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AmÄches Derkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (das früher kurhesiische) OLerhesseft

Aufschlag, amtliche gilt al, Barrabatt.

Bei Beträgen unter 20 Mk. müssen wir bas Par! berechnen. Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt

Die MmWigW -es -Men Volker

äußere Politik dxr Regierung eingereicht.

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izeugn.) iil. an.

französischen Zone des beschien Gebietes auf»

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Ich bin nicht in der Lage, bevor die Beratungen des

3 _M Ska!'iuetts ab eschlossen sind, näher auf den Inhalt ein» »rima ßugehen und meinerseits Stellung zu nehmen. Es liegt am mir aber außerordentlich daran, daß Sie den von der

11.

Berlin, 31. Jan. Bor der morgigen Reichs-

in der halte.

Kriegsrat hu Elvsöe unter dem Vorsitz des Präsidenten Millerand zu einer Sitzung zusammengetreten. Der kommunistische Abgeordnete Marcel Eachin hat bei dem Präsidenten der Kammer eine Interpellation über

fflllll rftand.

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rniit. 3.

Der MLchlieferfteeik in der Bsalr.

Pirmasens, 31. Jan. Der Milchlief.

taossitzung wird der Ausschuß für auswärtige gellgcnhciten zusamwentreieu. Nnßcnininister Simons ivirb sowohl vor ihm wie altch vor kraklionLsührern Erklärungen abgeberu

Die polnische Agitation im Reich. Ein Polizetmasor der Berliner Schutzpolizei wurde, als er einen polni­schen Agitator, der unter einer Gruppe von Oberfchle- siern für die Abstimmung in polnischem Sinne wirkte, festnehmen wollte, von diesem mit einem Schlagring ins Gesicht ernstlich verletzt. Der Täter ist entkommen.

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Februar miyng.

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streik ip der Westpfalz dauert in großem Ums:ug weiter au, obwohl sich einzelne Gemeinden zur Writer- liefeiung verpsti^et hab?«. Der «Ladtrat in Pirma­sens richtete em Telegramm an die Kreisregierimg zwecks energischen Borgehens gegen die Streikenden. Boit den Streikenden werden aus der Landstraße Milch- sammlet angehalten und die Milchkannen in Straßm- gräben entleert. Ileberall sind berittene Milchstreik­posten zu sehen. Mehr als 3M Liker fehlen^hente wiederum in Kai^rslankern. Im Bezirk Zweibrücken sind verderpsälzische Gendarmen eingetroffen und ans die Landorte verteilt tnorben.

Ludwigshafen, 31. Jan. Wie diePfälzische Post" ans Frankenthal meldet, hat der Sekretär der Freien Banernschast, Ab'eilung Ra^<-Hcmsen, Haas Henle früh das Milchfuhrwcrk, das die der St.cht Frankenchal gelstirende Milch über Rockenhausen nach Frankenthal bringen sollte, angehalleu, die Kannen vom Wagen heruniergeworsen und 300 Liteo Milch aus die Straße geschüttet. Auf Anzeige hin wurde Haas in seiner Wohnung verhaftet.

Wilder Streik in de« Farbwerken von Bayer.

X*. K ln / 31. Jan. Die Mrekttrn der Farb­werke Leverkus« veröffentlicht folgende Mitteilung: In den Farbwerken Frmdrich Bayer Co., Leverkusen, brach am Sonnabend ein wilder Streik aus. Alle Betriebe einschlreßluh der lebenswichtige>' und füv die gesamte Prod'ikuon grnndleßenden 2ch.vef-lsä.«.re- fabriken liegen still. Der Grund des Ausstandrs ist die tariswidrige unb technisch unmögliche Forderung der restlosen Durchführung der 43-Sdundcnwo.h:, auch" bei ülgMiücicn notwendig«! Ueberstuirdeu. Die Ber- aulessuug ist die Cnllasjung eines Arbeiters wegen unbesi gtcn Verlassens der Arbeit zwecks Absriern von Uebcrstunden. Der Schaden ist sehr groß. Die Auf- nehme des Betriebs int bisherigen Umfang ist daher für längere Zeit unmögltch'.

Räte-Rutzland.

Krise in den pvlni^h-ruffitch-n Brrhandlsnse«.

wb. Kopenhagen, 31. Jan. DerPolitiken" wird aus Riga gedrablet: In de» polnifch-rufftiL«! Friedensverhaudlungen ist eine Krise »rngetreten. Man konnte bisher zu keiner Einigung über die von Rußland an Polen zu zahlenden »«ldbeträge gelangen. Joste erklärte, Rußland könne höchstens 30 Millionen Eold- rubel an Polen geben, während Dombski 70 Millionen Rubel verlangt. Der Zeitpunkt für die nächste Sitzung ist noch nicht festgesetzt.

Der Mangel an Heizmaterial.

wb. Moskau, 31. Jan. Ein Erlaß der Regie- rrng an alle Couverpementsvollzugskomitees betont, in der ersten Hälfte des Winters sei fast gar kein Brennholz zubereitet worden. Die Vorräte reichten im günstigsten Falle noch für 2% Monate. Um einer Katastrophe im Transportwesen und in der In- mstrie zu entgehen, müßten in der kurzen noch übrig gebliebenen Zeit alle Maßnahmen getrosten werden, insbesondere auch die Durchführung der Arberts- pflicht in den Gouvernements. Der internationale Rat der Cewerkfchaftsverbände beruft zum 1. 5. in Moskau eine internationale Konferenz der revolutio­nären Eewerkschaftsverbände ein.

Aus dem besetzten Gebiet.

Amerikaninbe Entickuldiauna-

wb. Berlin, 31. Jan. Im Auftrage des 'G»,te- rals A l l a n, des Oberbefehlshabers der amerikanischen Streitkräfte in Deutschland, erschien be> dem Reichs­kommissar für die besetzten rheinischen Gebiete dessen Vertreter, Oberst Stone, ber erklärte, der General wolle sich hierdurch formell bei der deutschen Reichs­und bodisch.it Landesregierung entschuldigen w:gen der von zwei amerikanischen Kriminalbeamter versuchten Verhaftung des Deutsch-Amerika ner's Berg­doll auf badrschem Gebiet. Der General habe zu dem Unttrnkhmow keinen Auftrag gegeben und billige es anch nicht. Der Auftrag zu bet Verhaftung Berg« dolls sei von dem erst kürzlich nach Deutschland ge­kommenen, ihm noch unbekannten Provost Marshal gegeben worden, ter geglaubt habe daß B-rgdoll sich

das irgendwie an Vorschlägen gemacht werden soll.

( Das Haus hörte diese Mitteilungen des Minister? schweigend an.

Präsident Lobe: Unter dem Eindruck der soeben gc- iöikn Mitteilungen möchte ich Ihnen Vorschlägen, in Me Beratung der heutigen Tagesordnung nicht cinyt« treten, sondern die Sitzung jetzt abznbrcchen. Für den Rall Ihrer Zustimmung möchte ich Ihnen weiter Vor­schlägen, eine Sitzung abznhalten morgen Dienstag, nach- lnittags 4 Uhr mit der Tagesordnung: Entgegennahme einer Erklärung der Rcgierrtng. Falls ich keinen Wider­spruch aus dem Hanse höre, darf ich annehmen, daß Eie sich meinem Vorschläge anschließen. Die Sitzung sst damit geschlossen. Schluß 1,40 Uhr.

der deutscherseits geforderten 1086 vorhanden sein D e gesetzlichen Vorschriften, dl« die Auflösung alle.' Selb st schütz organisatkonen anordnen ud deren Wi^wrerrichtung unter Strafandrohung ver­bieten, mässen bis zum 15. März veröffentlicht sein. Die Auslösung selbst muß spätestens am 30. Juni beendet fein. Von den von diesen Organisationen angesammelten Massen sind im ganzen Reich sämtliche schweren und zwei Drittel der Handwaffen einschließlich der Munition bi» zum 31. Mätz 1921 abzuliefern, der Rest der vorhandenen Waffen und Munition bi? zmn 30. Juni 1921. Die Sicherheitspolizei darf keine stärkere Bewaffnung haben, als sie von der inter­alliierten militärischen Kontrollkommission ausgesetzt ist. Ihre Stärke darf 100000 Mann nicht über­schreiten. Deutschland muß vor dem 8'1. Mär; 25 MUftvneu Mark als Entschädigung sür unzulässiger, weise aurgrfüyrteS Luftfahrt-Material zahlen. Die rcrbündeleit Rrgiernngen werden sich durch ständige Ueberwachung versichern, daß Deutschland dirfe B:r- pstichlungen erfüllt.

Mk Me Wm« her Wen MM« wird heute Nachmittag eine besonders dafür vorge­sehene Reichslagssitzung Aufschluß geben, rote Dr. Simons gestern tm Reichstag mitteilte. Von einer Erledigung der Tagesordnung wurde unter dem Ein­druck der Note der Verbündeten abgesehen. (Siehe den Parlamentsbericht.) Da? Reichsrabinett trat unter Vorsitz de» Reichspräsidenten gestern um 11 Uhr zu einer Sitzung zusammen. Der Minister des Aus­wärtigen erstattete Bericht über die Note des Obersten Rates. Nachmittags wurde die Besprechung der Note fortgesetzt.

Rücktrittsabsichten Dr. Simone?

Berlin, 1. Febr. In Zusammenhang mit den Pariser Beschlüssen wurde heute in parlamentarischen Kreisen das Gerücht verbreitet, daß Außenminister Dr. Simons sich mit der Absicht trage zurück;utreten, daß aber alle Anstrengungen gemacht werden, ihn 'zum Ausharren auf feinem Posten zu bewegen. Es rotib angenommen, daß diese Bemühungen Erfolg habe» werden.

Unerfüllbar und unannehmbar.

Die deutsche Presse.

Berlin, OFebr Sämtliche bürgerlichen und sozia­listischen Blätter tifläten einmütig den in Paris ausge- stcMrn Plan als nuersüllbar für Deutschland. Der frühere Reichsschabminister Gothein berechnet imBerl. Togebl.", daß der deutsche Ausfuhrzoll bestenfalls jähr­lich 0,6 Milliarden Goldmark erbringen kann. Den günstigsten Ertrag der deutschen' EinstihrzSlle schätzt er allerhöchste ns auf 400450 Millionen Goldmark. Mit dem Ausfuhrzoll zusammen würde sich ein Bruttoertrag von rund einer Milliarde Goldmark ergeben, also dir Hälfte dessen, wa» die Verbündeten schon im ersten Jahr »erlangen. Davon gehen aber noch die Kosten der Gren^ bewachung und deS ganzen Zolldienstes ab, die Gothci» mindestens ans 15 Prozent des Betrages veranschlagt. DieVoss. Zeitg." bezeichnet als die schärfsten Bcstim- mnngen diejenigen über die Pfänder unb Kon­trolle. Sie stellen die vollkommene wirtschaftliche Entmündigung des deutschen Volkes dar. Sir ^deuten eine Vernichtung der Wiedcrausbaumöglich- feiten eines besiegten Volkes, wie sie in der Weltgeschichte beispiellos dastehen.ImVorwärts" heißt cs: Eine Regierung, die dir Pariser Vorschläge annehmen würde, würde sich in Widerspruch stellen zur Meinung ganz Dcutschlarchs. In ganz Deutschland gibt e? keinen Menschen, der diesen Vorschlag für ausführbar hält.

Amerikanisch« Urteil«.

wb. London, 31. Jan.Daily Exchang«" mel­det aus Newyork: Der Vorsitzende der Chase Naltonal Bank erklärte, die Entschädigungsbedingungen der Pa­riser Konferenz seien allzu st reng. Eine Grupp« Wirtschaftler in den Vereinigten Staaten ist der An­sicht, daß diese Entschädigung niemals bezahlt werden wird. Es wird sogar der Ansicht Ausdruck ge­geben, daß die Bezahlung der Entschädigung in deut­schen Waren in Frankreich eine solche Arbeit»» losigkett zur Folge haben wird, daß die französi- ichen Arbeiter einen hohen Schutztarif fordern werden, um Deutschland zu verhindern seine Zahlungen fortzu führen.

DieTimes" meldet aus Washington, daß fast all­gemein die Ansicht vertreten wird, daß wesentlich« A b ä n d e r u n g e n in der von der Pariser Komoren- festgesetzten Entschädigungssumme fast unvermeidlich sind. In Amerika wurde barauf hingewiesen, daß so­wohl die Verteilung bet Entschädigung auf 42 Jahr« wie auch die Erhebung einer 12^piozentigen Steuer auf die deutsche Ausfuhr der Zustimmung Deutschland» bedarf.

Englische u«b italienisch« Pressestimmen.

wb. London, 81. Jan. In bet Entwaffnungifrag» erblickt betDaily Thronicle" eine größere Schwierigkeit da es nicht klar sei, ob und wie e» der deutschen Regierung

Frankreich/

< wb. Paris, 31t Jan. Ministerpräsident Briand ibitb, wie H'avas meldet, am Donnerstag in der Wammer «ber die Verhandlungen der interalliierten Wvnferenz eine Erklärung abgeben. Wie der »TempS^ mitterlt, ist heute nachmittag der ßaerite

NM« Stillstes.

6 2. Sitzung vorn 81. Januar.

Am Regierungstisch: Reichskanzler Fehrenbach, Vizekanzler Dr. Heinze, Dr. Simons, Dr. Koch, Wr. Geßler, Gröner n.a.

Präsident Löb«: Vor Eintritt in die Tagesordnung gebe ich das Wort zu einer Mitteilung dem Herrn Reichs- Minister Dr. Simons.

Außenminister Dr. Simons: Meine Damen und -Herren! Gestern Abend ist mir durch Fernschreiber der /Wortlaut des Beschlusses bekannt geworden, den die Pariser Konftrcnz am Sonnabend gefaßt hat. Das Ori­ginal der Mitteilung ist von der Konserenz dem Vorsitzen­den unserer Friedensdelegation in Paris übergeben unb ijtrirb, wie ich annehme, spätestens morgen früh in meinen Händen fein. Ich habe veranlaßt, baß ber Inhalt des durch Fernschreiber übersandten Textes des Beschlnsses sobald als möglich der Presse zugänglich gemacht wird. Da? Schriftstück ist sehr lang und umfangreich. Es ist dem Auswärtigen Amt sofort nntgeteilt worden unb unterliegt gegenwärtig ber Beschlußfassung des Kabinetts. Ich frühe heute morgen darüber dem Kabiurtt Vortrag ge­halten nnd werde es nachmittags fortsctzen. Ich habe nicht die Absicht, schon heute auf den Inhalt cinzugehen, ich will vielmehr nur so viel sagen, daß der Beschluß aus einer Note itrrb zwei Anlagen besteht. Die Note nimmt Bezug : aui die Anlagen und charakterisiert sie als Beschlüsse, die gePßt siird einerseits in ber Entwasfnungssrage, andcrer- : fei!? in der Reparationsfrage. Znr Reparationsfrage fit cick? Reihe von Aufzeichnungen beigegeben. Während die Entscheidung in ber Entwaffnungssragc als enb« ; gültig bezeichnet wird, sind die Entscheidungen in der Keparationsfrage derart, daß es zunächst Propositionen sind, von denen allerdings mit Nachdruck gesagt wird, daß sie einstimmig angenommen worden ftnb. Gleichzeitig wird die deutsche Regierung cingeladcn, analifi- jierte Vertreter Ende Februar nach London zu senden.

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Dienstag, 1. Februar Ssm"

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79 Milliarden Fehlbetrag.

Berlin, 31. Jan. Im Reichs rat führte Mini« |eriabire!for Sachs zum Haushalt aus» der ur­sprüngliche Eutwurs schließe mit 92,5 Milliarden ei. Im otdentitchen Haushalt hielt er mit 39 Mtlliacdeu In Einnahmen und Ausgaben des Gleichgewicht, wäh­lend im anßetorduttlichen «tu Fehlbetrag von Ü9 Milliarden vorhanden sei. Dteser vermehre sich Unter Hinzurechnung des Fehlbetrag? bei 'Bost unb Wisenbahnen um weitere 18 Milliarden, sodaß Hs sich Insgesamt um einen Fehlbetrag von 67 Milliarden handel«. Die Ergänzungen für 1920 bringen eine heitere beträchtlich« Verschlechterung der Finanzlage, durch bie die Summe ber ungedeckten Ausgaben des Weiches für bas Rechnungsjahr 1.920 auf rund 79 Mil­liarden entwachsen wird. Der ungeheuere Fehlbetcag Nn 73 Milliarden müsse mit allen Mitteln strengster- 8ud rücksichtslofestcr Beschränkung der Ausgaben ver- fcrinbert werden. Der Augenblick fei da. wo mit der immer >nieder verheißenen Einschränkung der Venoal- lungsa-.-sgabk« Ernst gemacht werden müsse.

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reis u»t«t jdiit.

Di«Oberhessische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. - Bezugsprets monatlich _T _ A 1.25 Mk., burch bie Post 4.65 Mk. Ausgabe L mitOberh. Eport?Ztg."l Mk. mehr.

7h Für ausfallende Nummern infolge Streiks ober elementarer Ereignisse kein Ersatz. ftl. AV Seriao von Dr. E.Hitzeroth. Druck ber llniv.-Buchdruckerei von Joh. Bug. Koch, ! Markt 21/23. Fernsprecher 55.

, jein . r Gegenstand vor diesem Punkt auf die Tages- 334' zrdnung gesetzt und daß Zeit gelassen wird, diese wjckitigc Angelegenheit vorziibereiten unb des weiteren zu sagen,

91t MtsnUtn mb SmInIMmwku.

DaS Wolffsch» Büro veröfsentlicht den Wortlaut der Bi schttisse der verbündeten Regierungen über die neuenWiedergutmachungs^-Fordentngdn. Artikel 1 enthält bie bereits bekannten 42 Jabresrafen, wozu noch 42 Raten lommcn (ab L 5. 21). von denen jede 12o/o des Wertes, der deutschen Ausfuhr gletchkommt, und die von dem Ertrag dieser Ausfuhr vorweg «rhibea werden nnd i n G o l d zwei Monate nach Ablauf jedes Halbjahrs zahlbar sind. Weiter heißt es über die Aus­führung dieser Bestimmungen und die Rechte der Reva- ratiouskommission -Wlcde'gutNachungZauskchusses):

Um die volle Ausführung vorstehender Bestimmun­gen ficherzustellen,. wird Deutschland bet Reparations- kommifsion alle Erleichterungen gewähren, um den Be­trag der deutschen Ausfuhr festzustellen und die hierfür notwendige Ueberwachung aufrichten. Die deutsche Regierung wird ber Reparationskomrnifston unverzüg­lich auf den Inhaber lautende Bons ausstellcn, welche an den in Artikel 1 vorgesehenen Fälligkeitstagen zahl­bar sind und deren Betrag jedem bet Halbjahrsbeiträge gleich kommen soll. Deutschland kann den im Voraus festgelegten Teil seiner Schuld stet« im Vorau» bezah­len. Die Vorauszahlungen, welche es zu leisten hat, werden dazu verwandt werden, bie festen Jahresraten zu ermäßigen. Diese werben zu biesem Zweck bis zum 1. Mai 1923 mit 8 Prozent, vom 1. 5. 1923 bis zum 1. 5. 1925 mit 6 %, rom 1. 5. 1925 ab mit 5% diskön- tieit werben. Deutschlanb wirb weder mittelbar noch unmittelbar irgendeine Kreditoperatton außerhalb seines Gebiets ohne Zustimmung der ReMtationskommission unternehmen. Diese Bestim­mung findet auf bie Reichsregierung, die Regierungen ber deutschen Länder, auf bie deutschen P r o v t it - zial- und Gemeindebehörden unb auch auf biejenigen Gesellschaften ober Unternehmungen, welche von beutfchen Regierungen oder, Behörden bewacht wer­den, Anwendung.

Artikel 5 bestimmt:

In Anwendung des Artikels 248 bes Vertrages von Versailles haben alle Güter unb Einnahme­quellen bes Reiches unb ber Länder oer Sicherstellung einer restlosen Ausführung der in der gegenwärtigen. Vereinbarung »getroffenen Bestimmun­gen burch Deutschlanb zu bienen. Der Ertrag der Deut» scheu See- unb Lanbzölle einschließlich insbesonvere des Ertrags aller Einfuhr- unb Ausfuhrabgaben unb aller Nebenabgabru bilden ein befonberes Pfanb für bie Durchführung ber gegenwärtigen Vereinbarung. Keine Asnderung in bet Zollgesetzgebung ober in ben Zoll­verwaltungs-Bestimmungen Deutschlands, die geeignet wären, den Ertrag der Zölle zu vermindern, darf ohne Zustimmung der Reparationskommisston vorgenommen werden. Die Gesamtheit der deutschen Zolleinnahmen wird für Rechnung der deutschen Regierung durch einen Eeneralzolleinnehmet für die deutschen Zölle vereinnahmt werden, der von der deutschen Regierung mit Zustimmung der Reparationskommisston ernannt werden wird. Falls Deutschland eine der in bet gegen­wärtigen Vereinbarung vorgesehenen Zahlungen umfn lassen sollte, kann

1. die Eefamtbeit ober ein Teil bes Ertrages. der deutschen Zölle in der Hand des Generaleinnehmers für die deutschen Zölle durch die ReparationskammWan beschlagnahmt und van ihr zur Erfüllung berteni« gen Verpflichtungen verwanbt werben, bie Deutschland zu erfüllen unterlassen hat. In biesem Falle kann die Reparationskommisston, wenn sie es für nötig hält, bie Verwaltung unb die Vereinnahmung der Zollelnnah- men s e! b st übernehmen,

2. bie Reparationskommisston außerbem die deutsche Regierung auffordetn, die Tarife zu eth-hen oder zur Vermehrung ihrer Einnahmequellen andere oon dieser Kommission für möglich erachtete Maß­nahmen zu treffen.

. Wenn diese Aufforderung ohne Erfolg bleiben sollte, so kann die Kommission die Tatsache der Richt-. Erfüllung der deutschen Regierung förmlich feststellen unb biefe Sachlage den Regierungen ber alliierten unb «ffoziierten Mächte anzeigen, bie bann bie von ihnen für gerechtfertigt erachteten Maßnahmen ergreifen wer­ben.

Sie EilmAmsWeniiim.

Ans dem Jichalt der Note über die Entwaffnung haben wir bereits gestern das Wesentliche mitgelcilt. Ergänzend tragen wir noch folgendes nach:

Es wird darauf hingewiesen, daß der vor der deutschen Reg>erung eiug'brachre Entrouri eines ReWs- wchrgefttzeS die Abschaffung der allgemeinen Weh - pflicht zwar für das Reich, aber nicht für jedes einzelne Land ausdrücklich ausgesprocheit habe. Auch seien darin Ergättzungstruppcn und andere nicht näher be- zeichnetc misitärisch« Organisationen vorgesehen. Vom L März ab dürfen Küstrin unb Lötzeu-Boyen keiner­lei Gtschützansrüstung behalten und die Festung Königsberg nur 22 schwere Geschütze haben und für die Ausrüjiung der Seebefest.igungrn nur 420 gatt

Regierung und mir persönlich ciugenommeneu Stand­punkt möglichst bald erfahren. Ich würde cs dankbar bc- ' frtftmm, wenn das hohe Haus beschließen wollte, morgen bn oller erster Stelle die Beratung über die Beschlüsse der Pariser-Konscrcnz auf die Tagcsorbnnug zu setzen, sodaß dir in ber Lage sinb .gleichzeitig hier im hohen Hause uns sowohl von rcgierungs- als von reichstagswegen mit kr ?|,,i-efenfnheit zu beschäftigen. Ich möchte bitten, baß

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