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Amtliches LerkiindigungsdtaU des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

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Die ,L)berhessijche Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatliich 4-25 Mk., durch die Post 4.65 Ml. Ausgabe B mitOberh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr. Für ausfaUende Nummer» infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag von Dr. C. Hitzeroth.Druck der llnio.-Buchdruckerei von Joh.Aug. Koch, Markt 21,'23 Fernsprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Marburg Mlwoch. de» 27. MI, lvftermonv)

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56. »L

1921

Erstes Blatt.

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psanztiisü-sterium ansgearbeitefen internationalen Unleilie, die auch zugleich unserem eigenen H-clbbe- MsniS ab steifen soll. Daß. ich zu diesem Zweck mit den Mntenteregierungen neue Verhandlungen cinleiten mußte, Mchlet riu. Eine Vermittlung neutraler Regierungen »cke ich nicht nachoesncht. Das Beste wäre es gewesen, mit Frankreich dir ekt zu verhandeln. Aber waS uns ta. Frankreich eutgegentönt, war nicht ermutigend. Des- Mb harich mich während meines Schweizer Aufenthalts Ms das ke'annte Interview eingelassen, um den Gin« brnck in Frankreich zu zerstören, als seien wir lediglich tie uutr-ittiger Zahler. Neu in dem Interview war Nur der Satz über die Zugehörigkeit zum Kabinett. Dieser lezog sich aber nicht aus das augenblickliche Kabinett, joubmi aus

>v ein baldiges Kabinett der Zukunft.

schien der Weg über Amerika der beste. Giite deutrate Macht bat sich uns an, uns den Weg nach fci. rika zu ebnen Das habe ich ohne Bedenken an- 'RtKcmm.'iL WaS die Indiskretionen in der deutschen Vresie anbei res-en, die an Landesverrat grenzen, k» habe jch bislang, um nicht etwa eine sremdc Macht zu kmvromitiiere», von einer Verfolgung der Sache Abstand fcfitoiinr.tH, werde jetzt aber entsprechende Schritte ein leiten. Der Schritt bei Amerika war gewiß int» tzkträhnlich. Aber ein Staat, der sich selbst ans den Boden de? Schiedsgerichts stellt, eignet sich am besten ytn: Schirdsrichker. Mir haben ja. auch nicht Amerika seihst anaeruien, sondern

d:- Instanz der Gerechtigkeit.

Ist das nun eine Würdelosigkeit? (Zurufe rechts: Ja? -Kttntse des- Zentrums und der Linken: Nein, nein!) Mre Geschichte selbst wird die Berechtigung meines Stand« itzrnbrs anerkenne:,. Tie Berauttvsrtuug war groß. Das ÄefaincÜ hat sie übernommen, und ich will sie tragen. ;-tachd-:m nun Präsident Harbins wöbt das Schiedsgericht -dfzellhui. aber sich zu einer Vermittlung bereit gefunden M mußte auch der zweite Schritt getan werden. Bislang ifirrd allerdings noch lein.' Rückfragen von amerikanischer Beite an nnZ gelangt, was bei der Kürze der Zeit ja auch nicht wunder nehmen kann.

r , Dr. Simons begründet den Inhalt der Note im srinzetuen und gei,t insbesondere aus die Jahresraten leis, für die wir trotz der Schwankungen im Wirtichasis- ! leben noch.ein: feste Summe anbieten mußten. Nur durch

eine finanzielle K r a s t l e i st u n g

! können wir aus der traurige» Laie bcrauskommen, in ikr

wir jetzt zu verkümmern droben. Deshalb brauchen fcir die internationale Anleihe, au der sich Deutschland selbst natürlich beteiligen wird. Was nun als Rest der Riüei!?e,MMbeningtn bleibt, das ist mehr eine politische dis eine technische Angelegenhelt. Unser Na'ionalver« liegen ist dahingeschwunden. Wir können daher auch der deutschen Produktion keine neuen Fesseln mehr an« lepen. Alle Beschränkungen des deutschen Wirtschafts­lebens müssen, fallen Sollten wir uns überschätzt ,haben, so koll die Ziffer 4 der Note für eine BerichtigungZ» t^öglichkeä Vorsorge treffen. Der Minister gebt dann i^Leberch änf den Wiederaufbau Frankreichs

Dr. Simons ikr die Soor.

,16. Sitzung des Reichstages vom 26. April.

bans und Tribünen sind stark besetzt, ebenso die M>lon:a!eiisoge. Am Mimstertisch die Mitglieder des Kabinetts. Es werden zunächst Anfragen erledigt. '* Abg. Kuvert wirst der Negierung vor, sie habe die ßnnmunfftffchen Unruhen in Mitteldeutschland badnrch Verschuldet, daß sie den dentschnationalen Orgeschhetzereien «icht rechtzeitig entgegcnaetreten sei.

Reichswmmissar K ü n z e r antwortet, die Verant» Hortung für den Ausstand treffe ausschließlich die kommn« »istischen Hetzer, nicht die deutschnationale Presse.

- : Abg. Dr. Rosenfeld (Unabh.) fragt nach dem -Erfolg der Münchener Reise des Ministers Dr. Heinze zur iikutwaffnung der bayerische» Einwohnerwehr.

Ein Regierrnigsvertreter sagt, daß der Vorwurf einer !Sabotage der Enttvasfnitngsaktion der bayerischen Re« I tzterung nicht gemacht werden könne. Die Meinnngsver« | jschiedenheiten über den Zeitpunkt würden geschlichtet wer« ltzen. Der Besuch Dr. Heinzes in München sei von einem ; ißkeil der Presse außerordentlich entstellt geschildert t Iwtben.

| V Das Haus setzt dann die Besprechung der Jnter« | Motionen über die auswärtige Politik fort.

I Reichsminister Dr. Simons verliest zunächst den 1 Wortlaut der Note an die amerikanische Negierung und ! Mrt weiter aus:

I F Die Kluft, die in London bestand, war noch zu groß, im noch tvährend der letzten Konferenz überbrückt wer« kn zu können. Neue Verhandlungen wurden uns durch Mt Entente sehr erschwert. Es mußt: aber ein Weg Munden werden, um zu netten Verhandlungen zu kommen, puser erster Plan, auf dem Wege der Typenhäuser den t Wiederansbau in Frankreich zu betreiben, wobei Mcht allzu viele deutsche Arbeiter nach Frankreich ver« werden sstlten, hat sich nicht als glatt durchführbar nwiesei!. Infolgedessen haben wir andere Vorschläge jmferbreitef. die sich an die Ersahrnngen anlehnen, die gnr beim Wiederaufbau Ostpreußens gemacht haben. Wie Pläne der freien Gewerkschaften, welche die Siegte« httig in ihren Vorschlag ausgenommen hat, könnten «ft nach einer gewissen Verständigung mit den fremden kegiennigen durchgeführt werden. Der zweite große (5c« mmke, der uns leitete, war der Plan einer im Reichs«

rationsverpslichiungen bis 1921 in Höhe von 20 Mil­liarden Goldmark voll erfüllt habe, wird von der Entente nicht geteilt. Schon bei den Schissen rechnet die Entente anders wie wir. Wir bieten nun nochmals eine Milliarde Goldmark auf diesen Posten an, aber der Eingriff in unsere Reichsbank wäre ein Eingriff in die Privat rechte. Gegen diesen muß protestiert wer­den. Was wir also ans Reparationskonto geleistet haben, soll durch ein Schiedsgericht sestgestellt werden. Ebenso sollen in allen strittigen Fragen Sachverständige ihr Urteil abgeben. Der Redner warnt davor, über­triebene Hoffnungen auf die Annahme Amerikas zu setzen. Es werden noch viele Schwierigkeiten sich er­geben. Auf dem Boden der Pariser Forderungen ist die Gesundung Europas nicht möglich. Deutschland -allein kann nicht die Kriegsschulden der ganzen Welt tragen. Nur eine allgemeine internationale Wirffchastskonferenz wird die Schwierigkeite» au? der Welt ichassen können.

Zur Schuldfrage

meint er, daß es Aufgabe des Auswärtigen Amtes sei, den Boden zu bereiten für die geschichtliche Forschung. Im übrigen halte er sich an Lloyd Georges Worte, daß alle mehr oder weyi'ger in den Krieg bineingestolpert seien. Das genüge ihm. Sollte aber die amerikanische Vermittlung fehlschlagen, so sei er überzeugt, daß unser Volk auch darüber hinwegkomme und die Sanktionen ertragen werde. Und wenn wir 40 Fahre durch die Wüste gehen müssen, wir werden schließlich doch in das Land der Freiheit gelangen! (Bravo.)

Präsident L ö b e teilt mit, daß zwei Fraktionen den Wunsch geäußert hätten, die Aussprache zu vertagen. In der Abstimmung wird die Vertagung gegen die äußerste Linke beschlossen.

Morgen mittag 1Uhr: Weiteroeratung.

Die Stellung der Parteien.

Berlin, 27. April. Im Anschluß an die gestrige Rcichstagssitzung fand eine gemeinsame Besprechung der Regierungsparteien statt, fit der beschlossen wurde, heute eine gemeinsame Erklärung zu der Rede des Reichsministers Dr. Simons abzu­geben. In der Erklärung werde, demLok.-Anz." zufolge, zum Ausdruck gebracht werden, daß die Re­gierung sich bei ihrer Aktion auch weiter auf die Koalitionsparteien stützen könne. Auf die beiden sozialistischen Parteien hat nach den Aeußerungen der Berliner Blätter die Rede des Außenministers einen günstigen Eindruck gemacht, während sich die Deutschnationalen ihr gegenüber völlig ablehnend verhalten.

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Die Vorgeschichte der Note.

Berlin, 26. April. Neber die Vorgeschichte der deutschen Note an Harding weiß dasB. T." mit« zuteilen: Vor ungefähr vier Wochen traf in Berlin eine Gesellschaft von vier amerikanischen Finanz« männern ein, deren Mission rein privatgeschöstlicher Natur war. Sie fußte auf dem Auftrage ameri­kanischer Großbaudelskreise, mit deutsche» Interessen­ten über Rohstosflieferungen aus Amerika zu ver­handeln. Das führende Mitglied der Mission war Rechtsanwalt Höfler aus Sau Franziseo, der persön­lich Beziehungen zu Staatssekretär Hughes unterhält. Tie Verhandlungen nahmen von Anfang an einen günstigen Verlauf. Man schritt alsbald zur Grün- dun.g einer Trenhandgesellschaft, an der sich eine Reihe deutscher Großbanken beteiligte. Tie ungeklärte poli­tische Lage stand jedoch dem Abschluß eines endgültigen Abkommens im Wege. Ties veranlaßte Höfler, bei einer Unterredung mit Dr. Simons auf die Möglich­keit einer Lösung in der Cmtschädigungsfrage durch amerikanische Intervention hinznweisen. Das Reichs­kabinett zog diese Anregung in ernstliche Erwägung. Die amerikanischen Herren stellten ihren Rat und ihre Kenntnis der amerikanischen Volkspsyche bereitwillig zur Verfügung. Seine Entschlüsse jedoch faßte das Kabinett in voller Selbständigkeit.

Englisch-französische Kolonialneuregekung.

London, 26. April. Ter diplomatische Bericht­erstatter desDaily Telegraph" teilt mit: Die Frage eines festen Bündnisses mit England, das auf «in allgemeines koloniales Einvernehmen begründet ist, wurde in der letzten Zeit häufig in gewissen fran­zösischen Kreisen erörtert. Tie französischen Persön­lichkeiten, die für ein so umfassendes Uebereinkommen eintreten, geben ihrer Bereitschaft Ausdruck, sich der britischen Politik im nahen und mittleren Osten anzu­passen, wofür England Frankreich vollständige Unterstützung a Rhein geben müsse. Tiefe Persönlichkeiten schlage» auch ausgedehnte kolonial« Neuregelungen vor, wie z.B. die Abtretung der französischen Besitzungen in Ostindien an das britische Reich und die Wiederabtretung von Mauritius an Frankreich, ferner die Neuabsteckung der englisch-sran- zösi scheu Grenze in Nordost-, West» und Zentral- atrifa ufto. ____-

Die deutsche Note an Amerika.

Sie netten SegennoWoe.

Berlin, 26. April. Dem stellvertretenden amerikanischen Geschäftsträger in Berlin wurde am 24. April folgende Note übergeben:

Die Regierung der Bereinigten Staaten von Amerika hat durch ihr Memorandum vom 22. April in dankenswerter Weise die Möglichkeit eröffnet, nochmals auf dem Wege von Verhandlungen das Wiedergutmachungsproblem zu lösen, bevor cs durch Zwangsmaßnahmen unlösbar geworden ist. Die deutsche Negierung würdigt diesen Schritt der ame­rikanischen Regierung nach seiner ganzen Bedeu­tung. Sic hat sich bemüht, in den nachstehenden Vorschlägen das A e u ß e r st e anzubieten, was nach ihrer Ueberzeugung die deutsche Wirtschaft, selbst bei günstigster Entwicklung, auszubringen vermag Sie lauten folgendermaßen:

1. Deutschland erklärt sich bereit, zum Zwecke der Reparation eine Eesamtverpflichtung von 5 0 Milliarden Eoldmark anzuerkennen. Deutschland ist auch bereit, den Wert dieser Summe in Annuitäten, die seiner Leistungsfähigkeit an­gepaßt sind, zum Gesamtbetrags von 2 0 0 Mil Halben Goldmark zu zahlen. Deutschland will seine Zahlungsverpflichtungen in nachstehender Form mobilisieren:

2 Deutschland legt sofort eine internatio­nale Anleihe auf, deren Höhe, Zinsfuß unO Amsrtisationsgucte zu vereinbaren wären. Es .wird sich an dieser Anleihe beteiligen und weit­gehende Vergünstigungen gewähren, sic auch mit solchen Unterlagen ausstalten, daß ein möglichst großes Auskommen erwartet werden kann. Der Er­trag der Anleihe wird den Alliierten zur Verfü­gung gestellt.

3. Den Betrag der zu zahlenden Summe, der durch eine internationale Anleihe nicht gedeckt ist, wird Deutschland nach Maßgabe seine: Leistungs­fähigkeit verzinsen und amortisieren. Deutschland hält hierfür zurzeit nur eine Verzin­sung von 4 Prozent jährlich für möglich.

4. Deutschland ist bereit, die beteiligten Mächte an einer Besserung feiner Finanz- und Wirtschafts­lage teilnchmen zu lasten. Die Amortisation der Reffsumme wäre zu diesem Zwecke variabel zu ge­stalten. Im Falle einer Besserung, für die ein: Znderschema festzustellen wäre, würde sie steigen, im Falle einer Verschlechterung entsprechend sinken.

5. Um die Restsumme möglichst rasch abzutragen, will Deutschland sich mit aller Kraft an dem Wie­deraufbau der zerstörten Gebiets beteiligen. Es hält den Wiederaufbau für die dringendste Aus­gabe der Reparation, weil dadurch am unmittel­barsten bas Kriegselend und der Völkerhaß gemil­dert wird. Deutschland erbietet sich, den Wieder­aufbau bestimmter Städte, Dörfer und Flecken selbst zu übernehmen ober auf jebe anbere, ben Alliierten erwünschte Weise mit seiner Arbeit, seinen Mate­rialien uirb seinen Hilfsmitteln am Wieberaufbau mitzuwirken. Die Kosten seiner Leistungen würde es selbst zu tragen haben. Näheres hierüber ist in der deutschen Wiedcrciusbaunote an die Repara- tionskommission gesagt.

6. Zum gleichen Zwecks ist Deutschland bereit, über den Wiederaufbau hinaus nach möglichst rein kaufmännischem Verfahren Sachleistungen für die geschädigten Staaten zu übernehmen.

7. Um einen unverkennbaren Beweis seines guten Willens zu geben, ist Deutschland bereit, der Reparationskommission alsbald den Betrag von einer Milliarde Eoldmark in folgender Form zur Verfügung zu stellen: a) 150 Millionen Goldmark in Form von Gold, Silber und Devisen, b) 850 Millionen Eoldmark in Reichsschatzwechseln, die längstens innerhalb drei Monaten in Devisen und ausländischen Wertpapieren eingelöst werden.

8. Falls es dem Wunsche der Bereinigten Staa­ten von Amerika und der Alliierten entsprechen sollte, würde Deutschland willens sein, nach Maß­gabe seiner Leistungsfähigkeit die Verpflichtung der Alliierten aus ihrem Schuldverhältnis zu den Ver­einigten Staaten auf sich zu nehmen.

9. Deutschland schlägt vor, daß über die Art und Weise, wie die deutschen Leistungen zu Repara- tionszwecken auf die deutsche Eesamtschuld anzu- rechnen find, insbesondere über die Festsetzung der Preise und Werte, unter Hinzuziehung von Sach- ve»:ändigen verhandelt wirb.

10. Deutschland würbe bereit sein, für alle Arten von Kredit ben Geldgebern in einer näher zu ver- einbarenben Weise aus öffentlichem Eigentum und

öffentlichen Einkünften jebe erforberliche (5 a< rantie zu geben.

11. Mit bet Annahme bieser Vorschläge er« löschen sämtliche anbern Verpflichtungen Dcutsch- lanbs zu Reparationszwecken. Auch wirb baburch bas beutsche Privatvermögen im Auslanbe frei.

12. Deutschlanb hält seine Vorschläge nut für butchführbar, wenn bas System bet Sank« tionen alsb alb a u f h ö r t, bic gegenwärtige Basis bet beutschen Produktion nicht noch weitet verringert, bic deutsche Wirtschaft zum freie« Weltverkehr zugelassen und von unprobuk, tiven Ausgaben entlastet wirb.

Diese Vorschläge solleir ben festen Willen Deutsch« lanbs bezeugen, bic Kriegsjchäben bis an bie Grenze seiner Leistungsfähigkeit zu ersetzen. Sowohl bi« angeboteuen Summen wie bie Zahlungsmodali« täten richten sich nach bisset Leistungsfähigkeit. So« weit über beten Beurteilung Meinuugsverschieben« heilen bestehen sollten, cnrpsiehlt die beutsche Re­gierung, sie durch eine allen beteiligten Regierun­gen genehme Kommission anerkannter Sach- verstänbigen prüfen zu lassen. Sie erklärt im voraus, bereu gutachtliche Entscheibung als bin, b e n b anzunehmen.

Sollte eine anbere Form ber Vorschläge nach Ansicht ber Regierung der Vereinigten Staaten bie weitere Behandlung der Angelegenheit erleichtern, so würde die deutsche Regierung biilen, baß sie aus bie Punkte aufmerksam gemacht wird, worin etwa, der amerikanischen Regierung eine Aenberung al» wünschenswert erscheint. Auch würde bie beutsche Regierung anders Vorschläge der amerikanische» Regierung bereitwilligst entgegennehmen.

Die deutsche Regierung ist zu tief überzeugt, daß der Frieden und die Wohlfahrt der Welt von einer schleunigen, gerechten und billigen Lösung der Re« parationsfrcge abhängt, um nicht alles zu tun, was in ihren KrÜsten steht, damit bie Vereinigten, Staaten in bie Lage versetzt werbe», bie Ausmerk-, samkeit bet alliierten Regierungen auf die An, gelegenheit zu lenken.

Die Entscheidung liegt nicht bei Amerika.

London, 26. April. DieMorning Post", meldet aus Washington, daß die verbündeten gietungen und nicht die Vereinigten Staaten i«j Wirklichkeit entscheiden werden, ob die neuen beuk scheu Vorschläge eine geeignete Grundlage für bie| Wiederaufnahme von Verhandlungen bilden. Wen« die deutschen Vorschläge vom Präsidenten Harbin^ und vom Staatssekretär Hughes geprüft worbe«: seien, werbe ber Staatssekretär sie dem britisches und dem französischen Botschafter zur Information- und Ansicht unterbreiten. Wenn bic Vorschläge^ derartig seien, baß es ber britischen unb franzö­sischen Regierung nicht angängig erscheine«, würbe, sie entgegenzunehmen, würben bie Vor-- schläge natürlich inoffiziell nach Lonbon unb Paris! übermittelt werben, bie beutsche Regierung aber offiziell bavon in Kenntnis gesetzt werben, baß sicy ber amerikanische Präsibent n i ch t für befugt halte, sie ben Verbünbeten zu unterbreiten. Wenn an» berersefts bie Vorschläge bie ehrliche Absicht Deutschs lanbs bskunben, seine Verpflichtungen zu erfüllen,, dann würben bie weiteren Aussichten von bet in, London und Paris unternommenen Aktien bestimmt! werden. Sowohl Harding als auch Hughes feien; berMorniug Post" zufolge entschlossen, sich in keiner Weise von Deutschlanb vorspannen zu lassen.

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Die Sitzung des Obersten Nates.

P a r i s, 26. April. Zn ben Wanbelgüugsn bs. Kammer nimmt man an, baß bic nächste Sitzung bes Obersten Rate« in Lonbon stattfinden werbe. Sollte ber Rat aber in Paris tagen, so werbe Lloyd George sich durch Eurzon vertreten lassen müsseiu Jedenfalls werbe aber bet Oberste Rat am 30. 4, zusammentreten unb voraussichtlich 2 bis 3 Tag» bauern, ba er außer bet Entschädigungsfrage noch andere wichtige Fragen, wie bie oberschlesischß Frage zu regeln haben werbe.

Ministerptästbent Btianb wirb stch am Ftei^ tag zu ber Sitzung bes Obersten Rates nach Lonboa begeben. Es begleiten ihn Marschall Foch, General Weyganb unb Finanzminister Doumer.

91 o m, 26. April. Graf Sforza wird Ztali« auf der Londoner Konferenz vertrete» v.