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Amtliches LerÄndrgungsblatt des Kreises Marburg.

für (das früher kurheUchej Oberhessen

.DieOberhessische Zeitung", erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatliich *4.25 Mk., durch die Post 4.65 Mk. Ausgabe B mitOberh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr, ffr S(| Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz.

/U» O" Beklag von Dr. E. Hitzeroth,Druck der llniv.-Buchdruckerei von Joh.Aug.^och,

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DnS Rcichökabinett billigt die Haltung des Airtzen- ministcrS.

Wb. Berlin. 10. März. (Amtlick.) Unter dem ^rfifi des Reichspräsidenten fand beute vormittag eine Sitznng des Kabinetts statt, in der der Miniber -l<5 Aeussern über die Londoner Verbandlnnaen Be- iÄht erstattete. Auf Grund dieses Berichtes und der ftfngcbenden Erklärungen, die sich in einer auskühr- fLben Aussprache ergaben, fasste das Kabinett einen kBeschlust, der die Tätigkeit des Ministers einmütig billigt und mit seiner Haltung in London sich etn^ dersiandeu erklärt. Der Reichspräsident fck'oss daran den Ausdruck des Dankes für die btngebende Arbeit des Reichsministers und der Delegation.

Die Verhandlungen im Ausschuss für Auswärtiges.

Wb. Berlin,. 10. März. In einer Sitzung des Auswärtigen Ausschusses des Reichstages, an der

tzen zu sein, der vornehmlich das 5jährige Provisorium tortcr Zugrundelegung der Pariser Beschlüsse in der Noniagssitzung der Londoner Konferenz dem Außen­minister zum Vorwurf machte. Minister Simons tihimte ein, daß er mit diesem Borschlage die Gr-nzcn seiner Vollmachten überschritten habe und ebenso die Grenzen der deutschen Leistungsfähigkeit, begrün» tete seine Haltung aber mit der Situation, in der die deutsche Delegation sich befunden habe und dem Wunsche, das Aeußerste zu tun, um einen Bruch und Zwangsmaßnahmen zu vermeiden. An der Form des ersten deutschen Vorschlages übten vornehmlich die Demokraten und Sozinldemorkaien Kritik, die Sozialdemokraten auch an der Art des Empfanges d:r deutschen Delegation bei ihrer Ankunft in Berlin. Lnsgesamt hatte man den Eindruck, daß kein« Partei Hüt der Art der Führung der Verhandlungen durch Minister Tr. Simons völlig einverstanden sei. Die Unzufriedenheit äußerte sich aber nicht in einer Form, die aus die Absicht der maßgebenden Parteien schließen kffen, auf einen Wechsel im Neichsaußenministerium drängen. Die Beratungen des Ausschusses sind der neunten Abundstunde abgebrochen worden und Zeichen heute 10 Uhr vormittags fortgesetzt werden. Drau erwartet, daß heute Abg. Stinnes das Wort Nehmen werd«. Die Aussprache im Reichstage über die londoner Konferenz wird Samstag stattfinden.

$r. 6iffio«5 iisd leine London« Million.

Dr. Simons hat es in London sicher nicht leicht ge­habt. Ein ftonfereii3äimmcr, in dem Deutschlands Ver- tzeter mit denen der Verbündeten dieselbe Lust atmen Nüssen, ist für uns immer ein gefährliches Parket. Selbst unsere geschicktesten Männer werden bald ge- pabr, daß mau es ihnen unmöglich macht, auf dem Fast diplomatifcher Gleichberechtigung mit den andern zu verkehren und zu verhandeln. Dr. Simons wird bei seiner Ankunft in Berlin und vielleicht schon vor­her aus den Zeitungen ersehen haben, dass man an (einer Veryandlungssührung in London mancherlei «isznsetzen. hat.

Es ist selbstverständlich, dass man Dr. SimonS in London nicht leben Schritt vorschreiben konnte. Er toar aber eben so selbstverständlich verpflichtet, sich über alle entscheidenden Schritte vorher mit dem Kabinett in Berlin zu verständigen, wie die Regierung ihrerseits sich vor allen Entscheidungen die Zn- ftiinpntng der Fraktionsführer sichert«. Rach dieser .Methode, die bei einem so ungeheuer wichtigen Gegen­wand die einzig gerechtfertigte war, ist auch der Gegen- jtwrschlag, den Dr. Simons am Montag in London in seiner Anwon auf das Ultimatum überreicht«, vorher zwischen ihm und dem Berliner Kabinett vereinbart worden. Danach sollte das Provisorium, das Deutsch­land als vorläufigen Austveg anbot, an ganz be- fttnuuie Bedingungen geknüpft feine Die beiden ersten dieser Bedingungen bat Dr. Simons auch genannt, da­gegen erscheint die dritte, die den Charakter des Pro- tsiscriumS festlegte und Deutschland gegen alle Folge­rungen sichern sollte, in keinem Bericht, der über die Montagssitzung der Londoner Konferenz erstattet wor­ben ist. Zudem geht aus den kurzen Fragen, die Llovd George in der Wittagssitzung des Montags gestellt und den Antworten, die Dr. Simons erteilt hat, ziemlich klar hervor, dass der englische Ministerpräsident aus deut deutschen Vorschlag eine wenn auch nur vor­übergehend« Festlegung auf die Pariser Forde- rmtoett gefolgert hat. Damit wäre ziemlich das Gegenteil von dem erreicht worden was mit dem deutschen Vorschläge beabsichtigt war. Auch in der Be wegnug der Jahresraten selbst scheint die vorder fest- gesehle Höhe bei der Neberreichnng des Vnrschlaae? dicht ganz eingeballen worden zu sein. Neber diese Dinge hat Dr. Simons in der gestrigen Sitzung des Neickskadinetts und des Reicksaussckusies für aus- wSklig« Angelegenheiten Aufschluss gegeben.

General d. S eeckt winde in London von Journa­len gefragt:Sind Sie, Herr General, von Ihrem Aufenthalt iu Lottdon befriedigt?" .Nein", ant­wortet« Serck; und drehte beu Lvagem de» Nucken.

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Zorltaud.

. Reichskanzler Fehrenoach und zahlreiche Minister teil- 1 nahmen, erstattete Minister Dr. Simons ausführ­lichen Bericht über seine Mission auf der Londoner Mr euz. Die Verhandlungen wurden für vertrau- stch erklärt.

lieber die Verhandlungen hört dirBoss. Zeitg", daß Außenminister Tr. Amons in kurzen Umriffen feine Haltung gegenüber der Kritik, die von den Be­treten'. aller Parteien geübt wurde, verteidigt hat. Die schärfsten Angriffe scheinen von dem Sprecher der Teutschnationalen, Dr. Helfferich, ansgegan-

31 Ml bkletin Wiki.

tob. Düsseldorf, 10. März. Die Besatzungs- behöche in Düsseldorf hat eine Verordnung erlassen, wonach der Aufenthalt auf den Straßen von 10 Uhr abends bis 4 Uhr morgens verboten ist. Die Straßen­bahnen stellten infolgedessen den Betrieb 9 Uhr abends ein. Auf Befehl des Generals Degoutte muß die grüne Polizei in Düsseldorf auf 600 Mann vermindert weichen. Die Auswahl der Beamten, die hier bleiben dürfen, liegt in den Händen der Besatzungsbehörden.

tob. Ludwigshafen, 10. März. Tausende von Personenkrastwagen, Lastautos, Wagen usw. beliefen gestern und heute di« zur Rheinbrücke führenden Straßen, um vor der Errichtung der neuen Zollgrenze noch Waren über den Rhein zu bringen. Manche Straßen waren mit Gefährten aller Art vollgestopft, sodaß sie polizeilich abgesperrt werden mußten und zeitlich die Einstellung des Straßenbahnvrrkehrs not­wendig wurde.

tob. Berlin, 10. März. Nach Meldungen aus Düsseldorf soll die Besetzung der Stadt Hamborn nicht aufrecht erhalten werden. Der Kohleiihasen der August Thyssen-Hütte wird jedoch besetzt bleiben.

Sie Mmze te*!s des Melier.

tob. London, 10. März. (HavaS) Der Oberste Rat regelte gestern noch die Einzelheiten der Durch­führung der Zollzwangsmaßnahmen und sandte zu diesem Zweck ein Telegramm an dm Vorsitzenden der interalliierten Rhein'ai.dskcmm ss on. Die Zoh'gwnze am Rhein wird die drei Brückenköpfe und die drei jetzt besetzten Städte (Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort) in sich schließen und so auch auf da? rechte Rheinufer übergreifen. Die Festsetzung der Zollsätze von dem Uebergang von einem Rheinufer auf das andere ist der Beurteilung durch die Rheinlandskom- mission überlassen.

tob. Paris, 10. März. Der Londoner Korre­spondent desJntransigeant" berichtet, daß gestern im Obersten Rat auch die Frage erörtert worden sei, ob die Kohle aus dem Ruhrgebiet, di« dir besetzten Rheinhäfen passiere, mit einer Steuer b.lastet wer­den solle.

Schwierigkeiten wegen der Haltung Amerika».

tob. Paris, 10. März. Nach einer Meldung der Abendpresse ans London veröffentlichen die .Daily News" folsendes Telegramm des ftorrefponbenten des »Newport Herald" ans Koblenz: Die von den Ver­bündeten der interalliierten Nbeinlandkommisston Über die Frage der deutfchen Zolleinnahmen erteilte Order habe eine schwierige Lage geschaffen. Nach einet Be­ratung von 48 Stunden sei die Oberkommission zu dem Beschluß gekommen, bah nichts unternommen werden könnte ohne die Mitarbeit oder wenigsten» das Einverständnis der amerikanischen Truppen. General Allen, der amerikanische BefehlSbaber. habe keine Jnstrukttonen über diese Angelegenheit aus Washington erhalten. Man erwartet, bah die Ver­bündeten mit der amerikanischen Regierung verhan­deln werden. Aber inzwischen herrsche Ver­wirrung.

Die amerikanischen Truppen bleiben noch.

tob. London, 9. März. (Havas.) Die englischen Zeitungen veröffe»tlicheil ein Telegramm aus Washington, das besagt, daß die amerikanischen Trup­pen am Rhein bleiben, bis die Reparationsfrage geregelt sei. Harding hatte die Absicht, sie sofort nach seinem Amtsantritt zurückzuberufen. Er glaubt jedock. dass unter den gegenwärtigen Umständen diese Zurück­ziehung von den Verbündeten ungünstig ausgenommen werden könne. Immerhin werden die amerikanischen Truppen nickt an den weiteren gestern begonnenen Be­setzungen teilnehmen.

Ein vorbildlicher Beschluß.

Berlin, 10. März. Der Berliner Lokalanzriger meldet auS Altona: Die Handelskammer beschloß auf­grund eines Beschlusses der Hamburger Import- und Exportfirmen einstimmig, allen Bevölkerungskreisen dringend zu empfehlen, von dem Bezug und Kauf eng­lischer, französischer und belgischer Waren vollständig abzusehen, solange die Ententeländer das deutsche Wirtschaftsleben durch äktoa!ttat<u vernichten wollen.

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Zustimmende Kundgebungen.

tob. Berlin, 10. März. Bei der Reichsregierung lanfen unausgesetzt aus allen Gegenden des Reiches ,tnd aus allen Schichten der Bevölkerung Kund­gebungen ein, die das Einverständnis mit der Haltung der deutschen Regierung gegenüber den Forderungen der Entente betonen und die Entschlossenheit zum Ausdruck bringen, fest hinter der Reichsregierung aus­zuharren.

Kommunistische Kundgebungen.

tob. B e r l i n, 10. März. Die vereinigten kommunisti-. schert Parteien Deutschlands veranstalteten heute nach­mittag im Lustgarten eine Versammlung, in der etwa 10 Redner gegen die Forderungen der Londoner Konferenz Protest erhoben. An den Kundgebungen nahmen etwa 10 000 Personen teil, die nach Beendigung der Versamm­lung in kleinen Trupps abzogen. Einige 1000 Mann brachten vor dem Rathaus« Hochrufe auf Sowjetrußland ans. Zu erwähnenswerten Zwischenfällen ist es nicht gekommen.

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Die Verletzung des BölkerbundsvertrageS.

tob. Basel, 10. März. Der Berner Bericht­erstatter derBaseler Nationalzeitg." verweist darauf, daß die von Lloyd George geäußerte Absicht, auch die indirekten deutschen Einnahrnrn zu unterbinden, die Abmachungen des Völkerbundpaktes verletzte. Nach diesem könnten die Neutralen nicht dazu angehalten werden, ihren Warenverkehr mit Deutschland aufzu­geben. Sollte der Plan aber trotzdem verwirklicht werden, bann würde er für die neutralen Länder, besonders für Holland und die Schweiz nicht unerheb­liche Folgen haben.

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Eine Erklärung Brlauds.

tob. Paris, 10. März. «Reuter veröffentlicht eine Note, in der besonders hervorgehoben wird, da» Lloyd George gestern auf gewisse Kommentare der französischen Prefle hingewiesen habe, in denen gesagt wurde, die Errichtung einer neuen Zollgrenze am Rhein könne als der Anfang, wenn nickt der An- nexion der Rheinlande, so doch als eine er sie »Trennung zwischen dem besetzten und dem unbesetzten Deutschlaitd ausgesaht werden. Aus die­sem Grunde scheine es, daß ein gewisser Ton der öffenttlcken Meinung in Fra>-kreich di« letzten Ent­scheidungen der Londoner Konferenz als einen Erfolg der separatistischen Tendenz aufsasse. Lloyd George habe ferner gesagt, obwohl er vollkommenes Serratien zu Briand habe und auch zur Verminst der Mehrheit feiner Landsleute, und obwohl er die Versicherung Elemeneeaus sowohl tote die Mtllerands besitze, müsse er trotzdem eine neue endgültige Versiche­rung des Ministerpräsidenten Briand erhalten, dass Frankreich weder eine Annexion noch die Antono- mle der Rheinlande ins Auge fasse. Briand habe formell erklärt, daß unter den verantwortlichen fran­zösischen Staatsmänner kein derartiger Gedanke ge-. herrscht habe, und er habe hinzugesügt, es gäbe von 100 Franzosen nickt fünf, die etwas Derartiges träum» ten. Lloyd George habe tu seiner Antwort gesagt, er fei sehr glücklich über diese Versicherung und habe htn- zngefügt, bah er persönlich niemals einen Zweifel über >ie Haging des französischen Ministerpräsidenten nach vieler Ricktnna gehabt habe.

Wie der Sonderberichterstatter desMailn" aus London berichtet, Ist Lloyd George und mit ihm ein nrnt-er xeir der öffentlichen Meinung In der unange­nehmsten Weife berührt von den Aussätzen, dte In stanzösischen Blattern erschienen sind, worin von der zukünftigen Annexion des linken Nbeinnfers als eines der Ziele her französischen Politik gesprochen wird. Der engliscke Ministerpräsident, unterstützt von dem Graken Sforza, hatte zugleich übet diesen Gegen­stand ei"« lange» Auseinanderser-ung mit dem französi­schen Ministerpräsidenten Briand gebaut, fowie über die dlbaabe von den einzufübrenden deutschen Waren, die Llovd George morgen vor dem Unterbaute vertreten muh. Die Antwort Briands habe Nar ge­leitet: Die sranzösische Politik ziele nur auf die Aus­führung der Verträge und nickt auf die Annexion hin. Jedoch erklärte Briand, dass er hoffe, dass man nickt nur Deutschland zwingen wolle, das Abkommen von Paris zu unterzeichnen, sondern dass die Masi- nahmen solange In Kraft bleiben werden, bis nach einem befriedigenden Abkommen nickt nur die Aus- fiBnnrg der Reparationen, sonder» auch die Entwaff­nung und die Bestrafung der Kriegsbefchuldigten sichergestelli sei.

Die Orientfrage.

tob. London, 10. März. Bezüglich der Orienf- frage berichtete ans der Konferenz Lord Curzon über di« von ibm mit Dakir Samin Bey aeführten Lerband- lnngen. Dann toitrbe Mar'ckall Fach über die et­waigen Ergebnisse der Foitstibkung des Vorgebens in K'eivasien gehört. Foch sprach sich in dieser Hinsicht sebr skeptisch aus. Laut Havas fiat es den Anschein, als ob sich die Verbündeten sckltebttck einer Lösung näherten, die in einer nteht oder weniger nahen Zeit Konstantinopel unter türkischer Oberhoheit be­lassen würde unter gleichzeitiger Gewährung des Hauptteils der Kontrolle über die Meerengen. Smhrua würde unabhängig werden, was den grossen Vorteil bieten lvürde, gleichzeitig die Griechen zu befriedigen, die in der Stadt selbst überiviegenden Einfluss haben, und ebenso die Türken, die tut Gesamt­gebiet des WilasetS Smyrna die Mehrheit haben und auf diese Weise über ein wirtschaftliches Hinterland verfügen würden, da der Hafen freigegeben würde.

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Die Schuld am Weltkriege.

tob. «Berlin, 10. März. Der nrit der Avstl^rung der Vorgänge, bi« zum Weltkrieg führten, betraute Unterfuchungsansfchuß des Reichstages befchloß die Annahme einet Feftstellung, worin es heißt: Der Aus­schuß prüfte bie von Sachverständigen erstatteten Refe­rate nebst die von ihnen beigebrach'en Belegen aus deui'chen, österreichisch-ungarischen und «us'i'ch'U Akten, aus dem englischen Admiralstalswerk über den Welikrieg und aus verschiedene» amtlichen fean/öö- scheu Angaben. Er stellt« zunächst fest, daß weder in Deutschland noch in Oesterreich-Ungarn Anord­nungen ergingen, denen der Charakter einer geheimen Mobilmachung innewohnte. Die Frage, ob Ri'ßland während eines längeren Zeitraumes vor der offiziellen Mobilmachung im Geheimen direkte Kriegsvorberci- tunken gehgffen £att joll noch geklärt werden. In der

Feststellung werden dann eine Reihe Tatsachen unü Daten angeführt, die der Ausschuß für erwiesen hält.

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ZOnmMiii Des MNMlN WW5.

Dl« Präsidentenwahl. .

1. Sitzung vom 10. «März.

Das Haus ist stark beseht. Alterspräsident Herold 'Zentr.l eröffnet den ersten preußischen Landtag des,Frei­staates Preußen und begrüßt sowohl die alten, als die neu eingetretenen Mitglieder auf das toärmste. Er gedacht« der gescheiterten Londoner Verhandlungen und der be­fehlen pretißischen Gebiete, die er der innigsten Teilnahme versicherte. Je stärker die Bedrückungen, desto innigee wischen sich die preußischen Provinzen zusammensckließen. Da? deutsche Volk werde auch fernerhin das Schwerste zu tragen wissen und sich nicht versklaven lassen. Der Mterspräsident erinnerte an den 20. März. Bon de» Abstimmung in Oberschlesien hoffe man, daß diese dem Deutschtum zum Hiege verhelfen werde. Die Oberschiester ließen sich in ihrer Siebt zum deutschen Vaterland« vo» niemanden übertreffen. (Bravo.)

Abg Ho ffmann (Komm.): Wir können die Work deI Präsidenten nicht unwidersprochen lassen. Schuld am Kriege sind die Imperialisten aller Länder. Der Redner spricht dann unter Lachen für die russische Sowjetrepublik und die Rätediktatur. ;

Abg. Ludwig (llnabh.): Die Wiedergutmachung unk her Wiederaufbau in Frankreich scheiterten an dem Widev- ssand des Kapitalismus. Der Redner wünscht dieWle- derausnabme der Londoner Verhandlungen, aber auch die Bestrafung der Kriegsschuldigen und die Auflösung der Einwohnerwehren.

. Das Haus beschließt aus Vorschlag b«8 Alterspräsi­denten, die bisherige Geschäftsordnung weiter in Kraft zu lassen.

Es folgt die

Wahl der Präsidenten.

Aba. Le iner t (Soz.) wird mit 357 von 406 abgegebenen Stimmen zum Präsidenten gewählt. 47 Zet­tel sind unbeschrieben. Die übrigen Stimmen zersplittert.

Abg. Le inert nimmt die Wahl mit Dank an. Tr werde sein Amt nach bessern Wissen und Gewissen führen, er bitte aber um Unterstützung und Nachsicht des Hauses. Er dankte dem Alterspräsidenten Herold für die Eröffnung her Ätzung und wünschte ihm noch viele Jahre parka- mentarsscher Tätigkeit/

«Auf Vorscklag des Abg. Sie ring (Soz.) werden bie Abg. Dr. Porsch (Zentr.), v.Kries (Deutschnat.) und G a r n i ch (D. Vpt.) zu Vizepräsidenten gewählt.

Präsident Lc inert verliest dann eine Erklärung deS Staatsministeriums, wonach dieses auf Grund der Ver­fassung nach der Wohl des neuen Landtages seinen Auf­trag als erledigt ansieht. Nach der Verfassung und mit Zustimmung des Hauses werden die Minister sowie die parlamentarischen Staatssekretäre ihr Amt vorläufig sort- führen, bis das neue Ministerium zusammeng.'treten ist.

Nächste Sitzung Freitag 2 Uhr: Gesetzenlnn:rs betreffend Gemeindebeamte Groß-Berlin, Kleinere Vorlagen. Ein Antrag Lüdicke (Deutschnatt.) morgen auch die Wahl des neuen Ministerpräsidenten vorzunehmen, wird mit großer Mehrheit abgelehnt.

Rücktritt des bisherigen preutztscheu Ministeriums.

tob. Berlin, 10. März. Aus Anlass des heutiger. Zusammentritts deS neugewählten preussischen Land­tages hat das preussische Ministerium feint Entlassung gegeben. Es führt die Amtsgefchäfte viS zum Amts­antritt dcs neuen Ministeriums weiter.

Berlin, 11. Mörz. In der Frage der.Rcgiernngs- bildung in Preußen schreibt derVorwärts": Es bleiben nur zwei reale Möglichkeiten, die alte Koalition und der Rechtsblock vom Zentrum bis zu den Deutschnationalen mit oder ohne Demokraten. Nur zwischen diesen beiden Möglichkeiten haben die bürgerlichen Parteien zu wählen ein drittes gibt es nicht.

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Auflösung der Reichskartoffelstelle.

wb. Berlin, 10. März. Da die öffentliche Bewirt- fchastung der Kartoffeln bereits seit August 1920 aus­gehoben und eine Wiederholung des Systems der Kar- tosfellieserungsverträge nicht beabsichtigt ist, bestimmte der Rtichsminister für Ernährung und Landwirtschaft für den 1. Juli 1921 die Au flö sung der Reich s- kartofselstelle, Verwaltungsabieilung und das Außerkrafttreten einer Reihe aus dem Gebiete der Kartoffelversorgung noch in Geltung befindlicher Ver­ordnungen. Die' Auflösung der Reichskartoffelstelle G-fchästSabteilnng G. m.b. H. wurde durch Beschluß bei Gesellschafterversammlung für den gleichen Zeit- punkt festgesetzt. Von Beginn der Frühkartvffelernte an wird hiernach oer Vekkehr mit Kartoffeln im Jn- lande von jeder reichsrechtstchen (Regelung frei sein. Die Ein- und Ausfuhr von Kartoffeln über die GrenzeK des Deutschen Reiches muß bag gen weiterhin von der Erteilung besonderer Bewilligungen abhängig bleibe». Gleichzeitig ist auch die Bewirtschaftung der Kartoffel­trocken- und Kartoffelstärkeerzeugnisse mit Wirkung vomi 20. März 1921 aufgehoben. Inwieweit im kommende» Wirtschaftsjahr eint Einschränkung der Verarbeitung von Kartoffeln in gewerblichen Betrieben erforderlich fein wirdt Tann iwc Zeit noch nicht überfehe» totdxs.