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Di« ,,^o-rhrisi>ch« Zeitung" «richeint fechrmal wöchentlich. Bezugspreis monatliich 4LS Ml, durch di« Post 4.65 Mk. Ausgabe B mitOberh. Epoit-Ztg." 1 Mk. mehr. Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignis?« kein Ersah. Berlag vonDr. T. Hitzeroth.Druckder Univ.-Buchbruckerei von Joh.Aug. Koch, Markt 21 23 Fernsprecher 55, - Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Marburg Dienstag, len 29. Mj

(Lenzing)

Amlliches DeMMgungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

Der Anzeigenpreis beträgt für di« 9 gesp. Tolonelzeile oder deren Raum <a P,z. u.

10«/, Aufschlag, amtliche und auswärtige 1. Mk. Andere Spotte:;.'weiten nach r* entsprechender Berechnung. Spät einlaufend« oder den Raum Über 1i> Seit« ein- rfg, OuBle nehmende Anzeigen sind wir berechtigt, nach der Textspaltenbreit« zu setzen und zu berechnen. Sogen. Reklamen berechnen «irdie Zeil« mit 3.00 ML Jeder Rabatt 1A/I ailt als Barraoatt. Bei Auskunft durch di« Geschäftsstelle und Lermittlung der 11

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SdnIAkß«.

Ausdehnung des Belagerungszustandes.

Beuthen, 28. M."rz. Der Belagerungs- . zu st and in Oberschlcsien ist auf di« Kreise Myslowitz Etadt und Land und Rybnik-Stadt und Land aus­gedehnt morden. Das Rybniker und Plesser Gebiet wurde ciucm gemeinsamen Kommandanten, dem italie­nischen Oberst Salvioni unterstellt. In Rybnik und Plest sind die Zeitungen nicht unter Zensur gestellt worden. Für Rybnik und Pleß ist ein außerordent­liches Gericht mit dem Sitz in Rybnik unter dem Vorsitz eines englischen Kapitäns gebildet'worden.

K a t t o w i tz, 28. März. Infolge des über die Kreise Kattowitz, Beuthen, Pleß und Rybnik und die Eiadt Königshütte verhängten Belagerungszustandes ist anscheinend eine leichte Beruhigung eingetreten, wenigstens hat dec Flüchtlingszustrom nachgelassen, Xtnb die Schreckensnachrichten haben sich verrirrgert. Nur vereinzelt lanfeir noch Meldungen über Gewalt- taien ein, deren Opfer zumeist dcutschgesinnte Beamte und Arbeiter sind, die zum Teil schwer verletzt wurden. Zusammenstöße zwischen Engländern und Italienern und Aufständischen.

Kattowitz, 26. März. In Miechowitz, Kreis Beuthen, wurde in der Nacht zum 26. 3. ein englischer LrbenSmitteltranIport von polnischen Banditen mit Handgranaten angegriffen. Die Engländer nahmen die Vrrsolgnng aus. Es gelang ihnen, einen stark beirafsncten bekannten polnischen Äoßtruppenführer festzunehmen, der nunmehr einer standrechtlichen Ver­urteilung cntgcgensieht.

In Hohenlindc bei Beuthen wurde die Leiche des feit dem 24. 3. vermißten Reichsoberschlesiers aus Glatz, eines friiheren Feldwebels, in dem Misthaufen eines Hofes gefunden. Als Täter ermittelte di« Polizei zwei bekannte polnische Stoßtruppenführer.

Rybnik, 26. März. Aus dem Kreise gchen stündlich Nachrichten über eine Verschlimmerung der Lage ein. Maschinengewrhrseuer und Gewehrschüsse setzten gegen/210 Uhr in Rybnik ein. In Smolna waren die I t a l ie ner mit Aufständischen zusammen­geraten, die sie nach kurzem Feuergesecht zersprengten. In der Nähe des alten Bahnhofs an der alten Eisen- bahnstrccke ParnfchowitzEgersfeld entwickelte sich ein Gefecht. Auf der einen Seite kämpften einige Apo- Beamte und Deutsche und auf der jenseits des Bahn­weges gelegenen die Polen. Fünf Maschinengewehre griffen in den Kampf ein. Zum Schutze gegen die Maschinengewehre waren Schützengräben ansgehoben. Der Kampf wütete bis in die Morgenstunden. Auf beiden Seiten gab es Tote und Verwundete.

Der polnische Wahlterror.

Rach einer Meldung derBoss. Ztg." auS Breslau mehren sich die protokollarisch festgestellten und eidlich erhäilelen Gewaltakte der Polen während der Ab- fltnlnlun« in den Kreisen Rybnik und Pletz. In zahl­reiche:! rtandgemeinden wurde die unbeetnflutzte Wahl der Deutschen unmöglich gemacht. Von allen Akten der polnischen Wahlbeeinflussung wurde der tnter- alliierlen Behörde Mitteilung gemacht.

Im Gegensatz zu der offenen tutb versteckten Partei- nabme der Franzosen zugunsten der Polen steht, wie sich auS mehrfachen Meldungen ergibt, das unpar- teiifche Verhalten der italienischen nnd englischen (be­sonders schottischen) Truppen.

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Paris. 26. März. DaS .Journal des Debats" erklärt, dah noch einige Zett vergehen werde, biS die Interalliierte Kommission in Oberschlesien dem Obersten Rai Vorfchläge über die Grenzlinie machen werde.

Berlin, 26. März. Die Berliner ZeitungDer Tag" ist dis zum 24. April in Oberschlesien verboten.

Königshütte, 28. März. Von interalliierter Seite ist das Erscheinen desOberschlesischen Kuriers" in Königshütte und desOberschlesischen Volkswillens" in Kaitolbitz für die Dauer des Belagerungszustandes ver­boten worden.

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Räte-Rußland.

Der Kampf um die Macht.

Kopenhagen, 26. März.Berlingske Ti- dende" meldet aus Helstngfors: Die Zusammenstöße zwischen den Revolutionären und ausgesandten Bolschewrstentruppen im Gebiet von Pleskau dauern fort. Die Stadt Pleskau soll, wie verlautet, wieder von Gegenrevolutionären besetzt sein. Das offizielle Organ des roten Heeres, dieJsvestija" teilt mit. daß die Revolutionsgerichte in den Tagen vom 25. 86. 3. 2500 bolschewistische Soldaten zum Tode ««urteilte.

Keine Handelsbeziehungen zwischen Amerika und Russland.

London, 26. März. Nach einer Meldung aus Washington hat Staatssekretär Hughes an den russi­schen Sowjetvertreter in Reval eine Botschaft gerichtet, in der es heißt: Nur in der Produktivität Rußlands liegt eine Hoffnung für das russisch: Volk und es ist iwecklos,chie Wiederaufnahme bf* Handels zu erwarten, ----snrtd. i. t-j._________s___" ....___

Dev Kommunistenausruhr

Neuer griechischer Vormarsch.

Athen» 24. Mär». Die Zeitungen berichten, datz der griechische Vormarsch auf der ganzen Front bei Smyrna begonnen habe. Prinz Andreas, ein Bruder des Königs, Wird sich demnächst nach Kleinasien begeben, um dort den Oberbefehl Über die griechischen Streitkräfte zu Übernehmen.

Parts , 25. März. Wie der Agentur HavaS aus Athen gemeldet wird, hat der Angriff der griechischen Truppen begonnen. Im Abschnitt von Brnsia ist Jrnischehkr besetzt worden. Flugzeuge haben festge- stellt, datz die Türken in Unordnung zurückgehen.

Konstantinopel, 26. März. (Havas.) Die grie­chische Offensive soll ungefähr 20 Kilometer in beiden Ab­schnitten vorgetragen Wochen sein. Nach einer türkischen Meldung sollen die Griechen im Abschnitt von Brussa zurückgedrängt worden sein und 1700 Gefangene und 20 Kanonen verloren hoben.

Athen, 26. März. Die Truppen haben ihren Vormarsch im Abschnitt Urckak fortgesetzt. Ucber 200 Gefallene nebst Geschützen und Kriegsmaterial fielen in unsere Hände. Unsere Verluste sind ganz unbe­deutend. Die Verfolgung des Feindes wird fortgesetzt.

wegung scheint sich in Ober- und Uru.n cöblingen uhM in Teutschental zu befinden. Die erlassenen Wei« snngen sichern ein scharfes Zugreifen gegen die bewaff­neten Banden. In Bitterfeld hurt ein Trupp orte« frembet Leute die Ortspolizei entwaffnet unb fti| vorübergehenb in den öffentlichen Gebäuden festgesetzt. In Saugerhauseir wurden gestern durch eine Ko«« munistenbande die Post und die Banken gepl ün« dert, das Telegraphenamt gesprengt unb in de? Nacht ein aus Württemberg hergeschickter gepanzertem Streckenarbeiterzug aufgehalten. Dabei kam Pt einem Gefecht, in dem es auf beiden Seiten Toll und Verwundete gab. Seit heute Morgen ist bi< Stadt durch Schutzpolizei besetzt. Die Kommunist« hatten sich unterdessen verzogen. Im Bezirk Hallt haben sich Zwischenfälle nicht ereignet. Die Gesamt­lage in bet Provinz Sachsen wird aus Grunb bet getroffenen Maßregeln beurteilt, baß der Widerstant der Aufrührer in wenigen Tagen erledigt sein wirb.

Die Einnahme von Hettstedt.

B e r l i n, 28. März. Am Samstag traten bl« Truppen, eine Abteilung bet Düsseldorfer Schutz­polizei und eine Abteilung des Reichswehrregimente Nr. 4 mit 4 leichten und 2 schweren Geschützen Vormarsch von Sandersleben in der Richtung Heil stedt an. Nachdem der Aufmarsch beendet war, ging die Schutzpolizei zum Angriff vor. Hettstedi selbst war bald in den Händen der Sicherheit«, polizei. Zwischen Hettstedt und Kloster Mausfell entwickelte sich später ein lebhaftes Feuergefecht wobei Artillerie eingrisf. Nachdem diese "c; Schüsse abgegeben hatte, verstummte sofort bat Feuer auf der gegnerischen Seite. Gegen 6 Uhl abends zogen die Sicherheitstrnppe» in Kloftet« mansfeld ein. Bei der Säuberung des Kkosteri Mansfeld wurden u. a. auch der Komunistenführei Hiltenbrandt und einige andere Aufrührer, darun ter einige 14S'~''n r verhaftet.

Dynamitanschläge in Eisleben.

Eisleben, 26. März. In der vergangene, Nacht gegen 10 Uhr sammelten sich Kommunisten am alten Rathaus«. Die Schutzwache nahm die Aufi rührer unter Feuer, worauf sich diese in Deckung be» gaben. Ehe es verhindert werden konnte, warfen die Aufrührer eine starke Sprengung in die Wohnung des Generaldirektors bet Mansfelds* Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft, Dr. Hein hold, m das Eewerkenhaus und in das R a t i h a u s, wo großer Schaden angerichtet wurde. Di« Aufrührer wurden von den Polizeiabteilungen um­faßt, unter schweren Verlusten ins Rathaus ge drängt und dort zum größten Teil gefangen genom men. Die Schutzpolizei erbeutete fünf schwere Ma schinengewehre und mehrere Hausen Dynamit. Di, Villa des Marinestabsarztes a. D. und Leiter bei Knappschaftskrankenhauses, Dr. Evers, wurdi ausgeplündert und von den entkommenei Aufrührern in die Luft gefprengt.

Handgranatenanschlag auf dieHallcschc Zeitung.'

Halle, 26. März. (Mitternacht.) 6oebet wurde durch ein Handgranatenattentat von kom munistifcher Seite die Druckerei derHalleschen Zei. tung", in deren Gebäude sich das Wolffbüro befin< bet, außerBetriebgefetzt. Zwei Leute wur. den erheblich verwundet.

Durch ein HaudgrauatenaUentat auf das Grundstück bei Druckerei Hendel wurde auch dieSaaleze.tung' am Erscheinen verhindert. Dir Maschinen sind zerstört.

Gefecht bei Leipzig.

Leipzig, 28. März. In Mölkau, einem Vor­ort von Leipzig, hatten sich am Sonntag bewaffnete Kommunisten angesammelt. Daraufhin wurden 100 Mann Schutzpolizei nach Mölkau entsandt. Es kam zu einem Feuergesecht. Bei einem Verwunde­ten wurde eine Lifte von Personen gefunden, die an bet Bewegung beteiligt ftnb, und die in bet ver­gangenen Nacht verhaftet werden konnten.

In der Nähe von Markranstädt fand zwischen bewaffneten Arbeitern, die von Leipzig nach den Leunawerken zogen und Schutzpolizei ein Feuerge­fecht statt. Näheres ist bisher nicht bekannt. Bei dem Gefecht in Mölkau, das mit der Flucht der Auf­rührer endete, hatten diese, wie jetzt feststeht einen Toten, 2 Schwer- unb 2 Leichtverletzte. Der Lan­despolizei fielen zahlreiche Waffen und Munition in die Hände. Die Kommunisten haben für heute Nacht 12 Uhr die Parole zum Beginn des General­streiks in Leipzig ausgegeben. Die .Leipziger Volks­zeitung", das Volkshaus und die Konsumvereine weiden von Anhängern der U. S. P. D. bewacht.

Die Hoffnung auf schnelle Niederwerfung des kom- 1 munistischen Aufruhrs, wie sie vor Ostern verschiedentlich i gehegt wurde, hat sich als trügerisch erwiesen. Die auf- 1 gehetzten unb erregten Massen beulen gar nicht daran, sich von dem oder jenem Führer, berjidj nicht, wie bie Hauptdrahtzieher, fürsorglich aus dem Staube gemacht und , seine geheiligte Person nach Rußland oder in einen Kurort in Sicherheit gebracht hat, zum Nach- und Waffenabgeben ; bewegen zu lassen, selbst wenn Herr Hörsing aus eigener ( Machtvollkommenheit noch so milde Bedingungen stellt 1 und trotz Entwasfnungsgesetz nicht danach fragen will, wer widerrechtlich die Waffen gegen die Staatsgewalt erhoben hat. Mit der Methode Hörsing, d. h. halben und daher wirkungslosen Maßnahmen, die nur unnötige Verluste für die Polizei bedeuten, wird es nie und nimmer gelingen, verbrecherische Elemente (so bezeichnet Herr HÄrsing selbst die Ausrührer) unter die Autorität des , Staates zu zwingen. Das scheint jetzt auch die preußische ; Regierung einzusehen, die Herrn Hörsing schärfere Weisungen betr. die Auslieferung der Waffen hat zugehen lassen und angeordnet hat, daß in Berlin bei nächtlichen Ansammlungen, von denen Böses zu befürchten sei, sofort von der Waffe Gebrauch gemacht werden füll. Ehe dieser Erlaß herausgmg, mußte aber erst wieder ein Unterwachtmeister der Schutzpolizei von Koni- munisten mit seinem eigenen Dienstgctvehr erschossen weichen. (Siehe dir Meldungen über Zusammenstöße in Berlin.)

Die Reichsregierung hat sich jetzt auch zur Heran­ziehung von Rcichswehckräften entschlossen.

Bisher sind der Schutzvolizei, die ja nur über leicht« Waffen verfügt und zudem schlecht mit Schicß- bedars versehen ist, lediglich eine ganze Anzahl Geschütze uon der Reichswehr zur Versüguug gestellt worden. Sein War »der, wenn, wie. gemeldet wird, unter der Schutz­polizei in Eislcben starke M i ß st i m m u u g Platz ge­griffen hat, da sie sich den kommunistischen Banden aus geliefert fühlt.

Utter bie Ereignisse seit bem 26. d. Mts. unter­richten solgenbc Meldungen:

Ile 6öiitr«Msattion in MrweuMnd.

Heranziehung von militärischen Kräften.

Berlin, 28. März. In Mitteldelltschlanb nimmt die Polizeiaktion ihren Fortgang. Das De­tachement v. Poninski hat sich mit den Polizeitrup­pen des Obersten v. Hettwig vereinigt. Mehrere Lastautos mit bewaffneten Aufrührern, die im Be­griff waren, nach Süden "und Westen auszubrechen wurden abgefangen. Ernstere Gefechte haben nicht stattgefunden. Während es in den Hauptorten des Auftuht^biets ruhig ist, treten auf dem Lande hier und da kleinere plündernde Banden auf. Sie versuchen den Bahnverkehr durch Zerstörung von Bahnanlagen und Brücken lahn zu legen und können die Durchführung der Aktion nicht aufhal­ten. Im Einvernehmen mit bet preußischen Regie­rung zieht die Reichsregietung militätische Kräfte heran, die eingesetzt werden sollen, falls es erforderlich wird. Mit Rücksicht auf die Versuche der Kommunisten, die mitteldeutsche Aufruhrbe- wegung durch Putsche und Anruhen in andere Lan­desteile zu tragen, haben die Behörden überall Weisung, fest durchzugreifen, und Gewalt­tätigkeiten mit bet Waffe zu begegnen.

Halle, 28. März. Zn Eisleben ist die Lags heute ruhig. Der Eisenbahn- und Frachtverkehr ist noch nicht wieder ausgenommen. In Hettstedt herrscht Ruhe, ebenso in Mansfeld, in Sangerhau­sen und Attern. In Micheln wurden die Bergar­beiter durch 8 bewaffnete auswärtige Kommunisten zum Streik gezwungen. Auch in den Schächten d-s Eeiseltales ruht überall bet Betrieb. In Witten­berg r,t der Streik auf allen großen Werken durch­geführt. Bei Ammendorf wurde die Eisenbahn- btücke gesprengt und der Eisenbahnverkehr unmöglich gemacht. Die Stadt Bitterfeld ist von den Kommunisten geräumt worden. Die ordent­lichen Behörden haben den Dienst wieder ausge­nommen. In Eolpa wird gearbeitet. Unter der Leitung des Direktors bildete sich aus der Arbeiter­schaft des Werkes in Chotnewitz eine Abwehtmann­schaft gegen kommunistische Störungen.

Berlin, 27. März. Es ist ein« weitert lebhafte Tätigkeit der Kommunisten bemerkbar. Ihre Taktik geht offenbar dahin, auf dem Wege der Generalstreiks- hetze neue Unruhe zu schaffen, ehe bie Bewegung in Mitteldtutschlanb zusammenbricht. Die polizeiliche Aktion in der Provinz Sachsen wird inzwischen mit Nachdruck fortgeführt unb steht vor ihrem baldigen Abschluß. Taö Detachement Graf Poninski ist heute Nachmittag von Kloster Mansfeld kommend in Eisleben eingetroffen unb weiter marschiert. Größeren Wider- staä> hat baö Detachement nicht mehr gesunden. In Mansseld-Seekveis und im Bezirk Eisleben ist eS ruhig. Die Rädelsführer sind entflohen und machen entlegene utir&er Dc-L ftrnfuitn btt aufständischen Be-

Halle, 27. März. In ter Nacht zum Osterfomtta« wurde gegen 4Uhr früh auf bie Eisenbahnbrücke üterdie Muüt zwischen Mnlbensttin und Bitterfeld (Lmte Bi- linHallt tezw. BerlinLtivzig) ein Dvnarnitan* schlag vtrübt. Die Sprengung hat bcsorchtrs bie »tttfe zerstört, doch konnte nach mehrstündigen Ausbesserung^ arbeiten der Verkehr notdürftig Meder aufgenornrnt»

Nacht tourben auch in die Druckerei ber mehre heitssozialistischenBolksstimme" z»vei Handgranaten e* worfen.

Da» Amtsgericht in Mansfeld gesprengt.

Mansfeld,«. März. Gestern ist hier ba< Amtsgericht gesprengt worden.

Putschversuch tu Delitzsch. I

Delitzsch, 26. März. Die Kommunisten iq Delitzsch haben am Karfreitag einen Putschversuch unternommen. Die Banken und öfsentlichen G« bäude wurden von bewaffneten Arbeitern besetze Der unabhängige Landrat Raute nahm sofort Vers Handlungen mit den Kommunistenführern auf und erklärte ihnen, daß es, falls fie nicht sofort die Waft fen guslieserten, mit allen Mitteln einschrerteß

sicher errichtet worden ist. Die Produktion ist btbinflt durch die Sicherheit des Lebens, bie Anerkennung bei privaten Eigentums, durch feste Garantien der Unverletzlichkeit der Betträge unb direkte freie Arbeit. Wenn fundamentale Aeuderungen geplant sinb, um ge­eignete und angemessene Rücksichten auf den Schutz der Personen und des Eigentums, sowie die Bedingungen zu schaffen, die für bie Aufrechterhaltung des Handels wesentlich sind, so wird die amerikanisch« Regierung ich freuen, überzeugende Beweise von der Vollziehung olcher Aenderungen zu erhalten. Bevor jedoch diese Beweise geliefert werden, ist die amerikanische Regit- rung nicht in ber Lage, eine geeignete Grundlage für die Erwägung der Handelsbeziehungen zu erblicken.

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Die Lage in Norddeuischland.

Hamburg, 26. März. In Geesthacht hatten sich gestern morgen etwa 2000 bewaffnete Kommu­nisten zusammengerottet. SttbesetztenbasPost- amt, schnitten sämtlich« Drahtleitungen ab, ent­waffn e t e n die dortige schwache Besatzung ber Schutz­polizei unb besetzten bie sämtlichen Eingänge mit Ma­schinengewehren. Daraufhin wurde von den Kom­munisten die Räterepublik Geesthacht aus- gerusen.

Heute früh wurden 50 Mann Polizei nach Geest­hacht entsandt, um bie dortige Pulverfabrik zu schützen. Da sie unterwegs erfuhren, daß Geesthacht von 1500 bis 2000 bewaffneten Kommunisten besetzt ist, wurde ihnen eine Expedition mit einem Panzerkrastwagen nachgesandt. Die etwa 300 Mann starke Abteilung hat bann 3 Uhr nachmittags Geesthacht besetzt unb Verhaftungen ««genommen. Zurzeit ist alles ruhig.

Eine Anzahl schwer b«wassn«ttr Kommunisten be­zog in bet Nähe von Lauenburg bei Hamburg Kampfstellungen. Schutzpolizeiabttilungrn sind dorthin entsandt wocken. Ter Oberprasident in Kiel hat den Ausnahmezustand auf den Kreis Lauenburg ausgedehnt. 30 Rädelsführer der Kommunisten wurden verhaftet unb in bas Polizeigefängnis eingeliefert. Anderthalb HundertmannschafEn bet Hamburger Schutzpolizei verblieben im Kreise Lauenburg.

Heute mittag wurden von Mitgliedern des Heim­schutzes mehrere Männer verhaftet, bie sich in ver­dächtiger Weise beim Gaswerk in Barmbeck zu schaffen machten. Die Leute waren mit Pistolen und großen Drahtscheren ausgerüstet. Es wirb angenommen, baß ein Anschlag auf das Werk beabsichtigt war.

Hamburg, 28. März. In Hamburg unb Um­gebung sind btt Ostersonntag unb Montag ruhig ver­laufen.