Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
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Anzeiger für (das früher kurhessische) OLerhessen
C - Die »Oberheffisch« Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatliich
4LSMk„ durch di« Post 4.65 Mk. Ausgabe B mit «Oberh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr.
Wf Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. — ** * Verlag von Dr. E. Hitzeroth.—Druck der Univ.-Buchdruckerei von Joh.Aug. Noch, f Markt 21/23 — Fernsprecher 55, — Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
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wachung des Parlaments bewaffnete Posten gestellt.
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Anklage gegen den KommnnistenfShrer Vater.
wb. Magdeburg, 15. Febr. Auf Grund der Verfügung des Reichsxräsidenten vm» 80. Mat 1920,
Griechenland.
Benizelos gegen König Konstantin.
Wb. Paris, 15. Febr. Wie der „Temvs" mitteilt, erklärte Venizelos einem Freimd? des Blattes, zwischen ihm und König Konstantin bestehe ein so großer Abgrund, daß er mental» ' überbrückt werden könne; eine Welt trenne sie beide. König Konstantin sei durch einen Unfall in die griechische Poltiik zuruck- geführt worden. Tie Volksmeinung we^de ihn eines Tages ebenso plötzlich davonjagen, wie sie ihn zurück- gerufen Habe. König Konstantin bleibd ein Zwiscb.'u teil in der Geschichte Griechenlands. J-g ndcine Z.<- sammenarbeit mit König Konstantin sei für heule, für morgen und für immer eine Unmöglichkeit.
fe Formulierung der deutschen Gegenvorschläge.
| Berlin, 16. Febr. Wie die „Voss. Ztg.« er- z «fährt, wird der engere Eachverständigenausschutz, der zur Formulierung der in London zu uyterbrei- -lenden deutschen Gegenvorschläge eingesetzt wurde, tu einer zweiten Sitzung am Freitag zusarnmen- J treten. Die verschiedenen Sachverständigen haben sich in der Zwischenzeit mit einer eingehenden Prüfung der Unterlagen befaßt, die einen vorläufigen Weberblick über die deutsche Produktionsbilanz er-
Die neuen PersonenLarife. Inkrafttreten am 1. Juni.
Wb. Berlin, 15. Febr. Heute morgen trrt unter dem Borsitz bei Staatssekretärs Siirlcr der S-ichver- ständigeitbeirat des ReichsverlchrsministcriumS zusammen, um zu dem vom Mnrsterium unb jber ständigen Tariskommisston ansgcarbeilelen Vorschlägen für die Erhöhung der Gütertarife sein Gutachten ab- zugeben. In seiner Eröffnungsrede machte der Staats- slkietär auch Mtttetlungen über die beabsichtigte Erhöhung der Personentarife. Die neuen Fahrpreis« sollen sich ans Einheitssätzen ausbauen, die befragen *h>?tben: für die 4. Klass« 13, die 3. Klasse 19,5, die zweite 32,5 und die erste Klass« 58,5 Pfennig je Kilometer. Gegenüber den gricdenssahrpreisen bedeuten die Sätze eine S t«ig e r u ng von 550 Prozent für die 4. und 8. Klasse, von 622 Prozent für die 2. und 735 Prozent sur die 1. Klasse. Demnach würde beispielsweise eine Reis« von Berlin nach Hamburg künftig kost« 88 Mark statt bisher 24,4 Mk. in der vierten, 57 (42,4) Mark in der dritten, 95 (70) Mk. in de« zweit« und 170 (156,6) Mark in der ersten Klqge. ßtii tot Streck« Verlia—Frarckbrü a. L
lagt: Unsere Beziehungen zu den ausländischen Mächten fahren fort, einen freundschaftlichen Charakter zu haben. In kurzer Zeit wird in London eine Konferenz stattfinden. Unsere Verbündeten aus dem letzten Kriege, die Vertreter Deutschlands und der Türkei werden daran teilnehmen. Ich hoffe -xufrWia Mfc an? d'"'" Meise neue Fortschritte in der Ausführung des Friedensvertrages unb in der Wiederherstellung der Eintracht in Europa und im nahen Orient erzielt werden. Ich hoffe, daß die Verhandlungen zur Wiederaufnabme der Handelsbeziehungen zu Rußland einen befriedigenden Abschluß finden werden. Die Lage in Irland fährt fort, für mich ein Anlaß der Betrübnis zu sein. Ein im Irrtum befindlicher Teil des irländischen Volkes fährt fort, gewaltsame Methoden anzuwenden, um eine unabhängige Republik herzustellen. Die Thronrede kündigt sodann an, daß dem Parlament ein neues Projekt unterbreitet werden wird, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und um die Interessen der Industrie zu wahren. Schließlich verheißt die Thronrede Maßnahmen im Innern sowie die baldige Wiederherstellung der Freiheit des Kohlenhandels.
Besondere Vorsichtsmaßregeln.
wb. London, 15. Febr. „Evening News" melden, daß, insbesondere im Hinblick auf die Ereignisse tn Lkmeafhire, wv Brandstiftungen tm großen Maßstabe stattfinden, sorgfältige Vorfichtsipaß- nahmen ergriffen werden, um bei der Eröffnung des Parlaments durch den König jeden Anschlag zu verhindern. An manchen Stellen werden zur Be-
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wb. Paris, 15. Febr. Der Senatsausschuß für auswärtige Angelegenheiten hat anstelle der Senator- d« Feldes den ehemaligen Präsidenten der Republik Poincare zu seinem Vorsitzenden gewählt. Potn-
Der Massenmord am Essener Wasserturm.
In der Beweisaufnahme erklärte Versicherungsdirektor H o b e r g, der von seiner dem Wasserturm gegenüberliegenden Wohnung die Kämpfe und Ereignisse dauernd verfolgt hat, über die Vorgänge nach Hissung der weißen Fahne durch die Turmbesatzung: Als die Tür geöffnet war, kam der Kommandant heraus. Man empfing ihn zu- nächst ohne Roheitsakte. Dann kam Leutnant Pott- hoff hinterdrein, der augenscheinlich den Turmkom» Mandanten zurückziehen wollte. Zn diesem Augenblick traten 2 Rotgardisten auf sie zu. Ich glaube beobachtet zu haben, wie einer dem Kommandanten das Gewehr auf die Brust setzte. Der Kommandant erhielt schwere Schläge auf den Kopf, fiel rückwärts eine Treppenstufe hinauf. Unmittelbar darauf zog Leutnant Potthoff seinen Rock aus hielt die Arme hoch. In demselben Augenblick fiel ein Schutz, der den Kommandanten niederstreckte. Er stürzte die Treppe hinab. Leutnant Potthoff suchte nunmehr die Flucht zu ergreifen. Er rannte zum Gittertor und erreichte die Straße. Inzwischen kamen die Grünen aus dem Tor heraus. Einer nach dem anderen trat ins Freie. Die umstehenden Rotgardisten machten ihnen Platz zum Durchgehen, gewiffermatzen als wenn sie Spalier bildeten. Und als sie die Treppenstufen hinabschritten, sau st en die Gewehrkolben aufsie, nieder. Die Opfer wurden hinterrücks von den Treppenstufen hinabgestoßen und dann nieberg:«’ schlagen. Es wäre ein grauenhaftes Bild, wie ich es in meinem Leben noch nicht gesehen habe. Ein Verwundeter lag auf der Straße gegenüber dem Konsumverein. Er blieb liegen, bis einige Zeit spater ein Mann vorbeikam. Als dieser merkte, daß er nicht jät DUI, beugte er sich Über den Per« wundeten, legte das Ohr auf die links Brustfeiie des Verwundeten, um festzustellen, ob das Herz noch arbeite. Dann setzte er dem Verwundeten ben Gewehrlauf auf die Brust unb erschoß ihn. An einer anbeten Stelle vor dem Wasserturm sah ich einen grünen Beamten daherlaufen, der sich offenbar durch die Flucht zu retten suchte. Ein Mann, der einen Degen in der Hand hielt, bedeutete einem anderen, ben Grünen niederzuschlagen. Der Mann erhob barauf ben Gewehrkolben unb schlug iha n i e b e t.
Der Zeuge Assessor Forstmann war im Wasserturm Führer bei Einwohnerwehr. Er bekundet! Der Angriff setzte langsam von 9 Uhr vormittag» ab ein. Im Wafferturm waren 3 Maschinengewehre aufgestellt. Zwischen 9 unb 10 Uhr beschlossen wir, die Wachen einzuziehen, denn wir rechneten mit einem Angriff der Rotgardisten unb wollten Blutvergießen nach Möglichkeit vermeiden-. Zn der Hauptsache haben wir Eewehrfeuer abgegeben. Eine gute Stunde vor der Uebergabe wurde Leutnant Weißenstein schwer verwundet. In der Folgezeit haben wir immer wieder den Versuch inter- nommen, telephonische Verbindung zu bekommen. Aber sie war fortan abgeschnitten. Als dann ein: Feuerpause eintrat, mochte ich die Wahrne^nuug, daß in der Stadt alles ruhig geworden. Nirgends (lölte ich mehr Feuer. Nunmehr gewann ich die Ge- witzheitz^dsß die Stabt in ben Händen der Noigar- disten war unb baß wir bie einzigen waren, die wch kämpften. Durchhalten konnten wir nicht, zumal bie Munition zu Ende ging. Wir wurden uns darüber klar, baß es für uns nur zwei Möglichkeiten gab, entroeber burchzubrechen, was unmöglich schien, ober zu oerhanbeln. Hierauf traten Leutnant Potthoff unb ich mit einem weißen Tuch an das geöffnete Fenster. In demselben Augenblick erscholl ein Freu- dengeschrei. Alles strömte zusammen. Potthoff und ich sagten uns: Das scheint ein böses Ende zu nehmen. Als ich in bie geöffnete Tür trat, erhielt ich bie ersten Schläge. In bem Dämmerzustand, in bet» ich mich befand hörte ich noch, wie gesagt würbe: „Schlagt ben Hund doch tot." Man zog mir die Schuhe aus unb revidierte alle Taschen. Einer der Rotgardisten sagte: „Laßt ihn nur, bet ist schon tot." Bevor ich bas weiße Tuch hißte, habe ich im ganzen Turm die Anweisung gegeben, bas Feuer sofort einzustellen.
lie emlitoe Mmde.
Lonbon, 15. Febr. Der König unb bie Königin haben heute bie Patlamentssession irt Rahnen bet vor dem Kriege üblichen Zeremonien er
Berkauf deutscher Dampfer.
wb. L o n d o n, 15. Febr. Die „Times" meldet, daß eine Liste von 89 vormals feindlichen Schiffen veröffentlicht wurde, die zum Kauf angeboten werden. Unter 74 Schiffen, die nur für britische Untertanen bestimmt sind, befinden sich die deutschen Paffagierdampfer „Bremen" unb „Kaiserin Augusta Viktoria" unb btei neue Dampfer „Tirpitz", „Wo- bai“ unb „München". Das letztere Schiff von 18 000 Tonnen nähert sich in Deutschland seiner Fertigstellung.
Bayern und die Entwaffnungsfrage.
wb. Berlin, 15. Febr. Das Reichskabinett beschäftigte sich heute mit der Antwort der bayerischen Regierung in der Entwaffnungsfrage. Danach erkennt Bayern an, daß bie Verantwortung unb Zustänbigkeit in bieser Frage beim Reiche liegt, unb baß es Sache der Reichsregieriing ist, nach Maßgabe bet Gesetze bas Erforderliche zu veranlassen.
Die Knechtung Deutschlands.
Berlin, 16. Febr. Wie bie „Kreuzztg." aus Stettin erfährt, setzt bie Kontrollkommission die Untersuchung deutscher Schiffe nach Waffen fort In Hamburg habe bei englische Veitieter gebioht, baß beutsche Dampfer im Falle bes Auslaufens ohne Ententegenehmigung vom ersten besten britischen Kreuzer auf See aufgebracht werben würben. Auch auf neutrale Dampfer erstrecke sich bie Durchsuchung. Das Blatt bemerkt dazu, es werde immer klarer, baß diese Ententematznahmen den Zweck haben, den deutschen Seehandel zu schädigen unb nieberzuhalten.
Gttesemann übet bie Lage.
Berlin, 15. Febr. In Bremen sprach Di. Slrese- mann über die politische Lage. Er sagte: Die Forderungen gehen von der französischen Regierung aus, die Forderung der Ausfuhrabgabe ist in London geboren. Die Weltwirtschaftskrise, die der Krieg mit sich brachte, ist ohne Deutschlands freiwillige Mitarbeit nicht zu lösen. Die Franzosen verfolgen die Fortsetzung der Politik Napoleons, indem sie Preusten von Deutschland trennen wollen. England verfolgt die vollständige Vernichtung der deutschen Wirtschaft, das zeigt die von England ausgegangene Belastung der Ausfuhr mit einer zwölsprozeniigen Abgabe. Amerika wird sich den Milliardensorderungen schwerlich widersetzen,' jedoch ist es an der Ausfuhrabgabe dermafien interessiert, daß in dieser Richtung eine wirtschaftliche Hoffnung besteht. Was die Londoner Verhandlungen betrifft, so ist eine grosse Einheitsfront nötig, um das Nein der Regierung auf der ganzen Front zu unterstützen.
betrag?n die neuen Fahrpreise 71 (49) vierter, 106 (78) Mk. dritter, 176 (129,6) Mark zweiter und 310 (891,6) erster Klasse. Tie Schnellzugszuschläge werden unter Betbchaltung des bisherigen DrrizonensystemS '(bis 75, bis 150 (umb über 150 Kilometer) erhöht auf 8 Mk., 16 Mk. unb 24 Mk. in der ersten und zweiten, aus 4, 8 und 12 Mk. in der dritten Klasse. Die neue« Fahrpreise sollen am 1. Juni in Kraft treten,
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Die WtstMle ini die Meie les MnmMers.
j Weitere französische und englisch« Presiestimmen.
/ wb. Paris, 15. Febr. Zur Stuttgarter Rede ton Dr. Simons meint das „Petit Journal", bie ^Stuttgarter Rede sei eine Bekräftigung ber Reichs* igs- erllärung. Bon einer Festsetzung des En haken?, von einer Pauschalsumme, von festen ober abänberitngs- fähigen Johrvszahlungen sei keine Rede. Nichts von sdllcdem paßt den Deutschen. Was wollen sie dann in Lonbon? Zwar weigern sie sich nicht vornherein, bie .Besprechungen fortzusetzen. Dr. Simons gesteht es Mil entzückeilder Unschu'd, er fürchte bie Zwangsmaßnahmen. Die Deutschen haben nur einen Grund, nach London zu gehen: um Zeit zu getonnten. Tas Blatt .hofft, daß die Berbündeten, da Dr. Siwotts noch nicht feine Absicht kundgegebcn habe, die nächsten Wochen Dazu benütz-« würden, sich im voraus über «in kur»- fttischlosstnes Vorgehen einig zu werden, um, „falls die deutsche Dickfelligkeit genügend festgstellt ist, zu jden lewußtti: Zwangsmaßnahmen zu greifen, bb bas Berliner Kabinett so sehr fürchtet." — Der Mainzer Berichterstatter des „Echo de Paris" schreibt, Dr. Simons habe in seiner Stuttgarter Rede keine Zahlen ‘(genannt, aber in privaten Unterredungen habe er sich dahin ausgesprochen, daß, so viel man verstehen ifcmnte, die beutsche Ziffer etwa 60 bis 90 Mil- fiarden Goldmark ausmachen wützde, die in 30 fahren zu zahlen sei-
! wb. London, 15. Febr. „Pall Mall 1>azette tznd ®(o&e” schreibt: Dr. Simons habe eine schwierige Ausgabe bei Bchandlnng ber deutschen öffentlichen. Meinung, und nur durch bie-gröö’e Festigkeit ber .Verbündeten werde bet Vernunft in Deutschland zum Biege vecholsesi werden. — Der „Star" schreibt, b-e Nigierung Lloyd Georges stehe vor ihr-w gff-ährltbsi.-n Dession. Ihre Schuldscheine se'en alle überfällig, ihe Gläubiger drängte» und ihr Kredit falle. Llay^ Georg? sage, Deutschland müsse bezahl:», jedoch nicht b billigen Waren. Sir Robert Horne habe vcr'uchd diese Schwierigkelten dadurch zu umgehen, das; er vor- fchluq, Deutschland müsse in Rohstoffen bezahlen :®eutfd’(anb habe jedoch ancrkanntermasten selbst Nünq-el an Robffvsicn. Doster fiab? Sir SRniy-t C'm-H- ^ocgcjchlogell, uäy Deutschland Rohstoffe von bei iReutrafcii für seine fertigen Ware beziehen solle. Ties tntfmte jedoch bie Schwierigkeit nur um einen Schritt, 's itenn die Fertigwaren würden von den anderen Län- dein, denen Deutschland sie verkaufe, nach Tnglr-id kommen. Wenn der Illprozentige Ausfuhrzoll be’aHf iretben sollte, so würde den größten Teil davon die Käufer, d. h. England bezahlen, ob diese Waren nun direkt ans Deutschland kämen oder durch die Sch weitz Holland oder Skandinavien. England werde den 12» Prozentigen Ausfuhrzoll unb damit einen Teil der deutschen Entschädigung bezahlen. Um das Must voll ju machen, wolle bie Regierung noch einen Äcsttz-
. kntwurf einbnngen, demzufolge deutsche Waren, wenn sie zu billig seren, vollkommen ausgeschlossen jfcöben sollten,
. Im „Daily Telegraph" schrccht ein diplomatischer Mitarbeiter, von britischer Stelle sei die Rede Simons' .els durchaus „sti nneshaft" bezeichnet Wochen Daß skimons die Pariser Summen phautast'sche Ziffern Rannte, sei nicht unerwartet gekommen. S'.mons Wusse sich jedoch vergegenwärtigen, dast die Verbündeten darin einig seien, jebe weitere Herabsetzung ber deutschen ZleparalionSsumme zu verhindern. Das An- trbicten, in Arbeit zu zahlen, sei nichts ander:- als Etinxel’ Angebot in Spaa in verändertem Ges rag, desgleichen die Anspielung auf die Notweirdigkeit internationaler Kredite. Eine neue Note in ber Siede Simons' sei der Borschlag, daß der H mptteil der beutscheu Ausfuhr zukünftig nach den SCiätRcn Osteuropas gerichtet fein müsse. Simons habe auch zu Perstehen gegeben, daß er bie oberschlesische Krage in Loudon aufrollen werde. — Der Berliner Berichterstatter der „Morning Pofff' meldet dem Platte, die deutschen Minister unternähmen im Hin» dlickl 'osuf die bevorstehende Londoner Reparations- s Konferenz zu Propagandazwecken -olilischc Rciser in ! den Provinzen. Die deutschen Delegierten würden daher sicher nach London kommen mit dem $oU- iHcwichtdes Landes hinter sich
Räte-Rutzland.
Der Mangel an Nahrungsmitteln «nd Heizmaterial.
wb. Moskau, 13. Febr. Der Rat der Volks- kommiffare erachtet es für notwendig, alle Arten von besonderen Verpflegungsrattonen einzufchrän- ken und entschiedene Matznahmen zur Unterbindung der Ausgabe der Rationen zu treffen. Er beschloß mit der Zentralkommission für die Versorgung der Arbeiter bet dem Volkskommissariat für Versorgungs- Wesen eine dreitägige Frist, um eine Norm mit Ver- Pslegungsrationen festzusetzen. Diese Rationen dürfen die Norm der Arbetterversorgung nicht übersteigen. Die vom Rat der Volkskommiffare, dem Rat für Arbeit und Verteidigung unb'ber Zentralkommission für die Versorgung der Arbeiter beim Volkskommissariat für Versorgungswesen festgesetzten erhöhten Normen der Verpflegungsrationen für die Angestellten einzelner Behörden unb Unternehmungen sollen geändert werden.
wb. Moskau, 13. Febr. Der Mangel an Heizmaterial wird immer grötzer. Auf einer ganzen Reihe Bahnstrecken in der Ukraine ist ber Verkehr eingestellt. In Petersburg, wo bie Jnbusttte seit dem vorigen Herbst sich merklich zu beleben anfing, werden jetzt aus Mangel an Heizmaterial die wichtigsten Werke geschlossen. Im Zentrum herrscht auch ein großer Nahrungsmittel,nangel. Der Mangel an Heizmaterial macht es unmöglich, die für das Donezgebiet bcreitgestellten 1000 Waggons Nahrungsmittel fortzuschassen.
Finnisch-russischer Zwischenfall.
wb. Helsingfors, 15. Febr. Am 19. 12. wurde ein finnischer Staatsangehöriger von einem Haufen Volschewikisoldaten beim Dorf Tonteri auf der finnischen Seite der russisc-sinnischen Grenze erschossen. Die zuständigen örtlichen russischen Behörden weigerten sich, die finnischerseits verlangte örtliche Untersuchung vorzunehmen. Jnsolgedesse» beauftragte das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten tn Helsingfors den zeitweiligen diplomatischen Vertreter Finnlands in Moskau, Genugtuung für das Geschehene zu fordern.
Berlin das Zentrum der kommunistischen Propaganda.
Berlin, 15. Febr. lieber durchgreifende Veränderungen tn der sowjetrussischen Vertretung in Berlin wird mttgeteilt, daß die Vertretung in verschiedene selbständige Sektionen geteilt und daß vor allem eine handelspolitische Abteilung errichtet werden dürfte, ebenso sollten eigene Abteilungen für Kriegsgefangenenwesen unb Propaganda errichtet werden. Berlin solle das Zentrum der kommnnistischen Propaganda in Westeuropa werden.
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Amerika.
Der ALUffiungoantrag im amerikanischen Parlament verworfen.
Washington, 15. Febr. Nach erregter Aussprache wurde im Repräsentantenhaus der Antrag Brooks, daß von den für den Flottenbau im Jahre 1921 bewilligten 90 Millionen Dollars nichts aus- oegeben werden soll, bevor Präsident Wilson eine internationale Abrüstungskonfe renz einberufen habe, mit 124 gegen 30 (Stimmen verworfen.