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Amtliches Sbeitüiibigunftsblatt des Kreises Dütlburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberheffen

Ur. »4

Die ..Odcrhcistiche Bettung" erscheint sechsmol wöchentlich. Bezugspreis monatliich 4.25 mi durch die Post 4.65 Mk. Ausgabe B mitOberh. Spoit-Ziz." 1 Mk. mehr. Für aussaliend« Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag von Dk. L. hitzeroth. Druck der Univ.-Buchdruckerei »on Joh.Aug. Koch, Mark' 21,23 Fernsprecher 55, Postscheckkonto: Rr. 5015 Amt Armksurt a. Main.

Marburg LiikliMl«, dkti 17. Kiiti (Lenzing)

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56. Schks.

1921

Sie 20 »iiMn-ZindilM b«sSiehemliiiatoos- Md*. ! Der fugen. Wieiergutmachungsausschu» hat beschlossen, ikiemsllrtand auszusyrdern, den Artikel 235 des Versailler siedensourlra zes zu erfüllen, nach dem Deutschland bi-3 |uii 1. Wai 1921 zwanzig Milliarden Goldmark l>c- flllen uiufi. Die Sichverstänbige» erklären, die deutsche .(Wei auplung, es feiert- bereits 21 Milliarden Gold mark 61t wordeu, für einen Irrtum. Es seien nur 8 Mil­lar en gekrstct. Deutschland soll kein weiterer Aus- schni. getafibti werden.

Die Iommission machte der deutschen Regierung amt- : kich kpfgende Mitteilung:

Erstens muh die deutsche Regierung bis zum l.Mai .'den ResL'ctrag der 20 Milliarden Goldmark l>egleichen, I sic muß bis zum 23. März eine Milliarde Goldmark auf i fctn noch ausstehende» Rest von 12 Milliarden zahlen, i Die Kommission erklärt sich bereit vor der Festsetzung her Fritzen und Zahlungsweisen dcS bann noch vrr dleibeuden Restbetrags alle Vorschläge zu prüfen, die ihr bi? 3uiit 1 Mai 1921 von der deutschen Regierung unter­breitet werden und die das Ziel verfolgen. anstelle der fAahlungen von Geld oder ausländischer Devisen und Mareultekert-ngen oder Ileberschreibungen von beweglichen Werte» deutschen oder ausländische» Ursprungs zu setzen. ®ic deutsche Regierung wurde außerdem bemächtigt, inner« fHalü der gleichen Fristen der Reparalionskommissiou Vor schläge über die Begebung einer ausländischen Anleihe ,,! uuierbreüen, deren Ertrag der Kommission überwiesen ^werden wurde.

i Die beteiligten deutschen Stellen stehen nach wie ; ter auf dem Standpunkt, daß die bisherige» Leistungen jibcitlschlandK 20 Milliarden übersteigen. Selbst wenn ibies nicht der Falk sein sollte, würde die Folge nur sein , können, datz nach § 12, Ziffer 1, Anlage 2 zu Artikel 844 des Atiedensvert ragcs die aus diesem Grunde nicht «inqelöster,. unverzinslichen Schatzauweisuuge» in ver- pusliche Schatzanweisuugeil umzutauschcu seien.

Die Note desWiedergutinachungs"-Ausschusseö Wird deutscherseits alsbald beantwortet werden.

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Die Ausfuhrabgabe.

Englische Bedenken.

wb. L o ud o n, 16. Mürz. DieMorning Post" «elvct, bfl.fi eine lange Liste von Abändernngsanträgen j|u der R?7arationsvorlage von Mitgliedern des Par- jlwuonts, die Asquith und der Arbeiterpartei nahe ;pche:i, e'ugebracht worden sei. Wie dieMorning Dost" weiter meldet, herrscht im Unterhause starker tzweisek, die Vorlage sehr wirksam sein werde. Die Nusicht gewinne an Boden, daß der Oberste 9tat sich |u sehr beeilt habe und sich mit dem Plan nicht vugehend genug besaßt habe.

DemDaily Herold" zufolge wird nach Ansicht der rugk-slizen Geschäftswelt" der Entschädigungsplan Llotch GcorgeS zur Vernichtung des eng-, .lische n Handels führen. Der Widerstand der jlVeschüstswelt gegen die Vorlage betreffend die 30- :Prvzentige Ausfuhr nimmt nach diesem Blatte dauernd tzn/Tally förralb" veröffentlicht eine Zuschrift, in der es beißt, es würde für England lohnender sein, den Deutschen 11 Milliarden Pfund in Goldmark zu geben und sie zn bitten, uns Aufträge zu .»rteilen, als Deutschlandzahlen zu Taffen. *

i wb. London, 15. März. DieDaily Mail" deröfsnttlicht den Brief einer deutschen Firma an einen ihrer Kunden in England,nn dem mitgeteilt wird, :fer Kunde habe nunmehr außer dem vereinbarten Preis für oie Warenlieferungen, die von der soeben einge- brachteu Vorlage vorgesehene Abgabe von 50zu trage», falls das Gesetz über die Erhebung eines teile? des Wertes der deutschen Warenlieferungen tzon dem englischen Parlament verabschiedet werden sollte. * e

Die englischen Truppen am Rhein.

wb London, 15. März. Im Unterhanse führte der Kriegsminister bei Besprechung des Heerrestzakrshalts aus: Am Rhein haben wir acht BataA-Lue Infanterie, ein Regiment Kavallerie, etwas Ariillcrie und aitdere Truppen. Niemand kann ja-en, wann diese Truppen zurückkehren wer­den tmd «o sie nicht sogar noch ve r stär kt wer­den müssen.. Das Unterhaus verwarf darauf mit 168 gegen 75 Stimmen den Antrag auf Verringe­rung des Militärhaushalts.

AmeM« hat den Schlüssel zum Weltfrieden.

wb. W« i i 5, 16. März. Der Londoner Bericht­erstatter do»Chicago Tribüne" teilt zur Frage der Kriegsschulden der Verbündeten die Acußernng eines uuzMannten englischen Diplomaten mit, der bei allen Friedenskonferenzen seit Versailles eine führende Rolle spielte. Der Diplomat sagte unter anderem: Jeder vernünftige Mensch in England wisse, daF «ngland nieeinen Pfennig weder von DeräfsAkand, noch von seinen Schuldnern be- lommett wr&t. Amerika halte den Schlüssel zun:

M MMM W in in« gtM. .

ßezkmsÄOi!»«. - Sirtmsfttt i* Stils.-MrMktm iiesMrdRdlmseti wb. Berlin, 16. März. Im wirtschaftspolitischen Ausschuß führte heute dec Reichswirtschaftsminister Dr. Scholz u. a. ans: Eine Rechtsgrundlage für die sogenannten Sanktionen sei in dem Friedcusvcrtrag nicht gegeben. Sie würden außerordentlich schwierige Verhältnisse in Deutschland schaffen, und es sei not­wendig Gegenmaßnahmrn zu treffen. Der Feindbund verkenne, daß Deutschland wenig von seinen Gegnern, besonders auch von England werde kaufen können, wenn fern Außenhandel durch die »erlang ten 50°/i>iße Ausfuhrabgabe gedrosselt werde. Der Außenhandel werde sich neue Wege suchen muffen. Diese Wege dem Handel zu erleichtern, fei Pflicht der Reichsregierung. In Frage kommen eine Erweite- tung der Ausfuhrfreiliste, der Wegfall der Preis- koutrolle auf den meisten, der Mengenkontrolle auf verschiedenen 'Gebieten, Abbau der Ansfnhrabgabe sowie als Gegenmaßnahme gegen die dohende Minderbeschäs- tigung der Industrie eine energische Wiederbelebung des Baugewerbes und der Wiederaufbau der Handelsflotte, ferner Erweiterung der produktiven Arbeitslosenfür­sorge, Einfuhrverbot für überflüssige Auslands waren, Vorkehrungen gegen ein neues Loch im Westen soloie eine Verringerung des Verbrauchs überflüssiger Ein­fuhrwaren durch Erhebung von Abgaben. Besprech­ungen über die Beamtensrage im besetzten Rheinland mit den Vertretern der' Rheinlande ständen unmittel­bar bevor.

Darauf führte dec Minister des Auswärtigen Dr. Simons u. a. aus: Es handelt sich darum, wie wir aus der gegenwärtigen hochgespannten und gefähr­lichen Lage der deutschen Wirtschaft am besten heraus­kommen. Die deutsche Wirtschaft müsse fähig gemacht werden, den Ansturm der Zwangsmaßnahmen zu über- stehen und die großen Gefahren abzuwenden, die auf dem Gebiete dec Arbeitslosigleit aus ihnen erwachsen. Darüber, sagte der Minister, sind wir uns wohl einig, daß wir über kurz ober lang wieder zn Berhand-

Weltfrieden in der Hand. Es gäbe nicht eher einen wirklichen Frieden, als bis Amerika eingreife.

DieMorning Poff" schreibt aus Washington, daß der Vrnsschlag, die Bereinigten Staate» sollten als Schiedsrichter zwischen den Verbündeten auftreten, der zuerst von bedeutenden New Harker Geschäfts­leuten gemacht wurde, jetzt vomNew Jork Herold" warm vertreten werde. Als Vermittler würden die Vernnigten Staaten ihre Stellung der Nichtein­mischung in europäische Angelegenheiten nicht aus­geben, sondern nur das Hardingsche Programm der Wiederherstellung des Friedens um des Friedens willen durchführen.

Eine Sondermisfion an Harbins-

wb. Paris, 16. März. Nach einer Privat­meldung desPetit Parifien" aus London ver­öffentlicht derExchange Telegraph" eine New Parker Depesche, England werde wie Frankreich - wie man in Washington sage eine Sonder­misston zur Begrüßung des Präsidenten ^Harding entsende«!. Als möglicher Führer dieser Abordnung wurden Winston Churchill und Asquith genannt.

Protesterklärung des rheinischen Provinzial­landlags.

tob. Düsseldorf, 16. März. In der Schluß- 'itzuug des 60 rheinischen Provinziallandtags gab Justiz rat Möning (Köln) namens der bürgerlichen Parteien und der Mehrheitsfozialisten eine Erklärung ab, die be­sagt:Die Besetzung weiteren deutschen Bodens auf dem rechten Rheinufer, die angekündigte unerträgliche Belastung der deutschen Ausfuhr, insbesondere die Androhung und Errichtung der Zollgrenze am Rhein haben neues Unglück über unsere rheinische Heimat gebracht. Keine dieser Maßnahmen ist auf dem Boden des Rechts gegründet.

besondere darf fc'.e Errichtung einer Zollgrenze für das besetzte Gebiet nach Artikel 270 de» Friedensvertrages nur in Erwägung kommen, wenn ste erforderlich erscheint, nm die wirtschastlichen Interessen der Bevölkerung zn !vahren . Der rheinische Provinziallandtag, eine auf Grund des freien Wahlrechts gewählte Vertretung der gekörnten Rheinprovinz, erhebt deshalb Einspruch gegen die erfolgte und geplante Maßnahme. Komme, was kommen mag: Die Rheinländer fühlen sich in Treue eins mit allen deutschen Volksgenossen und kein Zwang und keine Not, sie mögen noch so schwer und bitter sein, können und trennen." Öberpräsident Frhr. Grote schloß mit einer Ansprache an den Provinziallandtag, in der auch er jutn Ausdruck brachte, daß das Rheinland in treuer Vaterlandsliebe mit dem gesamten deutschen Vaterland untrennbar verbunden fei. . , 1

langen kommen werden unb daß umso sicherer, je ruhiger wir unsere gegenwärtige Lage überdenken,-und je fester unsere Nerven sind. Ich bin der Meinung, die Methode unserer Gegner, schon jetzt auf lange Zeit hinaus Ziffern für die deutsche Finanzleistungen in Annuitäten festzusetzen, hat 7 iasko gemacht. Wir müssen die Sache jetzt von einer anderen Seite an- faffen und die W ie-d erau fb aua u fg abe in den Mittelpunkt unserer ganzen Vrrbercitung stellen, wozu, wie der Minister bemerkte, ein möglichst genauer Plan für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete auf­gestellt werden müßte. Dieses Problem hänge aber eng zusammen mit dem Siedlungsproblem in Deutsch­land, denn wir können unsere Kraft bei unserer eigenen Not nicht ausschließlich in den Dienst der Gegner stellen. Dr. Simons hält deshalb dafür, daß der Plan der Wiederaufbautätigkeit in ganz großem Stil in Angriff genommen werden mußte und bittet dabei vor allen Dingen um die Mitarbeit aller Wirlschasts- kreise des deutschen Volkes. Aber das genüge noch nicht, um aus der schweren Sage der europäischen Gesarntwirtschaft herau-zukommen. Außerdem müsse ein Mittel g-fanden werden, um der trostlosen Kapi- lalsnot der srauzösischen Wirtschaft eine Möglichkeit der Milderung zu verschaffen. Das können wir, sagte Dr. Simons aus die Dauer nur mit unjerer Arbeit, die wir als Gewährleistung und Sicherung für eine Anleihe einsetzen, mit der wir den französischen Finanz- bedürsnissen entgegenkommen können. Auch diese Frage müsse unbedingt geprüft werden. Sie sei sehr viel schwerer als die erste und könne sehr viel weniger von uns gefunden werden, well sie viel un­mittelbarer auf internationale Znfammenarbeitcn ab- oestellt fei. Aber auch hier müssen wir Vorbereitungen treffen, damit, wenn die Zeit gekommen sei, wo wir uns wieder an den Verhandlungstisch setze«, mit wirk­lich ausgearbeiteten Plänen kommen. Unbedingt muß hier etwas von uns geschehen, weil die Gegner sich mit den Annuitäten feflgerannt haben. Mit diesen kann niemand weiter kommen. Wenn die Zeit gekommen ist, müßten wir bereit sein, vielleicht bereiter als Da-3 früher der Fall gewesen sei.

wb. B c r l i n, 16 .März. Im Gegensatz zu Meldnn- gen brr französischen Presse ist festzustellen, daß weder in Mülheim noch in Hamborn oder an anderen Orten des Industriegebiets Arbeiterentlassungen ober Arbeitsein- ichränkungen stattgefunden haben. Die Franzosen ver­suchen durch Meldungen über von den Unternehmern veranlaßte Arbeitseinfchränkuugen die deutschen Arbeiter aufzuhetzen und dadurch eine Bresche in die deutsche Einheitsfront zu'schlagen. Wie die Dinge liegen, haben sic nicht die geringste Aussicht, ihr Ziel zu erreichen.

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Räte-Rutzland.

Neuer Friedensvorfchlag Trotzkis.

wb. Kopenhagen, 16. März. Wie der .Verlmgske Tidende" aus Helsingfots gemeldet wird, soll Trotzki den Aufrührern in Kronstadt einen neuen Friedensvorfchlag auf bedeutend gün­stigerer Grundlage als der früheren gemacht haben. Es wird weiter berichtet, daß sich die Zahl der Sol­daten in Kronstadt zur Zeit auf 50 000 beläuft. Die Zahl steigt jedoch mit jedem Tag. Alle Revo­lutionäre sind vollkommen zuverlässig. Die unter ihnen arbeitenden bolschewistischen Agenten haben keinen Erfolg. Die Beschießung von Kronstadt hat keinen nennenswerten Schaden verursacht. Es haben auch keine Feuersbrünste in der Stadt statigefun- den. In Kronstadt nehmen selbst die Frauen <n der Verteidigung teil. Die Kronstadter Negierung teilte dem Roten Kreuz mit, es fei ihre Absicht, Rußland wiederherzustellen. Sie wollten nicht Rußland an den Rand des Abgrunds bringen, wie die Bolschewisten es taten.

Die Lage in Petersburg.

wb. Sonbon, 16. März. Nach einem Tele­gramm, das dieDaily Mail" aus Björneborg er­halten bat, bestätigen die an der finnischen Grenze eingetrosfenen Flüchtlinge, daß die Lage in Peters­burg sehr ernst ist. Von Tag zu Tag wird der Mangel an Lebensmitteln und an Brennstoffen fühlbarer. 12 000 rote Soldaten sind an der fin­nischen Grenze zusammengczogen worden, um egen eventuelle Ileberraschungen von Finnland aus ge­rüstet zu sein.

Ein aus Helfingfors an denDaily Expreß" ge­richtetes Telegramm meldet, daß auch am 15. März das Artillerieduell zwischen Kronstadt und. den Küstenforts andauerte. Ein bolschewistisches Flug­zeug, das über Kronstadt Bomben herabwaf, aogcf'yossen. Die Verlust^der roten Trup­

pen während der Belagerung von Kronstadt be­laufen sich auf 8000 Tote, außerdem sind 500 Manu bolschewistische Truppen zu den Aufständifchen üb er gegangen.

Warnung von Sensationsmeldungen.

Berlin, 16. März. Nach einem direkt aus Petersburg eingetroffenen von nichtbolfchewistifcher Seite stammenden Situationsbericht, der dem ,,Ber­liner Tagebl." vorliegt, wird davor gewarnt, die Sowjetregierung bereits als so erfch":"-:rnt anzn- sehen, wie viele Senfationsmeld::.:z.n glaub.'N machen würden. Während im Auslände über blu­tige Straßenkämpfe in Petersburg berichtet würde, ging in der Stadt das Leben in der gewöhnlichen Weife weiter. Die Straßen wären abends erleuch­tet, und das äußere Bild der Stadt wäre unverän­dert. Ueber die Lage in Kronstadt sagt der Bericht, daß unter den dortigen Aufständischen Uneinigkeit herrsche. Flüchtlinge aus Kronstadt hielten das Unternehmen der Aufständischen fürwenigaus- fichtsvoll. v.

Maffenerfchießungen.

wb. Kopenhagen, 16. März. DerBer- lingske Tidende" wird über Helfingfors telegra­phiert: Das Revolutionskomitee in Kronstadt hat bezüglich der Haltung des Komitees den Kommu- nisten gegenüber eine Entschließung angenommen. Darin wirb Lenin als der einzige ehrliche Idealist unter den Moskauer Machthabern bezeichnet, wah­rend Trotzki, Sinowjew und 'die übrigen Elemcnie feien, die nur ihre eigenen Vorteile erstreben und für die Zukunft Rußlands schädlich seien.

Ueber Terijoki wird aus Petersburg gemeldet, daß die Eährung unter den Arbeitern mit jedem Tag zu-nimml. Die meisten Fabrikett stehen still in­folge Ausstands, der trotz des Streikverbots dcc Volkskommissare gegen Arbeitseinstellung erplärt wurde. In den übrigen Fabriken, wo noch ge­arbeitet wird, kamen so viele Fälle von Sabo- t a £e vor, daß die Betriebe in Wirklichkeit auch ruhA». Die chinesischen Soldaten sind täglich in Tä­tigkeit und schießen aus ~ "'H der Volkskommissare Hunderte von Arbeit " und andere Per­sonen nieder, die sich des . .-ß der Bolkskomm'-fare zugezogen haben.

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Georgien als RäteregieruNg.

wb. L o n d o n, 16. März. DemDail« Ezl ecsj" wird aus Konstantinopel gemeldet, daß die Räte­regierung in Tiflis zur Macht gekmnmen ist und in Georgien die Räterepublik austief. Tschitscherin hat die neue Republik anerkannt. Die georgische Regierung hat gegen die Besetzung Balums durch die Türken Einspruch erhoben.

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los mMmWt MtMonmi entmeiM

wb. L o n d o n, 16. März. (Reuter ) Das eng-- lisch-rusfische Handelsabkommen ist unterzeichnet worden.

tob. London, 16. Marz.Daily Gfjronicte1 erklärt, der für Rußland in naher Zukunft stehende Handel sei gering und Werde ohne großen Einfluß aus die augenblickliche Geschäflskrise in England sein. Mit Bezug ans die Dauer des Sowjetregimes könne man Einerlei Prophezeihung aufstellen. Vor drei Jahren würden wenige Leute gesagt haben, baß es heute noch' an der Macht sein würde. Die Welt könne cs sich nicht leisten, Rußland außerhalb des kommerziellen Ver­kehrs stehen zu lassen.

DieMorning Post" greift das Abkommen heftig an. Das Blatt fragt, ob Lloyd George vielleicht Geld von Rußland nehmen wolle, das Frankreich, dem größten Gläubiger Rtißlands, gehört. DieAiorning Post" versteht nicht, daß die Regierung gerade den jetzigen Augenblick der Gegenrevolution in Rußland zur Unterzeichnung des Abkommens ausgesucht habe. Sogar die englische Arbeiterpartei betrachte die russische Sowjetregierung mit Abscheu. Bei dem Ab­kommen stehe weit mehr auf dem Spiel als der Handel. Die Ehre Großbritanniens solle gekauft und v werben.

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Gemeinschaftsschulen.

Wie dasBerliner Tageblatt" erfährt, stellte bet Rcichsminister des Innern dem Reichsrat einen Gesetz­entwurf über Gemeinschaftsschulen zu. Ter Entwurf («stimmt, daß die Volksschulen Gemeinschaftsschulen sSimultanschulen) sind, soweit sie nicht nach den näheren Bcstiminungen dieses Gesetzes Bekenntnis­schulen oder bekenntnissreie Schulen sind. Tic bekennt« eisfreien Schulen sind entweder weltliche Schulen oder Weltanschauungsschuleil. I« die Bekenntnisschule« sollen ücuijilätiiä Scküler eines heüinuuten Bekennt«.