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Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

Erft« Blatt.

tone kmmmWe UmMtioa

«inzelnen toieftfdie jtfffibtoeii.

nach dem Ausfall der Abstimniuna tu den K^meinden zerschneiden, ohne die ober- lXndusiric zu ruinieren oder schwer zn

Deutsche Borstellungen. An alle.

Oppeln, 23. März. Im Aüftrage der Reichs- rsgierung hat der deutsche Bevollmächtigte Fürst Hatzfeld heute Abend ernsteste Vorstellungen bei der interalliierten Kommission wegen der Zustände im oberschlesischen Industriegebiet erhoben und so­fortigen militärischen Schutz der Bevölkerung gegen bei polnischen Gewalttaten verlangt. Die interalli­ierte Kommission hat daraufhin zugesichert, daß Trupenverstärkungen nach Kattowitz und Beuthen entsandt werden. Die Truppen werden noch heute in ihren Bestimmungsorten eintreffen.

Kattowitz, 23. März. Die deutschen Parteien und die Gewerkschaften Oberschlesiens haben folgen­den Funkspruch an Alle abgesandt: Nachdem die Po­len in der oberschlesischen Volksabstimmung unter­legen sind, üben sie, von der polnischen Grenze aus­gehend, gegenüber der deutschen Bevölkerung in den Landgemeinden den ungeheuerlichsten Terror aus. Mehrere Deutsche find bei der Abstimmung er­mordet worden. Die Bevölkerung strömt z» Tau­senden in die überfüllten Städte. Hunderte von Verwundeten suchen Schutz und Hilfe. Wir fordern von der ganzen Kulturwelt die Einwirkung auf die interalliierte Kommission, damit diese barbarischen Zustände sofort beseitigt werden.

Dir Polen beschießen rückkeheende Abstimmungszüge

B e r I i n, 24. März. Wie demLok.-Anz." aus Halle berichtet wird, befinden sich unter den he'te in Halle eingetroffenen Abstimmungsberechtigten aus Ooerschtesien auch mehrere Verwundete. Sie erklären übereinstimmend, daß sie unterwegs von den Polen beschossen worden sind.

Korfanty reift nach Paris.

Baris, 23. März. Nach einem Warschauer Tele­gramm an die hiesigen Zeitungen beabsichtigt der pol­nische Abstimmungskonlmissar, Korfanty, der gestern in Warschau eingetrossen ist, von dort sofort nach Paris weiterzureisen.

Marburg SonnetM den 24. März (Lenzing)

Eck Zn begehen. Sie können diese Provinz nicht in Legionen ' - -- - -

Sine englische Stimme der Vernunft.

London, 23. März.Westminster Gazette" schreibt, die Berbündeleu könnten die zu Gunsten DcutsaNands ausgefallene Gefanitabstimmnng Ober- fchlesieus nicht nuberncksiebtigt lassen, ohne arösttcs Un-

So«»* m| Sport* uni SoftamL

Mansfeld, 23. März. Heute vormittag hielte» vor dem Landratsamt 35 bewaffnete Männer, die in einem Kraftwagen angekommen waren. Sie styl­ten vor dem Gebäude ein Maschinengewchr auf und raubten dann aus der im Hause befindlichen KreiS- Sparkasse und Kreiskommnnalkasse 199 000 Mark. Ein Beamter der Sparkasse wurde, wie dieManZfelder Zeitung" meldet, durch einen Beinschuß verwundet.

Bon dem Raubzug in das Landratsamt begab sich die Räuberbande nach der Station Mansfeld-Bahnhof überfiel das dort besindtiche Postamt und beraubt« es. Hierauf verschwanden die Banditen, ohne daß man ihrer bisher habhaft geworden ist.

Held ra, 23. März. Die Räuberbande, die heute vormittag die Kreissparkasse in Mansfeld überfallen und sie ausgeraubt hat, war in der Nacht zuvor in Helbra eingekehrt und hatte die Bolksbank und daäs Kreissparamt auch,: .mibt.

föhnple in Wnri.

Hissung der Sowjetflagge.

H a m b u r g, 23. März. Heute mittag besetzte» kommunistische Arbeiter auf der Werft von Bloh« und Boß das Direktionsgebaude und hißten auf de« Gebäude die rote Sowjetflagge. Der Ar« beiterrat wurde abgesetzt und ein Aktionsausschuß für die Werftleitung gewählt. Aus dem Betrieb der Finkenwärder Werft sanden Zusarnrnenrottu»« gen statt. Gegen mittag verliehen die Arbeiter sämt­licher Hamburger Werften die Arbeitsstätte, um fich zu einer gemeinsamen Versammlung zu begeben.

Nachmittags kam es auch vor der Vulkanwerft zu einem Zusammenstoß zwischen der Schutzpolizei und der Werftarbeiterschaft. Die Arbeiter durch- brachendie Postenkette und versuchten die Mann­schaften der Polizei zu entwaffnen. Von der Polizei wurde geschossen und Handgranaten ge­worfen. Von den Arbeitern sind vier getötet, 12 schwer verletzt und 14 leicht verwundet worden. Die Feuerwehr eilte mit Sanitätswagen herbei uad schaffte die Toten und Verwundeten weg.

Hamburg, 23. März. Auf der Rreperbahn kam es in der Nähe des Hochbahnhofs am Millern« tot zu Zusammenstößen. Aus die Aufforderung zum Auseinandergeheik wurde die Ordnuugspslizei au» der Menge mit Bierflasche» bombardiert. Aus der Menge oder aus einem Hause fielen dann Schüsse, wodurch bei der Ordnungspolizei 1 Mann getötet und einer schwer verwundet wurde. Die Ordnung»« Polizei eröffnete hierauf das Feuer. Die Menge hatte 15 Tote und Verwundete. Am Holstenplatz kam es ebenfalls zu einem Zusammenstotz, wo di« Menge der Aufforderung, auseinanderzugehe», ebenfalls nicht Folge leistete. Auf Seiten bei Menge gab es 5.Verwundete.

Die auf 5 Uhr nachmittags angesetztr Kund­gebung auf dem Heiligengeistfeld konnte wegen tarker Absperrung durch Stacheldraht, Panzrrauto» und Polizeimannschaften nicht vor sich gehen. Gegen die Autos wurden Steine geschleudert. Die Zu« gangsstratzen vom Hasen zum Heiligengeistfcld wur« den ebenfalls abgesperrt. Die Straßenbahn hatte den Verkehr zum größten Teil eingestellt. Ansamur« lungen wurden überall zerstreut.

Ter Chef dec Ordnungspolizei teilt mit, daß sich heute früh zwischen 5 und 6 Uhr etwa 400 bis 500 Erwerbslose auf dem Heiligengeistselde angesammelt und von dort vertrieben wurden. Sie zogen dann nach den St. Pauli-Landungsbrücken, aber auch dort wurde» die VersaPinlungen verhindert. In Altona sind an mehreren Stellen Zusammenrottungen vor den Fab­riken zerstreut worden.

Die Werst von Blohm und Boß ist von der Werft­leitung bis auf weiteres geschlossen worden.

DieHamburger Volkszeitung" fordert weiter zum Kamps auf. Keine leeren kraftlosen Demonstrationen wollen wir unternehmen, sagt das Blatt, nur durch Taten können wir unseren kämpfenden Brüdern zu Hilfe kommen und nur durch Taten verstärken wir den Sturm, der Deutschland zaghaft zu durchbrause» beginnt. Das Blatt fordert dann zu Massenkund­gebungen auf. Tie Arbeiter sollten endlich den Wille» zur Tat fassen und sich Wassen verschossen. , ,

Verhängung des Ausnahmezustandes.

H a m bu r g, 23. März. Der Senat der freie» und Hansestadt Hamburg macht bekannt, datz in An­betracht der Borkommnisie auf der Werft vo« Blohm u. Voß und in anderen Betrieben mit soso«, tiger Wirkung der Ausnabm<r»jtftand über Hamb«« verhängt ist.

Stere WennlMie In Gute.

Anschläge auf Rathäuser und Berichtsgebäude.

Plauen, 23. März. Zn Rodewisch zwischen Auerbach und Falkenstein wurde heute früh ein Bombenanschlag gegen das Rathaus verübt. Kurz nach 3 Uhr früh flog ein Teil des Rathauses unter furchtbarem Knall in die Luft. Das Steueramt und das Meldeamt sind völlig z e r st ö r t. Die Dynamitladung, mit der die Sprengung erfolgte, war in ehr Kellergeschoß einge­schmuggelt. Ein Wachtmeister trug einen Nerven­schock davon. Das Rathaus wurde abgesperrt und wird wahrscheinlich abgetragen werden müsien. Die Täter sind entkommen. Zu gleicher Zeit sollte an­scheinend auch versucht werden, das Rathaus in Auerbach In die Luft zu sprengen. Dort gelang es einem Schutzmann, einen Mann zu verhaften, der einen Sack mit Dynamit bei sich trug. Ein zweiter unbekannter Mann schoß auf den Beamten und ent­kam. Der Verhaftete wurde in das Landgerichtsge­fängnis in Plauen eistgeliefert. Er gibt an, aus Danzig zu stammen.

Leipzig, 23. März. Heute vormittag ereignete sich im Landgerichtsgebäude in der Elisenstraße eine Bombenexplosion. Die Bombe war in einem Abort des Erdgeschosies niedergelegt. Durch die Ex­plosion wurde ein bedeutender Sachschaden ange­richtet. Der Abortvorraum wurde völlig verwüstet, die Decken herausgeschleudert und die Türen und Fenster aus der Füllung gerisien. Auch sonst wur­den zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert. Men­schen wurden nicht verletzt. Das Landgericht wurde sofort abgesperrt und eine polizeiliche Ermittlung eingeleitet. Von den Tätern fehlt jede Spur.

Freiberg (Sachsen), 23. März. Heute vor­mittag wurde auf das hiesige Gerichtsgebäude ein chwerer Anschlag verübt. Anscheinend war eine Bombe in eine Abortanlage des Amtsgerichts im ersten Geschoß gelegt worden. Es erfolgte eine urchtbare Explosion, die großen Schaden anrichtets. Die Verwüstungen, besonders in unmittelbarer Nähe des Tatortes, waren sehr schwer. Eine Per- on wurde verletzt.

Dresden, 23. März. Heute mittag ereignete ich am Landgerichtsgcbäude am Münchener Platz eine folgenschwere Explosion, die durch eine nnier den Verhandlungssaal gelegte Bombe ent­standen ist. Dreizehn Personen wurden verletzt. Der Sachschaden .st ziemlich bedeutend. Die Täter i ad entkommen.

Dresden, 23. März. Ministerpräsident Buck hat wegen der Bombenanschläge eine Sitzung deS Ge- samtmiuisteriums einberufen, in der zu der Angelegen­heit Stellung genommen'werden soll.

Reichsminister Dr. Simons begibt sich zu einer Er- hotungskur aus kurze Zeit »ach einem Kurort des Südens.

Ltt E. Wi M LdttWIin.

Es wird immer klarer, daß mit der Abstimmung der Kampf um Oberschlesien noch n i ch t zu Ende ist. Polen wird alle Hebel in Bewegung setzen, um au' Grund der Abstimmungsergebnisse in den Kreisen Tarnoioitz, Pleß und Rybnik, wo es o h n e den pol­nischen Terror vermutlich ebenfalls eine deutsche Mehrheit gegeben hätte, einen Teil Ober- schiesiens ioszureißen. Daß es dabei von Frankreich unterstützt wird, ist selbstverständlich. Die- franzö- fische Presie tritt wenigstens in ihrer übergroßen Mehrheit dafür ein, daß der Oberste Rat auf Grund des Friedensvertrags, § 5 der Anlage zum Art. 88, verpflichtet ist, einen Teil von Oberschlesien Polen Mu.zu sprechen. Oberschlesien aber ist, wie oft und M" i von Minister Dr. Simons von neuem betont worden ist, politisch, wirtschaftlich und ethnogra- Plüsch ein unteilbares Ganzes. Ein Her­ausschneiden einzelner Bezirke, die geringe polnische Mehrheiten ergeben haben, würde dem Sinn und Heisi der Bestimmungen selbst des Friedensvertra- tzes widersprechen. «Daher heißt es jetzt für Deutsch­land, für sein Recht erneut zu kämpfen und vor allem etwaigen polnischen Eewaltmaßnahmey gegenüber sich zur Wehr zu setzen.

Der Anzeigenpreis beträgt für die 9 gesv. Tolonelzeile oder deren Raum 75 Psg. u. 10% Aufschlag, amtliche und auswärtige 1. Ml. Andere Spaltenbreiten nach entsprechender Berechnung. Spät einlausend« oder den Raum übet Seit« ein­nehmend« Anzeigen find wir berechtigt, nach der Textspaltenbreite zu setzen und *" berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir die Zeil« mit 3.00 Ml. Jeder Kob gilt als Barrabatt. Bei Auskunft durch die Geschäftsstelle und Bermittlung der Angebot« 75 Pfg. Sondergrbiihr.

Der Ausstand im Merseburger Industriegebiet hat sich zu einer neuen allgemeinen kommunistischen llmsturzaktion ausgewachsen, wie sie schon lange drohte. In Hamburg ist es bereits zu Kämpfen ge­kommen, in Sachsen sind in mehreren Orten Bom­benanschläge aus Rathäuser und Eerichtsgebäude verübt worden. Da dis besonnene Arbeiterschaft, und diese ist in der übergroßen Mehrheit, der llm- sturzattion ablehnend gegenübersteht, so darf ein völliger Mißerfolg dar kommunistischen Hetzer als sicher angenommen werden, wenn auch der deutschen Volkswirtschaft schwere Schäden entstehen werden.

gm Msrimtr WM.

Plünderungen und Drohung mit Brandstiftung.

(Eisleben, 23. März. Nachdem gestern nach­mittag eine Massenkundgebung der streikenden Ar­beiter im Bolkshaus stattgesunden hatte, sind im Laufe der letzten Nacht die meisten Schächte völlig stillgelegt worden. Nur noch zwei sollen zum Teil arbeiten. Zwischen der Schutzpolizei und der Arbeiterschaft kam es zu einigen Zusammenstößen. Die Schutzpolizei ist weiter verstärkt. Am Bahnhof wurden Schützengräben aufgeworfen, die stark mit Maschinengewehren besetzt wurden.

Nachmittags entstand in den Straßen eine leb­hafte Schießerei. Nachdem die Kommunisten die Polizei von der Straße vertrieben hatte, warfen sie Handgranaten in eine Polizeiwache, durch die drei Polizeibramte schwer verletzt wurden. Bei einem oorhcrgegangenen Feuerwechsel hatte die Schutzpolizei bereits mehrere Tote und Verwundete zu beklagen. Auf den Straßen ist kein Sicherheits­beamter sichtbar, die Aufrührer haben die Ober- h a n d gewonnen. Am späten Nachmittag setzten dann Plünderungen ein, unter denen beson­ders die Konfektions- und Schuhwarengeschäfte zu leiden hatte». Die Aufrührer stellten der Schutz­polizei ein Ultimatum, in dem gedroht wird, die Stadt an allen Ecken anzuzünden, falls sie sich nicht ergeben werde. Die nach Eisleben unterwegs befindlichen Personenzüge wurden von den Acf- rührern an der Weiterfabrt gehindert.

Die Streikenden sprengten drei Weichen der Berg- wrttsbahn der Mansfelder Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft nachts in die Luft. Die Stimmung wurde dadurch verschärft, daß in einer kommunistischen Ver­sammlung ein Redner sich gestern als der berüchtigte Hölz aus dem Bogtlande vorstellte, der die Führung des Streikes übernommen habe. Die Angabe scheint aber nicht wahr zu fein. Die Arbeitswilligen werden auf den Schächten durch die Streikenden mit Waffen­gewalt vom Arbeiten abgehalten.

In der heutigen Sitzung des sächsischen Provinzial­landtages machte Oberpräsident H ö r s i n g über die Lage im Manssilder Gebiet folgende Mitteilungen: Im Laufe der Nacht überfielen ungefähr 50 bewaffnete Banditen das Postamt in Mansfeld. Gestern Nach­mittag wurden Polizeibeamte mißhandelt und aus- geplündert. Sie zogen sich in die Kasernen zurück. In der Nacht wurde eine Patrouille, die die Kasernen­gebäude umging, beschossen. Die Kaserne selbst lag zwei Stunden unter schwerem Feuer. Die Polizei selbst gab keinen einzigen Schuß ab. Ich werde den Kampf mit beit verbrecherischen Elementen aufnehmen und alles tun, um das Land von ihnen zu reinigen.

Hettstedt, 23. März. Auch hier tritt die Ver­hetzung der Bevölkerung in Besorgnis erregender Weise zutage. Nach einer Meldung derHettstedter Qeitg." drängt sich gegenwärtig, 1 Uhr nachmittags, vor dem Schrckgebäude, worin die Schutzpolizei untergebracht ist, eine große Menge und verlangt die Auslieferung der Waffen. Eine Mordnung wurde zur Verhandlung in das Gebäude entsandt. In der gestrigen Stadt­verordnetensitzung wählten die 13 Kommunisten in Abwesenheit der bürgerlichen und der rechtssozialisti­schen Stadtverordneten den wegen Beraubung eines LebensmittcllagerS und wegen versuchter Verleitung eines Beamten zum Meineid im Mai vorigen Jahres wn der Eislebener Strafkammer zu einer Zuchthaus- hafe verurteilten Bürgermeister Albert Gericke wieder zum Bürgermeister der Stadt.

Besetzung des Leuna-Werkes.

B e r I i n, 24. März. Wie derVorwärts" aus Hamburg meldet, hat fich die 2200 Mann starke Be­legschaft der Leuna-Werke mit Handgranaten und Schußwaffen bewaffnet und das Werk besetzt. Man erwartet einen allgemeinen Angriff auf die Ee- fäißnine.

Der polnische Terror.

Berlin, 23. März. Der polnische Terror östlich And südöstlich von Kattowitz greift immer weiter um fich. In Mysloivitz ist gestern der deutsche Haupt- «ainc der Abstimmungspolizei Ulbrich von den Polen tödlich verwundet worden., Eine polnische Bande von 30 Personen hat in der Stadt das Polizeirevier 6 gestürmt und die Beamten vettriebcn. Das rein deutsche Tors Anhalt ist von seinen Bewohnern auf polnisch- Drehung hin geräumt worden. Die Kreis- Eontrolleure verweigern nach wie vor jedes Ein- fckireiten und berufen sich darauf, daß sie erst ein- greifen dürften, wenn es zu Zusammenstößen kommen sollte. Heu« nachmittag ging das Gerücht, daß Birkenthai, Brzenskowitz und Slupna von regulären i polnischen Truppen besetzt feien. Es ist festgestellt kvocden, daß ei sich in Birkenthal nicht um Truppen, sondern um Banden handelt, die den Ort durchziehen i Knd die deutschen Bewohner schwer bedrohen.

Beuthen, 23 .März. DieOberschles. Zritg.^ Ineldet aus Kars: Seit gestern Nacht steht der Ott Anter den furchtbarsten Wirkungen des offenen i Kampfes. Im Torfe bereinigen sich Banden aus Miechowitz und Birkenhain mit hiesigen Ruhestörern. Die Wut de: Menge richtete sich in erster Linie gegen He hier n der Umgebung angestellten Landjäger. Diese hatten ein Dach besetzt und wurden 12 Stunden fron der wütenden Menge belagert. Beiderseitig wurde mit Handgranaten und Gewehren gekämpft. Als die : Belagerten schließlich das Feuer einstellten, griff die iKenge die Uebertrbenden an und mißhandelte sie [ schwer. 3 wurden dabei schwer verletzt. Auch sind 2 Landjäger und ü Banditen tot gemeldet.

Der Kreiskontrolleur von Beuthen-Land hat Argen der Ermordung mehrerer in Diensten der inter­alliierten Kommission stehenden Personen in Kars be- londecs scharfe polizeiliche Bestimmungen erlassen. Da­nach wird auf Gruppen von mehr als 4 männlichen Personen fofort und ohne Warnung das Feuer eröffnet. Alle Versammlungen mit Ausnahme von religiösen sind verboten. Bon 8 116r abends bis 4 Uhr morgens wird vif Gruppen von mehr als 2 Personen beiderlei Ge­schlechts ohne Warnung gefeuert.

Hisiung der polnischen Flagge.

Kattowitz, 23. März. In Rosdzin wurde «in Eisenwarenggeschäft ausgeplündert und Vif dem Bogutschützer Rathaus die polnische 8 lagge gehißt. Banden durchziehen das Dorf k drohender Haltung, desgleichen auch in Eisenau.

Myslowttz verhinderte die Menge die Verhaf­tung eines Raubmörders, der einem Apobeamten Entrissen wurde. Die deutschen Bewohner von Dtyslowitz find teilweise nach Kattowitz geflüchtet.

Schoppinitz wurden dis Häuser der Deutschen wsingelt und beschossen. Die deutschen Bewohner I Dorfes Anhalt hatten bei ihrer Flucht nach | Kattowitz chrr -gesamte Habe zurücklassen müssen.

MchM MAL

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Mrburg.

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