Einzelbild herunterladen
 

uns

Te»

and.

ohne

Kopf.

825

>fstr. 8

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (das früher kurheUfche) Oberhessen

**

Mr. 29

DieOberhefiische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 4.25 Mk., durch die Post 4.65 Mk. Ausgabe B mitOberst. Cport-Ztg." 1 Mk. mehr. Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereigniste kein Ersah. Verlag von Dr. E. Hi tzeroth. Druck der Univ.-Buchdruckerei von Loh. Aua. Koch. Markt 21 23. Fernsprecher 55.

Marburg

Freitag, 4. Februar

(Hornung)

Der Anzeigenpreis beträgt für die 8gesp. Zeile 75 Pfg. und 10»/, Aufschlag, amtliche und auswärtige 1. Mk., Reklamezeile 3.00 Mk. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Auskunft durch die Geschäftsstelle und Vermittlung der Angebote 75 Pfg. Son» dergebühr. Bei Beträgen unter 20 Mk. muffen wir das Porto für die Rechnung berechnen. Postscheckkonto: Rr. 5015 Amt Franksurt a. Main.

56. Mn. I 1521,

oha««» et ahlunG eihet-

K. St

6 765

rk

sort gt» 8U llee!>.

m 4 taliste» user en An» itümern Berka, in.

M

kausen t Preis . 6 75»

6 762: .

rei f>oL niet) des ßrcrbc» sührunr, sein.

:lmrg

, stroh 6754 ätsstelle.

in.

Angebot

machen handelt Ee Vicht . letztere »sch! für richt gut er Haus­gen weie

582.

kd

3otrat impfe, Srun». ng des pinne- ic der

ms)

BogU

igkeit

icn sied ung- « en elew rat geg< iiuia ui« -chönhei ianet mit Kap

Liebe i en. wolu

12265 «

MM EkKkiM über öle toller I MWe.

DieMägigung" der sranzöfischen Regierung. Die Siegerpose.

E Die GrfLintng des französischen MinisiechräDe tien ikcrand über die Ergeinisse dec Parisec Konferenz, hie er ttt Kammer itnb Senat abgegeben h rt, besagt iti den Hauptpunkten: ,

i- Ti: Verhandlungen sind unter Umständen, di: Sie feini-x, «ingeleiiet worden. Die Konferenz war ein* Irrufen worden, um eine Verständig rüg über die Ent- ivafsnunß, über das Orienlproblew. und über die Repa- rationsfrage zu finden. Cs handelte sich zuerst darum, Jen von de» Kontrollkommissionen festzestelltcn Ver- krhlungcn an den Verpflichtungen, die die deutsche stie.gierung übernommen hak, sowohl aufgrund del V r- jrages als amH aufgcr<:.d der Abkommen von Boulognc vud Spaa m Ende zu bcrcikeu. ß* war der Wunsch her Regierung, daß vor ißreil Augen die Mäßigung kcstgestellt iverde, von der sie nicht ansgchoct h.rt, bei Irr Verfolgung ihrer unaniaslüaren Rechte bcn Beweis tu liefern. Die Entwaffnung bilde naineuNich für franlreich eine vitale Frage der Sicherheit. Die canzösische Delegation habe deshalb in energischster. Leise daraus grdrungen, daß in allcir Pv.nhen die Mcrlragsklanfcln und die Verpflichtungen bezüglich der Serschiidcnsten Probleme in vernünf iger Z.irfriA ater Iiniec Llindrohung von Sanktionen, die ihre ÄuZ- Lhrniig sichern, gelöst werden könnten. Nachdem diese Zrage zur Zufriedenheit von Frankreich geregelt go- tveien sei, habe die Konferenz die ReparatiorlZfc.ige jbt Angriff genommen. So. schwierig es auch gewesen |et eine Lösung zu finden, so'te.r sich doch die Bcivfuisdcn verstaichigt, daß tiefe Frage auf die Tagesordnung der Konferenz gesetzt werde, beim die Ai- war da, nm die linsicherheit zu beseitigen.

Li Nachdem B-iand die vorgesehenen Zahlungen ein- fct'iießlich der Exportstcner niitgeteilt hatte, faßte er tz»sa>mn-«i: es handele sich also um Zasttung der deut .1 ditr. Schuld in den Grciizen seiner wirischastlichen $cbig?ei tu, die sich hauptsächlich in der Cntwiaelnng

- tinc-5 Exportes zeigen werden. Sin genauer Plan, ei nach dieser Richtung ins Auge gefaßt und auch' koniroltmaßnahmen sticn vorgesehen und könnten d-e Aolilommeue chnuajsicrnng dieser Annuitäten sicher- Helle«. Dank der Kombinierung einer seststehenden^ tzohlcszphlnng mit einer lausenden Zahlung sei die' fet otriniß der Vecvündcicn ver'nüpsr m>t dec Zu-^ Inn st Deutschland s. Die französisch: Regierung ßale keineswegs ans die Möglichkeit veczichiet, den Deuischtatiö, wenn sich ftitit Lirlschasr wieder .tkihole, Vic Zahlung der gesamten Schuld zu vkllang:». Die Revarationskommission werd: gemäß »dem Vertrag den 'Betrag schon vor dem 1. 5. 192P :} t fi [t eilt n. Außerhalb der verschiedenen, in Bou- '!lgn. nichc angenommenen Garantien habe hie Kon- i^rrenz von Paris klar festgesetzt, daß die für die Uili« ihvassnung vorgesehenen Sanktionen sich vollkommen fett! oas Reparationsproblein beziehen sollen. Es han- .dele sich nm die eventuelle Verlängerung der Be- :)ttz!!!igsüisi im Rheinland, die Beschlagnahme der deut- .zchen Solleinnahmen und die Veschnng eines neuen Teiles deutschen Gebiets, sei es das A^ibrgebiet oder .tin anderes, ferner um die Errichtung von K o n t r o l l- ffcii b anderen M aßrra h m e n im besetz en Rh i land, schli.glich ober auch um die Uui.wgllchkeit für Keuischlaud, an d.m Völkerbund teilznnehmen, bevor tzs nichr Lk-oeise seines loyalen Willens gegeben habe, seine Vcrpslich/nngcn zu erfüllen, dre e> unrwz.nch 'ct .Habe. Mit der Reparatronssrage sei verbunden die Krage der Kohle nlieserungen nah dem 31.1., ,'ü'i wrkchün Tage das Abkommen von Span abgelausen hi. Diese brsoud-rc Frage sei schon prakusc!: durch die knisiheiduugen der NeparationSlommisiiou aegeschnft- len worden oie nach den Destimmungetr des Vertrag? von V-rsoilles das Recht habe, in jedem Aug-nblick die fcirfi rHnc§mög(id)fe;kn Teurschlands zu bestimmen u ib Sie durch ein Schreiben vom 22. 12. die verlangten Kiffer« von 2220UU0 Tonnen für die Monate Feb­ruar und März sowie 2?>0 000 Tonnen pro Mo r it ssür die Rückstände der vorhergehenden Monate ohne Vorschüsse und Prämien miigeteilt habe. Menst Deutschland widerspreche, werde es kurzerhand den Ertrag ausführen müssen, der viel höhere Ziffern vorsehe als die, die die Reparatwns- lommlsslsn festgesetzt habe.

Die Kvnferenz von Paris habe die Entente ne» jjstärk t. Ihr wesentlistcs Werk sei die Konfllidie* iüng der Frstocnsrsont gewesen, die über alte Wider- ftfi -je siegen werde und diejenigen, die für die Ruinen verantwortlich seien, zwingen werde, ihre Schuld Xu begleichen. Es sei nicht eines der geringsten Ver­dienste dieser Zusanimcnluuft gewesen, daß sie in einer Atmosphäre von tzcrzlichleic zu Ende gegangen sei, bi: 'hrstatten fc' tbe, der Zukunft in vollem Vertcaaea und

Sicherheit entgcgenznsehen.

In der Kammer wurden dann Interpellationen ein- georachi und bczründct. Tardicu stellte fest, daß die Erportiazc höchsten? 81 Milliarden Goldmark ergeben werde, was mit den 226 Milliarden feststehender Iahres- zahlrmgen 310 Millia rden Goldmark ansmache.

* * *

Wie in Frankreich die Festigkeit Deutschlands einge- schätzt wird.

wb. P a r i s, 3. Febr. JmPeiit Parisien" wird gesagt, Reichsminister Simons habe nicht erklärt, daß Deutschland nicht zur Konferenz nach London gehen wolle. Die deutsche Regierung habe also noch keine unwiderrufliche Entscheidung getroffen. In Deurich- land würde man sich mit 8 bis 10 Jahresraten einver­standen erklärt haben. Was die Deutschen erschrecke, sei der Ecdanke, für 42 Jahre sich verpflichten zu müs­sen. Wenn man die Kaltblütigkeit bewahre, sei cs möglich, Deutschland durch Zwang und auch durch llcbcrredung dahin zu bringen, daß es die Zah­lung der auf der Pariser Konferenz festgesetzten Summe a n n i in in t. Doch ist dabei zu berücksichtigen, daß Deutschland dir 42 Jahresraten nur dann em nimmt, wenn cs sicher ist, daß Zwangsmaßiiahmen, d. h. Ge­walt angewandt wird, wenn es diesen Verpflichtun­gen nicht nachkommt.

Die Spesen des Wilssnsche» Bankerottes.

wb. Rom, 3. Febr DieJdea Nazion ile" schee!öt'' Es ist eigentlich) nichts Äreisbarcs verloren gegangen. Seit zwei Iabren lebeii kur a n ß « r h alb d c r Wirk­lichkeit; das ist alles. Wir alle zusammen zahlen die Spiscn des Wilson scheit Bankerottes, lim den BegrissIndemnität" mit dem von Wilson vcrlrelcnen BegriffReparation^ zu verbinden, bemüht sich die Entente seit zwei Jahren. Deutschland einen unbezahlbaren Tribut auszuerlegen. Präze­denzfälle können nur in den Kriegen des antiken Orients gefunden lverdeu, als bei Besiegte gezwungen war, für den Sieger zu arbeiten.

--* *

Protestkundgebungen.

München, 2. Febr. Bei der heuligen Kund­gebung der Münchener Sludentenschast wurde folg: -dc vom Rclior vorgeschlagene Entschließung angea.o.'imen'. Di: Dozenten und Studeutrnsehaft der drei Münchener Hochschulen legen schärfste Verwahriing ein gege i das Ansinnen des Verbandes, das deutsche Volk auf ein Menschenalter hinaus zu einem Sk'aveiuvlk zu ernied­rigen Kein Recht der W-lt lucht die Hrndbabe. ein Volk seiner Ehre zu berauben und es wirtschaftlich zu eidrcsstln. Seine Drohung darf uns zwi'ige.:, aus diese Forderung einzugehen. Der Vorsitzcnd- des Allgemeine r SiudcntenaNsschusfrs «rwähitt- in jeine-r Rede, der bausche Miüitze^puyldcnt habe bereit- in Berlin wissen lassen, cs gebe für Bauern mir ein entscl'icdenes Nein

Di? h'esigen vatcrländ'scheu Körperlchafi-n emigt w sich aus folgende von Forstrat Escherich, dem Lai- dcshauptmann b< bayrrifchen E-nrrchnermehre.^ vor- geschlagei'.cn Leilfüne: Die' Unterschrift wär: ein? Lüge, weil diese Verpflichtungen n i chch e r f ü l l b r r sind. Man kaiin uns mit Gewalt Leistungen ab­pressen, aber nicht unsre Zustimmung zur Skl.ioec.-i und Selpsttrrnichtung verlang:». Wir entziehen uns nicht den Folgen der Tatsache, daß wir ui'terlcgen sind, branspiuchen aber bis zum äusccsen unser Recht und unsere Existenz. Damit sind die Forücrungen des Vertrages ;>icht vereinbar, denn src vernichten jece staatliche funb private Exlftenz und Ordnung.

Anregung einer Volksbefragung.

wb. Wiesbaden, 3. Febr. Der Deutsche Verbraucherbnnd regt gemeinsam mit dem Mieter­schutzoerband der Länder am Rhein an, die Reichs- regierung und den Reichstag aufzufordern, eine Volksbefragung zu veranlaffen. Diese würde ergeben, datz 90 Prozent des deutschen Volkes als minderbemittelte Verbraucher- und Mieterkreise gegenwärtig kaum das nackte Leben fristen können und nicht imstande feien, die ungeheuerlichen Lasten auf sich zu nehmen, wie sie der Wiedergutmachungs- plan der bisherigen Feinde fordere. Diese 42-jährige Zinssklaverei auch noch für Kinder und Kindes­kinder sei unerfüllbar und unvereinbar mit der Volks- und Menschenwürde und spreche den christlichen Grundsätzen Hohn. . .

Ae MrellekW der MmngsMM die von der Deutschen Volkspartei angeregt und versucht worden ist, ist infolge Ablehnung der Deutschnationalen und der Sozialdemokraten zu­nächst gescheitert. Wie derVerl. Lok.-Anz." aber mitteilt, hat die deutschnationale Fraktion einen Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Volkspartei Dr. Stressmann gerichtet, in dem sie die Einigungsverhandlungen als nicht abgebro­chen betrachtet und sich zu weiterer Aussprache ge­neigt erklärt. Dis Deutsche Volkspartei hat in

ihrem Antwortbrief ihre Bereitwilligkeit zu wei­teren Verhandlungen erklärt.

Konferenz der deutschen Ministerpräsidenten.

wb. Berlin, 3. Febr. Die Ministerpräsidenten der deutschen Länder sind zu Besprechungen über die neuen Noten nach Berlin eingeladen worden.

Staatssekretär Bergmann in Berlin.

B e r l i n, 3. Febr. Wie dieB. Z. am Mittag" erfahrt, ist Staatssekretär Bergmann heute in Berlin angekommen und sofort vom Bahnhof nach dem Reichsfinanzministerium gefahren, um über die Lage in Paris zu berichten.

ivb. Berlin, 3. Fcbr. Der Ausschuß für aus­wärtige Angelegenheiten ist heute vormittag zu einer längeren streng v-alraunchen Besprechung zn'nn.men- getreten. Der Munster des Acußern Dr. Simons nahm an der Sitzung teil.

Berlin, 3. Febr. Unter der Ucbcrschrift:Die 'brutsche Lustgefahr", tritt derVorwärts" mit Ent- schiederchnit gegen die bsrbstchtigte Unterdrückung unserem lediglich auf friedlichen Verkehr eingestellten Luftfahrt cin. Durch Ausschaltung der letzteren würden viele Menschen brotlos gemacht und beträchtliche Kapitalien vernichtet werden. .

wb. Karlsruhe, 3. Febr. Jin Hinblick auf die durch die ungeheuerlichen Beschlüsie der Pariser Kon­ferenz geschassene ernste Zeitlage lmt das badische Mi­nisterium des Innern alle karnevalistischen Auszüge, Verkleidungen jeder Art sowie das Tragen von Mas­ken auf öffentlichen St ragen und Plätzen auch für das dieses Jahr untersagt.

---*---

Bttlll&t WlWm.

Wehrgesetz. M-eisteuer. HaferLrwirtschaftung. "8. S i tz u n g des N c i ch st ä g Z v o m 3. F eb r u o r.

Haus und Tribünen finb nur schwach besetzt. Der Ent- iunrf über L? Bemessung Rcichsbeirages zu den Kosten der Stimmzettel inirb nach bet Vorlage ange­nommen, nachdem Rcichsminister Koch erklärt hatte, dal; es sich bei dem Satz von 16 Pfg. für den Stimm- '.-llrl um einen Kastenbeitrag, nicht aber um einen Kosten- nn.satz handelt. Der Antrag Dittmann (U.S.) auf Erhöhung des Betrages aus 20 Pfg. wurde abgelehnt.

Bei der nun folgenden erstell Beratung des Weh r^ esc heut wutfs '100000 Mann-Heer) schildert. '"TW'

Mg. Schöpflin lSoz.) die durch die Abkehr von der allgemeinen Wehrpflicht entstandenen Schwierigkeiten. Er bezeichnet es als merkwürdig, daß sowohl im Entwurf äs« in itr Begrünung das WortNepubük" peinlichst kivrinieben worden sei. Wenn auch im allgemeinen das ^uel, der Wehrgesetz^ebnng befriedigend dargestellt sei, f° fkien doch in Einzelheiten Ausstellungen zu machen, ueshalb im Ausschuß eine kritische Prüfung vorgenommen N'.'rden müsste. Das aktiv« Wahlrecht ist den Soldaten enUogen. Wie steht es mit dem passiven Wahlrecht? Aichipolitischen Bereinen dürfen die Soldaten mit Ge- n.'liinignng ihrer Vorgesetzten angehören. Auch hier wird uu llnterschked zwischen Soldaten und Offizieren gemacht. Auch die Qualifikationsberichte für Offiziere sind beibc- balten. Wie soll es denn den Offizieren hierbei ergehen, dre im Verdacht republikanischer Gesinnung sichen? Jeden- salls must der Reichstag stets rin Begutachtungsrecht Achen, damit nicht etwa in aller Stille die alten Stramm steherlasse zum Vorschein kommen. Hauptsache ist, daß sich die Reichswehr zum republikanischen Ge­danken bekennt und die Verfassung stützt.

Rcichswehrminister Dr. Gehler: Di« bisherige deutsche Wehrversassung ist durch den Friedensvertrag von Versailles beseitigt. An ihre Stelle soll das vor- liegeiche Gesetz treten. Das Hecresver'orgungsgeseh und das ^Disziplinargesetz werben demnächst vom Reichsrat verabschiedet werden. Bei der jetzigen Vorlage sind wir gebunden an den Friedensvertrag und an die Weimarer Verabredungen mit den Ländern über die Laichsmann­schaften. Den Soldaten sind in dem Entwurf alle mit ihrem Beruf vereinbarten Rechte tingträxmt, aber im Interesse des Reiches und des HcereS muß die

Disziplin unbedingt sichergestellt werden. (Beifall rechts. ) Das Bündetvesen ist mit der Disziplin nicht vereinbar. (Widerspruch bei den Svz.) Der Wehrminister muß die Möglichkeit haben, zuzugrcifen, wenn die Bünde die Disziplin und die Kameradschaft ge­fährden. Der Entwurf spricht nur vom aktiven Wahl­recht und unterschechet nur zwischen Beamten und An­gehörigen der Wehrmacht. Im übrigen sind unter Solda­ten auch die Offiziere verstanden. 68 wird von Ihnen abhängen, ob durch Förderung der Bildungseinrichtungen der Satz keine Farce mehr bleibt, daß jebem Soldat der Weg zu den höchsten Stellen offen steht. Das Offiziers- Problem wird dadurch nicht gelöst, daß ein paar alte Untewffiziere als Konzessionsschulzen zu Leutnants ge­macht werden. (Sehr richtig. ) Der Offizier im Frieden muß vor allen Dingen erzieherische Eigenschaften Aaben. Es gibt gute und schlechte Offiziere, so wie eS gute und schlechte Lehrer gibt. Aber eS kann keiner mehr Offizier werden, ohne zwei Iah« mit den Mann­schaften in Reih und Glied gestanden zu habe». Das Reichsheer darf keine Parteisache fein, sondern muß zur Angelegenheit der ganzen Nation werden, damit wir zu einem wirklichm Volksheer kommen. (Bei­fall.) -

Abg. Künstler (11. S.): Der Gesetzentwurf hätte schon viel früher vorgelegt werden können. Die Rücksicht­nahme auf die Landsmannschaften widerspricht dem Reichsgedanken. Die baherfichen Reservatrcchte im Ent­wurf sind eine Kapitulation vor der bayerischen Steaftion. Für uns ist di: politische Gleichberechtigung der Soldaten eine grundsätzliche Forderung, an der wir sesthalten^ obwohl wir im Heere wenig Anhänger haben.

Abg. Koen eil (Komm.): Tie Soldaten stehen nach dem Gesetz schlechter da als die Arbeiter und Beamten. Sie sind ihren Vorgesetzten willenlos ausgeliesert. S:e müssen sogar fragen, wenn sie heiraten wollen und er« halten die Hciratöerlaubnis in der Regel nicht vor dem 27. Lebensjahr. Bayern, diesem Schädling am deutschen Volkskörper, werden Sonderrechte eiugeräumt. (Vize­präsident Dr. Bell rügt diese Wendung gegen einen Bundesstaat.) Tie v. Seeckt und Genossen werden den Reichswchrminister umgehen und die Reichswehr ebenso wie Lüti.witz ihren eigenen Plänen dienstbar machem Die Reichswehr wird an dem sozialen Notstand zerschellen, uub wir werden das Erbe antreten.

Damit schliesst die Besprechung. Die Vorlage geht an einen AuD^tznß von 28 Mitgliedern. Die Novelle, zu« Biersteacrgefetz wird in allen drei Lesungen^ angenommen. Der Gesetzentivurs über den Waffenge«. brauch des Grenzaufsichtspersonals acht an den Aus-! schuft

Zur dritten Beratung des Betriebsbilanz-Ent« Wurfes begründet x

Abg. Schlack (Z.) nochmals den Antrag der bürget** lichen Parteien, demzufolge eine Verpflichtung zur Vorlage der Bilanzunterlagen nicht besteht.

Die Beschlüsse der zweiten Lesung werben angenommen.

Es folgt die erste und zweite Beratung des gemein*, samen Antrages der Koalitionsparleicn und Mehrhefts* sozialisten, zur

Förderung des Wohnungsbaues für die Zeit bis 1940 für alle vor dem 1,7.1918 fertig*' gestellten Gebäude eine Abgabe zu erheben. Die Länder werben berechtigt, an die Stelle dieser Abgabe Zuschläge zur Steuer von örunbbermögen treten zu lassen.

Abg. Bahr (Dem.) begründet den Antrag, schildert die. Wohnungsnot und protestiert gegen die Anregung, bi«' Steuer nur auf Wobngebäude auSzudehnen. *

Abg. Silberschmidt (Soz.) bedauert, daß an­gesichts der Notlage im Baugewerbe kein anderer Weg als die Annahme des Antrages möglich sei.

Abg. Mumm (Deutschnatl.): Das vorliegende Gesetz ist ein Rotgesetz. Unser Antrag will nur die Nutzungs­berechtigten von Wohnräumen zur Steuer heranziehen, Zahlen soll die Steuer der Mieter ober Pächter.

Abg. Maretzkh (D. Vpt.): Die beutschnationale« Anträge gefährden daS Zustandekommen des Gesetze-, ob­wohl sie s a ch l i ch b e r e ch t i g t sind. DaS Gesetz trägt j« nur vorläufigen Charakter, und die Sonderwünsche be* Parteien können ja in dem zum Mai vorgesehenen Reichs« gesetz berücksichtigt werden.

Abg. Merckr! (U.S.): Der Antrag Mumm will dir Landwirtschaft ganz von der Steuer befreien. Sei« Partei könne die Hand nicht zu einem Mietsteuergesetz bieten. Man möge die besitzenden Landwirte nur einmal energisch onfaffen. Erst die allgemeine Durchführung der Sozialisierung werde endgültig helfen können.

Aba. Hölle in (Komm.): Das freie Kapital ist nicht imstande zu bauen, da die Herstellungspreise so teuer ftoären, datz niemand die Mieten zahlen könnte. Daher müffen Staat und Gemeinde bauen, aber der Mieter darf nicht das Opfer sein, tote Ihre Vorlage das will.

Llbg. Becker-Arnsberg (Z.): Datz die notwendigen ls/r Millionen Wohnungen bis zum Herbst fertig werden, ist unmöglich. ES kann eben nur ein Teil fertig werden, und dafür brauchen wir keine 8 bis 10 Milliarden und kommen mit dem Notgesetz aus. Die von anderen i Parteien gestellten Anträge lehnen wir ab.

Minister Dr. BraunS: Eine Beschränkung der Steuer auf Wohnräume alle» würde nicht genügende Erträgnisse liefern. Di kommt nicht nur auf die großen Städte allein an, sondern vor allem auch auf das Land.

Nach persönlichen Bemerkungen wfich der Gesetzent­wurf unter Ablehnung der dazu gestellten Anträge ie erster, zweiter und dritter Lesung angenommengege» die Unabhängigen und Kommunisten.

Es folgt die Jnterpellatio» der Abgeordneten Hergt (Deutsch».), Gras Bernstorfs (D.-Hann.), Eisen» berger (Dauenibund) und Genoffen über die

Haferbew irisch aft»«g.

Die JnterpMatio» wendet sich dagegen, tzatz im Gegen­satz zu der Haferfreigabe vom 28.8.1920 eine Ver­ordnung de- ReichSernährungSministerS vom 11.12.1920 bett' Lanbwirten eine MndestabüeferungSpfllcht für Hafer auserlegt hat. .die schwere MMände für bk landwirt­schaftlich« Betriebsführung ergebe» hat.

Abg. Dr. 6e*wler (DeutschnatlZ begründet di» Jrrterpcllatkm. 23am bk Regierung mit solchen Verord­nungen tok der vom 11.12. be» landwirtschaftlichen Be­trieb stört, bann taut bk Landwirtschaft nicht so mit ihr Hand in Hand arbeite», wie ei notwendig ist. Wir ver­lange» bk Anfheb««g der Berordmmg, darnft die Produktiv» bet Lanbwtrtschast sich ruhig entwickeln und steigern taut. Die Landwirtschaft hat bei« unzuläffigcu Gewinne gemacht. ' . « !

Zur Beantwortung der Jnterpellatio» nimmt daS Wort Staatssekretär Hnber: A»S der Freigabe de» Ha­fers hatte sich bald ernt Gefährdung der Versorgung mit Brotgetreide ergeben. Darum sollte bk Zwangsbewirt-- schaftting von Has« wieder eingesührt werden. Mit Rücksicht auf die dringenden Vorstellungen ba Landwirt» wurde aber von einet Rationierung abgesehen. Die Bet- ordnung vom 11. 12. legt bat Landwirten nur eines