Amtliches Veüündigungsdmtt des Kreises Marburg
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Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberheffen
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Die „Oberhejsische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatliich
! .. 4.25Mk., durch die Post 4.65 Mk. Ausgabe B mit „Oberh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr.
I Filr ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Creigniffe kein Ersatz. — Verlag von Dr. C. Hitzeroth.—Druck der Univ.-Buchdruckersi von Iob.Aug. Koch,
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geleitet zu haben, und zwar auf Anregung gewissen Piep«. Die Berliner Polizei hat
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Berlin,». April. Die Polizei ermittelt, datz Ferry, der nach Ansicht der Verteidigung in dem Prozeß gegen die Siegessäulen-Attentäter den Anschlag auf die Siegessäule als Polizeispitzel angezettelt haben sollte, ein Deckname für den Reisenden Wilhelm Hering ist, d« wegen Beteiligung an den mitteldeutschen Märzunruhen seit dem 1. April in Halle im Gefängnis sitzt. Hering f zu, den Anschlag auf die Siegessäule in die
gesorgt, daß H-ring sofort nach der Aburteilung in die bedingungslos« Kapitulation vor dem Ausland Halle «ach B«lin gebracht wird, wo er mit Pieper «m Telegramm an Harding, bas von weite« Krch
Memde dn itutoi Molt an Mmtrita.
Berlin, 25. April. Die deutsche Note wurde gestern abend dem Vertreter des amerikanischen Kommissars in Berlin übergeben. Heute vormittag 9 Uhr fanden Besprechungen des Reichskanzlers mit den Führern sämtlicher Fraktionen statt, um 10 Uhr folgte eine Aussprache mit dem Ausschuß des Reichsrats. Die Veröffentlichung der Note ist erst für morgen zu erwarten.
Bei der Ueberreichung der deutschen Antwortnote an den Berliner Geschäftsträger der amerikanischen Regierung hat dieser dem Wunsch der Regierung der Vereinigten Staaten Ausdruck ergeben, daß die Veröffentlichung der deutschen Vorschläge in Berlin nicht eher erfolge, bis ein Einvernehmen über die Veröffentlichung zwischen der deutschen und amerikanischen Regierung herbei- geführt worden sei. Die „Voss. Ztg." glaubt aus dem Ersuchen des amerikanischen Vertreters die Schlußfolgerung ziehen zu dürfen, daß die amerikanische Regierung sich die Möglichkeit vorbehält, in Berlin Anregungen und Wünsche mitzuteilen für eine etwaige A e n d e r u n g der deutschen Vorschläge.
Uebermittiung an die Berbündete« nur bei „annehmbaren" Vorschlägen.
P a r i s, 25. April. Wie Pertinax im „Echo de Paris" mitteilt, ist von der amerikanischen Regierung in Paris und London eine Mitteilung eingetroffen, in der Präsident Harding sagt, er werd« den Verbündeten die deutschen Vorschläge übermitteln, nachdem er sich versichert habe, datz sic annehmbar seien, mit anderen Worten, das deutsche Angebot werde erst offiziell übermittelt werden nach einer offiziösen Mitteilung und einem Meinungsaustausch.
London, 25. April. Die „Times" meldet aus Washington, daß die neue deutsche Note mit derselben Aufmerksamkeit geprüft werde wie die erste. Es werde nur eine solche Antwort, die durch konkrete Vorschläge weitergehe als alle bisherigen Vorschläge und die zum Ausdruck bringe, datz Deutschland aufrichtig sei, in Erwägung gezogen
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wegen der Beteiligung an dem Siegessäulm-A«« schlag vor dem Sondergericht abgeurteilt wirb.
Die Sprengstoffanschläge in Sachsen.
Dresden, 25. April. Das Dresdener Sonder« ( gericht beschäftigte sich am Samstag mit dem Sprengstoff-Anschlag gegen die Landgerichte in Dresden und Freiberg. Der Betonarbeiter Karl Schulz, der den Dresdener Anschlag, und der Arbeiter Johann Franke, der den Anschlag in Freiberg verübte, wurden zu je 10 Jahren Zuchthaus, drei weitere Angeklagte zu 8 Monaten Gefängnis bis zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt.
Keine Aufhebung der Sondergerichte.
Berlin, 26. April. Auf persönliche Vorstef. lung einer Abordnung mitteldeutscher Arbeiter hat der Reichspräsident Anweisung gegeben, datz die Sondergerichte das Recht des Strafaufsck .bs haben, besonders unter Berücksichtigung der zahlreichen jugendlichen Angeklagten.' Ohne die Son- dsrgerichte auszukommen erklärte der Reichspräsi- deut der Brbeiterabordnung für unmöglich, da bie ordentlichen Gerichte durch laufende Strafsachen so überlastet seien, daß die Angeklagten monatelang in Untersuchungshaft auf ihre Aburteilung warten müßten.
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London, 25. April. Der „Observer" schreibt: Die Besetzung des Ruhrgebiets toürbe den britischen Handel und die allgemeinen Interessen Europas ernstlich in Mitleidenschaft ziehen und würde den englischen Koblen- und jeden anderen Handel, insbesondere die englische Schiffahrt, weiter schädigen, sowie die Lösung der ArbeitSlvsen- froge Englands noch weiter verzögern. Die Besetzung würde für alle angrenzenden Neutralen schädlich sein und eine vermehrte Verwirrung des WährungsproülemS bedeuten. Die Gesamtleistungssähigkeit Deutschlands würde dadurch beträchtlich vermindert. Bei den Franzosen geht die Forderung, baß ganz Deutschland das denkbar Aeußerste zahlt, Hand in Ha ich mit dem Versuch, das deutsche territoriale und wirtschaftlich: System immer mehr in Stück« zu zerreißen. Tas Blatt sagt: Briand werde wahrscheinlich nicht nur daraus bringen, daß daS Ruhrgebiet besetzt werde, sondern daß trotz des Abstimmungsergebnisses der wertvollste, unentbehrlichste Teil Oberschlesiens den Polen zu gewiesen werde. Der „Observer" tritt dasür ein, daß die britische Politik mindestens auf eine Gnadenfrist von sieben Tagen nach dem 1.Mai dringen solle, bevor versucht werde, das Ruhrgebiet zu besetzen. Deutschland müsse dann aufgefoichert werden, in drei Tagen sein äußerstes Angebot zu machen, damit Frankreich, England und Italien es gemeinsam prüfen können.
Paris, 25. April. Wie btt HavaSagentur mitteilt, wird heute abend im Elys« unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik ein Ministcrrat stattiinden.
Der Oberste Kriegsrat ist nachmittags unter dem Vorsitz des Präsidenten Millerand im Elys« zusammcn- getrrten. Außer dem Kriegs Minister wohnten ihm bei: Marschall Fach, Jossre, Petain und Franchet d'Esperey.
„Daily Chronicle" schreibt: Das deutsche Wieder- aufbanangebot werde zweifellos von den Franzosen ernstlich erwogen, die eine direkte deutsche Mitwirkung beim Wiederaufbau heute nicht mehr grundsätzlich verwerfen. Im Gniudsah ist, dem Blatte zufolge, gegen den französischen Plan einer Besetzung des Ruhrgebiets nichts einzuwenden. Die einzelnen Methoden aber, durch die die Kontrolle ausgeübt werden könnte, müßten ernstlich erwogen werden. Tas Blatt hegt an dem sranzösischeu Plan beträchtliche Zweifel. Es handle sich um das Problem, wie man die deuffchen Bergarbeiter dazu bringen könne,, unter französischer Besetzung Kohlen zu fördern.
Di« „Times" meldet, daß gegen die Annahme des Planes der militärischen Besetzung und der wirtschaftlichen Kontrolle eines großen Teiles des RuhrMbietS durch Lloyd George verschiedene Einslüffe kämpften. Sogar die Franzosen geben zu, daß Lloyd George in England bei der Durchstihrung auf größeren Widerstand toße als Briand in Frankreich. Lloyd George ringe ztvi- chen seinen Entschlüffen vom letzten Donnerstag und Freitag, mit den Franzosen zu marschieren und der Drohung, die in dem von Asquith, Cecil und Clynes unterzeichneten Schreiben enthalten sei, in dem dies« für Mäßigung «int«ten und die B«setzung de» Ruhrgebiets verwerfe«.. ' • • ____.x_.. • *
Marburg Mag, ien 26. Wnl (Ostermond)
werden. In einem solchen Falle würben bie Vereinigten Staaten an die Verbündeten halboffiziell herantreten, und nur dann, wenn die Haltung der Verbündeten andeute, datz eine Vermittelung als angenehm erachtet werde, würde die ganze offizielle Maschinerie in Bewegung gesetzt werden. Harding und Hughes würden dann einen amerikanischen Vertreter entsenden, der offiziell mit den Verbündeten an der endgültigen Entschädigungsfrage teilnehmen werde.
N e w y o r k, 25. April. Eine amtliche Meldung aus Washington besagt: Man ist hier rl)t hoffnungsvoll, daß die neuen deutschen Vorschläge die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen Deutschland und den Verbündeten unter Teilnahme, von Amerika gestatten werden.
Eine neue allgemeine Konferenz in Aussicht.
N e w y o r k , 25. April. Der Newnorker Mitarbeiter der „Times" meldet aus Washington: Wenn die deutschen Vorschläge geeignet erscheinen werden, um als Grundlage für neue Besprechungen zu dienen, so soll eine K o n f e.r c n z die Verbands- mächte und Deutschland an den Verhandlungstisch bringen. Die Vereinigten Staaten würden sich bei dieser Gelegenheit vertreten !a"cn.
Die Entschließung Knox.
W a s h i n ß t o n , 25. April. Die Senatskom- Ntissiou für auswärtige Angelegenheiten hat sich in einem Bericht für die Entschließung Knox über die Herstellung des Friedenszustandes mit Deutschland erklärt.
In dem diplomatischen Bericht des „Daily Tele- Drrph" heißt es: „Richt die militärische Seite der Kwang-maßnahmen beschäftigt die britische Regierung. Man fragt sich nur, ob der Vorschlag der wirtschaft- kichen oder fiskalischen Kontrolle des Ruhrgebiets bie Kosten der militärischen Besetzung bezahlt machen würde. Lloyd George legt außerdem großen Nach- knck darauf, daß man Rücksicht auf die Gefühle der Arbeiter nehmen müsse, eingeschlossen der deutschen Arbeiter. Im allgemeinen rechnet man mit einem t e i l ft r e i f im Ruhrgebiet bei einer Besetzung dieses Gebiets, der sich nach Ansicht der Franzosen jedoch «uf das höhere Personal beschränken toftrbe, das Frankreich zu ersetzen bereit sei und auf die Arbeiter, die der Mehrheitssozialdemokratie angehören, die je- övch in dieser Gegend „nicht sehr stark" seien. Ein jvlcher Streik würde nach französischer Ansicht die Elg-meine Förderung im Ruhrgebiet um nicht mehr als 80 Prozent vermindern. Tas dornigste Problem sek lie Beteiligung der Verbündeten an den Gewinnen bcr Ruhrindustrie im Außenhandel. Außerdem sei bereits eine leise Andeutung von jenseits des Ozeans trfolgt, daß man die Errichtung eines Monopols der Verbündeten in der Ruhrindusirie mehr oder weniger als lästig empsinde und daß nian in Washington
Recht der Teilnahme an einem solchen Monopol derlansen könnt«. . 4._____
Die erneuten kommunistischen Umtriebe.
Berlin, 25. April. Zu den Meldungen aus Mitteldeutschland über neue kommunistische Umtriebe wird den Blättern von unterrichteter Seite erklärt, datz die Nachrichten zur Zeit einer eingehenden Prüfung unterliegen. Die bisher eingetroffenen Nachrichten nötigten zur starken Vorsicht. Die Schutzpolizei in Mitteldeutschland werde daher zunächst in der Stärke bleiben, in der sie jetzt ist, insbesondere werden die Leuna-Werke von der Polizei weiterhin beschützt bleiben.
Nach Mitteilung der „Roten Fahne" ist am Sonnabend der Vorsitzende der Groß-Berliner Organisation der V. K.P.D. Friesland erneut verhaftet worden.
Eine neue Erpressung.
1 Milliarde Csldruark bis 20. April r fordert.
Paris, 25. April. Nach einer von der Agentur Hovas veröffentlichten Note der Reparationskom- mifsion hat diese in ihrer Vollsitzung vom 25. 4. infolge der Ablehnung der deutschen Negierung, den Metallbcstand der Reichsbank nach Koblenz oder Köln überführen zu lassen, beschlossen, die Ablieferung von einer Milliarde Goldmark an die Bank von Frankreich Bis spätestens 38. 4. zu verlangen.
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Kritik von links und rechts an dem Verhalten der Regierung.
95. Sitzung vom 25. April.
Präsident Lobe eröffnet bie Sitzung um 31/, Uhr mit singender Ansprache: Meine Damen und Herren! In dicsin Hüben Tagen, wo die allerschwersten Sorgen im? bedrücken, hat ein deutscher Volksstamm well im Süden ein . libettvätrigendes Zeugnis von Zuversicht und Vertrauen in die deutsche Zukunft abgelegt. Wir danken den wackeren Tirolern für diese Verrrauenskundgebung der Zugehörigkeit, die in unserem Herzen lauten Widerhall ffndet. (Lebhaftes Bravo. Ein großer Teil der Abgeordneten erhebt sich bei dieser Stelle. ) Wie tief bie Niederungen auch fein mögen, durch die das Schicksal das deutsche Volk führt, so dürfen wir durch die gestrig« Tiroler Kundgebung, die wie ein Licht« chein aus dem dunklen Gewölk wirkt, doch die Hosfnuilg aus eine bessere Zukunft haben. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft bleibt uns, solange wir uns nicht selbst aufgeben. In dieser Hoffnung senden wir dem Laich Andreas Hofers nuferen Donk. In dieser Kundgebung dürfen wir das helle Wahrzeichen für bas gleiche Begehren der Deutschen in Oesterreich sehen. In die Hand, die uns aus bet» Land Tirol entgegengestreckt wird, schlagen wir freubig ein. (Lebhafter Beifall im ganzen Hause.)
Airs der Tagesordnung steht bie Entgegennahme einer Regierungserklärung und die unabhängige sowie die dentfchnatwuale Interpellation über bie auswärtige Politik.
Abg. D i ß m a n n (Unabh.) begründet bie Interpellation seiner Partei und protestiert gegen da? Verhalten der Regierung. Seit dem Abbruch der Londoner Konferenz find neue Landestcile besitzt. Eine Zollgrenze ist errichtet worden. Neue wirtschaftliche Repressalien lasten auf uns, und bie Regierung tut nichts. Sie schweigt. Hier handelt es sich aber um das Schicksal des deutschen Volkes und vor allem der Arbeiterklasse. Sie soll wieder auserkoren fein, die Lasten auf ihre Schultern zu nehmen. Das Finden eines gemeinsamen WegeS ist das Ziel der Gewerkschaften aller Länder. Für unS Arbeiter gibt es keine Sieger und keine Besiegten. Können Sie sich wundern, daß jetzt Sanktionen kommen? Ist nicht der Friede von Versailles und das Tittat von Spaa nur ein getreues Spiegelbild des Friedens von Brest-Litowsk?! (Großer Lärm und Proteste rechts.) Aber nicht eine einzige Regierung der Welt hat Verständnis für das Gefühl der großen Massen. Daher haben wir auch fein Vertrauen ans den Appell an Amerika. Präsident Harding ist auch nur ein Vertreter der nationalistischen und kapitalistischen Herrenllasse. In diesem Augenblick, wo uns die schärfften Sanküonen drohen, wo es ein Wahnsinn ist, die Massen im nationalistischen Sinne aufzupeitschen, ist es ein Verbrechen am Volk, mit solchen Dingen zu spielen. Herr Helfferich, der toieber das große Wort führt, hat allen Anlaß, ruhig zu sein. (Ms der Redner bie verstorbene Kaiserin in bie Debatte zieht, ve rläßt die Rechte und das Zentrum unter Pfuirufen demonstrativ bett Saal.) Di« Kosten bet Sachleistungen müssen durch eine internationale Anleihe aufgebracht werden. Die Zinsen müssen aufgebracht werde» aus den ungezählten Mllliarden, die bj> deuffchen Kapitalisten nach neutralen Banken verschöbe« haben. Die riesigen Kapitalgewinne des AnilinkonzernS und anderer Gesellschaften müssen endlich steuerlich heran« gezogen werben.
Abg. Hötzsch (Deuffchnatl.) begründet die deutschnationale Interpellation. Sie ist erfolgt, well die PoMk der Regierung, je näher der 1.Mai kam, immer «n- klarer wurde. Aber es kam keine Aufklärung. Wir bedauern, daß der Minister des Acußern auch heute nicht bei Beginn der Sitzung seine Haltung erklären konnte. ?hne eine solche Erklärung ist die Begründung unserer
'' ckion sehr schwierig. Dar Ergebnis der sechS- sibeit der Auswärtigen Amtes ist die vollendet«
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ck •' London, 25. April. Reuters Sonderberichterstatter in Hythe drahtet: Lloyd George teilte mit, bie beiden Premierminister weitere Straf' ^Maßnahmen erörterten. Die Schwierigkeit war ;bfb’iibar, daß die neue deutsche Note unterwegs war. Die letzte deutsche Note ist in dem, was sie sagt, PreiselloS zufriedenstellend, aber sie behandelt nur einen •te i( der Gesamtsrage und berührt nicht einmal den der Entschädigung?frage. Es rutterliegt auschei- ' «end keinem Zweifel, daß alle Verbündeten zur Kon- -ftienz am Samstag erscheinen. Es herrscht die Meinung, daß Deutschlands letzte Note nur Andeutungen, aber keinen Plan enthält. Sie würde terffen noch nicht verworfen werden. England wünscht keine Bedingungen mtszuerlegen, ist aber völlig davon überzeugt, daß Deutschland in der Lage ift, gemäß den Pariser Bedingungen zu bezahlen.
„Daily Telegraph" zufolge steht die Frage der Anwendung weiterer Zwangsmaßnahmen sowohl militärischer wie wirtschaftlicher Art fest. Die Frage, diese Maßnahmen in unmittelbarer Zukunft nötig ftien, stand nicht zur Debatte und ist in Hyth« gar . nicht erörtert worden. Der Hauptzweck der Reise kriands nach England war die Anpassung des dritischen Standpunktes an den französischen mit Bezug «if die Natur der zu ergreifenden Maßnahmen. Englands Interesse ist die Wiederherstellung des toirt- fthafti sichen Lebens auf dem Kontinent.
Der Anzeigenpreis beträgt für die 9 geh). Tolonelzeile oder deren Raum 75 Pfg. u. 10 Aufschlag, amtliche und auswärtige 1.— Mk. Andere Spaltenbreiten nach entsprechender Berechnung. Spät einlaufende oder den Raum über *(, Seite einnehmende Anzeigen sind wir t. .
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h Paris, 25. April. Pertinax saßt bas Ergeb- »is der Beratungen von Hythe wie folgt zusammen: t. Lloyd George habe grundsätzlich zugesagt, daß h« Besetzung des Nnhrgebtetes ausgeführt toerbe, Wenn bie Vorschläge, bie Deutschland an Amerika Hbermittelt habe, zu keinem Einverständnis' zwischen km Reiche und den Verbündeten führten. 2. Lloyd Aeorge fiimme ferner zu, daß ohne abznwarten, die französischen und eirglischen wirtschaftlichen Sachver- tänbigen sich zusammenfinden, um die wirtschaftlichen Maßnahmen, die do» den französischen Sachverstän- • bigen ausgearbeitet würden, zu prüfen.
p London, 25. April. „Times" glaubt dem Publi- sei zu verstehen gegeben worden, daß die Er- tzebnisse der Verhandlungen von Hythe genügend be- |rie b i g enb ausgefallen seien. Tas scheine aber »icht ganz der Fall zu sein. Es bestehe eine beträcht- toe Meinungsverschiedenheit bezüglich der Frage, ob die Verbündeten durch bie Pariser Ent- fthäbigungSsumme gebnnden sind ober ob die Verwerfung dieser Summe durch Deutschland die Ver- iinbeten, wie Frankreich glaube, berechtigen, bie viel | c ö 6 e r e n Forderungen des Friedensvertrages wie- ptr in Kraft zu sctzcn. Ter „Times" zufolge sind die Herbündeten entschlossen, wenn nötig, die Bezahlung ktreb militärische Mittel zu erzwingen. Während fit in diesem Punkte unbeugsam seien, wünschen sie ftoch, in ihren Forderungen alle Extravaganzen und Härten zu vermeiden.
Wie Sauerwein im „Matin" mitteilt, ist Lloyd Mcorge auch die Besetzung von Hamburg borge» fthlagen worden. Pertinax glaubt aber, daß bie Frage kr Beschlagnahme bet Zölle für die Seetransporte «st in der Zukunft in Frage kämen.
Ter Sonderberichterstatter der Agentur Havas in Hythe stellt fest, daß Beratungen der französischen fctb englischen Sachverständigen über den wirtschast- lnhen und finanziellen Aktionsplan der französischen Negiening — im Falle einer eventuellen Besetzung :k? deutschen Gebietes — in London stattfinden.
Ter Ecsamtbetraz der deutsche» „Schuld".
Paris, 25. April. Der „Jntransigeant" teilt unter allem Vorbehalt mit, datz der Gesamtbetrag der deutschen Schuld zwischen 120—150 Milliarden Goldmark liege.
Verurteilung deutscher Zollbeamten.
Berlin, 25; April. Der „Lokalanz." meldet aus Speyer: Vor dem französischen Polizeigericht in Speyer standen heute drei höhere Zollbeamte, die sich geweigert batten, unter dem leitenden Ausschutz der verbündeten Zölle in Koblenz Dienst zu tun V” ’ das besetzte Gebiet verlaffen hatten. Oberzolltat Wciersmüller aus Ludwigshafen wurde zu acht Monaten Gefängnis und 20 000 <_M. Geldstrafe verurteilt, Zollinspektor Hetz zu sechs Monaten Gefängnis und 12 000 M Geldstrafe, Zollinspektor Mühldorfer aus Speyer zu fünf Monaten Gefängnis und 8000 cÄ Geldstrafe.
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