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Vmülches DerAndlgungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (das früher kur-hessische) OSerheffen

Erstes Blatt

Die WM-enMek MeiMMWeWeiteN

Heereshaushalts

Minister ein republikanisches Abzeichen ist, und daß er

Bolkskrankheit. Bei gutem Willen wird tl ge°

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, Respekt verlangen muß. Dem wird aber entgegengear-1 lingen, die Kluft zwischen Volk und Leer auszufüllen., beitet durch die Anfbanfchun» und Entstellung aller' (Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.)

Anträge zur Parlamentsreform.

Berlin, 28. Jan. Namens der demokratische? ReichstagSfrakiion stellte ALg. Schiffer nach vor-, heriger Verständigung mit den übrigen Regierung-* Parteien eine Reche grundlMnder Anträge zur Paclv mentsreform. Dl« erste verlangt den Erlaß eine- Gesetzes betreffend die Gcschästsordnunz des Reichs­tages. Unter dem Namen eines Aeltestenrrtrs soll ein Ausschuß von 28 Mitgliedern gebildet werden, dessen Vorsitz der Reichstagspräsident, in seiner Vec« tretung bei Vizepräsident führen soll. Der Aeltest--»' rat soll erstens den ReichstagspräsLentcn bet drk Führung der Geschäfte nnterstützen, zweitens ih«

Mg. Künster (U.S.): Auch unter der Republik herrscht noch der alte Kasernenton. Das Heer ist nach wie vor ein Instrument des Kapitalismus Auch die Sozialdemokraten sind zu Bewilligungen bereit. «Die Sozialdemokraten hatten inzwischen sämtlich den Saal verlässem) Die Reichswehr ist nach innen wie nach außen überflüssig. Die geforderten Mittel sind eine Verschwendung. Der Redner kritisiert dann die einzelnen Laushaltspositionem Die Musiker sind größtenteils über­flüssig, desgleichen Feldpröpste und Militärpfarrer. Auch die 5 Millionen für Sportbekleidung sind ein Nonsens.

86g. Dr. Haas (Dem.): Wenn unsere Reichswehr auch nicht im Großen mithin kann, so brauchen wir doch ein Heer, um wenigstens im Osten gerüstet zu sein. Deshalb bewilligen wir auch die kleinen Kreu­zer. Wir wollen damit nicht den Widerstand gegen Frank­reich und England stärken. Wir wollen nur Mannschaf­ten ausbilden, um eventuell, wenn ein kleiner Staat aus irgend einem Grunde uns überfallen sollte, uns wehren zu können. Heer und Marine wollen wir deshalb als eine Art Schule betrachten, um gerüstet zu sein, wenn sich die Verhältnisse einstmals ändern sollten. Wir müssen verlangen, daß der Osstzier die Regierung ver­teidigt, die der Vvlkswille eingesetzt hat. Die Reichswehr soll sich von jeder politischen Betätigung fernhalten. Wir

fort. "

ALg. Kuhnt (U. S.) stellt den Antrag auf Ver­tagung.

1 Der Antrag findet nicht die erforderliche Untere stützung. (Schallende Heiterkeit.)

Der Ausschuß hat 1 Vizeadmiral, 2 Konteradmiral* 4 Kapitäne zur See und 5 Korvettenkapitäne gestrichen und 8 Kapitänlentnants sowie 1 Kapitänleutnant (Inge­nieur) und 4 Oberleutnants neu eingesetzt. 3 Stabszahl­meister sind abgesetzt, desgleichen ein Generalarzt und zwei Generaloberärzte. Dafür treten ein Oberstabsarzt und zwei Stabsärzte hinzu. Außerdem sind drei Inken« drntnrräte neu eingesetzt. Ein Antrag sämtlicher bür* lichen Parteien will den Ausschußantrag etwas ab* ändern.

Abg. Giebel (Soz.) erklärt, besonderes Vertrauer habe seine Partei zur Marine nicht. Das Reichswehr- ministerium müsse .für eine größere Demokratisierung des Offizierkorps sorgen. Das Geld für den nutzlose» kleinen Kreuzer kann den Erwerbslosen zugute kommen.

Reichswehrminisier Tr. Geßler beweist, daß nach dem Kapp-Putsch alle Marincossiziere in Berlin abge- >. tzt wurden. Die Offiziere müssen enfeueber auf dem Boden der Verfassung stehen, oder als anständige Mcn- ftsten ihren Abschied nehmen. Kiel und Wilhelmshaven sind ja leider schwer getrofien, was im Raume der Mög­lichkeit liegt, soll für beide geschehen. Swinemüude und Pillau sind angesichts der Lostrennung Ostpreußens vom Reiche jetzt wichtiger geworben, noch mehr können leit unsere kleine Marine nicht verteilen. 10 »Prozent der Offiziere sind aus dem Mannschastsstande Hervorgegen­gen, wir werden ans diesem Wege fortschreiten. Er­forderlich ist aber, daß die betreffenden Leute die Offi­ziersschulen besuchen und die technischen Kenntnisse besitzen. Der kleine Kreuzer ist doch wirklich eine bescheidene Forderung, liefere Schisse sind

alle veraltet.

Wir müssen doch mindestens einen kleinen Kreuzer haben zum Schutze unserer Ausländsdeutschen. Der Schalsung einer neuen Flotte steht schon der Vertrag von Versailles entgegen.

Abg. Kuhnt (U. S.) protestiert aufs neue gegen die Beratung dieses zwecklosen Etattitels. Die Marine­offiziere seien stets der Herd derReaktion" gewesen. Sie waren mit ihrem Tirpitz die Kriegstreiber. Als der Präsident den Redner durch ein Glockenzeichen darauf aufmerksam macht, daß die 45 Minuten bald verstrichen sind, wirb der Redner von Ledebour ausgeiordert, in seiner Rede fortzufahren. Während der weiteren Ausführungen des Redners verlassen sämtliche Regierungsvertreter den Saal, gleichzeitig viele Mitglieder der Rechten. Dir Vertreter der Admiralftät und die Mitglieder der Rechten erscheinen wieder im Saale, als

Abg. Oberfohren (Tcutschnatl.) das Wort er­greift. Er führt aus, der Abg .Kuhnt trage einen großen Teil der Schuld an dem Niedergang unserer Flotte. (Zu­ruf links: Oberlehrerweisheit.) Was wir von unserer Flotte haben, müssen wir unter allen Umständen erhalten, denn wir können auf die überseeischen Verbindungen nicht verzichten.

Als letzter Redner ergreift Abg. Brüninghaps (T. Vpt.) das Wort . Er erklärte, er hätte einen der­artigen Zustand im deutschen Reichstag nicht für möglich gehalten. Als deutscher Mann halte er es unter seines Würde, auf die Kuhntschen Ausführungen zu antworten. (Zuruf des Abg. Kuhnt: U-Bootverbrecher!)

Vizepräsident Bell rstgt diesen Ausdruck.

Morgen Sonnabend, 12 Uhr: Mietsteuer, Not- uni Ergänzungshaushalt, Interpellationen und Wehrgesitz.

möglichen harmlosen Vorgänge. General v.Hülsen ist kein Kappist. Er sollte sogar von der Kappregierung verhaftet werden. Tas Streikverbot hat et beim Kapp- Butsch aus Anordnung der Reichsregierung erlassen. ^Zwischenruf des Abg. Adolf Hoffmann: Die Regierung hatte doch selbst zum Streik aufgefordert.) Der Abz. .Hoffmann muß in dieser Zeit geschlafen haben. Gegen den Wirtschastsverband der Berufssoldaten habe ich erst dann etwas unternommen, als ich von ihm in meinem Hause bespitzelt wurde. (Hört, hört.) Das ging denn doch gegen die Staatsautorität. Ich verbiete aber nicht den Bund, sondern nut gewisse Handlungen. Wenn ich einen Bund verbiete, würde ich alle verbieten. Die linksradikalen Bestrebungen gehen auf die Wiedereinrich­tung der alten Sokatenichte und Absetzung der Offiziere. Es ist eine durchaus falsche Ansicht, daß meine Befehle von den höheren Offizieren nicht beachtet toütben. Es ist eine elende Verleumdung, daß Herr v. Seeckt eine telephonische Aufforderung, zu mir zu kommen, abgelehnt haben soll. Ich bin ein Feind der gesellschaftlichen Borurtefle. Aber diese Vorurteile sind nicht eine Krankheit des Offizierkorps, sondern eine

AO George gegen Mab «ab 4/uuniu.

tob. Paris, 28. Jan. lieber die gestckgr Er­örterung der Rcparationsfrage berichiet derMatin", Lloyd George habe seinen Standpunkt dabin gekenn­zeichnet, daß die vorherrschenden Meinnngsver'ch e"en heilen weniger die Sache betreffen als die Methode, die angewendet werden soll. Man sei sich darin einig, daß Deutschland bis zur äußersten Grenze der Möglichkeit bezahlen müsse. Die Methode des Finanzministers Doumer nannte Lloyd George ein unerfüllbares Ideal. Mat könne di- Ausfuhr Deutschlands nicht unbegrenzt erhöhen und die deutsche Einfuhr nicht unbegrenzt herabsetzen. Für vieles Rohmaterial sei Deutschland vom Aus'ande alhäugig. Man könne auch ferner die deutschen Eisen­bahnen nicht mit einer besonderen Steuer belege«, da die dadurch erzielten Einnahmen bei der augenblick­lichen Lage Deutschlands Papier ohne großen Wert ergeben würde. Dagegen müßten die Verbündeten entschädigt werden für ihre ungeheuren Verluste toah- renb des Krieges, ganz besonders Frankreich, das während des Krieges die größten Opfer gebracht habe an Menschen sowohl wie an Material. England habe H undert taufende von Menschen verloren und zehn M'.lliarden Pfund Sterling für den Stieg ausgegeben. Man müsse also vor allem Deutschland in den Stand setzen, zu bezahlen In erster Linie müsse das Finanz' sqsten'. in Ordnung gebracht werden. Es könne nicht geduldet werden, daß die deutschen Bürger wemger Steuer zahlen als die der verbündeten Länder. Was die FestsehnMg der Schuldsumme aubrtres'e, so bestehe ein erhöhte» Interesse daran, das sobald als möglich zu tun im Hinblick auf eine eventuelle Flüssigmachung. Nach seiner Ansicht müsse man sich an die Abmachungen von Brüssel und Boulognc halten. Seine Meinung geht deshalb dahin, zuerst die Höhe der den.scheu Schuld festzusctzen, dann die Mittel, die man anwenden wolle, zur Gesundung der deutschen Finanzen, lieber die Anwendung dieser Methode müsse man in einer gemeinsamen Konferenz mit den Deutschen t erhandeln.

Nach demEcho de Paris" hat Lloyd George nicht verheimlicht, daß, wenn die französische These sich nicht wandele, er bedauern torüöe, seine Zeit in Par>ö verloren zu haben. Diese Aeußerung von Lloyd George nennt Pertinaz imEcho de Paris" ein briti-f-ches Ultimatum.

Doumer erwiderte, är sprach von seine« drei gefallenen Söhnen und von den Rechten Frankreichs, 'die man nicht aufgeben könne. Schließlich sag:.- Briand, die öffentliche Meinung in Frankreich könne eine Herabsetzung erst zulassen in dem Augen­blick, in dem der Bslveis erbracht fei für die Zahlungs­unfähigkeit ^Deutschlands. Wenn man einiges zu opfern gezwungen sei, so müsse das aus einem sicht - raren Grünte geschehen. Nach der jetzigen Zahlungs- sähigkeit Deutschlands könne man die deutsche Sckn-ld nicht bestimmen. Deshalb tritt Briand für drei oder fünf Jahresraten ein.

Nach Pertinap hat Briand Lloyd George mit einer französischen Ministerkrise gedroht, woraus Lloyd George erklärt habe, das fei ein Grund mehr, uw. ein für alle Male zum Schlüsse zu kommen Er habe konkrete Vorschläge gemacht, dir int Ab­kommen von Boulogne enthalten seien. Briand habe aber nichts Positives vorgebracht. Wenn man bei diesen Meditationen Keine, werde die englische Dele­gation abreisen. Im übrigen hatt- er sich an die im November festgesetzte Regelung. In diesem Augen­blicke schlug der belgische Minister Jasper vor. sich

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können von keinem Offizier verlangen, daß er seine monarchische Gesinnung ablegt. Aber wir sollen auch nicht, daß einem republikanisch gesinnten Offizier Schwie­rigkeiten bereitet werden. Daß die Offiziere Wert ans die Wiedereinführung der Achselstücke legen, ist für unS kin Anlaß, dagegen anfziitreten. Wir erklären den W,ritsch für vrrsiöndssch und berechtigt.

Abg. Säumig (Komm.): Meine Partei steht in scharfem Gegensatz zu dem kapitalistischen Staatssystcm, auch zu dem der demokratischen Republik. Darum lehnep wir den Etat ab, besonders aber den Heeresetat.

Abg. Emminger (Bayr. Vpt): Wenn da- In­strument der Reichswehr untauglich gemacht iuerben sollte so wäre das eine Sparsamkeit am falschen Platze.

Damit schließt die allgemeine Aussprache. Als Prä­sident Löbe abstimmen lassen will, bezweifelt Abg. Koeneu (Komm.) die Beschlußfähigkeit des Hauses, Das Büro schließt sich dem Zweifel an. Präsident Löbe schließt die Sitzung und beraumt die nächste Ntzuni auf b Minuten später an.

Präsident Löbeeröffnet die 60. Sitzung abends um 7 Uhr. Das Hans setzt die Beratung beim Kapitel bet

Marine ; i

Sh üritoeg über Seer unb Mariae.

5 9. Sitzung vom 28. Januar.

Auf der Tagesordnung stehen zunächst kleine' An- fragen.

i Auf eine Anfrage der Abg. Erkelenz-Korell PLem.) wegen der widerrechtlichen Bestrafung des Landrats Den Aeuß Freiherrn v. Lünink durch die Belgier gibt Ministerialdirektor Lewald den Tatbestand zu. Unser Protest ist leister erfolglos geblieben. Wir haben jiegen die Auffassung, daß unsere Beamte zu willenlosen Werkzeugen der Besatzungsbehörden gemacht werden kön- frten, aufs neue Protest erhoben und legen der Sache 'große Bedeutung bei.

Präsio^l Löbe entwickelt bann, gestützt auf den Vorschlag des Aeltest-nrates, das Arbeitsprogramm der nächsten Tage und bittet die Rckmer, sich auf eine brei- dienelstündige Redezeit zu beschränken.

Abg. Beyer (Komm.) protestiert gegen dieseVer­gewaltigung" und verlangt unter großer Unruhe Les Hauses die Einhaltung -des geschästsordnungsmäßigen Weges.

Präsident Löbe wiederholt, daß cs sich nur um einen Wunsch des Aeltestenrates handle. . .. ; >.

y- In der Weiterberatung des '

i polemisiert Abg. Brüning haus (D. Vpt.) zunächst ttzegen den Abg. Schöpslin und den sozialdemokratischen Antrag Radbruch. Auch -hm habe angesichts öer Mehr- !losten des Reiches bas Herz geblutet. Aber ein kleines 'Unternehmen arbeite mit denselben Unkosten wie ein größeres. Seine Partei habe mit Rücksicht' hierauf be- fentragt, die Schlußsumme des Etats nm 30 Millionen *n erhöhen. Der Redner verlangt energische Maßnah- taen zur Befreiung der deutschen Kriegsgefangenen in Wvignon. Der Redner dankt dem schwedischen Volke ffir die herzliche und taktvolle Aufnahme, die unsere Wchisfe dort bei einem Besuch in Karlskrona empfangen hätten und stellt fest, daß wie in Karlskrona, so auch stberall im Auslande die Deutschen an der alten schw.arz- Nkuroten Fahne sest hielten. Zu Lande Schwarz- rot- gold, zu Wasser Schwarzttveiß-rot, das sei so recht das Sinnbild der inneren Zerrissenheit Deuisch- firnds. Im Etat stehen die letzten Reste unserer Ver- bvaltung von K i a n t s ch o u. Das gibt mir Anlaß, Jber Tapferen, die unsere Ehre in Ostasien verteidigt haben, mit Dankbarkeit zu gedenken. (Bravo.)

i Reichswehrminister Geßler: Durch den Friedens- iberhag von Versailles haben wir unsere Souveränität in militärischen Angelegenheiten verloren. Wir fassen ^dieses Diktat als eine Ausnahmebestimmung für das 'Deutschtum auf und halten ein solches Ausnahmerechs (laut die Dauer ffir ausgeschlossen. (Sehr richtig.) Den :Bedanken der Weltabrüstung würden wir sehr begrüßen. "Örn unS herum sehen wir ein wahres

fieberhaftes Wettrüsten.

Das uns ausgezwungene Heeresbudget ist für Deutschland nicht angemessen. Wir brauchen ein Milizsystem mit kurzer Dienstzeit. Die Heeresslärke von 100 000 Mann reicht bei weitem nicht ans. Wir bemühen uns, has Diktat durchzuführen. Best der AuslSfung der Frei- -korps haben uns die Führer der Arbeiterschaft in bau* kensiverter Weise geholfen, die Entlassenen im Wirt­schaftsleben unterzubringen. Die Reichswehr soll den Bürgerkrieg nicht niederschlagen, sondern sie soll ihn d e r h i n d e r n.^ Ich halte es nicht für richtig, bei allen Ruhestörungen und Streiks gleich die Reichsweh: heran- ; zuziehen. Sie Hai andere Aufgaben. Die Disziplin hat 1 sich wesentlich gebessert. Wenn Die Entwaffnung rei­bungslos gelöst worden ist, so ist das dem loyalen Ver- tzalicn unserer Offiziere und Mannschaften und der loyalen Mitarbeit geeigneter militärischer und amtlicher Ratgeber zu danken. Mein Grundsatz ist: Der Friedens­vertrag muß loyal durchgeführt werden. Jeder Angriff lauf die Verfassung ist ein Verbrechen am Volke und am 1 Ifceer. (Unruhe auf der äußersten Linken.) An der

Aufrechterhaltung dcr . ? ,

unbedingten Disziplin J r' km Heere muß festgehalten werden. Die sachlichen Kosten ' find enorm gewachsen, vor allem durch die ungeheure i Preissteigerung der Pserde. Die Heeresangehörigen be* j klagen sich über mangelhafte Unterbringung. Sie be­rufen sich auf die früher gemachten Versprechungen. Die verheirateten Heeresangehörigen sind besonders übel daran Nnd vielfach von ihren Familien getrennt. Durch eine 1 verständige Dezentralisierung werden wir Besserung fchaf* fen können. Ich wundere mich, daß der Abg. Schöpflin ; die Frage der Achselstücke zn einer Frage der Repn- ' blik oder Monarchie gemacht hat. In Preußen hat die j Sipo immer Achselstücke gehabt. Sind die Achselstücke in Preußen vielleicht republikanisch und im Reich mormr- chistisch? (Heiterkeit.) Den Militärkapellen kann man unmöglich jedes außerdienstliche Spielen verbieten. Die ; Vorgesetzten sollen nicht Gehorsam verlangen, wenn sie . Andererseits selbst äußern, daß sie die Gehorsamspflicht i nicht achten. (Rufe bei den Sozialdemokraten: So wird es aber gemacht.) Nehi, die Zwischenfälle werden immer i geringer und sie werden ganz aüfhören. (Abg. Adolf Hofs- i wann ruft dazwischen: Da sind Sie wieder schön einge­wickelt worden. Heiterkeit.) Tie Sozialdemokratie, die : selbst Achtung vor den republikanischen Abzeichen ver­lang! habe, sollle bedenken, daß auch der bürgerliche Wehr-

ank Jahreszohlungen von etwa drei Milliarden Gold­markt zu einigen, aber später erst die 'Zahl dieser Jahriszahlungen zu bestimmen. Diesen Kompromiß, sowohl war die Höhe als die Anzahl der ZahliiHtzen betrifft, soll in der Hauptsache die gestern eingesetzte Kommission formulieren.

Seiatsre in Siaftnraab.

tob. London, 28. Jan. Ein eingehendes Bild über die Lage in Paris bringt der dortige Bericht­erstatter derTimes". Er schreibt, die Aussichten der Konferenz hätten sich keineswegs gebessert. Der Berichterstatter verzeichnet da? gestern, in Paris um­laufende Gerücht, daß Lloyd ©eorge Briand mitgckerlt habe, toentt dieser Doumer nicht selbst desavouiere, dann täte die britische Delegation besser, ihre Koffer zu packen unb ab zu reisen. Briand unb di- übrigen französischen Delegierten seien auf keinen Fall derselben Ansicht wie Doumer. Wenn ole britische Regierung nicht bereit sei, ihre Zustimmung zu Bürg, schäften rber zu etwaigen Zwangsmaßnah men zu geben, so sei ein ernstes Uebe:ein!ouunen in der WiebcrguttnachungSfrage nicht möglich. Frankreich wolle eher die Durchführung des Friedensverrragrs auf eigene Hand erzwingen, als sich die Wiedergutmachung neh-nen lassen, die es zum Wieder- cusbau der zerstörten Gebiete brauche. In dieser Frage bestehen keine Meinungsverschiedenheiten zwkstlren den franrösischen Staatsmännern, die tut Ruse stehen, versöhnlich zn sein wie Briand, und den weniger nach- gierigeren Staatsmännern wie Poinearr.

Unter den mchtsranzöjijchen ' Delegierten soll die Ansicht bedrciiei sein, das; man augenblicklich von einer Konsirenz garnicht mehr reden könne und daß si: lieber schon heute als utn Samstag enden sollte. Bis zur Lsnüouer Konferenz am 21. Februar würden dann die Sachverständigen in Brüssel ihre Ver- fjanbiurgir mit den deutschen Delegierten lvieder aus­genommen haben. Wenn die augenblickliche Konferenz den Eindruck herrorrujru sollte, des; Briand nicht stark genug sei, um die Wiedergutmachung, die Frinkw-ch dringend brauche, zu sichern, so lön-cke die ösfeutltche Meinung Pvincare möglicherweise an die Spitze einer auf keinen Fall nachgiebigen Mehr­heit stellen. Lloyd George, dessen Rede über den Ver­trag von Serres nach Leygnes' Bericht Ende De­zember zweifellos zmu Sturz des Kabinetts beigetragen habe, Bal-» es in der Hand, ebenfalls zum Sturz Briauds und zur Einsetzung Poincares das Seine zu tun. Lloyd George toerde vielleicht dieses Ende nicht it'üiische.

Ans London meldet Havas noch, daß Lloyd George in seiner gestrigen Rede auf der Pariser Konferenz noch gesagt habe, die Verbündeten seien fest entschlossen, einander zu nmei stützen, ufn Deutschland zur Zahlung der Reparationskosten zu zwingen.

Str WM btt ilnttmMujstt.

Zn 42 Zähren 226 Milliarden Mark.

wb. Paris, 29. Zan. Der llnteransschuh hat heute nacht beschlossen, dah Deutschland folgende Summe zahlen soll: Zn den ersten 2 Zähren je 2 Milliarden Eoldmark, in den nächsten 3 Zähren je 3 Milliarden, in den nächsten 3 Zähren je 4 Milliarden, in den nächsten 3 Zähren je 5 Mil­liarden, in den folgenden 31 Zähren je 8 Milliar­de», zusammen in 42 Zähren 226 Milliarden Cold- mark. Außerdem soll eine Steuer von 12y3 Pro­zent des Wertes seiner Ausfuhren erhoben werden.

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