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Mit diesem Wirtschastsbericht habe ich wohl die sachlichen Fragen, die in den Eingesandts der letzten Woche angeschnitten sind, aufgeklärt. Herr Rose er- klärt noch, daß es eigenartig wirke, daß ein Dezer­nent der Kriegswirtschaftsstelle die in der Stadt- verordneten-Versammlung gemachten unsachlichen Angriffe nicht richtig gestellt habe. Nach meiner Erinnerung ist gelegentlich der Debatte über die Gewerbesteuer-Erhöhung ein Borwurf gegen Herrn Rose wegen seines Einkaufs gemacht worden.

Wir haben zunächst keine Veranlassung bei der Eewerbesteuerdebatte die Nahrungsmittelfragen snzuschneiden. Außerdem habe ich prinzipiell ver­mieden, bei sämtlichen Besprechungen über die wirt- ^aftlichen Fragen Namen zu nennen. Die Kom- ktission ist nach außen hin als eine Einheit anzu- fthen; ste hat ihre Arbeit ohne große innere Strei­tigkeiten fast immer einstimmig geleistet. Sic hat (uch den Einkauf- des Speckes und Schmalzes und ken Einkauf der Nahrungsmittel genehmigt, wenn räelleicht in einigen Fällen auch nicht ohne Sorge. Nachträglich den einzelnen Mitgliedern ihre An­sichten als unrichtig vorzuwerfen, geht einfach nicht IBit haben als Einbeit gehandelt, und wir find auch vlle der Ansicht, daß wir Herrn Rose für seine über- eus rege Tätigkeit in der Frage der Versorgung der ktadt mit Lebensmitteln zu großem Danke ver­pflichtet find. Nicht nur wir, sondern wohl sämt­liche Städte haben vor der Sorge gestanden, daß im Sommer 1920 infolge der Kartoffelknappheit eine große Hungersnot drohte. Dieser durch Einkauf von Hülsenfrückften vorznbeugen, war einfach unsere Pflicht. Wenn es fich später herausgestellt hat, daß unsere Sorge unbegründet war, so soll man uns deswegen jetzt keinen Vorwurf machen, und an der Beseitigung dieser Sorge hat Herr Rose den regsten Anteil genommen.

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Marburg und Umgegend.

Marburg, 23. April (Ostermond).

* Zur Alkobolfrage schreibt man uns: Neben der Tuberkulose und den Geschlechtskrankheiten ist der Nlkoholismus schon vor dem Weltkrieg als eine Kanpt- anelle des sozialen Elendes erkannt. Daß lmerlützlicher Verlust an Äbensglück und Lebenskrast des Einzelnen, Verarmung und Zerrüttung des Familienlebens, ikrank- heiten aller Art und Arbeitsunfähigkeit, körperliche und sittliche Entartung, Vergehen und Verbrechen die unaus­bleiblichen Folgen des Alkoholmißbrauchs sind, dafür liefern Krankenhäuser und Gefängnisse, Zuchthäuser und Irrenanstalten fortgesetzt den traurizeu unb schlagenden Verveis. Die alkoholfreie Mobilmachung im Jahre 1914 war die praktische Anwendung der Erkenntnis, daß der

Alkobolmißbranch die Lnstungssähigkeft der Armee itnb des ganzen Volkes herabsetzt und gefährdet. Leider find die Grundsätze der Selbstbeherrschung und Selbstzucht während des Weltkrftges von unseren Feind:n nach­haltiger durchgcführt worden, als von uns. Zwar Hai die zwangsweise Einschränkung des Alkoholgenusses in der Heimat, wie einwandfrei f.stigcst llt ist, während des Krieges segensreich gewirrt: aber nach dem Zusammen­bruch haben die Alkoholgesahren wieder verhängnisvoll zugenommen. Durch dasLoch im Westen" sind unge­heure Mengen alkoholischer Getränke von unseren Fein­den in Deutschland eingeführt uich wir sind machtlos dieser Uebcrschwemmung Einhalt zu gebieten. Die körper­liche und sittliche Widerstandskraft in unserem Volke ist erheblich verringert, die unheilvollen Wirkungen des Alko­hols auf das Nervensystem sind verstärkt, zugleich haben aber zugenommen die Anstrengungen der Alkoholinter­essenten, die Herstellung und den Absatz der alkoholischen voetränke mit allen Mitteln zu fördern und die öffentliche Meinung über die ?llkoholgrfahren irre zu führen. Trotz der Not unseres Volkes haben die Behörden es nicht verhindert, daß wichtige und unersetzliche Lebensmittel in steigendem Maße zur Erzeugung alkoholischer Getränke vergeudet wurden. Die Zahl der Trinker und Alkohol­kranken nimmt wieder bedenklich zu, wie von Kranken- nnd Trinkerheilanstalten einwandfrei fest gestellt ist, und sehr betrübend ist die Tatsache, daß nach den Erhebungen in Preußen sich eine nicht unbedeutende Zunahme des Alkoholgennsses unter den Frauen und Jugendlichen ergeben hat. Darum ist es die Pflicht aller Bolks- sreunde, die an der Erhaltung und der Hebung der Voikswohllahrt und an dem Wicderausbau unseres Vater­landes niitarbeiten wollen, sich mit allen Mitteln der lozialen Fürsorge tatkräftig an dec Bekämpfung des Alko- holmißbrauchs zu beteiligen. Zu diesem Zweck sucht der Marburger Bezirksverein desDeutschen Vereins gegen den Alkoholismus" Mitarbeiter in allen Kreisen der Bc- vülterung ohne Rücksicht aus politische Partei und reli­giöses Bekenntnis. DerDeutsche Verein gegen den Alkoholismus", der bisher den NamenVerein gegen den Mißbrauch geistiger Getränk:" führte, kämpft auch fernerhin nicht für dieAbstinenz", obwohl er für alle Trinker und Trunkgefäbrdete die völlige Entbaltsam- keit für notwendig hält, wohl aber für die gewissenhafte Betätigung des Grundsatzes der Mäßigkeit in allen Kreisen des Volkes. Der Verein sucht mit allen Mitteln unser Volk über die großen Gefahren des Alkoholmiß- brauchs und die hohe Bedeutung der Alkoholfrage für die Zukunft des deutschen Vaterlandes, für Gesundheit und Sittlichkeit, für Wohlstand- und Leistungsfähig­keit unseres Volkes aufzuklären. Diesem Zweck soll auch der öffentliche Vortrag des 2. Vorsitzenden des Mar­burger BezirkZvereins, Herrn Geh. Medizinalrat Prof. Dr. TuczekAlkohol und Jugend", dienen, der am Dienstag, den 3. M a i, abends 8 Nhr im Landgrasenhaus" der Universität, Hörsaal 6, stattftnden wird Der Eintritt ist frei, und zahlreicher Besuch ist erwünscht.

* Das Zentral-Theater wartet, so schreibt es, wieder einmal mit einer großen Ueberrafchung aus: Falschspieler", die Tragödie eines Entgleisten. In 6

Akten wird uns bas Leben eines vom Glücke begünstigten gezeigt, der durch Spiel auf die fchiese Ebene gerät und zuletzt zum Falschspieler wird. Ein drefteiliges Lust­spielOtto geht c?f Tour" geht dem Riescnschlager vomis. Wegen dek1 Larne des Programms finden am Sonntag nur drei Vorstellungen statt, und zwar um 3, 5'/8 und 8 Uhr.

in bet rtsormkerken 'Kirche. PtzMaz, Uhxj Jngendgruppe. Donnerstag, 8'/*#*/ Gesang-

stunde.

Aerztlichee Lonntagodienft.

Am 24. April: Prof. Dr. Jnsti, Wilhelmstr. 29; Fch Dr. Klammer, Grün 15.

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Kirchliche Nachrichten.

Sonntag, den 24. April.

Pfarrkirche. 8Uhr: Pfarrer Jnngck. 9Uhr:Beichte. y/2 Uhr: Pfarrer Heermann. Abendmahl. IV/t Uhr: Kindergottesdienst.

Elisabetbkirche. 8 Uhr: Pfarrer Metz. Uhr: Pfarrer Waltemath. Beichte und Abendmahl. 11'/, Uhr: Jngendavttesdienst.

In beiden Kirchen Kollekte für die Gemeinde Alb-

Zahnärztlicher Sonntagsdienst.

Am 24. April: Zahnarzt Corell, Universitätsstr. l?k Sprechstunden von lj11 Uhr.

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Uhr: Hl Messe mit Früblchre und Kvnimunion des Müttervereins. '/JO Uhr: Hochamt und Predigt.

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Uhr 1. Gruppe.

Rcf. Stadt- u. Univ.-Kirche. 8'/r Uhr: der Gottesdienst fällt aus. 10 Uhr pünktlich: Pfarrer Dr. Busch (Ein festes Ziels. UV# Uhr: Kindergottesdienst, Pfarrer Eisenberg. 3Uhr: Pfarrer Dr. Busch (Ein EwtteSpark). 8 Nhr: Bsarrer Dr. Busch (Eine große Hoffnung). Jeden Montag Abend 8'/« Uhr: Bibel- besvrechstunde im Phikippshaus, Pfarrer Eisenberg.

Diakonissen-Mutterhaus Hebron, Webrda.

Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gottesdienst, Pastor Köbler Katholische Kirche. */27 Uhr: Hl. Messe. 1128

Der Wert der Mark im Auslande.

Für 100 Mark wurden gezahlt: zoanlsiwt den 22. 4. «921.

11 Uhr: Akad. Gottesdienst, Hl. Messe und Predigt.

2 Uhr: Christenlehre und Andacht. 4 Uhr: Jung- frau en verein. 5 Uhr: Mütterverein.

Londeskirchl. Gemeinschaft Marburg-Süd, Schwanallee 51. Sonntag' Wegen B'tcilianng an den kirchlichen Versammlungen fallen alle Gemcinschafts- stunden aus. Montag, nachm. 5 Uhr: Frauenstnnde. Abends 8'/2 Uhr: Gefangstvv.de. Dienstag, abends 8'/., Uhr: Jiigeudbundstunde (Wilhelmstr. 8). Freitag, abends 8'/. Uhr: Bibelstunde.

Selbst, evaug.-luth. Gemeinde, Nikolaistraßei. Sonntag, 21. April, vorm./s10 Uhr: Predigtgottes­dienst, Superint. Anthes.

Ncuap. Gemeinde, Elisadethstr. 9, H.I. Gottes- dienste: Sonntag, vorm. '/JO Uhr: abends l/->9 Uhr. Mittzwoch, abends Vs9 Uhr

Methodistengemeinvc, Wörthstraße 15a. Sonn­tag, 21. April, vorm. '/JO Uhr: Predigt. 11 Uhr: Sonntagsichnlc. Abends/:-9 Uhr: Predigt. Mitt­woch, abends '/->9 Uhr: Bibel- und Gebetsstnnde. Donnerstag, abends 1'29 Uhr: Jugcndbund-Beriamm- lvng. R. Schopfs.

Zaptistengemeinde, Hirschberg 11 II. Sonn­tag, 11 Uhr: Eonntaasfchnle. 3 Uhr: Gottesdienst. Mittwoch, 81/« Uhr: Gcbetstnnde.

Christlicher Vere r^nnaer Mädchen, Julien stift. Sonntag. 3 Uhr: Beteiligung am Gottesdienst

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