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Amtliches Leüündigungsdtart des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurheffifchej Oberhessen

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DieOberhessische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatliich

Marburg

4.25 3Rt, durch die Post 4.65 Mk. Ausgabe B mitOberh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr.

f JUl* QX Für aussallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der Unio.-Buchdruckerei von Joh.Aug. Koch, M Markt 21,23 Fernsprecher 55, Postscheckkonto: Nr 5015 Amt Frankfurt e. Main.

Donnetsläg, den 23. W berechnen. Sogen. Rekla

(Dftermonb)

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Die Aufnahme unserer Vorschläge

M kem Slärnng der Lage

?®ter unserer Forderung, zu der nock 7080 Milliar-

5«. m 1921

Berlin, 28. April. Blättermeldungen aus London zufolge sind dort Nachrichten aus Amerika eingetroffen über die wahrfcheinliche Be­reitwilligkeit Amerikas, mit Deutsch­land weiter zu verhandeln, um eine Grundlage für neue Besprechungen zwischen Deutschland und d»n Verbündeten zu finden. Amerika wird vermutlich Frankreich zu verstehen geben, daß eine Besetzung des Ruhrgebiets Amerika unangenehm fein werde, solange nicht alles versucht worden ist, um vorher zu einer Verständigung zu gelangen. Im Falle einer Weigerung Frankreichs, sollen England und Italien gebeten werden, die neuen Pläne Frank­reichs nicht zu unterstützen.

Kopenhagen, 27. April. Das sozialdemo­kratische MittagsblattKlocken Fern" schreibt in einem Leitaufsatz über die deutschen Vorschläge in der Entschädigungsfrage: England hat verstanden, daß die genaue Durchführung des Versailler Frie­densvertrags für die Verbündeten fcsbst den wirt­schaftlichen Ruin bedeutet, daß vielleicht viel Geld einkomme, aber zugleich Arbeitslosigkeit und wirt­schaftliche Krisen der fürchterlichsten Art folgen würden. Man müsse daher hoffen, daß es, wenn jetzt ernstlich über die positiven deutschen Vorschläge verhandelt werden wird, den ver­ständigeren englischen Vertretern und den ameri­kanischen Vermittlern gelingen wird, den franzö­sischen Chauvinisten beizubringen, dah die Skla- venbedingungen des Versailler Ver­trags nicht durchgeführt werden können. Ein? starke öffentliche Meinung in Frankreich und Eng­land sagt das gleiche. Die französischen und englischen Arbeiter haben sich für eine Milderung der Bedingungen für Deutschland aus­gesprochen. Die Vorschläge, die Deutschland jetzt gemacht, liegen in Wirklichkeit inr Interesse aller.

Unsere Besprechung in Löndon wird nicht nur die deutschen Vorschläge zum Gegenstand haben, sondern auch die Zwangsmaßnahmen, welche der Oberste Rat am nächsten Samstag einer Prüfung unterziehen will.

London, 27. April. Nach Mitteilungen aus zuständigen englischen Kreisen ist die Stellungnahme der e n g l i s ch e n R e g i e r u n g zu der deutschen Note durchaus abwartend. In erster Linie wurde der Wortlaut der Note bisher noch nicht von dem ame-- rikanischen Staatsdeparteinent mitgeteilt und nur der in Berlin veröffentlichte Text ist bisher hier «in- geiroif. a. Die V--Schläge, die bish-r bekannt ge­worden sind, sind hinsichtlich der Sicherheiten zu zweideutig und diese Zweideutigkeit m«ht weitere Erllärungen notwendig. Es wurden auch sofort Schritte unternommen, um diese Erklärungen sobald als möglich zu erhalten. Aufklärung ist auch besonders bezüglich des § 1 gebeten. Augenscheinlich schlägt Deutschland keine Zeit vor, innerhalb der die Jahres­zahlungen geleistet werden müssen.

London, 27. April. Der diplomatische Be­richterstatter meldet, in Londoner Kreisen sei der allgemeine Eindruck über die deutschen Vor­schläge entschieden ungünstig. In briti­schen Kreisen bestände keinerlei Neigung, irgend eine Ansicht über das Angebot zu äußern. Die Meinung der italienischen Kreise geht dem Blatte zufolge, ebenso wie die der britischen Kreise, dahin, daß kein vernünftiger Versuch unterlassen werden dürfe, um eine Lösung der Reparations­frage auf dem Wege des Uebereinkommens mit Deutschland auf der Grundlage der Pariser Formel vom 29. Januar zustandezubringen.

London, 27. April. DieTime s" schreibt: Es sei noch zu früh, um ein endgültiges Urteil über die neuesten deutschen Vorschläge in der Repara­tionsfrage abzugebcn. In vieler Hinsicht seien sie sehr unklar und unbestimmt und wären ein neuer Beweis für die Taktik, die Deutschland in den letzten zwei Jahren mit so großem Erfolge angewandt habe. Das Blatt meint, daß die Vor­schläge in ihrer gegenwärtigen Form nicht von den Verbündeten angenommen werden könnten. Die Vorschläge wären zwar nicht in einem solchen Tone gehalten, wie die vom letzten März, ständen jedoch noch weit unter dem, was die Verbündeten als das Mindestmaß ihrer Forderungen bezeichneten. Aus Paris wird derTimes" gemeldet, daß das französische Ministerium auch das neue deutsche Angebot nicht als Grundlage für Verhandlungen oder Erwägungen ansehe Es werden Zweifel darüber ausgedrückt, ob die Vereinigten Staaten die deutschen Vorschläge für geeignet halten, um sie den Verbündeten zu über­mitteln.

P a r i s, 27. April. Havas meldet aus London: In feiner Unterredung mit Lloyd George hat Jaspar die Auffassung der belgischen Regierung über die Haltung der Verbündeten zum Ausdruck gebracht. Diese Auffassung stimme mit den Absichten der französischen Regierung durch­aus überein. Die Brüsseler Regierung weist aus­drücklich darauf hin, daß besondere genaue Bestim­mungen getroffen werden müßten, um hinreichende Sicherheiten zu verlangen für den Fall, daß die neuen deutschen Vorschläge, die erst gestern abend bekannt geworden seien, überhaupt in Erwägung gezogen würden oder gar zur Ausführung kommen könnten. Jaspar war durch den französischen Bot­schafter über den Verlauf der Unterredung zwischen Briand und Lloyd George unterrichtet worden.

Washington, 27. April. Nach Empfang der deutschen Gegenvorschläge haben sich auf Einladung von Hughes die Botschafter Frank­reichs, Englands, Italiens und Ia- p a n s im Staatsdepartement versammelt. Die verbündeten Diplomaten waren davon in Kenntnis gesetzt, daß die Vereinigten Staaten zuerst die An- icht der Verbündeten bezüglich der deutschen Gegen­vorschläge hören wollten, bevor sie Deutschland ant­worteten.

Paris, 27. April. WieChicago Tribüne" aus Washington meldet, herrscht in wohlunter­richteten Kreisen volles Vertrauen, daß der gegenwärtige Notenaustausch über das ergänzende deutsche Angebot zu einem Uebereinkommen führen werde.

Paris, 27. April. Wie derPetit Paristen" mitteilt, vereinigen sich die Mitglieder de» Kabi­netts heute mittag unter dem Vorsitz des Präsi­denten Millerand im Elyfse.

Mblchnendc Haltung in Frankreich. Ungünstige Beurteilung in England. Unbestimmtes Ver- , halten Amerika».

'r Paris, 27. April. (Havas.) Die zustän­digen französischen Kreise erklärten den Wtuen deutschen Vorschlag, wie er gestern durch ein Kavastelegramm bekannt geworden sei, für voll- Eo m m e n unannehmbar. Das Ministerium des Aeußern fei amtlich von diesem Vorschlag noch ^ßucht in Kenntnis gesetzt worden. Die von der deut­schen Regierung zu Reparationszwecken angegebenen ^Zahlen seien durchaus ungenügend, da sie min- 'desicns um 100 Milliarden hinter den Summen des (Pariser Abkommens Zurückbleiben.

I Paris, 27. April. Die Pariser Mor­itzen presse lehnt das neue deutsche Angebot ab, pm Teil mit den schärfsten Worten. DerRappel" Jindet die Vorschläge durchaus unan- Dehmbar, und zwar, wie er behauptet, aus so Baren und überzeugenden Gründen, daß man dieses SiLii schon nach einer einfachen gewissenhaften Lek- $ire fällen könne, ohne daß man der Leichtfertigkeit trzichtigi werden dürfe. Das Angebot bleibe hinter Bem Abkommen von Paris zurück. Dieses habe fest- Dehende Jahreszahlungen im Gesamtbeträge von 826 Milliarden Mark in 42 Jahren vorgesehen, so- ( dann nicht feststehende Annuitäten in Gestalt einer Isölsprozentigen Ausfuhrabgabe, deren Eesamt-

Gesamtbetrag von 200 Milliarden Go^dmark in Annuitäten. Dabei wird der kapitalistische Jetzt- Hert dieser Entschädigung zu 50 Milliarden berechnet. Zinsfuß muß also lOo/o zu Grunde gelegt worden k^in- Im § 3 erklärt aber Deutschland nur einen irrigen Zins bezahlen zu können. Diese Rechnung '«nn ich nicht verstehen. Man kann auch nicht sagen, « das deutsche Angebot ein Mittelding zwischen dem -Pariser Konkordat und dem Angebot von Dr. Simons Ms der Londoner Konferenz bildet; denn der Jetzt- toetf, wie er am 29. Januar in Paris festgesetzt toor- ®*n ist, beträgt 120 Goldmach und Dr. Simons hat « London nur 30 Milliarden angeboten. Man kann die Sache von jeder beliebigen Seite anschen, das Zutsche Angebot von 50 Milliarden Jetztwert bleibt

- F tätigte Sachrerständigenkonferenz behandelt gegen« bärtig namentlich dir geplanten Wirtschaftsrnaß-

J [ Nahmen in Westfalen nach dem 1. Mai. Der Vorsitzende dieser Konferenz, der französisch« Minister

1 \ .Loucheur hat dem Londoner Vertreter desTemps" tine Unterredung gewährt und dabei über die neuen deutscher. Vorschläge sich folgendermaßen geäußert:

l \ Men gesagt, erscheint mir die deutsch« Note unver­ständlich, und ich sehe nicht ein, daß sie als Grund- ikfie einer ernsten Erörterung dienen kann. Wenn

3 . M die Note recht verstehe, so offerieren die Deutschen

dieser Versuch sehl, so ist vor bet Geschichte sestgestellt, daß Deutschland alles getan hat, waS in seinen Kräften stand, um der erschöpften und zerstörten Well den Frieden zu schaffen. In diesem Bewußtsein würde dat deutsche Volk allem Schweren, was die Gewalt verhänge» kann, furchtlos und ungebeugt standhalten. (Zuruf links: Jammer! Beifall bei der Mehrheit.)

Abg. Müller-Franken (Soz.): Es dari'doch nicht vergessen werden, daß, wenn sich der Minister in einer wenig beneidenswerten Lage befindet, die frühere Politi! der Rechten die Schuld daran trägt. Der ernbernngssüch- ttge Imperialismus der Rechten trägt hie Verantwortung. (Stürmische Unterbrechung. Pfuirufe rechts.) Redner erinnert an das Fricdensprogramm des Grastn Westarp, der den Gegnern sogar die Pensionen auferlegen^wollte. Daß Präsident Harding das ihm angebotenc Schieds­richteramt ablehnen würde, war vorauszusehen. DaS Kabinett hat hier auf eigene Verantwortung gehandelt. SSytn der Minister meint, es entspräche auch den denw- kratischen Anschauungen, wenn das Parlament nicht immer befragt werde, so vermag ich ihm nicht so ohne weiteres zuzustimmen. Lebensfragen des Volkes müssen Sirm mindesten im auswärtigen Ausschuß besprochen wer­den. Daß wir bis an die Grenze nnkrer Leistnnassähig- keit werden gehen müifen, wissen wir. Gegenüber den Borwürfen Briands, daß !oir den Wiederaufbau Frankreichs absichtlich verzögert hätten, stelle ich fest, daß wir bereits im August 1919 her französischen Regierung die Lieferung von 60000 Holzbaracken für die dringendste Wohnungsnot angebotcn haben. Frank­reich hat die-s aber abgelehnt. Die Vorwürfe treffen uns also nicht. Immerhin ist es mit Sachleistungen allein nicht getan. Im übrigen sind wir noch heute der Aus­lassung, daß die Pariser Forderungen in 42 Jahren nicht erfüllt werden können. Der neue Vorschlag sieht keine Frist vor. Damit wird die Last auch noch einer zweiten Generation aufgebür- ,vt Das muß schließlich ertragen werden. Wenn txrnx gewisse Parteien noch immer den Mund voll nehmen, und wenn offen die monarchistische Propaganda mehr und mehr zutage tritt, kann mau sich über das Mißtrauen -m Ausland nicht wundern. Daß noch immer Massen verborgen gehalten werden, ergibt sich aus den kommu­nistischen Unruhen, aber cs sind auch aus der anderen Seite die gleichen Befürchtungen berechtigt. Run kom­men die neuen Meldungen über Rüstungen im Osten. An sich sind die Befürchtungen gegenüber Polen nach den früheren Erfahrungen berechtigt, aber politisch dars so etwas nicht ansgrnntzt werden, und wenn die Mili­taristen im Osten auf eigene Fanst eine Mobilisation int Osten vorbcreiten sollten, so muß schleunigst einge- ariffcn werden. Das ist grober Unfug, denn ein Krieg im Osten würde uns nur in rin Abenteuer im Westen hineinziehen. Ich warne daher die Arbeiterschaft, sich twa an Selbsischutzorganisationen im Osten zu beteiligen, denn das alles sind deutschuationale Propagandamittel. Wir wollen unser Volk gegen wirtschastliche Versklavung und politfch« Zerreißung schützen.

Zu großen Lärmszenen kommt es, als der Abg hclfferich (Teutschnatl.) seine Rede damit be­ginnt, daß er dem Abg. Müller-Franken vvrwirst, er habe mit seinen Ausführungen gegen den deutschen Militarismus gewollt und ungewollt den Feinden Hilfe gegen Deutschland geleistet. Die Sozialdemokraten rufen dagegen dem Redner zu, daß er einer der größten Kriegs­schuldigen sei. Abg. Dr. .heisserich geht weiter aus die Kriegsursachen ein und versucht nachzuweisen, daß der frühere deutsche Kaiser immer den Frieden gewollt habe. Das Borgehen der Sozialdemokraten bedeute die Bewaffnung unserer Feinde. (Beifall rechts und Unruh« bei den Sozialdemokratin.) Der Redner fährt dann fort: Mir sind bereit schwere Opfer zu bringen, um unser» Volk vor einer Katastrophe zu bewahren. Wir bringet diese Opfer aber nicht aus dem Gefühle einer Verpflich­tung heraus, wie es leider aus der gestrigen Rede bei Ministers herausklang. Wir sind damit einverstan­den, daß dem Präsidenten harding daß Vermittlungsamt an geboten worden ist. Aber es muß sestgestellt werden, daß die Schuld anden entsetzlichen Folgen des Krieges den :r"hennt Präsidenten Wilson trifft, der nichts von feinen Worten eingelöst hat. Das amerikanische Volk hat fei» Urteil über diesen Mann auch schon gesprochen. (Beisall.( Das Scheitern des Vermittlungsversuches des Vatikans erinnert an den Vorgang von 1917, wo die Friedens­möglichkeit von derselben Seite vernichtet worden ist. (Sehr richtig.) Wir verurteilen an dem Telegramm an den Präsidenten harding das Angebot, ihm das Schick­sal über unser Volk ganz auszuliefern. Durch die Ab­lehnung dieses Angebot» hat der Präsident mehr Gefühl für die Würde Deutschlands an den Tag gelegt, als die Staatsmänner, die dieses Telegramm abgesandt haben. Dar Angebot geht überhaupt weit über unsere Le istung-fähigkeit hinaus. Der Minister hat ü London schon die ihm gezogene Grenze in seinem zweiten Angebot überschritten, diesmal ist er aber noch weiter gegangen. Auch protestieren wir dagegen, daß er nicht erst die Aushebung der Sanktionen verlangt hat. Der Minister hat zweifellos den besten Willen, aber wenn er die Grenze unferer Leistungsfähigkeit zum Gegenstand eines Schachern macht, so kann er im Ausland« nicht auf Vertrauen rechnen. Je weiter wir zurückweichen, desto unerhörter wird die Sprache eines Herrn Briand. Solche Worte, wie die Franzosen sie gegen uns anwenden, vo» Gendarmen und Gerichtsvollzieher, sind von uns nie gebraucht worden. Es ist erbärmlich, einen Wehrlose» fortgesetzt mii Gewalt zu bedrohen, und wen» heute bei Vorwärts" sagt, wenn unser Angebot noch nicht genflee, müsse es den Wünsche» angepaßt werden, so übersteigt dies doch alte Grenzen. Wer die Politik aus der Geschichte

, Heirag man in 42 Jahren auf 70 Milliarden Eold- Mark hätte schätzen können. Deutschland biete also i M Milliarden weniger an, als das Abkommen von \ Oaris vorsehe. Tatsächlich überschreite dieser Plan hum den von London, weil er vorsehe, daß durch seine Annahme alle anderen Verpflichtungen Deutschlands als getilgt angesehen werden müßten. Das beweise also, daß die acht Milliarden Eold- mark-Lieferung abgezogen werden müßte und daß [ ,6i Wirklichkeit also Deutschland im Augenblick 42 l Milliarden anbiete.

Gustave Hervcf sagt in derVictoire": Wenn pb#s das letzte Wort der Deutschen ist und wenn der Präsident der Vereinigten Staaten es nicht dahin bringt, die Deutschen davon zu überzeugen, daß das Minimum, das schicklicherweise angeboten werden Bene, die Zahl des Abkommens von Paris sei, dann dürfe man nicht mehr schwanken, dann müsse Nau das Ruhrgebiet besetzen.

Paris, 27. April. Havas erklärt sich in der Lage, bestimmt versichern zu können, daß die ame­rikanische Regierung nach Kenntnisnahme der neuen deutschen Vorschläge erneut ihre Absicht bestätigt habe, fernerhin die Stellungnahme zu »obren, die gestern nachmittag Briand im Par­lament kkargelegt habe; mit anderen Worten: die Bereinigten Staaten würden keinen Schritt unter- Zehmen, ohne sich vorher vergewissert zu haben, daß dr deir verbündeten Regierungen angenehm sei.

N e w y o r k, 27. April. DieAssociated Preß" jersöhrt, daß Jusserand von der französischen Regie- 'teng verständigt wurde, daß die deutschen Vor- ^schläge, die nach Washington weitergegeben wurden, jtan 5 unannehmbar sind.

Paris, 28. April. Die in London bereits ver-

Paris, 27. April. (Havas.) Dcr Botschafter- rat ist heute vormittag zusammengekommen und be­schäftigte sich mit der Note der deutschen Re­gierung vorn Ende vorigen Monats, in der diese gebeten hatte, tre Meinungsverschiedenheit, die zwischen ihr und der interalliierten Kontrollkommission hinsicht­lich der Ausführung gewisser Bestimmungen mili­tärischer Art des Versailler Vertrages entstanden waren, einem Schiedsgericht zu unterbreiten. Aus Vorschlag des interalliierten Militärausschusses lehnte der Oberste Rat das deutsche An­suchen ab und bestätigte die von der Berliner Kon­trollkommission getroffene Entscheidung.

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MM SWM.

Eine Erklärung der Regierungsparteien.

9 7. Sitzung vom 2 7. April.

Hans und Tribünen sind bei Beginn der Sitzung nur schwach besetzt. Am Ministertisch der Reichskanzler, Mini­ster Simons, Wirth, Hermes. Auf der Tagesordnung steht die Anfrag« über die auswärtig« Politik.

Abg. Dr. Rießer (D.Vpt.-: Im Namen der Reichs­tagsfraktionen des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und der Deutsch-demokratischen Partei sowie der Baye­rischen Volkspartei habe ich folgende Erklärung ab- zugcben: Nachdem die Londoner Verhandlungen abge­brochen waren, hat das dentsche Volk in fester Entschlossen­heit die über große Telle Deutschlands verhängten Zwangs­maßnahmen getragen. Die Verbündeten haben ihren Zweck nicht erreicht. Sie würden auch durch verschärfte Maßnahmen ihn niemals erreichen. Unseren Volksge­nossen danken wir für ihre Treue. Wir sind überzeugt, daß fi« auch in Zukunft, wenn es notwendig werden sollte, dieselbe Standhaftigkeit unb Opserwilligkeit beweisen würden. Sie enthebt uns jedoch nicht der Pflicht, alles z« tun, um neue Gewalt abzuwenden. Schweren Herzens, aber im vollen Gefühl unferer Verant­wortlichkeit sprechen wir unser Einverständ­nis dazu aus, daß die Regierung den Weg, der sich ihr bot, betreten hat, um die Vermittlung des Präsidenten der Bereinigten ©tauten von Amerika zu erlangen. Wenn der Präsident dies« Aufgabe übernimmt, so eröffnet sich damit die Aussicht, der Welt den Frieden zu geben, nach dem sie ruft, und die freiheitliche Entwicklung Deutsch­lands in ruhigen Bahnen zu sichern. Die Vorschläge, die dem Präsidenten Harding mitgetrilt worden sind, muten unS Ungeheures zu. Das dentfche Volk ist aber gewillt, rückhaltlos zu lei­sten, wa» e- nur leisten kann. Es wird mit unS der Auffassung sein, baß für rückschauend« Betrachtungen jetzt keine Zeit ist. Schlägt auch

Der Anzeigenpreis beträgt für die 9 gesp. Tolonelzeile oder deren Raum 7n Pig. u. 10 °/< Ausschlag, amtliche ugd auswärtige 1. Mk. Andere Spaltenbteittn nach entsprechender Berechnung. Spät einlaufende oder den Raum über ft» Sette ein- ,Einende Anzeigen sind wir berechtigt, nach der Texsipaltenbreit« zu fetzen und zu berechnen. Togen. Reklamen berechnen wir die Zeile mit 3.00 Mk. Jeder Rabatt gilt als Barräbatt. Bei Auskunft durch di« Geschäftsstelle und Vermittlung der

Angebote 75 Psg. Eondergebühr. _____

Wien, 27. April. Die neuen deutschen Bot« leb läge und die gestrigen Ausführungen von Dr. Simons finden in fer Presse nach Form und Inhalt eine nobczu u ne i n g es ch c ä n kte Zustimmnngö Die Blätter drücken übereinstimmend die Uebcrzeugun.g aus, baß nach diesen! Angebot und diesen vom verantworttickun Außenminister gegebenen Erllärungen die Aufrich­tigkeit und dcr gute Wille Deutschlands von aller Welt begriffen werde, und anerkannt werden müsse, daß die Verbündeten sich den Verhandlungen auf dieser Basis nicht entziehen dürften.