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1921.

18. Januar

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Hofmung.

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lebten Jahre eine schwere Erschütterung erlitten, hie härteste, welche unser wechselvolle Geschichte

Parteisucht, der innere Hader, der Mangel an Nationalgefühl, die Be­vorzugung der K l a s s e n p o l i t i k vor der großen, heiligen, alleinigen Sache des Vater­landes. Die alten Raben, die um den schlafenden Kaiser Rotbart im Kyffhäuser krächzen und die Kaiser Wilhelms I. und Bismarcks Zeit verscheucht zu haben glaubt, kreisen von neuem und sind der Ausdruck der inneren Zwietracht. Dieses Gebrechen endlich abzulegen, das sollte das erste Gelöbnis zum 50. Geburtslage des Reiches sein.

Die zweite Mahnung lautet:Halte, deut-

Aristide Briand, der 59 Jahre alt, hat einen Rekord an Ministerschasten hinter sich. Vor dem Kriege war er bereits fünfmal Minister, davon drei­mal 1909, 1910 und 1913 Ministerpräsidmt. Im Kriege führte « in den Jahren 1915 ist wiederum die Ministerpräsidentschaft, die ec mit dein Porie- feuille des Aeutzern vereinigte.

Wenn auch derTempS" Briands Politik, als ct für ein Kabinett Peret in Frage kam, als btt drk Versühnung mit Deutschland" bekämpfte, iDitb mar doch von ihm eine solche ebenso wenig erwarten dürs-a als von PoiuracL Allerdings besitzt Briand sicherlich mehr Simr für Realpolitik als Poincare und seist Anhang. Das Gleiche gilt für L o u ch e u r, der nächA Briand den Chacakicr des neuen äcbüuiti bejlunuU.^

iugleich an das Herz greift.

Und h.ute, 50 Jahre später? Die abgefeimte Rachsucht der Franzosen hat es für gut befunden, an der gleichen Stelle, welche unfern höchsten Ruhm gesehen hat, den Vollzug des Schänd- und Schmachfricdens zu veranstalten, in welchen wir, I entkräftet und verzagt, zerfallen und nieder- gebrochen, willigen mußten, Trauer im Herzen, von stummer Verzweiflung erfaßt. Trotzdem wol­len und dürfen wir nicht verzagen; denn das wäre der wirkkrche, rettungslose Untergang. Unsere Ge­schichte gleicht drin Wellenspiel des Meeres: auf die Kaiserinacht der großen sächsischen und stau- sischen Kaiser folgte die erbärmliche Kleinstaaterei, auf den Geistesaufschwung der Reformation das Verderben des 30jährigen Krieges, auf die Siege Friedrichs des Großen die Tage des Zusammen-1 braches von Jena und Tilsit, auf die lodernde $e= I gcisterung von Leipzig und Belle-Alliance die I Ohnmacht des Deutschen Bundes, bis Bismarck die I deutschen Stämme nutitr Preußens Vorherrschaft I einigte. I

Jetzt scheint nach mehr als 40iähriger Blütezeit der Bau des Reiches geborsten und auf unabseh­bare Zeit zerstört zu sein. Nein, nun und nimmer­mehr, vorausgesetzt, daß wir uns dessen erinnern, was heute der 50. Gedenktag des Reiches zu uns spricht. Dis Mahnung ist eine doppelte. Zu­erst sagt sie uns, daß nicht lleberlastung durch das Ricsenmaß des Weltkrieges uns in den Abgrund gestürzt hat, sondern der alte, leider immer noch nicht gebändigte Erbfehler der Deutschen, die'

-c So geschah es.

saate des Versailler Schlosses war die Krönung der brutschen Siege und das Ergebnis der ebenso kraftvollen wie vorsichtigen Staatskunst Bismarcks, der die letzten partikularistischen Bedenken geschickt aus dem Wege zu räumen wußte. And so treten heute die hehren Gestalten vor uns hin: Wil­helm 1., Bismarck, Moltke, Roon, der Großherzog von Baden, der das erste begeisterte Hoch aufKai­ser Wilhelm" auszubringen das Glück hatte. Ringsum die Fahnen der 3. Armee, die Vertreter elle: deutschen Stämme, ergreifende Begeisterung: -«in Bild, das uns-heute machtvoll und erschütternd

Amtlich« Derkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Tatzeszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

Nürburg

Dienstag, 18. Januar

digenkonserenz haben ergeben, daß der Frage dec Durch- Üchrung der S a ch l i e f e r u n g e n für die Lösung bt« Reparationsproblems eine befördere Bedeutung zu« kommt. An den weiteren Verhandlungen werden bähest im Auftrage der Reichsrcgierung Hugo Stinneß und drei weitere Vertreter der Arbeitnehmer, baruntee Löffler als Vertreter der Bergarbeiter teilnehme.

Deutscher Protest gegen die Entwaffnung d«t ostpreußischen Festungen.

wb. Königsberg i. Pr., 17. Jan. Den Mit­gliedern des RcichSkabinetts wurde ein von der bemo- istat.schen Partei, ber Deutschnationalen Vvlkspartei, der Deutschen Volkspartei und dem Zentrum unter­zeichnetes Schreiben übermittelt, in dem gegen die von den Verbündeten verlangte Entwaffpungdev

Der Anzeigenpreis beträgt für die 8gejp. Zeile /5

und auswärtige 1. Ml., Reklamezeile 3.00 SRf. -- rx.--

Bei Auskunft durch die Geschäftsstelle und Vermittlung der Angebote 75 Pfg Soa- deraedühr. Bei Beträgen unter 20 Mk. mügen wir da» Porto für di« Rechnung berechnen. Postscheckkonto: Rr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

tob. Berlin, 17. Jan. Aus der deutschen ..... nort auf die 41 Frage::, die die Verbündeten den deutschen sachverständigen in Brüssel vorlezen, wird weiteres be­

kannt:

Zu der Frage 12a/ intoktoeit das jetzt in Geltung ; siedende Steuersystem in Deutschland seine volle Ertragssähigkeit erreichte, wird ausgeführt, daß 1 seit Oktober die Veranlagung der verschiedenen Steuern befriedigend 4wr sich gehe. Einige Steuern, wie die all­gemeine Umsatzsteuer und die Körperschastssteuer, würden erst nach Schluß des Kalenderjahres 1920 zur Veran- i lagung kommen.

Auf Frage 12b: Ist das Steuersystem fetzt schon voll angewaiwt? wird geantwortet, daß der Eingang der neuen Stenern bis Oktober sebr viel zu wünschen übrig ließ, daß das Oktoberergebnis aber bei den- .Hauptsteuern, der Einkommensteuer und dem Rerchsnotodier, dem erwarteten durchschnittlichen Monats­ergebnis entspreche.

Zu Frage 12c, ob größere Erträge in den kommenden Jahren ohne neue Steuern durch bessere Ausfüh­rung der Steuergesetze und bessere Deklarationen zu erwarten seien, wird ausgesnhrt, daß eine mäßige Vermehrung infolge von Verbesserungen der Steuertechnik nicht. ausgeschlossen erscheine, daß vielleicht auch 'ein Mehrertrag an Zöllen erzielt werden könnte, ivevin bem Reiche die Möglichkeit gegeben würde, durch eine ge­nügende Zahl und entsprechende Bewafsnung der Be­amten die Grenzkontrolle noch mehr zu verschärfen, daß dagegen eine Steigerung der Erträge infolge der Erhöhung des Einkommens in späteren Jahren kaum zu erwarten sein dürste, pbenfo dürste eine Steigerung der Einnahmen durch ($ijfcang von Steuerrückständen aus dem Finanzjahr 192*f2t im nennenswertem Umfange kaum zn erwarten sein.

Zn Frage 18 wird gesagt: Ter Erlös der deutichen Regierung aus dem Verkauf von Gütern (Heeresgut) be­trägt 4838 090 000 Mark. Diese Summe wurde als Rückeilptabme bei dem Anleihefonds verrechnet, iodaß sich M Reichsschuld in Höbe dieses Betrages verminderte.

/luf Frage 20, nach Verwendung dec Vorschüsse und Zvhlnngen, die Deutschland gemäß des Svaa-Abkommens erhielt, wird durch Anführung einer Reihe von Bei­spielen beantwortet. Die Bergarbeiter erhalten danach eine Wurstzulage von 500 Gramm wöchentlich für jeden Bergmann und eine um 100 Prozent erhöhte Speckzulrge von 200 Gramm, ebenfalls für jeden Bergmann 500 Gramm Fett (Schmalz oder Speck), verbilligte Kleidung und Schuhwerk. ,

Zur Frage 23 wird daraus hingewiesen, daß in den Schulden, welche das Deutsche Reich im Zeitpunkt des Abschlusses des Waffenstillstandes hatte, keine Acndenm- gen eiiigetreten sind. *

Die Pariser Konferenz.

öb. Paris, 17. Jan. (Havas.) Aus London wird gemeldet: Das Reuterschs Büro wurde amt­lich davon in Kenntnis gesetzt, daß Lloyd George der Zusammenkunft der alliierten Ministerpräsi­denten beiwohnen wird, die in Paris am 24. Jan. stattfinden wird. Gestern anwortete die franzö­sische Regierung, daß sie darin einwillige, daß die Zusammenkunft am 24. Januar stattfinde. Sie wirb höchstwahrscheinlich drei oder vier Tage dauern. Es ist nicht sicher, daß der italienische und der belgische Ministerpräsident auf ihr vertreten sein werden. Auf alle Fälle wurde beschlossen, da die Außenminister Italiens und Belgiens Era Sforza und Jasper daran teilnehmen.

Havas fügt der Meldung hinzu, von einer Ein­ladung der Deutschen sei nicht die Rede gewesen.

wb. Paris, 17. Jan. Wie derJntran- sigeant" meldet, werden an den bevorstehenden Be­sprechungen des Obersten Rates für Frankreich Briand, Loucheur, Doumer sowie Berthelot teil­nehmen.

tob. Sottbou, 17. Jan. Reuter erfährt von maß­gebender Seit« mit Bezug auf die bevorstehende Kaufe- reu;, die britische Ansicht gehe dahin, daß eine Einigung in bei Eutwafftmugsfrage wahrscheinlich bald gesunden werden wird, ohne daß lauge Erörterungen nötig finb. Mit bezug auf die Wiedergutmachung hält mau er nicht für möglich, daß irgend etwas einet end- gültigen Regelung Gleichkommendes auf der Pariser Konferenz erwartet werden kann. Wahrscheinlich wird man in dieser Frage nicht über einen allgemeinen Meinungsaustausch hinaus kommen.

Die deutsch^französtschr» Souderverhandlnuge«.

tob. Berlin, 174. Jan. Dia Svnderderhand- , lungert feil der Vertagung bet Brichcler Sachverjiän-

Pfa. und Ivo/, Aufschlag, amtlich« r, ,?£ SffiJMWJÄ K. 3AkI, 1921 i

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Reichsgründungsfeiern.

Berlin, 17. Jan. Anläßlich ber 60. Aieserkehr ber Begründung des Deutschen Reicher veranstaltete ber Nationatverband deutscher Offiziere gemeinsam mit dem Verband national gesinnter Soldaten gestern eine Pceu- ßensekr, bei der Geheimrat Prof. Dr. Roethr die Festrede hielt.

TieDeutsche Zeitung" läßt am 18. Januar in ihrem Betriebe feiern.

M ü n chen, 17. Jan. Bei der Reichsgründungsfeier dec Deutschen Volkspartei hielt Geheimrat Prof. Tr. Kahl die Festrede, in der tr jur Mitarbeit an dem Neu­aufbau des Reiches aufforderte, bi? das nationale Sehnen nach einem Kaffertum sich erfüllt habe.

F r a n k s u r t'a. M., 17. Jan. Zu einer machtvollen Kindgeöung für die Reichseinbeit gestaltete sich die am Sonntag vormittag im Schumann-Theater abgehaltene geschiüssene Versammlung auf Beranlassnng der Deutsch- nationalen Volk-Partei zur Erinnerung an das 50jährige Bestehen des Deutschen Reiches. Nach der Eröffnungs­ansprache deS Pfarrers Veidt ergriff General d.Inst ! v. T ick h nt-H arr a ch das Wort zu einem Rückblick auf Bismarck und Kaiser Wilhelm I. Älß heute der Rin Los von Berlin" erschalle, daran feien die Leute schuld, die heute in bet preußischen Regierung ihr Unwesen trieben. Deshalb riefen auch die alten Preußen »Los von diesem Berlin". Zurück zum alten Preußen, das Deutschland geeinigt hat. Weiter führte er aus: Es hieße an der göttlichen Vorsehung verztoeifeln, wenn wir nicht an einen Aufstieg glauben wollten. Dazu wird uns helfen eine veränderte Gruppierung der großen Mächte. SobaL wird sie ja allerdings nicht kommen, wird uns auch jetzt, so schtver ei auszusprechen ist. nichts helfen. Der kommende Mann, der unser Volk führt, braucht ein großes Geschlecht. DaS sind wir »ich t. Die Blüte der deutschen Jugend liegt draußen in fremder Erde und auf tiefem Meeresgrund. Unser Volk ist tie gesunken in allen Säumten der Gesellschaft ohne Unter­schied. Wir haben nötig selbstlos zu sein, den Dienst an der Allgemeinheit vor jedes Sonderinteresse zu stellen, esti wird es keine Gesundung geben. Jeder tue still,, ernst

1871

IS'

und geiviskiihast seine Arbeit, dann toirb auch unser Volk wieder gesund werden. Dies ist der einzige Weg. Die letzte und tiefste Ursache des Krieges toar schließlich die, daß sich zwei Weltanschauungen gegenüverstanden, die alt- pveußische, pflichtbewußte und die neue, materialistische, kapitalistische oder wie man sie nennen will. Mr glauben an den Sieg der ersteren, und das soll unser Gelöbnis am 50. Geburtstag des Reiches sein. Ein ftohes Geschlecht mannhafter Enkel soll einst den deutschen Adler vor sich fliegen sehen. * >

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Jft 418kWn 8m«.

Weitere deutsche Antworten.

>Und die Treue, sie ist doch kein leerer Ma'hn." Dieses Bekenntnis des deutschen Dichters Sll die Weihe des fünfzigsten Gedenktages der ründung des Deutschen Reiches sein: die deutsche Treue, die in der Einigung der sämtlichen Stämme unseres Volkes ihren Ausdruck findet. Freilich ßlft auch die deutsche Treue durch die Erlebniffe der

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$05 MM Mod.

tob. Paris,17. Jan. Wie betMusin" nsittcitt, setzt sich das Kabinett aus 13 Abgeordneten untz j Senatoren zusammen. Die Senatoren sind Donnie: und Martaud. Der Partei nach ist ein Mitglied des Kabinetts sozialistischer Republikaner (Briand), viel sind Radikale (Doumer, Martaud, Sarcaict und Bin- ccnt), vier Mitglieder dec demokratischen Linken (Bar- tüoa, Gniflhau, Maginot und Berard), zwei Links- tcpiiblikaner (Le Tiocquer und Loucheur) und t?i-o Msigsiedet ter repnblikmnschen Vereinigung (Bonn:- vah, Lefebrc bu Prey, Dior und Leredu). Wie au? den Blättern hervorgeht, ist Louchcut nicht nur Mini siet für die befreiten Gebiete, sondern auch für btt Reparationen. Im neuen Ministerium sind vier Mit­glieder, die noch n i e einem Kabinett angehört Haven (Martaud, Bonnevay) Leföbve du Prey und Dior).

WieJotnal de Testats" m?(bet, hat ber Ab-. geoid'.lete Forgeut eine Jnterpellaiion über die Zn-' sammen setzung des Sao tuet t3 und über die innere und auswärtige Politik clngrbtacht. 1

Rach berLiberte" ist die m i u i st c t i c l l e E t <-. klu^nng bereits in ihren Haupt^ügcn sertiggcsteltt. Der Grundgedanke ist nach diesem Blatt, die natio« nalr Einigung aufrecht zu erhallen. Tie Erklä­rung geht bann an hie Prüfung der Hmiptscagem die dem Parlament vorgelegt werden sotten. In de' auswärtigen Politik spricht die Erklärung von bet Beziehungen zu Deutschland und der Sage in Rußland Sollte riue Interpellation über die allgemeine Poliik ber Regierung cingebtacht werden, so werde ber Mino steipcasideut diese Erklärung noch ergänzen. Das Blau meint, daß in jedem Falle dein Ministerin-r:* ca:-. große Mehrheit sicher sei.

Englisch« Pressestimmen.

mb. London, 17. Jan. DieTimes" schreibt, tte außerordentlich biegsame Intelligenz Briands werd« den kritischen Standpunkt in den internationalen Fra« gen zu verstehen wisteu. Kein Wechsel von Kabinetten oder Persönlichkeiten dürfe die Kraft der Entente er« f(buttern. Die Politik beider Länder müße cor allen Dingen darauf gerichtet sein, nicht zuzulafsen, dis Deutschland sich den in dem Friedensveitrag über* nommcnen Verpflichtungen entziehe. Jnbezug auf die Entwaffnung Deutschlands sei die Lage ernst, doch he« stehe zwischen der englischen und der französischen Re­gierung in dieser Angelegenheit volle llebereinsiim- mnng. DieDaily News" begrüßt die Etnemuing Briands zum französischen Ministerpräsidenten. Das Blatt schreibt, es sei klar, daß eine Fortsetzung der austoärttgen Politik notwendig sei, wie sie in Snaa feftgelegt worden sei. Der Variier' Berichterstatie, derMoring Post schreibt: Die Ernennung Briand« zum französischen Ministerpräsidenten wird in Englaut begrüßt werden. Lloyd George wird in Blind eher einen Mitarbeiter als einen Gegner finden.

Di. SderbeiM»- SeUung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich

4 2S Mk durch di« Post 4 G5 Mk. Ausgabe B mitOb-rh. Svort-Ztg." 1 Mk. mehr. BI» 11 Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder clemcntarer Ereignisse kein Ersatz. 711. 11 Berlaa von Dr. L. Hitzeroth. Druck der Univ.-Buchdruckerci von Ioh. Ang. Koch, Markt 21/23. Fernsprecher 55.

Festungen Königsberg, Pitlau und Lotzen pro­testiert wirb, bc hierdurch die Provinz Ostpreußen jecew «indtichen Angriff wehrlos preisgezeben würde. Di« g-samte Bceötlening Ostpreußens ohne Unteischied bet Partei sehe durch eine solche Entwaffnung di« letzt« Nkögtichkeit der Verteidigung der. Heimat schwinde '. Heute, wo die Gefahr von außen immer drohen­der ioerde, müsse die Reichscegierung nachorücklich!^ boftit eintreten, daß die Festungen nicht eniamssne" werden.

, sches Volk, das Bewußtsein an deine große Ver-

gllfweist. Die Tat vom 9. November 1918 hat bie I g a n g e n 1) e i't hoch und erziehe deine,J u g e n d Maiserinacht gestürzt und die Stützen zerbrochen, jn diesem Geist!" Wehe dem Volke, das die Ehre auf welchen unsere Kraft beruhte. Deutschland ieiner Väter schändet und der Jugend die stolzen, tzlercht einer Trümmerstätte int Innern, aus der mannhaften Ueberlieferungen aus Engherzigkeit zur Zeit noch kleine Pfade zum Aufbau empor- ^d Kleinsinn, aus- internationaler Verflachung führen. Die äußeren Feinde sind entschlossen, uns völkischer Entartung 'vorenthalten möchte, niederzuhalten, die inneren wollen unsere bedrohte t Nein, verkünden wir heute laut das Bekenntnis .Lage zur Verwirklichung ihrer auf den Umsturz ^m.starken, einigen Deutschen Reiche, wie es von bei Gesellschaft, des Wirtschaftslebens, der Kultur e,nent größeren und besieren Geschlecht geschaffen x-richteten Pläne ausnutzen. Der Gedanke der Wurde an jenem 18. Januar 1871. Halten wir radikalen Parteien, den 9. November als Na- Gedanken in uns selbst hoch und erziehen wir lionalfeiertftg zu begehen, fand in den weitesten unsere Jugend im vaterländischen Sinne Kreisen unseres Volkes Ablehnung. Mit Recht! ,um Kraftbekenntnis, damit sie dermaleinst der Dieser Tag verewigt unseren Zusammenbruch und Rächer des geschändeten, durch Parteihader nieder- bie Elemente, welche ihn herbeigeführt haben, gebrochenen Vaterlandes werde. So möge uns bei ym unser einst so starkes Vaterland vor eine dieser ernsten, schweren Gedenkfeier das Dichter­dunkle Zukunft zu stellen. wort voranschweben: ;

Ganz anders ist der 18. Januar! Dieser TagDie Losung heißt jetzt:' Aufgerafft! birgt die Erinnerung an zwei Glanz^punktel $cm Vaterland die ganze Kraft!

bentscher Geschichte: Am 18. Januar 1701 setzte Es gilt, was Herz und Hand vermag,

sich Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg zu I - : Dem fernen Auferstehungstag." Königsberg die preußische Krone aufs Haupt, am I F. I. ,

18. Januar 1871, vor 50 Jahren, übernahm König ---:>->-r

i Wilhelm I. zu Versailles die Kaiserwürde des

neuen Reiches. Beide Vorgänge stehen im engsten Kundgebung deS Reichspräsidenten Kisiammenhana. Des jungen Reiches Macht be-1 .

©raff die deuticke Einheit to6- Berlin, 17. Jan. Der Rnmspralident hat

.!t _;? ni-ht ans Anlaß des beutigen Tages eine Kundgebung er

llch s'ch nicht durch Parlamentsbeichlusse nnht ^jßt:

-durch Volksversammlungen, nicht durch Parte - lg ^ar sind 50-Jahre seit dec Einigung bcsirebungen gewinnen net?'< < L-Uurr' t t» der deutschen Stämme zn einem einheitlichen Staats- Bismarck treffend gesagt und durch die Tat be- vergangtu. In allen schmerzlichen Verlusten, wiesen hat, auf dem Schlachtfeld durch Eisen und un5 durch Krieg und Frieden getroffen haben, ist uns Blut geschaffen werden. Aus dem Schlachten-1 _ fast als einziges das eine große Unglück eripact chonner von Wörth und Sedan, vor Metz unb 1 gebfiebcu, daß die beutföen Länder wieder auseinander Paris stieg die deutsche Einheit empor, hier wurde I geialleu sind. Sie halten aneinander fest. Darüber bei güldene Reif der Kaiserkrone im Feuer ge- wollen wir uns freuen wenn wir auch nt.t bcjonbercr cj k 4 (t, nf4 noiiHA.n Stämmen als I Trauer zu allen deutsche» Landesteilcii hinilberichauen,

jchmiedet. Es galt allen deutschen Stamm« °I^ .^R 58iHen bon ibrem stammverwandten

Seine Seibttverstandlichkeit. daß d-e »on d^n Besten flftrcnnt yjnb> unb au; ba3 ^sonders schwer leidende ixt Narion seit Jahrhunderten erstrebte deutsch« I Oesterreich, das mit dem Herzen zu uns strebt, Einheit aus dem Siegeslauf des Krieges 1870/711^,, tojt Unsere innere staatlich- Einheit weiter

heimgebracht ward. I zu erhalten, muß unser aller fester Wille sein. Wenn

Die Kaiserkürung im Prunk- uns auch politische unb wirtschaftliche Anschauungen, - - mehr als gut ist, trennen, in einem sind wir alle einig: Grenzen sollen «ns nicht trennen. Die Einheitlichkeit unseres deutschen Vaterlandes ist für uns alle ein Stück unseres Glaubens, unserer Liebe unb unserer

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