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Amtliches VerkiinLigungsblatt des Kreises Marburg.

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Anzeiger für (bas früher kurhessische) Oberhessen

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Die „Oberhejfische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 4.25 Mk^ durch die Post 4.65 Mk. Ausgabe B mit „Oberh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr. Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. — Lerlag von Dr. C. Hitzeroth.—Druck der llnio.-Buchdruckerei von Joh.Aug. Koch, Markt 21.23 — Fernsprecher 55, — Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Marburg WM, -rn 20. Wil (Dftcnuonä)

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56. Sulin.

1921

Erstes Blatt

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Die BMW Der WM

Es kam zu Tätlichkeiten gegen das Ehepaar, das zu einer eigenen Sicherheit unter polizeilichen Schutz gestellt wurde.

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Die MSMe in AeWmWl.

Dankeskundgebung des Kaisers.

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1 Potsdam, 19. April. Prinz Eitel Friedrich erläßt im Namen des früheren Kaisers eine Kmid- tzrbimg, marin allen denen, die ihre Mittrauer an dem Verluste bezeugten, der das frühere königliche Haus tzctrofscn hat, tiesempsnndenen Dank übermittelt wird. Ks heißt darin: „Wir schöpfen hieraus Trost und hoffen, daß das vorbildliche Wirken dieser treuen heurschen F«m, die als Landesmutter alle mit der gleichen und nie versagenden Liebe wie ihre eignen Kinder umfaßt hat und niemals in ihrem felsenfesten Kottvettrauen wie in ihrer heißen Liebe zur Heimat ' irre geworden ist, nicht nur in den Herzen ihrer nächsten Angehörigen, sondern auch in denen vieler anderer Deutscher fortteben wird."

Kundgebungen und Zwischenfälle.

Berlin, 20. April. Gestern nachmittag wur­den von den zur Teilnahme an der Beisetzungsfeier der früheren Kaiserin herbeigeeilten Trauergästen größere politische Kundgebungen vor den Wohnun­gen der in Potsdam abgestiegenen Heerführer Hin­denburg, Ludcndorff und Mackensen veranstaltet.

Potsdam, 19. April. Die hiesigen Betriebs­räte der städtischen Arbeiter beschloßen, daß, wenn aus Anlaß der Beisetzung der früheren Kaiserin die auf de» städtischen Gebäuden gehißten Fahnen nicht in kurzer Zeit eingeholt werden, die Arbeiter- - schaff innerhalb 24 Stunden den Ausstand er­klären werde.

Während der Traueifeier ereignete sich in Pots- rdam ein Zwischenfall, bei dem ein amerikanisches t Ehepaar, das im Automobil durch die Straßen Potsdams fuhr, unliebsam behelligt wurde. Ein Teilnehmer an der Trauerfeier wollte beobachtet Haben, daß ein im Auto durch die Straßen fahrendes i**ierila*i&6e6 EL-vaan sich ablällia aeäüsiert Lütte.

.^Wildpark bei Potsdam, 19. Avril. Die feier- tajc Beisetzung der verblichenen früheren Kaiserin in lern zum Mausoleum bestimmten Antiken Tempel beim Plenen Palais ist heute vormittag erfolgt. Gewaltige pkenschenmassen waren zu der Feier von Nah und Fern ziisammengekommen. Um 91/; Uhr waren die Anwesenden Mitglieder der früher kaiserlich.'» Familie, Elreiche fürstliche Gäste, die ehemaligen Umgebungen

Kaisers »vd der Kaiserin und andere Würdenträger

: der Wildpark-Station versammelt. Unter Glocken- äeläute bewegte sich der feierliche Trauerzug durch die lautlose Menge und zwischen einem Spalier von Schulern, Studenten, vaterländischen Vereinen und Offizieren der früheren Armee und Marine nach dem tzur Trauerkapelle hergerichteten Tenrpel. Dort wurde -er Sarg ausgebahrt, und die vier anwesenden Söhne Lee Kaiserin übernahmen die Ehrenwache. Die Traucr- jttbe hielt Oberhosprediger Dryander über Psalm M36: „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden lernten." Eine ungeheuere Menge von Kränzen waren Heils schon vor der Feier eingetroffen, teils wurden fe nach der Feier von vorbeiziehenden Abordnungen «m Mansokenm niedergelegt.

t An; der ehemaligen Hofstation hatten sich gegen »-/, Uhr die frühere Kronprinzessin, die Söhne und der sEchwiegerfohn der Kaiserin mit Elemahlinnen, der König von Sachsen, die Großherzöge von Baden, Reifen, Mecklenburg-Schwerin, Sachsen-Weimar und Dldenburg, die Generakseldmarschälle v. Hindenburg, v. Mackensen, Großadmiral v. Tirpitz, General Ludendorsf ;|mb andere eingesunden. Nach einer kurzen Andacht tan Sarge wurde dieser von dem Zuge »ach dem Leichenwagen get«Mn. Alsbald setzte sich der feierliche Keichenzng in Bewegung. Die Prinzessinnen und sürst- licken Leidtragenden schritten hinter den Wagen. Laut­los und entblößten Hauptes ließ die Menge den Zug passieren: Tie mitgeführten umflorte» Fahnen der Brrcine und Abordnungen senkten sich. Die inneren Beinen Kreisrunden des Tempels waren mit Lorbeer­bäumen und Palmen umstellt und mit schwarzen dra­gierten lutb römischen Kränzen rings umhängt. Vor dem Altar echob sich der hermelinbedeckte schwarze Katafalk, ihm zur Seite Kandelaber mit Wachslichtern, jstnr Seite stand die gelbe Kaiserstandarte, ein Ge- scheui der ehemaligen Seeoffiziere der Marine. Als ber Zug vor dem Mausoleum angelangt war, wurde der Sarg vor dem Altar anfgebahrt, während der Domchor intonierte: „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt." Vier Eöftne der Kaiserin zogen die Degen und übernahmen die Ehrenwache am Sarge. Tann betraten die übrigen fürstlichen Leidtragenden den Raum. Nach einer Rede des Oberhofpredigers Dryander schloß der Gesang des Domchors: „Es ist ein Ruhetag vorhanden" die Feier. Die Abordnungen zogen an dem Mausoleum vor­über, legten Kränze nieder. In der Villa Liegnitz war Tranerempfang.

Neue und erhöhte Steuer«.

Berlin, 19. April. Ter soeben dem Reichs­tag ^gegangene ReichshaushaltSvoranschlag für 1921 chließt in Einnahme und Ausgabe mit 46 945 000 000 Mark ab, was gegen das Vorjahr ein Mehr von 3 285 000 000 Mark bedeutet. Einen Ueberschuß er­zielte nur die Reichsdruckerei. Zuschüsse bean- pruchen die Reichspostverwaltung mit 3 345 000 000 Mark, die Reichseisenbahnen mit 9 223 000 000 Mark. Tie Einnahmen aus Zöllen und Steuern bewegen sich in steigender Richtung, während bei den Besitzstenern infolge der Erhebungsschwierigkeiten Ausfälle ent- ianben sind. Zur Deckung der Mehrausgaben sollen die bestehenden Steuern erhöht, neue Steu­ern ein geführt und die Eisenbahntarise erhöht werden. Durch Verringerung des Beamten­körpers und Verminderung der SrchauSgaben werden Ersparnisse erwartet.

Der Staatssekretär für das Fernsprechwesen Bredow teilt mit, daß der Fernsprechverkehr einen Fehl­betrag von 800 Millionen Mark jährlich aufweist. AlS einzige Möglichkeit der Gesundung bezeichnete Bre­dow die Abschaffung der Pauschalgebühr und die Ein­führung des Zäblshstems.

Das Ansteigen der deutschen Schuldenlast.

Berlin, 18. April. In der ersten Aprildekade brachten Steuern, Zölle, Abgaben ufrv. 1,16 Mil­liarden Mark. Da die Ausgaben 2,02 Milliarden Mark erforderten und die Poft einen Zuschuß von 0,29 Milliarden, die Reichseisenbahnverwaltung einen solchen von 0,43 Milliarden nötig hatten, war eine neue Vermehrung der schwebende» Shuld um 1,58 Milliarden Mark nicht zu vermeide».

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Der 1. Mi.

Daß der 1. Mai für die Entwicklung der euro­päischen Lage ein überaus kritischer Tag werden kann, steht heute außer Zweifel. Der Friebensvertrag schreibt vor, daß bis zu diesem Termin Deutschland von dem Entschädigungsansschuß die Höhe seiner Verpflichtungen mitgeteilt werden muß. Der Ausschuß hat bann außerdem die Art und die Fristen der deutschen Zah­lungen festzusetzen und den verbündeten Regierungen Bericht zu erstatten, wenn Deutschland vorsätzlich mit der Ausführung der ihm vorgeschriebenen Leistungen im Rückstände bleibt. Dieses ganze formelle Beriach- richtigungs-. Mahn- und Beanstandungsverfahreu wird sich wahrscheinlich im Eiltempo vollziehen, und bann weiden die Verbündeten, wie die französische Presse täglich verkündet und wie Herr Briand in der Kam­mer bestätigt hat, zu neuen sehr einschneidenden „Sank- tions"-Maßnahmen greisen. Trotz der zweifellos beab- sichttgten Einschüchterungswirkung auf Deutschland wäre es doch verfehlt, zu glauben, daß es sich bei diesen Drohungen um einen leeren Bluff handle. . Die Existenz des Kabinetts Bria-nd ist davon abhängig, daß Frankreich binnen kurzer Frist die bis­herigen „Sanktionen", die sich nach Pariser Aus­fassung als wirkungslos oder mindestens nicht ans- reichend wirksam erwiesen haben, durch schärfere ersetzt. Eine französische Regierung, di« nach dem 1. Mai die Hände in den Schoß legen würde, um passiv auf neue deutsche Vorschläge zu warten, könnte sich keine 14 Tage im Amte behaupten. Selbst wen» die maßgebenden Persönlichkeiten des französischen Kabinetts innerlich von der Unfruchtbarkeit der Gewaltpolitik, die sie in Aussicht stellen, vollkommen überzeugt wären, müßt"« sie sie unter dem Gesichtspunkte der politischen Selbst­erhaltung durchführen.

Daß irgendeine andere Macht Frankreich bei der Ausführung seiner Pläne in den Arm fallen wird, steht nicht zu hoffen. Lloyd George hat eben erst im Unterhaus erklärt, cs könne sich als nottoenbig er­weisen, eilte Unterwerfung Deutschlands unter die Be­stimmungen des Vertrages von Versailles zu er­zwingen. Und die amerikanische Regierung hat Deutschland in sehr eindeutiger Form darauf aufmerk­sam gemacht, daß es bis zur Grenze seiner Leistungs­fähigkeit zahlen müsse, und vorläufig spricht keine Tatsache und keine besttmmte amtliche Aeußerung dafür, daß Amerika die Franzose» hindern wird. Deutschland mit den Mechoden, die Paris für die einzig möglichen erklärt, zum Zahlen zu bringen.

Welcher Art die Methoden sein werden, besagen klar und deutlich genug die heutigen Pariser Meldungen.

Nach dem „Echo du Rhin" ist baS Büro für Ein- tntb RnsfuhrberviüiMigen für das heZtztv Gckiet von Köln nach .EmZ »rrleat worden. _______

Die Maule Belews des MMetes.

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Paris, 19. April. Havas meldet: Bei Schluß )er gestrigen Sitzung, die am Sitz des interalliierten Oberbefehls stattfand, hat ein sehr bekannter Sach­verständiger Marccll Hutin folgende Mitteilungen gemacht:

Es ist so ziemlich wahrscheinlich, daß die Militär­behörden gegebenenfalls es nicht nötig haben werden, zur Mobilisation des Jahrganges 1918 zu schreiten, >a man der Ueberzeugung ist, daß der Jahrgang 1919 zur Erreichung der gesteckten Ziele durchaus genüge« wird. Durch den Zustrom des Jahrganges 1919 werden unsere Truppen der Rheinlandarmee zwecks Durchführung der geplanten Umschnürung des Ruhrgebiets um etwa 20000 Mann verstärkt weiden, denen es an Offizieren nicht fehlen wird, und diese Bestände dürften für den Augenblick mehr als genug sein. Der Sachverständige bemerkt dazu, daß der auf diese Weise gegen Deutschland ansgeübte Druck nach der Ueberzeugung aller so stark sein werde, daß es möglich sein werde, die Soldaten des Jahrganges 1919 drei Monate nach ihrer Einberufung wieder zu entlassen. Die Einberufung des Jahrganges 1919 dürfte jedoch nicht vor dem 1. Mai stattsinden. Tie etwaige Einberufung des Jahrganges 1919 wird für alle ohne Ausnahme gelten; es wird keine Ausnahme gemacht werden, höchstens vielleicht für die Land­leute aus den befreiten Oiebieten.

Tas „Echo de Paris" meldet: Nach Schluß der gestrigen Sitzung der militärischen und wirtschaftlichen SackNierstäntzigen scheint es, daß dtze Grenze deS neu zu besetzenden Gebietes nunmehr endgültig festgeflellt ist. Es umfaßt die R u h r g e g e n d mit Ausnahme der Kreise Hamm im Südosten und Iserlohn im Osten, dafür aber im Süden noch den Kreis Elberfeld. Das ist ein Gebiet von 75 Kilometer Länge und 25 Kilometer Breite mit nicht ganz 4 Millionen Ein­wohner. Man berechnet, daß sieben Divisionen für das militärische Vorgehen völlig genügen werden. In wirtschaftlicher Beziehung bleiöen einzelne Punkte noch zu klären. In erster Linie die Höhe der Ge­bühren auf die Kohlen- und Braunkohlensördernug, aus die mit einem Jahresertrag von 1'/« Milliarden Goldmark gerechnet wird. Auch wird an Maßnahmen zu denken fein, die bei Arbeitsverweigerung der Vorarbeiter geboten fein würden, da es keinem Zweifel unterliegen dürste, daß die Deutsche» einer Förderung unter Auff chc der Brrbündeten Schwierig­keiten bereiten würden.

Auch Belgien für die Zwangsmaßnahme».

Brüssel, 19. April. Der Ministerrat beschäf­tigte sich heute mit den Maßnahmen, die im Ein­vernehmen mit den Verbündeten zur Durchführung und Sicherung der Reparationsleistungen erforder­lich sind und beschloß, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen.

D:r neue Konferenz Lloyd Georges und Briands.

London, 19. April. Die Zufammenkunst zwischen Lloyd George und Briand soll wiederum in Hythe stattsinden. Es wird damit gerechnet, daß die Konferenz Ende dieser Woche stattsinden wird.

Amerika lehnt Fon deutsche» Torschlag ab?

L o n d o n, 20. April. Der britischen Regierung wird nichtamtlich mitgeteilt, daß die amerikanische Regierung den Vorschlag Deutschlands, daß es die Schulden der Verbündeten an Amerika übernehmen wolle, nicht in Betracht ziehen werde.

Die deutsche» Gegenvorschläge.

Paris, 19. April. Nach einer Meldung aus Köln berichtet der „Temps", Deutschland wolle während 10 Jahren 3 Milliarden Eoldmark zahlen und eine abänderungsfähige Jahreszahlung Vor­schlägen, die einem Fünftel des Wertes der deut­schen Exportwaren nach den verbündeten Ländern gleichkjommt. Ebenso wird Deutschland eine : ter- nationale Anleihe von 10 Milliarden Mark Vor­schlägen, welche durch die Einnahmen aus de» Eisenbahnen und durch eine 20prozentige Betei ligung an industriellen Unternehmungen garantiert werde. Die Verbündeten könnten sich jedoch nicht damit begnügen. Deutschland sage beispielsweise nichts von den 12 Milliarden, die am 1. Mai fällig seien. Die Regierung Fehrenbach-Simons würde sich nur mit Mühe an der Macht halten, dies alles biete keine Garantie für die Aufrichtigkeit Deutsch­lands.

Heut« Inkrafttreten der Rheinzollgrenze.

B e r I i n, 20. April. Wie der „Lok.-Anz." aus Köln meldet, schreibt die „Cologne Post": Die Rheinzollgrenze tritt heute um Mitternacht in

Kraft. Die Zollbeamten beginnen dann mit btt Erhebung der Abgabe. Mit dem Glockenschlag 12 heute nacht werden alle Güter, die über die Grenz« kommen, dem Zoll unterworfen. Die Hauptstell« im besetzten Gebiet ist Ohligs, wo Offiziere heut« nacht den Dienst versehen.

Der Eingriff in die perfönkiche Freiheit der «deutschen Zollbeamten.

Mainz, 19. April. Das „Echo du Rhin" be» hauptet, daß in letzter Zeit mehrfach von Berlin Anweisungen zu Versetzungen von Beamten aus dem Rheinland ergangen seien, die von den Ver­bündeten mit der Regelung der neuen Zollinie be­auftragt worden seien. Dip Rheinlandkommisston habe daher außergewöhnliche Vorsichts, maßregeln ergriffen. In Zukunft rrrbe kein Mitglied der deutschen Zollverwaltung seinen etzigen Amtssitz oi ne besondere Genehmigung der oberen Kontrollbehörde verlassen dürfen, ohne sich strengen Strafen und Stellung vor das Kriegs­gericht auszusetzen.

Zu dieser Meldung bemerkt das Wolff-Büro: Die deutsche Regierung hat bereits in der gestrige» Role in schärfster Form gegen die zwangsweise Heranziehung deutscher Beamten protestiert. Die neue Verordnung enthält einen derartigen Eingriff in die persönliche Freiheit der deutschen Beamte», daß man, ohne einen zu starken Ausdruck zu ge- brauchen, von einer Versklavung spreche^ kann.

Der Griff nach dem Gold.

Paris, 19. April. (Havas.) Der Reparation^' ausschuß hat ein die Kricgslastenkommisiion ein« Note gerichtet, welche bis zum 1. Mai die Ueber, führung der Goldbestände der Neichsbank in da« besetzte Gebiet fordert. Falls Deutschland dies« Forderung des Reparationsausschusses ablehnen sollte, so würde sich dieser gezwungen fetzen, von Deutschland die sofortige Aushändigung des samten Goldbestandes zu fordern. Gerade um v.e schwerwiegenden Folgen einer solchen Aushändi­gung zu vermeiden, habe der Reparaticnsausschuß sich entschlossen, nur die Ueberführung des Gold­bestandes an die Reichsbankstelle in Köln oder Koblenz zu verlangen. Der Reparation Ausschuß würde die Antwort der Kriegslastenkommission bi' zum 22. April abwarten.

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Gegenüber der Forderung auf Ueberführung der Goldbestandes in das besetzte Gebiet bezw. Aushän­digung des Goldbestandes weisen die Blätter erneut darauf hin, daß die Reichsbank ein reines Privatunternehmen fei. Die Wegnahme des Goldes würde gegen den Grundsatz der Un- Verletzlichkeit des Privateigentums verstoßen. I» einer Unterredung mit einem Vertreter dcs „53. T." bezeichnete Reichsbankpräsident Havenstein die Er­füllung der Forderung nach Auslieferung des Gold- bestandes als eine völlige Unmöglichkeit. Sie würde die Vernichtung unserer Valuta und unserer Wirtschaft zur Folge haben.

Frankreich und Polen die stärksten Militärmächte.

L o n d o n, 19. April. Der Kriegsminister ver- öffentlicht eine Mitteilung über die Größe der Heeer der Länder auf dem Festland. Danach habe» Oesterreich 30 000, Belgien 105 000, Bulgarien 33 000, die Tschecho-Slowakei 147 300, Dänemark 15 400, Finnland 35 000, Frankreich 809652. Deutschland 100 000, Griechenland etwa 250 000, Ungarn 35 000, Italien 300 000, Holland 21400, Norwegen 15 400, Polen etwa 600 000, Portugal 30 000, Rumänien 160 000, Spanien 190 715, Schweden 56 200, Schweiz 200 000, der serbisch- kroatisch-slovenische Staat 200 000 Mann. Nach dieser Statistik verfügen Frankreich und Polen über die größten Heere.

Frankreichs Gendarmen.

Wien, 19. April. Nach dem Laibacher „Elo-' eici Narod" ist der Abschluß eines Defensiv- unt Dffensivbündnisies zwischen Frankreich einerseits und der Tschecho-Slowakei und Südslawen andere« seits in Aussicht gestellt. Würde di« Anschluß«, beroegung in Deutsch-Oesterreich derartige Forme», annehmen, daß diplomatische Mittel nicht mehr ge« nügten, dann würden Südslawien und die Tschech«- Slowakei die weitgehendsten Vollmachten erhalt«».'

Mainz, 19. April. Ta« französische MilKi» Polizeigericht verurteilte den Gasarbeiter Philipp Metz« ler wegen Verteilung kommunistischer Flugblätter |Mj 12 Tagen Gefängnis und 1000 Mark Geldstrast.