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BmÜiches Derkündlgvngsblaü des Kreises Marburg.'

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

Rr. 16

PieObttheffiT** Zetting" etf*einf le*«wiel »eüuospreie wiesetli*

1.25 SKf, but» die Pest 4.65 M7. Aur,,»« B mitOberb. So»rt°Ata.- 1 Mk. mehr. ff8r ousiaUende Ikxmmern Infolge Streik» ober eln*<-nt«m ffreignine lei* 6ti«». Bering een 3)r. L. Httzerotd. Trmf der llnie.«»e*»rii«mi eon Setz. Be». Xe*. Markt 21 21. 3er*f»re6er 56.

Marburg

Donnerstag. 20. Januar

(♦ertites)

i*aes?:-s ä

Der taxieleenereie beträgt ftr die «,ew. Zeile Tb Ifg. und 10% Auff<VIag. amt(l»e und aRSmärtige 1. «k., XeHemeirilt 3.00 «!. Jeder Rabatt eilt al, Borradatt. Bet Auokanlt bar* die ®ef"*äftsfteUe und Vermittlung der Angebote 75 '4<fg. Son« dergebiihr. Bet Beträaen unter 2« Mk. mfiSen wir da, Porto tüt di« Rechnung bere-dnn. MeftiMfent»: Rr. 5015 »mt Rratitturt a. Main.

156.31618- 1921

ItüilS« UM iwn die StAgmigt» < ]ur Msll»»ng in Bietlütlite.

»' iv6 .Berlin, : 9. Jan. Die deutsche Regierung ; pt gegen die ton» der interalliierten Kommission in ] Pf>rfn erlassenen Vorschrift für die Abstrmmun'

|g Lteiscklrsien bei der Boischasterken^errnz und den tzkk-iernngen in Paris, London und Rom eingehend hrgriindeie« Einspruch erhoben. Tie Note hebt her« lot, daß die Llftimmungsvorschristen einmal umnittel- ß«re Verletzungen des FriedenZverlragS enthalten, tzan» Brstimmnngen, die sich als unbillig einseitig hegen den deutschen Teil der Stimmberechtigten bar« peilen und endlich solche, die technisch undurchführbar sind. Eine Verletzung des fvricdenSvcrtrages würde t# bedeuten, n enn ohne Zustimmung der betciltgten J Machte verschiedene Wahltage festgesetzt wer« | feen sollten, da hierdurch die nach dem FricdenSrertrag

p fordernde Einheitlichkeit des Wahlaktes beseitigt tzerden würde. Dein Grundsatz der Villigkrit und dem Keift LeS KrmdenSsrlragr widerspricht di« Vorschrift, wonach diejenigen Personen, die auf Grund ihres Pohnsches zur Abstimmung berufen sind, nur dann »mmüerechtigt fein sollen, wenn sie mindest.nts seit

ni 1. 1. 1904 im Abstimmungsgebiet ununterbrochen tzohnen. Diese 'Bestimmung begünstigt offensichtlich feit Polen und benachteiligt viele Zehntausend« von deutschen. Die für die verschichene» Verbcrrttungs- Meiteir zur Volksabstimmung vorgesehenen Fristen Ich iöllig unzureichend. Die Note schließt: Tie ätsche Regierung kann dieVorscdrtften für die Kimmung"'7 nicht als Grundlage für die Volks« stimnning in Oberschlesien im Sinne bei FriedeuS- rtrags aiurlenun. Sie bittet, darauf hinjU-rirken, ß j e einer Revision unterzogen werden. .

« « > 'SR^T.'

Di« Abstimmung nicht am 11 März?

wb. Oppeln, 19. Jan. Von interalliierter Seite ld gemeldet: Eine Verlänizening der Fristen, die ! Nöstimmungsreglement vorgesehen sind, ist nicht bi «war en. Da? vorliegende Abstimmu"ge^^«ni H unabänderlich. Ebenso ist unzutreffend, daß W.e Abstimmung, am 13. März stattfinden soll. Ter Woischaslerrat in Paris wird den Termin sestsetzen. dieser wird von Oppeln belanntgegeben, ehe die Iran- »fij'ije Presse ihn erhält. .

Da» BanditcUNUmesen. ''r: rT

F wb. ft a t-t owih, 19. Jan. Gestern Abend wurde p Bogutschütz ein Abstimmnnqspolinst, al? er sich Mit zwei anderen Beamten in daS Haus eines V'r- MrcherS in der Kaiserin Augustastraße begeben woll e. Mit tzchrdgranaten und Pistolenfnrer antzegn'ieir. Die jteromfen mußten den Platz räumen. Sie Hollen Per« «ärkunaen und umstellten das Hmrs. Hieraus sammelte Mch eine große Menge von Zivilpersonen und eröfs« Mete ein regelrechtes langandauerndes Feuer, bis aber« Mprl« Verstärkungen aics Kattowitz eintrafe«. Die Mtziderseitigen Verluste sind noch nicht bekannt. Getzen« Mfär-ig werden .Haussuchungen vorgenommeu.

1"! wb. Beuthen, 19. Jan. Üe6er die Bluttat, le sich am Sonntag in dem kleinen bei Myslowitz Wrlkgcurn Orr Earlsfegen abgespielt hat, erfahren wir Leiter folgende Einzelheiten: In dem Hause eines «ilkossers hielt dec Ba rditenführer der im Steife von V Kindern stehenden Frau, die zudem eine« Säug'i-g glstf dem Arm trag, einen Revolver Var die Stirn link forderte Geld. Die Fran brachte einen Berrag | m 20000 Mark. Als sie dabei fog'e ,F8arte. ich Mvrne Sie wurd^ sie durch 3 Schüsse geöllt. Ihr TOann holte 3 Pdl'zeib am'e und Ziv l stm zu Hle Mer Wachtmeister Ogorek, Vater von 3 Kinsern, wurde Bchhoffen, als er den Laden b.-trat Dasselbe Schick Jet erlitt der Grubenarbeiter Lenock. Die Banditen ^töfbiete« hieraus ein lvütendcs Feuer aus Pistolen

pd mit Handgranaten, wodurch nock 4 Personen zum teil schwer verletzt wurden. Tie Banditen sind trotz Itt Verfolgung entkommen. , ,

1 - ----

| Die HtMmg iti Wie« Dflflttiit

Zu den polnischen Truppenansammlungen an der »sichen Kreuze wird von zuständige« deutscher Stelle ljammenfasfend erllärt:

\<E» stehen zurzeit von der auf 25 Divisionen zu " tzenden polnischen Armee 1112 Divisionen in einer s rke von rund 180= bi» 200 000 Mann (bet einer «ntstärke der polnischen Feldarmee von etwa

t 000 Mann) an der deutschen Srenze. Das ist »ehr die Hälft« des gesamte« polnische« Heeres, von zurzett sich nut noch etwa 8 Divisionen an der Ost- etwa 8 Divisionen an der litauischen Front (Zeli- wski) befinden. Allerletzte Nachrichten deuten noch >f ba« Eintreffen von starken Flieger, und Panzer- rstwagenverbänden sowie von Panzerzügen im Erenz-

chiet de« polnischen Westen, Hin. Dem gegenüber ist stfustellen. bag deutscherseits noch keinerlei Gegen, &eegeln getroffen sind. Vielmehr haben wir ent» sehend bat Abmachungen von Spaa da» Heer ans

6ti

100 000 Wenn ebfetaxt: u. a. auch die noch im 150 000- Mann Heer gewesene «nb in Schlesien garnisoaierenbe 8. Brtgabe aufgelöst. Alle Truppen befinden sich in ihren Garnisonen. An der deutsch-polnischen Grenze selbst steht nut Schutz, und Grenzpolizei, aber kein deutscher Soldat außer 1 Kompagnie im Kreis Marien­werder zur Grenzsperre gegen die Rinderpest.

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ftMoifl Ker dir enrorMtze Lase.,

Paris, 19. Ian. Ein Vertreter bet ..Victoire" batte eine Unterredung mit General Ludendorff. Dieser erklärte, ein allgemeiner Friede in Europa sei unwahrscheinlich und unmöglich, solange die Kommu­nisten in Rußland am Ruder seien. Mit den Boffche« triften fertig zu werden, sei eine unbedingte Notwen­digkeit. Die Bolschewisten seien Überall verbreitet, sie seien i« Deutschland, Frankreich und England zuhause. Sine Intervention In Rußland müsse von allen Möchten »orgenommen »erben. Aber es bedürf« nicht nur eine, bewaffneten Eingreifen», sondern die Westwachte müßten auch ihre Politik »ollstant ig ändern. Solange Frankreich fei« Haltung gegenüber Deutschland nicht ändert, solange gegenüber den Boi schewisten ein» zweideutige Pskitik getrieben würde und solange AmerKt sich riebt für Europa interessiert, könne man nicht an'eine Lösung bet russischen Frage denken Wenn man gegen die Bolschewisten eine internationale Expedition organisieren »olle, so misse Deutschland, daran teilnehmen.

DieWiedergutmachungs"-Frage.

tob. Pari». 19. Jan. wIemp," meldet. Staatssekretär Bergmann habe nach Pari« b;e Antwort der deutschen Regierung auf den franjöfb schon Vorschlag, 5 Jahre hindurch Sachleistungen im Werte von 3 Milliarden Goldmark jährlich zn machen, die auf de» Reparalionskonto gutzuschrei ben seien, mitgebracht. Deutschland sei bereit, auf der französischen Basis zu verhandeln, wolle sich aber nicht verpflichten, 8 Milliarden Goldmark zu zahlen, jedoch schlage e» offiziell keine andere Summ« vor. Die deutsche Negierung gebe zu er fentfett, daß sie ein anderes Verfahren vorziehrn würde, nämlich die Eesamtschuld feszu- setzen.Temp," sagt, durch die deutsche Antwort sei eine neue Lag» geschaffen. An deutscher zustän­diger Stelle wird die Nachricht in dieser Form nicht für richtig gehalten.

Berlin, 19. Jan. Wie dieKoff Z g." hört ist neben dem ®Uct5f:Trct5r Bergmann auch de Direktor der Krupp - Aktiengesellschaft Geh»tmra Wiedfcld als Unterhändler der deutschen Negicrunx nach Paris «sah«», o »

Die Ueberaahme £ t tt # e n 19 afi Wicheesukb.t" Minister in dus Kabinett vriand ist von manchen Sei­ten begrnstt werde« als Zeichett der nahe«een deutsch französisck>en WirtschastSverstäna.guna. G scheinen jrvndj die Recht zu bccken, die vor optimistischen haffnuttgen auf eine maßvolle fialtnng Scuieur? warnten und daran erinnerten, baffe er in bet Oppo­sition gegen das »orhcrgegangrae Katzinttt Levzuee ganz scharfe Foweeunzen in derWir^er.'u'mackunos" Frage gestellt hat. Lssenbar will «r d ese Focdrr.'nee fetzt pi verwirllichen suchen, wie folgend« Meldung zeigt:

Der Minister fit die zersUrten Gebiete, § » n tfe e u r erklärte in einer Unterredung mit dem Vertreter be? VariierJournal" Iber das Entschäbiqunasvroblem. dan wenn Deutschland so weiter wirtschafte und der Morst durch immer neue Ausgaben von Papiergeld fortgeseßt nerschfeÄtert toetbe und wenn es keine netten An­strengungen mache, sein großes Dellzit mtSzngleichen. !o werde es eines Tages seine« Bankerott erklären und den Berblircheten sagen:Ich kann nicht mehr, nehmt selbst bie Leitung in die band." Aber so tanae werden die Verbündeten nicht warten, denn sie und namentlich Frankreich haben daS größte Jnttrefs' an der Wiederaufrichtung Deutschlands und werden nirfr davor zurückt'chtecken. alle erforderlichen Maßnabmen m>' Amerika durchzufübren. Weiter erklärte bet Minister man werde zunächst die Mark auf ihren wirklichen Wetz herabsetzen, daS heißt, sie werde nur noch den vierten ober fünften Teil ihres heutigen nominellen Wer­te» haben. Vor allem müßte der DattShalt in Ordnnno gebracht werben. Dazu gehörte die' sositrtiae Erböhnnn her Eisenbabntarife, der Postgebühren «nb der Steuern lieber die Art und Weife, wie Deutschland feine Ent­schädigung zahlen solle, crflärte Loucheur. daß ein' Bezahlung in Fertigfabrikaten nicht möglich tei. weil dadurch die französitche Industrie zu sehr geftbäbirt tmirba Wobt aber könne Deutschland de« größten Teil seiner Ersatzleistungen durch Kohlen abtragen Et sei zu bet Ansicht gekommen, daß Deutschland eine jährlich« Rate von acht Milliarde« in Noble bezahlen könne. Wenn man «och weitere $mei Milliarden an chemischen Produkten. Steuern auf Aus­fuhrartikel und sonstige Arttkcl hinzurechne. so ergebe sich eilte jährliche Leistung von zehn Milliarden, die Deutschland tragen könne. Man hab« jetzt genügend hin und her geredet. Tie Zeit zum Handeln fei ge­kommen. Frankreich fei bereit, Deutschland unumwunden zu erklären, daß «i entschlossen sch «kl« notwendigen

Maßnahmen zu treffen, nm die Entschädigungen von Denllchtand zn erhalten.

DaS ist eine Betätigung des erwähntengrößten Interesses an der Wicdcranfnchtung Dentschlands", die dem alten System bet Daumenschrauben g'eich- fommt und nichts von Wirtschaftsoerstäiwigunq an sich bat. Ob Amerika bereit ist,alle er order'iche'' Maßnahmen" nach diesem Programm mit durchiu- führen, darf im Hinblick auf die bisherige Haltung Amerika- zi» dem Problem derMiedrrguuuachung' bezweifelt werden.

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Aus dem besetzten Gebiet.

wb. S a a r 11 ä d e n, 19. Ian. Amtlich wird bie Ernennung des Professors dec Rechte an ivr lli.fyrfitii 8ent öltet eie zum Senatsprä eraien beim Obersten Gerichtshof in Saarlouis belanill« gegeben.

wb. Kaiserslautern, 19. Jen. DiePfalz. Prejje" m*lbet: Die von der Ortsgruppe Kaiserslautern bet Derschen Vollspar'ri für gestern abend geplante Feier zur CMnnening an die Grikcknmg des Teuischen Reiche? wtirdt. nachdem sie bereit von der fkairrosisÄ'N Miiitärverwa'tung unter gewissen Vedingungnt ge nehmigi Vörden war, in letzter Stunde verboten.

wb. Lanvou, 19. Iair. In einer neuen Ver­ordnung der Oesetzungsarmee über die B-schränkunp des Aufenthaltes Zu^'.jcnder heißt es: Infolge de' Wohnungsnot der besetzten 911;ein!an-}« und der. E'- näbrungSs.hwierigkeiteu tannen deutsche Personen ni* länger als 30 Tage sich in einer Garnison dec fran zes-'schen Zone, in der sic nicht ihren Wohnsitz Haven niederlaffen oder m.sl,alten, ohne vorher von den- Siadtkonlinandanten die Äeuchmioung dazu erh-rlltv zu haben. Die vorgenannte Frist kann für Kur- nehmet in Laoeorten auf acht Wachen ausz-dehnt werden. ?luch lonneu zugunsten junger Leute, die örduungegcmäsi b-i einer llniitrfiiät oder einer Hoyer en Lehranstalt eingeschrieben sind. Erleichtern"-''-, "<y- trofjen werden. ' '

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Tie neuen Steuerpläne.

Berlin, 19. Jan. Im S'rueransjch'isi de? stieichS'ages mach'e auf Anfrage des Abg. Keil (Soz. st nck k fin rnM i n' st er Dr .Wirth TL it ll.n ,en ff e die bei her schien Konferenz der Landesftnanzminlste ruSgefprocheueu Wünsche. Danach soll in dem G'sch in dem die ittueu Teuerungszulagen festgestellt iuer den, gesetzlich festqelegt werden, daß bir Kehr aus« Sendungen, die den Ländern, und Gemeinden au» -> ecickKaese licheri Bea n!e«ruff»es enalg er rachen, .von- steichebejablt werden sal en. Die Reicht reg!-»ru"K 'erfrete die Auschaunug. daß den Ländern e:ue ein nalige Zohliing vom Reich gegeben werden solle, dnm'i sie in den Stand gefetzt werden, die Aufbefsetungen aiiszahlen zu können. Ten Gemeinden Zahlungt- zu geben, würde ms Uscrlofe sühr-n. Jedenstllc müßte b**r Reich?lag zur Ausbri-g -nq irrte ft Mitte' erhebliche Steuerzugeständnifsr machen Bor der Vcrabsch'edung de» Gerfe» über erhöht r feamten» und St«atsarbeiterbezüge hab« man ,i-< mit der Frage der kiiiführung neuer NerlL^ii'urhuien öeschichizi. An der Erhöhung bereit? eingllnhrrer :«de wrch neuer indirekter Stenern iverDe mm kaum vo be konmie l. Gin Gesetzentwurf über die Erböhnng d», Postgebühren werde demnüchfl vorgelegt. Ein Äesetzentwurj über die Erhöhung der Fernsprech- gebühren werde folgen. Im Hauptausschuß svl demnächst über die Erhöhung der Ei send ahn- tarife Mitteilung g«m«cht werden. De! der Ro el zum Ei nfori. iiie..stenerge>h tverde man ;iu) über di Höh: der^e, txn Lohnabzug und anderes zu unter hllien haben. Eine Fristrerlängernng über den 31. Iamuar 1921. hinaus für die Aumedünz von Krieg' anleihe zur Bezaylung des ReichsnolopferZ könne ei -richt zujaglN.

$It Mnw out Seifimyfrigt

tob. Berlin, 19. Jan. Der Hai p aulsch'h de' NeichSteges beschäfttgte sich heute mit Löhnung^- unl Siedeluiigssragen. Eine Enifchließung wurde ange­nommen, wonach« in den ReichshanshaltSplan; 1921 etwa 300000 Mark zur Förderung gemeinnützige^ Aedlerberatnng sowie der Bollsmski iirunj - über da» SiedeiuiaSnesen eingestellt Verden sollen. Angenom­men wurde ferner ent« von den Ssjia'den okra en ein- gebrachie Entschließung, in den HauSbalt für 1921 20 Millionen Mark einzuietzen zum Bau von Not­wohnungen für reichsdruisch« Flückt i gi. De.villist wurden für Wohnung'si>rjorg:, zur^d n-ng der Her­stellung geeigneter Kleinwolinntweu für Arbeiter und Beamte 2 030 000 Mk., für diese den Zwecke im außee- oidentlichen HauShalt noch 10 Millionen, ferner zur Förderung der Neubautätigkeit durch Gewährung von ReichSdarlehen. zur 'Schaffung neuer Wohnungen U "J) zur FernMellung angejangener Bauten 925 Mlllionrn

Mark. Für Vorschüsie zur Errichtung von Berg' mannswehnungrn wurden 300 Millionen Marl uehmigt. .. ,,.u , ... :

Jnltttt St!$stn.

®e? Velagerunxsznstaud in Da,er». Ein« stürmische Sitzung.

51. Sitzung vom 19. Januar. '

Präsident Löbe eröffnet die Sitzung um 2Uhr 20 Minuten und gedenkt des Tage» der Ullichsgrlindunr "or 50 Jabren. Der Präsident gibt der Znveciickt luSdruck, daß die gegen ihren Willen getrennten Londes- '-ile und auch Deutsch-'Oesterreich wieder mit uns ber« inigt werden mögen. Der Präsident gedenkt des ver- orbenen Abg. Legten und des verschiedenen ehemaligen 'steichskanzlers v.Bethmann Hollweg. Man möge Iber seine Politik urteilen, wie man will, er habe edensall» bie besten Absichten gehabt. Qtarufe bei en Ksmmunisten: Er war ein Kriegsschuldiger! Lebhafw YfiiirufcJ

Vor Ei'itntt fn die Tagesordnung erhebt Abg. Levi Komm.) Protest gegen bte Feiern anläßlich des Tages der Reichsgründung.

DaS AuSlandsschadengesetz, da» Kolonialschädengeseh, >nS Äieidrängungsschädengesttz geben an einen besonderen 'lussihnß.

Auf der Tagesordnung steht ein Antrag Adcrho.ld rU 1 flhr verlangt die Außerkraftsetzung der von der baNerilchen Regierung auf öfruub des Art. 48, Absatz» für Batzern getroffenen Maßnahmen.

Abg. Eoldmaun-Franken (U) begründet den An 'rag der Unabhängigen, die von Bavern auf Grund bei Artikel» 48 der Verfassung für Bayern getroffenen Maß- nabmen außer Kraft zu setzen. Der Redner betont,

Bauern derHort der Reattiov" geworden sei. Wemt '25 Neichsgericht nicht eingreife, mache es sich mitschuldig, bcnn das Spitzelwesen nehme überhand. Die Regierung ^ihr sei überhaupt nur vor Schildhalter des Hause» 'Äittelsbach.

Neichsmimster Koch betont, daß die ReichSregie» rang Verhandlungen mit der baver,'schon Regi-'rung ein' »eleitet bade, daß' sie aber zu ein-m ffinareifen nicht :n der Lage sei, tedoch hoffe, auf dem Wege der Vor» 'iimbtuna zu einer Vorständtgung zu gelangen. (Die Aus- 'üfrupaen des Ministers wurden durch stürmische flici« chenrufe der äußersten Linken unterbrochen. Der foift* nunistüche Abgeordnete Remmole ruft: Handlanger der iOrgefdi! und erhält eine Rüge des Präsidenten.)

Staatssekretär Sch wo per macht nähere Ausfüh« rangen, aus denen horvargeht. daß die Roichsverfaffung u Bavern nirgends verletzt werde. Diese Auslasfung "regt die äußerste Linke auf» neue zu heftigen Zwi» chenrufeu. (Rufe: B-ir wollen keinen Wortschwall, wir raffen Tatsachen.) Staatssekretär Schwever bemüht 'ch, bie Berechtigung der bairerffchen Regierung nach zu« Visen die lartoe-volireilichen Funktionen zu vervoll» 'raineen. was die Linke veranlaßte, ihm Staatsstreich» (ftto vorzuweröen. Der Redner stellt fest, daß die Kam« mnuisten mit allen Mitteln versuchen, sich

der Wasfenabgabe zu entziehen, hierbei tomint es zu erneuten Unrnfxnt, während derer bte llnrafeRäuberbandek Geiselmarb!" erschallen, sodaß v)räfibewt Löbe Ruhe schaffen muß.

9:6g. Vogel (Soz.): Air stimmen dem Antrag zu. Tiin Herorbmtng sollte nur varüberaebend fein. Der ba'»* "iftben Ärgienixg ist sie ein willkommenes Werkzeug der lleaktio«. Mit weni«m Ausnahmen lehnt die bäuerische *-bfitrr:Äaft die Vewaltmaßnahmen ab Bauern ist der r'ort der Reaktion" geworden. Die Einwohnerwehren "innra jeder Regierung ihren W'llen auszwi'ngen.

Abg. Emminger lBanr. Volk?«.) wundert sich, daß ratr e? Bauern, das doch den Ausnahmezustand nach dem Kriege gründlich kennen aefernt habe, es verdenke, wen« 9 jetzt erleichtert aufatme. wo seine Landstraßen u>lich von den Lastautos mit Maschinengewehren und ra den roten Bestien in Menschengestalt befreit feien, ton dem Ausnahmezustand sei jetzt herzlich wenig zn nüren. (Stürmischer Protest auf der äußersten Linken) 'er Wnchervaragrapb sei eigentlich die e i n z i g e Folge des lusnatzmezustantzes gewesen, und dies sei doch gewiß im stn'^rffe der Festdaktuna der Ernte zu begrüßen.

Während der Rede des Abg. Emminger macht ein lefucher der Tribüne andauernd Fwiichenruse wieTime ? monetz!" und andere. Vizepräsident Dr. Bell drotzt, u WiederholungS'alle die Tribüne räumen zn lassen. Er nacht ferner die Mitteilung, daß noch sechs Redner zum Port gemeldet seien. Er bitte im Intereffe 5er Förde» una der (M(rä?te, nickt zu lange zu sprechen.

Abg. Dr C tra t bmann (Denfschnatl.) schildert btt ?orwsrke. die gegen Banern. dieses Land derzielbivust» en Reaktion" erhoben würden Tatsächlich werde i« 'einem Lande so zielbewußt an bet llukrechterhaltung von Ruhe und Ordnung "-arbeitet, wie in Bayern. DaS soll durch den Antrag rf(6teert werden Was wir im Rubrrenier erlebe« Nichten, wollen wir in Bayern n t ch t erleton. AIS bet 1 ebner »arattf zu sprechen kommt, daß daS Bestrel>en bet sinken, die Amnestie auch auf die Angeklagten auS bet lläterevublik auszudehnen, in Bauern große Empörung vrrargerufen habe, touicn erneute Zwischenrufe bet l-ißersten Linken. Die bäuerische Regierung, so fährt 5er Redner fort, will nur die Produktion und bie regllmäßig« Arbeit schützen. In Berlin, wo era solches Ausnahmegesetz^ nicht besteht, ist eS erst kürzlich bei zwecklosen Demo«» "trationrn wieder zu Blutvergießen gekommen. DaS' kommt bei uns dank unserer LorbengungSmaßnabme« nicht vor. iSrueuter Lärm. Vizepräsident Bell bittet