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Die „Oberhejsischr Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatliich
4.25 Mk., durch die Post 4.65 Mk. Ausgabe B mit „Oberh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr.
. ßS Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz.— | "* * Verlag von Dr. T. Hitzeroth.—Druck der Unio.-Buchdruckerei von Joh.Aug. Koch,
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Erstes Blatt
3er WW Protest an des TölkerhM
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land von DentschlauC abhänge. Mit Bezug auf den
J etwaigen Ertrag erklärte Chamberlain, es beständen ko raülrelche- »urrkwifs-- UckttoreK, daß et nicht gerne
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Belaufen sich nach den bisherigen Umrech- auf insgesamt rund 180 Milliarden Gold-
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6. April
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Paris, 15. März. Nach einer Londoner g des „Petit Journal" wird der Privatsekretär
ausschließen, abgesehen von den Waren, die England benötige. Lloyd George schilderte, welche Verluste an Handelsgewinn und an Löhnen dies für Deutschland bedeuten würde. Dadurch würde Deutschland seines Handels mit dem Vereinigten Königreich im Werte von 50 Millionen Pfund Sterling verlustig gehen, außerdem eines weiteren großen Betrages bei jedem Lande, das beschlossen habe, denselben Plan in Anwendung zu bringen. Selbst wenn Italien oder Belgien, wie von mancher Seite zu verstehen gegeben worden sei, sich nicht daran beteiligen sollten, so werde Deutschland immer noch einen Handel im Werte von etwa 100 Millionen Pfund Sterling verlieren, wovon die Hälfte Löhne darstellen. Lloyd George sagte, seiner Ansicht nach könne Deutschland dieser Loge nicht begegnen. Drittens könne die deutsche Regierung erklären, daß sie nicht 50 Prozent zahlen werde, sondern einen Prozentsatz, der den Erzeugern noch einen angemessenen Ueberschuß läßt. Lloyd George erklärte schließlich, er glaube, daß der Plan ein gutes Ergebnis zeitigen werde, und wenn er das nicht tue, werde er für den deutschen Handel als eine solche Strafmaßnahme wirken, daß Deutschland sich ergeben und selbst ein Abkommen Vorschlägen werde. Die Maßnahme sei ein Ersah für die Anwendung von Gewalt und für das Waffengeklirr; sie sei die friedliche Methode der Einsammlung und ein zu rechtfertigender Ausweg, von dem er glaube, daß er allen Parteien gerecht werde.
Die Vorlage wurde daraus in zweiter Lesung ohne namentliche Abstimmung angenommen.
Zwecklos und kostspielig.
tob. London, 15. März. Wie der Reuiersche Berichterstatter in Düsseldorf meldet, sehen verantwortliche britische Geschäftsleute in Düsseldorf die Errichtung der neuen Zollgrenze als ein zweckloses und kostspieliges Hilfsmittel an und erinnern an die Erfahrungen der Engländer am Kölner Brückenkopf vor der Ratifikation des Friedensver- rrages, wo trotz Siacheldrahr, Infanteriepatrouillen
von Llovd George. Philipp Kerr, feinen Posten verlassen. Als Grund wird die jetzige Haltung des englischen MtnisterprSstdenten gegenüber Deutschland angegeben. 8s scheine, datz ihm seine Auffassung nicht gestatte, die gegen Deutschland ergriffenen Zwangs < Maßnahmen zn billige».
Die französische Kammer.
tob. Paris, 15. März. In der heutigen Kammersitzung bemängelte Abg. H e n e s s y in einer Interpellation die hgprozemtge Abgabe vom Verkaufswert der deutschen Lieferungen in den Verbündeten Ländern. Selbst in England habe sich die Regierung das Recht Vorbehalten, die Grundlage dieser Steuer abzuändern. Es sei nicht sicher, datz Italien, Belgien und Japan die gleiche Abgabe einfiibrten. Auf alle Fälle aber könnten diese Länder nach threui Gutdünken verfahren. Das sei ein unsicherer Zustand. Anstatt daß Deutschland Zahlungen mache, um den Verbündeten zu liefern, werde es seinen Hande! nach Rußland leiten. Abg. Crespel, unterstützt von drei weiteren Abgeordneten aus den Norddepartements erklärt: In den verivüsteten Gebieten sei alle Welt der Verwendung deutscher Arbeiter feindlich gesinnt. Der kommunistische Abgeordnete Mareel Cachin verliest eine Erklärung im Namen seiner Gruppe, wird aber lebhaft unterbrochen. Er protestiert gegen die Aufrechterhaltung französischer Streitkräfte in Cilieien und Syrien. Abg. Butreil sagte, die Entwaffnung Deutschlands sei der Hauptpunkt. Eine Abänderung des Vertrages von
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Talaat Pascha erschossen.
Berlin, 15. März. Heute Vormittag wurde vor dem Hause Hardenbergstrasie 7 in Ebarlottenburg ein älterer Herr durch etnen Ausländer hinterrücks erschossen. Der Täter warf den Revolver weg und versuchte zu flüchten. Er wurde vom Publikum ergriffen und nach der Mommsenwache gebracht, hier stellte man den Täter, der nur gebrochen deutsch spricht mrd einen Dolmetscher verlangte, als den 24tährigen Studenten Salomon Tetltrian, geboren in Salmas, Persien, fest. Teiltrian wobnte in der Hardenbergstrabe und soll die Tat aus Eisersucht begangen haben. Man fand bei seiner Durchsuchung 12090 Mark Bargeld in der Brieftasche. Der Ermordete scheint nach den vorgefundenen Visitenkarten der türkische Staatsangehörige Sali Ali Bey zu sein.
Wie mehrere Blätter mitteilen, ist der Erschossene der frühere türkische Groszwesier Talaat Pascha, der unter dem Pseudonym Ali Sali Bey sich in Berlin aufgehalten habe.
Der Mörder Talaat Paschas erklärte laut „Berl. Lokalanz." bei seiner Vernehmung, daß er Anhänger der Blutrache sei. Talaat habe seine Ellern töten laffen, und deshalb habe er Rache an dem Grobwester genommen. Das Verbrechen steht also im grundsätzlichen Zusammenhang mit den Armeniervertreivungm während des Krieges unter der Staatslettung Talaat Michas. ________________... ..
und Kontrolle auf den EisenbahnstatlSb.en" der Schmuggel im Riesenmaße toetterging. Man dürfe nicht vergessen, daß die Verbündeten es jetzt mit einem Gebiet zu tun haben werden, das eine Bevölkerung von G Millionen, darunter einige der widerspenstigsten Elemente in Deutschland ,habe.
189 Milliarde» Schadenserfatzansprüche.
wb. B e r l i n , 15. März. Die der deutschen Regierung ooit der Reparationskommijsion übermit-
Kandel haben werde.
i Hieraus ergriff Lloyd George das Wort. Er Fragte, Bottomley, ob er vielleicht wisse, wie viel ßoldaten notwendig seien, um die Verbindungswege der Truppen zu schützen und ob er die Kosten nach- jeredjnet habe. Die Soldaten würden als Löhnung keine Papiermark annehmen, und wenn sie nach 53 er» iin kämen, sollten sie dann dort bleiben bis sie die Entschädigung eingesammelt hätten oder bis die Deutschen die Bedingungen der Verbündeten angenommen haben mürben? Wenn sie blieben, bis die Deutschen ose Bedingungen der Verbündeten angenommen hätten, |<ü kämen fit zurück mit einem Papierabkommeu in der Tasche, aber weitergekommen würde man nicht ifein. Nur auf zwei Wegen Knute eine Entschädigung eingesammelt werden: Durch Leistungen oder duvch den Mert von Waren; einen anderen Weg wisse er nicht. «Diese Vorlage sei eine der Methoden zur Einsammlung. Äste Besorgnis, daß die deutschen Waren nach Amerika ausgefRhrt und dann nach England wieder eiu- ;Hesührt tofirben, sei grundlos infolge der Frachtfrage, i«s amerikanischen Zolltarifs und der Gewinne, die ker amerikanische Import nur dabei wachen wolle. Deutschland Kime eines von drei Dingen tun: Es könne Eens die gesamten 50 Prozent wiedererstatten. In ^tsem Falle werde nach Ueberzengung aller der Plan reibungslos arbeiten. Deutschland könne sich zweitens Baerit, irgend etwas mit dieser Vorlage zu tun zu en; sowohl km Ganzen als auch teilweise. In em Falle werde die Vorlage als Strafmaß- hme wirken und deutsche Waren aus Englano
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tvendung des § 18 gegeben haben. Einen entsprechenden Beschluß hat auch die italienische Regierung gefaßt. Die Maßnahme wäre danach weder in Belgien und Italien, noch, soweit es sich um Bankguthaben handelt, die aus Warenkäufen entstanden sind, im Vereinigten Königreiche zulässig.
Was die dritte Sanktion betrifft, so ist die Ein- sührung einer eigenen Zollordnung in den Rheinlanden schon deshalb nicht als Strasrnaßnahrne anwendbar, weil Artikel 270 des Friedensvertrages sie davon abhängig macht, daß sie zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen der Rheinlandbevölle- rung für erforderlich zu erachten ist. Der Ministerpräsident von Frankreich hat am 4. Februar in der Kammer anerkannt, daß es- sich hier um eine über die Bestimmungen des Vertrages hinaus- gehende Maßnahme handeln würde. Es kommt hinzu, daß sich die Alliierten der Sanktionen gar nicht zu dem Zwecke bedienen, um die Erfüllung bet angeblich verletzten Vertragsbestimmungen durchzusetzen. Die Verbündeten haben offen erklärt, daß sie zur Gewaltanwendung geschritten sind, weil sie den Eindruck gewonnen haben, daß Deutschland sich her im Vertrage übernommenen Reparations- Verpflichtungen böswillig entziehen wolle. Sie beabsichtigen, mit den Zwangsmaßnahmen Deuts 5z- land ihren Vorschlägen hinsichtlich der Art der Erfüllung der Reparati'önspflicht gefügig zu machen. Diese Vorschläge sehen eine vom Vertrag abweichende Regelung der Frage vor. Eine Verpflichtung zur Annahme der Vorschläge besteht dabLr Die Verbündeten sprechen davon, daß sie sich bei ihrem Vorgehen durch die Sorg? um den Weltfrieden leiten lassen. Dieses Vorgehen ist aber selbst eine unverantwortliche Störung des Friedens.
Die deutsche Regierung, die die Dölkerbundsakte mit unterzeichnet hat, richtet an den Völkerbunds- rai das Ersuchen, die ihm obliegenden Schritte zur Einleitung des in der Akte vorgesehenen Schlichtungsverfahrens zu tun und dafür zu sorgen, daß die von den Verbündeten angewandten Gewaltmatznahmen sofort aufgehoben werben. Die deutsche Regierung genügt ihrerseits schon jetzt der Vorbedingung für die Durchführung des Verfahrens, indem sie für dieses Verfahren die Pflichten eines Bundesgliedes, auf sich nimmt. Das Verfahren wird ergeben, daß Deutschland, von dem ernften Willen beseelt*, seine V-.nstragsverpflich- tungen nach besten Kräften zu erfüllen, keinen Ankuß zu Friedensstörungen gegeben hat.
Donnerstag ff. empfehl« jWche, rMs, tringe. tz-sprcifen. kwener.
| Die MMkilmde.
i trfrtue der Borlage im Unterhaus. — Lloyd k George über die erhoffte Wirkung.
I wb. London, 15. März. Bei Einbringung der IReparatiousvorlage in zweiter Lesung im Unterhaus 1befaßte sich Chamberlain mit den einzelnen 83er» f Pflichtungen des Gesetzentwurfes und erklärte, das l Unterhaus werbe sehen, daß dem Hanbelsamt bei An- | benbung der Maßnahmen ein beträchtlicher Spiel- Iraum gelassen werde. -Der Handel werde durch alles, was seinen normalen und freien Lauf in Mitleidenschaft ziehe, nachteilig berührt werden. Die Vorlage werde mindestens 40 Prozent des deutschen Ausfuhrhandels, wahrscheinlich aber noch mehr, in Mitleidenschaft ziehen. Die davon berührten Märkte -seien vor dem Kriege sehr wichtig für Deutschland gc» wesen miMtien für Deutschland augeublicklsth'unendlnch wichtiger, als Rußland aufhörte, ein Markt zu sein. Durch eine gemeinsame Aktion der Verbündeten würde ein so großer Teil des deutschen Handels in Mitleidenschaft gezogen, daß, wenn Deutschland nicht ent»
1 weder bei der Durchführung mitwirle oder statt dieser ! Maßnahme eine andere unterbreite, die von den Verbündeten. akzeptiert werden könne, die wirtschaftliche Blockade Deutschlands bestehen bleiben würde, die streng genug sei, um Deutschland zur Vernunft zu bringen. Wenn Deutschland denke, England könne nicht ohne die deutschen Waren auskommen, ;'|ei es sehr im Irrtum. Soweit er sagen könne, gebe es fein Erzeugnis von Bedeutung, wegen dessen Eng-
GroMrst Ntkolat Ntkolafewitsch gestorben? .Sa- winlows Swoboda" bringt die anderweitig irocö unbe» stitttgle Meldung, vast der russische Grohs-irü Rttotat Rikoiafi'NrUsch Itt Italien gestorben fet
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Die Wahlen in Mecklenburg.
Bürgerliche Mehrheit.
wb. Schwerin, 15. März. Amtliches Wahlergebnis bis VS Uhr mittags: (Es fehlen nach 47 Stimmbezirke.) Deutschnationale 66 909, Deutsche Volkspartei 54 055, Dorfbund 17 231, Wirtschafts- Partei 10 252, Demokraten 12 805, Sozialdemokraten 126163, Unabhängige 2420, Kommunisten 14 539 Stimmen.
Bis jetzt können als sicher gewählt gelten: 14 Deutschnationale, 11 Deutsche Volksparteiler, 4 Dorsbündler, 2 Wirtschaftsparteiler, 3 Demokraten, 26 Sozialdemokraten und 3 Kommunisten.
Die bisherige Zusammensetzung des Landtags war: 14 Deutschnationale, 10 Volksparteiler, 4 Wirtschaftsbündler, 4 Demokraten, 24 Se^aid.'ms- kraten, 5 Kommunisten.
teltan Schadenrechnungen der vormals feindlichen Länder
Irgend eine genaue Schätzung geben wolle. (Ironische i Anrufe bei der Opposition.) Mer es sei wahrscheinlich,
Dmb er halte cs für sicher, daß das britische Reich in jedem Fahre feinen vollen Anteil an der Gefamtschuld der Reparation erhalte, die aus das Reich nach den in Paris vorgeschlagenen festen Jahreszahluugen enr- - Kalle. Was bu- Waren anbei äuge, die aus den neutrale:'. Ländern kommen, so seien diese Waren von der .Ausgabe befreit, es fei denn, daß sie 75 Prozent ober - Mehr an deutschen Werten enthielten. Bei Warrn, die von England nach Deutschland gingen, um dort einem Verfahren unterzogen zu werden, werbe nur Iber Werl dieses Verfahrens berücksichtigt.
1 Bottomley beantragte die Ablehnung der Vorlage unter der Begründung, fit fei phantastisch und tweck lo^ Die-Politik der Regierung sei «ne solche der Furchtsamkeit. Lloyd George sei auf die Konferenz In schimmernder Wehr gegangen, sobald er jedoch seinen Helm abgenommen, sei die Abschrift einer Bergpredigt herausgcfalleu.
Ff Chamberlain teilte mit, die englische Regic- tung sei von der französischen zu der Erklä- : tung ermächtigt, daß heute oder morgen in Frankreich ein entftwechender Gesetzentwurf eiugebracht würbe. - Asquith erklärte, was die Frage der Berechtigung, an den Reparationsbedingungen festzuhalten, betreffe, so bestehe bei mcniandem der geringste Zweifel, ks handele sich ausschließlich um Die Frage der Z w e ck- Mäßigkeit und darum, ob die Vorlage ihr Ziel erreiche. Asquith drückte die Besorgnis aus, daß diese Maßnahme einen Rückschlag auf deu englischen
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Versailles fei umso notwendiger, als die im Verlra, vorgesehene englische und amerUanische Zusammen arbeit nicht bestehe.
Wie das Boll in Frankreich denkt.
Paris, 14. März. Gestern wurden bei der Nato- Wahl tm zweiten Pariser Wahlkreise die veiden Ran» didaten des nationalistischen Blocks, Le Eorbetller nutz Bonnet, mit grober Mehrheit gegen die beiden kommunistischen Kandidaten gewählt. Im vorangegangenen, äußerst heftigen Wahlkampf wurde erhärt, ei» Sieg der Kommunisten Würbe zugleich einen Wahlsie- Denkschlands bedeuteiu
J-vch über Ludcndorsf.
tob. Paris, 15. März. Ein Mitarbeiter des ,Ju- transigeant" hatte Gelegenheit, Marschall Fach fibex die deutsche Niederlage auszufragen. Marschall Joch sällle dadei solgeildes Urteit über Ludendorssr Ein ausgezeichneter Generalstabsosfizier, »icht mehr und nicht weniger, der fein Handwerk von Grund aus versteht. Ais begeisterter Anhänger der Schule Friedrichs des Groben ist er wahrhaft überragend, was die Handhabung der verwickelten Heeresorganisa- liou betresst, bixflegeu versteht er aber auch garnkchiS von der wirkttcheu Natur eines solchen Volkskrieges, der die höchsten Juieresteu, ja selbst da? Besiehe» der Völker aufs Spiel setzt, und wo gerade die sittliche«! Kräfte die erste Nolle spielen.
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Die ' MMilm.
Schnelle Fortschritte bet Aufständischen. - wb. P a r i s, 15. März. Havas meldet ans Hel- singfors, daß die Bolschewisten in der Vorstadt von Kronstadt neuerdings eine Schlappe erlitten. Trotzki hat den General Tugochowski entlassen und persönlich die Führung der Truppen übernommen. Nach einer weiteren Meldung aus der gleich»» Quelle soll sich die Schwarzmeerflotte in den Händen der Aufständischen befinden, sowie die Flotte auf dem Kaspischen Meere. i
wb. Kw penhagen, 15. Nfiirz. Wie da; finnische Notizbyr-rn aus Moskau erfährt, breitet sich die revolutionäre Bewegung ständig ans. Die Kämpfe in Kronstadt und Petersburg haben in den letzten Tagen einen sehr heftigen Charakter angenommen. Die Sowjetregierung machte em.m mißglückten Versuch, Artillerieoffiziere von Moskau nach Petersburg zu kommandieren. Die Truppe» weigern sich überhaupt, an den Operationen georn Kronstadt tei-tzunehmsn. Krasnaia Gorka ist am Sonnabend zu den Revolutionären üb.'r- gegangen.
WAx m eia 6SlitonosuerMrea.
wb. Berlin, 15. März. Der Protest der deutschen Regierung beim Völkerbund gegen die Sanktionen lautet in der Hauptsache:
Das Vorgehen der Verbündeten v e r st ö ß t gegen den Vertrag von Versailles. Die Verbündeten berufen sich darauf, daß Deutschland gewisse Bestimmungen des Vertrages über die Kriegsbeschuldigten, über die Entwaffnung und über die erste Zahlung von 20 Milliarden verletzt habe. Sie bezeichnen ihre Maßnahmen als Sanktionen, wozu ihnen die Bestimmungen des Vertrages das Recht gäben. Welche Bestimmungen diese seien, haben sie nicht .gesagt. Es könnten nur die folgenden drei in Frage .kommens, Erstens § 18 Anlage 2 zum Teil 8, zweitens bef Schlußabfatz ces Artikels 429 und drittens der Artikel 430. Zunächst gestattet keine dieser Bestimmungen, deutschen Boden außerhalb des Gebietes westlich des Rheines und der Brückenköpfe neu zu besetzen. Rach Artikel 429 darf nur die Zurückziehung bet Okkupati onstr uppsn aus dem besetzten Gebiet hinausgeschoben werden, wenn die alliierten und assoziierten Regierungen beim Ablauf der Vesetzungsfrist die Sicherheit gegen einen nicht herausgefordertsn Angriff Deutschlands nicht als hinreichend betrachten. Nach Artikel 430 kann geräumtes Gebiet wieder besetzt werden, wenn sich Deutschland weigert, die Reparationspflichten zu erfüllen. Aus § 18 kann ein Recht zur Besetzung deutschen Gebietes überhaupt nicht hergeleitet werden. Dort ist die Rede von w< : tfchaftz! ichcv und finanziellen Sperr- und Vergeltung•= maßregeln, überhaupt von solchen Maßnahmen, die die alliierten und assoziierten Regierungen nach den Umständen für geboten erachten. Ein Verstoß gegen die Reparationsverpflichtungen liegt nicht vor. Der Termin, an dem nach Artikel 235 der Betrag von 20 Milliarden in bar oder Sachleistungen an dis Verbündeten abgeführt fein soll, ist noch nicht eingetreten. Nach deutscher Schätzung erreichen überdies die deutschen Sachleistungen schon den vorgesehenen Betrag. Keinesfalls könnte hier von einer vorsätzlichen Vertragsverletzung die Rede sein.
Die als zweite Sanktimr angekündigte teilweise ‘erfolgte Beschlagnahme des Kaufpreises deutscher Waren würde schließlich beit ausdrücklichen Zusicherungen widersprechen, die die belgische und britische Regierung wegen des Verzichtes auf die An-
Amlliches LerküichigungMatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen