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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberhessen
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-baldigen Fertigstellung des Personenslbadengcsctzes 5c«
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tigern Terror entgegenzutreten, immer weitere» Umfang an. Das Auftreten der Behörden hat die Bevölkerung gereizt, die sich überall erhebt.
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Wnnern erklärte, daß der Gesetzentwurf mit allen Mitteln gefördert würde, da es das Reich als ein? Ehrenpflicht an sehe, den Personen und den Ange
hörigen von Personen ausreichende Hilfe zu sichern, bie infolge der Bejahung Schaden an Leben und shiefundheit genommen haben. Einen sehr breiten Kaum nahmen die Klagen vieler Beiräte über die Leüergrisfe und Lasten der Besatzung ein. M sei nicht besser in dem besetzten Gebiet geworden,
c Unterlagen verliefen tniirbeu. Tie miwaidinännischc Ausübung der Jagd besonders tm Taunukgebiet gab ■|u der Befürchtung Anlaß, daß der dortige Rot- Mldfiand in kurzer Zeit vernichtet fein werde.
Die drückende Wohnungsnot uno die Notwendig- tet einer erheblichen Steigenlng des Wohnungsbaues in dcitr befehlen wurde lebhaft erörtert. Es tourte zum Ausdruck gebracht, daß gegenüber den Mgeheneren Nölen und dem durch die Forderungen jher Befatzungs-rrmeen verursach en Wohnung'e'end in brr Städten und Gemeinden des besetzten Gebietes durch bas Reich das Menschenmöglichste geleistet Werder. Müsse. Es wurde hierbei ausgesprochen, daß di: M.'sitzer bei mit Einquartierung belegten Wohnung?« ttieifach nicht mlhr wagten, ihre Beschwerden zu äußern, -toi sie glaubten, sich der Gefahr -einer Vcrurtei- in n z wegen Beleidigung der Familienangehörigen itord der Mitglieder der Besatzungstruppen auszusetzen.
Die Not des besetzten Gebietes.
; wb. Koblenz, 10. Jan. In Anwesenheit von Herirrtern der verschiedenen Rrichsmimster «nd beri Landcsregiernng tagte beute der parlamentarische Bei- .ton hie das besetzte Gebiet beim Neichskommissar.
. £•<■ Rc-chskommlssar für die besetzte» rheinischen 3:« Mer. 5. Starck erstattete Bericht über die Tätig- Mit bcS ReichslommissarS im vergangenen Jahr und
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Marburg Mittwoch, 19. Januar l Hartung)
gebracht, in der die Reichsregierung gefragt wird, was sie zu tun gedenkt, um die Wiederherstellung' der öffentlichen Sicherheit in Oberfchlcsien hcrbei- zuführen, der durch die Ansammlung polnischer Truppen an der obcrschlcsischen Grenze geschaffenen Gefahr zu begegnen und die in dem Abstimmungsreglement für Oberschlesien enthaltene Benachteiligung der deutschen Abstimmungsberechtigten zu beseitigen. ,, ,; >
Das Banditenunwesen. .
wb. M h 8 lo;y i tz, 18. Jan. Am Sonntag Nachmittag erschienen bei dem Fleischermeister Kasinski in Karlssegen bei Birkental 15 bis 20 Banditen, umstellten die Besitzung und drangen in die Wohnung Kasinskis ein. Mit Handgranaten und Armeepisto'en richteten sie in der Wohnung große Verwüstungen an. Kasinski wurde erschossen. Tas gleiche Schicksal erlitten ein Polizeibeamtcr, der mit andern Beamten zu Hilfe geeilt war, sowie drei Zivilpersonen und eine Frau, die Mutter von sechs Kindern war; drei iverirre Zivilisten wurden so schwer venchl, daß sie kaum mit dem Leben davoickommen dürfum. Die Regierung setzte 15000 Mark Belohnung sür^tzrr Ergreifung der Täter aus.
wb. Nybnik, 18. Jan. Am Frettag Abend wurde in die Mchnuug eines OberingenicurZ eine Bombe genorfen, d;e großen Sachschaden anrichtete.
v?b. Benthe», 18. Jan. Der französische Kreis- kontrollcur in Kattowitz-Staot sandte an die Presse ein: längere Zuschrift — „im Interesse der Wahrheit", wie er sagt — zur Ausweisung de-s früheren Rrichs- mulisterS Gqthein aus Lberschlesicn. Die Zuschrift enthält nichts Tatsächliches als die Versicherung. daß Gothein von der interalliierten Behörde mit dem größten Entgegenkommen behandelt worden sei, wie cs seiner Persönlichkeit und seinem Alter entsprochen habe. _
Nach einer Meldung des „Oberschles. Wandeces" haben sich zur Abstimmung in Oberschlesien bisher 216 000 außerhalb Oberschlesiens wohnende Abstimmungsberechtigte gemeldet. ,
Wien, 19. Jan. Die Wiener Presse stellt ans Anlaß des 50. Jahrestages der NeichSgrüuouug fest, wie stark und intensiv gerade in der letzten Zeit die Anschlußbewegung in Deutsch-Oesterreich geworden ist.
wb. London, 18. Jan. Nach einer „Times"- Mcldiing ist in amtlichen Kreisen Londons ans Wien die Nachricht eingetroffen, daß der österreichische Staatskanzler Dr. Mahr bezüglich bet finanziellen Lage Oesterreichs jetzt etwas hoffnungsvoller gestimmt ist. Es sicht danach auS, als ob die gegenwärtige österreichische Regierung tu der Lage ist, tue Geschäfte noch etwa einen Monat weiter zu führen.
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'*•»' wb. Berlin, 18. Zan. Die deutsche Regierung hat am 4. 2. 1920 der interalliierten Kon- trollkommission ein Verzeichnis der unter Artikel 186 des Versailler Vertrages fallenden Werke, Anklagen und festen Seeplätze und ihrer Armierung porgelegt. Die Kontrollkommission hat j-doch ent- igegen dem Vertrag ihre Zustimmung zur Beibehaltung eines großen Teiles gerade s— "-crtvoll- ipen und modernsten, Anlagen versagt. Die Bot- fchasterkonstrenz, von der deutschen Regierung zur Entscheidung über diese Vertragsverletzung ange- rufcn, ist der Kontrollkommission beigetreten und 'hat dies der deutschen Regerung durch Note rom 31. 12. mitgeteilt. Die Kontrollkommissioil hat daraufhin die Auslieferung der nach ihrer Auffassung überflüssigen Geschütze nebst Zubehör und Munition zum 17. 1. gefordert. Die deutsche Re- ycrang hat jetzt an die Ministerpräsidenten der verbündeten Regierungen die Bitte gerichtet, die
Gleichzeitig ist die Kontrollkommission gebeten l worden, die Forderung der Auslieferung des Materials bis zur Entscheidung des Obersten States zurückzustellen.
wb. Berlin, 18. Jan. Eine Denkschrift über
-handelt. Der Vertreter des Reichsministeriums des
Neichsgründungsfeiern.
Berlin, 18. Jan. Dir heutige Erinnerungsfeier in bcr ^Universität fand, wie die Abendblätter berichten, unter gewaltigem Andrang« der Sludentenschast statt. Der Nestor Professor Seckel forderte di: Studentenschaft auf, arrsknkmrren und mit neuem Mut und neuer Spann» krack an den MstLeranibau des Vaterlandes zu gehen. Bei der ^ei:r iu her HandekshochsOnle Hirst Professor Wegener die Festrede. Der Präsident der Handelskammer P. M e ndrls s o hn übergab mit enter Ansprache die von der Handelskammer gestiftete Ehrentafel für die gefallenen Haudelshochschülcr.
Der Ehrs der Heeresleitung, General bet Infanterie v. Seeckt, verweist in einer Kundgebung darauf, daß vor 50 Jahren das Zusammenwirken der deutschen Waffen dal Zustandekommen der Einigung der deutschen Stämme ermöglichtc. Gemeinsame Friedensarbeit und gemeinsame Kriegsjahre hätten daS Band enger geschmiedet. Heute sei das sestverbundeue Heer ein Wahrzeichen der itu- auflöSlichen Neichseinheit und ein Unterpfand für di: Zukunft des Reiches, die nur in Einheit und Einigleit eine lichte sein to-rcc.
Vorstandsmitglieder des WahlkreisverbandeS Groß- Berlin der Deutschen VolkSvartei legten einen großen Lorbeerkranz mit sck^'arz-tveiß-roter Schleife mit dem ?lukdruck „Dem Gründer dcS Reiches in Dankbarkeit" am Denkmal dcS Fürsten Bismarck nieder.
Wir die Abendblätter melden, ist in Halle ein S ch u l- streik ausgebrochen. Er richtet sich gegen die vom Minister Hönisch angeordnete Schulgedenkftier aus Anlaß bei Reichsgründung.
wb Dresven, 18. Jan. Zu Beginn der heutigen Sitzung des Landtages richtete Präsident Fraßdorf eine kurze Ampro.che an das Haus, in der er den heutigen Tag als denkwürdigen in der Geschichte Deutschlands bezeichnete. Vor allem handle es sich darum, bie Einheit des Reiches zu erhalten und die gegenwärtigen Schwierigkeiten zu bekämpfen. Die Hauptbedingung dafür fei Einigkeit.
München, 18. Jan. München ist zur Reichs- gründungsseier mit den alten Reichssarben schwarz-weiß- rot und mit den blau-weiße» bayerischen LandeSfarben beflaggt. In der Frühe sand auf dem Oberwiesenseld eine Truppenparade unter dem Generalleutnant v. M oc hl statt. Die Hochschule hielt vormittags eine besondere Feier ab.
Stuttgart, 18 Jan. Die Feier zur Erinnerung an die RcichSgründuug nahm gestern abend mit einem von der württembergischen Regierung veranstalteten Festabend ihren Anfang. Staatspräsident Dr. ».Sieber hielt die Festrede, nach der bie Versammlung das Lied „Deutschland, Deutschland über alles" fang. Die Feier war umrahmt von Gesangsvorträgen des Liederkranzes.
wb. Karlsruhe, 18. Jan. Der badische Landtag hielt anläßlich des 50jährigen Jubiläums der Reichsgründung in Ser Kammer heule nachmittag eine feierliche Sitzung ab. Der Präsident führte in der Festrede u. a aus, das deutsche Volk sei fest entschlossen, bie Einheir des Reiches zu wahren,, und wenn nötig, dafür sei» Herzblut cinzLsttzen. .. ..
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Ausstände.
Berlin, 19. Jan. Wie der „Lok. Anz." meldet haben die Verhanoluugen zwischen den Leipziger Metalliudustriellen und beit noch im Ausstand befind- lichcm. Mbcitern von 16 Firmen zu einem fried» liehen Ergebnis geführt, sodaß von der bereits be- fchlcssenkn Aussperrung von 50 ty« aller Metaflatbeü« abgesehen werden konnte. Tie HauplfoiLeruug auf restlose Wiedereiicstellung aller ausstünSigen Arbeiter wurde fallen gelassen.
Stettin, 19. Jan. Der Ausstandsbewrzuag in Köslin, die sich gegen den Wiederautritt des zwetre» Bürgermeisters Most in sein Amt richtete, ist gestern durch eine Urabstimmung beendet worden. Es baden sich nur etwa 2O»/o der Arbeiterschasl an der Abstimmung beteiligt, was eine Ablehnung des Ausst indes mit einer erdrückenden Mehrheit bedeutet.
Politische Tagesnachrichten.
Das deutsche Papiergeld im Auslände. Auf die Frage der verbündeten Machte, wie hoch ungefähr der Betrag des deutschen Papiergeldes im Auslände und bie Höhe der vom Auslande Deuttiblnnd gewährten Kredit zu schätzen sei, wird deutscherseits geantwortet: Genaue Ziffern können nicht gegeben werden. Es bleibt nur bet Weg der Schätzung. Danach ist die Summe des im Auslande befindlichen deutschen Geldes und der vom Ausland« gewährten Kredite auf mindestens 70 Milliarden Mark anzunebme». Von der Gcamt- lumtne entfällt weniger als di« Hälft« auf tm Anstand« befindliches deutsches Papiergeld.
Das a?ebrß«i«| wurde in der Fasitmg des Retck^- rais gedruckt und ging dem Reiwskabinctt zu. Es wird, sobald es di« Belligung des Kabinetts geftmdcn bat. der Oeffcntlichkeit übergeben. Da, Weyrmach.- verforgungsgefetz wurde vom Reichsrat in erster Lesung durchberaten.
Das HobenwlleenmSrchen. Die von Wien ver- fireitete Meldung über eine Verlchwörung des früheren Deutschen Kaiers und des Äronprin-.en und über den non Holland angeblich ansgedrückten Wunsch, sie möchten Holland verladen, entbehrt, wie die Niederländische Telegrapben-Agcntur meldet, jeder Be« gründung. — Mi« nicht anders zu erwarten war.
Der Reicksiaa, der heute wieder Zusammentritt, wird mit Rücksicht auf die Landtagswahien zunächst nur bi, zum 4. Februar tagen und dann die Sitzungen vorarm» sichtlich ech am 23. 2. wieder ausnehme» j
Spieg«» iÄer die ji tzige Lage in bcu besetzte» Gebieten. I» der iW8tl A lAurspräche wurde zunächst dis Notwendigkeit einer
Deutsch-Oesterreich.
Kundgevung der Wiener Studentenschaft für de» Ansch uß o« Deutschland.
wb. Wien, 18. Jan. Heute vormittag ver« anstaltth die Wiener Studentenschaft ritte große Kundgebung für den Anschluß an Deutschland. Um 1 Uhr fand zunächst in der Technischen Hochschule eine Kundgebung statt, noch der die Studenten in geschlossenem Zuge unter Absingung nationaler Lieder zur Universität zoont, wo sich die Hörer der anderen Hochschule» versammelt hatten. I» der Festhatte der Universität sprachen Rektor Dövsch, Rektor Hartmann von der Technischen Hochschule sowie einige S uomttn. Hieraus zogen die Studenten unter Führung bet Rektoren ?um Parlament, wo eine Abordnung unter Führung her Rektoren und des Obmanns der Großdeutschm Bolksparlei Kandl, sowie mehrerer großdeutscher Abgeordneten dem Bundeskanzler Dr. Mavr eine Entschließung übcrreichien, in der gefordert wird, daß !■« Regierung bie zur Durchführung des Anschlüsse? «m Dctnschlaad geeigneten Maßnahmen unverzüglich liesse, Vetbandlungen zwischen Berlin und Wien einleite und feie Volksbefragung darüber durchführe. Dr. Mayr erwiderte: Zur Sache kann ich im Augenblick mit Rücksicht auf unsere und die inte:- nationale Lage nicht Stellung nehmen, doch darf ich der Abordnung versichern, daß ich gleichfalls sehr warm national fühle, sowie Ihren Standpunkt und ben Standpunkt des ganzen Volkes wohl zu würdigen vr^rht. .
Andern die Verhältnisse hätten sich verschlechtert. Der Meichskommissar sagte zu, daß er bei der Rheiitland- htmniisüsn vorstellig werde, sobald ihm die nötigen
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.jM'i-t Marcel tzurin über eine Unterredung, bie er tr.it L " iand übet dcsjctt Ansichten hinsichtlich der Entwaffimng Deutschlands und der ReparaiionSfrage zÄakt hat. Briaud habe ihm erwidert, ec wolle sich
repetiert Ä» Augenblick nicht über Probleme auZfragen lassen
IPte „Oberhejisiche Zeitung" eridieint ierfismal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 4.25 Mk., durch dl« Post 4.65 Mk. Ausgabe B mit „Oderh. Eport-Ztg." 1 Mk. mehr, gfür ausfallend« Nummern infolge Streits oder elementarer Ereignille kein Ersan.— Verlag von Dr. C. Hitzeroth. — Druck der llnin.-Bmbdruckerei von Ioh. Bug. Koch, Markt 21/23. — klernlvrecher 55.
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berechnen. — Posticheckkonta: Nr. 5015 Amt Frankfuit a. Mein.
ime bie bikherigen Lieferungen und Leistungen auS dem ffeii FnstdeiiSoerlrag ist in Paris überreicht worden.
_ bi« B wb. Paris, 18. Jan. Im „Echo be Paris^ bc-
Oberschlesien.
Neichstagsinterp-llation über Obrrfchlesie«.
r Berlin, 18. Zan. Sämtliche Parteien des MeichItags mit Aufnahme der Unabhängigen und Kommunisten haben eine Znierp/llatörn ein--
richttle sich eine Versammlung des OrtSverbaudes Groß- Berlin des HansabundeS. Stadtverordneter Laden- borff geißelte die Zustände bei den Wohnungsämter» und gab der Befürchtung Ausdruck, baß biese Steuer nur eine neu: Gelegenheit zur Korruption und Schiebung bieten könnte. Wer über genügend Geld verfüge, könne in Berlin innerhalb 21 Stunden die schönste Wohnung haben. Außerdem stünde das Ergebnis der Woh- mmgslurusstmer in keinem Verhältnis zu ihrem Ertrage, d i zur Durchführung der notwendigen Wohnutigskontrol!» ein groser unb kostspieliger Beamtena pparat notwendig sei. Rechtsanwalt Dr. Goetzel als Vertreter des Großberliner MieterbundeS begrüßte es, daß hier «tu* mal Gelegenheit gegeben sei, Mieter und Vermieter zur gemeinsamen Arbeit zusammcnzuschlirßen. Das Ergebnis der Steuer werd: ganz minimal sein, mindestens 50 v. H. der Abgabe würden durch den Beamtenavvarat, die notwendigen Nachprüfungen und Vermessungen verschlungen werden. 25 Millionen solle bi? neue Steuer Bringen, 12l/t Millionen würden bie Verwaltungskoüe»- betragen. Als Vertreterin der Berliner Hausfrauenvereine kchilberte Frau Charlotte Mühsam bie zerstörend« Wirkung auf bas Familienleben unb die hygienischen unb ethischen Nachteile. Daraus nahm her demokratische Reichs- unb Lanbtagsabg. Stopfdj bas fZort. Es würde» wieder für die Vetternwirtschaft einige hmrbert Bcamtensiellen geschaffen. Er empfiehlt ben Herren be3 „Roten Hauses", zunächst mit oem Luxus bet überflüssigen Beamten einiger kommunaler Behörden ausxtrräfmen, unb daraus zu achten, daß in den städtischen Betrieben mehrpro- hilftitie Arbeit geleistet würde. Er schloß mit bem Wunich, daß bas Bürgertum endlich aufwache, um durch bk bevorstehetchen Vreußenwahle» ben ersorber- lichen Einfluß wieder zu gewinnen.
Es wurde eine Entschließung angenommen, in der cs heißt' Die Versammlung sieht in der allen Schikanen Raum gebenden Wohnungs-Lurussteuer nur ein weiteres überflüssiger Glied in der Kette bet Zwangsmaßnahmen bet Wohnungs-Wirtschaft. Sie verurteilt die Steuer als eitlen schwerwiegenoen Eingriff in das Privat- unb Familienleben, ferner als weiteres gefährliches Hemmnis bet Bautätigkeit. Sie verlangt, baß cr.bfiä prakffsche, wirklich durchgenfenbe Maßnahmen zur Schaffung neuer Wohnungen ergriffen werben, um ben beteiligten Gewerben Beschäftigung zu geben und her Arbeitslofiakeit zu steuern, bie Wohnungsnot zu beseitigen, und bie unerträgliche Zwangswirtschaft abzu- Bauen.
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England.
wb London, 18 Jan. Die Einführung der verkürzten Arbeitszeit auf den staatliche» Werke» wird am 24. Februar trotz des PwtesteS sämtlicher Arbeiter in bei Weis« durchgesührt, daß täglich eine Stunde samtiger gearbeitet wird. Die Löhne werden inzwischen hormbgeseht.
Infolge der HandekSdepression wurde mehreren Tausend Arbeitern brr Stahlwerke von Towlain (Wales) gekünbigt. Tie Arbeiter der Kupferwerkr von Swansea-Llaiwllh haben in eine Herabsetzung ihres Lohnes um 5 Prozent gestimmt, um eine Stillegung der Werek zu verhindern.
wb. London, 18. Jan. Reuter meldet ans Delk» ben Beschluß der Regierung ungefähr ein Dutzend Savak lerie- und etiüi 39 Jnsanterieregirnenter zu demobilisieren. ES wird ferner in Aussicht gestellt, daß auch bie britischen Streitkräfte in Indien durch Heimsenbung von zwei Britischen Kavallerie- und vier britischen Jn- fonterieregimentern herabgesetzt toerden sollen.
wb. London, 18. Jan. Reuter meldet: In London sind sechs Personen, wovon eine, wie angenommen wird, der Führer der terroristischen Siitnseinerbewegung in England ist. tm Zusammenhang mit dem vor kurzem statt- gefundenen Verfttch, ein Petrolcumlager in Brand zu stecken, von bewaffneten Geheimpolizisten verbacket. Außerdem wurde eine Unmenge Literatur bei ihnen beschlagnahmt.
Ausfahrt der englischen Kampfgeschwader nach Ostafie«.
Amsterdam, 18. Jan. Sämtliche kampffähigen Geschwader der englischen Hochseeflotte sind gestern aus Portsmouth nach den japanischen Gewässern in See gegangen. Es ist die größte Flotten- demonstration feit Ausbruch des Krieges. Die Geschwader werden 2—3 Monate ausbleiben.
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Näte-Rutzland.
Keine Demobilisierung. — Der Ausstand in der Ukraine.
wb. London, 18. Jan. Dem „Telegraaf" zufolge sind laut Berichten, die in maßgebenden Kreisen eingetroffen sind, keine Anzeichen dafür vorhanden, die auf eine Demobilisierung der roten Truppen schließen lassen. Im Gegenteil beschäftig! man sich in Moskau eifrig mit der Organisation non Truppen, die gegen die westlichen Nachbarn Rußlands bestimmt seien.
wb. Stockholm, 18. Jan. Dem Blatt „Nya Daglight Dllehanda" wird aus Helsingfors telegraphiert: Der von der anarchistischen Partei geleitete Aufstand in der Ukraine nimmt trotz der Bemühungen der Sowjetbehörden, ihm mit blu*
:Ker bi: er ti t) eben mit ben Verbündeten zu be- Wreche» haben werde, aber er werde keines der Rechte imd Interessen Frankreichs gefährden lassen.
!'* Tie Zeftungen befassen sich bereits eingehend dec intevalliierien Zufammenkumtst. Das „Echo dr .Paris-' meint, man werde Deutschlaud vielleicht eine »eite Frist für die Enlnafsimtig gewähren, uötigen- mit Sanktionen.
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