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Marburg tzmml«, dni 7. Ami lOftermond)
AmUiches Lerkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (bos früher kurhessische) Oberhessen
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Es 5*iie wie. ei ne Vorbedeutung, als mit dem plötzliches Austauchen des Kaisers Kar? in Ungarn l«r Aeha r verbunden wurde. Nicht umsonst ist der Kommandeur der Truppen in Steinamanger her wenig« bekannte Bruder des Operetienkomponisten Lchar. Lre Geschichte begann wie eine Operette und hat ßjcculW wie eine Operette — in Begleitung von Vertreter» sozialdemokratischer Gewerkschaften und von Offiziere» ber Verbündeten ist Kaiser Karl zum zweiten Ma! uuhaaüoillig aus seinem Land geschieden.
Mit diefem kläglichen Ende eines Abenteuers, dessen »öllige MWchkslosigkeit nur einem Manne wie Karl »an Habsburg verborge» geblieben sein konnte, hat der monarchische Gedanke in Ungarn mindestens eine starke Erschütterung erlitten. Die Rückwirkung hat sich auch sofort in Oesterreich geäußert. Zugleich ist in den eHowals zur österreichisch-ungarischen Doppel- monarchte gehörige« Ländern, alch. deren kräftiges Auftreten zum mcht geringen Teil iw klägliche Mißerfolg rirrilckzusühren das eigene Selbstbewußtsein Gewächse». Tic PerfSMchkeit W Mannes ver' im MittclpunA dieses Abenteuers stand, seine Unauf- richtigkcik, der Mangel an wirklichem Mut und anderen Eigenschaften, die allein einem enthronten Fürsten starken Anhang im Volke und somit die Möglichkeit «ner Äi^erkehr zu sichern vermögen, ließen es von vornherein! als aussichtslos erscheinen, daß König Kar' tu diesem Augenblick in Ungarn wieder festen Fuß jassen würbe. Daß er sich auf dieses Abenteuer ein« Stß, Tifit aus Einflüsterungen und Versicherungen völlig unverantwortlicher Leute, beweist der Welt und dem !-»garischen Volk am besten, daß ihm politisches Ders: äadnis abgeht. Lediglich das Pochen ans die reicht selbst bei einem Volk wie dem un° tzarißhe», wo der monarchische Gedanke in einer tausendjährigen Geschichte sehr tief und fest Wurzel stkschlagei? hat, nicht mehr aus, das Rad der Zeit rückwärts zu drehen. Dazu gehöre» ganz andere Mistesgaben inid kräftigere Arme, als Karl von Habsburg besiW, Somit dürfte der letzte Habsburger für immer als Held eiues Operettenabenteuers in der Vec» Senkung verßhwnnden sein. Es ist freilich wenig tröstlich. daß ei» Geschlecht, das in der Geschichte Dentsch- kar.ds, Enrnpas und der Welt einst eine große Rolle Defpielt fta», ein solches Er.de finden mußte.
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|> Rückrei'e mit Hindernissen.
5>c r l< o , 6. Slptfl. Wie die Blätter aus Wien Leiden, wurde der Sonderzug des Erkaifers Karl .1t Bruck b. d. Mur (Steiermark) von Tausenden von Eisenbahnern, die sich des Bahnhofs bemächtigten, aufgehalten. Sie verlangten, daß der Exkaiser eine Erklärung abgebc, nie wieder den Lersuch zo machen, nach Oesterreich zurückzukommen Der Zug des Exkaisers blieb außerhalb des Bahnhofs bei Frohnleiten stehen und konnte erst »ach längeren Verhandlungen mit der Arbeiter- lbordnung die Weiterfahrt fortsetzen.
Dir „Wiener Allg. Zeilg." meldet ergänzend zu bem Vorkommnis in Bruck: Nach Schluß der Ver Handlungen mit den Arbeitern versammelte» sich de'e in de» Wartcsäle», und nur etwa 109 Vertrauens'eutc toaren aus dem Bahnsteig zurückgeblieben. Als der Zug des Exkaisers cinsuhr, sprengten die Arbeiter bie nelsck)kyssenen Türen und eilten auf den Bahnsteig, der sofort von einer nach Tausenden räülendrn Men^ rrsüllt Führer hielt ehe Ansprache und
bkachw ««> Hock, auf die Republik aus, worauf die Art.r iker mit Abzugrusen auf die Habsburger antworteten. Dee Arbeiter stürmten gegen den Wagen des Exkaisers asb forderten, daß er sich am Fenster zeige. Gendarmerie, die den Zug begleitete, Mannschaften trab Etrteuteofiizicre wehrten die Arbeiter mit blanker Waffe a& Der Zug fuhr hieraus im raschesten ikemvo au« der Station und setzte die Fährt fort.
B u chs, 6. April. Der Sonderzug mit dem Ex- kifer Kart hat gegen 5 Uhr nachmittags die öfter- reichifch-sihweizerische Grenze passiert.
Um 5 Uhr traf der Sonderzug des Exkaisers Karl Mit vierstündiger Verspätung infolge der Vorgänge in Bruck hier ein, begleitet von italienischen, frau- töjischcn Hub englischen Militärs. Ter Exkaiser wurde vvrch Oberst Kißling empfangen, der die Paßsormali- titeti erledigte. Die Weitersahrt erfolgte in einem Eonverwagv» mit dem fahrplanmäßigen Zuge. Als rlnstmeilrger Aufenthaltsort wurde dem Exkaiser Luter» angewiesen. Exkaiserin Zita, die im Kraftwagen svgekommrs war, begleitet ihren Gemahl. Die Fahri Aachen einige Leute der Vclks^eerpoiizei mit,
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Ti. „Wiener Allg. Zeitg." ineldet aus Graz: Als stester» Knt-1 Uhr kurz vor dem Eintreffen d:s Zuges Ais ©t«n«6Mtfler der Triester D-Z»g in die Station ^rohuieilSeck^uhr, bemerkte der Lokomotivführer, daß Wk Mchtz durch- einen tzolzstamm verlegt «HWm. Er
Mer Mriwe-Iel »der die MW.
Die ungenügende Bewaffnung.
Berlin, 6. April. Laut „Deutscher Allg. Ztg." ließ die interalliierte Militär-Kontroll-Kommission dem Auswärtigen Amt eine neue Note über die deutsche Polizei zugchen. Sie behauptet darin, die Polizei trage m'.zuläsfigerweise noch immer den Charakter einer beweglichen militärischen Streitkraft. Sie stellt sich ferner aus den Standpunkt, daß dir Deutschland in dec Note von Boulogue zugestandenen 150 000 Mann nicht nur die uniformierte sogenannte Ordnungspolizei, sondern auch die Polizei in Zivil (Kriminal« und Verwaltungspolizei) umfcffeit müsse. Tas Auswärtige Amt legte in seiner Antwortnote dar, daß die jetzige deutsche Polizei den in der Note von Boulogne gestellten Forderungen durchaus entspricht und nicht als militärische Organisation betrachtet werben kann. Für die Auffassung, daß die in der Bouloguer Note zugestandeneil 150 000 Mann nur uniformierte Polizei umfassen, liege» eine Reihe mündlicher und schriftlicher Aeußeruugen der Kontrollkommission vor. Die deutsche Note schließt:. . .
Tic Ereignifse in Mitteldeutschland zeigten von neuem, daß die Polizei mit der zugelassenen Be- wassnung den Ausgaben nicht gewachsen ist, die. an sic herantrcte» können. Sic hat es immer wieder mit zahlenmäßig überlegenen und weit stärker bewaffneten Gegnern zu tun. Trotz aller Anstrengung ist für absehbare Zeit nicht damit zu rechnen, daß cs gelingt, aller im Lande verborgenen Maschinengewehre Habhast zu werden und jedes versteckte Gewehr zu entdecken. Ueberdies werden verbrecherische Elemente sich immer wwder auf irgend eine Weise in den Besitz neuer Wassen zu sitzen wisse». Die deutsche Regierung muß es sich unter diesen Umständen Vorbehalten, neue Anträge wegen besserer Bewaffnung der Polizei zu stelle«.
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‘ Wie der „Berliner Lokalanz." mitteilt, werde im Reichsministerium des Innern eine Denkschrift hergestellt, die an der Hand von dokumentarisch srst- gestellten Tatsachen de» Nachweis führen wird, daß die jetzige Bewaffnung der Polizei völlig unzureichend ist. Ortskundige und gutbewaffnete Banden können nur wirksam bekämpft werden, wenn der Polizei auch Großkampfmittel, wie Gejchütze und Minenwerfer zur Verfügung stehen.
Die Entwaffnungsfrage.
Bayern für neue Verhandlungen.
M ü n ch e n, 6. April. Die Korrespondenz Hoffmann teilt amtlich mit: Der Ministerrat beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung mit der vom Reichsminister Dr. Heinze im Auftrag der Reichsregierung überbrachten Note vom 23. März. In der vom Ministerrat beschlossenen Antwort an die Reichsregierung schlägt die bayerische Staatsregierung mit eingehender Begründung vor, bei gegebenem Anlaß mit der Entente inneueVer- handlungen wegen der Entwaffnungsfrage einzutreten.
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Die Durchfahrt durch den Kieler Kanal.
Paris. 6. April. Der Botschafterrat beschäftigte sich in seiner heutig» Sitzung mit der Frage des britischen Dampfer« „Wl^öfshrtr", v-r am 21, Mkirz in sräN^schen Diensten nach Danzig fuhr und dem die Durchfahrt durch den Kieler Hafen verweigert wurde. Der Botschafterrat hat den Entwurf einer Note gebilligt wegen angeblicher Verletzung des Artikels 380 des Friedensvertrages von Versailles. Die Konferenz habe entschieden formellen Protest gegen eine solche Verfehlung einzulegeu, während Wiederholungen nicht geduldet werden können.
Die Aalandinseln sinntsch. Nach einer Meldung der .Chicago Tribüne" aus London wird in englischen diplomatischen Kreisen erklärt, das; der Bötkerbnnd die Aalandsinsel» endgültig Finnland zugelettt habe.
brachte den Zug zum Stehen, wobei dir Lokomotive noch von dem Stamm getroffen wurde. Nachdem das Hindernis beseitigt war, setzte der Zug seine Fahrt »ach Bruck fort. Die Station mar von einer tausend- köpfigen Menge besitzt. Die Passagiere wurden mit Schmährufen empfangen. Vertrauensmänner der Arbeiter durchsuchten die Waggons, augenscheinlich in dcr Erwartung, daß sich Exkaiser Karl unter den Passagieren befand. Nach langem Aufenthalt setzte btr Zug seine Fahrt nach Wien fort, wo er mit ein« fhlnbtget Verspätung anlangte.
Wien, 6. April. Wie die „Neue Freie Presse" aus Budapest meldet, wird in Kreisen der kleinen Landwirte die Idee erörtert, die Königsfrage praktisch dadurch auquschalten, daß das Amt des
6ln SMftWiMeriim in Men?
Berlin, 7. April. Die gestrigen Fraktions- besprechungcn über die Regierungsbildung in Preußen, haben zu keinem Ergebnis geführt. Die Fraktion der Deutschen Bolkspartei lehnte die von der Sozialdemokratie geforderten Garantie» für ein Zusammenarbeiten mit der Volkspartei ab. In der Sitzung der sozialdemokratische» Fraktion wurde sestgcßellt, daß eine Veränderung der Lage bisher nicht eingetreten sei, weshalb sich die Fassung von Beschlüssen erübrige. Sowohl die „Deutsche Allg. Zeitg." wie die „Voss. Zeitg." halten es für wahrscheinlich, daß man einen Ausweg aus der Verlegenheit in der Bildung eines G e s ch ä s t s m i n i st e r i » m s als Nebcrgangslabinet! sicher, werde. Der Präsident dieses Kabinetts, das sich teils ans politischen, teils aus der Beamtenschaft ent» nommentn Fachministern Zusammensein werde, werde den Reihen des Zentrums entnommen werden. Rach bet „Voss. Zeitg." werde das Zentrum den Miuistcr Sieger wald als Ministerpräsidenten präsentieren, dem cs überlasfe» bleiben werde, die einzelnen Minister- posten zu besetzen. Sämtliche Parteien, ausgenommen die Teutschnalianalen mtb die Linksradikalen, hätte» sich bereits damit einverstanden erklärt, den vom Zentrum nominierten Kandidaten für das Ministetpräsidium ihre Stimme zu geben.
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Dtt MW Mm.
London, 6. April. Reuter meldet aus Smyrna, daß der dort nusgegebene griechische Bericht beit R ück- z n g der griechischen Armee in Richtung auf die itcsirüng- iidjrtt Stellunzen bestätigt. Einer anderen ReulecmA- düng zufolge sind in amtlichen Kreisen i» London -Telegramme eirrg,etroffcn, nach denen die Grieche» mehrere tausend Man» verloren und sich in einer Tiefe von 70—80 Meilen zurückgezogen haben. Man glaubt, daß die griechischen Streitkräfte ausreicheu, um de» Türken, die ihnen gefolgt sind, in den neuen Stellungen die Stirn zu bieten, sodaß keine Gefahr für die alliierten Streitkräfte an den Meerengen bestehe.
Paris, 6. April. Die feier eingetrcffenen Meldungen lauten für die Grieche» sehr ungünstig. Ter „Temps" berichtet, daß die Tücken die Grieche» vollstüirdig niedergeworfen haben. Die Türken haben sehr gute Artillerie. Die Militärkritiker der Pariser Blätter bemerken, daß Sie militärische Lage der Griechen sehr bedenklich sei, unb aaß die Griechen nicht mehr in der Lage sein werden, Sen Tücken noch einmal cntgegenzutreten.
Deutschland und Amerika.
Die Borteile eines deutsch-amerikanischen Friedens für Frankreich.
London, 6. April. „Morning Post" meldet aus Washington, es sei Viviani klargelegt worden, daß es int Interesse Frankreichs liege, wenn die Vereinigten Staaten einen baldigen Frieden mit Deutschland schließe», da Frankreich augenblicklich die deutsche Entschädigung brauche und Deutschland seine Reparation nicht bezahlen könne, wenn man nicht zu einigermaßen normalen Umständen zurückkehre, und daß der deutsch-amerikanische Friede zur Herstellung dieser Lage von großem Nutzen sein roetbe; denn wenn der Friede hergestellt sei, könne Deutschland in den Vereinigte» Stuten KredsLr ut/„ erhalten. Es rönne dann an die Arbeit gehen und daran denken, Frankreich zu bezahlen.
Di« Mandatfrage.
Rewyork, 5. April . Die amerikanische Regierung hat an die Verbandsregierungen sine Note über die Mandate gerichtet. Zn diesem amtlichen Schriftstück legt sie nochmals ihren bereits bekannten Standpunkt über die Insel P a p klar. Man behauptete, daß die Bereinigten Staaten diese Gelegenheit benutzt haben, um den verbündeten Mächten amtlich mitzuteilen, daß sie jede Gemeinschaft mit dem Völkerbund ablehnen und sie sich hinsichtlich der europäischen Fragen vollste Handlungsfreiheit vorbehalte.
Reichsverwefers, das gegenwärtig auf unbestimmte Zeit verliehen wird, auf eine bestimmte engere Frist beschränkt wird. Nach den gestrigen Parteikonferenzen müsse die Lage in Ungarn immer noch als ernst bezeichnet werden.
Der Provinziallandtag der Provinz Rieder- schlefien wählte zu seinem Vorsitzenden den Landrat Seibolb (Sog.), der Provinziallandtag für Oberschlesien durch Zuruf den Herzog von Ratibor, der gemeinsame Ptovinziallandtag der Provinz Schlesien zu feinem Vorsitzenden den Landrat a. D. v. E o ß l e r (Dnl.).
Die Sozialisten von Madrid had« bett Beitritt «ur Dritten Jnternattonale abselehnt.
Der eislilA Moni.
Wendung zum Besseren?
London, 6. April. (Reuter.) Infolge des Eingreifens des Premierministers, der die Bscg- werksbefitzer und die Bergarbeiter aufgefordert hatte, in einer gemeinsamen Zusammenkunft die Verhandlungen wieder aufzunehmen, hat sich di« Streiklage zum Besseren gewendet. Beide Parteien haben die Einladung angenommen. Es ist wahrscheinlich, daß die Transportarbeiter und die Eisenbahnarbeiter den Ausgang der neuen Verhandlungen abwarte» werden, ehe sie zu einer entscheidenden Aktion schreiten.
London, 6. April. Havas meldet: Eine Versammlung der Delegierten des Transportarbeiter« Verbundes beschloß einstimmig, die Bergarbeiter zn unterstützen. Es wurde beschlossen, sich sofort mH den Eisenbahnen zwecks eines gemeinsamen Vor/ gehens in Verbindung zu setzen.
London, 6. April. Vom 6. April ab wird der Kensingion-Park sür daS Publikum geschlossin feilt, da die Regierung hier ein LcbcnSmittelzcntrum errichten wird wie int Hydc Park während des großen Eiscnbahncrstreiks.
Paris, 6. Apcll. Nach einer Londoner Melkung des , Ech.' be Paris" soll die englische Regierung angesichts der ernsten Lage in der Arbeiterfrage bi« sofortige Zurückbeorderung des Bataillons beschlossen haben, das anläßlich dec Abstnnmtmg in Oberschlesien dorthin entsattdt worben ist. s
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Die Luge in Mitteldeutschland.
Die Aufdeckung der kommunistischen Aufruhr- orgauijatiou. -1'
Berlin, 6. April. Rach einer Blättermeldun- aus Halle führte die Aushebung des sogenannten kommnnistischen Stabsquartiers in Halle zur Aufdeckung der ganzen Organisation der kommunistischen Putschleitung. Die Oberleitung d-s Aufi standes befand sich in den Händen eines gewisse« Robert Kruse, Berlin. Unter den beschlagnahmten Karten und Schriften befinden sich Situationsberichte unb Pläne über die Organisaiion bes Aufstandes sowie übet den Zeitpunkt des Losschla« gens. Eine Anzahl von Papieren liefert den Beweis, daß aus Rußland Informatitme», Aufrufe und Gcldfeudungen kamen.
Bei einer Häuserra-zia in Höhnstedt iw Mavsselder Srekreis sind 25 Personen verhaftet trab zahlreiche Waffen beschlagnahmt worden. Auch in Dörfern deS Sattgechausener Kreises wurden, der „Halleschen Allg. Zeitung" zufolge, von dcr Schutzpolizei erfolgreiche Durchsuchungen vorgenominen.
Hörsing gegen den Sanbbuub.
Magdeburg, 6. April. Nach der „Magdeb. Ztg." hat Oberpräsident Hörsing an die Landräte folgendes Telegramm gerichtet:
Die Landräte werden auf die angedrohte Bil« düng von Selbstschutzorganisationen durch den Landbund usw. hingewiefe». Es wird ihnen auf« gegeben, mir sofort zu berichten. Die Verordnung des Reichspräsidenten vom 31. Mai 1920 müsie rsi^-htslos bllliygtfugir wrrvrn.
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Die Sondergerichte.
Berlin, G. April. Vor dem vom Rcichspräfi« deuten eingesetzten Sondergericht begann der Pro« zeß gegen den Dreherlehrling Ernst Bandik, der an« geklagt ist, die „Rote Fahne" vom 27. März 1921 verbreitet zu haben, welche einen Aufsatz mit bft Ueberschrift „Der Kampf geht weiter" und in diesem die Aufofrderung zum Generalstreik, Bewaffnung des Proletariats und Entwaffnung be»| Bürgertums enthielt. B wurde zu einer Woche Gefänignis verurteilt, die durch die Untersuchungs- oaft als verbüßt gilt.
Berlin, 6. April. Wie ber „Lok. Anz." au, Duisburg meldet, sind ungefähr 900 Kommunisten biS heute kriegsgerichtlich abgeurteilt worden. DaS Kriegsgericht ist zu diesem Zweck von Aachen nach Mörs verlegt worden. Der Kommunist Beigeordnete« Tr. Gabriel ist zu 5 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Tie Verurteilten werden nach bem Aachener Gebiet rbgeschoben.
Nach dem gleichen Blatt sind die vor kurzem in Stuttgart verhafteten 11 Kommunistenführer, die sicht in Tübingen in polizeilichem Gewahrsam befinde«, am letzten Freitag in den Hungerstreik Getreten.
In ber „D. Tagesztg." findet sich folgende Todesanzeige: i
Im Kampfe um Ordnung und Sicherheit seines Vaterlandes fiel durch Meuchelmord unser alter, treuer Fevte zugkamerad, der ehemalige Hauptmann ber Fliegertruppe