Amtliches Deckündigungsblatt des Kreises Marburg.
Z Tageszeitung für (das früher kurhessische) Overhessen
Di.
— Bei Betragen unter 20 Mk. muffen wir bas Porto für bte berechnen. — Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankjurt a. Main.
„Die Parteien der Linken sollten sich nicht scheuen
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Sübwales, James Winston, daß Frankreich einen Teil der deutschen Kohlenlieferungen an Deutschland zu- rückverkaufe. Er habe Informationen, wonach deutsche Kohlen von Frankreich nach Deutschland Furiick- verkauft werden, ohne den Waggon zu verlassen.
Die Christliche Volkspartei, die Vertreterin des Telbständigkeitsbestrebungen im Rheinland, widerruft ihren Verzicht auf Teilnahme an den Wahlen.
Die Wahlzettel müssen eine Gröhe von 9X12 3«nA meter haben; die kürzlich mitgeteilte Große war M richtig.
Marburg
Montag, 7. Februar lSornuns)
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Späte Erkenntnis Herrn Hönischs.
Ruch unter den Sozia^cmokralen hol cs Männer a-g-k-cu, die die Schuld au der Revolu-ion und ihrem V'^auf nicht nur bei ihren inneren Gegnern, vor- nehmlich den rechts gerichteten Pac'eien und Kccifen sondern in den eigenen Reihen gesucht und gesunden haben und die das auch offen zugegeben haben, so 1 B. 6ohen-ssuuß und Winnig. Jetzt gesellt sich der preußische Kuüusmiuistcr Hänisch dazu. In einem laugen Aufsatz im „Berl. Tagebl." stellt er
■F Wenn sämtliche Anwesende, also auch bet bayerische Ministerpräsident v. Kahr, mit der Stel- Miignahme des Reichskabinetts einverstanden Pareg, so ist anzunehmen, daß letzteres sich zu der Ansicht der bayerischen Regierung bekannt hat, die beiden 9toten (über die Entwaffnung und die „Wiedergutmachung") nicht getrennt zu bewerten
Der Geist des Versailler Friedensvertrags verlangt, daß Deutschland so weit entmilitarisiert wird, daß es nicht mehr in der Lage ist, einen Krieg zu führen. Dies ,P freilich mehr als reichlich geschehen. Alles, was daräbek ist, schon die Entwaffnung, oder gar die Auf- ■ Ebing der Einwohnerwehren, hat mit dem Friedens- ■dertraz nichts zu tun. Die gesamten Forderungen, die die letzte Pariser Note über die Auflösung der Einwohnerwehren enthält, verstoßen gegen den Friedens- ^drrirag. Die Reichsregierung hat sich in ihrer Ant- »ortnote an General Rollet den bayerischen Ctand- .pnllt zu eigen gemacht. An dieser Auffassung hält Aayern heute nach wie vor fest. Eine Reichsregierung, die in diesem Punkte von ihrer eignen, öffentlich vor aller Welt vertretenen Auffassung jetzt abwcichen würde, würde eine Spannung zwischen Bayern und dem Reich Hervorrufen. Das bayerische Volk ist in semer großen Mehrheit von der Richtigkeit der fast seit «mem Jahre verfolgten Politik seiner Regierung so fest
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Fragen, die ihm aus der Versammlung vorgelegt wurden. Es ergab sich dabei eine vollkommene llebereinstimmung bei Vertreter bei Gewerkschaften mit dem von bet Regierung eingenommenen Standpunkt.
Der italienische Kammerausschutz gegen die Pariser Beschlüsse.
Berlin, 5. Febr. Nach einer Meldung der „Tribuna" hat sich der italienische Kammerausschutz für auswärtige Angelegenheiten einstimmig g e - gen die Festsetzung einer Ausfuhrtaxe von 12 Prozent ausgesprochen und ferner auch die Deutschland auferlegte Entschädigung als viel zu hoch bezeichnet.
Ein amerikanischer Vorschlag.
Senator France aus Maryland will im Senat einen Beschlußantrag Einbringen, wonach die Vereinigten Stanten Eingreifen sollen, um die Eickschädiguugspllich' Deutschlands auf drei Milliarden Pfund Sterling zu be« schränken. Dabei wurde ein Drittel der Summe nachcc-
wb. Berlin, 5. Febr. Der Reichsminister des Aeutzern sprach sich heute im Herrenhaus mit etwa
Vertretern der deutschen Gewerkschaften über i16 durch die Pariser Beschluss geschaffene Lage
SeMn oder Mt.
Es ist selbstverständlich, datz die Gegner Deutschland nahelegen, sich weiter nicht zu weigern, sondern die Pariser Beschlüsse, die unabänderlich seien, anzunehmen. So erklärt „Daily Telegraph" die Annahme, die Beschlüsse seien nur ein Vorschlag, über den man möglicherweise verhandeln könne, für ein völliges Mißverständnis: „Es gibt keinen Raum für eine Aussprache oder eine Verständigung. Der Gläubiger hat seine Rechnung überreicht. Wenn der Schuldner nicht bezahlen, will, mutz er die Folgen auf sich nehmen." — Der englische Minister Chamberlain suchte in einer Rede in Birmingham die Pariser Beschlüsse dadurch den Deutschen annehmbar zu machen, daß er sie als günstiger und „milder" bezeichnete als den Versailles Vertrag.
Auch eine Rede Lloyd Georges in Birmingham war auf den gleichen Ton abgsstimmt: Es geschieht Deutschland ja gar nichts Schlimmes, cs soll sich sogar wieder emporarbeiten, — damit es bezahlen kann. And zahlt es nichv alles au' Heller und Pfennig, so werden die (armen, 1914 so hinterhältig angegriffenen) Verbündeten gezwungen sein, die angedrohten Gewaltmaßnahmen durch- zusetzen. Lloyd Georgs führte aus:
Dic Koi'fcrcnz habe die Unmöglichkeit cinaefehcii. "’C'-t Welthandel wieder herz»ftcllcn, bevor nicht in Mittcl- mrova normale Verhältnisse herrschten. Deutschlands liieasincsschine müsse untoicbcr herstellbar ab« Äc N werden. Deutschland habe bereits ausffc- li'fert: 31000 G.s.l 7.tz:,-33 Millionen Granaten, 70 000 Maschiiwygewebre, 3 Millionen Gewehre und 411 Millionen Patronen. Deutschland habe aber immer noch zu viel Kriegsmaterial und Maschinen zur Wiederhcr- 'tcllung von Munition und zu viel ausgebildete Mannschaften. Lloyd George behandelte hierauf die schwierige Frage, Dentfchland die Reparation zahlen zn lassen, ohne
■ii dabei dem Empfänger Schaden zugefügt werde. Tie Rechnung fti ausgestellt worden mit Rücksicht auf Deutschlands Wohlfahrt, da Deutschland angesichts seiner augenblicklichen Lage zuerst nur ein Minimum bezahlen müsse. Dr. Simons, ein ehrlicher, aufrichtiger Staatsmann beklage sich darüber, daß die Rechnung nicht vollständig sei. Deutschland könne die Gcsamtrechnnng haben, die fertig vorliege. Er rate jedoch zur Annahme der bereits vorge- -egten Rechnung. Deutschland sei noch nicht fo befeuert, wie Frankreich und Großbritannien. Die For- «nntgen seien gerecht und müßten durchgesetzt werden. Wenn Altenrativvorschlägc unterbreitet würden, so würden sie ehrlich in Betracht gezogen werden, aber der Versuch, auch nur einer Zahlung zu entgehen, könne nicht geduldet werde». Wenn Deutschland sich nicht emporarbeite, könne es nicht bezahlen. Wenn es sich aber emporarbeite, dann könne und müsse es bezahlen. Das ganze deutsche Volk, einschließlich der Sozialisten, sei verantwortlich für den Krieg, und alle würden sich gern in die Sicgcsbcute geteilt haben.' Schließlich erklärte Zloyd George, die Revarationslasten, die man Deutschland auserlege, seien nicht übertrieben. Für diechciden ersten Jahre wi die Belastung Deutschlands nicht so groß, wie die Englands und Frankreichs, die allein aus den Kriegs- pensionen herrühre. Es sei falsch, daß man daran denke, ?en deutschen Arbeitern ein wirtschaftliches Sklaventum aufzuzwingen. Sollten vielleicht die französischen Ar- Hecker bezahlen, die während des Krieges dem Eindringling e'vzhast standgehalten hätten? Simons habe während der Konferenz in Spaa den Eindruck eines gerechten uns ^rfländigcn Mannes gemacht. Aber cr (Lloyd George) d'abe immer das Gefühl gehabt, daß hinter ihm die Männer von 1914 ständen. Die Völker hatten genug tzpn der Kricgsatmosphärc. Die Verbündeten wollten keine strengen Maßnahmen gegen Deutschland ergreifen, cs sei denn, datz sie sich noch dem Deutschland von ehemals gegenüber» 'ckänden, das sich bemühe, sich den Folgen des Vertrages, den es unterzeichnet habe, zu entziehen.
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rLcbcrsicht über den Inhalt unb die Bedeutung bei fEtckciitefvrdcrungcn und über bie Stellung unb bie Weiteren Absichten des Reichskabinetts. Der Reichs- Wl'rlfchaftsminister ergänzte feine Ausführungen nach de: wirtschaftlichen Seite. Der Reichsminister des Innern legte bie im Inland zu ergreifenden Maßnahmen bar. Sämtliche Anwesende erklärten ihr grundsätzliches Einverständnis mit bei Stel- fanguahme- bcs Reichskabinetts, wie sich biefe aus der Reichstagsrsbx bes Ministers bes Auswärtigen hwiB 1. 2. ergibt.
auch Deutschland qns Oberschlesien nicht das erhalten habe, was man ihm zugesagt habe. Unter bei Voraussetzung, daß sich an der Kohlenbasis Deutschlands nichts ändert, macht deshalb die deutsche Regierung folgenden Vorschlag: Für die Dauer von 6 Monaten vom 1. Februar ab werde Deutschland eine Kohlenmenge von 72 000 Tonnen arbeitstäglich liefern, was cei einem monatlichen Durchschnitt von 25 Arbeitstagen 18 0 0 0 0 0 Tonnen ergebe. Das von der Neparationskommifsion vorgeschlagene System der Koblenlleferung mit Buße und Prämie erklärt die Regierung nach eingehender Prüfung für unmöglich.
Deutschland kauft sei« eigene Kohle von Frankreich zurück.
Auf der Delegiertenkonferenz be« Bergarbeitcrbun- des erklärte der Präsident des Bergarbeiterbundes von
[ v fcie verlautet, wird die Reichsregier.ung eine Rückfrage über Zweck und Verhandlungsgrund- kagc der Konferenz stellen. Von der Antwort cur dieser Rückfrage wird es abhängen, ob die deutsche Regierung die Einladung nach London annimmt pdcr ablehnt.
; Einverständnis zwischen Reichsregierung und Einzelstaaten.
wb. B e r l i n, 5. Febr. (Amtlich.) Unter dem Vorsitz des Reichskanzlers fand heute eine Besprechung der Staats- und Ministerpräsidenten mit dem Reichskabinett über die durch die Note der Entente vsfn 29. 1. geschaffene politische Lage statt. Der ^Minister des Auswärtigen gab einleitend eine
. flnb zu beantworten. Bayern wird kaum von sei- : -cm Standpunkt abgegängen sein, die Noten z u - ffl in nr e n abzulchnen, da es auch die Entwaffnung Eber die Forderungen des Versailler Vertrags hin- ssvus ablehnt, während das Reichskabinett bisher zu 1 einem nutzlosen Entgegenkommen in der Entwaff- Btlugssrage geneigt war. Die in Bayern maßgebenden Anfchcusrngen werden « der „Deryerischsn kolkspartei-Korrespqndenz u. a. wie folgt gekenn- reichnet:
lassen, um Deutschland für den Verlust seiner übemeeifcbcn Besitzungen und Kabellinien zu entschädigen, während die Bereinigte» Staaten instand gesttzt würden,. sür eine Milliarde Pfund diese Besitzungen und Kabellinien zu erwerben, wobei diese Milliarde zur Tilgung der Schulden der Verbanllsländer an die Union dienen würde. Ein solches Vorgehen würde nach France die deutsche Industrie sofort wieder leistungsfähig machen und die internationale Kreditlage allgemein wieder heben.
Gegen den Raub bei deutschen Kolonien.
wb. Philadelphia, 5. Febr. Im Rahmen der von Oberst House und der führenden Zeitung von Philadelphia „Public Ledgcr" veranstalteten Reihe von.Vorträgen ehemaliger amerikanischer Mitglieder der Pariser Friedenskonferenz über die Versailler Verhandlungen und den Friedensvertrag wies der Völkerrechtssachverstündige Hudson darauf hin, daß die internationale Lage während der nächsten ssO Jahre entschieden.stabiler feilt würde, wenn der Versailler Vertrag einige afrikanische Kolonien Deutschlands in deutschem Be- sitz gelassen hätte.. Seiner Ansicht, nach würde die Mandatsidee eine weit größere Geltung und Bedeutung haben, wenn man auch Deutschland ein Mandat übertragen hätte.
. Hilferuf Vriauds an Amerika.
wb. Paris, 6. Febr. Vriand richtete durch die „Chicago Tribüne" an das amerikanische Volk einen Aufruf zur Unterstützung Frankreichs in der Neparationsfrago. Frankreich werde sich nicht vergeblich an das Solidaritätsgefllhl Amerikas wenden. Die Einigkeit aller Nationen, die auf den Sckilachtfeldern für die Sache der Freiheit gekämpft hätten, sei unerläßlich für die Lösung der wirtschaftlichen Probleme, denen man jetzt gegenübergestellt sei. In Frankreich sei man der amerikanischen Freundschaft sicher, die sich im Laufe von Jahrhunderten bewährt habe. Die beiden Regierungen würden sicher von der öffentlichen Meinung in beiden Ländern unterstützt werden. •
Französische Kontrolle bet Vergnügungen in Deutschlanb.
München, 5. F br. Di« frawös'schr Regie ung fiat ihre amtlichen Vertreter in Deutschland angemi fen, ihr regelmäßig über in Deck'sch'and stattsiudeu^e Vergnügungen unb Fcstlickckesse i Ver J;l zu erstatten Man. will Material dafür sammeln, daß Teursckiland, solange cs noch Ebeld für Bergnügnngen hat, keinen Grund hat, sich deu Forderungen der Pariser Vkschlüsse zu culziehcn. — Das ist zu ver'Khen.
Die deutschen Gegenvorschläge in der Kohlensrage.
In der Denkschrift über die Kohlenfrage, dic Staats- ekrctär Bergmann in Paris überreicht hat, legt die deutsche Regierung die Wirkung des Kohlenabkommens von Spaa dar und weist die Unmöglichkeit einer Fort- etzung dieses Abkommens nach. Ferner macht sie Vor- chläge über die Regelung nach dem 1. Februar. Die erwartete Steigerung der deutschen Kohlenförderung sei nicht eingeireten, die Lieferung vielmehr von Monat zu Monat-g e s u n k e n. Die Denkschrift weist weiter darauf hin, daß der Bedarf Frankreichs in vieler Beziehung hinreichend gedeckt sei und glaubt daher, daß kein Grund mehr besteht, die starke Last des Koissenabkommens von Spaa fortzusetzcn. besonders da
jknnzeichnete dieser in einer Unterredung mit dem .Berlin et Vertreter der amerikanischen Hearst- Treffe, v. Wiegand noch einmal, indem er auf die Irage, ob die Regierung wirklich bei ihrem Nein Eleiben «erde, erklärte: Wenn die deutsche Regierung auch nur ein Jota von der Erklärung ab- !Deicht. die ich im Reichstag in ihrem Namen abgab, nämlich die Pariser Beschlüsse für uns unan- ^hmbar sind, bleibe ich nicht länger im » m t e tmb werde das meinige dazu tun, daß mein "achfolger nur dieselbe Politik betreiben kann We ich. Auf dis Frage Wiegands, was geschehen ^ürde, wenn die Verbündeten Zwangsmaßregeln «greifen, erwiderte Dr. Simons: Dann müssen wir «en für einige Zeit.leiden und Leid «agen.
Reichsregierung und E-Wsrkfchaften.
(Mtong nach Paris.
‘ ‘ wb. Berlin, 5. Febr. Der französische Vot- ' schafter übermitelte gestern im Auftrage des Präsidenten der Pariser Konferenz anläßlich eines Besucher beim Reichsminister des Aeußern die Einladung, zum 1. März deutsche Delegierte nach j London zu entsenden. Der Minister behielt sich die ! Antwort auf die Einladung vor.
'rssosscnen zwei Jahren nicht gelungen ist, das geistige "^-:cksckckand bei der. Vegeistenmg für den neuen Staat ßstzubalwn ober gar* neue Schicksten dieses geistigen Deutschlands mit Begeisterung für den Volksstaat zu er* füllen. Die Dinge sieben heute so, daß der weitaus größte Teil der akademischen Dozenten, ein sehr in?fier Teil der Lehrerschast unserer höheren Schulen aller Gattungen, unseres oberen Beamtentum? .und leider auch große Scharen aus den freien Berufen, zahllose Aerzte, viele Anwälte, Schriftsteller, Künstler uftv. zu den Fahnen der Rechten schwören unb int tiefsten Herzen die Hiederlehr her Monarchie und dessen ersehnen, was Herr tzergt so gern die gute alte preußische Ordnung nennt. Und tote bie Alten fangen, so zwitschern die Jungen: die Wahlen zu den Stuben* tenausschtissen ergeben fast überall starke „deutsch- völkische" Mehrheiten."
Die Ursache dieses Mißerfolges steht Herr Hä.iisch vor alle« in der „Selbsizerfteischung der sozial! stcschen Arbeiterschaft, die kaum noch etwas ahnen ließe von dem früheren starken getfügen, Leben und dem idealen Schwung." Idealer Schwung? ES wird nientanl sagen wollen, daß er z. B. in der.Srnemu tg Adolf Hoffmanns zum Kultusminister zum Ausdr cck gekommen ist. Auch Herr Hänisch kann das nicht sagen. Ei beurteilt feinen Vorgänger vielmehr so:
„Schien der neue Staat doch durch diese Srnennuni gleichsam symbolisch ankündigen zu wollen, daß er dal Knotentum auf Deulfchlands geistiger Thron zu heben gedenke — wenn auch 9ldolf Hoffmanr im Grunde genommen keineswegs ganz so schlimm ff tote sein Ruf unb wie er leider selbst sich oft gibt."
Weiter be*nint Herr Hänisch. b-i» bi- Sockaldcmoe stellte in ber Flaggenfrag!! fa!? Lege gegangen >t; beim der Farbenwechsel habe wir „ein schnöder Verrat ein verächtliches Prcisgcben des eigenen Volkstums" erscheinen müssen.
Am bcdcutuugsvollfteit aber ist tzcrrst Han-^chs An- tcht über bte Unterzeichnung des Versailler BertrtgcS:
„Auch ernste Fehler außenpolitischer Raiur trugen dazu bei, bie Massen der stark national empfinbenben deutschen Intelligenz aus dem Lager der Demokrat« toieber hinüberzutreiben in bas Lager ber RtchlSparteien. Der schwerste dieser Fehler war wohl die unglückselige Unterzeichnung des Friedens v« rtrag es von Versailles. (Wie schwer dicser Fehler war, das wird vielen Deutschen erst heute klar angesichts der Pariser Beschlüsse. Denn wie Versailles Spaa zeugte, so zeugte Spaa Paris.)"
Herr Hänisch bcstättgt also bie Richtigkeit der Politik der Rechten, die die Unterzeichnung des Ber« ailler Vertrages als die Quelle allen tuet freu Unglücks MrttJve* hat. Aus Versailles ergab sich Span, aus Spaa Paris. Jetzt sind wie am Ende; denn hier muß eS ein Halt geben. Wer sonst dir jetzt von Hern» Hänisch verfochtene Anschauung vertrat, wurde al» „Neaküonär" verschrien (ein Wort, dessen Bedeutung von vielen von denen, di ees ständig im Munde führen, offenbar gar nicht verstanden wird). Herr Hänisch' als Kronzcttge für di« Rtchiigkert der „reaktionären" P iltük. Man vergesse das bis zum 20. Februar nicht.
Der Anzeigenpreis beträgt für die 8gefp. Zeil« 75 Pfg. und 10°/< Aufschlag, amtliche und auswärtige 1.— Mk., Reklamezeile 3.00 Mk. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. 3n Aflnfn, Bei Auskunft durch die Eeschäftsstelle unb Vermittlung der Angebote 75 Pfg, Son- ww‘ Stv.“ deryebühr. — Bei Beträgen unter 20 Mk. müffen wir das Porto für die Rechnung |Q9| berecknen. — Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt rvronkiurt a. Main.
Äcrzcngk, daß ein Abschwenken der Regierung von oie Ntzl : ^eier Politik die tiefste Erschütterung in Bayern her- * »orriifcn würde.
„Oberhelstsche Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich ! Ä. 4.25 Mk., durch die Post 4.65 Mk. Ausgabe B mit „Oberh. Spork-Ztg." 1 Mk. mehr,
fl?« 11 Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. —
i /»»• Ul Berlaa von Dr. C. Hitzeroth. — Druck der llniv.-Buchdruckerci von 2oh. Ang. Koch, Markt 21/23. — Fernsprecher 55.
Wer angesichts dieser Aeußerungen, derjenigen Briands und der übrigen vorn Wahnsinn Befallenen auf ein Entgegenkommen irgend welcher Art in London rechnen wollte, würde sich in die (jetzt doch wohl gelichteten) Reihen der Illusionisten und Phantasten einreihen. Hoffnungen auf Hardtug und Amerika find trotz aller die Westmächte warnenden Stimmen von dort kaum als reale Faktoren n unsere Rechnung einzufügen, auch der Antrag des Senators France (stehe an anderer Stelle) nicht.
Eine zweite R-de Lloyd George».
wb. P a r i», 6. Febr. Havas meldet aus London: Lloyd George sagte gestern in einer zweiten Rede in Birmingham, der englische Handel befinde ich augenblicklich in einem Zustand des Niedergangs, aber Großbritannien werde diese Periode überstehen. England habe mit unvermeidlichen Schwierigkeiten zu tun, wie sie immer großen Kriegen folgten. Ein Regierungswechsel würde die
Lage nicht ändern. Der Niedergang des Handel- Habe sich mit erschreckender Plötzlichkeit gezeigt. Alle Völker der Welt leiden darunter. Deutschland mach« aber keine Anstrengungen, um zu einer Stabilisierung zu gelangen. Deutschland sei eine starke unb mächtige Nation, es müsse bezahlen. Wenn Reichsminister Simons bemnächst in Lonbon fein werbe, werbe et. ihm sagen, baß Deutschlanb keine wirklichen Anstrengungen mache, um zu bezahlen. England habe schlimmere Stunden durchgemacht und sei ihrer Herr geworden. Es werde den gegenwärtigen Schwierigkeiten mit derselben Tatkraft entgegentreten. Nach einer weiteren Havasmcldung sagte Lloyd George, die deutsche Mark stehe ein wenig tiefer, als es sein dürfte. Wenn erst die Entschädigungssumme festgesetzt sei, werde die deutsche Mark etwas weniger schlecht stehen.
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