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Die neue Stegerwaldsche Zeitung, fahrtsmintster Stcgerwald aus der
Di« „Oberhessische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatliich 4.25 röt., durch die Post 4.65 Mk. Ausgabe B mit „Oberh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr. Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz.
Verlag von Dr. C. tzitzeroth.—Druck der Univ.-Buchdruckerei von Joh.Aug. Koch, Markt 2123 — Fernsprecher 55,— Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt e. Main
„Was wir unterzeichnen, wird ausgeführt."
mb. London, 1. März. Ein Vertreter der „Evening News" hatte mit Dr. S i m o n s eine Unterredung, in der Dr. Simons erklärte, daß die Konferenz imstande sein werde, die Frage der Reparation endgültig zu regeln. Ueber die Gesamtsumme müsse verhandelt werden. Sie müsse befriedigend für beide Teile sein. Dr. Simons fügte hinzu, es sei nicht gut, daß die Verbündeten eine unmögliche Zahlung, die die Deutschen nicht leisten könnten, forderten. Dr. Simons sprach die Hoffnung aus, daß alles, was bezüglich der Anwendung von Zwang, d. h. Strafmatzndhmen, gesagt wurde, aufgegeben werden möchte. Das deutsche Volk zahle ohne Zwangsandrohung, was es bezahlen könne. Die deutsche Delegation habe den aufrichtigen Wunsch, daß die Reparationsfrage ein- für allemal geregelt werde. Dr. Simons sprach sich ferner entrüstet über den Gedanken aus, die Verbündeten könnten argwöhnen, daß der erzielte neue 1 Vertrag nicht ausgeführt werde. Das, was wir unterzeichnen, sagte er, wird die deutsche Regierung und das deutsch« Volk ausfübten.
Mus dem besetzten Gebiet.
tob. Mainz, 1. März. Zwei Deutsche, namens Böhr und Frankenbergen, sind von der Rheinlandkommission aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen worden, da ihre feindselige Haltung die öffentliche Ordnung und die Sicherheit der Armee gefährde.
tob. Saarbrücken, 1. März. Die Stadtver- ordnetenversammlung hat heute den Stadtrat Neiges-Dortmund zum Oberbürgermeister der Stadt Saarbrücken gewählt.
mb. London, 1. März. Die deutschen Gegenvorschläge enthalten folgenden Zahlungsplan: Der Jetztroert der von verbündeter Seite geforderten 42 Annuitäten beträgt bei der Deutschlgnd angebotenen Rückdiskontierung mit 8 % jährlich etwas über 50 Milliarden Eoldmark. Davon find die bisherigen Leistungen Deutschlands in Abrechnung zu bringen, deren genauer Wert durch eins besondere gemischte Sachverständigenkommission festzustellen wäre. Der verbleibende Betrag soll baldmöglichst im Wege internationaler Anleihe beschafft werden. Zunächst schlägt Deutschland eine Anleihe in möglichst großem Umfange, etwa bis zu 8 Milliarden EsLmark mit möglichst niedrigem Zinsfuß und nach 5 Jahren einsetzender Tilgung vor. Deutschland ist bereit, den Anleihegläubigern die nötigen Sicherheiten zu gewähren. Abgesehen von dem Anleihedienst übernimmt Deutschland, für die nächsten 5 Jahre eine Milliarde Annuitäten durch Sachleistungen zu decken. Deutschland erklärt sich bereit, durch Arbeit an dem Wiederaufbau der zerstörten Gebiete unter Anrechnung mitzuwirken. Der nicht durch Anleihe oder anderweit gedeckte Betrag der Reparationsschuld wird mit 5 % verzinst. Die bis 1. Mai 1926 durch Annuität ungedeckten Zinsen werden ohne Zinseszinsen der Kapitalschuld zugeschlagen. Die Finanzierung der Restschuld bleibt Vorbehalten. Der Beteiligung der Verbündeten an einer wirtschaftlichen Besserung Deutschlands ist durch vorstehende Vorschläge bereits Rechnung getragen. Voraussetzung für diese Vorschläge ist das Verbleiben Ober schle- siens bei Deutschland und die Wiederherstellung wirtschaftlicher Freiheit und Gleichberechtigung.
$mte WM der IMiidelei.
mb. London, 1. März. (Amtlicher deutscher Bericht.) Heute vormittag um 1 <42 Uhr fand im Lancasterhouse dir erste Vollsitzung der Konferenz tatt, an welcher außer der deutjchen die englische, ranzöfische, italienische, belgische und japanische Delegation teilnahmen. Von der deutschen Delegation waren anwesend! Reichsminister Dr. Simons, die Staatssekretäre Schröder und Bergmann, die Ministerialdirektoren v. S i m - on und Le Suite und Staatssekretär Le- w a l d, sowie der deutsche Botschafter S t h a m c r. Der Präsident der Konferenz LloydGeorge eröffnete die Sitzung, indem er Vorschlag, zunächst die Reparationsfrage zu besprechen. Reichsminister Dr. Simons willigte ein und legte den Standpunkt der deutschen Regierung zu den Pariser Beschlüssen in der Reparationsfrage dar, die in der vorlirgen- den Form unmöglich ausführbar feien. Einzelheiten darüber enthalten die beiden Denkschriften, die er der Konserenz unterbreitete. Reichsminister Dr. Simons gab dann einen Uebrrbiick über die deutschen Gegenvorschläge. Lloyd George bemerkte namens der Verbündeten, daß die deutschen Vorschläge nach seiner Meinung aus einer gänzlichen Verkennung der Bedürfnisse der Lage beruhten. Die Verbündeten würden aber unter sich beraten und morgen ihre Antwort geben. Darauf wurde die Sitzung gegen 1 Uhr geschlossen.
Sein weiteres Mm» der SeaHMii.
tob. London, 2. März. Der Sonderberichterstatter der Havas-Agentur meldet: Das hauptsächlichste Ereignis der gestrigen Nachmittags-Versammlung ist die einstimmig gefaßte Entschließung der Verbündeten, die deutsche Delegation nicht mehr über ihre Vorschläge anzuhören, die in voller Uebereinstimmung nicht nur als unan« nehmbar, sondern auch als undiskutier« bar bezeichnet werden. Lloyd George fei lehr überrascht und fast ungehalten übet den mangelhaften Willen und die böswillige Absicht, die in den Ausführunge-r von Dt. Simons zutage traten. Die anderen Vertreter der Verbündeten hätten eti klärt» daß sie die Ansicht teilten. Unter diesen Um» standen hätte» die Verbündeten gegenüber den deutschen Vorschlägen nichts mehr zu besprechen; fit werden heute eine Antwort vorbereiten, die bei deutschen Abordnung am Donnerstag übermittelt werde. Zu diesem Zweck wurden die militärischen und juristischen Sachverständigen zu einer Sitzung berufen, in der eine Liste über sämtliche Verfehlungen gegen den Versailler Vertrag, soweit sie bisher festgestellt werden konnten, ausgestellt wird. Dieses Schriftstück werden die Verbündeten als Grundlage benutzen bei der Annahme der Berhal- tuygsmaßnahmen hinsichtlich des schlechten Willens Deutschlands, von dem cs jetzt durch die unzulänglichen Angebote wieder einen klaren Beweis geliefert habe. Die vorgesehenen Maßnahmen umfaßten besonders einen Teil der deutschen Zölle, Beschlag« »ahme der Einkünfte in den besetzten rheinischen Gebieten und dir Organisation eines besondere« Zollsystems, das dieses Gebiet in wirtschaftlicher Hinsicht von dem übrigen Deutschland trennen würde, und schließlich die Besetzung der Kohlenhafen.
Keinerlei Entgegenkommen.
mb. London, 1. März. Auf eine Anfrage er« klärte Lloyd George im Unterhaufe, daß die verbündeten Regierungen alle geeigneten Maßnahmen ergreifen würden, um sich genaue Rechenschaft über die Finanzlage Deutschlands zu verschaffen.
Die meisten Blätter erklären, daß die in Che« quere am Sonntag gepflogenen Beratungen unter den Verbündeten den Beschluß zur Folge gehabt hätte», der deutschen Delegation gegenüber eine feste Haltung einzunehmen und keinerlei beträchtliche Zugeständnisse zu gewähren. Gestern fand in Chequers eiie formelle Konferenz statt, bei der Marschall Fach und General W e y« g a n d die militärischen Ansichten darlegten für den Fall, daß Deutschland sich weigern sollte, den For« derungen der Verbündeten stattzugeben. Lloyd George und Briand hätten beschloßen, bei der Erzwingung der Bezahlung Schulter an Schulter zu stehen, und obgleich sie bereit seien, die Argu« mente und Vorschläge des deutschen Außenministers anzuhören, werden sie keine beträchtlichen Konzessionen zugestehen. Die Verbündeten seien nid)! im mindesten bereit, die Forderung des ILprozent. Ausfuhrzolles fallen zu lassen. Der diplomatisch» Mitarbeiter des „Evening Standard" schreibt, wenn die Deutschen sich weigern sollten, die Forderungen der Verbündeten anzunehmen, so werde eint starke verbündete Truppenmacht so« fort ein bestimmtes Gebiet, wahrschein« lich das R u h r g e b i e t, besetzen. Im Rheinland wird die sofortige Maßnahme ergriffen werden, um- Werte einzutreiben. Andere Strafen würden außerdem sofort verhängt werden.
dos Deutschen Gewerkschaftsbundes angewndigte neue Tageszeitung erscheint am 1. April in bet Druckerei und Verlagungsanstalt Otto Stollberg u. Co. unter dem Namen »Der Deutsche', Tageszeitung für deutsche Volksgemeinschaft. Die Verlagsleitung hat Otto Stollberg, der frühere Verlagsdirektor der »Deutschen Allg. Ztg.' übernommen. Die Chefredaktion übernimmt Dr. Adolf S a r t e r, Geheimer Regierungsrat, der auS seiner bisherigen Tätigkeit als Ministerialrat im Retchsverkehrsmintsterium ausscheiden wird.
Eine neue politische Partei ist in diesen Tagen in Berlin unter Vorsitz des deutsch-völkischen Publizisten Richard Stunde gegründet worden. Sie führt den Namen »Deutsch-soziale Partei'. Als Ziel bezeichnet ste die »Vernichtung der jüdischen Vorherrschaft in Deutschland'.
Die französischen Wiederaufbau-„Bemühungen".
In einem Aufsatz der französischen Zeitung „Ouvrage' vom 8. 2. wird das Eingeständnis gebucht, daß Frankreich bisher für den Wiederaufbau seiner zerstörten Gebiete überhaupt nichts Ernsthaftes unternommen habe. Ueberall herrschen Verschwendung, Willkür und Bereicherung einzelner. Im Ganzen fir.b überhaupt erst 2 Prozent der Wiederaufbauarbeite .t geleistet.
Politische Tagesnachrichten.
Rücktritt des „Finanzdiktators". Wie verlautet, hat der sogenannte Ftnanzdiktator, Präsident Dr. Carl, seine Demission eingereicht. In parlamentarischen Kreisen wird erklärt, datz Dr. Carl die von ihm be
kommen die Tilgung der Anleihen wie SchatzaMveifungen usw. Die Gesamtschuldenlast des deutschen Balkes beläuft sich auf rund .
300 Milliarden.
Die Lösung der Steuerstage ist somit das wichtigste Problem der beuttoeu Wirtschaft, lieber die Frage, ob die rückständigen Steuern für 1920 niedergeschlagen werden sollen, wird die Entscheidung in diesen Tagen fallen. Eine Milderung der Steuer für die höheren Ein- konimenllassen kommt aber nicht in Frage. Eine starke direkte Steuerbelastung greift die Konsumkraft beS Volkes ö an, daß von indireften Steuern keine Rede mehr sein kiann Wir werden uns daher in kurzem aukz neue mit Steuerfragen beschäftigen müssen und ich hasst dann einen opferbereiten Reichstag zu finden.
Abg. Dr. Hertz (Unabh.) polemisiert gegen den Abg. Helsferich und die Rechte. Me Ansicht des Staats- ekretärs Schröder decke sich mit der Anschauung der besitzenden Klassen aller Länder. Der Abbau der Besitzstener ei ja das Ziel der Agitation der Rechten und erscheine auch anderen Parteien schon erstrebenswert. Eine Erhöhung der Zuckersteuer würde unsozial mitten.
Reichsfinanzminister Dr. Wirth: Ich kann den Vorwurf nicht einstecken, daß ich die Hand dazu geboten hätte, die Besitzsteuer abzubauen. Ich habe das Gegenteil getan. (Sehr richtig!) Wir sind im vergangenen Jahre doch vorwärts gekommen. Die Notopserveranlagung ist im ganzen Reiche im Gange. Der Minister gibt eine Dar- stetlung der Brüsseler Verhandlungen, um Staatssekretär Schröder gegen die Angriffe des Abg. Keil in Schutz zu nehmen.
Abg. Schultz-Bwmberg (Deutschnat.): Als der Fall Kerkhosf seinerzeit hier wegen der Uebergrisfe bei Staatsanwalts zur Sprache kam, waren alle Parteien in der Beurteilung dieser Uebergrisfe einig.
Damit schließt die allgemeine Besprechung. Es wird eine Reihe von Paragraphen angenommen. Zu § 4 (Finanzämter) begründet Abg. Giebel (Soz.) den Antrag seiner Partei wegen der Beamtenentlassungen. Daß überflüssige Beamte nicht Kostgänger des Reiches bleiben können, ist Har. Wenn durch unzeitgemäße Ent- taffungen Ueberstunden notwendig l verben, ist dem Reich damit nicht gedient, noch weniger, wenn Schüler oder weibliche Kräfte an die Stelle der Entlassenen gesetzt werden. '
Abg. Simon- Franken (Unabh.): Den Massenent- lassmigen muß ein Ende gemacht werden. Der Aufrechterhaltung der Abwirkkungsstellen stimmen wir zu. ' Der sozialdemokratische Antrag wich abgeleh<, soweit er sich gegen die Entlassung von Angestellten aus- spricht, der zweite Teil, der für die Entlassungen eine Reihenfolge nach sozialen Grundsätzen verlangt, toirb angenommen.
Der Rest des Haushalts des Finanzministeriums wird bann genehmigt. Ebenso der Haushalt des Reichsver- kebrsministeriums Abt. für Wasserstraßen.
Mittwoch 1 Uhr: Postgebührenordnung, Heinere Vorlagen der Post und Telegraphie, Entlastung der ®eridjte.
Marburg mm, dm 2. Mi (Lenzing)
arbeitete Denkschrift darüber, in welcher Weise Er- macheu sind, be-
„Dentschland auszupressen". — »Das Deutsche Reich anseinanderznreißen".
wb. London, 1. März. Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" schreibt, es entspreche keineswegs den Tatsachen, daß in Cheguer irgendwelche Beschlüsse gefaßt worden seien. Lloyd George habe mit Foch lediglich eine Unterredung über die Frage der Sanktionen gehabt. Lloyd George habe Fragen bezüglich der verschiedenen Vorschläge für eine etwaige Ausdehnung des augenblicklichen Okkupationsgebietes in den Rheinlanden gestellt. Frankfurt a. M., Stuttgart und München wurden in der Unterredung erwähnt. Lloyd George fragte, wieviel Truppen für eine Ausdehnung'des besetzten Gebietes notwendig seien, wie hoch sich die Kosten belaufen würden, und welche Wirkung auf die deutsche Bevölkerung davon zu e« warten sei. Es wurde auch die Frage eines besone deren fiskalischen Reimes im besetzten Rheinland
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Amtliches VerAndigungsdiatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (bas früher kurhesiischej Oberhessen
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Helsferich in Verteidigung und Angriff. — 300 Milliarden Schulden.
7 2. Sitzung vom 1. März.
i Nach Erledigung einiger Anfragen fuhr her Reichstag gut der Beratung des Haushalts des Finanzministe- raums fort. Zk dem Haushalt liegt ein sozialdemokratischer tzbitrag vor, daß auf Privatdienstverträge beschäftigte Unoesreckte nicht zu dem Zweck entlassen werden dürfen, jwr sie durch nichtbeamtete Arbeitskräfte zu ersetzen, daß ferner Entlassungen wegen Arbeitsmangel in tincr Reihenfolge vorgenommen werden, tvelche den gesetzlichen Verordnungen entsprechen.
■ Mz. Jbe i k (Soz.) verlangt Aufklärung darüber, daß dir für die Ausführung der Friedensverlragsbestimmun-- ueu in den Etat eingestellten Mittel höher seien als im Mi-densvettrag vorgesehen, lieber die Steuergesetzgebung der Entente müsse man sich ein klares Bild verschaffen. Itt 12 MiLardeu Mark würde» von den Schiebern |n urch Kästen versteckt gehalten. Schuld am JBZi'öergiug bar Steuer moral hätten die Rechtsparteien. Käbreub Erzberger selbst die Aushebung seiner Jmmnni- Hi beantragt habe, hätten die Dentschnationalen die Giir- fclfmig des Strafverfahrens gegen den Abgeordneten v. d. Kerkhoff durchgesetzt. Kerkhosf hätte dann sofort pne neue strafbare Handlung begangen und sich ein ge- ßätfchteS Liumrzeuguis besorgt. Der Redner fragt, wie |tri; des Reichsnotopfers gewisse Großkapitalisten '.lach
Krieg viel reicher geworden seien als bisher.
arum sich Herr Stiuncs immer noch weigere, seine Menererklärung abzugehen. Tic Listen der Kunden des Wnueberbailkhauses Grusser muß veröffentlicht werden. 8Eir Melangen auch Klarheit über den Fall Erzberger.
Abo Da-. Helsferich lDentschnatl.) gibt im Namen keiner FrakÄ« folgende Erklärung ab: Die deutschnatio- Neie Fraktion hat eingehend die Beschuldigungen gegen Wen Abg. v. d. Kerkhosf geprüft mit dem Ergebnis, ikv bie. gegen ihn erhobenen Vorwürfe nach den amtlichen Lrniittelauge» nicht erwiesen sind. Die Erklärung tven- Bet sich tefiier gegen die politische Ausschlachtung des kFa'le? KeMoff und spricht ans, daß die deutschnationale Krakt-o» sich bemühe, der gerichtlichen Klärung keine Hindernisse zu bereiten. Der Redner ergänzt die Erklä- Pmg dabm: Sämtliche Beschuldigungen sind nicht er- jviesen. Sten einem gefälschten Ehrenzeugnis des Finanz- Mus Vohwinkel könne keine Rede sein. (Unruhe bei den
Es ist anerkannt, daß der Abg. v.d. Kertzhoff jieties zur Atljklärung der Sache getan hat. (Lebhafter Mideriprnch bei den Soz.) Bei der Entwendung der Akten Knd die Kerkhoff entlastenden Akten mit varschwun- jkn. (Lachen bei den Soz.) Unter diesen Umständen ist 'es nicht zu billigen, wenn in ein schwebendes Verfahre» Mmegriffe» rrirß. Unsere Delegierten sind in London, ßväbrend Sie (zu den Soz.l hier so ein Schauspiel auf- ßShren. {Sreiüer Lärm bei den Soz. Ruf: In keinem
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Dartameuk brr Welt dürfte ein Helsferich so auftreten!)- jtzch bedauere, daß Abg. Keil einem unserer Vertreter in i&nibon so in den Rücken gefallen ist. (Ruf: Ihr Werk- ßeng!) 3»S ist eine Beleidigung des Staatssekretärs Schröder! Sie wollen jetzt schon die Schuld der indirekten Steuern als Agitativnswasfe benutzen, die durch ihre' iSibuld iiolweudig geworden sind. (Lärm bei den Soz.) Wir inerien Ihnen das vereiteln. (Beifall rechts,. Zischen 'links.)
Reichssiuauzmiuister Dr. Wirth: Ich habe mich wiederholt scharf nach rechts wenden müssen, befonbAS wenn bei nächtigen Steuervorlagen die Rechte mit der Dinßerste« Lenke gemeinsam die Opposition bildete. Alle j-trii- Fälle, Erzberger, Kerkhosf usw. werden eingehend Mtersucht werden. So dumm, wie mich -lewisse Korrc- feonbe nttu hinstellen, bin ich doch nicht. Leider schöpft Mch die „Tä-l. Rundschau" aus einer schmutzigen Quelle. Mm FaA Erzberger wird jetzt behauptet, ich hätte in nn- hnlässiger Weise in das Verfahren eingegriffen. Die feerreu mützeu mich doch für sehr dumm halten. Ich habe wich streng gehütet, in die schwebenden Angelegenheiten tinutgreife«. Je zurückhaltender ich bin, umso größer «Berben aber die Angriffe der Rechten. Die „Deutsche Tageszeitung" entblödet sich nicht zu schreiben: Fall «erkhoff oder Fall Wirth! (Hört, hört bei der Mehr- ■beit.) Auch der Abg. Helfferich ist nicht frei zu sprechen h»n der Schuld, diese Dinge erst in den politischen Streit tevorfeu zu haben. Das hat er besonders getan durch rine berüchtigte Münchener Rede. (Unruhe rechts.) Im Dfefchästssichuungsausschuß werde ich restlose Aufklärung Iber den Gegenwärtigen Stand der Angelegenheit Erzber- jer geb«. Es lag kein Anlaß vor, den Staatssekretär kchröder in so scharfer Form anzugreifen. Staats- kiretät Schröder war in Brüssel Sachverständiger, und als solcher mußte ihm ein gewisser Spielraum gelassen tuer- >n, seine Meinung frei zu äußern. Auch die Ansicht des abg. Keis, «lS ob unser Etat gewissermaßen frisiert sei, risst nicht zv. Die ganze Sachlage hat sich lediglich feit »m vorige« Jahre zu unseren Ungunsten »er» Hoben. Daß unter Haushalt tatsächlich so schlecht ist, »ie er «scheint, davon kann sich die Entente jederzeit iberzeuge«. Wir haben nur 15,3 Milliarden für die Bc- ctzungen tu den Etat eingestellt, obwohl namentlich die hrturafieÜhtngen weit darüber hinausgehen. Der Etat k 1921 wird im Reichsrat zur Zeit beraten. Im )rdinarirnu werden rund 44,3 Milliarden erforderlich »erden, die uns nötigen, die Steuer aus das äußerste nzustrensen. Hierzu kommen die außerordentlichen Aus- aben, hie bisher 28 Milliarden betragen und außerdem 0 Mlvrard.'i» für die Besetzungskosten erfordern. Hinzu