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tionskommission Deutschland auch die Zahlungsmodali- äten sowie die Sanktionen, die gegebenenfalls angewendet werden sollten, mitteilen solle, den Finanz- sachverständigen zur Prüfung überwiesen.
London, 1. Mai. Der diplomatische Bericht- i erstatte! des „Observer" schreibt über die gestrigen Beratungen des Obersten Rates, Italien habe die britische Ansicht unterstützt, daß jetzt, wo die Reparationskommission die Gesamtverpflichtungen Deutschlands festgesetzt habe, die Konferenz entscheiden müsse, wieviel bezahlt werden solle. Darauf sollte dann ein Ultimatum an Deutschland gesandt werden. Briand habe seine Trumpskarte der sofortigen Besetzung des Ruhrgebiets ausgespielt und erklärt, erst nach dieser Besetzung solle die Frage der Art der Bezahlung aufgeworfen werden. Dem Berichterstatter zufolge waren die gestrigen Beratungen vollkommen auf einem toten Punkte angelangt. Lloyd George habe vorgeschlagen, die Sachverständigen sollten drei Tage Zeit erhalten, um eine» Plan betreffend; die Bezahlung und die Garantien auszuarbeiteu., Deutschland solle dann ein dreitägiges Ultimatum über-' reicht werden. Inzwischen dürsten die Franzosen vom ersten Tage des Ultimatums an mobilisieren, ohne erst dessen Ablauf abzuwarten, da die französische Mobilisierung zehn Tage erfordere. Diesem Vorschläge Lloyd Georges setzte Briand eine glatte Wlehnung entgegen. Heute muß die endgültige Entscheidung über diese beiden Ansichten fallen.
London, 1. Mai. Reuter meldet: Der Oberste Rat trat heute früh wieder zusammen, vertagte sich! aber alsbald bis 1/25 Uhr nachmittags, da die Finanzsachverständigen ihren Bericht noch nicht fertiggeftellt hatten.
London, 1. Mai. Reuter meldet: Nach einem amtl.icheu Kommunique beriet der Oberste Rat ist seiner gestrigen Sitzung über die Lage, die sich I daraus ergebe, daß Deutschland den Vertrag von Ber-1 sailles hinsichtlich der Entwaffnung, der Be- I strafung der Kriegsschuldigen und der Re-I p a r a t i o u e n nicht vollständig ausgeführt hat. Vor j der Vertagung der Besprechung beschloß man die so- | sortige "Untersuchung der Modalitäten und Garantien I durch die Sachverständigen. I
London, 1. Mai. Das Reutersche Büro mel-1 bet, daß die Sachverständigen der Verbündeten mit I Bestimmtheit darauf rechneten, zu einem Abkom-1 men zu gelangen, durch das die Meinungsverschie-1 denheiten zwischen den Verbündeten beigelegt wer-1 den. Anstatt, daß die Verbündeten sofort ins Ruhr-1 gebiet marschierten, soll Deutschland ein kurzes! Ultimatum gestellt werden, nach dessen Ablauf | die Zwangsmaßnahmen in Kraft treten sollen,! wenn Deutschland sich ablehnend verhält. |
London, 1. Mai. Der Oberste Rat hat sich I um 5 Uhr 30 vertagt und wird morgen wieder zu-1 sammentreten. |
। sollte, so wird die Besetzung des Ruhregiebts automatisch tu Kraft treten. So lautet der heute abend vorgelegte Entwurf in seiner Gesamtheit und die Sachverständige» werden ihn voraussichtlich morgen durch den Oberste» Rat zur Annahme bringen.
P a r i s, 1. Mai. Eine Havasmeldung besagt, es ist hervorzuheben, mit welcher Entschlossenheit unser Ministerpräsident die ftanzösische Auffasiung | vertreten hat. Briand hat betont, daß Frankreich I nicht zugeben könne, daß unter irgendwelchen spitz* findigen Vorwänden, die Inkraftsetzung der nötig gewordenen Zwangsmaßnahmen auch nur um einen Tag hinausgeschoben werde. Seine Sprach« war scharf, sodaß man sich darüber Rechenschaft ab* legt, daß er gestern nicht weit davon entfeint war, im Namen Frankreichs sich eine volle Handlungs, freiheit wieder zu nehmen. Kurz daraus erklärt« Lloyd George, nach seiner Auffassung stehe nichts dem entgegen, daß Frankreich bereits am erste» Tage des Ultimatums mobil mache. Da nun di« Mobilmachung, zwecks Besetzung des Ruhrgebiet» 10 Tage erfordert, würde für die Inkraftsetzung der Zwangsmaßnahmen auch nicht ein einziger Tag verloren gehen. Tiefen Eindruck auf Lloyd Georg« machten die Ausführungen des Grafen Sforza. Er schloß sich ihnen sofort an, um die Notwendigkeit z« betonen, rechtliche Grundlagen für die Stellung« nähme gegenüber Deutschland zu besitzen. Italien habe den Wunsch, die Entwaffnung Deutschland» endlich durchgeführt zu sehen.
ölimM» Mi die äMWinMmn.
wb. London, 30. April. Das Büro des i n». Iternationalen Eewerkschaftsbunde» erklärt nach Kenntnisnahme der neuen deutschen Vorschläge betreffend die Wiedergutmachung, daß diese Vorschläge geeignet sind, den Gegenstand neuer Erörterungen zwischen den Regierungen der Entente und Deutschland zu bilden. In Erwägung der Erklärung der in Amsterdam anwesenden Vertreter der deutschen Arbeiterorganisationen, die Vorschläge der deutschen Negierung würden von der deutsch:» Arbeiterklasse unterstützt und die Gewerkschafts. | organisaiionen Deutschlands erklärten sich bereit, alles aufzubieten, um die aus den neuen Vorschlägen resultierenden Vereinbarungen durchführbar zu machen, gibt der internationale Eewerkschafts- bund der Meinung Ausdruck, das unter diesen Bedingungen und angesichts derartiger Garantien let Weg gebahnt ist für eine friedliche Lösung der Probleme, die nicht nur auf dem Leben der Bevölkerung der durch den Krieg verwüsteten Gebiete, sondern auf der gesamten Weltwirtschaft lasten. Indem der Internationale Eewerkschaftsbund auf seine in London im November 1920 und in Amsterdam am 31. 3 und 1. 4. 1921 angenommenen Resolutionen verweist, erklärt er aufs neue, daß die Zr». flucht zu einer Politik der Gewalt nur geeignet ist, den eben erst wieder erwachenden Frieden in der Welt zu stören und den alten Ruinen neue hinzuzu- fügen. Im höheren Interesse der Völker ist es forderlich, daß die Wiedergutmachung sich gründri» muß auf Mitarbeit der Völker, die allein die öa- rantie bietet, die getroffenen Abmachungen zu sichern, und durch die zugleich die für die Errichtung eines definitiven dauernden Friedens notwendige Wiederversöhnung der Völker ermöglicht wird. Der internationale Eewerkschaftsbund gibt den Gssüh«
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gierung nicht entsprechen, zögern, seine vollkommene zu nehmen.
Paris ,1. Mai. Ter Havas-Agentur meldet ans
Lloyd George beim König.
Basek, 30. April. Die „Times" berichtet: Lloyd George hatte gestern eine Unterredung mit dem König. Er berichtete über di« Lage, bi« durch die deutsche Note an Amerika geschaffen ist. Lloyd George erklärte bei dieser Gelegenheit, daß zwischen England und Frankreich in der Frage btf gegen Deutschland vorzunehmenden Sanktionen dop» ständige Einigkeit bestehe.
$os m zu WMe Wiel.
I London, 30. April. „Tally Mall" meldet, daß Frankreich das Ruhrgebiet bis zu folgenden Grenzen besetzen wolle: Die Greüze nimmt ihren Anfang beim Brückenkopf von Wesel, folgt dem Lauf der Lippen berührt die Stadt Unna, folgt dann eine Welle der Ruhr und kehrt nach R e m s ch e i d zurück. Tie Städte Essen, Dortmund, Elberfeld und Mül« heim, find ins besetzte Gebiet einbegriffen.
Berlin, 30. April. Wie die „München-Augsburger Abendzeitung" mittet#, laufen seit einiger Zeit fortgesetzt aus Richtung Metz—Straßburg durch die Pfalz i» Richtung Ludtvigshafen, Worms, Darmstadt Truppen- züge, die mit Marolkanern, Senegalesen, Madagasse» und anderen Farbigen besetzt sind und nach Aussagen französischer Offiziere zum baldigen Einmarsch in das rechtsrheinische Bayern bei Aschaffenburg bestimmt seien.
Amtliches LerkündigunZstrlatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
3201 ort.
London, 2. Mai. Die Sachverständigen haben acstern nachmittag 6Ve Uhr eine neue Sitzung abgehalten, um ihre Arbeiten fori zu sitzen. Briand und Lloyd George haben die Ausarbeitung eines neuen Projekts begonnen, in kein die Ausführung des Artikels 233 des Versailler Vertrages gesichert werden soll. Der oberste Rat wird heute um 11 Uhr vormittags eine neue Sitzung abhalten. General Rollet, der CH'? der interalliierten Mission in Berlin, ist gestern abend ni London eingetroffe». Die Lage bessert sich. Man hofft, zu einem Einverständ- nis zu gelangen, hoch bleibt der Mobilisierungsbefehl, der für heute ausgegeben worden, aufrecht.
London, 2.Mai . (Havas.) Wie der Sonderberichterstatter der Agentur Havas berichtet, batte Lloyd ®e.°r6e heute nachmittag seine Kollegen zu einem Ministerrat vereinigt, und zwar vor Beginn der «itzung des Obersten Rates, die um 41/? Uhr in der Tow- ningstreet begann. Man behauptet, daß Jaspar dem Obersten Rat einen Vergleich senttourf unterbreiten wird, der in gleicher Weise die Zustimmung Briands und Lloyd Georges finden könnte. Was die Einberufung des Jahr-1 gangsS 1919 betrifft, so wird Briand voraussichtlich aus i hem Wege der einzelnen Ausforderung vorgehen. Ter Obersts Rat wird dann morgen seine Bedingungen endgültig beschließen. Wenn der Vorschlag Loucheur angenommen wird, so wird Frankreich bereits morgen alle nötigen Maßnahmen zur Vorbereitung des militärischen^ und wirtschaftlichen Vorgehens im Ruhrgebiet treffen können. Die französische Regierung wird nicht eine überraschende Besetzung Essens durch Kavallerie vornehmen. Tie militärischen Sachverständigen waren nämlich der Ansicht, daß 12 bis 15 Tage nötig sein werden, um die Maßnahmen zur Besetzung mit allen wünschenswerten Vorkehrungen durchzusühren. Während der Frist, welch: die Einberufung und Zusammenziehnng der Besatz- ung-truppen nötig macht, wird Deutschland spätestens I in den nächsten vier Tagen von der Neparationskommission | eine amtliche Zustellung der Zahlungsweise für die 132 I Milliarden Gold mark erhalten, die es für Reparations- ! zwecke schuldet. Der Gesamtbetrag dieser Summe ist I Deutschland bereits von der Reparationskommission mit- I getfitt worden. Deutschland würde aufgefordert werden, I die Entwaffnung unter Aufficht der Verbündeten durchzuführen. Zur vorbehaltlosen Annahme dieser Bedin- ! gungen würde ihm eine Frist von 4bis5 Tagen! belassen werden. Wenn nach Ablauf dieser Frist die I Reichsregierung aus ihrem schlechten Willen beharren |
----o viut vuii -ovi - besp rechn ngcn statt, bei. denen Versuche gemacht Wurden, eine wichtige Meinungsverschiedenheit, die ° zwischen den Verbündeten entbanden ist, zu regeln, s Die Frage, über die den Blättern zufolge die Verbündeten bisher keine llebereinstimmung erzielt haben, lautet: Soll Deutschland ein Ultimatum übersandt werden, oder soll ihm eine neue Gelegen- heit gegeben werden, bevor das Ruhrgebiet besetzt w'.rd. Großbritannien schlägt vor, Berlin eine neue | i Wflfejju übersenden, in der der deutschen Regierung
«ine Frist v o n s i e b e n T a g e n gewährt tmrb,
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Kraft treten müßten, angeschlossen. Endlich habe Lloyd George die Ansicht ausgedrückt, wenn die Verbündeten auf die stritte Ausführung des Friedens- Vertrages zurückkämen, dann müsse sich die Reparationskommission, die den Gesamtbetrag der deutschen. Schuld festgesetzt habe, auch hinsichtlich der Anwendung von weiteren Sanktionen an die Vorschriften des Ber- träges halten. Lloyd Georg: wünschte deshalb, daß man Deutschland seine Verfehlungen gegen den Vertrag mitteile, bevor man zu neuen Zwangsmaßnahmen chreite. Wenn Deutschland bann noch bei seiner Haltung verbleibt, würden'die Verbündeten, zu den ins Auge gefaßten Operationen an der Ruhr schreiten. Angesichts dieser verschiedenen Meinungen habe der Löc-ste Rat die Prüfung der Frage, ob die Rep«a-
b$n den Forderungen der Verbündeten stattzugeben «de: ein annehmbares Angebot zu unterbreiten. Frankreich widersetzte sich diesem Vorschlag und erklärte: Deutschland sei durch Nichtbezahlung der -fälligen 12 Milliarden Eoldmark seinen Verpflich- kmrgen nicht nachgekommen. Eine sofortig; inilitä- riiche Aktion mrüsse dafür eingelritet werden.
wb. L o n d o n, 30. April. Die erste Versamm- kung der interalliierten Konferenz fand in der Downing Street um 3 Uhr nachmittags ftatt. Lloyd George führte den Vorsitz. Lord Curzon wohnte der Sitzung bei. Frankreich war durch Briand, Loucheur und Berthelot vertre- .ftn, Italien durch den Grasen Sforza, Japan -durch Baron Hayashi und Kengo Mori, Belgien aspar und Thsunis. Es wurde die Lage , ßepriift, die durch die Verfehlunegn Deutschlands ?wegen die Bestimmungen des Friedensvertrages
Versailles in der Frage der Entwaffnung, der Bestrafung der Kriegsschuldigen und der Reparationen geschaffen wurde. Die Sitzung wurde um 7 Uhr 30 ausgehoben, nachdem der sofortige Zusarn- Mentritt einer Sachver ständigen komm is- -1!0 2 f“1 die Zahlungsarten und die Garantien be- -Wlossen worden war.
Paris, 30. April. Die Sitzung des Obersten Rates hat in London heute nachmittag 3 Uhr begonnen. Lloyd George und Briand hatten um U12 Uhr eine Unterredung, die 20 Minuten gedauert hat. Heute vormittag hatte der aus Berlin angekommene englische Botschafter eine lange Unterredung mit der Ministerialkommis- fron, die Lloyd George eingesetzt hatte, um die Reparationsfrage vorzubereiten. Diese Komm:ssion besteht bekanntlich aus dem Kriegs- minister Morthington Evans, dem Kolonialminister Wttrston Ehirrchill und dem Münster für Indien Lord Montagu. Nach dieser Unterredung begabm sich die drei Minister mit Lord d'Abernon zu Lloyd George, wo sich bereits Lord Curzon und die anderen englischen Minister eingefunden hatten. Das englische Kabinett hielt darauf eine Sitzung ab, die «ine Stunde dauerte, um eine Prüfung der Ange- leaentzeit vorzunehmen.
wo. London, 30. April. Wie bereits gerne! bei, ist derOberste Rat heute nachmittag 3 Uhr zusammengetreton, um die Maßnahmen zu beraten, die gelroffen werden sollen, um Deutschland zu Vvingen, den Forderungen der Verbündeten statt- zugeben. Dem „Star" zufolge werden die Beratun-
Paris, 1. Mai. Ter Sonderbelichterstatter ber Hnvasügentur meldet über die heute Nachmittag um Uhr abgehaltene 2. Sitzung des Obersten Rates, ,pe habe nur eine Stunde gedauert und es sei in ihr ernster Fortschritt gemacht worden. Lloyd ®c» i’tge habe mit Interesse einen Vermittlungs- ivorschlag des belgischen Ministers Jaspar ange- b»rt, dem er sich grundsätzlich angeschlossen habe. Da Mjer Vorschlag jedoch den Beginn der Ausführung Zwangsmaßnahmen in sich schließe und Lloyd Morgc von seinen Ministerkollegen das formelle Manier erhalten habe, sich jeder Zwangsmaßnahmen zu .^ersetzen, wenn nicht vorher ihre Ankündigung er Mge. habe er geglaubt, sich aufs neue mit seinen. Ennigeekollegen beraten zu müssen. Ter Sonder
ausarbeiten. Eine endgültige Entscheidung werde morgen Vormittag getroffen werden.
P a ri s, 1. Mai. Wie der Sonderberichterstatter der Agence Havas meldet, fanden vor Beginn der Vormittagssitzung des Obersten Rates zwischen den verschiedenen Veriretern der Verbandsregierungen private Unterredungen statt, u. a. zwischen Briand und Lloyd George. Tie Sitzung selbst dauerte nur wenige Augenblicke und wurde dann aus 4 Uhr nachmittags vertagt, da die Sachverständigen ihre Arbeiten noch nicht zu Ende geführt hatten. In der heutigen Vormittagsbesprechung legte Briand erneut die schweren Bedenken dar, die der Ausführung des Vorschlags von Lloyd George, vor der Besetzung des Ruhrgebiets ein kurzfristiges Ultimatum ax Deutschland zu richten, entgegeuständen. Lloyd George seinerseits erklärte, daß sämtliche Kreise der City wie auch die Arbeiterpartei gegen jedes Einschreiten der Verbandsregierungen in Westfalen, wie auch gegen die Zahl von 132 Milliarden Goldmark seien. Beide Ministerpräsidenten beharrten aus ihrem Standpunkt. Die französische Ausfassung wurde so deutlich wie möglich in folgender Form dargestellt: Da Deutschland je ne Ve pslichttiug n uicht erfüllt hat, ist di- Jnkrasts tzung von Vergel uugS- maßnahmen gerechtfertigt. Falls während der herzu nöt'gen Vorbereitnngs-eit Deutschland erneut zu ein t Beilegung zu kommen sucht, wird die ftanzösische Regierung nichts dagegen haben, daß die Frage einer neuen Erwägung unterzogen wird. Vorbedingung ist jedoch hierfür, daß Deutschland die Bedingungen der Verbandsregierungen in vollem Maße annimmt ohne eh en Vorbehalt und mit den etwaigen Bürgschaften. jTeutschland müßte also 1. unvcrzügsich seine Entwaffnung unter Aufsicht dec Verbandsregiernngen durchführen. 2. Tic von der Revarationskommission festgesetzte Zahl von 132 Milliarden Goldmark annehmen. 3. Im voraus seine Einwilligung zu den- Zahlungsbedingungen geben, die die Reparations- lommission festsetzen wird. 4. in aller Form seine Verantwortlichkeit für die Entfesselung des Krieges anerkennen. 5. seine Unterschrift geben unter die im voraus von den Verbandsregierungen festgesetzten Sicherheiten wie z. B. sofottige Zahlung von 1 Milliarde Goldmark, Unteraussichtsst-llung der Zölle, Schaffung einer internationalen Kommission für den deutschen Schuldendienst nsw. Sollte die Ent'ch ftuug wider Erwarten den Wünschen ber französischen R?-
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erste Sitzung des Obersten Rates, die viereinhalb Stunden gedauert hat. Es werde sehr große Zurückhaltung hinsichtlich der Beratungen namentlich in französischen Kreisen beobachtet. Trotzdem gibt der Berichterstatter Einzelheiten über den Standpunkt, den die verschiedenen Regierungsvertreter eingenommen hätten. Ter französische Ministerpräsident Briand habe sich für die sofortige Anwendung der werteren Sanktionen ausgesprochen, die Deutschland schon auf der Konferenz von Spaa mitgeteilt worden seien. Er habe erklärt, daß die Nichtentwafsnung des Deutschen Reiches eine b-sonders gefährliche militärische Bedrohung für Frankreich und Belgien darstelle und mit dazu beitrage, in Europa einen dem Frieden gefährlichen Geisteszustand ansrechlzuerhalten. Graf Sforza habe die Erklärungen Briands namentlich in der Frage der Entwaffnung gebilligt. Italien müsse gleichzeitig auf seine besonderen Interessen und auf die der Verbündeten Rücksicht nehmen; jede Handlung jedoch, die die wirtschaftlichen Konsolidierung hintanhalte, die ^Italien ans eigenen Mitteln zu erlangen im Begriff sei, müsse vermieden werden. Er habe vorgeschlagen, die .Reparationskommission damit zu beauftragen, Deutschland seine Verfehlungen gegen den Friedensvertrag sowie d.e notwendig werdenden Sanktionen mitzuteilen. Jaspar habe sich dem Stand- punkt Briands, daß sofortige weitere Sanktionen in
«Werftatter der Havasagentur, fügt hinzu, es sei :Khr;ch.:inlich, daß Lloyd George die Zustimmung ^ner Ministerkollegen z:i dem letzten eingebrachten '«Ychlag erhalten werde. In diesem Falle könne I-futschtand wehrend der unerläßlichen VorbercitnngZ- |£Mür das französische Vorgehen im Ruhrgebiet die ^vrngungen der Verbündeten annehmen. Wenn es Voch bei seiner intransigeanten Haltung bleibt, dann ° ,roe England seinen militärischenund mari- : -J e 11 Beistand für die ins Ange gefaßten Maß-
5*omen der französischen und englischen Trupven 5“^* Mehrere verbündete Minister sollen heilte
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Sie „Oberhessische jeiturg* erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich l“52Rt> durch die Post 4.65 Mk. Ausgabe B mit „Oüerh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr. ™|l, IUI yUr ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. — Verlag von^Dr. T. Hitzeroth. —Druck der llniv.-Buchdruckerei von 2oh.Aug. Koch, Markt 21 23 — Kernsprecher 55, — Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.