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1 »alkrusch Mristl. Gewerkschaft): Die Letze Lösung Wäre eine gemeinsame Beratung der Arbeiterschaft aller Bänber. Ich bitte die christliche Bevölkerung deS Aus­landes, nicht zuzulasfen, daß brutaler KavitaliSmus ein 60 Millionenvolk zu 42jä-riger Fronarbeit zwingt. Ich ersuche die Regierung dringend fest zu bleiben. |B?ir müssen alle fest zur Regierung stehe». Flau- mach er ei darf nicht aufkommen. kBeifall.)

Frau Kromer (HauSftcuenverband): Die deutschen Frauen sind einig in der Ablehnung der Pariser Forde­rungen. Die deutschen Frauen und Mütter lehnen sie ein­mütig ab. (Lebhafter Beifall) Hier gibt es nur einen Willen aller Männer und aller Frauen. Unser allen Wünsche begleiten den Minister nach London. (Anhalteu- der, lebhafter Beifall und Händelatschen.)

Präsident 6bter v. Braun verliest eine Erklärung der Vertreter deS gewerkschaftlichen Ringes deutscher Ar­beiter-, Angestellten- und Beamtenverbände, die mft Ent­rüstung die Pariser Forderung zurückweist. Der Gewerk- lchaftsring unterstütze die Regierung in dem Bestreben, eine gerechte Lösung der Wiedergutmachungssrage zu er­reichen, und wolle die Folgen einer Ablehnung der Gegen­vorschläge ertragen.

Danach nahm der ReichswirtschaftSrat einstimmig eine Entschließung unter tebhaftem Beifall an, die besagt: Die Vertreter der deutschen Wirtschaft, Unternehmer und Arbeiter, stehen aus dem Standrmnkt, daß die deutsche Regierung di- Vervslichtung der Wiederherstellung in loyaler Weise zu erfüllen suchen muß. Die Durchführung der Pariser Beschlüsse würde aber zur baldig«» Zer­störung deS deutschen Wirtschaftslebens ftibrru. Tine Steigerung der Ausfuhr ist nur durch Preisgabe wesent­licher sozialer Errungenschaften, vor allem aus dem Gebiet des Arbeitsschutzes und des Achtstundentages möglich. Der Reichswirtschaftsrat ist überzeugt, daß Deutschland durch dir Lahmlegung der unbedingt erforderlichen Ein­fuhr mit Riesenschritten der wetteren Verelendung zuge- führt werden würde wir seine östlichen Nachbar». Er hält «S deshalb für seine Pflicht, vor dem Sanbe und der Welt zu bezeugen, daß er die Pariser Beschlüsse für un­durchführbar hält und bittet die Regierung, in Erfüllung der WLederherstellungspflicht die äußersten Grenzen der Leistungsfähigkit Deutschlands einzuhalten. Sollte auf dieser Grundlage keine Einigung erzielt loerdeu, so bittet der Reichswirtschaftsrat in voller Erkenntnis drr Folgen, dringend und einmütig bei ihrer Ablehnung der gegner- rischen Vorschläge zu verharre».

Frrüag 11 Uhr: Steuervorlagen und Heranbildung wirtschaftlicher Kräfte. !

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tob. Berlin, 2t. Fedr. Die deutsche Beamten­schaft erNärte stch In einer vom Deutschen Beamten­bund etnberusenen öffeniitchen Versammlung bereit, un ihrem Teil mtkzuwirlen au der Reparation der durch den Weltkrieg deutscherseits verursachten Schä­den. Eine Reparation aber ldnue nur erfolgen unter freiwilliger Mitwirkung aller gewerkschaftlich organi­sierten Arbeitnebmer.

Berkin. 24. Fedr. In der .Deutschen «llg. Ztgte bezeichnet eine hervorragende Persünlichkeit des deut­schen Wirtschaftslebens es als ein Erfordernis der Stunde, daß sich angesichts der drohenden politischen Gefahren nicht manche politische Kreise zu unüberlegten Handlungen htnreißen rasten. Eine Wiederholung der Berhültniste. wie ste im März 1920 zuerst von rechts Und dann von ltnls herdeigeführt wurden, toitre sür den Bestand des Reiches verhängnisvoll. Bis zur Er­richtung der von der Mehrheit der Bevölkerung getra­genen Regierung in Preußen müsse jeder als Feind behandelt und gegebenenfalls unschädlich gemacht wer­den, der die Ruhe stört, mag er von links oder von rechts kommen.

Sie Lndnek »Miere«.

Die türkischen Forderungen.

tob. London, 25. Frbr. In der «estrigen Bor- mittagssttzung der Konferenz erklärt« Bekir Samt Bel, die türkischen Forderungen erstreckten stch auf zwei Puutter 1. territoriale Forderungen, 2. finanzielle und wirtschaftliche Ansprüche. Er verlangte u. a. für die europäische Türkei die Grenzen von ISIS, für «lein- afien eine Südgrenzc, di« im Einvernehmen der be- teUigten Parteien sestgelegt werd«« soll. Die Gebiete mit einer arabischen Mehrheit werden sreigegeben. Die Griechen müssen das Gebiet von Angora räumen, das an die Türket zurücksällt. SchtsfabrtSfretheit in de« Meerengen unter Anerkennung der türkischen Oberhoheit bei gleichzeifiger Schleifung der Driestt- gungen der Meerengen. Genügende See- und Land- ftreitkräfte zur Berietdtgung nach außen sowie zur Wahrung der Ordnung im Inner«, Zurückziehung der fremden Truppen aus der Türkei nach Ratifizierung des Vertrags. Ferner verlangt die Türkei vollständige wirtschaftliche und finanzielle Unabhängigkeft und Ab­schätzung der ^genseitigen Schäden und Enfichädtgun-

Rachdruck verboten.

Der Triumph des Levens.

Roman von Lola Stein.

40. Fortsetzung.

Iren- ober dachte an Frau MakgaS Sterben und an den Ausdruck von Spannung und Grauen, den sie in Walters gügeit gelesen, als sie in jener Nacht zu ihm ins Krankenzimmer gekommen war und den fk damals nicht verstanden. Den sie bann vergessen.

Aber bald nach Margas Beerdigung war ihr zur.-st eine Nervosität m Walters Wesen ausgefallen. Er kam seltener, er schien verändert, blaft unruhig. Weiter jagten ihre Gedanken, weiter. Die Reise kam! Und wie Walter Horst Volkmer in Berlin schon auSgewichen war, so auch in Binz. Er verlieh das Bad, als Horst gekommen war.

Seine Unriche, seine UnstStheit wuchs. Neulich der Nachmittag in seiner Wohnung! Der ,F!oskol- nitoto°l Und sein Erschrecken, als sie das Buch erblickte.

Und heute, heute, als er die Nachricht von dem tcbe je«S fremden Ehepaares erhielt, heute, da «r sich verraten hatte.

Sind eS Welle«

Sanfter Lüste? i

Sind e3 Wogen

Wonniger Düste? Wie sie schwellen. Mich Umtauschen, Soll ich atmen, Soll ich lauschen?

Soll ich schlürfen, Untertauchen?

Süß in Düsten

Mich verhauchen?

In dem wogenden Sdjivc.?'.

In dem tönenden Schc ', In des Weltatems > Wehrenbem All, Ertrinken.

Versink«, F

UnbetouBt, Höchste Lust!"

gen. Rach den Türken 'erschien NalSgrrspuko», der aufgefvrdert wurde, um 4 Uhr nachmittags eine Auf­stellung der griechischen Forderungen einzureiche».

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DeMtt SW;!U

Die Arbeitslose«- und Wohnungsfrage.

68. SitzungvomLs. Februar.

Zunächst versagt das Haus die Genchmigung zur Einleitung eines Strafverfahrens gegen den Abg. Hörsing (Soz.) wegen Beleidigung. Das Haus setzt bann die Beratungen be6 Haushalts des Reichs arbeitsministeriums fort: >

Abg. Leopold (Deutschnat.) hält die Schaffung von Arbeitsgelegenheiten für die wesentlichste Aus­gabe und bedauert, daß der Minister gestern um dieses Problem hermngegangen sei. Wenn di« Arbeitsleistung zurüagegangen sei, so liege dies auch an de: über­stürzten Einführung der achtstündigen Arbeitszeit. Der Rückgang der Kohlenförderung rede hier eine deutliche Sprache. Bei der Landwirtschaft sei ein ähnlicher Rückgang iu der Produktion zu verzeichnen, ebenso bei der Bautätigkeit. Was man seiner Zeit als eine segens­reiche Folge der achtstündigen Arbettszeit prieß, nämlich die Gewährung einer körperlichen Erholung und die Möglichkeit einer geistigen Weiterbildung der arbei­tenden Klasse, habe sich als undurchführbar erwiesen. Eine allmähliche aber starke Steigerung der Mieten wird nicht zu umgehen sein. Die Stetigkeit der Valuta wird sich aber erst erreichen lassen, wenn die Löhne und die GehAter wieder das Verhältnis zum Ver­brauch angenommen haben, wie vor dem Kriege. Die Liebesgaben für die Siedlungsgesellschaften begrüßen wir, sie müssen aber «och Wester ausgedehnt werden, wenn nicht die schon vielfach angeregte Bautätigkeit wieder einschlafen soll. Die Erhöhung der ArbritS- losensürsorge tonnen wir nicht billigen, denn wir wollen den Arbeiter wieder zur Arbeit erziehen. Deshalb sind wir für jebe Art der produktiven Er- werbslosenfürsorge. Arbeiter, di« alle Augenblicke ihre Stellungen wechseln, müssen in irgend einer Weise daran gesetzlich verhindert werden. Eine Erhöhung der Löhne, wie sie gestern der Minister angedeutet hat, ist für die Industrie einfach unmöglich. Die Schlichtungsordnnng muß so ausgestaltet werden, daß Vorfälle wie der Berliner und der Mansfelder wilde Elektrizitätsstreik einfach unmöglich sind. Leute, die einen solchen Streik mitmachen, müssen bestraft werden.

Abg. Andre (Ztr.): Die zwei Millionen Toten und die drei Millionen Kriegsbeschädigte sind der Grund des Rückganges unserer Arbeitsleistung. Dazu kommen die Gebirtsverluste im Osten und Westen und in de» Kolonien. Die Lohnfrage ist von größter Be­deutung. Leider sind die Grurüilagen für den Lohn­tarif noch nicht überall einwandfrei. Der Haupt­mangel liegt darin, daß die Qualitätsarbett nicht entsprechend gewürdigt und stets nur Durchschnitts­arbeit als maßgebend angesehen wird. Daß die Berg­arbeiter für ihren schtveren Beruf die beste Bezah­lung von allen Arbeitern verdienen, ist unsere lieber» zeugung. Wir hoffen daher, daß ein neues Abkommen zustande kommt, daS produftivfördernd wirft. Dir Zeit der reinkapitalistischen Wirtschaft ist vorbei. Auch wir finb für eine Wirtschaftsregelung, die dem Arbeiter gibt, was des Arbeiters ist. Die produttive Erwrrbs- losensürsorge muß anders ausgebaut werde«. Sie soll keine Prämie für Arbeitsunlust fein. Die Mittel, die bislang für Notstandsarbeiten aufgewendct wurden, sind doch nur rin Tropfen aus den heißen Stein. Hier muß unter Beteiligung der 23nber großzügig rin« gegriffen werden. Die Erwerbslosen müssen aus den Städte« fort und auf daS Land gebracht werden. Wollen sie das nicht, so muß die Unterstützung einfach aushören. Im übrigen stehen wir nach wie vor auf dem Boden der RrichsarbritslosenunterMtzung. Gegenüber dem Sorrebner stehen wir aus dem Stand­punkt, daß weite Bolkskreise einfach nicht imstande sind, echöhte Meten zu zahlen. Wenn es aber nicht gelingt, die private Bautätigkeit zu heben, werden zahlreiche Existenzen deS Mittelstandes untergehen. Ter Antrag Hergt auf Kapitals- und Gewinnbe­teiligung der Arbeiter ist recht unklar. Er sollte einem Ausschuß überwiesen werden. Jrirenfalls muß der Arbetter und Angestellte als Mitrräger der Produk- -««BsaKHeBeEsaesMaBemBeaHeeoBSÄHeeeemHe»

Der Vorhang senkte sich über Tristans und Isoldes Leichen.

Das Theater wurde hell. Ein Beisal ssturm durch- brauste das Haus.

Wolter Runge erhob sich schnell.Ihnen ist wohl", sagte er und Sehnsucht durchzitterte seine Stimme.

Aus der Straße verabschiedete Irene sich von Hel­mut und Käte. Walter nahm ihren Arm. Als er den Weg nach der Volkmerschen Wohnung einschiagen wollte, sagte Irene fest:

Ich will nicht nach Hause, Walter. Ich will mit zu dir. Ich totll allein fein mit dir. Denn ich habe mit dir zu sprechen."

5. Kapitel.

Run sollst du mir sagen, was dich auäld', sagte Irene, als sie Walter eine halbe Stunde später in seinem Sprechzimmer gegenüberstand.Endlich will ich Klarheit, Gewißheit! Denn es sind nicht brr Neroe i, Walter, die dir zu schassen machen. Es ist eine Schuld. Die dich drückt."

Er machte eine awwehrende Handbewegung. Aber sie sah cS, et war am Ende seiner Kraft. Und was ihr als furchtbare Ahnung am heutigen Wend durch Den Sinn geflogen war, das schien ihr jetzt fast Gewiß­heit zu sein, das schien sie in des Bruders bleichen und enistellteu Zügen zu lesen: das Bekenntnis einer Schuld, die er begangen.

Ec murmelte müde, halb abgewandt von ihr: ,L das, Irene, quäle mich nicht. Glaube mit, das Wissen ist kein Glück."

Sie atmete tief.Also du gibst zu, daß etwas in beinern Leben ist, das du mit verbirgst! 0 mein (Sott, was ist es, Walter, was ist es?"

Nun, da sie wußte, baß ihre furchtbare Ahnung sie nichl getrogen, verließ auch sie ihre mühsam be­hauptete Kraft. Denn bis zu diesem Augenblick hatte noch oie schwache Hoisnuiig in ihr gelebt, cs tonnten doch nur ote Nerven, cs könnte doch nur Krankheit sein, die Walter verändert! Nun aber hatte et ihr das Geständnis einet unbekannten Schuld gegeben.

tion betrachtet werden. Nicht bet Kommunismus des Gelbsacks soll unsere Wirtschaft beherrschen, sondern die christliche Liebe.

Abg. Dr. Moldenhauer (D. Bpt.): Unsere Auf- sassmig der Sozialpolitik ist die, daß aus dem Boden der heutigen Wirtschaft das Privateigentum seine Aus- s ö h n u n g der einzelnen Klassen versucht werden muß. In die Freiheit des Eigentums soll der Staat nur da eingreisen, wo es das Gemeinwohl erfordert. Diesem (Sebanlen entspricht die von Bismarck geschaffene soziale Gesetzgebung. 9?e6en der Fürsorge des Staates Knncn wir die private Fürsorge des einzelnen und her Kirche nicht entbehren. Der sozialdemokratischen Forderung auf Umgestaltung des Versicherungswesens tonnen wir nicht zustimmen. Bei der Reform des Arbritsnach- weises ist es nicht angängig, die Arbrttsvermittlung durch Zeitungsanzeigen einfach zu verbieten. Ver­ordnung des Demobilmachnngskommissars sollte mög­lichst bald aufgehoben iverden. Ne schadet mehr als sie nützt. Die Wohnungsnot kann nur überwunden werden, wenn wir auch auf diesem Gebiet zur freien Wirtschaft kommen. Die Tarifverträge tonnen dem sozialen Frieden nur dienen, wenn sie langfristiger abgeschlossen werden. Bor allem aber müssen sie beide Teile binden. Eine Lösung wird nur dadurch zu erreichen sein, daß die Gewerkschaften mit äußer­ster Strenge gegen jeden Tarisbruch Vorgehen und jede Unterstützung eines wilden Streiks vermeiden. Die Arbeitnehmer selbst müssen in ihrer Koalitions­freiheit gegen den Druck anders organisierter Arbeit­nehmer geschützt werden.

Wg. Simon-Franken (U. S.): Es ist zu wün­schen, daß wir aus der Zeit der Ankündigung der Gesetze endlich zu Tatsachen kommen. Die Not der kleinen Rentner schreit nach Abhilfe. Die Wohnungs­not muß schleunigst gelindert werden. Die Deutsch- nationalen bekämpfen jetzt den Achtstundentag, und der NeichswirtschaftSminister macht auch schon Andeulun- gen dieser Art. Diese Pläne sind umso ungcheuerlicher, .als eine Verlängerung der Arbeitszeit eine große Ver­mehrung der jetzt schon so gewaltigen Arbeitslosen- zahl bringen müßte. Die organisierten Acheitnehmer aller Richtungen mit Ausnahme der Gelben wollen sich den Achtstundentag nicht mehr nehmen lassen. Die produktive Erwerbelosenfürsorge kann besser aus­gebaut werden. Aber es muß darüber gewacht werden, daß sie nicht zur Liebesgabe für die Unternehmer wird. Die Rot der Arbeitslosen ist jb groß, daß die Unterstühnngssätzc erhöht werden müssen. Wir ver­langen, daß dem Arbeiter und Angestellten das Recht auf Urlaub unter Fortzahlung, der Entlohnung ge­währt wird. Meine Fraktion lehnt das Mietsteuer­gesetz ab, well es die minderbemittelte Bevölkerung verhältnismäßig stärker belastet als die übrige. Wir sehen die Lösung der Wohnungsfrage nur in bei Sozialisierung.

Abg. Schirmer (Bahr. Bpt.): Das größte Prob­lem der Gegenwart ist die Beschaffung von Arbeits­gelegenheit für die Arbeitslosen und von Wohnungen für die Wohnungslosen. Deshalb ist die Ausdehnung der Erwerl'slosenfürsorge eine Kardinalftage. Land­wirte, die einen Teil ihres Gebietes unbeackert liegen lassen, müssen genötigt werden, dies zu unterlassen. Neben den Arbeitern sind auch viele Gewerbetreibende in Arbeitslosigkeit geraten.

Das Haus vertagte bann bie SBriterCfrainng ans morgen nachmittag 1 Uhr.

Aus dem besetzten Gebiet.

Wiesbaben, 24. Fcbr. Die Wohnungsrequi- sitione« her Franzosen gehen ins Ungeheure. So haben sie wieberum gefordert, daß ihnen innerhalb 3 Tagen 50 Wohnungen bereitgestellt werden, banintcr einige 78 Zimmerwohimngen.

Mainz, 24. Febr. Die interalliierte Rhein landkommission hat die Ernennung des Herrn Til- lensen zum deutschen Postkontrolleur die Bestätigung verweigert, well er als ehemaliger Offizier der Stchcr- hellspolizei angeblich leine genügende Garantie für bie Näherung der Brsa^mgstruppen biete. Die initr alliierte Kommission hat die Vorführung von Filmer­in zwei Sprachen ongeorbnrt, um den Besatz« ngs-

Ireue sank iu einen Sessel. In ihrem !)eilen, festlichen Kleid saß sie vor dem Bruder. Und indes große Träne« ans ihren Augen tropften und ih't Gesicht benetzten, fragten chre bebenden Lippen:Was ist es, Walter, was ist es?"

Er antwortete nicht. Da murmelte sie: ,,'Brii: fassungsloses Entsetzen am heutigen Abend, als du non dem Tod jener beiden Menschen hörtest, bat b:A verraten' Sie hatten den Mut zur 5i.it, aber nicht den 9*?ut, unter der Last ihrer Schuld weiterzuleben! Sa ungksähc sa ftest du! Walter, dir gehl es ähn­lich! Auch du fandest den Mut zu irgend «nec Tat, die ungeschehen hatte bleiben müssen, und auch du findest jetzt nicht die Kraft, bie Folgen beintr Hand- lungswrift ruhig zu tragen!

Waller, ick bcschivörc dich, ich flehe dich an: laß mich klar sehen! Was hast du getan? Haft du eine Schuld &uf dich geladen? Hast du ein Brickrcchcn begangen?1'

Da lür, er wieder vor ihr auf den Knien, und indem ec den Kops in ihren Schoß wühlte, flüsterte er:

Ich tat es für dich!"

Sie schrie auf.Für mich! Mich, mich willst du mit hineinzichen in deine Tat, in deine Nhulü^ Ja unfaßbarem Grauen sah-m ihre großen Ängm ihn an.

Er murmelte:Ich sah drin Leiden, deinen Jam­mer, ich sah, wie du dich vrrzrhrlest in hoffnungs­loser Liede, die ewig Entsagung bleiben sollte! Ich wollte nicht, daß du deine Jugend, deine Schönh it, dich selbst opfertest! Und wofür, Irene, wofür?- Für eine Kranke, eine Freudlose, Glücklose, bie sich und anderen zur Qual dahinsiechte! Die niemals wieder Freude haben tribbe, niemals wieder Glück geben konnte im Leben! Derrn Existenz keine Berechtigung mehr hatte in meinen Lugen.

Irene, ich wollte drin Glückt

Und darum darum!... Rein, ich kann es noch immer nicht glauben! D«, Wolter, du, mein Bruder, mein Kamerad, du könnte' ?a; Entsetzliche getan hoben?"

truppen die Teilnahme an den -KtiwveranffaliunKetz zu ermöglichen.

Schufte!

Unter dieser Ueberfdnift entnimmt bteMünchen. Augsb. Abdzto." derSSabrBett eine Erzählung, nach der in einem V-Zttg int Rheingediet ein deuischgesinn- ter Oberingenieur mit einem ihm gegenüber-sitzenden Paar in einen heftigen Streit geraten fei. Der Ehe­mann habe erklärt, er fei Deutscher und reife nur um­her, um Waffen aufiufpilrcn «nd wo er merke, daß zu­viel Sipo »der Reichswehr vorhanden fei. gebe er so- fort der franzöfischen Behörde Kenntnis. Er habe 46 Gefchütze aus Bayern durch die Entente- kommifsion heranshoken lassen, ebenso 40 Maschinen- gewchre. Er arbeite mit über 30 Agenten. Er beerbe sich jetzt nach Braunschweig und dein Harz, da dort noch vieles vorbanden sei. Der Ingenieur habe ibn daraufhin als kompletter Staats verrSterbezeich. nel, lvorauf die Begleiterin erNärt habe, sie habe sich in Wort und Schrift dafür eingesetzt, dost Frankreich und England das Rheinland nicht mehr räu­men sollten. In Bingerbrück Uetz der Agenl den deut- schen Jngeniettr von zwei französischen Sol- baten aus dem Zuge heraus verhaften Er fei dis jetzt noch nicht freigelassen worden.

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9n Wh MmÄMWtz.

Cassel, 25. Febr. Der gestrige achte Berhaud- luugstag im Casseler Lommumstenprozeß bringt di« Durchsicht der Bücher und Aufzeichniuigen des Ange- llagten Kliukmüller. Es wird festgesreilt, daß der Angeklagte Leiter der M. O. L. gewesen ist. Was die Düsseldorfer Äeiselliste anbelangt, so bestreitet er, diese Liste anfgestellt zu haben; feiner Intelligenz dürft solcher Blödsinn nicht zugetraut werden. Die Kom­munisten, sagte er, bekämpfen ein System und nicht Personen. Im weiteren Verlaufe gibt der Angeklagte an, daß feine Tättgkeit als Letter X.-S Nachrichten­dienstes darin beständen habe, die Organisationen von rechts aufzudecken. Sein Material habe er dann in der linksradikalen Presse veröffentlicht. Slaatsaulvalj Dr. Meyer beklagte sich darüber, daß man die Presst niemals fassen könne und erhebt den Vorwurf, wie leichtsinnig mft "unertoiefenem Material in der Presst operiert wird. Verteidiger Dr. Seckel erinnert nn die einzige Bedrohung der Rechtssicherheit des Reiches seit 1919. Tas sei der Kapp-Putsch geloefen. Tie Vernehmnngdes Angeklagten Kliukmüller, der in einer Liste als Regimentsführer bezeichnet wird, während er sriftst an gibt, es im Kriege nicht einmal zum Ge­freiten gebracht zn haben, wird dann durch bie Ver­nehmung des Angeklagten Küster abgelöst, tibaen diesen liegt «w wenig Material vor. Das Gericht beschließt von selbst die Haftentlassung dieses Ange- llagten. Der Vorsitzende spricht die Hoffnung ans, daß der Prozeß Mitte nächster Woche z» Ende gehen werde. Die Verhandlung will) dann auf heitie ,or mittag vertagt.

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Der Massenmord am Essener Wafferturm.

In Fortsetzung der Zeugenvernehmung etiiumit stch einer der torigflebliebciten Wasserm rmve rundigei noch nachträglich daran, dasi Assessor F » rftman » fchon gegen 3 Uhr nachmittags den Perfuch gemach: habe, sich vom Wagerutrmfcnfter aus mit beit Rsigar- btften wegen der Utbtrgabc zu verständtgeu. Dl' Rufe:@S. gibt keinen Pardon!" sollen diese y» niditt gemacht baten. Ter Zeuge schilderte, tote et nach bereits eingestelltem Feuer der Betteittger beim Her- aufgeben auf den linken Turm aus ritte Handgranate gestoßen sei. vor deren Explosion er sich gerade noch te Sicherheit bringen konnte. Vermutlich sei dteie Hand­granate von Rotgardisten durch bas Fenster geichlew den worden, was in den Reihen ihrer eigenen Leut« dann den Eindruck erweckt haben tiinnu. daß au» den» Wafferturm heraus noch geschossen werde. Es kommff noch eine"andcrc Handgranate hinzu, die der Zeug' ganz befttnnnt kn dem Augenblick zu sehen stch noch ee tunert, als er schon von Dolchstiche« und Kolbenictiiä, gen verwundet am Boden lag, mit dem Gestatt dem Wassertttrm zugelehrt. Reben ihm hab« noch Wacht- meister Rother aus Ohren und Rate h tutend be- flnnungsloS dagekegert. Tiefe Handgranate sei von unten gegen den Wasserturm geworfen wordeu. wieder aus den Boden gefallen und dann erplodteri. Er habe noch gehört, tote gerufen wurde: .Sie fdimeitien noch mit Handgranaten. Schlagt sie alle tote

T omdrock. der als Spitzel eutlarvle Sonumt» nistenführer, tft verhaftet worden. We Swatsan- waltfchaft in Dortmund hatte Tombrock schon länger«

Ist ti denn enifetztich, Irene? Ist tjr, die sich fo lange quälen mußte, jetzt nicht wohl11 Hai ft: msf» Ruhr und Frieden? find euch hol* itf doch zum Glücke v.rholsenl"

Uns zum Glücket Ne schrie es Herrn-.O Walter, Walter, wie vermagst bu das zu sagru! Wäre es fv, «ne btt meinst, wäre deine Ätzuf) nicht groß und ur-gkheuerlich, bann hättest bu jetzt doch 5i.be! Staate dessen verzehrst dn dich in e'nen heimlichen Feuer der Reue!" ;

Richt der 5tcue! Rc-n, Irene, das ist c° nicht! Ich habe meine Tat nicht bereut. Roch immer Halle ich sie sür richtig! Und ich bin mir selbst zum Rätsel zcworsen. Ich.weiß nicht, was mich s-r tilgte los macht! Richt die Rene ist es, es s'lus Macgas halbveischlossene Augen, bte ich nichl vergesse.: kann, die mir nachts ben Schlaf rauben. Und stets, wenn ich Horst sihe, steht Margas Schatten neben ihm, stets sehe ich f« an fetirer Sette! Das ist gejue.t« haft! Ich kann sie nicht vergessen!^

Wckkter, was hatte sie dir getan T*

St: quälte dich und Horst! Ne iuar uns allen im Wege! Nch selbst auch. Was tat ich ihr 'm? Ich erlöste ste von ihren Leiden."

Und vorher quältcst bu sie!*

Cie hat sich ja gar nicht gequält."

War es Morphium, Walter?"

(F-rls-tzn 3 i -it)

Kunst und Wissenschaft.

Der 20. deutsche Eeographetttag findet In Leipzig vom 17. bis 19. Mai 1921 statt.

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