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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises MarLmg.

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Overheffen

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T»kOberhe!si!cke Zeitung" erscheint sechs»«! wOchentlick. BeMtzspreis monatlich

Mavbrrvq

Der Anzei,-n»rei» »«trägt fflr die 8eefp. Zelle 75 Pfa. und 1V"/, Aufschlag, amtlich« f rn w und auswärtige 1. Mk.. Reklame»«»« 3.00 MI. Feder Rabatt gilt als Barrabatt f hh Ailhj'fi ch die Eeschäitrstell« und Vermittlung der Angebote 75 Pfa. Eon. I ö . y.

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^ilr ausfallend« Nummer« lnf.lg«Etr..l, oder elementarer Erergnige ke,n Ersatz.- SüNNaÜk»nd Auskunft durch die Eeschäftsstell. und Vermittlung der Angebote 75 Psg. Son.

Verlag von Dr. T. Hitzerotd. Druck der llnlv.-puchdrnckere, von 2 oh. Lug. «och, ÖUUHUUeHV, ^UnilUl dergebllhr. - Bei Beträgen unter 20 Mk. müssen wir da» Porto für die Rechnung Warft 21/23. ^«rnlorecher 55. fHarlxng, berechnen. Poflscheckkont«: 9?t. 5015 Amt ffranllurt a. Main.

Erstes Blatt.

Im Mi tiMe .WlkdnmlUMilW".

' Di« Besprechung drs StaatssekretärsBergmann.

ro6. Berlin, 21. Jan. Zwischen Herrn Bergmann und den Vertretern der Entente- »egierungen haben in Paris mehrfach Besprechun­gen über die Frage der Festsetzung der deutschen Entschädigung stattgefunden. Bei diesen Besprrch- dlnsen hat Herr Bergmann in UrLcreinstimlnunz mit der Stellungnahme der Außenministers S i» tat o n s bei seiner Besprechung mit dem Botschafter ^Laurent zwar die schweren Opfer >et«nt, die für Deutschland aus einer Vertagung der Feststel­lung der Cesamtentschädigung erwachsen, sich jedoch bereit erklärt, über die Seydouzsche« Vorschläge 'wegen der Festsetzung der fünf Jahresraten unter iben belamkten Voraussetzungen zu verhan- beln, die nach deutscher Aufassung di« Krund- slage für jede Verständigung über die Wiedergut- machungsleistungen bilden. Es haben sich noch (feine Anhaltspunkte dafür ergeben, inwieweit dir Merbündeten bereit sind, in diesen für die Weiter- «ntwicckung der ganzen Angelegenheit vsm deut­schen Standpunkt aus entscheidende« Punkten Deutschlands Wünsche zu berücksichtigen. Herr Berg- Manu hat darauf hingewiesen, daß er auch im Mteresse der Wirtschaft der Ententesisaten. und jbes Wiederaufbaus Europas unbedingt notwendig (fei, daß über diese Voraussetzungen vollkommene (Klarheit erzielt wird. Herr Bergmann wird vor­aussichtlich in den nächsten Tagen mit de« Anter- jhändlern der Verbündeten über die Seydouxschen Lorfchluste zur Durchführung der Sachleistungen in Mnterhaudlungen eintreten. Diesen Derhandlun- ffien werden formulierte deutsche Vorschläge «u Grunde liegen. Die Konferenz der Regierung«- /chefs^in Paris am 24. Januar wird sich vorausficht- flich auch mit vorläufigen Berichten der Entsnte- jdelegierten über das Wiedcrgutmachungrproblem ibefchäftigen. Nach Mitteilungen aus Paris ist in 'Aussicht genommen, das; im Anschluh daran die ^Unterhandlungen in Brüssel ihren Fortgang n«h< Men.

I Sie Verbündete« gegen di« deutschen Eiu»Snde.

wb. Paris, 21. Jan. Havas verbreitet eine Reutermeldung vom 20. Januar, wonach man in englischen zuständigen Kreisen die Zeitungsmel- bitttfi, daß Deutschland gegen den Vorschlag der kerbstu^eter als Leistung von 5 bestimmten J;b- , reszahlungen auf das Wiedergutmachungskonto Einwände erheben wolle, als nicht den Ab- jfichten der deutschen Regierung entsprechend be- slrachte. Vielmehr lägen Anzeichen vor, daß die tveutsche Negierung sich volle Rechenschaft gebe von (bei Notwendigkeit, unverzüglichdiesen sehr ver­günstigen Vorschlag der Verbündeten" anzuneb- smen. Man verstehe nicht, welch« Haltung die jbeutsche Regierung einzunehmen gedenke für den Doll, daß sie den Forderungen der Verbündeten .sich nicht fügen wolle. »

f Paris, 21. Jan. Die fünf Bedingungen, die ftt Berlin für die deutschen Jahreszahlungen ge­sellt wurden, werden von der gesamte« Pariser Dresse verurteilt. Höchstens die Herabsetzung bet Kosten der Desatzungsarme» sei diskutierbar.

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GioliM reist nicht nach Baris. r

wb. Paris, 20. Jan. Giolitti ließ Briand idurch den italienischen Botschafter in Paris davon in Kenntnis setzen, daß es ihm zu seinem größten Bedauern unmöglich sei, der Konferenz des Obersten Rates heizuwohnen, dr er |n dieser Zeit .in Nom durch di« Wiederaufnahme der parlamen­tarische« Arbeite» zurückgehalten werde. (Das italienische Parlament wird heute eröffnet.)

C Versteigerung deutscher Schiffe in Belgien.

' wd. D r S s s«l, 20. Jan. Kester« wurden vier deutsche Schiffe, die Belgien zugesprochen worden waren, öffentlich »ersteigert. Zwei Schiffe fanden feine» Käufer; die beide» anderen sind vor- ,läufig |« Beträge«, die weit unter der Taxe lagen, zv geschlagen worden. . - ....

Aus dem besetzten Gebiet.

/ tob. Mai« z, 21. Jan. Nach einer Ver'autbacnnp ilmEcho 0u Rhin" hat die interallierte Rheinland- jVommrsswn in ihrer Sitzung am 18. 1. beschlossen, d>e Einrichtung einer Technischen Nvthilfe im besetzten Bebiet angejlchtS bc3 allgemeinen EharakterS dieser Einrichtung abzalchnen, Otten Betätigung durch ein Berliner Zentratbüro erfolge und so der Kontrolle bet Bc^uiMbchördeu entjoaen fein würde.

BklNd über die Mhmo segwöber LMM

3h »«Wim Oer?!!."tchagtü.

tob. Paris, 22. Jan. (Havai.) In der gestrigen Sitzung bet «'iKamme» erllärte Ministerpräjioent Briand u. n.: Mir gehen morgen in eine n-ue Konferenz, in eine Atmosphäre gegenseitig-n Der- traue.'.s und gegenseitiger Herzlichkeit. Zur Dettket-mg der Interessen Frankreich- auf der Koilserenz der Ler- l'Ludtren müssen unser« Vertreter doll« HaichejIfr iheic haben. Seit zwei Jahren hat Frankreich feine Zah­lungen seiner Schulden verlangt. Wenn Deutschland mit seineil uni ersten Bergwerken und Fabriken sich alle Weltteile Lsiurn könnte, würde» diejenigen, die es auglgrissen hat, ihm verfalle». (Lco^aser Bei fall.) Das sranzöjischo Volk erwartet vv» seinem Barlament und feiner lstrgiermrg, daß fk ihm seinen Sieg und die Ergebnisse de» Weg«- z«m Bewußtsein bringen. Heißt das systematisths Lmvendnug von Gewalt? Nei.cl Es gibt Leute, die bebaüpteu, daß Frankreich seine Forderungen noch nicht bekannt gc- geben hätten und das, um di« Zahlung in imperia­listische» Abjichc zu fördern. Ich spreche es laut vor aller Welt aus: Das ist nicht wahr! (Lebhafter Beifall auf ulfai Bänken./ Frankreich «klärt sich trotz seiner Macht dazu bereit,' über bosUnmögliche das man ihm angeboten, zu biSTufteren. tzs wird ver­suchen, alles kinangeneKme, dos wif bw Welt besteht, zu tzcrstceue» und de» Friede« z« erfüllen. Bor diesem Land der Hut ob! fk«bhast«r, stürmischer Bn-

Wir werden in die Lvnsrrenz als Glän.- biger, und wenn der SchEner sich zahlungs­unfähig erkläre» wird, bei« werben toi» natür­lich die Argumente des Schuldners rot «ntc$ Vor­behalt der Prüfung aunchme«. Ach werd« nur er­wiesene Argumente gelte» lasse«. Ich werde einen Nuterschled machen zwischen bev Unmöglichkeit des gegenwärtigen Augenblicks und den Dkckg-'ikh'eilen iu der Zukniist. Die Verbündeten müsse« sich Rechea- sc-hif: ge'e.i von den siuanzieklen DlögUchke'ckcu 2cut;c?- lands. Deutschland ist «ngenbistUich auf dem tief­sten Standpunkt angekommen. Wenn wir nickt! Derber.alte für di« Zulnnfl mach-, toitebert, würden wir die Hereingkfallencu fei«. D.'tojchl-iibt arbr»!rt mir Emsigkeit. Er hat eine ungeheuere kraft. Man muß als» sofortproSisorischeEr- g e b n i s s e a n n r h m r n und and?» für di: Zukunft Vorbehalten, ib:i man mu.^ aus bei UnZeklärthcit ersehen, et es möglich isttz fosork FinenzergeSmss» z« krzielen und txn Krieg »ieder äufnef)inr«.

(Lebbakler Beifall auf zahlreichen Bänkcrk. Daudet ruft da-,wischen: Das ist die These beS Zeuch es! Leb- boster W'derjprnch auf killen Banken.) Briand fort­fahrend: Jawohl, der französische Ministerpräsident wird die These des FeindcS unterstützen. Derartige Bchai-ptung-n zerschellen an dem gesunden Menschen-, veisian» deS Landes. (Lebhafter Beifall.) Die Bcr- bündeten haben daS Vorrecht, sestzustellen, ob Deutsch- land alle sirfeliiche» Anstrengungen gemacht hat, ob eS seine Hilfsquellen auch llr-g anwendet, ob es nicht einen grsß-n Teil seiner Hilfsmittel verheimlicht. Lor dem Kriege gab ei 500000 Beamte in Deutschland, setzt sind cs 8 Millionen. Das wird erschwert werden müssen. ES wäre ein Skckndal, wenn es einen Banke­rott geben selltr, und das sollte nicht bei den Besiegten fein. Während be» Krieges hat Frankreich Geld im Ausland« geliehen, Teutschlaickr hat aber nichts gr- üehen. LennHe Lassen leer sind, so haben sich die Biilalkevte- berrichcrt. Deutschlaftb» Privat­leute mLsfrn jetzt dafür solidarisch fein, Saß seine Pflichten erfüllt loerdcn. Auf euren Zuruf, wie dos geschehen solle, erllärte Briand, die fran- zösifckse Il-gie.ung wäre in besonderem Maße le ch> Qtitj. wenn sie nicht alle Mittel erschöpfen ivücdr, bevet sie ikwe Zu fluch Mr Gewalt nimmt. Di« Ver­bündeten haben keine Bedingungen Deutschlands an­genommen. ES wäre aber gefährlich, zur Gewalt seine Zi flucht za nehmen ohne Sinbrrst ändniS mit he» Verbündeten. Er sei überznrgt, daß di« Vetbün- beten diese Notwendigkeit eiusehen und sich unter- eingnber vorsiaudigen werben. Sknit sw nicht drese b Ti'iheii de? Hau.oelS bewiesen, so würden sie Deilkjch- lsrch dir MöglülMt bieten, sich eines greßen Teils seiner Schulden zu enlzüchen. Wenn oitx die Foede- rvngen festgesetzt siird und trenn die Zahlungsfähigk-it Deiuschlandr fcstgestcllt ist, muß man in Deutsch- Irnb auch dessen sicher sein, daß eS dem Zwang nicht «nixeher, werde, wenn eS versuch:» sollte, steh seine« Lerpslichtunge« zu entziehen. (Lebhafter Be;f»!l.)

Am S-ftlnß der Kammersitzung erklärt Briand, er nehme btt Tagesordnung Araz» an. In dieser werden d'e Erklä77rngon der Regierung gebilligt. Tie Kammer habe dar Sertranen zur Negierung, daß sie die Rechte Frankceicisr tnt Ei'avcrüändnis mit seinen Verbün­deten. r-rtrcten werde. Die Kammer lehn: jed-en w:i- teieit Zu sich ab und gehr zur TageSoÄnunq über. Diese Dcwes-xduung wurde mit *75 £t;en 68 Snr.imen angenommen.

Wb. Mainz, 81. Ja«. Nach einer Anordnung der interallirrrtrn Rh»'»k«nd?emmrffio« )inb die Frkmkfurter Nachrichten" weg:» ihre? Actik-üs vom 15. JanuarDaS LolkSgecicht und bte schwarze Schmach" auf drei Tay für die Provinz Rtzemtzcueu

aufrecht erhalten. Die Einsprüche der Kommunalverbände worden unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse schleunigst eingehend geprüft werden. Besondere Berücksichtigung bei der endaiNigen Festsetzung des Ablieferungssolls sollen die Kleinbetri'be und diejenigen Betriebe finden, dis auch vor dem Kriege ausschließlich für den eigenen Futterbedarf 5--afer anb-auten. Reichs-

voin 17. Jwnuerr ab ke<H»tc« worden.

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wb. M ü n st e r, 21. Jan. Zu den Derhaf- tuk'gcn von Führern der R-eten Armee im In­dustriegebiet erfahre« wir 'noch folgende Einzel­heiten: In Diisselderf und Dortmund um die militärisch« Organisatis« der Roten Arnfee am meitellen.fortgeschritten. Eine genaue militärisch« Einteilung in Regimenter, Bataillone, Koi«- pagnien un> Züge war rorgenommen worden. Ein Umfangreiches Material über regen militäri­schen Schriftverkehr zmsichen de« verschiedenen roten- militärischen Stellen wurde vargefunden. Bi» jetzt wurden sieben Verhaftungen dunh» geführt. Einer der Inhaftierten aus Elberfeld wurde auf vsrichtsbeschluß vorläufig wieder auf freien Fuß gesetzt. Dafür wurde ein weiterer Haftbefehl ge®e» einen gewissen Heßler aus Elber­feld erlaffan.

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Die Ernährungslage.

Keine Erhöhung des veotprelfrs.

wb. Berlin, 21. Jan. Am 20. Januar fand beim pieußischen Staatskommiffar für Dolks- ernährung unter dem Vorsitz des Rcichrminisiers Tr. Herme» eine Besprechung mit den Ober- präsidenten über ernährungswirtschaftliche Fragen statt. Es wurden die Maßnahmen zur wirk- samersn Erfasinng des Brotgetreides eingehend er­örtert. Wo Stockungen in der Kohlenbelieferung von lleberlandzentralen den Eetreidedrusch ge­fährden, soll der Reichskommisiar für die Kohlen- verteilung ersucht werden, auf eine genügende und gleichmäßige Belieferung der Ilebeclandzentralen mit Kohlen tzn^uvirkerr. Sie Hfijernmlatze bleibt

rrinistcr Hermes gab die Erklärung ab, daß der Broipreis jetzt unter keinen Umständen ver­ändert werdsn dürfe. Weiter erklärte er, daß die Getreidewirtschaft in der fetz'gen Form für die künftige Wirt'chastssahr nicht bril-ehalten werden würde, daß aber die öffentliche Bemirlsmaftung des Getreides als solche aufrechtzuerhalten sei.

- afeMtWe WM» Ya MM.

h&. 9-rnf, 21. Jan. Wie dem LtzvnerPropre?" cul Par.S gemeldet wird, haben, sich b:c franchuickj llia) die er.qiische Negierung ne".erding? dahin g'einigt, ; btr am Montag in Paris zusamme'iretenden Kvns> re-a; eine internationale Hilfsaktion zu 8nnft-n Oisterrcrchä vorzuschlazen. Die Turchfuhcun- deS Planes, der in einer Kreditbeschaffung von 2.-5C Millionen Dollars besteht, werde jedoch in erster Lrnie von der Teilnahme der Lereinigten Staaten abhängen.

wb. London, 21. Jan. Einer Reutermeldune Washinglon zufoige erklärte Wi'son vor dem Landwirt schastsausichi'ß des amerikanischen Nepräsentantrü- bauskS. Tie einzige Lösung der augenblicklichen Tepres- si»n in den Vereinigten Staaten und der ganzen Del« ist die Gewährung von Krediten an die bedürftigen Länder Europas nicht unmittelbar durch die Regierung, sondern durch die Bildung von Bankgrrippen für die Finanzierung dcs Außenhandels und ducch eine Privaikreditmaschinerie. '

TaS Staatsdepartement hat der Ansicht Ausdruck gegeben, daß von den verbündeten Möchten feine Maß nähme zur Lösung der bedrängten Lage in Lestecreick getroffen werden könne ohne vorherige Beratung mii den Vereinigten Staaten. Bisher ist nicht bekannt, -inwieweit die Verernigten Staaten bereit jind, sich an

den Plan zur Stabilisierung Oesterreichs, zu br teiligen. .

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tob. Wien, 21. Jan. Der gestrige Tag, für der. infolge der angedrohten Selbsthilfe gegen dre Tcueruuß in den einzelnen Kreisen der Bevölkerung Besürch« tnngrn gehegt worden waren, verlief vollständig rnhtg, Es kam nirgends zu Zwischenfällen.

wb. I n n s b r unk, 21. Jan. Der Landtag nahm d.eu Drinzlichkeitsantrag der Großdeutschen betretend die Volksabstimmung über den Anschluß an Deutsch- lmid in seinem ersten, ganz Oesterreich öetrefsendc« Teil einstimmig, fct seinem zweiten, die Abstwimung in Tirol betreffenden Teil mit Mehrheit an. Ferner wurde ein sozialdemokratischer Antrag betreffend di« Beschleunigung der Volksabstimmung in ganz Oester­reich einstimmig, ein wci-e-er sozialdemo'ra ischer An-, trag, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, an den Vvikerbuiid Wegen Aufhebung des Anschluß- Verbotes heranzuireten, mit Stimmenmehrheit attge- nonrmen. , ;,;,r:..;

' feiitiiN SeiSstei.

Annahme der Beamten-Teuerungszulogrn. Di« Beziehungen zu Räterußland.

5 3. Sitzung vom 21. Januar.

Vor Eintritt in die Tagesordnung erteilt Präsident stöbe dem Geschäftsordnungsausschiiß den Auftrag, ihr« Arbeiten im Sinne einer Revision der Geschäftsordnung recht bald in Angriff zu nehmen. ,

Aus der Tagesordnung stehen zunächst

i 25 kleine Anfragen,

aus deren reicher Fülle eine Anfrage des Abg. Leo« p»ld (Deutschnatl.) wegen ungenügender Wagengestel-« lnng im mitteldeutschen Braunkohlenrevier besondere Be­achtung findet, weil ein Regienmgsvertreter die crhShte« Anforderimgen der Westmäck.te dafür verantwortlich macht.

Auf eine Anträge des Abg. Tanbadel (Soz.) wegen Auffindung von der Reichswehr versteckter Gewehre und Munition Görlitz und Umgegend gibt ein Vertreter de? Kriegsministers die Richtigkeit des Tatbestandes z» i rrnd erklärt, daß der betreffende verantwortliche Reichs- wehroffizier entlassen worden ist.

Die Ausführung der Verfügung, nach der den An­gestellten der Lazarette gekündigt, ein Teil des Personals aber noch weiter beschäftigt werden soll (Anfrage Hart­wig, Deutschnatl.) hat sich verzögert, weil der ent­scheidende Termin auf den 31. Januar verschoben wov »en ist.

Abg. Kahl (D. Vpt.) stellt fest, daß ein gewisser Weihrich, der angeblich aus französischer Gefangenschaft durch eine Blcnstiftnotiz in einem deutschen Eisenbahn- Wage« etn Lebenszeichen von sich und seinem Freunde gegeben hat, tatsächlich aus Rohrbach bei St. Ingbert in der Pfalz stamme und seit Dezember 1914 vermißt werde.

Oberst Bauer erividert namens der Reichszentral­stelle für Kriegsgefangene, dast sich die Richtigkeit des Tatbestandes noch nicht habe feststellen kaffen. Es soll z'rch zwar ein Kriegsgefangener in einem französischen Lager befinden, der di- Papiere des vermchten Weihrich besitzt. Da er aber italienisch spricht, so ist anzunehmen^ daß er diese Papiere gestohlen hat.

Abg. Mumm (Deutschnatl.) fragt, was die Regie­rung gegen die Uebergriffe des Regierungs­präsidenten König in Arnsberg gegen die persön­liche Freiheit zu tun gedenke, der Maffenhaussuchungen im Zieg-rland veranlasst habe.

Staatssekretär Lewald bedauert, noch nicht ant­worten zu können, da die amtlichen Berichte noch nicht 'orH^aen. Eine Möglichkeit, den preiistifchen Minister des Innern zu einer beschleunigten Stellungnahme zu 'winoen, bestehe nicht.

Aus eine Anfrage des Abg. Mumm (Deutschnatl.) betont ReaiernngSrat Scheer, daß der Hamburger Senat die Wiedereinsübrung deS Religionsunternchts an den ösientlichen Schulen öamburgs zum 1. Januar dickes Jabres wieder beschlossen habe.

Die Interpellation der Kommunisten und Nnabbängi- am wegen der Flensburger Vorgänge wird in­nerhalb der geschäftsordnungsmästigen Frist beantwortet werden, desgleichen die Interpellation bet gleichen Par- Wien wegen des AmnestiegesetzeS.

Zur dritten Lesung deS NothaushaltS für 1920 mit den Beamtenteuerungszulagen wiederholt Abg Plettner (Komm.) seine.Angriffe gegen 'ne Gewerkschaften und erregt bamit den größten Un­willen der Mebrbeitssozialisten. 1

Der Entwurf wird in dritter Lesung angenommen,

ES folgt die Interpellation bet Unabhängigen be­treffend die Ausnahme bet diplomatischen Beziehungen und bet wirtschaftlichen

r Beziehungen zu Rußland.

Abg Eris Vien (U. S.) begründet di« Interpellation !nd betont den Wert Rußlands für uns als Einsiihrland, 'olz, Pelze, Wolle und Flachs könne Rustland beute chon liefern. Der Redner verlangt zur Erleichterung -er L?iederanknüpfung des Handels mit Rußland di» -chaffung einer Zentralstelle, in der auch die Gewerk- chaften und Bn.gestellten ein Mitbestimmungsrecht be­säßen. lleberall bei der Entente und bei dem StinneS- sonzern mache sich eine sowjetfeindliche Störmunq be­merkbar. Das dürft die deutsche Regierunz nicht mit­machen. Der russische Zar dürft niemals wiederkthrrqz