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/ Amüiches BeMndrgungsblatt des Kreises Marburg. >

Anzeiger für (das früher kurhessische) Overhessen

Oberhelfilche Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatliich 4.25 Mk., durch di« Post 4.65 Mk. Ausgabe B mitOberh. Sport-Ztg." tM mehr. Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. Perlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der llniv.-Buchdruckerei von Aoh.Aug. Koch, Markt 2123 Fernsprecher R, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt «. Main.

Marburg

Dienstag, den 15. Mn (Lroziug)

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56. 3*8.

1921

Der Mirlolg der ZimWmMsin.

Nüchterne Beurteilung der Lage. Erwägung der Ausdehnung der Besetzung.

lob. Lsndon, 14. März. Die Blätter heben dte große Pctchstagsmehrheit hervor, dte sich für die Abckchmmg der Pariser Reparattonsbeschlüsse nach der Rede des deutschen Außenministers Im Reichstag ergab. Die a t l y News" nennen es bezeichnend, dast die einzige Kritik an der Führung der Londoner Berinuwtnngen durch den deutschen Außenminister tun der »echten Seite kam. Das Blatt verweist auf die dliucrkenäwertcn Ausführungen des .treuesten aller AihLnge« des Premierministers in der Presse" Gar- bit, der tm .Observer" einen »Das Chaos und dte E«> chädtgung; Quo vadis, Europa?" überschriebenen ArlM veröffentlicht, in dem es heißt, eS sei ein Wahnstun, der die fundamentalen Interessen Eng­lands, den Handel, das Geschäft und dte kommerzielle Grundlage, die die Struktur des Reiches bilde, in grö­ßere Gefahr bringe, als man te erkannt habe. Ans dem aagenblieliichen Wege gebe es keine Rettung aus -em Chaos. Unterdessen werde England vitalerer und dauernderer Schaden zugefügt als

Dentschsand. Wenn man zu irgend einem Neberein- \ kommen gelangen wolle, so müszten sowohl die Ver- = büubebt« als auch Deutschland weitere Zugeständnisse

»rachen, Garpin weist darauf bin, das, die im Unter- bans dnZeSrachte Reparationsbill dem englischen Han-, - del weit größeren Schaden, zufügen werde a!5'

sie dem LLatzamt an Mitteln zusübren. Die neue Zoll­grenze östlich des Rheines, die durch das Herz des tu« L dnsiriellen Deutschlands gehe, bedeute eine Schädigung - oller AusMlen ans Wiederherstellung des Handels ' mit MM.'kenropa. In England seien bereits zwei

Millionen Arbeitslose. Und das nenne sich etwa zwei Ja irre nach dem Wasfenstillstand .Friede und Stern« i prusaiion^. England als industrielle Ration, die von totem Seehandel abhänge, leide weit m ehr unter dieser Methode als Frankreich. So könne es nicht wei­ter gehen. Mit Frankreich eeüteinfam tnilffe der ve sondere Weg gesunden werden. Die Sanllloneu vr- deuteten die Organisierung des wirtschaft­lichen Chaos in Deutschland und die Ein­schränkung oder Verzögerung seiner Zahlungsfäl'iakeit. Tie Pariser Reparationen seien eine Fata Mor- gana. bie weder Frankreich noch England jemals

aus. dieser Erde erreichen würden. Sie machten eine * günstig« Lösung unmöglich. Die ganze Methode führe . iui lialastrophe für Europa und England. Als ein­zigen Ausweg bezeichnet Garvin die Teilung des ae- I famien Reparationsvlanes in zwei Teile, einen env- tzstlkioen und einen vorläufigen. Deutschland solle sich für fünf, sieben oder zehn Jahre enudgiiltig verpflich­ten. Rach Ablauf des betreffenden Zeitraumes solle 7 der übrige Teil der Reparationen von einem maß- tzevendei» Tribunal, in dem auch das neutrale oder das amerikanische Element vertreten sei, grundsätzlich Iteu geprüft werden.

Dte .Morni'ng Post" schreibt: Rach der Reichs- tagsrede des deutschen Austenministers und ihrer be­geisterten Ausnahme habe der Bormarsck der verbün­deten Streitkräfte keinen Eindruck auf das deutsche Volk aemach«. Das einzige Argument, das ans Deukschland iwerbaupt Eindruck macken könne, sei das r Argument der Gewalt. Durck die Erklärung des deut'cheu Austenministers, der für Deutschland die alleinig« Sckuld am Kriege ablehne, werde der Irr­sinn, mit der deutschen Regierung weitere Verhand­lungen zu suchen, noch deutlicher. Für beide Parteien fiäbc es keinen gemeinsamen Boden. Jede weitere Er- örteruug sei Zeitvergeudung. Deutschland habe den Strien verloren, und der Sieger, nickt der Bestegte, habe die Bedingungen zu diktieren. Wenn Deutschland nickt aehorihe, so müßten dte tm Vertrag von Ver­sailles vorgeschriebenen Strafmaßen in Straft tre­ten.

In ähnlichem Sinne äußert sich Oberst Reptng- ion im »Mailv Telegraph": Wenn das gemein­same Ziel der Verbündeten sei. Deutschland zahlen zu lassen, so fei es klar, daß ttfe Besetzung deutscher Städte in dem augenblicklich beschränktem Matz stade dem französischen Schatzamt nickt einen Centime zu führen und im Gegenteil weitere Ausgaben Sur Folge baden ^erbe Frankreich könne lick mit einer holen Befriedianng seines Prestige nickt zufrieden k geben. Es müsse<?l finden, um die deutschen Taschen zu durckt uchen, um ohne Verzug Re- daraiiouen aus Deutschland herauszubekommen. Man könne nicht sagen, daß die militärischen Maßnahmen bisher zu einem Erfolg geführt hätten. Denn fie seien 1 in einem so bescheidenen Matze angewendet worden, daß ftr keinen ernstlichen Drink auf die Entschlossenheit der Dnilfchmt ausüben könnten. Die Besetzung könnte duf ein größeres deutsches Gebiet oder 6uf ganz Deutschland ausgedehnt werden, und die Verbündeten könnten dann die deutschen Fi- tzanzen in die Hand nehmen und die Truppen erst dann zurückzieben, wenn die Reparationen vollständig gezahlt seien. Wenn die Besetzung ausgedehnt werde, vtüsse es ihm klar gemacht werden, daß die verbünde­ten Mächte das besetzte Gebiet wie ihr eigenes behan­deln und verwalten und sich erst zurückztehen würden, ivenn die Deutschen ibre Verpslichtitngen erfüllt hätten, bin anderes Verfahren den ®eetf<beit geaenüber fej Zwecklos. Frankreich bitte. England um Unterstützung tot der Zwangsausübung geaen Deutschland. Re- ; dingto» tritt dann für die Blockade Deutsch-

- laudtz zit Wasser und zu Laude als wirtschaftliche Eouklion du. Die drastischste Zwangsmaßnahme fei V We beste.

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Keine Zusammenstötze in Düsseldorf.

wo. Düsseldorf, 14. Marz, lieber Düssel- korf toerten in der letzten Zeit in den auswärtigen ; V Intnngen Meldungen verbreitet, die jeder talsäch- l licheu Grundlage 'entbehren. Alle Nachrichten. über schwere Zusammenstöße von Angehörigen der Sicher- l «Aitshyls;ss mit Ententeoksizieren Sind erfunden. Es.

IM« UM an itn Mttbnnd.

wb. Berlin, 14. März. Tie deutsch« Regierung richtet an das Sekretariat deS Völkerbundes wegen der von den Verbündeten in Kraft gesetzte» Zwangs Maßnahme» einen Protest.

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Farbige Truppen tm nrubesetzten Gebiet.

Berlin, 15. März. Nach einer Blättermeldung aus Duisburg sind dort zivci Abteilungen farbiger Truppen eingctrossen und zwar Schwarze und Ana- miten. Sie werden vorläufig in ihre» Quartieren »urück- gehalten.

Hamborn gilt als besetzt.

Blättermeldungen aus - Düsseckorf zufolge erschien am Sonnabend ein belgischer Offizier auf dem Rat- Hanse in Hamborn, erklärte, daß Hamborn als besetzt gelte. Es wurde darauf der Belagerungs­zustand verhängt. Truppen werden jedoch nicht in die Stadt gelegt werden.

Wieder ein bewaffneter englischer Dampfer itt Hamburg.

Wie dieBoss. Zig." aus Hamburg meldet, erschien im Hamburger Hafen abermals ein bewaffneter eng­lischer Dampfer.

Einstweilen keine weiteren Sachverständigen- beratungen.

Berlin, 14. März. Wie dasB.T." hört, tst entgegen anders laufenden Meldungen eines Berliner Mittagsblattes an amtlicher Stelle über die erneute Berufung der Sachverständigen zur Besprechung der Reparationsftage nichts bekannt. Das Blatt wieder­holt, daß einstweilen von solchen Beratungen keine

Rede sein könne. Auch vom Reichswirtschastsministe- rium sei eine Einberufung der Sachverständigen nicht erfolgt.

Verhaftung des Mörders Datos.

kick. Madrid, 14. März. Die Polizei verhaftete einen zweiundzwanzigjährigen Anarchisten namens Petro Mateo ans Tarragona, der «ingestanden hat. daß er den Ministerpräsidenten Dato ermordete.

Matteo wurde auf eine Anzeige seiner Wirts­frau hin verhaftet. Die Polizei fand bei ihm eine Selbstladepistole mit 24 Schüssen. Matteo gab die Namen seiner Spießgesellen an, nämlich Ramon Casa- nocacs, der das Motorrad führte und Leopold Noble. Letzterer war erst in der dem Anschlag vorgehenden Nacht mft der Eisenbahn eingetroffen. Matteo er­klärte, er sei kein Syndikalist, sondern Anarchist und behauptet, das Becktechen begangen zu haben, um für die Gewaltakte und Unterdrückung, denen einige sozia­listische Elemente znm Opfer fielen, Vergeltung zu üben. Man fand bei ihm 1000 Pesetas in bar sowie einen Scheck über 500 Pesetas. > ;

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Die Wahlen in Mecklenburg.

wb. Schwerin, 14. März. Bis um 1 Uhr mit­tags lag folgendes amtliches Wahlergebnis vor:

Teutschnationale 61507, Deutsche Volkspartei 51 885, Dorfbund 14 853, Wirtschaftspartei 10 007, Demokraten 12 200, Mehrheitssozialiften 115126, U. S. P. 2358 und Kommunisten 13 924. 170 Bezirke I stehen noch aus.

ist nicht wahr, daß ein französischer Offizier von einem Sipoosfizier erschossen wurde. Ebensowenig ist es zu Schlägereien zwischen Sipoleuten und fran­zösischen Truppen gekommen. Zutreffend ist aller­dings, daß ein Sipoosfizier zu 3000 Mark Geld­strafe verurteilt wurde, weil seine Leute einen Be­satzungsoffizier nicht grüßte».

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Die Ausfuhrabgabe.

Für Engkanv Nngelegenveiten, für Deutschland noch mehr.«

wb. London, 14. März. In derTimes" wirb darauf hingewiesen, daß die Reparationsvorlage unlös­bare Verwirrung im englischen Handel nicht nur mit Deutschland, sondern auch mit allen europäischen und vielleicht sogar mit außereuropäischen Ländern erzeuge» werde. Sie werde dazu führen, DeuHchlands Handel nach den Neutralen abzulenken. Ein solches Ereignis * erde den internationalen Handel in einem Augenblick ernster Notlage hemmen. Es sei auch wahrscheinlich, daß die Vorlage ihren Hauptzweck, größere Beträge zur Tilgung der Rrparattonsschulo an das Schatzamt abzuführen, keineswegs erfüllen werde. DieTimes" ist jedoch der Ansicht, daß die Vorlage für Deutschland eine Strafmaßnahme bedeutet, und daß daher eine Schädigung des englischen Ueber- seehandels in Kauf genommen werden müßte, da sie Deutschland noch mehr Ungelegenheiten verursache.

Sein Weg zur Erzwingung.

wb. London, 14. März. Im Bradford Liberal Club erklärte. Sir John Simon in einer Rede über die geplante Reparationsvorlage, er betrachte die neuen Vorschläge Lloyd Georges, Deutschland für den Krieg zählen zu lassen, mit Besorgnis. Nicht die Deutschen, sondern die Engländer werden auf diese Weise die Entschädigung bezahlen. In einer in Leicester ge­haltenen Rede erklärte Ramsay Macdonald, die augen­blicklichen Vorschläge zur Eintreibung der deutschen Schuld seien irrsinniger als irgendwelche Vor­schläge, die jemals von irqendeiner Regierung unter­breitet worden seien. Drcknrch würden nur die Ver­bündeten die deutsche EntschÄngungsschuld bezahlen. Der Parlamentsberichterstatter desDaily Telegraph" schreibt: In industriellen Kreisen toetbe darauf hin­gewiesen, daß ein einfacher Weg zur Erzwingung einer großen wirtschaftlichen Zwangsmaßnahme gar- u i ch t bestehe.

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Rnckverkauf ehemals deutscher Schiffe?

tob. London, 14. März. Im Unterhaus totes ein Abgeordneter darauf hin, daß noch 140 vormals deutsche Schiffe vom Schifsapttsministerium zum Ver­kauf angeboteu werden. Er sagte, dies sei eine sehr ernste Frage zu einer Zeit, wo fast drei Millionen Tonnen britischer Sckiffe in den englischen Häsen stillägen. Carson fragte, ob es wahr sei, daß die vormals deutschen Schiffe an Deutschland zurück­verkauft werden sollten. Oberst Wilson erwiderle, über die Frage des Rückverkaufes der deutschen Schisse an Deutschland habe die Reparationskommission die Entscheidung.

Der französische Traum.

tob. London, 14. März. »Daily Herald" schreibt, der Mißerfolg der bisher angetoandien Sank- tionen werde die notwendige Entschuldigung für wei­

tere ähnliche Maßnahmen führen, und der französische Imperialismus werde triumphiere». Dann werde der sranzöstsche Traum von der R h e i n g r e ns e und einem aus Kleinstaaten zusammengesetzten Deutschland und Europa, in dem die französischen Waffen befehlen, Wirklichkeit werden.

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Die Orientfrage.

Die Bagdadbahn französisch,

wb. Paris, 12. März. (HavaS.) Aus London wird gemeldet: Das türkisch-französische Abkommen enthält folgende Bestimmungen:

1. In militärischer Hinsicht: Als Folge der soforttgen Einstellung der Feiiidseligkeiten wird be­stimmt, daß dte zur Zett von französischen Truppen besetzten Gebiete derart geräumt werden, daß die Franzosen nach und nach nach Ablauf einer gewissen Frist durch türttsche Truppen ersetzt werden. Aus­tausch aller Gefangene« in mögNchst kurzer Frist, Bil­dung einer gemischten Polizei unter den bisherigen französischen Ofsizieren.

2. In wirtschaftlicher Beziehung werden die französischen Interessen.dadurch gewährt werden, daß bestimmte Konzessionen stets sranzöstsche» Gesellschaf­ten Vorbehalten bleiben fallen.

3. Die Eisenbahn nach Bagdad soll Frankreich gehören, während der Boden, aus dem sie errichtet tst, Eigentum der Türkei bleibt. Die Zölle nördlich der Eisenbahnlinie werden der türkischen Regierung zn- sallen, die südlich dieser Linie der sranzSsischen, wäh­ren die Linie selbst von allen Zöllen befreit wird.

4. Die Regierung von Angora leistet alle Bürg­schaft bett, der sranzöstscken Schalen. Außerdem be­stimmt das Abkommen die prakttsch durchführbaren Mittel, nm Leben nnd Eigentum der Armenier zu schützen.

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Oberscklesien.

Die Fahrt zur Abstimmung. 7

tob. Berlin, 14. März. Die Zentralstelle für die technische Durchführung der oberschlesischen Ab­stimmung teilt mit: Begünstigt durch das herrliche Frühlingswetter und begeistert begrüßt von der deutschen Bevölkerung rollen die Sonderzüge der ?lb- stimmungsberechtigte» aus alle» Gauen Deutschlands ihrem Ziele entgegen. Heute früh 6 Uhr lief ein Sonderzug in Breslau ein, der die ersten Abstimmler aus Danzig mitbrachte. Sie waren seit Samstag mittag unterwegs. Sie waren über die festliche Fahrt durch Deutschland begeistert.

Polnische Mordtaten.

Be r l i n, 15. März. Wie dieBoss. Zeitg." aus Königshütte meldet, wurde im Walde von Parchowitz der deutsche Apo-Hauptmann Luschin erschossen. Er befand sich aus der Fahrt durch den Wald gemeinsam mit einem französischen Hauptmann und dem englischen Don- twllosiizier beim Kreiskontrolleur in Rhbnik.

Nach Blättermeldungen kam es im Anschluß an eine Pvlenversammlung zwischen Abstimmungspolizei und Po­len zu einer Schießerei, in deren Verlaus mehrere Polen sowie zwei Abstimmungsbeamte getötet,, sechs schwer verletzt wurden.

wb. Benthe», 14. März. DieOberschlesische Morgenzeitung" wurde für die Dauer von 4 Tagen von der interalliierten Kommission verboten.

Die Nachricht über einen beabsichtigten polnischen Einmarsch in Oberschlesicn wird lautBerl. Tagebl,"

von zuständiger Stelle als ei» durchsichtiges pol« nifches Manöver gchalten, das darauf hinMt, die Deittschen zu provozieren.

IM« Mrlig.

88. Sitzung vom 14. März.

Bei der dritte» Beratung de»

Reedereiabfi ndungsgesetzes

spricht Abg. Bartz (Komm:) unter besttgen Angriffe«, gegen die Reeder die ablehnende Haltung seiner Patter gegen das Gesetz au3. Das Gesetz wird bann mit den Zusätzen und Entschließungen angeno mmen. Die Schlußabstimmuug findet nachmittags 4 Uhr statt.

Das HanS fährt bann in einer neuen Sitzung mit der Weiterberatung des Haushalts des

Wiederaufbauministeriums fort.

Abg. Wieubeck (Deutschnatl.) tritt'für die Interesse», der Ausländsdeutschen du, 25000 Ersatzanträge feien noch unerledigt. WaS wir bisher für kn Wickeraufbau­geleistet hätten, sei größtenteils den Schiebern zu­gute gekommen. Die von uns errichttten wettvollcn Dauerbauten in Frankreich müßten mit angerechnet werden. Die deutsch« OnalitätSarbeit weck« sich beim Wickeraufbau als unentbehrlich erweisen. Dafür müsse Propaganda gemacht werden. Hier könnte die Zentrale für Heimatdienst sich wirklich einmal «n Verdienst er­werben, denn wenn wir nicht bald dazu gelangen, uns von Regierung zu Regierung zu verständigen, besteht di« Gefahr, daß die private Spekulation die Initiative er­greift und daneit

einer wüsten Schieberei

Tür und Tor öffntt.

Abg. Stauch (D. Bpt.): Wir würden es für gesähv» sich halten, wenn die Wieberaufbauarbeiten dem Reichs- Ministerium übertragen werden würden. Das Wickerauf­bauministerium hat gute Arbeit geleistet. Aber wir müssen ihm noch größere Sparsamkeit anempsehlen, Biele Acmter, die längst dazu reif sind, m Schönheit: eit sterben, sollten aufgelöst werden. Nicht aufgelöst werden sollte dagegen die, Kolonialverwallung, denn i» der Mandatssrage ist das letzte Wort noch nicht ge-, sprachen. Mit finanziellen Maßnahmen allein kann der Wiederaufbau nicht gelöst wecken. Beim technische» Wiederaufbau muß aber verhindert werden, daß ähnlich,, wie beim Kriegsbeginn, durch übtttricbeu« hohe Preis« Schiebergewinne erzielt wecken. Von dem Güter­austausch mit dem Auslande hängt heute das Lebe» unseres Lölkes ab. Darum müssen wir den Außenhandel wicker aufbauen.

Wg. Kniest (Dem.) tritt für Handwerk und Gewerbe bei Vergebung der Aufträge für den Wiederaufbau ein.

Staatssekretär Müller sagt dies zu. Unser Wicker- aufbauplan sei lecker von Frankreich nicht einmal einet Antwort gewürdigt worden. Auch in der Frage der Ent­schädigung der Ausländsdeutschen wecke jetzt schneller ge­arbeitet. Die Hoffnung, früher oder später wicker in den Belitz von Kolonien zu gelangen, hätten wir noch nicht aufgegeben.

Abg. Fries (Komm.): Der Wiederaufbau der zer­störten Gebirtt Nockfrankreichs kann nur vom internatio­nalen Proletariat geleistet wecke». In Rußland mache» gegenwärtig sicherlich sehr viele sogenannte gute deutsche Patrioten mit den Feinden der Sowjetrcgierung gemein­same Sache. (Unruhe rechts.)

Der Haushalt de» Wickeroufbauministcriums wick bewilligt.

Es folgt die erst« Beratung des Gesetzentwurfes zur Durchführung der Artikel 177 nnd 178 des Vertrage» von Versailles bett, das

Verbot der Selbstschntzorganisationen. 81 verbietet allen Vereinen jeder Art, ihre Mitglieder im Kriegshandwerk oder im Gebrauch von Militärwaffen auszubilden oder zu üben, sowie sich mit Maßnahme» zu befassen, die auf eine Mobilmachung hinzielen. § 1 verbittet es den Unterrichtsaustalten, Universitäten und Kriegervereiuen, Schützrngilden, Sport­oder Waudervereinen, überhaupt Bereinigungen aller Art, sich mit militärischen Dingen zu befassen, sowie sich mit dem Reichswehrministerium oder einer anderen militärischen Behörde ht Verbindung zu setzen.

Reichsminister bei Aeußeren Dr. Simons betont^ baß er nur für bie politische Begründung des Entwurf» verantwortlich sei, nicht für die Einzelheiten, um die er sich infolge bet Londoner Verhandlungen nicht habe beküm­mern können. Man habe uns riue Frist für die Durch­führung der Entwaffnung gestellt. Die Folge war bk Konferenz ber bundesstaatlichen Minister. Die Ansicht« als ob mit dem Scheitern der Verhandlungen auch bk Forderung der Entwaffnung hinfällig geworden sei, könne bi« Regierung nicht teilen. Sie könne unsere Sttßui| nicht noch schwerer machen al- sie schon ift Mk j kennen z. Ä bi» Schikanen, unter benen bk Absümmmq i in Oberschlesien erschwert worden ist. Mr wissen, wk die polnischen Agenten arbeiten. Wir unsererseits wev- den uns aber sinkt an die Vorschriften für die Abstimmung 1 halten, um keinerlei Borwände gegen uns zu liefern. S» steht es auch mit dem Friedensvettrag. Wir haben ver- sprachen ihn zu erfüllen. Mr wecken alles tun, toal wir tun können, aber auch n i ch t m e h r.

Die Befürchtungen Bayernsf.

als ob gegen Bayern noch etwas besonder» Bösattige» geplant sei, sind übettrieben. Es handett sich nur um gewisse Maßnahmen, die notwendig wecken, um verböte« Handlungen zu verhindern. Dem haben wir mit dem Gesetzentwurf Liechnir»L |u tragen. Das Reich graft tzftr