1 Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurheUchej Oberhsffen
!h.78
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Marburg Wag, den 5. Mil (Ostermond)
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56. m 1921
Bit MnhlbMWg.
s Magdeburg, 4. April. Die Meldestelle des klberpräsidimns teilt mit: Im Regierungsbezirk wurden )ei verschiedenen Streifen mehrere Personen festgc- »ornwen und auch Gewehre beschlagnahmt. Hettstedt tourde mit einer Huilderrschaft dauernd belegt. Im Kreise Torgau wurden 230 Personen festgenommen, ßn Torgau ist ein Handgranatenanschlag auf den !Pveiten Bürgermeister verübt worden, der mißlang.
wurden erhebliche MunitionSfunde gemacht. Im 'Übrigen kanrl gesagt werden, daß die Lage im alt» gemeinen ruhiger geworden ist, und daß die Aufruhr- tewegung als niedergeschlagen betrachtet werden kann.
Be rlin, 4. April. Nach einer Meldung des Jßof. Anz." aus Halle ist der Pastor Müller aus Et it • ■ : litt, der von komnrunistifchen Banden aus her Kirche geholt, mißhandelt und als Geisel mitgeführt Vord-en ist, inr Merseburger Krankeichaus feinen Brr fetz'lugen erlegen.
Verl i ii, 3. April. Laut „B- ß." beschlossen die dädüfchea Rr-beiter in Lichtenberg, die Arbeit sofort Dieder auf^unehmen. In allen städtischen Werken wird |eit 10 Uhr mit voller Besetzung gearbeitet.
Tie städtischen Arbeiter beschlossen mit großer Mehrheit, am Mittwoch, dem Beerdigungstage Sylts, vorn UuLstande abzusehen.
g; Berlin, 4. April. Der Heizer Siebahu, der in der phlanbsrraße 187 beschäftigt ist, sand heute vormittag an tziner Kellertreppe einen Pappkarton mit 11 Spreng- »atronen. Die Zündschnur war bereits abgebrannt, muß :§edock nachher wieder erloschen sein.
| Hölz Anstifter und Leiter der Dynamllauschläge.
Berlin, 4. April. Wie der .Loialanz." meldet, strgab die nunmehr abgeschlossene polizeilich-gerichtliche ßlnierinchuuck des Anschlags aus die Siegessäule, dass sjeK Holz angestiftet und auch Sprengstoffe dazu ge- hat. Ebenso leitete Hölz alle sommuuistlschen Lnschlüge der letzten Wochen, die Anschläge auf Eisenrahnzuge, Bahichöfe, Brücken, in dem Kraftwerk Un- terspree ttito. Zu diesem Zwecke hielt er sich unter dem Kauten Ferch ragelang in Berlin aus und wohnte teils •ei tziesinuungsgenossen, teils in einer Laube in der vungsernheidr.
Berkin. 4. April. An der vergangenen Nacht cr- jdlgle in der Kolonie Grünewald auf dem Vtllen- DrnndsiüS des Fabrikbesitzers Schmidt eine heftige Er- Klosion. Aks die aus dem Schlaf aufgeweckten Dewoh- tecr des Hauses herbetcilten, sahen sie, daß die Glas- twrauda stark beschädigt worden War. Die Nalhaus- tvache stellte fest, daß zwei Handgranaten diese Zer- Röruug verursacht hatten. In der Nähe des Tatortes fand man grüne Zettel mit der Aufschrift „Max Hölz M da".
Um Mitternacht meldete der Fahrdienktleitcr Reu■ Manu, teafj aus der Strecke Banrnschulenwcg-Görtitzer vahustof versucht worden sei, die Brücke beim Trep- Ktver Dammweg zu zerstören, indem man Spreng-
>fje zur Explosion brachte. Die Absicht ist mißlungen.
Berlin, 4. April. Die an dem Anschlag auf die kiegessaule Beteiligten sind dem Unterschnngsrichter zu» »führt worden. Es sind: Schriftsetzer Baumgart, Dreher Hannema»!:, Arbeiter Kaminski, Schleifer Kranz. Portier Lemke, Korbmacher Mordon, Eifenhobler Neumann, Fa- tikarbeiler Mhring, Eisendrcher Schirchinfti.
Die 100 000 Marl-Belohnung.
Dio Meldung, das; auf die Ergreifung von Hölz Mm der preußischen Negierung eine Belohnung dort 100 000 .ft ausgesetzt sei, trifft der „Deutschen Attg. ßtg." «usolge in dieser Form nicht zu. Die Summe ist vielmeiw ausgesetzt auf die Ergreifung aller Ban- örnsührer, die bei der Inszenierung des Kommunisten Mtssianiws hauptsächlich mitgewirkt haben.
Brrhaflungen in Breslau.
Breslau, 4. April. Der Polizei gelang es verborgen gehaltene Sprengstoffe zu ermitteln und zu teschlagnahmen. Durch einen Zufall gelangte sie außerdem in den Besitz von Schriftstücken, auf Grund kren sie eine große Anzahl Personen verhaftete. Bisher sind ungefähr 56 Personen festgenommen Worten, darunter 10 Personen ans der Provinz.
Die Lage link» des Rheines.
Essen, 4. April. Auf der linken Rheinseite hat Hettle der weitaus größere Teil der Belegschaften die Arbeit wieder anfgeuvmmen. Die belgischen Be'ahungc- truppen "halten noch sämtliche Schachtanlagen besetzt.
Die Bewegung, welche die Ausrufung der rheinisch e n Republik, zum Ziele hatte, ist miß langen. »
; Ein neuer Hochverratsprozeß.
' Hakle, 5. April. Der Hochverratsprozetz gegen »e Kommunisten Vater ans Magdeburg, Jacob •us Bielefeld und 18 weitere Angeklagte si.tdet am 15. And 16. AMkik vor dein autzeiordeitttichen Gericht des Druppeukommandos im Magdeburger Schwurgerichis- Jaal statt. Dte Anklage stützt sich auf Angabe», welche Nie Behörde trotz strengster Geheimhaltung erhielt, wo- Nach zur Dtirchsührung linksradikaler Putschpläne im tzanzen Reiche eine Rote Armee organisiert tverden sollte. Die Verreidignng hat die Ladung Esche skick's Hcalttroat.
Die BeeSSmer $lef:c. Die Vorbesichtigung der vom 6.-18. Ayr« stattsindenden Breslauer Fvüüjaürs -lnesse durch Vertreter der Prefle ergab daß die Messe I» allen ihnen Tetirn autzcrsrdentltch reich und gut bc- totsi nrsM« iß. _ .. --s ...
Amerika unö die MgsMiidiWMage.
Zer deatich-amenkMii-e NeiMagsaMaM.
Wie micgeteilt, ist ein deutsch-amerikanischer Meinungsaustausch über die Frage der Kriegsentschädigung erfolgt. Es ging dabei, wie immer, loenu sich die deutsche Regierung in feierliches Schweigen hüllt: in der ausländischen Presse wurde der Hergang entstellt wiedergegeben, natürlich nicht zum Vorteil Deutschlands. Tic Reichsregierung sieht sich deshalb gezwungen, nun doch den Schleier des Geheimnisses zu lüften und veröffentlicht den Wortlaut des Schriftstückes, das Dr. Simons am 21. v. Mts. dem amerikanischen Kommissar in Berlin Dr. Dresel übergeben hat sowie die am 29. v. Mts. erfolgte amerikanische Antwort. Die deutsche Regieruug erklärt darin
Die brittiche Rcgtermrs bedauert es ans das Tiefste, daß es auf der SöndoE'Konser«, nicht zu einer Einigung in der Reparationssrage gekommen ist. Sie bat den aufrichtigen Wunsch gehabt, bett alliierten Regierungen soweit entgegen zu kommen wir es nur möglich ist. Die deutsche Delegation ist in diesem Bestreben nach dem Urteil der übnlviegeuden Mehrheit aller deutschen Sachverständigen sogar weit über die Grenzen des Möglichen hinaus gegangen. Es ist nicht richtig, wenn Herr Lloyd George die Behauptung aufgestellt hat, daß Deutschland nicht zur Reparation bereit sei. Vielmehr ist sich nicht nur die deutsche Regierung, sondern auch das.deutsche Volk vollkommen klar darüber, daß Deutschland bis zur Grenze keiner Leistungsfähigkeit Schadenersatz leisten muß, und daß keine Veränderung der politischen Konstellation ettvas daran Subern kann. Alle verantwortlichen Stellen in Deutschland und insbesondere auch die deutschen Arbeiter sind durchaus gewillt, -zum Wiederaufbau der zerstörten Gebiete mit allen K' ästen beizutragen. Ztvei große Ziele der Reparation lieaen vor.'. 1. Wiederaufbau der zerstörten Gebiete. 2. Beschaffung sofort greifbarer größerer Barmittel in fremden Devisen. Deutschland hat zu wiederholten Malen seine Arbeitskräfte, seine technische und materielle Hilfe für den sofortigen Wiederaufbau zur Verfügung gestellt. fi ritte »einer Angebote sind angenommen worden, keines auch nut zur Erörterung gestellt worden. Deutschland wünscht keine Verewigung des Völkerhasses. Es wird daher nochmals der französischen Regierung Vorschläge unterbreiten, deren Einzel^iten gegenwärtig mit der deuttchen Arbeiterschaft selbst beraten und ausgestellt werden. Hai die französische Regierung Bedenken gegen die Verwendung so zahlreicher deutscher ArbeilSkrä'te im Wied-r- aufgebiet, so würde die deutsche Regierung auch bereit fein, iu jeder anderen mögliche» und Frankreich genehmen Form ihre guten Dienst« und Kräfte zur Verfügung zu stellen. Die Beschaffung größerer Geldmittel m sremdcn Devisen ist für Deutschlatid nur durch starke Steigerung seines Exports möglich. Deutschland wirb die Prüfung seiner eigenen finanziellen Leistungssähigkeii gern beut Urteil unparteiischer Sachverständiger unterstellen. Teuttch- land glaubt, baß bie ungeheuren Schäden, die der Krieg
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angerichtei hat, bie ungeheure Schuldenlast, die alle beteiligten Staaten zu tragen haben, nicht auf die Schultern eines einzigen Volkes gelegt werden können. Es glaubt, daß die Wiederaufrichtung des internationalen Wirtschaftslebens auch nicht durch eine Politik der Gewalt und Drohung, sondern nur im Wege friedlicher Auseinandersetzung und Verständigung zu erreichen ist. Die deutsche Regierung legt 9Bert darauf mit allem Nachdruck zu versichern, daß sie zu ihrem Teil ehrlich gewillt ist, diesen Weg zu gehe».
Die amerikanische Antwort besagt:
Die amerikanische Regierung ist erfreut, aus Dr. Simons informellem Memoranbum in unzweideutiger Weise ben Wunsch bet deutschen Regierung zu ersehen, Reparationen bis zur Grenze der Zahlungsfähigkeit zu leisten. Die amerikanische Regierung halt ebenso toic die alliierten Regierungen Deutschland für den Krieg verantwortlich und daher moralisch verpflichtet, Reparation zu leisten, soweit dies möglich sein mag. Tie Anerkennung dieser Verpflichtung scheint der Re- gientng der Vereinigten Staaten als die einzig gesnnde Basis, auf der ein gesicherter und gerechter Frieden hergestellt werden kann, unter dem die verschiedenen europäischen Nationen wieder zu wirtschaftlicher Stabilitäl gelangen können.
Inzwischen hat nach englischen Meldungen die amerikanische Regierung eine Note an Dr. Dresel gesandt, in der der Standpunkt eingenommen werde, daß Deutschland die Verantwortung für den Krieg übernehmen und Entschädigungen bis zur Grenze seiner Leistungsfähigkeit machen inüsfe. Diese Note weü>e auch den Vertretern der Verbündeten in Berlin übermittelt werben. -
Nach einer Kabelmelduaz ber „Chicago Tribüne" aus Washington wirb bie amerikanische Note an die deutsche Regierung „in Frankreich, England, Belgien und Italien Fretcke Hervorrufen und die Hoffnung beleben, daß die Hauptstadt der Vereinigten Slaateu nicht ganz bei Seite stehen werde bei der Regelung der sich aus dem Krieg ergebenden Probleme, bie Amerika berühren als eine bet Nationen» die zum allgemeinen Siege beitrugen." Tie unmittelbare Wir--^ kung werde fein, Deutschland der Hoffnung zu berauben, daß es sich auf den Einfluß der Bereinigten Staaten stützen könne bei seinem diplomatischen Widerstand gegen bie Forderungen der Verbündeten. Tie Note stelle Simons' Verhalten so bar, als habe er bei den Vereinigten Staaten den Eindruck erwecken wollen, di«. Erfüllung der Forderungen sei unmöglich, und Deutschland könne ihnen nicht nachkommen. Man glaube, daß die deutsche Regierung der amerikanischen vorgeschlagen habe, einen möglichst großen Teil der Schulden der Verbündeten bei den Vereinigten Staaten zur Flüssigmachung der Entschädigung zu übernehmen.
Die Mtkm «m Mei».
Der .Temps" bringt nähere Mitteilungen über die Zollgrenze am Rhein. Danach wird die rheinliche Zollgrenze nicht 570 Kilometer, sondern 500 Kilometer lang fei», do der Rbetn nicht als Zollgrenze dienen Tarnt. Die Sachverständigeukcmserenz hat fich bietet Auffassung angeschlossen mit der Begründung, daß bedeutende Zentren sowohl in den rechtsrheinischen Brücken- löpfen als auch zu beiden Seiten des Flusses gelegen feien. Deshalb wurde ein Vorschlag angenommen, und) dem die Zollinie im Interesse der Kontrolle im Innern der englifchen Besatzungszone laufen soll. Hierdurch werde keine Abäitderung au der militärischen Besetzungszone nötig.
Was den Zoll für den Eingang au3 dem nicht besetzten deutschen Gebiete in den Rheinlanden betrifft, so ist von der Rheinlandkommifston vorgefchlagen worden, in der ersten Periode 25 Prozent des deutschen Tariies zu erheben, in der zweiten Periode 50 Prozent und in der dritten Periode den gesamten Betrag des deutschen Zolles. Sämtliche Zahlungen seien in Goldmark zu entrichten.
In Koblenz wird ein leitender Ausschuß für die rheinischen Zölle errtdrtet. Dieser untersteht einem Zollkommissar. Für das Rheinland werden die drei Hauptämter Wiesbaden. Mainz und Ludwigshafen in LattdeS-Finanzämter umgewandelt »nd treten an die Stelle derjenigen in Eassel, Darmstadt und Würzburg. Die 19 Hauptämter in der Rühe der neuen Zollgrenze werden für die Erhebung verwandt, ebenso 31 einfache Stemter, wozu noch eine An- ;ayl Aemter geschaffen wird. Der Rbeinschtffabrtszoll bleibt bestehen. Schiffe, die aus dem Anslaude komme». werde» iedoch'i» Ruhrort und Main; durchsucht. Dem deutschen Z o l l p e r s o n a (. das gcgenwär- i!g 1900 Kopse betrögt, werden 70 Beamte und 80 Hilfsarbeiter für die obenerwähnten Aemter entnommen. Die bisherigen Zolllnspettionen bleiben bestehen. Es wird außerdem staffelweife eine interalliierte Kontrolle eingerichtet. Hierfür stellen Frankreich 19, Belgien 10 und England 5 Beamte. Die Uebcrwachung der Zollgrenze wird unter Mitwirkung de§ Befatzungsheeres cmSgesibt. Hierfür stellen Frank-' reich 100 Mann, Belgien 20 und England 16. Es solle» außerdem von der Rheinischen ■Cbertommiffion eine Flutzpolizel auf dem Rhein orggnisiert werden.
Deutscher Protest gegen die Französierung deS t Saargebieies.
Gens, 4. April. Der Generalsekretär des Völkerbundes erhielt von der deutschen Regierung ein Schreiben, in dem diese gegen die Anwesenheit französischer Truppen und gegen die französische Militärgerichtsbarkeit im Saargebiet als Verletzung des Vertrages von Versailles protestiert. Di« deutsche Regierung wünscht, daß dieser Einspruch den Mitgliedern des Völkerbundes zur Kenntnis gebracht werde, und daß der Völkerbund in dieser Sache einen Beschluß fasse.
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Str WM in 6mM.
Bevorstehende Neuwahlen?
London, 4. April. In zahlreichen Bezirken beschlossen die Arbeiter und Eisenbahner, bie Bergarbeiter zu » ntcrstützen.
„Sunday Pictorial" bringt eine Meldung, baß bie Koblbnkrise zu Neuwahlen führen werbe, bie im Juni oder sogar noch früher stattfinden würden. „New Statesman" schreibt, <5 könne wohl sein, daß Lloyd Georg« bei seiner vor kurzem erfolgten Kriegserklärung an die Arbeiterschaft nur an seine eigenen Aussichten bei den nächsten Neuivahlen gedacht habe. „Nation" schreibt, Lloyd George wolle Wahlen, bei denen es um ihn selbst gehe; bie Konservativen dagegen wollten eine normale Schlacht, die unter dem Banner der Tories aus- gekämpft werbt. „Morning Post" schreibt, es fei klar, daß die Bergarbeiteriührer gegen eine ber konstitutionellen Regierungsformen Sturm liefen, und baß, wenn ihren Forderungen stattgegeben werbe, bie Verwaltung des Landes in bie Hände ber Gewerkschaften übergehen werde. In einem solchen Streit gebe es kein Kom pro in iß, da jedes Kompromiß einer Kapitulation gloichkotnmcn iaürbc. Im Hinblick auf die augenblicklichen Vorgänge in Deutschland und Italien könne man es als wahrscheinlich, ja sogar als sicher ansehen, daß der augenblickliche St«tt von den Revolutionären dazu benutzt werde, um ihre Ziele zu Erzwingen. Wenn aber bie Regierung unb das Volk fest zusammenständen, werde jede Revolution niedergeschlagen werden, - c _____
„Sunday Expreß" zufolge beträgt bie Zahl ber Arbeitslosen bereits drei Millionen. Täglich kommen neue Tausende hinzu. Die Regiening beschloß jedoch, die Bergwerke vor dem Ersäufen zu bewahren.
Die Neigung der Eisenbahner zum Streik ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß sie einen ähnlichen Schiritt zur Herabsetzung ihrer Löhne voraussehe« wenn die Rrgiernngskontrolle über die Bahn aufhört, was im August ber Fall fein wird. Die Eisenbahner finb daher der Ansicht, es sei besser jetzt gemeinsam mit de» Bergarbeitern zu streiken als später. Inzwischen verseh l i m in e rt fich die Kohlenlage dauernd. In einige» Bezirlen, hauptsächlich in Schottland, unternehmen die Streikenden Einschüchternngsversuche gegenüber den Ar- beitswilligen und zwingen sie, die Arbeit einznstellen, mit dem Ergebnis, daß bie Schächte voll Wasser laufen, und daß ihre Zerstörung als unvermeidlich angesehen wird, In' einem Schacht in Wales wütet ein gwßer Bratüst Unter den Bergarbeitern soll ber Eindruck herrsche», daß die Unternehmer bald bessere Bedingungen anbiete« tverden. j.
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London, 4. April. Die kleine Entente sandte an Horty ein Ultimatum, daß» wenn der Exkaiser das ungarische Gebiet nicht verlasse, am Donnerstag bie militärischen Schritte beginne«.
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Wien, 4. April. Wie einige Blätter aus Stein- untätiger melden, stellten die Aerzte bei Karl von Habsburg eine Jrretierung beider Lungenflügel fest.
Wien, 4. April. Wie die „Korrespondenz Wilhelm^ meldet, ist aus Grund des Ergebnisses der anläßlich der Reise des früheren Kaisers Karl durch Oesterreich eiugeleiteten Untersuchung verfügt word.n, daß die ungarische» Staatsattgehörigen Prinz Ludwig Windisch grätz» Graf Thomas Erdödy und desse« Gattin Antonie battemb aus der Republik Oesterreich aus gewiesen finb.
Oberschlesien.
Die Bedrängung der Deutschen im Hulischinee Ländchen.
Ratibor, 4. April. Der „Oberschles. Anz." mel- bet: Die Bedrängung der Deutschen im Hultschine» Ländchen zieht weitere Kreise. Die Bezirkshauptmannschaft läßt alle, die bei der letzten Volkszählung sich all Deutsche bekannten — es sind etwa 90 Prozent bet Bewohner — ortsweise vorladen oder zwangsweift durch Gendarmen Vorführern Auf die Borgeladene« wird mit Drohungen eingewirkt» daß sie sich nach- drücklich als Tschechen ausgeben. Die Mehrzahl hAt jedoch an dem Bekenntnis zum Deutschtum fest. Di« Bezirkshauptmannschaft verhängt gegen alle, die dabet bleiben, Deutsche zu fein, Geldstrafen von 200 biß 500 Kronen 'ober Haftstrafen bis zu 14 Tagen. Dft tschechische Regierung bezweckt damit ans innerpolitischen Gründen»die Deutschen zahl künstlich geringer erscheinen zu lassen, als sic tatsächlich ist, da sie anscheinend fürchtet, daß nach den für.Deutsch land günstigen Abstimmungsergebnissen in Oberschlesie« vom Völkerbund noch nachträglich Abstimmungen iM Hulifchiner Lürtdchen angeordnet werden konnten. -
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Politische Tagesnabeichten.
Zur Frage der Regierungsbildung in Pkeußen teM dte .Voss. Ztg." mit, daß beute dte Beratungen dek demokratifckren, Zenirums- und der soztalbemokratt- schen Laudlagssraktlon über dte Koaliilonsblldung stattfinden. Dte Deutsche Volts pari et tritt am Mitt- wow zusammen. Wte das Blatt sagt, fei man bemüht, in dem Entwurf eines Programms eine Plattform z« finden, dir rin Zusammengehen der Deutschen VolkS- parici und der Sozialdemokraten ermöglicht. — lieber die Haltung der Sozialdemokraten sagt der .Vorwärts", daß sie nur mit Politikern zusammenwtrke« können, dte sich entschieden zur demokratischen Republik bekennen. Daß, für die Erfüllung dicker Forderung durch die Art Der Zusammensetzung des Kabinetts persönliche Garantien gegeben werden müßte«, sei felbstverftändtich.
Für Schwarz-Wetß-Ro>. Auf dem 8. deutsch« Seeschlssabrtslag wurde einstimmig eine Entschiietzung angenommen, in der dir durch die Tagung verkörperte Schtsfabrlswelt sich nachdrücklichst zur schwarz- weiß-roten Fahne bekenn«. Für die Stet« lungnal'ine find allein praktische Gründe maßgebend, naurlfche, kaufmännische Erwägungen und die überlegte Rücksicht aus dte unwandelbare Anhänglichkeit der Aiislandsdeuttchcn an dir allen Farben. Die EM« schlieimng rml'fiehU. auf em Wege der allgemeine« Adstinrniung die Auffassung des gesanitcn deulkche» Volkes zur Fiaggcnfrage »uzweibetttlg festssellen zu lassen.
Der Prozrl: Hiller vor dcm Reichsgericht. Von der Slaaisanwaltfchast ist gegen das Urteil des außer- ordenlltchen Smwuraerichis gegen den Oberleutnant d. R. Hitler Revision angcnieldet worden. Ebenso bat der Verteidiger des dlugeklaglen Revision gegen das Urteil eingelegt. Dcr Prozeß wird nunmehr vor dent Reichsgericht verhandelt werden. "
Reue Reglerungsräte? Dem Reichstage und de« preußischen Abgeordnetenhause pnd Eingav« W