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Amtliches Vertündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (bas früher kurhessische) Oberhessen 5

51t. 67

Di«OberhcWche Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis msnatlilch 455 Mk., durch die Post 4.65 Mk. Ausgabe B mitOberh. Sp«ri-Ztg." 1 M. mehr. FSr ausfallende Nummern Infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag von Dr. T. Hii-erokh.Druck der Univ.-Duchdruckerei von Job.Aug. Koch. Mar« 21,23 Fernsprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Marburg

Mmlag, dm 2L Mürz (Sen$mg)

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56. Wkg.

1921

dnW WiMMlltsH

Der deuische Abstimmungserfolg ist unbestreitbar, aber trotzdem ist der endgültige volle Sieg iwch nicht gesichert. Auch die große deutsche Mehrheit ent­scheidet nach dem Willen unserer Gegner noch nicht \ endgültig über die Grenzen Oberschlesien. Der berüchtigte § 5 des Anhanges zum Artikel 88 des Friedensvertrages besagt:daß nach Schluß der AbstimmriNH die Anzahl der in jeder Gemeinde abgegebenen Stimmen durch die internationale Kommission, d. h. im wesentlichen durch den franzö­sischen General Lerond, den alliierten und assort­ierten Hauptmächten mitgctcilt werden sollte, zu­gleich mit eisern genauen Bericht über den Hergang der Stimmabgabe und einem Vorschlag über die als Grenze Deutschlands in Oberschlesten anzuneh- mcr.be Linie, bei dem sowohl der von den Einwoh­nern auegedrückte Wunsch wie auch die geogra­phische und wirtschaftliche Lage de: Ortschaften Berücksichtigung findet". Hiernach müs­sen wir als nächste Periode nach der Abstimmung erwarte«, daß der Nachdruck der Politik unserer Gegner begleitet von dem Geschrei des angeblich vergewaltigten und schlecht behandelten, um wirt­schaftlichen und finanziellen mühelosen Gewinn be­trogenen, ohnedies bankerotten Polens sich nunmehr au; dasGeographische" undWirtschaftliche" le­gen, d.h. versuchen wird, die Grenze so un­günstig wie möglich für Deutschland zu zieh-ri und auf diesem Umwege Polen doch noch Teile von Oberschlesten zuzuschanzen. So gilt es vom.ersten Augenblick an, nicht zu ruhen und zu rasten, sondern weiter den Kampf bis zuni Ende zu führen. Des großen deutschen Mehrheit far.it und darf auch die Heimtücke gegnerischer Politik und die Hintertreppe des genannten Artikels kein Stück : deutschen Landes wegnehmen!

Nach der Schlacht binde den Helm fester! sagt ein japanisches Sprichwort.

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M 3rawMw.

Keine Ausdehnung der Besetzung?

Paris, 19. März. Eine Havas-Meldung be­zeichnet die Meldung von der Ausdehnung der Be­setzung aus dem rechten Rheinufer, namentl'ch von der Besetzung Oberhausens und Mülheims als irr­tümlich. Zn Wirklichkeit handle cs sich nur um dis Einsetzung von zwei P o st e n, des einen westlich von Düsseldorf auf der Straße nach Mülheim, je­doch zwei Kilometer von Mülheim entfemt, und eines anderen nordöstlich Meiderich auf der Straße nach Oberhausen, um den Bahnhof Oberhausen- West zu beobachten. Die Truppenbewegungen, die statlgesunden hätten, seien einfach Verschiebung tu von Vorposten gewesen, die nach der Besichti­gung durch den General Weygand für notwendig erachtet worden sind. Die neuen Vorposten seien etwa zwei Kilometer weiter westlich aufgestellt " worden und ständen jetzt an der Ruhr, von wo aus sie di^ nach Duisburg und Ruhrort führenden Stra­ßen wirksamer beobachten könnten.

wb. Berlin, 19. März. Der Bahnhof Ham- : born, der bisher von einigen Offizieren und Mann­schaften besetzt war, ist geräumt worden. Der Bahn­hof Hamborn-Neumühl blieb nach wie vor besetzt. Auf dem Eüterbahnhof Oberhausen-West wurden heute durch die dort liegenden Truppen etwa29 Wagen eines Kohlenzuges, der für die Verbündeten bestimmt war, zurückgehalten, weil die Kohle dieser Wagen angeblich zu schlecht war. Heute mittag er­schien bei dem Bürgermeister in Walsum ein Pan­zerauto. Der Bürgermeister und der Polizeiinspek­tor wurde« verhaftet, angeblich, weil sich kn * ihrem Besitz einige Patronen befunden haben sollen. Ferner erschien heute bei einem Arzt in Walsum iein belgischer Offizier und teilte mit, daß er sich so- fort von feinem Grundstück entfernen müßte, da die- ises für die Besatzungstruppen beschlagnahmt fei.

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Aus diesen Erklärungen geht das eine mit Si- , -heit hervor, daß die deutschen Pressemeldungen wahr find, daß die Truppen der Verbündeten tat­sächlich in dem Bestreben, wichtige Eisenbahnknoten­punkte in ihre Hand zu bekommen, über die in den Londoner Sanktionen genannten Städte Düsieldorf s'nd Duisburg-Ruhrort hinaus die Besetzung aus- oshnt haben. Die Londoner Sanktionen hielten sich nicht an den Friedensvertrag. Jetzt halten sich die Verbündete« nicht einmal mehr an ihre eigenen teanfticne«. Die Reichsregierung wird, wie ver­mutet, wegen dieses neuen Gewaltaktes ern.'ut Protest erheben.

DeMe Mehrheit in LbeWehen.

Die Ausfuhrabgabe.

Annahme Nr Vorlage im Unterhaus. ,

London, IS. März. Das Unterhaus hat das Reparationsgesetz in dritter Lesung mit 132 gegen 15 Stimtnen angenommen. Ueber die Verwendung der eingehenden Gelder teilte Chamberlain mit, daß sie auf ein besonderes Konto der Bank von England deponiert werden sollten, um dann zur Be­zahlung der englischen Schadenersatzforderungen verwendet zu werden. Der Ueberschuß sollte zwi­schen den Verbündeten geteilt werden.

Mit Bezug auf die Gesetzlichkeit der Anwendung der Sanktionen erklärte Lord Robert Cecil, soweit er den französischen Premierminister nach dessen Rede verstehe, wolle dieser die Sanktionen nicht nur zum Zwecke der Eintreibung von Reparationen, sondern auch zur Er- 'wingung anderer Teile de? Vertrages von Versailles. Wann er, Cecil, den Vertrag richtig verstehe, so be­schränke sich der Artikel 18, Anbang 2 auf die Frage der Reparationru. Es wäre berechtigt, daß die deutsche Rcgierirng an den Völkerbund ewp-lliere wegen der Un­gesetzlichkeit der Aktion der Verbündeten. Er be­trachte dies al? eia Zeichen der Reue und als die erste Anerkennung Deutschlands, daß die Herrschaft deS Ge­setzes und nickt die der Gewalt bestehea müffe. Cecil sagte weiter, die Deutsche« bestritten nicht ihre Ver- oflichtungen zum Bezahleir, sondern nur den Wertbc- trag. den sie bezahlen könnten.

Generalstaatsanwalt Howart erklärte, die Regie­rung wäre bereit und gewillt, die Verhandlungen »vrtzusetzcn, wenn jetzt oder zu irgendeinem späteren Zeitpunkt Deutschland ein vernünftiges Angebot machen wolle.

Die wirtschaftlichen Wirkungen.

Ein Staatssekretär für bas besetzte Gebiet.

Berlin, 19. März. Heute fand im Reichswirt­schaftsministerium eine Besprechung mit den Chefs der wirtschaftlichen Ressorts der Länder statt, zu der auch die Vertreter der beteiligten Ministerien hinzu­gezogen waren. Außer der wirtschaftlichen Lage iw allgemeinen wurde insbesondere die Auswirkung der ss-waltmaßuahme». besprochen. Reichsmirtschafts- minister Scholz gab einen lieberblick über unsere Wirtschaftslage und wies ans die starke Passivität unserer Handelsbilanz hin. In der Frage der Sank- ionen sei unser Standpunkt unverrückbar. Gegenüber der sich ettva steigernden Arbeitslosigkeit als Folge der Sanktionen sei eine starke Bel-bungdes Bau­marktes erforderlch. Der Wi-de-aufbau d-r Han­delsflotte, der Ausbau der Wassersir-- ße» nnd die Be­stärkung der Betriebsmittel der Eisenbahnen würden gesteigerte Arbeitsmö^lichkei'en schasi-n. Di? E lllnhr von Luxuswaren müsse ferngeh rl en, die Aus'ubr mög­lichst erleichtert werden. Dazu sei eine Ausnchrkon- trollc sowie eine Preiskontrol'e er'orderlich. Bezüglich der 5Oo/oigen Nussuhrabgabe erklärten die Vertr-ter von Preußen, Barern, Thüringen uns Hamburg, daß

Anerkennung des Versailler Vertrages durch Amerika?

Paris, 19. März. Nach einer vomMalin" wiedergegebenen Nachricht des .Mewyorker Han- delsjournals" aus Washington verlautet aus siche­rer Quelle, Präsident Harding und die Cenatskom- mission für auswärtige Angelegenheiten seien einig darüber, daß der Friedensvertrag von Versailles dem Kongreß in der nächsten Session mit einem Vorbehalt hinsichtlich des Völkerbundes unter­breitet werden müffe. Die Annahme des Vertrages in dieser Form bedeute die Annahme aller Bedingu'ngen hinsichtlich der Reparationen und der Indemnitäten sowie der Feststellung dec Grenzen Deutschlands, der Mandate, der Besetzung und der Verfügungen über die ehemaligen deutschen Kolonien durch die Vereinigten Staaten.

Französtsch-anrerikanisches Bündnis?

Paris, 20. März. Nach derChicago Tri­büne" soll der französische Abgeordnete Viviani, der sich zur Zeit auf der Reise nach Amerika befindet, nach Washington den Vorschlag für ein französisch- amerikanisches Bündnis gegen Japan miknehmen. In französischen Kreisen hofft man, daß ein solches Abkommen automatisch zu einem französisch-ameri­kanischen Bündnis gegen Deutschland führen

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63 Prozent deutsch.

Kattowitz, 2L März. Von der deutschen Ab­stimmungskommission wird bekannt gegeben: Trotz des ungeheuren polnischen Terrors, der im Gebiet östlich der Oder ohne wirkfame Gegenmaßnahmen der tnter- avticrten Kommission geherrscht hat, ist eine deut­sche Mehrheit sicher. Im Gebiet westlich der Oder ist eine überwiegende deutsche Mehr­heit erreicht worden. Die Städte MySlowttz, Katio- witz, Kön-gShütte, Bcuthcn, Gleiwitz, Tarnowitz. Rosenberg, Rpbnik, Krruzburg haben bis 90 Prozent deutsche Stimmen erreicht. Die Ergebnisse in Laura- bütte, Stemtanowitz, Schwientocholowitz, Bismarck­hütte, Hindenbnrg-Zaborze haben die Erwartungen einer deutschen Mehrheit übertroffen, während noch in der Nacht vom 20. März 1921 die Polen alle Mittel der Einschüchterung benutzt habe«. Die Ab- stimmnng ist soweit ruhig verlaufen.

Bon Pletz nnd Rhbnlk sind die Ergebnisse noch un- gewitz. Dort ist in einem Heinen Kreis eine polnische Mehrheit zu erwarten.

Nach den jetzt vorliegenden Meldungen ergibt sich eine Mehrheit für Dentschland von 63 Prozent. Die Znsammenstellnng ergibt folgendes Bild:

671 700 Stimmen deutsch. 389 300 Stimmen polnisch.

Einzelergebnisse.

Berlin, 21. März. Tie vereinigten Verbände beimattreucr Oberschlesier melden auf Grund der Zn- 'ammenstellunaen der Ergebnisse durch die Ortsgrup­penleiter folgendes Gesamtergebnis:

Kattowitz: Kreis, Stadt und Laich: deutsch 72 831, polnisch 66 187.

Königshütte: deutsch 31818, polnisch 10 768. Beuthen-Kreis: deutsch 59232, polnisch 62010. Hindenburg: deutsch 36676, polnisch 31 625. Tarnowitz: deutsch 8383, polnisch 2738.

Tie Stadt Oppeln hat eine deutsche Mehrheit von 94 Prozent ergeben. Ter Landkreis Oppeln weist ebenfalls eine deutsche Mehrheit auf, doch fehlen »an 164 Orten noch die Ergebnisse aus 60 Ortschasien. In der Stadt Groß-Strehlih beträgt die deutsche Mehrheit 85 Prozent, in der Stadt Rosenberg 90 Prozent, in der Stadt Tarnowitz 83 Prozent, in der Siebt Kosel 94 Prozent, in der Stadt G l e i - Witz 90 Prozent.

$ eil in, 21. März. Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen aus dem Kreise Kreuzburg sind ab­gegeben: fijr Deutschland 33 SSO Stimmen, für Polen 1556 Stimmen.

Große Wahlbeteiligung.

Breslau, 21. März. Die Hauptgeschäftssührung der Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier will mit: Die Wahlbeteiligung ist nach allen einlanscn- dcn Berichten überaus groß. Die bedeutendsten Wahl- betetllgunsSziffern aller Reichstags- und Landiaas- wahlen sind weitaus überfchritten. Soweit.man die Lage übersehen kann, beträgt die Wahlbeteiligung durchweg 100 Prozent. Längs der polnischen Greu.ze und im Kreise Kattowitz ist alles ruhig.verlaufen. Aus Lublinttz wird gemeldet, bah dort polnische Sokolisten vergebens versuchten, ein Wahllokal zu stürmen. In Dowallno im Kreise Oppeln wurde eine gröbere An­zahl polnisch gesinnter Leute vermutet. Die Sttmmen- zühlung hat ergeben, datz für Polen nur eine Stimme abgegeben wurde.

Breslau, 20. März. Um des obcrschlesischen Tages feierlich zu gedenken hatten die vereinigten Ver­bände heimattreuer Oberschlesier, die Schutzbundar­beiter, Gemeinschaft Breslau, der Deutsche Ostbund Posener, die Heimattreuen Ost- und Weßpreußen, die Elsaß-Lothringer, die Danziger und Oesterreicher heute Vormittag auf dem Schloßplatz eine große Kundgebung für Oberschlesien veranstaltet. Das Niederländische Dankgebet, gespielt von sämtlichen Kapellen, eröffnete die Feier. Dann folgten Ansprachen der Redner de, landsmännischen Verbände, die mit einem begriffe- »ufgenommenen Hoch auf das deutsche Volk und b deutsch« Einheit schlossen. Es wurde eine Entschließung ........... I *»> * Fl /fei i uni Ktn

Südosimark erhalten, so schöpfen auch die Posener und Westpreußen, die man schnöd« um ihr Älbstbestirn- mungsrecht betrogen hat, wieder Hoffnung. Mit llopfendem Herzen, doch mit froher Zuversicht sehen wir der Entscheidung des heutigen Tages entgegen. Wir glauben an einen deutschen Sieg. Die erhebend» Kundgebung, wahrend derer di« Glocken aller Kirchen Breslaus läuteten, schloß mit dem, unter Begleitung sämtlicher Kapellen gespielten LiedDeutschland, Deutschland über alles."

Die angeblichen deutschen Rüstungen. Die polnischen Trupprnanfammlnngen.

tob. Berlin, 19. März. Die Botfchafterkon- ferenz übergab dem Vorsitzenden der deutschen Frie- densdelegation in Paris eine Note, in der eine Un­tersuchung über die angeblichen deutschen Rüstun­gen sowie über die deutscherseits zur Sprache ge­brachten polnischen Machenschaften angekündigt wird. In der deutschen Antwortnote werden üe Behauptungen von angeblichen heimlichen deutsch«« Rüstungen an der polnischen Grenze als tatsächlich unrichtig zurückgewiesen. >

Berlin, 19. März. Zn einer Unterredung mit dem Berliner Vertreter derBreslauer Ztg." sagte der Reichswehrminister über die Lage im deutschen Osten: Unsere Feststellungen über die pol­nischen Truppenzusammenziehnngen an der deut» 'chen Grenze haben uns zu dem formellen Schittt bei den Regierungen in Warschau, London, Pari« und Rom, beim Obersten Rat und beim Heiligen Stuhl veranlaßt. Man hat uns versichert, daß un­sere Befürchtungen grundlos seien. Aber wenn wir auch diesen Versicherungen Glauben schenken wollen, so bleibt doch die geradezu maßlose Sprache der pol» mischen Presse, worin von der Absicht Polens gespro­chen wird, in den strittigen Gebieten vollendete Tatsachen zu Waffen.

Berlin, 19. März. Aus Posen wird gemeldet,, naß dort die Jabrcsklaffc 1921 zu einer 14tägigen Hebung, unberufen wurde.

Nochmaliger deutscher Protest gegen den polnischen Terror.

Berlin, 20. März. In den südöstlichen Bezirke» des obcrschlesischen Abstimmungsgebietes entwickelten sieh in den letzten Tagen Anstände, die zu den ernsteste« Befürchtungen Veranlassung gaben. In den weisen Plctz, Rtzbnth Kattowltz-Land, Beutbcn Land unb Tarnowitz bat die denische Bevölkerung auf dem flachen Lande unerträglich unter dem polnischen Terror zu leiden. Die deutsche Regierung legte sosort bet den Berliner Vertretern der verbündeten Mächte, bet bet interalliierten Kommission in Oppeln unb den Re­gierungen in London, Rom und Paris wiederholt bk schärfste Verwahrung gegen bte unerhörten Austänbe in Oberschlesten ein unb verlangt tatkräftige Maß­nahmen zum Scbntze der Bevölkerung. Die beuttoe Regierung legte hierbei genaueste Unterlagen für alle polnischen Gewalttaten nnb Hebelgriffe vor unb ver­langte insbesondere immer wieder nachdrücklich, bah die verbündeten Truppen nicht nur in den Städten, tu denen völlige Ruhe herrscht, versammelt bleiben, son­dern znm Schutze der schwer bedrängten deutschen Sc» völkernng auf das flache Land verteilt werden.

Die deulfchcn Pressevertreter in Kattowitz richteten an die interalliierte Kommission in Ovveln ein Tele­gramm, in dem sie gegen die Vorführung unb tätliche Beleidigung des Vertreters der »Voss. Zig.' Di. Georg burd) den französischen Kretskontrollenr be Vie als einer Verletzung ber Ehre, Freiheit unb Recht« der Presse Etnfpruch erheben und Sühne verlangen.

Graf Oppersdorfs nach Polen geflüchtet.

Wie dieOberschlelifche Volksstimme" meldet, ist Graf Oppersdorf in einem Automobil mit seiner Familie bet Gotscbalkowitz über die Grenze geflüchtet. An der Grenze erklärte er den Beamten, daß er in zwei Tagen zurückkehren werde. Wenige Stunden später wur­den jedoch an der Grenzstation 15 Koffer deS auswandern­den Grasen ungehalten.

Graf Oppersdorfs ist aus der Vereinigung ehemaliger Offiziere des 2. Garde-Hlanen-RegimentS einstimmig ausgeschlossen worben wegen öfsent- lich zur Scbau getragener polensrcnnbltcher Gesinnung. Vor einiger Zelt war Graf Oppersborsf bereits au« bem gleichen Grnnbe aus ben Listen ber Mitglieder der Berliner Kasino-Gesellschaft am Pariser Platz ge- strichen worden.

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Der »Mch-nMe Friedt MerMael.

Berlin, 19. März. Der polnisch-russische Friedensvertrag ist gestern in Riga unterzeichnet worden. Wie die polnische Gesandtschaft mitteilt, sollen die Ratifikationsurkunden innerhalb 45 Xar gen ausgetauscht werden.

Fürst Bülow, der sich gegenwärtig lit Italien auf» hält, wirb sich demnächst endgültig tit Italic« Hiebet? - ____

von einer Rückerstattung durch das Reich feine Rede sein könne. Dieser Standpunkt fand einmütige Billio- u,ig. Bezüglich der für das besetzt« Rheinland ge­schaffenen Lage ging di« Ansicht dahin, daß eine genaue Beobachtung ber weiteren Entwicklung erforderlich ist. Um die erforderlichen Maßnahmen schneller treffen zu können und andererseits eine Stelle zu schaffen bei der alle hiermit zusammenhängenden Fragen ein­heitlich bearbeitet würden, hat daS Reichskabinett be­schlossen, den Posten eines besonderen Staats­sekretärs für das besetzte Gebiet einzurichten.

Breslau, 21. März. Oberglogau: 5093 sür Dentschland, 226 für Polen. Oberglogau-Schlohbrück lSitz des Ueberläufers Grafen Oppersdorfs): 100 Stimmen für Deutschland, 11 Stimmen für Polen. Krappttz: 97 Prozent für Deutschland, 3 Prozent sür Polen. Rasselwitz: 2500 Stimmen für Deutschland, 15 Stimmen für Polen.

Aus bem Kreise K o s e l liegt bas Ergebnis von fünf Gcmeinb-n vor. Für Deutschlanb stimmten 657, fttr Polen 53. In fünf Gemeinben im Kreise Oppeln- Laub wurden 691 Stnümcn für Deutsch­land tmb 264 Stimmen für Polen abgegeben. Im Kreise Rosenberg stimmten in vier Gemeinden für Deutschla -b 491 unb sllür Polen 193.