Einzelbild herunterladen
 

mtr.

be. De, ück nich-

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Marburg

BonnetM den 3. Mir

lLrnzmg)

Der Anzeigenpreis beträgt für die 9 gesp. Toionelzeil« oder deren Raum 75 Pfg. u. 10% Autichlag, amtliche und auswärtige 1. Mk. Andere Spaltenbreiten nach- entiprechender Berechnung. Spät einlausende oder den Raum über ll, Seite ein­nehmend« Anzeigen find wir berechtigt, nach der Textlpaltenbrette zu setzen und zu berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir die Zeil« mit 3.00 Mk. Jeder Rabatt gilt als Barradatt. Bei Auskunft durch die Geschäftsstelle und Vermittlung der

Angebote 75 Pfg. Sondergebühr.

Anzeiger für (bas früher kurheffifchej Oberhessen

DieOberhesfische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatliich

4.25 Mk., durch die Post 4.65 Mk. Ausgabe B mitOberh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr.

Q?t> SO Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag von Dr. C. Hltzeroth.Druck der Univ^Buchdruckerei kkon Joh.Aug. Koch,

Markt 2123 Fernsprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Mai»,

56. Jsfirj.

1921 ,

b«.

$5 Sill!

Rätsel Fink, ritscht

Theß.

l. Heu..

ftontat

®eott

rachträ» lsels et*

n. Datz en- m* ge der» wordeL ,gesetzt ltch fcft- ung bat öglichew S ist bei er Tem- etnflntzt. mit we- zu glei.

Irgend n Baro- hat das n Witt* cend der

Wemi ufNärem ivenkintr r Alma. vorauL Wetier- Tönenr litt die! etretene« auf. s» Die Er- hvhet» arin zu ööbwing.

t* Berlin, 2. März. Jetzt soll das deutsche Volk die Probe bestehen. Jetzt soll die Probe darauf gemacht werden, ob wir alle wirklich des Ernstes und der Schwere tzcr Stunde gewachsen sind, ob wir auch unser Wort in die Tat umsetzen können, daß wiraus alles gefaßt" sind.

Wie sehr wir auf alles gefaßt sein müssen, zeigen uns die aufgeregten Nachrichten, mit denen wir" überschüttet pcrden . Da wird schon garnicht mehr davon gesprochen, ob überhaupt ein Nnmarsch in Deutschland in Frage kommt, sondern man spricht nur noch über den Zeit­punkt dieses Einmarsches. Die französischen Vertreter fordern den sofortigen Einmarsch von Westen aus über Heu Rhein in das .Innere Deutschlands, während von anderer Seite doch noch ein gewisses Respektgefühl vor den Versailler Bestimmungen sich regt, in denen vorge­sehen ist, daß die sogenannte Wiedcrgntmachungssumme mn 1. Mai 1921 festzusetzen ist, sodaß vorher keine Gewalt maßnahmen in Frage kommen dürfen. Gleichzeitig mit den französischen Einmarsch-Drohungen kommen von englischer Seite Drohungen mit einer Blockade deut­scher Häfen. Der organisierte Massenmord der- Blockade soll also wieder gegen uns angewandt werden. In einem bestimmten Teile der englischen Presse wird gefordert, daß diese Blockade mit einer großen Flotten- Dcmonstraiion vor Hamburg eingeleitet werden müsse.

Es ist zweifellos eine furchtbare Belastungsprobe für Unsere Nerven und unsere Herzen, sich einem derartigen, sich lavinenartig anfhäusenden Druck ausgesetzt zu sehen. Insbesondere werden Unsere Vertreter in London unter diesem Hagel von Drohungen schwer zu leiden haben. Für uns heißt es aber trotz allem: r « h i g B l n t. Wenn die Londoner Konferenz wirklich zum Scheitern kommt, bann bleibt uns nur noch übrig, uns auf die Bestimmnn- icn des Versailler Vertrages zurückzuziehen. ^Danach hat iu-- Revarations-Kommission die deutsche Schuldsmnme endgültig seftzusetzen, nachdem den Deutschen billiges Gehör gegeben worden ist. Und auch dann haben wir noch das Recht der Berufung an ein internationales Schiedsgericht. Jedes andere Vorgehen, jede irgend wie geartete Geioaltanwendnug wäre der Bruch des Versailler Vertrage?, wäre ein Aufgeben der Grundlagen und damit' des ganzen Gebäudes von Versailles. Und ein solches Verfahren würde von uns mit den entsprechenden Forde­rungen beantwortet werden müssen. Wir geben uns voll­kommen Rechenschaft über die schwere Prüsungszeit, die «ns dann beschieden wäre, aber wir können nicht uns, tunsere Kinder und Kindeskinder in die Sklaverei ver­kaufen.

>er batte magne- gnetischl

i das sa t einem

lesen z« teilneh.

in der

Erinne- n einer erzählt illen re nicht rgessent > 'ffendeir ser Ev re Ver» n fort. Ickgclcch ten, die is heißt in einer t, sinke- mzu z« nützlich ehen i die ich rme g<* iche g«> quemer atürlich mit für !i Welt in dem hkaffee» h blaue schlöffe« re Zelt« >ge nach h suche!

. Wer em als mntnisfe von der fenblase

flt.)

Deutsche Pressestimmen.

Berlin, 2. März. Zur Drohung mit der Hungerblockade wird in derTägl. Rundschau" ge- lagt, die englische Hungerblockade, durch die man uns während des Krieges zu Fall gebracht hab«, solle erneut eingesetzt werden, um uns zu zwingen, den Pariser Unfug zu unterschreiben, der unser eigenes Todesurteil bedeute. Dr. Simons' sei für seine Person nicht berechtigt, über den Rahmen der deutschen Gegenvorschläge hinauszugehen. Dazu bedürfte es der Zustimmung der Berliner Regie­rung. In derVoss. Ztg." schreibt Georg Bern­hard unter der HeberschriftSchicksalsstunde": Man wird zugeben muffen, datz das, was rein sachlich be­trachtet Deutschland mit seinem Vorschlag auf sich ni -i eine Belastung bedeutet, wie sie vorher in der t elt noch niemals ein Volk wagte. Es wäre falsch, roenn das deutsche Volk sich jetzt einem förm­liche» Fatalismus hingeben wollte. DerVor­wärts" wiederholt im Namen einer Arbeiterschaft, die seit beinahe sieben Jahren Furchtbares erduldet habe, die sich aber mit der äußersten Energie gegen ihre buchstäbliche Versklavung und Aushungerung wehre, daß die Pariser Beschlüffe undiskutierbar seien.

Die Haltung der rheinischen Arbeiterschaft.

Berlin, 3. März, Heber die Haltung der Rheinischen Arbeiterschaft schreibt die sozialdemo- katisa)eRheinische Zeitung": Wenn die Verbün­deten nunmehr ihre Sanktionen anwendens wir im ^heinland wiffen, daß diese Sanktionen in erster «>nie uns treffen werden. Wir wiffen, daß die Forderungen der Entente aus der deutschen Ar­beiterschaft herausgeholt werden sollen. Dement- rnrechend wird auch der Widerstand der Arbeiter- "affen kein.

' " ?:

' < Zwei deutsche Denkschriften.

» Ter Nole sind zwei Denlsebrifien beiaegebeu: 1. ^Nnerkungen zu der Denkschrift der Vervttndeten über 7-n Haushalt des Deutschen Reimes und 2. eine Deul- Kp dir wirtschaftlichen Wirkungen der Pariser ~eim(iiffe. Aus der letzteren seien folgende Fest- «Lniigen hervorgehoben:

Die gesorderlen Annuitäten von 6 Milliarden be« ?nen Deutschland mit 1000 Jl Papier auf den Kopf

Bevölkerung und steigern die Sleurrbelastung pro L°Vf auf 1599 M gegenüber 390 Papierfranken in Ksunkrcich. Die Zahlung, die inan von uns fordert, 2* nut möglich durch Ueberschutz der Ausfuhr. Zur- E; 'st unsere Handelsbilanz mit 214 Milliarden, un-

Zahlungsbilanz mit 114 Milliarden, beide zu- , ,neR also 4 Milliarden passiv, die zunächst zu

decken waren. Ersparnisse durch Beschränkung der Einfuhr von Luxusgütern sind nur möglich in Höhe von rund % Milliarden. Ersparnisse an Nahiungs- mitteleinsuhr und an der Einfuhr von Jndustriepro- dukten sind ausgeschloffen. Um die 4 Milliarden Unter­bilanz auszugleichen und 6 Milliarden Annuitäten zu bezahlen, müßte die deutsche Ausfuhr auf 30 Milli­arden Goldmark und bei Aufrechterhaltung der 12- prozentigen Ausftihrzölle auf 40 Milliarden Goldmark gesteigert werden. Das ist doppelt so viel als die eng­lische Ausfuhr im Jahre 1920 und 40 Prozent der sich auf 100 Milliarden belaufenden Weltaussuhr. Eine solche Leistung wäre für Deutschland bei feinem Ar­beiterbestand nur möglich, wenn die Arbeitszeit täg­lich auf 14 Stunden erhöht würde.

------

9er Smit Der Beit

Maßnahmen gegen das Ueberwaß von Lust­barkeiten.

wbi Berlin, 2. März. Die Auswüchse des öffentlichen und teilweise auch des privaten gesell­schaftlichen Lebens und die überhandnehmenden Lustbarkeiten, die in fo schreiendem Mißver­hältnis zu der Rot und dem Ernst der Zeit stehen, haben in ernsthaften Kreisen in wachsendem Blaße Unwillen hervorgerufen und das Verlangen nach einer Abstellung dieser Mißstände rege werden lasten. Insbesondere hat in den letzten Tagen der Vorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes in einem an den Reichspräsidenten gerichteten Schreiben auf die den Ernst unserer Lage verkennenden Lustbar­keiten, besonders der besitzenden Kreise, hingewie­sen, die int Gegensatz zu den Leiden anderer Mit­bürger in denselben Mauern, die durch Hunger und Külte zltg runde gehen, stehen und den zu starken Verbrauch an Luxus- und Eenußmitteln, der ver­hängnisvolle Folgen für unser Wirtschaftsleben zei­tigen muß. Er hat im Namen des Deutschen Noten Kreuzes die dringende Bitte geäußert, daß die Re­gierung dem Treiben gewistenloser Kreise unseres Volkes Einhalt gebietet. Wie dem Roten Kreuz darauf mitgeteilt wurde, hat sich der Reichspräsi­dent am 16. Februar an den Reichskanzler mit der Bitte gewendet, bei den Negierungen des Reiches und der Länder ausdrücklich dahin zu wirken, datz mehr als bisher geschehen ist, im Rahmen der gesetz­lichen Möglichkeiten diesen Auswüchsen entgegen« getreten werde. Der Reichskanzler, hat sich darauf mit den Landesregierungen wegen der zu ergrei­fenden Matznahmen in Verbindung gesetzt.

--*_

MM in

ArbcUer und Matrosen gegen die Sowjetregierung.

Wb. Kopenhagen, 2. März.Berlinske Ti- dende" meldet aus Helstngfors: Die ZeitungHusvud- stadsvladet" teilte gestern folgendes Extrablatt mir: »Von verschiedenen Seiten beim sinnischen General­stab eingelaufenen Nachrichten zufolge bestätigen sich die Meldungen, die früher in Reval einlinfcn und von einem Aufruhr in Petersburg berichten. Arbeiter und Matrofen haben sich zusammengefchloffen und kämpfen gegen Schüler der Miliiärfchule, die eine Stüde der Sowjetrcgierung sind."

Weiter meldet .Berltnsle Tidende« aus Helsing- fors noch:

Wie von der Grenze gemeldet wird, hat die Garni- fon von Petersburg unter die Aufrührer Waffen ver­teilt, verhält sich tm übrigen aber neutral. Die Ma­trosen von Kronstadt haben sich den Aufrührern amrc- schlossen. Wassiljews«), Ostrow und mehrere andere Stadtviertel bestnden sich in den Händen der Auf­rührer.

Unterdrückung des Aufstandes.

wb. Stockholm, 2. März. Ans Heffingfors wird gemeldet, datz es der Ccwjetregierung ge­lungen ist, den Aufstand in Petersburg zu unter­drücken. Fronttruppen sind hinzugezogen worden.

------

Bemerkenswerte Zahlen.

Aus einem dieser Tage in Bochum gehaltenen Vor­trag des Bergassessors B r a n d i dürften folgende Zahlen besondere Beachtung beanspruchen:

Die Verwaltung des sozialisierten Kohlenbergbaues ivürbe mindestens 500 0 Beamte mehr erfordern als heute angestellt sind. (Die Reichsgetrcidcstelle beschäftigt zurzeit sogar 4912 Beamte innerhalb eines viel einfacheren Verwaltungsbetriebes.) Unter Zu- grunbelegnitg des durchschnittlichen Sleiger-Einkom- meus würden die Gehälter etwa 180 Milioneu Mark betragen. Dieser-Betrag ist bedeuteitd höher als die gesamte Dividende des rheinisch-westfälischen Kohlen­bergbaues im glänzendsten Wirtschaftsjahre vor dem Kriege. Wir haben jetzt schon im Ruhrbergbau etwa 1250 Betriebsausschußmilzlieder, die, fast ohne pro­duktive Arbeitsleistung, bei einem normalen Berg­arbeiterlohn über 30 Millionen Mark erfordern. Tas ist das Mehrfache der Gehälter sämtlicher Direktoren. Wie verteuert die gegenwärtige Ueberorganisation und Bürokratisierung arbeitet, zeigt auch der Verwaltungs­apparat für das Steuerweseri. Etwa 40«/o der Reichs- einkommenpeuer gehen verloren durch die Er- hebungskojten. ' '*- 1

Vor einem Ultimatum.

MMMbNdikdMkNKMMkWSk

wb. Paris, 2. März. N-ch einer Meldung der Radio-Agentur aus London, haben sich die Sachverständigen heute nachmittag znjammenge- funden, um eine Note auszuarbeiten, die morgen früh.dem Führer der deutschen Delegation Dr. Simons überreicht werden wird. Diese Note soll die Verfehlungen am Friedensvertrage feststellen und die Deutschen auffordern» binnen einer kur­zen Frist das Abkommen von Paris anzunehmen unter Androhung von Strafmaß nahmen und Sicher­stellung von Pfändern.

wb. London, 2. März. Der diplomatische Mitarbeiter derDaily News" schreibt: Der gestrige Tag bedeutet eine Krisis für Deutschland, für Europa und für die Welt. Die Anzeichen deu­ten darauf hin, datz den deutschen Delegierten die Antwort der Alliierten in der Art eines Ulti­matums überreicht würde.

* «

wb. London, 2. März. (Amtlicher Konfe­renzbericht.) Die Führer der verbündeten Delega­tionen versammelten sich gegen Mittag, um den Be­richt ihrer juristischen und wirtschaftlichen Ratgeber zu hören. Dann beriet die Konferenz mit den Feld- macschällen Fach und Wilson und anderen mili­tärischen Sachverständigen.

wb. Paris, 3. März. Wie der Sonderbericht­erstatter der Agentur Havas aus Loudon mitteilt, haben sich die Chefs der Delegationen heute mittag zu einer Beratung zusammengesunden, um die Be­richte der juristischen und wirtschaftlichen Ecichver- ftändigen entgegenzunehmen. Ferner haben sie auch mit Marschall Fach, Marschall Wilson und anderen militärischen Sachverständigen beraten. Rach einer weiteren Meldung soll in derselben Sitz­ung der englische Finanzminister Chamber­lain im Namen der wirtschaftlichen und Finanz­kommissionen eine Note verlesen haben, die die deutschen Vorschläge analysiert und ihre Unan­nehmbarkeit beweist. Der französische Jurist Fromageot habe, die Schrutzfolgerungen der juristischen Kommission und Marschall Foch die der militärischen Sachverständigen vorgetragen. Nachdem die Sachverständigen den Sitzungssaal verlassen hatten, hatten die Regierungschefs unter sich weiter verhandelt. Die Finanzsachverständigen seien um 3 Uhr nachmittags wiederum zu einer Be­ratung zusammengetreten.

wb. L o n d o n, 2. März. Heber die heutige Nachmittagssitzung der Verbündeten wird folgender amtlicher Bericht ausgegeben: Die Verbündeten haben beschloffen, die Deutschen für morgen mittag 12 Uhr in den St. Jamespalast einzuladen. In der Sitzung wird der deutschen Delegation die Ant­wort der Verbündeten auf die deutschen Gegen­vorschläge mitgeteilt werden.

Reuter meldet: Auf der heutigen Nachmittags­konferenz herrschte unbedingte Hebereinstimmigkeit sowohl mit Bezug aus die deutschen Gegenvorschläge als auch auf die Folgen. Die Sitzung war von gro­ber Bedeutung.

Reuter erklärt, die deutschen Vorschläge ver­dienten weder eine Prüfung noch eine Erörterung.

Kein sofortiger Abbruch der Konferenz.

wb. London, 2. März. Wie Reuter mitteilt, glaubt man, daß es sicher ist, datz den deutschen De­legierten eine Gelegenheit gegeben werden wird, ein anderes Angebot zu unterbreiten, bevor die Konferenz abgebrochen wird.

He BMWAchNSmm.

wb. London, 2. März. (Havas.) Die Zwangsmaßnahmen, welche gestern abend von den Verbündeten gegen Deutschland ins Auge gefaßt worden sind, falls es dem Versailler Vertrag nicht nach kommen solle, werde folgende sein:

1. Erhebung von 50 Prozent des Erlöses aus den Verkäufen Deutschlands in den alliierten Län­dern. Diese Zwangsmaßnahme' soll von Lloyd George vorgeschlagen sein. 2. Einrichtung einer be­sonderen Zollverwaltung, die das linksrheinische Ufet von dem übrigen Deutschland in wirtschaft­licher Beziehung absperren würde. 3. Besetzung der rechtsrheinischen Kohlenhäfen. Was die Beschlag­nahme der Zölle in Deutschland an betrifft, jo kommt das erst in letzter Linie in Betracht.

wb. Paris, 2. März. ImEcho de Paris" gibt Marcell Hutin genauere Einzelheiten über die Maßregel, die der Große Eeneralstab getroffen

hat: Die Ostbahn hat den Befehl erhalten, sich für Truppentransporte bereit zu halten, welche zur Verstärkung der Besatzungstruppen im Rhein- lande bestimmt sein sollen, ohne daß der Waren- und Personenverkehr behindert sei. Gegebenen­falls sollen zuerst Kavallerieregimenter in die Nähe der Sammelbahnhöfe gebracht werden. Verschie­dene dieser Einheiten sind schon marschbereit.

ImPetit Journal" wird außer den bekannten Zwangsmaßnahmen wirtschaftlicher Art von einer weiter geplanten Maßnahme gesprochen, nänlich von der Besetzung der Stadt Mannheim und der Besetzung des Hafens von Hamburg drrch eine englische Marinedivision. ,

Der Sonderberichterstatter desJntransigeant" schreibt, vor Montag würden vielleicht schon militärische Ereignisse am Rhein möglich sein. -

Gerüchte.

mc. Frankfurt a. M., 2. März. In der Stadt "war gestern und heute das Gerücht ver, breitet, die Franzosen seien im Anmarsch und woll« ten Frankfurt erneut besetzen. Da es ja immer Leute gibt, die jedes Gerücht für wahr halten, herrschte in der Stadt eine ziemliche Aufregung. Festgestellt wurde mit Sicherheit, daß die Franzosen seit einigen Tagen die Grenzkontrolle verschärft haben und daß selbst kleinere Feldwege an der Grenze des besetzten Gebietes mit Posten versehen sind, die jeden anhalten, der ohne Patz oder Aus­weis die Grenze zu überschreiten sucht.

Ablehnung in der gegnerischen Presse.

Die französische Presse.

tob. Paris, 2. März. Die Blätter äußerten sich fast ohne Ausnahme sehr schrofsundhöhnisch über die deutschen Gegenvorschläge und tragen ihre Befriedigung über dir in London zutage getretene Einmütigkeit triumphierend zur Schau. Nur ganz vereinzelt und nebenbei werden auch andere Töne ange­schlagen.Eve Rondelle" schreibt: Wenn Deutsche land es versieht, dann können wir noch.auf dem Grund­satz der Bezahlung in natura zweifelsohne und sogar durch die beschränkte Verwendung deutscher Arbeits­kräfte zu Arrangements kommen, die für Deutschland und Frankreich vorteilhaft sind. Sv würde eine all­gemeine Atmosphäre des Vertrauens geschaffen, die es Europa gestatten würde, sich wieder zu erhebe« und die es auch leicht machen würde, Maßnahme« wie eine internationale rasche Mobilisierung der spä­teren deutschen Leistungen zu treffen.GauloiS* sagt, wenn, wie es den Anschein habe, man in London die Beschlagnahme der Einkünfte im besetzten Rhein­lande und die Isolierung dieser Zone von dem ü&rigert Reich durch eine Zollgrenze plane, und wenn diese Maßnahme noch verschärft werde durch die Besetzung der Kohlenhäfen und die teilweise erfolgende Beschlag­nahme deutscher Zolleinnahmen, dann hätte man schon kostbare Pfänder in der Hand, und das deutsche Volk werde ball» einsehen, wie teuer ihm seine Hals­starrigkeit und sein schlechter Wille zu stehen komme. Oeuvre" schreibt: Die Franzosen wollten sich wohl unter sich schlagen, aber wenn ein dritter dazwischen trete, bann vereinigten sie sich unb ginge« gegen ben Eindringling vor. Diese <^ene habe sich gestern in London abgespielt. Lloyd George, der Theatereoups liebe, habe gestern die Gelegenheit nicht verpaßt, einen weiteren hervorzurufen.

Die engNsch« Presse.

wb. London, 2. März. Die gesamte Morgen- Presse vonDaily Mail" bisDaily News" trfjnt die deutschen Gegenvorschläge ab. DieTimes" sagt: Die deutschen Gegenvorschläge auf die Pariser Vor­schläge könnten weder geprüft noch erörtert werden. Das Blatt bezeichnet die deutschen Gegenvorschläge alS eine Kombination von Geschäftsbetrug, Schikane unb Unverschämtheit. Es nimmt an, daß die Er» llärungen des deutschen Ministers des Aeußern nicht das letzte Wort Deutschlands seien.Daily Ide- graph" schreibt, wenn man auch angenommen habe, daß die Mitteilung bet bentschen Gegenvorschläge z» einer kritischen Lage führen würbe, so hätte bixfl niemand eine so rasche und entscheidende Entwicklung der Dinge vorausgesehen. Auf bas -gestrige phan­tastische Angebot sei niemanb vorbereitet gewesen. Di« .Vorschläge seien in jeder Hinsicht absurd. Das Blatt nimmt an, daß die sogenannten Gegenvorschläge nicht ernst gemeint seien, und daß die deutsche Regierung, die sie unterbreite, beschlossen habe, den Dingen ihr« Lauf zu lassen unb bie Aktion abzuwarten, bie bie verbünbeten Mächte unternehmen würben. Wenn bi« Berliner Regierung anl ihre Haltung Kcharr«. p W£g-