amtliche rrrabatt.
58. Mg. 1921
Marburg
Montag, 24. Januar (Sortime)
Amtliches Derkündigungsblau des Kreise» Marburg.
Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberhessen
Der Anzeigenpreis beträgt für die 8gesp. Zeile 75 Pfa. und 10 und auswärtige 1.— Mk„ Reklamezeile 3.00 Mk. Jeder Rabai „ Bei Auskunft durch die Geschäftsstelle und Vermittlung der Angebote 75 Pfg. Sondergebühr. — Bei Beträgen unter 20 Mk. müssen wir das Port» für di« Rechnung berechnen. — Postscheckkonto: -lr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
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Die SWvUtm Nr Niittoen Joten Amee".
■; gitortlnnotn md SeWldcküS.
269 Milliarden Goldmark.
wb. P a r i s, 22. Jan. Der „Petit Parisien" sagt in einem offenbar offiziell beeinflußten Aufsatz, daß, wenn die Sachverständigen der Verbündeten in der Rcparationsfrage den Vorschlag von vorläufig 5 Jahreszahlungen gemacht hätten, sie dies getan hätten, weil sie nicht das Recht hätten, die endgültige Summe festzusetzen, die Deutschland insgesamt zahlen solle. Sollte es aber doch dazu kommen, daß die Gesamtsumme festgesetzt werden solle, so dürfe diese sich keineswegs niedriger stellen als die, die auf der Konferenz von Boulogne fest gelegt worden fei, nämlich 269 Milliarden Cold- Mlrk.
Die 5 Zahreszahlunge«.
f London, 22. Jan. «Daily Expreß" meldet: :■ Bei der gestrigen Konferenz zwischen Lloyd George * und Lord Turzon habe sich Äoyd George sehr an- ; erkennend über die Rede Vriands ausgesprochen. I Frankreich sei irgendwelchen Zugeständnissen an s Deutschland sowohl in der Entwafsnungs- als auch ! bi der Repcerationsfrage ausgesprochen feindlich gekirnt. Man erwarte jedoch in London zuversichtlich, daß keinerlei ernstliche Differenzen entstehen werden. In der Entwaffnungsfrage werde der erste ßchritt eine Rote an Deutschland sein, in der eine Aeitgrenze festgesetzt werde. Frankreich werde | vielleicht eine kürzere Zeitspanne als die britischen L Delegierten wünschen. Es werde jedoch nicht schwie- I jtg sein, mit bezug auf die Zeitpunkte eine Aus- | tzleichslinie zu finden. Es bestehe aller Grund zu t der Annahme, daß die Verbündeten den Vorschlag U der Kommission, Deutschland fünf jährliche Zah- Mlkm,gen von je 150 Millionen Pfund Sterling (3 I Milliarden Eoldmark) auzuerlegen, annehmen gijpeiben.
wb. Paris, 22. Jan. Nach Ansicht des „Temps" wäre es von Wichtigkeit, daß Deutschland ; sofort die Zahlungen beginne unter voller Aus- j Nutzung besten, was es leisten könne. Angesichts feiner ungünstigen finanziellen Lage könne 'man diese Zahlungen nur für kurze Zeit festsctzen. Das beabsichtige der Vorschlag, ihm die Zahlungen von 15 Milliarden Mark in 5 Jahreszahlunaen vUMgebsn. Deutschland könne aber, wenn es sich verpflichte, diese ersten Zahlungen zu leisten, verklangen, daß man ihm mitteile, wie hoch der Gesamtbetrag besten sein werde, was die Ver- - Nndeten von ihm verlangen werden. Der Vertrag s - von Versailles gebe ihm das Recht dazu. In die- i fein Falle werde es Sache der Reparationskommis- sion sein, diesen Höchstbetrag festzuseßen.
Die Haltung Englands.
wb. Paris, 23. Jan. Der Londoner Korrespondent des „Demos" meldet, daß die Hoffnung auf eine völlige Einigung in der so wichtigen Entschädigungsfrage gestiegen sei, da man in Frankreich eine Tendenz festzustellen glaube, die sich dem englischen Standpunkt nähere, der darauf hinausgehe, eine Entspannung in Europa herbei- zuführen, ohne die berechtigten Jnteresten der verbündeten Ländern zu opfern. Aus diesem Grunde habe sich auch die englische Negierung wenig geneigt gezeigt, starke Mittel anzuwenden, ob es sich . um die Entwaffnung Deutschlands,' oder um die Neparationsfrage handelt. Der zukünftige Friede kann nach der Ansicht der englischen Regierung besser sicher gestellt werden, wenn man zum diplo- ! Malischen Druck seine Zuflucht nehme, also nicht ' ; Lu Zwangsmaßnahmen, wie zur Besetzung neuer | Gebiete. Wenn die Regierung tir Berlin erklärt, F sie könne die Einwohnerwehren M der vorgeschriebenen Frist nicht auflösen und wenn dies wahr sei, so sei die einzige vernünftige Lösung, ihr eine # e ueFrist zu bewilligen.
mb. London, 22. Jan. Der Berliner Bericht- I erstattet der „Daily News" gibt sensationelle Berichte über die Haltung Deutschlands wieder, wonach die britische Negierung die Absicht habe, Deutschland zu kwingen, den französischen Plan von Teilzahlungen bei späterer Festsetzung der Eefamtentschädigung-summe vrzunehmen. Dadurch, daß deutsche Prestebericht- ' erstattet: verhindert wurden, nach England zu gehen, würden von einer Gruppe deutscher Berichterstatter in Varis Nachrichten über die britische Politik in französischer Färbung nach Deutschland übermittelt, wahrend die britische Negierung seit Monaten da? iiögte Entgegenkommen bewiesen habe.
Die Beratungen des Obersten Nates.
wb. P a r i s, 23. Jan. Wie der „Temps" mit- te-.a, wird morgen nach Eröffnung der Sitzung des Obersten Rates an erster Stelle "bie Frage der Entwaffnung der Einwohnerwehren i ^handelt. Man glaubt, daß das Rsparatisns- | Noblem erst am Dienstag besprochen wird.
. Lloyd George, Lord Tnr-on und die Mit- Wieeer der ei glij-hr» Delegation sind heute nach-
Sos oiWmdM BMiMOlM.
Große Wasfenfunde. — Die geplante bewaffnete Aktion vereitelt.
wb. Berlin, 22. Jan. Aufgrund des bei den Durchsuchungen nach dem Bestehen eine: „Roten Armee" am 19. Januar in Essen, Düsseldorf, Elberfeld und Lünen bei Dortmund gefundenen Beweis - materials und der Geständnisse einzelner Fesigcnom- mener ist, soweit die Ermittelungen bisher ergeben haben, folgender Sachverhalt als feststehend zu erachten:
In Berlin besteht eine militärische Leitung der Roten Armee, welche von der politischen K. P. D. ins Leben gerufen ist und die die übergeordnete Stelle für mehrere Kommandobehörden bildet. Eine dieser Kommandobchörden (Zcntraloberleitungl befinde sieb in Essen und ist wiederum die vorgesetzte Stelle sür vier Bezirksleitungen (B.-L.), nämlich in Essen, Remscheid, Bielefeld unb Cassel. Diese B.-L. sind die Kommando,stellen für die entsprechenden örtlichen Bezirke. Der Bezirk Essen ist seinerseits in drei ünrer- bczirke (Essen, Hamborn, Dortrnund) gegliedert, die Unterbezirke endlich zersallrn in Kreise mit Krersstäben, die Kreise in örtliche Organisationen mit Orksstäben. Neben den der Z O. L. Essen un'erst henden Bezirken Essen, Remscheid, Bielefeld und Cassel besteht noch ein besonders organisierter Bezirk mit einer von Essen unabhängigen Oberleitung (M. O.-L l in Düsseldors. An der Gesamtorganisation ist seit Anfang Dezember 1820 in besonders verstärkter Weise gearbeitet loorben. Die Organisation hat durchaus militärischen Charakter. Die Rote Arinee wird unmittelbar" von der K. P. D. organisiert. Die K. P. ©. be rücktet sich gewissermaßen als einen Staat im kleinen mit Reisorts wie Finanzwesen, Arbeitswesen, Zioil- organisaüon, Militärwesen usw. Das Militärwesen teilt sich in die Militärpropaganda (M.P.) und d'e Militärabteilung (M. A.). Die M. A. umfaßt die eigene militärische Organisation, wie sie oben geschildert ist, und den Nachrichtendienst, der die Beobachtung und Feststellung der Stärke des Gegners zur Ausgabe hat und der besonders durck eincn stress durckgrsührten Kurierdienst der kommunistischen Jugendorganisation versehen wird. In der M. A. sind folgende bemerkenswerte Organisalionsakten gesunden worden: Feldgendarmerie, Verpflegung« vesen, Bekleidunzswesen, Nachrichtendienst. Verkehrswesen, Fahrtbcreitsckafteu, Waffen- und Munition sbeschafluttg mit Listen über Wasscnlager der „Reaktionäre" und auZgefüllten Waffenbestandslisten der Regimenter, B - zirkskommmido, Rekrntenüepot, Werbebüro, Löhnung der Roten Armee, Svczialtrupven. Radfahrschasteii, Finanzwesen, Sanitätsdienst, Soldatenräte. Gerichts- kommission, Kassenbücher, Registraturen, Befeh^sbnch, Generalstabskarten, Telegrammsch^üssel für den Berk br zwischen der Zentrale in Berlin und Düsseldorf, Korrespondenz zwischen Berlin und Düsseldorf, Organi' sationspläne. Außerdem wurden ein Stempel „Militärische Oberleitung Düsseldorf Rote Armee" mir
mittag im Sonderzug angekommen. Auch der Vorsitzende der interalliierten Kontrollkommission in Deutschland, General Rollet, ist in Paris zur eventuellen Teilnahme an der intereD' 'm Konferenz eingetroffen.
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Oberscblesieu.
Beschlagnahme polnischer
Rybnik, 21. Jan. Der „Oöerschlesische Wvr- derer" schreibt: Heute morgen drei llhr wurde 3 Kilometer südöstlich von Ruptau ein polnischer Waffen transp ort beschlagnahmt Die sechs Beg'cüer. alles bekannte Polen aus B'aklowitz, sind entflohen.
Amtlich gibt die interalliierte Kommission bekannt: Bei Rybnik wurden durch interalliierte Truppen und die Abstimmnngspolizei folgende Waffen beschlagnahmt: 15 Maschinengewehre, 20 Reserveläufe und 140 Kisten mit 50 000 Schuß Munition, 100 Handgranaten und 101 Wurfgranaten.
Dir polnische Abstimmungsfabotage.
wb. Kattowich, 22. Jan. Der deutsche Abstim- mungskommifsar Dr. Urbanek richtete an die interalliierte Kommission in Oppeln ein Telegramm, in dem es heißt: Gestern abend hat der polnische Vorsitzende des Paritätischen Ausschusses in Laurahütte Paul Kuczna eigenhändig im Eerneindemeldeamt sämtliche Ersuchen auf Ausstellung von Aufenthaltsbescheinigungen weggenommen und fortgeschleppt und sie bis jetzt nicht zuruckgegeben. Es handelt sich um über 650 Ersuchen. Wir erheben gegen diese unerhörte Sabotage der Abstimmung schärfste Verwahrung. Wir Verlangen sofortige Abberufung und exemplrcrksche Dcftraftmg des Kuczna.
Sowjetstern und eine Unmenge Soldbücher und Stammrollcnauszüge be'chagnahmt. Die Stäbe selbst hatten eine Dezernatsbearbeitung, wie sie früher in der Armee üblich war, so z. B. die Zentral- oberleitung ein Organisationsbüro, ein Operationsbüro, ein Nachrichtenbüro usw. Tie Sitzungen der Militäroberleitungen haben zum Teil im Büro des kommunistischen Organs „Ruhrecho" stattgesunden, scdaß auch hieraus ein unmittelbarer Zu- sammenhang zwischen Partei und Kamvf- oraanisation zu erkennen ist. An Beweismalerial ist außerdem eine überaus große Anzahl von Mobilmachungspläne u, Stempeln roter Formatmnen, stenographischen Berichten über militärische Sitzungen, Nachrichten über die Stärke des inneren Gegners, de: als „Feind" bezeichnet wird, Meldungen der Unterführer an die Oberführer über die Zahl der Waffen der Orts- und Kreisbehörden, über Waffenlager usw. gefunden worden. Nach diesem Beweismaterial find seichte und schwere Waffen sowie sonstiges Kriegs- mat.lial in erheblicher Menge vorhanden. Aus einer Niederschrift ist zu erkennen, daß die bewaffnete A k t t o n im Anschluß an den Hamborner Streik der Hüttenarbeiter, der bis zum Generalstreik propagiert werden sollte, geplant war. Stach einer Aeuße- rung des politischen Leiters der vereinigten kommunistischen Partei in Essen, Schönöeck, hat jedoch ein Eintreten in die Aktion aufgrund einer Anweisung de: Berliner Zeniralleitung nicht stattfinden können, weil diese eine Gesaintaltion im ganzen Reich noch n i ch t f ü r möglich hielt. Die Aktion sollte infolge- dessen vorläufig aus 14 Tag: verschoben werden. Durch die Aufdeckung der Roten Armer ijr sie zunächst vereitelt worben.
„Haltet den Dieb!"
Ein Zweifel an dem Bestehen einer „Roten Armee" in Deutschland zum Sturz der Regierung und Errichtung einer Rätediktatur, wofür bürgerliche Zeitungen seit langem Belege beigebracht haben, sift nun angesichts dieses jetzt auch von den Behörden fcstgsstellten erdrückenden Vrweismaterials nicht mehr möglich. Die Verbindung der bis ins kleinste organisierten militärischen Umfturzorgani- sation mit der kommunistischen Partei ist erwiesen. Wie üblich, greifen die Kommunisten nun zu dem Mittel des „Haltet den Dieb", um die Aufmerksamkeit von ihrer Wühlarbeit abzulenken. Die „Rote Fahne" veröffentlicht „Dokumente" über angebliche Umstuzarbeit der „vaterländischen Königspartei" sowie der Organisation Escherich unter Anführung der Namen Ludendorff, Graf Reventlow, Witkowski, Vitzthum v. Eckstädt u. a. Diese „Dokumente" werden von der Organisation Escherich als Fälschung erklärt. Die O. E. habe weder mit den Königsparteien jn Bayern, Sachsen oder einem anderen Lande noch mit General Ludendorff etwas ’u tun. Buch der Staatskommisfar für öffentliche Ordnung hält die „Enthüllungen" der „Roten Fahne" für eine Fälschung.
Eine polnische Agitationszentrale in Berlin.
wb. Berlin, 23. Jan. Den Blättern zufolge cr- mittelte gestern die Polizei in der Holzmarktstraße 10 eine polnische Agitationszentrale, die Erwerbslose gegen größere Tagessummen als Schlepper für den Kauf oberfchlesifcher Stimmen benutzte. Ein polnischer Agent wurde festgenommen und eine ganze Reihe Schlepper unschädlich gemacht.
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Räte-Rutzland.
Wah -Verlag« der Kommunisten in den Petersburger Fabriken.
Riga, 22. Jan. Laut „Prawda" haben die Kommunisten bei den Wahlen der Revisionssowjets in den Petersburger Fabriken und Werkstätten eine völlige Niederlage erlitten. So wurden z. B. in drei Fabriken 77 Parteilose und nur 15 Kommunisten gewählt.
Abschaffung des Geldes.
Reval, 22. Jan. Die Sowjetzeitungen veröffentlichen eine offizielle Note, in der gesagt wirb, daß die Wirtschaftslage der Sowjetrepublik zu der Notwendigkeit führte, einen neuen Wertmesser an Stell« des Geldes aufzurichten. Es wurde eine Kommission ernannt, die den Vorschlag beraten soll, eine Arbeitsstunde als Werteinheit ein- zufiihren.
D«s englische Unterserbsot „K. 5" ist am 20. Jan. mit der gesamten Besatzung, ungefähr 55 Mann, hundert Meilen westlich von Laudscnd untergrgan- üe«.
Sie geOick MhW tat M- ul MtmoWWen.
Trotz der Erhöhung weitere Milliardenfehlbeträge.
Briefe 60 Pfg., Postkarten 40 Pfg. j
wb. Berlin, 22. Jan. Bet der neuen Pvst- und Tklegraphengebührenvorlag« handelt es sich, wie der Reichssinanzminister bereits dieser Tage erklärte,' um eine finanzpolitische Maßnahme, die ebenso wie auch bei dec E'.senbahnverwaltung, notwendig gewor^ den ist, um das vorhandene große und durch die vom "Reichstag genehmigten neuen Personalausgaben noch gesteigerte Defizit zu verringern. Der Haushalt der Reichspostverwaltung schließt für das Rech» nuugsjcchr 1920 mit einem Solldefizit vor 2,9 Milliarden Mark ab. Dieses Defizit wird sich nach de.i bisherigen Rechnungsergebnissen noch erhöhen. F "F 1921 wird es sich voraussichtlich auf 31/, Mlllarh g stellen. Durch die neue Gebührenvorlagr sollen 2 M 1 halben Mehreinnahmen erzielt werden, um so d 1 Mögliche zu erreichen, da sich das ganze Defizit n i i ■ 1 decken läßt. Die Frage, wie die Post mit der im Ami! 1920 eingeführten Gebührenerhöhung abgeschniuli bat. wodurch l1/» Milliarden Mehreinnahmen ar.'- gebracht werden sollten, beaMwortet sich dahin, daß dieses Mehr für das Rechnungsjahr 1920 einkomm'.i wird. Die Verringerung der Betriebsausgaben du ck, Einschränkung des Personals sowie durch Vereinfachung der Organisation und Verwaltung ist zum Tell sch: > durchacsührt und wird weiter betrieben. Die in bei Oesfcntltchkeit vielfach vertretene Ansicht, daß sich aus diesem Gebiete noch außerordentliche Ersparnisse er. reichen ließen, sind irrig. Tie Neichspostverivaltunq darf feststellen, daß der Gesundungsprozeß ba ihrem Personal im Fortschreiten begriffen ist, uni diß int Betriebe der Reichspost- und Tclegraph-U" Verwaltung ein gesteigertes Arbeiten Wicker Platz greift, ist auch der Wrm.'cb der grvtzeu Organisationen bei Beamtenschaft. Wenngleich wohl der Personalbestand den srühcretl nicht unerheblich übersteigen Wick, muß man sich klar darüber sein, daß der Sprung von zehn Arbeitsstunden vor dem Kriege auf deren acht so erheblich ist, daß er sich auch bei intensiven Leistungen wahrend der Zstündigen Arbeitszeit nur durchs entsprechende Mehreiusiellung von Personal ausgleichen läßt. Sie gesamte Organisation der Reicktspost-^ Verwaltung ist nach dem Ergebnis umfangreicher Prüfungen bereits nach Möglichkeit vereinfacht. Gleichwohl wird dauernd' auf diesem Gebiete nachhaltig weiter, gearbeitet. Nach allem werden sich durch Erspar-, wisse noch einige hundert Millionen voraussichtlich gewinnen lassen. Das Defizit von 4 Milliarden in der Hauptsache auf diesem Wege zu beseitigen, ist ickoch unmöglich. Als einziges Mittel, den Stand des Haushalts wenigstens teilwerfe zu verbessern, bietu sich daher nut die weitere Erhöhung der Gckuhrensätze, wo der Tarrs noch tragfähig erscheint unb damit eine Erdrosselung des Verkehrs noch nicht befürchtet zu werden braucht, bar.
Nach dem neuen Entwurf beabsichiigt der Iirichs- postm'nißer folgende neuen Gebührensätze vorzu- schlegen: t
Für Briefe bis 20 Gramm 60 Psg., über 20—250 Gramm 1,20 Mk., für Postkarten 40 Pfg., für Drucksachen bis 50 Gramm 20 Pfg., über 50—100 Gramm 40 Pfg., über 100—250 Gramm 60 Pfg., über 250—500 Gramm 80 Pfg., über 500—1000 Gramm 1 Mk., für Geschäftsvapiere (ebenso wie sür Mtschserckun- gen) bis 250 Gramm 60 Pfg., über 250—500 Gramm SO Pfg., über 500—1000 Gramm 1 Mk., für Warenproben bis 250 Gramm 60 Pfg., über 250—500 Gramm 80 Pfg., für Päckchen (bis 1 Kilogr.) 2Mk., für Pakete in her Nabzonr bis 5 Kiloqr. 3 Mk., über 5—10 Kg. 6 Mk., über 10—15 Kg. 12 Mk., über 15—20 Kg. 18 Mk., in der Fernzon« dementsprechend 4,8,16 unb 24 Mk. Beabsichtigt ist ferner die Einführung einer Mindestjahresgebühr im Zeitungsversand von 1.80 Mk. für die Jahresnummer, sowie die künftige Erstattung der der Post, wenn sie die Verpackung der Leitungen anstelle des Verlegers besorgt, heraus erwachsenden Selbstkosten. Hierzu stimmen einigt Sfenbentngen non Gebühren der Postordnung, die nach der Genehmigung durch den Reichsrat im Wege der Verordnunt einzusühren wären, nämlich die Erhöhung der Ein* schreibegebühr auf 1 Mk., eine Erhöhung der Eil- bestettgebübr für Briefe im Ort»- bezw. Landbestellbezirjl .nif 1,50 und 3 Ml. sowie für Pakete auf 1,50 Mk. bej». 5 Mk., ferner beim Berkaus der amtlich berausgegckenen 'Postkarten, Postanweisungen trab Kartenbriese die Er- ltebung eines Zuschlags in Höhe der Selbstkosten für Papier, Der Entwurf emes Gesetzes zm Aenderung bei Postscheck^ Gesetzes sieht vor die Festsetzung einer Zählkarte»^ g e b ü b r aus 25 Pßq. bei Beträgen bi» 50 Mk., 50 Pfg. bei Beträgen über 50—500 Mk., !Mk. bei Betröge« über 500—1000 ML und 2 SRI. bei Beträgen über 1000 Mk., ferner bei baren Auszahlungen durch Postscheck eine Erhöhung der festen Gebühr von 10 Pfg. auf 20 Pfg. Nach einem weiteren Gesetzentwurf über bi« Aendernng der Teltgraphengebührtn soll bi« Wertgebühr künftig betragen bei gewöhnlichen Telegrum- men 30 Pfg. unb mindestens 8Mk, bei PresseA le* grammen d e Hälfte dies« Sätze,