzenden Gebieten hinzukommen.

TasPetit Journal" erklärt, falls es zu einer Mitwirkung der britischen Streitkräfte bei der Turch- sthrung der Zwangsmaßnahmen kommen sollte, so werde eine englische Flottendivisiou die Häfen Ham­burg, Bremen, Lübeck und Stettin blockieren.

Paris, 2. Mai. Der Sonderberichterstatter der Chicago Tribüne" in London berichtet seinem Blatt, Marschall Fach bestehe darauf, daß er die Aus­dehnung des Besetzungsgebiets auf das rechte Rheinufer mindestens mit 10 Divisionen In­fanterie, 2 Kavalleriekorps, 10 Tankabteilungen und einer Anzahl Panzerautobatterien nnd Flugzeug- geschwadern unternehmen werde. Andernfalls be­fürchte er, daß die Bevölkerung zu Demonstrationen gegen zu schwache Streitkräfte verleitet werde und Blutvergießen entstehen könne. (!)

wb. Paris, 3. Mai. Der Sonderbericht­erstatter der Agentur Havas meldet aus London: Während der um 9 Uhr abends zu Ende gehenden Sitzung des Obersten Rates fei schwer gearbeitet worden. Bei Schluß der Sitzung habe Briand zu Lloyd George gesagt:Kann ich die Einigung als -wrgestellt ansehen und kann ich die Truppen mobi­lisieren?" Lloyd George habe geantwortet:Aber gewiß, sofort." Der Sonderberichterstatter meldet weiter, der Oberste Rat habe die Juristen ersucht, sofort zusammenzukommen und nötigenfalls die Nacht hindurch zu arbeiten. Die finanziellen Sach­verständigen werden am Dienstag vormittag um 9y2 Uhr zusammenkommen.

Berlin, 3. Mai. Wie derBerl. Lokalanz." meldet, wurden in Düffeldorf für die Truppen, die ins Ruhrgebiet marschieren sollen, Wegweiser an­gebracht. Auch wurden heute bereits mehrere 100 Wohnungen für auf dem Durchmarsch befind! ich e französische Offiziere mit B e - schlag belegt. Ferner erhielt die Stadt Düssel­dorf den Befehl, für die französische Besatzungs­mannschaft, sofort den Bau einer neuen Ka­serne in Angriff zu nehmen.

London, 2. Mai. Reuter erfährt, daß heute Abend aus London telephonische Jnfiruktionen für die französische Mobilmachung nach Pa­ris abgegangen sind.

wb. L o n d o n , 3. Mai. Der Sonderberichl- 'rstatter der Havas-Agentur meldet, die während des Nachmittags forigeführten Verhandlungen des Obersten Rates hätten sich besonders auf die Frage der von Deutschland zu fordernden Garantien bezogen, vor allem auf die der Einsetzung einer Kommission, die in Berlin ihren Sitz haben und Deutschland bei der Ausführung seiner Verpflich­tungen überwachen soll.

Zahlung in 37 Jahresraten.

London, 2. Mai. Wie verlautet, werden Deutschland 12 Tage zugestanden, innerhalb deren es die Bedingungen der Verbündeten annehmen oder ablcbnen kann. Im Falle der Ablehnung wer­den die Verbündeten handeln. Der festgesetzte Be­trag mutz in Raten bezahlt werden, die über einen Zeitraum von 3 7 Jahren verteilt werden. Der Gesamtbetrag überste-gt die in den Pariser Vor­schläge» festgesetzte Summe von 1300 Millionen Pfund um ein Geringes.

Ablehnung der Kohlensteuern.

wb. P a r i s, 1. Mai. Wie Pertinax imEcho de Paris" mitteilt, haben die Engländer die Kotz- len steuer endgültig abgelehnt, die französische Vorschlag vorgesehen hat. Psrtinax sagt, man müsse nun etwas anderes suchen, um das dadurch entstandene Loch auszufüllen.

London, 3. Mai. Die Deutschland ein- gsräumte Frist läuft bis zum 11. Mai. Bis zu diesem Termin müssen die gestellten Vedrn- gungsn glatt angenommen sein.

wb. London, 1. Mai.Daily Expreß" schreibt, es sei möglich, daß während der Zeit, die das Ulti­matum Deutschland gewährt, Amerika von den Ver­bündeten ersucht wird, die Vermittlerrolle zu übec- nebmen. Großbritannien sei vor allem darauf be­dacht, das normale Handelslebcn Mitteleuropas wieder herzustellen.

London, 2. Mai. Die Sitzung des Ober- ten Rates ist auf morgen vormittag 11 Uhr vertagt worden. Briand erklärte, daß eins Einigung beinahe erreicht fei.

6iii» NM ttsM Nie.

B e r l i n, 3. Mai. Wie derLok.-Anz." hört, soll von deutscher Seite am Samstag eine erwei­terte Auslegung der deutschen Vor- ch l ä g e nach Washington abgegangen sein, die sich auf die Höhe der angebotenen Summe, die Annuitäten und die Art der Diskontierung be­ziehen.

London, 3. Mai. Einem Telegramm aus Washington zufolge ist die neue deutsche Note dort e i n g e t r o f f e n. Die Dech'sfrieruilg hat noch nicht erledigt werden können, da der Text bei der telegraphische» Aebermittlung stark ver­stümmelt wurde.

6iie ünlemdm eit St. Simoes.

Berlin, 30. April. DieVoss. Zig." vers öffentlicht eine Unterredung zwischen Dr. Simons und dem Berliner Korrespondenten des ,Flew Vork Herald", Herrn Swing. Simons äußerte sich über die amerikanischen Vermittlungsmöglichkeiten fofe gendermaßen:Präsident Harbing hat jede Ge­legenheit bekommen, weitere Nachfragen zu stellen. Es ist nur vernünftig, daß die Einzelheiten eines solchen Vorschlags nicht von vornherein endgültig festgesetzt werden. Nur dann ist zu erwarten, daß Fragen gestellt werden. Gerade zu dem Zweck, um solche Fragen in der einer Vermittlung am meisten dienlichen Weise beantworten zu können, hat die. deutsche Regierung dem Präsidenten Harding nut' von dem Gesamtumfang ihrer Absichten Kenntnis gegeben und alles in ihrer Macht Liegende getan, um eine Wiederaufnahme der Verhandlungen zu ermöglichen."

Auf die Frage, ob er glaube, daß durch Verhand-' hingen Deutschland den Einwänden entgegenkom» men könne, antwortete der Minister:Manche der neuen Einwände sind taktischer Natur ober un­wesentlich. Ich bin überzeugt, daß unser Angebot als eine Basis für Verhandlungen dienen könnte, die geeignet wären, die Atmosphäre von feindselige« Stimmungen zu reinigen und die Arbeit am Wie- deraufbau Europas zu ermöglichen. Wie bereit wir sind, dem Präsidenten Harding weitere Beweis» unsers ernsten Willens auf diesem Gebiet zu geben, ersehen Sie aus dem Absatz in unsrer Note, auf de« ich besonders Hinweisen möchte,' darin wird eotge* schlagen, einer Sachverständigenkommis/ sion die volle Befugnis zu geben,' jede Frage zu entscheiden, die sich auf Deutschland»' Leistungsfähigkeit, wiedergutzumachen, bezieht. Dies beweist doch gewiß, daß wir eine gründliche Prüfung unsrer Zustände nicht scheuen, und daß wir uns den Folgen eines Beschlusses, der daraus her« vorgehen würde, nicht entziehen wollen."

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Streif in MMm.

Aufputschnng Korfantys.

Beuthen, 2.Mai. Korfantys Organ, die06er*: schlesische Grenzzeitung", verbreitet durch Extrablatt eine Warschauer Meldung, »«nach die Interalliierte Kommis­sion den Bericht über das Abstimmungsergebnis fertig- gestellte und an den Obersten Rat abgofmcht habe. Dieser Bericht schlägt eine Teilung Obcrschlesiens zwi­lchen Deutschland und Polen vor derart, daß Deutschümd fast ganz Oberfchlefien zufammen mit dem zentrale« Jndnstriebezirk erhalten foll. Die Interalliierte Kom­mission rät, Polen nur die Kreise Pleß an# Ryb »ik zuzuteilen, sowie eine unbedeutende Grenz­regulierung im Landkreise Kattowitz, öst­lich von Kattowitz, vorzunehmen. Der Beuthenner Cast- -xpreß-Korrespondent versuchte laut Extrablatt sofort nach Eintreffen der obigen Meldung (in Ort und Stelle in Oberfchlefien Bestätigung zu erhalten und teilt mit, alles spreche dafür, daß die wiedergegebene Meloung vollkommen auf Wahrheit beruhe. Die Grenzzeitung bemerkt dazu,, daß die halbofsiziöfen Meldungen heute ihre Bestätigung linde».

Kattowitz, 2.Mai. Rach den bisher vorliegende« Nachrichten befanden sich bis heute Nachmittag etwa 8 0 Prozent sämtlicher Gruben des oberschlesi- schon Jndustriebezirks im Streik Von 240000 Ar­beitern streiken etwa 190 000. Mit Ausnahme der Gru­ben Nordfefs und Aqneshütte wird im Bezirk der Berg- Werksinspektion I gearbeitet- Auch auf der Gräfin Laura- grübe, der Fürstengrube und der Heinrich Glücksgrube ist die Arbeit bisher aufrcchterhalten worden. Von de« Erzgruben und Zinkhütten streiken die Schitterhütte bei Kattowitz, die Kuniaundehütte bei Bogutschütz, sämtlich« Erzgruben nnd Zinlwalziverke der Hohenlohewerke, sowie die G>icfegrube. Mit Ausnahme der Eisenhütte Ferrum im Bezirk Schoppnitz wird auf allen Eisenhütten gearbei- et Es ist im Laufe des Tages vielfach festgestellt wor­den, daß ein großer Teil der Streikenden den Grund bei Streikens überhaupt noch nicht kennt. Zahlreiche Berg­arbeiter, die zum feiern gezwungen waren, äußern ihre lecßafte Mißbilligung über den Streik Die Veröffent­lichungen derOberschlesischen Grenz^itung" sind offen­bar als Signal für die geplante Aktion anzusehen, die be­zwecken, durch die Provokation der polnischen Minderheit uif die bevorstehende Beschlußfassung des Obersten Rate» in der oberschicsischen Frage entscheidenden Einfluß auS» zuübcn. In den deutschen führenden Kreisen Obcrschlr- fisnS verkennt man nicht den Ernst der Lage, doch wartet man mit Ruhe die weitere Entwicklung der Dinge ah, m dem Bewußtsein, daß an der gelassenen Haltung der dsut-chen Mehrheit in der oberschlesischen Bevölkern»,' o:e Provokation der polnischen Minderheit scheitern wirb, , Beuthen, 2.Mai. Tie Streiklage im ober* zchb-silchen Abstimmungsgebiet hat sich bis in die Slbcnb-f stunden hinein verschärft. Von 62 Gruben streik«

Nachmittags traten auch die Arbeiter her Gnidotto» ifitte in der schlesischen Grube in den Streik Auf den übrigen Hütten wird gearbeitet. Es macht sich immer mehr bemerkbar, daß der Streik durch die beunruhigenden Nachrichten der Grenzzeitung veranlaßt ist. Die zu ben einzelnen Schichten erschienenen Arbeiter wurden unter