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Amtliches VerküMgungsdlatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhestische) Oberhessen

SBE3BEI

Nr. 60

Li«Obertzejsijche Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatliich 4.25 $£!., durch die Post 4.63'Mk. Ausgabe B-mttOberh. Eport-Ztg." 1 Mk. mehr. Für ausfallend« Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der Univ.-Buchdruckerei von Joh.Aug. Koch, Mar". 2123 Fernsprecher 55, - Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Franksurt a. Main.

Marburg Sonnabend, Den 12. Milrr (Lenzing)

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56.3o6ri.

1921

Erstes Blatt.

W; 9m beletzü» ßebiek.

wb. Düsseldorf,. 11. März. Die Besatzungs- bchörde» habe» die Verordnung zurückgeuommen, wo­nach sich in der Zeit von 10 Uhr abeitds bis 4 Uhr morgens aus der Straße niemand aufhaften darf.

mc. Frankfurt a. M., 11. März. Auf alleen nur irgendwie fahrbaren Straßen nach dem besetzten Gebiet entwickelt sich ein geloaltiger Wagen- und Auto mobilverkehr. Tag und Nacht fahren die Wagen schir-er Belobe: mit Gütern aller Art, um noch vor Errichtung der Zoltgreitze den Rhein zu erreichen. Aehnliche Nach- richten kommen auch von Mannheim, dort ist der Verkehr so stark, daß zeitsoeife die Elektrische still liegen muß. um die Wagen dnrchznlassen. Die fran­zösische Paßkontrolle wurde verschärft, doch können die Wagen im allgemeinen ungehindert passieren.

Nach demBerk. Tagebl." wird ans Trier ge­meldet, daß das französische Pelizeigericht 13 Abitu­rienten eines deutschen Gymnasiums zu je 500 Mk. Geldstrafe verurteilte, weil sie dieWacht am Rhein" gesungen haben.

Die Haltung Amerikas.

wb. Paris, 11. März. Nach einer Havasmel- düng aus Washington erklärte Staatssekretär Werks gestern, daß die amerikanischen Truppen- frile in den Nheinlanden unverändert bleiben wurden und daß General Allen keinerlei neue An­weisungen erhalten hab«. . v

wb. Washington, 11. März. (Havas.) Es »i: tbe vereinbart, daß die amerikanischen Trupp-n am Rhein nicht an der Erhebung der Zölle teil nehmen. Immerhin werden die Vereinigten Staa­ten der Ausübung der neuen Politik der Verbün­deten keine Schwierigkeiten in den Weg legen.

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Italienische Einwendungen.

mb. Rom, 11. März. DerTribuna" wird aus -Vanbon telegraphiert: Die Frage der Beschlag- «abme der Zahlungen für die aus Deutschland bc- jvgenen Waren ist so verwickelt, daß Graf Sforza sofort eine grundsätzliche Einwendung machen mußte. Er erklärte, er könne seine Billigung nur fm allgemeinen geben, bevor er nicht nur die Fach­männer in der Regierung, sondern auch die interes- perten italienischen Industrie- und Bankleute zur zur Beratung hinzugezogen habe. Er hat sich über­dies vorl>ehalten, eine etwaige Antwort der Sach­verständigen dem Parlament zu unterbreiten.

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Sie ZttgtMEN der ouswörtioen AussMs.

Keine Kabinettskrise.

wb. Berlin, 1L März. Der Ausschuß für aus- bätiige Angelegenheiten des Reichstags setzte feine Beratungen fort und führte sie zu Ende. Die Be eitua gen tragen, wie gestern, vertraulichen Charakter.

Aus dem Verlauf der heutige» Verhandluugen -Gieße» die Blätter übereinstimmend, daß der Rcichs- *.jg die Haltung der deutsche» Delegatio», insbeson­dere die des Ministers Dr. Simons, billigen werde, unb daß. an eine Kabinettskrise nicht gedacht wer­den können.

Wie dasBerk. Tagebl." hört, hat Stinnes "r Angriffe gegen Dr. Simons und die neuesten -.»'icheu Mgeuvorschläge gerichtet.

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wb. Berlin, 11. März. I» der englischen Presse wird öehaupiet, der Reichsminister des Arnßrn hätte sich bei seiner Abreise von London Pressevertreter» gegenüber geäußert, er hosfe, bald wieder zu kommen. Wir sind ermächtigt sestzutzellen, daß der Minister eine derartige Aeußerung nicht geian hat.

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Deutsch-Oesterreich. 7

Verhandlungen in London.

wb. Paris, 11. März, l^er österreichische Bundeskanzler Dr. Mayr kommt heute in Paris ti. Er begibt fich sofort nach London, um über ge­wisse Steuerfragen zu beraten, die der Vertrag von Et. Germain aufgeworfen hat. Außerdem wird er in London über die finanzielle Sanierung Oester­deichs verhandeln.

Der ne«e Gesandte in Berlin.

Berlin, 11. März. Wie die Blätter hören, stt das Agrement für den neuen deutsch-österreichi- schen Gesandten in Berlin, Sektionschef Riedl er­teilt worden.

PmiMn Lmdlag.

2. Sitzung vom 11. März.

Das Haus ist sehr gut beseht. Präsident Leiner! eröffnet die Sitzung um 21/8 Uhr. Bor Eintritt in die Tagesordnung werde» die erforderlichen 8 Schriftführer nach de» Vorschlägen der Fraktionen vom Präfidenten berufen. Ebenso werde» die ständigen Ausschüsse ein­gesetzt.

DK Anträge auf Einstellung der Strafverfahren gegen die. Abgeordneten Freund (Unabh.), Fran Wolfstein, Knodt und Scholen (sämtlich Kommunisten) werden dem Geschäftsordnungsausschuß überwiesen.

Der Staatsvertrag vom Februar 1921 zwischen den Freistaaten Preuße», Bayern »nd Thüringen über die Aufhebung von Geureinschastsverträge wird in allen drei Lesungen angenommen.

Es folgt die erste Beratung des Antrages der Abge­ordneten Dr. Porsch (Zeutr.) »nb v.Kries (Deutsch».) auf Annahme eines Gesetzentwurfes betreffend vorläufige Wahlen zum Staatsrat in der Provinz Oberschle­sien.

Abg. Dr. Porsch (Zentr.) begründet diese» Antrag.

Abg. Dr. v. Kries (Deutschnat.): Meine Freunde haben den Antrag unterschrieben, am den Staatsrat in Wirksamkeit zu setzen. Wir sehen aber, daß der Antrag noch nicht die Lücken schließt. Wir werden deshalb für die jrocite Lesung einen Abänderungsantrag über den Wablmodus eiubringe».

Abg. Eberlein (Komm.) spricht unter großer Un­ruhe des Hauses gegen den Antrag. Als der Redner mm der Ausbeutung der Oberschlesier durch die Bnnrgevsie spricht, ertönen lebhafte Schlußrufe. (Abg. Gr äs-An­klam (Deutschnatt.) ruft: Schmutziger Kerl und wird ocsbalb vom Präsidenten Leiuert zur Ordnung gerufen.)

Abg. Leidig (D. Bpt.): Wir unterstütze» den An­trag, wünschen aber eine Erweiterung, die wir in der zweite» Hesuug beantrage» werden.

In zweiter Lesung wird der Antrag Dr. Porsch mir dem Antrag v.Kries angenomm.en, wonach die auf den Staatsrat sich beziehenden Artikel der preußischen Berfassnng ohne Rücksicht auf die Wahl des neu zu wäh­lenden Provinziallandtages -für Oberschlesien in Kraft treten soll. Der Antrag Leidig wird zurückgezogen. Die Dritte Lesung wird ausgesetzt.

Die Tagesordnung ist damit erschöpft. Als der Präsi­dent die morgige Sitzung anberaumt, beantragt

Abg. Ludecke (Deuischnalsi die

Wahl des Ministerpräsidenten morgen auf die Tagesordnuitg zu setzen, da Preuße» in der gegenwärtige» schwere» Zeit eine feste Regierung haben müsse. >

Abg. Dr. v. K r a u s e (D. Bpt.) schließt sich dem Anträge au. Wir mitten wissen, wie die Minister die kauknden Geschäfte auffassen. Wir stehen auf dem Boden der Berfassuiig. (Lärm und Widerspruch auf der äußersten Linken. ) Nach ihr muß jetzt ein Ministerpräsident gewählt werden.

Abg. Wolf Hoffmann (Komm ): Auch wir stellen den Antrag, morgen die Wahl des Ministerpräsidenten vorzunehmen.

Abg. Brust (Zentr.): Die Wahl des Miiristerpräsi- benten muß erst sehr reiflich überlegt werden.

Abg. Dominicas (Tom.): Wir brauchen btt Wahl des neuen Ministerpräsidenten nicht zu überstürzen.

Abg. Dr .Cohn (Unabh.): Ich muß mich ettvas wundern über die plötzliche Bersassungstreue der Rechts­parteien. (Lärm rechts.) Sie (nach rechts) wollen nur das Steuer nach rechts drehe».

Abg. Dr. Porsch (Zentr.): Wir würden unS der Debatte über diesen Begriff nicht widersetzen, wohl aber einer großen Aussprache über die Politik des abgetretenen Ministeriums. (Zwischenruf deS Abg. 9lbotf 6 off« mann: Das ist aber für uns gerade die Hauptsache.)

Abg. Graes-Anklam (Deutsch»»!!.,: Wenn die dritte Lesung des Oberschksiengesetzes morgen doch nickt finit« finden kann, dann sollte die nächste Sitzung am Dknstag stattfinden und dann könnten die Anträge von Kraufe und Ludecke beraten werden. Bis dahin sind vietteickt auch die Koalitionsparkien sich über ihro»Skttungnabme einig getootben. Jetzt haben wir am Ministertisch keine Re­gierung, sondern eine abbaufähige Ruine. (Präsident Leiuert: Sie spreche» hoffentlich nur bildlich.) Sehr bildlich Herr Präsident. (Heiterkeit.) Wir erheben Ein­spruch gegen den politischen Selbstmord, der Preußen jetzt zugemittet wird. (Händeklatschen und Bei­fall rechts.)

Abg. Sie ring (Soz.): Wir lehnen de» Antrag von Krause ab, den» eine große politische Debatte hat keinen Zweck, nachdem die Minister zurückgetreten sind.

Abg. Gronowski (Zentr.): Wir können keinen Ministerpräsidenten wählen, wenn wir nicht mitten, welche Mehrheit er hinter sich haben wird.

Hierauf werden bk beiden Anträge der Rechtspartestn abgelehnt. ,

Nächste Sitzung Samstag 11 Uhr: Strafverfolgungs- anträge.

Vertagung des Landtags bis 7. April?

Wie dasBerl. Tagebl." von gut unterrichteter Seite hört, wird der Landtag sich nach der heutigen Sitzung bis nach Ostern vertagen, voraussichtlich er­folgt der Wiederzufammentritt am 7. April. Die Verhandlungen der Fraktionen, die sämtlich über die Regierungsbildung berieten, haben zu keiner Klärung der Lage geführt. Gegen eine Vertagung des Landtages haben die Deutschnationalen und die äußerste Linke schärfsten Einspruch erhoben.

LlO George über die ZWWlmWhM.

Meie deM AMW 'ermattet.

wb. London, 11. März. Lloyd George sagte im Unter­haus, er tucKe kein hartes Wort gebrauchen, das Schwie­rigkeiten Hervorrufen könne, aber die Deutschen hätten ihre Schwierigkeiten mit bet öffentlichen Mei­nung in Deutschland. Sie hätten eine öffentliche Mei­nung, die nur mit der einen Seite des Falles bekannt gemacht werde. Sie nähmen nicht die Verantwortung für den Krieg auf sich und glaubten nicht, daß sie für die Ver­pflichtungen Frankreichs und Belgiens verantwortlich seien. Lloyd George fuhr fort: Es müsse Deutschland in seinem eigenen Interesse klargemacht werden, daß alle Ver­bündeten gemeinsam entschlossen seien, die berechtigten Reparationsforderungen an Dentschland innerhalb der Grenze seiner Leistungsfähigkeit zu.erzwingen. Ohne tie>en Zwang werde es niemals zu einer Regelung kom­men. Mft Bezug auf die Zahlung von 50 Prozent des Wertes eingesührter denlscher Waren an das Schatzamt erklärte Lloyd George, wenn die deutsche Regierung cS abkelme, die deutschen Lieferanten zu entschädigen, so tue sie dies auf eigene Gefahr, da sie bann riskiere, den deut­schen Handel zu verlieren. Wenn T-eutschland keine Waren nach den verbündeten Ländern schicke, loo »volle es sie dann hinschicken? Es sei erklärt worden, es gebe deutsche Waren, die England haben müsse. Die einzige deutsche Ware, die wirklich wesentlich und für England vollkommen unentbehrlich sei, seien die Anilinfarben. In England seien Vorräte an Anilinfarben für 12 bis 15 Monate, und 3/t aller Fabriken, die sie her stellten, be« sanden sich im besetzte» Gebiet. Außerdem sei Deutsch­land durch Vertrag verpflichtet, auf Anforderung zu lie­fern. Daher seien die Verbündeten in der Lage, diese besondere Methode, um tzloid einzütreiben, zu erzwin- <H n. Außerdem beständen Alternative», wie z B. daß Äraeiter und Dienste zu Reparationszwecken in de» ver­wüsteten Gebieten von Deutschland geliefert werden. Dies sei bereits geschehen. Er hoffe, die Berbündeten würden e-3 fordern, da er der Ansicht sei, die Deutschen seien bereit, in dieser Hinsicht viel mehr zu tun, wenn sie dazu mtsge- mrbert würden. Außerdem müsse jedoch noch etwas in barem (Selbe an Englanb, Frankreich, Belgien und Italien gezahlt wecken. Dies »volle man auf dem Wege einer Art von Annektierung des Ausfnhrergcb- nisfes in der einen oder anderen Form erreichen. Es sei im Interesse Deutschland? und der ganzen Welt, daß Deutscklrnd seine wirtschaftliche Wohlfahrt w i e b e x e c {a n g e. Ein verarmtes, hungriges und ver­ärgertes Mitteleuropa werbe eine Gefahr für Europa und die Welt sein. Es konnte keine größere Gefahr be­stehen. als wenn hundert Millionen Einwohner Deiitsch- la'.ids und Oesterreichs zur Verzweiflung getrieben wür­den. Es feien hoch entwickelte unb fähige Volker, imb er sei ber letzte Mann in der Welt, bet irgenbeine Aktion er­greifen werde, um eine Ration von dieser Art zur Ver­zweiflung zu treiben. Er »veile keine prahlerische ober Srohenbe Sprache führen, bie ber Gelegenheit unwürdig fei, aber es würbe ein Fehler sein, nicht Har unb cnd- gültig zu sprechen.

Lloyd George fuhr fort: Deutschland muß verstehen, daß die Verbündeten wollen, daß es bis zur Grenze seiner Leistungsfähigkeit zahle. Wenn Tcutsch- lanb auf die Konferenz gekommen wäre, wie er wirklich gehofft habe ,daß es tun werde und gesagt hätte, 42 Jahre sind zu lang und bebrüten Knechtschaft und Sklaverei von Generation zu Generation, wir müssen nuferen Kindern wieder Hoffnnng geben, daß sie die Lasten los werden. Unser Bvlk wird daher Opfer bringen. Wir wollen die Jahreszahlung so i:eu*orbnen, daß wir be« Zeitraum abkürzen können. Das märe nicht nur zum Vorteil Deutschlands, londeru auch in unserem eigenen Interesse gewesen. Lloyd George sagte »oeiter, wenn Deutschland gesagt hätte: Eure Methode, bk Wohlfahrt Deutschlands zu Prüfen und die Jahreszahlungen zu beilimmen, bie Deutschland zahlen kann oder nicht, ist keine gute. DK 12prozenlige Abgabe ist kein gutes Verscihre«. Wir schlagen diesen ober jene» anderen Weg vor, dann würben rott darüber geredet habe». Was taten sk aber, fragte Lloyd George. Erst gau# zu Ende und nach dem Ultimatum kamen sie mit ihre» fünf Jahren unb: vor­ausgesetzt, daß Oberschlesien nicht gegen sie stimmt. Dabei war feine Andeutung, kein Nachweis einer Zahlung. Deutschland mar nicht von der Notwendigkeit einer Rege­lung überzeugt. Um Deutschland von dieser Notwendigkeit zu überzeugen, sind wir zu ber Aktion nbergegangrn. Ich gehe kein Iota von ber Haltung zurück, die ich neulich eingenommen habe, nämlich, daß ich

lieberein ttebereinkom m en

haben möchte als den Sieg über Deutschland. Ick glaube, dies würde für jedermann besser sein. Ich glaube, wir würden so eher unser Ziel verwirklichen unb den Zweck den wir ins Auge gefaßt haben, sichern. Deutschland kann durch sei» Widerstreben nur alles verliere« und nickcs gewinnen. Ich meine nicht nur die Besetzung jener Städte, bie eine sehr ernste Sache für Deutschland bedeutet. Deutschland mag von einem Ablenken seines Handels aus seinen bisherigen Bahnen und von der Einstellung seines Handels am Rhein sprechen: aber lange kann es dies »i ch t durchführen. Teutschland mag davon rede«, daß es seine gesamte Ausfuhr nach den verbündeten Ländern einstellen wird. Wen« Teutschland dies jedoch tut, wird es eine solche Arbeitslosigkeit in Deutschland beknninen, wie kein größeres industrielles Land in der Welt es je erlebt hat. Warum sollte Deutschland dies tun.

Ich glaube, wenn Deulschland begreift, daß die ver­bündeten Mächte und verbündeten Völker ohne Ausnahme beabsichtigen, gerecht und billig mit ihm zu verfahren, jedoch auch entschlossen sind, fest gegenüber Dentschland aufzutreten, wird es zu einem viel bessere» Abkommen kommen, als wenn es ermutigt trocken wäre zu glaube», daß wir in unseren AnstMen geteilt sind.

Sir Donald Maclrmck sagt, es fei eine wahre Katastrophe, daß bie Armeen wieder in Bewegung gesetzt worden seien. Es müsse ein Ausweg gefunden wecken. Es müsse mit Deutschland zusamm.'ngewirkt werde». Angenommen, ein neues Angebot komme von Seiten Deutschlands, die ganze Frage neu aufzurollen, bestehe bann Aussicht für einen neuen Anfang?

Hierauf erwiderte Lloyd George, es habe keinen Zweck, daß Deutschland mit einem Angebot komme wir das letzte. Dies wurde nur zu weiterer Erregung führen. Dentschland müsse «in Angebot machen, das als genügend angesehen werden kann. Es fei Deutschlands Sache ein Angebot zu machen. Wir haben bereits unsere Vorschläge vorgebracht. Deutschland hat feine Gegen­vorschläge unterbreitet. Sie waren vollkommen unan­nehmbar. Es hat keinen Zweck, Verhandlungen tm« bistimml zu beginnen und ohne zu wissen, was Deutschland Vorschlägen wird.

WedgewoodBen erklärte, England dürfe nicht von Frankreich ins Schlepptau genommen werden, das nicht w o 11 e, daß Deutschland wieder hergestellt werde.

Der Arbeiterführer Thomas erklärte, die Arbeiter­partei sei mit der Regierung darin einig, daß Deutsch­land bie Verantwortung trage, daß man Deutschlanb zahlen lassen müsse unb daß, wenn man Deutschland gestatte, zu enHommen, das Unrecht trium­phiere» wurde. Indem die Arbeiterpartei nichts tun wecke, um die Regierung in ihrer sch»vierige», beiße« Ausgabe zu hindern, übernehme sie keine Verantwortung für die Polirik-

Chamberkain erklärte, bie Rede Thomas' zeige ein fundamcnlales Einvernehmen zwischen der Arbeiter­partei und der Regierung mit Bezug auf die Aufrechter-- Haltung de? FriedensvertrageS von Versaittes und enge Freundschaft und Harmonie mit den Verbündeten. Wenn die Deutschen einsehen, daß sie ihre» Verpflichtungen «achkommcn müssen und wenn sie versuche», sie zn erfüllen, bann können sk kommen unb bie Verbündeten bitten, diese ober jene Bebingnug zu erwägen: bann mürben sie auch angehört tverbeu. Aber es ist zwecklos,, den Deutschen Zeit zn gewähren, wenn bk Zeit nur zur Verschleppung benutzt Wick. Chamberlain schloß:Der FrickenSvertrag muß erfüllt werden. Deutschland muß bis zur Grenze seiner Leistungsfähigkeit zahlen. Wenn wir dies nicht erreichen können, dann Wick da? Unrecht triumphieren unb «nftr Sieg wäre nmsonst gewesen." DieArmut an deutschen Staats­männern".

Ein Lob für FrankreichsVernunft und Zurück» "* Haltung".

u>b. Paris, 11. März. Lloyd George hat dem Sonderberichtersiatter desPetit Parifien", Mittet, eine Unterredung gewährt. Er sagte, es fei sehr bedauerlich, daß es zum Bruch mit den Deutschen gekommen fei. Er habe Anstrengungen gemacht, um den Bruch zu vermeiden, unglücklicherwcife feien es aber die Deutschen geioefen, die diesen Bruch unvermeidlich gemacht hätten. Ihre Unge- schicklichkeit fei ebenso groß wie ihre Verblendung. Es fei nichts anderes übrig geblieben als zu han­deln. Was die Sache verwickle, fei, daß die Deut­schen noch keinen Mann gesunden hätten. Weder während des Krieges noch während des Waffenstillstandes habe Deutschland einen Fiih- r e r gehabt, der fähig gewesen wäre, die Nation mit sich sortzureißen und zu führen wie etwa Eam- betta. Es habe auch keine Männer gehabt wie etwa Thiers. Es habe nur Techniker oder Hüttenbesitzer wie'Hugo Stinnes. Diese A rmut an Staats» in ä n n e t n sei betrüblich. Es wäre für die En­tente bester, es mit einem Lande zu tun zu haben, das von starken Köpfen geführt werde. Uebergehend zu den Sanktionen, die Deutschland gegenüber an- gewendet werden sollen, sagte Lloyd George, es fei zu befürchten, daß die Deutschen, die schon so viel Fehler begangen hätten, nunmehr auch »och den be­gehen würden, sich zu widersetzen. Es gebe nichts Schlimmeres als ein Pferd, das stürze und den Wrg versperre. Er habe aber nicht nötig zu erklären^ daß dieser Widerstand die Entente nicht erregen werde. Er persönlich habe in Voraussicht dieses Widerstandes die Abgabe von den Deutschen Ver­käufen in den verbündeten Ländern oorgeschkageu. Schließlich sprach Lloyd George von'den französisch- englischen Beziehungen. Er sei niemals, wie man in Frankreich angenommen Hobe, gegen die franzö­sisch-englischen Beziehungen gewesen. Was er nichr gewollt habe, sei, daß man Deutschland zwinge. Un­mögliches auszuführen. Frankreich aber habe viel Vernunft und Zurückhaltung gezeigt. E» habe sich