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Anzeiger für (bas früher kurhesstsche) Oberyehen

Ir.s

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56. m 1921

Marburg Wog, ien 7. My (Benjtafi)

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schwache

Verhandlungen,

(Reuter.) Lord

Aussicht auf eine in radikalen eng-

Lösimg für fünf Jahre mit der spätere endgültige Lösung wurde tischen Kreisen gestern erörtert.

wh. London, 6. März.

die in der Rede Lloyd

Möglichkeit zu weiteren

Georges erblick werden kann, wird aber von der Delegation benutzt werden, jedoch dürfte diese ge­ringe Verhandlungsmöglichkeit nicht über den Ernst der Lage hinwegtöufchen.

Wenn man die deutsche Unterschrift unter ein Dokument verlangt, das ungefähr denselben Inhalt hat, wie das Diktat von Paris, so kann «otiirlich auch hier nur ein festes Nein die Ant- «ort sein. Andererseits will man, wenn'sich eine «ich noch so kleine Möglichkeit zu Verhand­lungen ergibt, diesen Weg beschreiten.

Französische und englische Blätter behaupten, die non Dr. Simons vorgetragenen Gegenvorschläge seien gar nicht die eigentlich in Berlin beschlossenen, fimdern nachträglich herabgesetzte, für die besonders .General v. Seeckt eingetreten sei. Dr. Simons habe ursprünglich 60 (statt 50) Milliarden Gold- jRGti anbieten, die bisherigen Leistungen Deutsch- '«mds nut mit fünfzehn Milliarden in Rechnung peilen und sechs Prozent Zinsen für die deutsche Schuld Vorschlägen wollen. Diese angeblich ur­sprünglichen deutschen Eegenvorschläge sollen (nach dfr Preise der Verbündeten) heute überreicht wer- kr.

8» Uwanung wirklicher BerhsnblMW.

wb London, 6. März. Es steht fest, daß nochmals der gute Wille Deutschlands betont wor­den wird, den Friedensvcrtrag bis zur Grenze des Möglichen zu erfüllen und auch die Reparationen zu leisten, die durch Len Friedensvertrag auferlegt sind. Die Anregungen der deutschen Eegenvor- ftsiäae vom letzten Dienstag stehen in keinerlei Wi- dciypruch weder zu dem Geist noch zu dem Wortlaut des Versailler Vertrages. Im Gegenteil, es ist das i gvte Recht der deutschen Regierung, ihre Auffasiung eher die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutsch- ' kando dein Verbände vorzutragen, umsomehr, als diese Leistungsfähigkeit nach dem Friedensvertrag die Grenze für die deutschen Reparationen bilden soll. Diese Auffassung der deutschen Regierung über die Leistungsfähigkeit Deutschlands bildet kein noli ffie tangere. Gegenüber einer anderen Auffassung des Verbandes hätten eben Besprechungen einsetzen müsien, Besprechungen kontradiktatorischer Art, in denen die Meinungen der beide» Verhand- kungsgegner aneinander gemessen und ein endgül­tiges Ergebnis erzielt werden sollen. Dieses Mo­ment der kontradiktorischen Verhandlungen wird die deutsche Antwort besonders betonen, denn die ganze Konferenz hätte keinen Zweck gehabt, wenn nicht solche Verhandlungen beabsichtigt wa­ren. Die deutsche Regierung hakte auch bei An- üahme der Einladung ausdrücklich betont, daß * u ch die deutschen Gegenvorschläge bei der Erörte­rung in London eine Grundlage bilden müßten, kollre hier nur ein Diktat entgegengenommen werden, dann waren alle Vorbereitungen und alle kür diese deutschen Eegenvorschläge und Denkschrif­ten ausgewandte Arbeit überflüssig gewesen. ®ie deutsche Regierung hätte dieses Diktat ebenso- dui in Berlin entgegennehmen können, und alle Schwierigkeiten, wie sie die Abwesenheit von der Heimat und di- immerhin beschränkte Verbindung wir ihr darstellen, hätten dann nicht bestanden, "ach wie vor ist also Deutschland bereit, im Rah- wen des Versailler Vertrages über die Repara- «vnsfrag^ zu verhandeln.

RM MMggiinöglWeilea?

Berlin, 5. März. Nach hier eingetroffenen Gachrichten aus London ist die deutsche Delegation je voller Arbeit mit der Vorbereitung des Mate­rials für die Rede Dr. Simons, die er am Montag vor der Konferenz halten wird. Daneben findet ein lebhafter Depeschenaustausch zwisechen der Dele­gation und der Reichsrcgierung statt. Wie die glätter von gut unterrichteter Seite erfahren, ist die Lage für die deutsche Delegation klar und un­zweideutig. Es steht zweifelsfrei fest, daß die Un­terzeichnung der Pariser Beschlüsse für die Delega­tion nicht in Frage kommt. Es besteht in dieser Frage eine vollkommene Einmütigkeit zwischen dem Kabinett und den Londoner Vertretern. Die

Unterredung Dr. Simons' mit Lloyd George und Briand.

wb. P ar i s, 6. März. Wie einem Havas-Bericht aus London zu entnehmen ist, fand gestern Vormittag bei Lord Gurzon eine Unterredung zwischen Dr. Simons nnd dem englischen und dem französischen Ministerpräsidenten statt. Am Nachmittag traten die englischen, französischen und belgischen Sachverstän­digen mit den deutschen zusammen. Die deutsche Ab­ordnung hielt in den ersten Mendstunden eine Schung ab. Es heißt in dem Havas-Bericht noch, während man in englischen und italienischen Kreisen optimistischer gestimmt sei, sei man aus französischer Seite miß­trauischer hinsichtlich des Ausgangs der Besprechungen. . Pertinax, der Berichterstatter deS „Echo de Paris", erllärt: Lloyd George entsandte seinen politische» Sek­retär Philipp Kerr zu der deutschen Delegation, wah­rend Staatssekretär Bergmann mit Lors d'Abernon verhandelte. Diese Präliminarbesprechnngen führten gestern zu einer Beratung bei Lord Curzon. Dr. Simons habe den verbündeten Ministerien in großen Zügen einen Plan entwickelt, von dem Pertinax wenig erbaut ist, denn nach seiner Ansicht würden die mit so großem Lärm am Donnerstag verkündeten Sank­tionen sich etwas lockern. Pertinax sragt, welches die GÄranken seien, durch die die Deutschen versuchten, die verbündete Einheitsfront zu durchbrechen. Zwei Grundsätze seien er, die mau erkenne: Erstens der Gedanke der soGenannten Aequivalente, von denen Lloyd George gesprochen und- zweitens die Rückkehr zu dem gesähriichen Grundsatz, den man in Brüssel angenommen, nämlich, daß die deutschen Scbaden-- ersatzlcistungen, sowohl was die Höhe als ihre Zahlung anbetrefse, eng verbunden werden müßten mit der wirtschaftlichen Wirderbc-eomig Deutsch'ands. P-rlinar sagt, auch der Gedanke einer pr, v i so r i sche n

Nene Instruktionen für London.

wh. B e r l i n, 6. März. Die aus London vor- «egendeik Meldungen wurden heute in zwei Ka- *inettssitzungen unter Vorsitz des Reichspräsidenten traten. Zwischen beiden Sitzungen fand eine Be- wrechvng mit den erreichbar gewesenen Sachoer- standigen statt. Auf Grund der Beratungen sind

die Delegation Instruktionen für die morgen in «ondon stattfindendeil Verhandlungen der Konfe- "nz ergangen. -----

d'Abernon, Loucheur und Oberst Theunis besuchten heute Lloyd George in Sequers. Auf Grund der von ihnen überbrachieu Informationen berief Lloyd George für 7 Uhr abends nach feiner Lon­doner Wohnung eine Versammlung der verbünde­ten Delegierten, an der Lloyd George, Bonar Law. d'Abernon, Briand, Loucheur, Jasper, Theunis, Sforza und der japanische Vertreter teilnahmen.

Prüfung „oernÄnstigeker" Eegenaorschläge.

wb. London, 6. März. Reuter erfährt, daß e» leicht möglich sei, daß die Re parat ionskon- ferenz abgebrochen werde, wenn die Deutschen keine „bedeutend vernünftigeren" Dor- schläge vorlegen. Wenn indesien teilweise be­friedigende Vorschläge unterbreitet würden, die auf die Seite Deutschlands das Bestreben zeigten, der wahren Lage gerecht zu werden, dann würden sie von den verbündeten Sachverständigen geprüft werden, wenn auch in Deutschlands bisheriger „un­überlegter Haltung eine recht bedeutende Aende- tung eintreten" müsse. Einige Punkte in den deutschen Vorschlägen sollen nach Reuter ziem­lich vernünftig" sein, doch seien die daraus gezogenen Schlußfolgerungen nicht« weniger als vernünftig.

Briands Sorge.

wb. Paris, 5. März. Der Sonderbericht­erstatter des „Intransigeant" sagt: Was Briand betrifft, so gibt er sich keinen Illusionen hin. Er weiß, daß für ihn am Montag eine kritische Woche beginnt und daß, wenn das deutsche Ange­bot eine Konzession darstellt, so gering sie auch sein möge, sich vielleicht eine verbündete Delegation finden werde, um deren Prüfung vorzuschlagen. In diesem Falle sei die Haltung Briands nicht zweifelhaft. Er rnerde Mnerf*>itterlid) bleiben.

Unmöglichkeit der Verständigung.

tob. Paris, 6. März. Der Sonderberichterstatter des „Journal des Debats" in London drahtet über die deutscher. Gegenvorschläge, man habe sich rasch davon überzeugt, daß die deutschen Vorschläge in getvissen Punkten vage und konfus seien' aber bestimmter in anderen Punkten, sodaß eine Beratung der Sach­verständigen unerläßlich gewesen sei. Die Deutschen hätten versucht die Diskussion auf der Grundlage ihrer beiden Denkschriften zu führen. Die Konzessionen, die sie gemach hätten, seien so unbedeutend gewesen, daß man gestern Nachmittag auseinander gegangen sei, ohne int geringsten zu einem Beschluß gelangt zu sein. Es sei nicht unmöglich, daß Minister Dr. Simons neue Demarchen unternehme, b-^- »r sich morgen Nachmittag vor der Konferenz au Der Bericht- rrftatter spricht auch von einer . indigen Ver­wirrung der Deutschen. Noch einmal mehr habe sich vom französischen Standpunkte aus dieUnmöglich - feit gezeigt, daß «an sich mit den Deutschen verständige. -«U ■-

Heute zwei Sitzungen.

tob. London, 6. März. (Havas.) Die Konfe­renz wird morgen z!vei Sitzungen abhalten. Die erste, die um 11 Uhr stattfindet, wird wahrscheinlich dem Zweck dienen, den griechischen und türkischen Abord- mtngeit die Antwort der Verbündeten betreffend den Vertrag von Sevres zur Kenntnis zu bringen. In

der Nachmittagsfitzung werden die deutschen Vertreter ihre Antwort auf das. Ultimatum der Verb ündeteu bringen. Falls Dr. Simons, was nicht unwahr­scheinlich ist, nur solche Angebote machte, die von dem Pariser Abkommen abweichen, würden die Verhand­lungen sofort abgebrochen werden. Briand würde dann am anderen Tag nach Paris zurückkehren.

Der Reichstag über London

(Eine EkkKm des MskWlees.

7 6. Sitzung vom 5. März.

Die Sitzung wird um 5,14 Uhr nachmittags eröffnet. Haus und Tribünen sind stark besetzt. Am Ministertisch die in Berlin anwesenden Mitglieder des Kabinetts mit dem Reichskanzler. Auch die Diplomatenloge ist gefüllt.

Auf der Tagesordnung steht als einziger Punkt Ent­gegennahme einer Erklärung der AeichSregieruug.

Abg. Hoffmann (Komm.) erklärt zur gestrigen Erklärung des Präsidenten, daß seine Paitci Protest gegen diese einlege.

Abg. Crispien (Unabh.) betont, der Präsident habe mir ein-clne Teile der Ausführungen Lloyd Georges ver­lesen, und darin, daß sic aus dem Zusammenhang gerissen seien, liege eine tendenziöse Bceinslusiung der öffentlichen Meinung, gegen die seine Partei Einspruch erhell.

Präsident Loebe erllärt, mau werde es verstehen, wen» er heute aus eine Gegenerklärung verzichte. (Bravo.)

Daraus gab Reichskanzler Fehrenbach folgende Erklärung ab:

Der Reichstag hat den Wunsch ausgesprochen, über den Stand der Londoner Verhandlungen un­terrichtet zu werden. Dieser Wunsch ist mir durch­aus verständlich. In dem Augenblick, wo unser aller Augen nach London gerichtet sind, nach dem Orte ernstester Entscheidungen über deutsche Le­bensfragen, empfindet der deutsche Reichstag als der Repräsentant des Volkswillens mehr als je­mals die ganze Schwere der Verantwortung, die den politischen Faktoren auferlegt ist. In dem gleich hohen Bewußtsein diejer Verantwortlichkeit über Wohl und Wehe unseres Volkes pruste das Kabi­nett aber auch die Frage mit großer Sorgfalt, ob und inwieweit es im gegenwärtigen Moment durch Erklärungen vor diesem hohen Hause die Aufgabe unserer Vertreter fördern oder schädigen kann. Diese Erwägungen haben das Kabinett zu der Ueberzeugung geführt, daß wir uns während der schwebenden Verhandlungen auf ein Mindest­maß öffentlicher Erörterungen zu be­schränken haben. (Hört, hört! bei den Kommuni­sten.) Ich halte mich daher für verpflichtet, über die folgenden Erklärungen nicht hinauszugehen:

Das Kabinett muß entschieden Bedacht darauf legen, daß unsere Unterhändler bei der Durchfüh­rung ihrer Aufgabe durch keinen in seinen Folgen unübersehbaren Eingriff gestört werden. Gemäß den durch den Reichstag gebilligten Richtlinien hat der Minister des Aeußern vom Kabinett den Auf- frag mitgenommen, daß er feine Unterschrift unter keinerlei Verpflichtungen setzen darf, die das deutsche Volk nicht tragen kann. An diesem Auftrag ist nichts geändert worden. (Leb­hafter Beifall.) Das Kabinett ist überzeugt, daß der Minister des Aeußern alle Unterhandlungs­möglichkeiten innerhalb der gezogenen Grenzen aus­nutzen wird. (Abg. Ad. Hoffmann: Herr, dunkel ist der Rede Sinn!) Lasten Sie mich der sicheren Erwartung Ausdruck geben, daß das deutsche Volk die Unterschrift seiner Beauftragten e i n l ö s e n wird, wenn sie eine Zusage deckt, die nach sorgsam­ster Prüfung die Grenze unserer Leistungsfähigkeit i n n e h ä l t, daß das deutsche Volk aber ebenso fest binter seinen Beauftragten stehen wird, wenn sie sich weigern, ihren Namen unter ein Schriftstück ru setzen, das Unmögliches enthält. (Lebhafter Beifall.)

Sie Mw ter Sarteiei.

Abg. Müller- Franken (Soz.): Wir erkennen an, baß der Reichskanzler angesichts der schweren Situation nicht mehr sagen konnte. Mr halten an unserer letzten Auffassung lest, daß wir die Pariser Forderungen für undurchführbar halten. Andererseits erkennen wir an, daß wir Vorschläge zu machen haben. Vielleicht wäre es zweckmäßig, die Ententemitglieder einmal nach dem

toieberaufgebauten Ostpreußen

ju führen und ihnen zu zeigen, toaS wir bart im Wieder­aufbau geleistet haben. Dies zu tun, wären wir auch in Frankreich Bereit Deutschland hat nun eine' Anleihe von 8 Milliarden angeboten und will dafür Sicherheiten bieten. Mehr Geld läßt sich nach Ansicht von Sachverständigen zurzett auf dem Geldmarkt über­haupt nicht ausbringen. Daher füllte sich doch auch hier ein Weg zur Verständigung finden, und zwar umso mehr, als mit den Sanktionen auch nichts erreicht wird, am wenigsten ein Wiederaushau Krankrrichs. Innerhalb

unserer Leistungsfähigkeit wollen wir bis an die Grenz« unseres Können gehen. Was soll das Säbelrasseln? Lei­der aber müssen loir nns Henle noch mit Recht von Lloyd George vorhalten lassen, daß wir die Entwaffn uns nicht vorgenommen haben. Man schreit heute nach der Einheitsfront Wie soll das unter diesen Um­ständen möglich sein? Das unersüllbare Pariser Diktat lehnen auch wir ab, aber wir wissen nicht, wie wir uns mit den anderen Parteien zusammensinden sollen. Typisch ist der Flensburger Fall, wo man einem neuen' Dampfer den Namen „Tirpitz" geben wollte, eines der schlimmsten Reichsverderber. (Großer Lärm. Auf einen Zwischenruf des Abg. v.Gräfe (Dcutschnatl.), daß der Redner im französischen Solde spreche, ruft Präsident Loebe den Abgeordneten zur Ordnung.) Die Aussüh». rnnaen Lloyd Georges über die St-uerbelastung Deutsch­lands treffen nicht den Kern. Wir sind schon mit direkten Stenern so belegt, daß der Arbeiter ind-'rekte Steuern nicht mehr tragen kann. Wo sind denn die blühenden Industrien Deutschlands, von denen Lloyd George sprach? Die Verelendung der deutschen Arbeiterschaft zieht bit, der ganzen übrigen Wüt nach sich. Darum sollte bie internationale Arbeiterschaft mit uns zufmnMnstehen.

'Abg. Trimborn (Ztr.) verliest eine kurze Er- siörun.g seiner Partei. Die Verhandlungen in London hab?» einen Verlauf genommen, der c? ausgeschlossen erscheinen läßt, tont Reichstag ans auf den Gang der? Verhandlungen tu ersprießlicher Weise eintorrken zu kön-i nett. Mente Fraktion glaubt vielmehr, die Verantwortung j fnr die Verbondlnnaen der Reichsreqierung über*- 'assen zit müssen. Eine Annahme der Variier Beschlüsse ist nach wie tor völlig ausgeschlossen. Nach^ ber Auffassung der Zentrumsfraktion gehen die von uni! gemachten Borschläoe bis an die äußerste Grenze -allerer Leistnnasfäbigkeit. Es darf nichts unter- schrieben werden, was nicht gehalten werden -k-»"n. Wir i-vollen die Hoffnung nicht aufgebeu, daß die £?•"- Handlungen einen Ausgang nehmen werden, der gcrrll: ist und der Versöhnung dient. (Lebhafter Beifall.)

Abg. H e r g t (Dcutschnatl.) Bedauert, daß die vielfach unrichtigen Auslaffunaen Llovd Georges unwidersprochen in die Welt hinausgeaangen sind. Seit Februar bat sich nichts geändert in der Lage Denifchkatchs. Damals stand da? deutsche Volk einig zusammen. Umsomehr be- douerr ick die Ausführungen des zweiten Vorredner?, der diese Einigkeit als erschüttert hinstellte und mit feinen Ausführungen nur /

die Stellung Lloyd George s gestärkt

hat. (Großer Lärm.) Gegenüber bett Forderungen kann ttttfere Leistungsfähigkeit allein maßgebend fein. Wil sind habet nicht ganz mit den Borfchläaen der Regier ntufl einverstanden, da sie schon über bn? Maß unseres Könnens h i n a u ? a e fi e n. Die 226 Milliarden sind eine Annuitätenzahl, bie 50 Milliarden ein Gegenwerisan- gebot, beffen tatsächlicher Wett schon jetzt mehr als 150 Milliarden ausmacht und eine Belastung bckeutet, die noch untere Kindeskinder trifft Beide Zahlen lassen fich nicht vergleichen und bedeuten doch nahezu daS Gleiche, fierr Lloyd George svottete seiner selbst, als er unser Angebot ablehnte, das er gar nicht verstanden bat. Der Verleumdung des deutschen Volkes, als ob drüben nur Unschuldslämmer sitzen und wir nur Blut­hunde sind, als ob wir den Krieg svstemattfch vorbereitet hätten, muß endlich rin Ende gemacht werben. Llohb Georg- Bat ja selbst zugegeben, baß alte Völker tit den Krieg bineingetaumelt find. Und waS steckt, alles! in den 226 Milliarden? Die Kriegsschäden sind ja gar nicht einmal alle von uns angerichtet worden. Der Frind- bund selbst hat ein gutes Teil der Mitschuld daran. Trotz­dem haben wir uns zum Ersatz bereit erllärt Frankreich, bas jede Mithilfe am Wiederaufbau ablebni, trägt ia feil ft Schuld, wenn eS noch nicht weiter ist. Wo find denn die 20 Milliarden geblieben, die wir fchon für den Wiederaufbau bezahlt haben? WaS Lloyd George von b-n Menschenverlusten der Entente sagt, trifft noch für uns in verstärktem Maße zu. toeil noch die Opstr der Hungerblockade hinzukommen. (Abg. Remmele (Kom.) ruft: Heuchler! Er wird vom Präsidenten Loebtz dafür zur Ordnung gerufen.) Die Steuerlast fft bei unS weit stärker als bei der Entente. Die Sanktionen find ein glatter Bruch der Fricbensabmachungen. Wir find selbstverständlich damit einverstanden, baß «ufere Gegentorfchläge unter keinen Umständen unsere Lei- stungsfähigkeü übersteigen, müssen aber leider damkk rechnen, daß eS auf einer solchen vernünftigen Grundlage nicht zu einer Einigung kommen wird. Die BebroStat Landes teile fordern uns selbst auf, fest zu bleiben, imd wir hoffen, baß die Regierung ibnen folgen wirb. Wir halten in Treue zu ihnen. (Lebhafter Beifall rechts. Höhnisch« Zurufe her Kommunisten.)

Abg. Dr. Breibfcheib (Unabh.): Auch wir fhtb uns des Ernstes der Lage bewußt. Aber wir wün­schen eine tätige Mitwirkung der Volksvertretung. Auf der Stetberuttfl der Entente nach Entwaffnung Ment