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Amtliches Verkünd lgungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (bas früher kurhessische) Oderhessen <

BamMMk zmM Polizei und KommM in Berlin

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Republik vorgestellt.

SB

sind in den Haushalt für 1920 eingestellt 55 259. Die Gesamtzahl der planmätzigen Beamten nach den Haushaltplänen betrug für 1913 189 918, für 1920 688 023.

Marburg

Montag, 17. Januar

(Wartung)

Abdankung des Schahs vonPersien?

wd. Pari «, 16. Zmr. WieJntran.igeaui" be- richtet, hat der Schah vo« Persien abgedaukt. ?!uch derTempZ" verjcichnrt d«z .Gerüchts befrist

Ksmmunistcu für Liebknecht und Rosa Luxemburg statt, au der etwa 8000 Personen teilnahmen. Die starke Agitation der radikalen Führer für völlige Ar- beitSrv.hr in beu Sütticben hatte keinen Erfolg. Unter beit Rednern tat sich besonders der Elektrizitäts arbeitcr Shlt hervor, der die bestehende Negierung aus das heftigste angrifs und deren baldigen Sturz forderte. Ansckstießend an die Kundgebung formierten sich etwa 6010 Pkann am Zeughaus zu einem Zuge und marschierten, die Internationale singend, die Straste Unter den Lruden entlang. An der Charlotten- straste stand tlne Postenkette der Schutzpolizei. E-e wurde überrannt, doch gelang es den Beamten, einen Teil der - Ruhestörer in die Cbarlottcnstrnste hiueinzudrängen; die große Menge marschierte weiter, durchbrach di: Postenkette an der Friedrichstraße und zcg bei Kranzler vorbei nach dem Gebäude der russischen Botschaft, wo Hochrufe auf dic Sow­jetrepublik ausgebracht wurden. Als die Demon-- sirantcn auch die Schutzpolizisten au der Wilhelm- strastc btt ©eite" gedrängt hatten, löste sich plötzlich ein Schuß, der am Brandenburger Dor abgefenert Wörden war. Gleich darauf fielen noch mehrere Schüsse, sodaß sich der Menge eine Panik bemäcl'tizte und sie in wilder Flucht auZeinand^rstob. Nach den bisherigen Ermittelungen wurden eine Frau durch einen AauchschltF verletzt und ein junger Mann ans dem Bürgersteig vor dem Hotel Adlon ebenfalls durch einen Sehnst niedergestrcckt. Die Namen beider sind nicht zu ermitteln, da sie von ihreick Angehörigen weg- geschafft wurden. Außerdem wurden durch-Beinschüsse drei junge Stute verletzt.

Weiter wird hierzu amtlich mitgeteilt:

Anschließend an die Kuiügebunen im Lustarieu rum Gedächtnis von Liebknecht und Rosa Luremlmrg bewegte sich auf die Aufforderung eines Rtduocs, den Bann­kreis zu durchbrechen, ein starker Demonstration'- zug vom Lustgarten über die. Linden in der Richtung bei Brandenburger Tore». Teile der Demonstronten eilten auf den Bürgersteigen einzeln dem Zuge voraus und konnten ungehindert die Sverre der Schutzpolizei an der

Die Beamten- und Arbeiterfrage.

3,7 Milliarden Mehrbelastung des Reichshaushaüe. Verminderung der Anzahl der Beamten.

Berlin, 15. Jan. Die Zugeständnisse des Reichs- tabineits an die Beamten und Staatsarbeiter bedeuten eine weitere Erhöhung der ursprünglich von der Re­gierung für die Erhöhung der Teuerungszulagen vorge­sehenen 2,8 Milliarden um 800 Millionen, so da- allein der Reichshaushalt ohne die Rückwirkung auf Länder und Gemeinden mit weiteren 3,7 Milliarden belastet wird.

Wie eine Nachrichtenstelle mitteilt, ist bei den Ver­handlungen auch die Frage der Verminderung des Beamtenkörpers wieder angeschnitten worden, an deren Lösung auch die großen Beamtenvereinigungen mit- arbeiten wollen. Namentlich die Unterbringung der aus den abgetretenen Gebieten gekommenen Beamten hat eine solche Ueberfüllung zuwege gebracht, daß man setzt an die Einführung einesNumerus clausus", gleich­zeitig aber auch an die Zurückführung der wäh­rend des Krieges eingestellte« Hilfsbeamten in ihre früheren Beruf« denkt.

Die Berliner EifeubahnarSeiter unbefriedigt.

Berlin, 16. Jan. Di« Berliner Eisenbahn­arbeiter hielten heute vormittag 4 Versammlun­gen ab, in denen etwa 8000 Personen, meist Arbei­ter der Berliner EisenbahnreparaturroerkstStten sich zusammengefunden hatten, um gegen die finan­ziellen Zugeständnisse der Regierung als unge­nügend Verwahrung einzulegen. Als Redner traten Vertreter des Deutschen Eisenbahnerver­bandes, der Reichsgewerkschaft Deutscher Eisen- bahnbeamter und des allgemeinen Eifenbahnerver» bandes auf. Die Gewerkschaft Deutscher Eisenbah­ner blieb den Veranstaltungrn fern. Rach btn Versammlungen begaben sich mehrere Züge nach dem Friedrichshain. Zum Schluß bildete sich ein

Korfanty wendet sich in beleidigenden Erklärun­gen gegen die deutsche Note, nennt die Beweisstücke ge­fälscht und fordert deren Vorlegung zur Prüfung durch die Votschasterkonferenz und die polnische Regierung, wozu von zuverlässiger deutscher Seite erklärt wird, dah mau selbstverständlich bereit sei, die Original« bett Vertretern der verbündeten Mächte vorzulegen.

aber dazu, daß die bei der französischen Regierung eingegangenen Telegramm« noch keine Bestätigung die­ser Nachricht enthalten, sondern nut melden, daß bat persische Kabinett znrückgttreten sei.

Die Leitung des Schlesischen Heimatdienstes hat be- . schlossen, die Rcichsregierung zu bitten, angesichts de: unzweifelhaft der Provinz Niederschlesien und der Lan­deshauptstadt Breslau von polnischer Seite brohendc-- Angriffe alle verfügbaren Kräfte der Reichsw- t; ungesäumt zum Schutze do-ifchlesifchen^rei e, zu entsenden.

Nachzutraisn ist noch die Erklärung der deutschen Rt- Cicruni, daß bie Ausgaben des Reiches zurzeit die Ein­nahmen weit überschritten und die Sach!-'«« da­durch poch verschärft werbe, daß die deutsche Vevistü- rung große Beträge Papiergeldes, die,m«n auf 10 bis 12 Milliarden schätzt, heimlich zurückhalte.

Kundgebünge-m tu Hamburg.

wb. Hamburg, 15. Jan. Der Chef der Ord­nungspolizei berichtet: Bei den Versammlungen auf dem Heiligengeistsesds stob keine Störungen der öffentlichen Ruhe uud Orduung eingetreten. Einige hundert Demonstrar-t-ea, dis in den Bann­kreis eindringen wollten, würben daran gehindert. Zwei geordnete Denwnsttatianszkjgs wurden zer­stört, die Rädelsführer festgestenommen.

Sie Mimeile dvMMe».

Wb. Berlin, 15. Jan. Heute nachmittag um Uhr fand im Lustgarten eine GÄächtntsfei« der

193 i.

DtetlWi.

Sie Gewaltplän« der Pole«,

Über die kürzlich eine deutsche Rote umfangreiches Iaf= ächenmaierial den Verbündeten mitteilte, werden durch weitere verbürgte Mitteilungen derErenzboten" da- "hin festgelegt: Wenn das Abstimmungsergebnis trotz allen Terrors der Polen zuungunsten Polens ausfällt, o wird ein neuer Aufftand der oberfchlefischen Polen inszeniert. Er wird die 'L o s r e i ß u n g Oberschlestens von Deutschland bezwecken. Alle Vorbereitungen dazu lud getroffen: Die feit 1919 in Oberfchlesien bestehende polnischeSelbstschutzorganisation", die von Warschau aus geleitet upd bewaffnet wird, ist durch den Verband ehenuiSger polnischer Soldaten (Hallersoldaten) und durch Stoßtrupp» der regulären Armee auf über 50 000 Mann verstärkt. An der Grenze stehen weitere 12 000 Mann bereit. Stößt die Ausbreitung des Aufstandes auf Schwierigkeiten oder trifft Deutschland Gegenmah- nahmen, fo wird die polnische Armee mit starke.! Teilen von Osten und Norden her gegen Ober- chlesien eingesetzt werden. Hierzu sind bereits vier Divisionen an der oberfchlesischen Grenze und vier Divisionen in Posen und Westpreutzen gesammelt. Außerdem stehen bei und westlich Warschau drei Divi­sionen zum sofortigen Einsatz gegen Deutschland bereit. Ihre Zahl wird noch vermehrt werden. Die Divisionen sind sämtlich marschbereit und schlagfertig.

Demonstrationszug. bet sich -nun Alexander- platz auflöste.

SM Ultet tos InmM MimH.

r wb. Paris, 1b. Ja«. Briaad hat den Auf- Hag, das Ministerium zu bilde«, angenommen.

wb. Paris, 18. Jan. Um 6 Uhr nachmittags ] jigob sich Vriand ins Elqf^e und unterbreitete dem t «rstdenten bei Republik die Lifte des neuen Mini- £riumg. Dieses setzt sich folg«ndermatzen zusam- Mcn: Ministerpräsibent und Minister des Aeußern: Bcianb, Justizministeis: Bonnevay, Minister bes Innern: Marraub, Kriegainiaistet Vaeshau, Ma- Micminister: Guist-Hau, Finanzminister: Paul Mumer, Minister für befreite Eebjet«: Loucheur, Kolonialministet: Scirrauk, Minister für bas öf- fentltchen Arbeiten: Le Troquer, Minister für Pensionen: Maginot, Handelsminister: Lucien Gier, Ackerbauministsr: Lestrvre bu Pr^, Gesunb- seiisminister: Lereau, Alinistcr für Untmricht und Ränfte: Berard.

Vriand begab sich darauf in» Ministerium der ' öffentlichen Arbeiten, wo ein Ministerrat in An­wesenheit aller Minister staitfand. Heute Abend tz Uhr werden bnt neuen Minister dem Präsidenten

Abstimmung am 13. März?

wb. Paris, 16. Jan. DerPetit Parisieu" meldet: Man versichert 'in amtlichen Londoner Kreisen, baß der 18. MSrz vorläufig al- "'"Um- munssstag für Oberfchlesien in Aussicht i. en worben fei. Das Blatt erklärt, bie Nachricht stemme mit ben in Paris gegebenen Informationen über­ein.

Französisch-polnische Uebereinstimmung.

Berlin, 16. Jan. Wie aus zurmget Quelle gemeldet wird, besteht zwischen bet itet« alliierten Abstimmungskommission unb bei polni­schen Heeresleitung ein bi« in alle Einzelheiten verabrebeter Overationsplan für ben Fall eine» politischen Einma,rsches in Oberschlesten. Danach würben sich bie französischen Besatzungstruppen, scheinbar bet polnischen Uebermacht weichend, über bie tschecho-slowakische Grenze zurückziehen unter Zurücklasiung von Munition und Geräte, bas schon jetzt bereit liegt unb von polnischen Ossi­zieren übernommen wirb. Man nimmt an, baß die italienischen Truppen, schon mit Rücksicht auf ihre geringe Stärke, ohne weiteres dem französi­schen Beispiel folgen werben unb daß so Oberschle- sien ben polnischen Truppen überlassen werben würbe.

Die neu«Sera der Freiheit drr Gerechtigkeit".

mb. Kattowitz, 15. Jan. Die deutschen politi­schen Parteien in Oberschlesten überreichten der- inter­alliierten Kommission am 7. 1. «ine Eingabe, die nun­mehr veröffentlicht wird. Di« Eingabe erinnert daran, daß die Kommission bei der llebernahme der Re- gierungsgewalt am 11. 2. den Oberfchlefiern eine neu» Äera bet Freiheit und Gerechtigkeit ange­kündigt und versprochen hat, alle Unruhestifter rück- fichtslis zu verfolgen. In fast 12 Monaten feit der feierlichen Proklamation der neuen Aera der Freiheit und Gerechtigkeit habe aber die Unsicherheit l« Oberschlesien einen bisher nie gekannten Umfang angenommen. Der friedlichen Bevölkerung seien di, Waffen genommen worden, dar Banditentum ebn kehre sich nicht aa di« Verordnungen, sondern triumphier« über di« friedlich« Bevölkerung. Die Ein» aabe besagt weiter, daß allein seit 1. 9. 55 Menschen im Abstimmungsgebiet ermordet worben seien, da­runter allein im September 16. Ferner führt die Ein­gabe eine Anzahl besonders krasier Fälle von Raub a< und hebt hervor, daß die Grenze nach Palen, wo bit Verbrecher nachweislich größtenteils Unterschlupf suchen, offen unb unbewacht daliegt. Sie nennt bas Zuüanbe, bie eine Verhöhnung bet staatlichen Autorität barstellen, die in beit Hönben der Kommission lieg«, Schließlich erinnert die Eingabe die tntetaHUezte Km»

Charlottenstraße passicven.. Als der Zug stzch dieser Sperre näherte, wurde er von dem ßkfehligenben Beamten der Schutzpolizei aufzefordert, sich auf$utifcn oder ab- »ubiegen. Statt dessen fielen die Teilnehmer über die Beamten her. In diesem Augenblick drehten die ein­zeln Durchgekommenen sich um unb fielen geschlossen den Beamten in den Rücken, gegen die von vorn der Zug andrängte. Bon zwei Seiten eingekeilt, konnten die schwachen Postieruugeu die Menge nicht mehr aushaften. Der Zug konnte auf diese Weise in den Bannkreis bis in bie Höhe der Wilbelmstraße gelangen. Als er Miene machte, auch die dortige Polizeikcttc zu überrennen, wurde bie Schußwaffe so erfolgreich gebraucht, daß der Zug sich sofort auftöste. Ans Lastkraftwagen eingetroffene Verstärkungen räumten darauf sofort ohne weiteren Wider- ftiaiib die Linden unb den Pariser Platz. Es können etwaige Verletzungen nicht zahlreich fein, da nur wenige Schüsse abgegeben wurden. Dem ganzen Borfall eine brsondere Bedeutung beizumefscn, liegt fein Anlaß vor. Der Polizeipräsident hat sofort eine genaue Untersuchung angeorbuet.

Noch demVorwärts" steht einioanbfret fest, duß das allgemeine Auftreten der Sichecheitsposizei durch­aus nicht provozierend Ivar unb daß bi; Bro.nüvn sich redlich bemüht haben, mäß'.gend und beruhigend auf die Menge einzuwirken unb geduldig Schmähungen sowie tätliche Angriffe über sich ergehen, ließen. Alles wäre vcrmieden worden, wenn nicht irgend welche Führer der Massen den frivolen Ehrgeiz ge­habt hatten, die polizeiliche Sperrung zu durchbrechen.

Vollkommen mißglückt ist eine Etinnernngsseier bet kommunistischen Arbeiterpartei' als Demonstration für Liebknecht und Rosa Luxemburg im Friedrichs­hain. ES e'.'chieueu zunächst nur etwa 50 Personen, zu denen-sich noch nab nach etwa 120 Mitglieder der kommi>r.-ist,irchev ftttgcnb gesellten. ,.

DieDbetheHiW Zeitung" erfcheint sechsmal wöchentlich. Bezugooreis mon«tlich 4J2S &f durch die Poft 4.65 Mk. Ausgabe B mitOderh. 6»ort=^tg. 1 Mk. mehr, ^itr «urfallende Nummern infolge Streik« oder elemenwrer (rteigeiüe kein

Lerla« vonDr. T. Hitzeroih. Druck der Uni-.-Buibdruckerei »«» 2oh. Aug. Koch, Markt 21/23. Fernwrecker 55.

Berfchirbung der Pariser Konferenz.

L- tob. London, 15. Jan. Eine offizielle Reu- firmeldung besagt, daß die französische Ministet- ijtife Veranlassung gibt, die Konferenz in Paris Dicht am 19. Januar stattfinden zu lasten. Man erwartet, daß sie um eine Woche verschoben wird.

wb. Paris, 16. Jan. DerEoening Stau- ?|arb meldet: Die Besprechung des Obersten Nates iynder am 25. Januar statt.

Aus dem Hauptausschutz.

Die Ostjuden-Einwanderung und Auswanderung Deutscher.

Berlin, 15. Jan. Im Hauptansschuß d;S Reichs- f««5 teilte Staatssekretär Lewald - aus Aufraoe mit, baß das Reicksauswauberungsamt mit Prb'atorganisatio- ntn zusammenarbeite. Nach seiner Ansicht sind bie amt­lich eingesetzten Stellen mit genügender Autorität unbe­dingt nötig, um den bestehenden unklaren Drang, aus dem Heimatland herouszuiominen, einiubämmtn. Abg. Frau Aurm (U. S.l wandte sich gegen ben preußischen Er­laß vom 17. November, der bie Unterbringung kriminell verdächtiger osijüdische r Einwanderer inKon- zentrationSlager anorbnet. Reisminister Koch «klärte, baß ein« Abänderung dieses Erlasses durch den Preußischen Innenminister sehr unwahrscheinlich fei. Im übrigen läoe kein Anl>«ß vor, irgendwelchen Wntomtbtrn Vorzugsrechte einzurSiimen, weil die Aus­wanderung devtscherArbeitererschreckenbe Formen angenommen habe. Jeder Einwanderer v»m Osten bedeute bit Auswanderung eine« aut qualifizierten deutschen Arbeiters im Westen. Erschre«kend fei, baß bie Einwander« ans dem Osten zum grüßtm Teil ohne Pässe ober mit gefälschten Papieren ankSmen. Aus eine Anfrage von bnttf&natroncler ©eite, war zur Erfüllung der Forderung be# Reichstages, baß der Einwanderung ber Ostjuden gewehrt werden müsse, und daß Inter­nierungslager geschafsen werden müßten, bish« geschehen sei, erklärte Minister Koch, von ber Reichs­regierung werde alles getan werden, um dem WLlen des Reichstages, dem Einwanderungsstrom einen starken Damm entgegenzufetzen, gerecht zu werden.

Der Präsident des Reichsauswanderungsaintes, Jung, führt« aus, die Gesamtzahl ber Ausgewanderten fei für 1920 auf 12.000 p, schätzen: Auswanderungs- lustig« habe tl von April bis November 1920 etwa 60 600 gegeben Pflicht des Reiche» sei es, unbedachte Auswanderung r» verhüten und, wo das nicht möglich sei, wenigstens |« verhindern, daß sich die Deutschen in Mr ganze S3df zerstreuen unb im fremden Volkstum aufgehen. E« müsse vielmehr versucht toerb-n, gewisse Dentfchenrantren »n bilden.-

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K- Peret lehnt ab. Millerand gegen Porncarid

wb. Paris, 15. Jan. Havas meldet: Als ^cret heute mittag das Elysäe verließ, erklärte A, daß er daraus verzichte, das Kabinett zu Mden.

' In einer Havas-Note heißt es über die Gründe Iks Verzichts des Kaiiimerpräsidenten Peret, das Munsterium zu bilden: Peret setzte seine Vesprech- ÜUigen fort. .Auf Grund dieser Unterredungen kam je» zu dem Schluß, daß ein Kabinett, dem Männer Wie Porucarä unb Viviaui ihre Mitarbeit nicht ^crvähren könnten, nicht mehr den Charakter einer ftationasen Einigung besitzen würde, den «r ihm von Ansang an habe geben wollen, und daß einem Elchen Kabinett die unentbehrliche Voraussetzung vcr Dauerhaftigkeit fehlen würde.

Ere Nouvelle" meldet: Peret hat gestern Koincarä, nachdem dieser das Finanzministe­rium unb Viviani das Portefeuille des Aeußern Meh^ks, das Portefeuille des Aeußern angeboten. Woincarö erklärte sich bereit, es anzunehmen. W i l l e r a n b jedoch legte sei V c t o ein, indem er t ^klärte, bie Besetzung bes Ministeriums bes "Dkeußeru durch Poincarä könne zu großen ^Schwierigkeiten im Verkehr mit Ver- . Bu n b e t cn Frankreichs führen.

Sie 41 Mm ber MMbrlcii.

L: : Das Wachsen der Veamtenzahl.

P wb. Berlin, 15. Jan. Aus ber deutschen j Antwort auf die 41 Fragen, die die Verbündeten jn Brüssel ben deutschen »achwerständigen vorge­legt haben, wivd felgeefets bekannt gegeben: Frage 5 : nach ben Zahlen, welche bie B«fteuer«ng a) für be­sonnte große PrivatverMägen, b) für bekannte ' große Gesellschaften zeigen sollen, wird durch ein« Reihe von Beispielen dahin beantwortet, daß Zah- Wn über die tatsächlich zu entrichtenden Steuern Ve^nrnter Privatpersonen oder Gesellschaften nach fltn Steuergefetzen in Deutschland nicht bekannt- Hrgcben werden dürfen. Frage 23 bittet um zahlen- -Aäßige Aufitellung der Rsichsbeamten für -ias laufend« Jahr, verglichen, mit 1913 unb zwar ifit a) Eisenbahn, b) Post unb Telegraph, c) cm- bere Betriebe bes Reichs, ck).Verwaltung. Die . Äntmart besagt: Der Peasonalaufwanb bei bei «eichse-senbahnverwaltuug weist 1920 gegen 1913 Einen Mehrbestand (ohne Elsaß-Lothringen) tn planmätzigen Beamten von 104 052 unb außer- Bimäßigen Beamten von 44 755, an angeftellten sbeamten und Arbeitern von 155 059, also von jefamt 303 877 Köpsen auf: bei bet Reichspost- | 4mb Telegraphenverwaltung beträgt bet Mehr­est a n b 1920 an planmäßigen Beamten 55 714, Minberbestanb ber außerplanmäßigen 23e= ^nten 9993. Die Beamtenstellen bei ben Lanbes- 'liv.anzverwaltungen, ssweit sie inebie Reichsfinanz- .®6tooltung übernommen würben, ergaben nach .»en

en Haushalten bet Lcinber von 1913/14 ober Schätzungen die Zahl van 55 330. Planmäßige pÄcgüenltilL'it bei ber Reicksfina lut-e rmaUunc