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Amtliches DerWndlgungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (das früher kurheMche) OLerheffen

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1921

Marburg

Freitag. 14. Januar

(Sart««fl)

Der Anzeigenpreis betragt für die 8yeip. Zeile 78 Pfg. und 10 /,

und auswärtige 1. Mk.. Reklame,eile 3.00 Mk. Jeder Rabatt gilt al, Barradatt Bet Auskunft durch die Geschäftsstelle und Vermittlung der Angebote 75 Vfe. Son. vergebühr. Bet Beträgen unter 20 Mk. «niinen rott das Port» für die Rechnung berechnen. Postschecklonto: Rr. 5015 Amt Frankfurt «.Main.

Neituna" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 4 25 *it 4jo't4 65if. Ausgabe B mit ..Oberh. So°rt-Ztg.» l Mk mehr.

a»a 11 ^'ür ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz - »I. 11 Verlag von Dr. E. Hitzeroth. - Druck der Univ.-Buchdruckeret von Joh. «ug. Ko», B Markt 21/23. Fernsprecher oo.

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Ablieferung eines neuen großen deutschen Dumpfer».

Stettin, 13. Jan. In den nächsten Tagen wird Vtt DampferTirpitz" an die Verbündeten ausge- Htftrt werden. Er wird am 18. Januar nach Emine- fcünbe zu einer Probefahrt abgehen und dann den Ver­endeten übergeben werden. Der DampferTirpitz" W das größte zurzeit noch in Deutfchland befindliche kchiff. Er ist etwa 20 000 Tonnen groß und kann 2000 Aeifende aufnehmen.

e durck blageti engeich irf 88.

Aus dem besetzten Gebiet.

wb. Koblenz, 13. Jan. Wahrend bi-^cr nur eine Zuwiberhgndlnng gegen eine eigenllichr Ver­ordnung der infcrafliierten Rbkinland'omwissio" mit Strafe bedroht war, hat die Rheinlandkommission nunmehr eine sofort in Kraft tretende V-tocdnutp vom G, Januar erlassen, welche bestimmt, daß auch ?cbe Zuwiderhandlung gegen einen Befehl oder eine Anweisung der Rhctnlandlounnission bestraft wi d, und zwar mit ei e t Leldstrase bis zu 10000 Mark oder mit Gefängnis bis zu einem Jahr oder, mit beiden Strafen zugleich.

Tie tHferafüifrfe Meinlaubkomniission hat die vom Grafen Rcventlow herausgegcbenc Woche'.'-fchrif; Der Reichswart^' auf 3 Monate verboten. Fer.ier hat sie den Vertrieb der Broschüre des englischen Pazifisten D. MorelDer Schrecken am und

Die schwarze Bestie in Europa" im beschien Gebiet unteisagt.

Verringerung des amerikanischen Bcfatzungsheeres.

wb. Paris, 13. Jan. Nach einer Havasmelduno aus Washington hat der amerikanische Kriegsminister erklärt, daß das amerikanische Befahungsheer in Deutsch­land von 15 000 Mann auf 8000 Mann verringert werden wird.

tet hält, erneut auf die Gefahren hinzutreisen, die dem Frieden von dieser Seite drohen. Sie bat bat im jetzigen Augenblick getan, um mit Hilfe der ver­bündeten Regierungen, wenn möglich, noch den Aurbruch eines erneute« Ausstandes im Aöstimmungs gebiet zu verhindern, der nach allen vorliegenden Nach­richten für Mitte des Monats Januar ge­plant zu sein scheint. Sie hat es für ihre Pflicht gehalten, in letzter Stunde vor Taten zu warum, die eine dem Friedensvertrag entsprechende Mstimmuna verhindern und enuu' namenloses Unglück über das bereits über alles Maß vom polnischen Terror ge- aufifte Land Bringen würden. Es sei nunmehr an der Zeit, dem Terror zu steuern und unter allen Um­ständen zu verhindern, daß er durch tt o ch Schlimmeres, den Bürgerkrieg, erseht werde.

gedrückten Lage im Ausfuhrhandel in einem Bergwerk der Betrieb e i n g e st e l l t. 10 000 Bergleute sind be­schäftigungslos.

wb. P a r i s, 13. Jan. Wie derMalin" ans Lon­don berichtet, ist das Parlamentsmitglied und der Ver­treter der Eiimfeiner. Walsh, zu 5 Jahren Zwangs­arbeit verurteilt worden.

wb. Paris, 13. Jan. Nach einer Havasrnelduno aus Dublin ist das Mitglied des irifchen Parlaments Lvnch in seiner Wohnung verhaftet worden. Bri Thurles b'elten Bewaffnete die Direktoren der Bank von Munster und Leinster an und raubten 1200 Pfund Sterling. In Granard slstraffibaft Loogfordf wurde der Polizeikommiffar beim Eintritt in ein Privatgebäude ermordet und das Haus angezündet.

Räte-Nuhland.

Seegefecht im Schwarzen Meer.

wb. Paris, 13. Jan. Nach einer Havasmeldu"" berichtet dieAssociated Preß" auf Grund eines Kon stantinopelcr Kabelgrainms, daß ein Totpehobootszet 'tötet einer verbündeten Macht im Schwarzen Meere mit einer Sowietflecktille, die angeblich Ttupven nack- Trapezunt bringen follte, einen Zusammenstoß gchabi stabe. Ein -Slbiff der Bolschewisten sei gesunken. Die Sowjeischisfe feien bald zum Schweigen gebracht roorben.

wb. Paris, 13. Jan. Eine Havasmeldung aus Konstantinopel berichtet über den Zwischenfall iw Schwarzen Meere fo, das französische Torpeboot ..Sara tat«- sei bei Noworolsisk von einem bolschewistischen Dampfer angegriffen worden. Das Torpedoboot habe das Feuer erwidert und einen Treffer auf den Dampfer erzielt, der an der Küste strandete.

Armenien und Georgien.

wb. Konstantinopel, 12. Jan, Die arme nifche Armee wurde demobilisiert. Anläßlich der voll ständigen Umwandlung wurden 300 armenische Of.i stere nach Moskau gesandt, um den Kursen in den bol- schew'stischen Militärschulen zu folgen. Sie werden stann beauftragt, die armenische Armee zu Teor?'' sirren. In Georgien bat die Re^iermm strenae Maß- nahmen gegen die Kommunisten getroffen, von denen viele eingekerkert und verbannt wurden.

Abberufung de» Berliner Cowletgefandten?

Berlin, 13. Jan. Wie in russischen Kreisen ver­lautet. scheint sich das Gerücht von der Abberufung de-- biesigen Somietaefandten Kopp zu bestätigen. Kopp werden in Moskau die geringen Erlolge der deustchen Kommunisten zur Last geleot. An feine Stelle soll der bisherige Sondergesandte Moskaus in London Krassin ernannt werden. Krassin lebt- vor dem Krieg längere Zeit in Deut'chlond und war später Le-ter der Peters­burger Abteilung der Firma Siemens-Schuckert.

Keine französische materielle Sitfe meße für SVrangel.

wb. Paris, 13. Jan. DieEbicago Tribun»" meldet aus Konstantinopel: General Wrangel wuroe amtlich davon verständiat, daß die französische materiell» Riffe für russische Militär- und Zivilpersonen ob 1 Februar eingestellt wird.

gefctz', von vem auch die Arbeiter brtrosfen iverden, verlief ohne nennenswerten gwisckkeufall.

wb. Wien, 13. Jan. Ten Blätter« zufolge er­streckt sich der Popstreik auf ganz Oesterreich.

Nach den Abendblättern ist die Briefbesteliilng fast vollkommen unterbrochen. Tie SammelkSsten werde« nicht entleert. Auch die Paketannahme ist eingestellt. Der lokale Geldverkehr ist vorläufig noch nicht unter­brochen ebenso der Telegraphen-, Telephon- und Rohr- postdienst. Einige Dezirkspostämter sind gesperrt, wobei die Streikenden von einzelnen Amtslokaien die Schlüf- sel an sich genommen haben. Für nachmittags sind die Vertreter der Postangestellten ins Baudeskanzler- amt zu Eiuigungsverhandlungen geladen. . In den Ländern wird der Streik, wie die Posigriellichnft den Blättern mitteilt, in vollem Umfange durchgeführt.

232 n 58.

Deutsch-Oesterreich.

wb. Wien, 13. Jan. Gestern haben in allen Bezirken Wiens sozialdemokratische Volksversamm­lungen stattgefunden, tn denen Abgeordnete über die politisch«. Lage der Republik und die Aufgaben de: Arbeiterklasse sprachen. Abg. Renner erklärte Oesterreich kann vorläufig iwch vegetieren, obei <ruf die Dauer nicht existieren. Unser Staat kaan auJ: aus rigrn-r Kraft auj die Dauer nicht regiert werden. Der Anschluß an Dcutsallar.d muß vollzogen wer­den, oder aber rs muh ein Bund der vereinigten Staaten von Europa gebildet lxrden.

Die gestern Nachmittag pattgefunde-re De.nonstri- tion der Kommunisten gegen das Einlonunenstmer-

England.

»6. Paris, 13. Jan. Nach einer ,.Maiin"-Mel ^9 aus London hat Lloyd George feinen Land- E^ienthalt verlängert. Er weiß immer noch nicht, ob ** sich zur Konferenz nach Paris begeben wird.

wb. P a t i s, 13. Jan. Wie bieChicago Tribüne" Nt London meldet, wurde in Lricesterfh-re wegen der

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wb. Berlin, 13. Jan. Di: deutsche Regierung ist in den Besitz einer Fülle urkundlichen Marcials gelangt, aus dem mit Deutlichkeit hervorgeht, in weich gefährlicher Weise von gewissen polnischen Kreisen auch ans cberschlesischcm Boden selbst die militärische Orga­nisation weiter ausgebaut worden ist, auf deren Vor­handensein schon bei'Gelegenheit be3 August-Scptembcr- Anfstandes bingewiesen worden ist Dw beweiskräf­tigste Teil oiejes Materials ist daher der Botschafter- ßonsercnz sowie den verbündeten Regierungen in 2on« don, Rom und Paris übergeben und dabei erklätt worden, daß die deutfäse Rcgicrirng sich sür oerpflich-

i Wh. Paris, 13. Jan. Der Präsident der Repu- y begann heute die Besprechungen über die voli- Ltze Lage. Er empfing zurrst den Kammerpräsidenten -iret und besprach sich dann mit Doumer gne. jHm Verlassen des EMe erklärte Douwergne, er dbc dem Pläsidenten der Republik klar gelegt, welche stünde ihm Peret am geeignetsten erscheinen die Nachfolgeschaft Leygies zu übernehmen.

! Sämtliche ?lbgeordnete erwarten, daß bte Miaister-

-jf( nur len ganz kurzer Dauer sein wird, nm wenn zcud möglich zu Verbindern. daß die sür den 19. hnust angesetzte intcraUhcrte Konferenz vertagt r*iben muß. Es kommen zwei Lösungen in Frige. LTie Viloung eines Kabinetts unter Peret mit i stsand, Poincarc oder Viviani als Minister des [tel i f-üßern, ?. die Bildung eines Ministeriums ducch _____ -ne diese: drei Persönlichkeiten, die bann die Minister» ^id-ntschafr mit dem Posten de, Ministers für M-ortige ArPelcgenheitcn verbindeir^ sollten. Rach ielfc en lkUten V-erlmitüarungcn dürfte die zweite diescr feglichkeiten vcrwirlücht werden.

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Die Mehraufwendungen für die Beamten.

Erhöhung der Eisenbahn- und Pofttarise notwendig.

Berlin, 13. Ian. Der Neichsfinanzmiuistü bezissert die Mehrbelastung, die sich aus den Mehr- aaswendunge» für die Beamten ergeben würde, auf -i'sgcfauit nn:d 8 Milliarden Mark jährlich. Nack seu bisherigen Vereinbarungen zwischen der Rcgic rung und den Beamten, sagte Dr. Wirth zu einen Mitarbeiter derVoss. Zcckg.", würde das Reich säbr lick für die Beamtcubejoldung 2,8 Milüacde-i mehr -mswenden .nüisen. Dazu kämen noch neue Ford,-- ruugrn, und dann würden es 3,8 Milliarden werden. Die Mehrbclastung, die sich für dte Länder und ßkmeinbeu ergeben würde, werde auf die gleiche Summe geschätzt, also wieder mit 3,8 Milliarden Woher aber (otlcit. fuhr der Minister fort, die 2daher und Gemeinden diese gewaltige Summe aufbringen? Ss rci.b baranf hinunslaufcu, daß das Reich aud 5en Mehraufwand sür die Beatuteubrioionnq der Lau­der und Gemeinden wird übernehmen müssen. Es roirb nur möglich sein dahin zu kommen durch eine Steigerung der Einnahmen aus den Eisenbahnen frwie ans dem Post- und Telcgraphenverkehr, alft durch eine Erhöhung sowohl der Personen- wie der Gütertarife und Erhöhung der Br:ef-, Telegrantm- und /clephorgebühren.

MiiMe LmdrrsrrfMiiilmz.

2 0 6. Sitzung vom 13. Januarc

Der Entwurf zur Aenderung der Strmpek- sieuerge festes wird ohne Aussprache genchmlzt: der Entwurf über die Bereitstellung weiterer Mittel $m? Verhütung von Sochwass-ec-iefabrcn in Schdsim wird dem Ausschuß überwiesen. B:i der nunmehr wiederholten namentlichen Abstimmung über den § 3 des Kefcstent- nmrses über die Selbstbetoirtschastung von Domänen ergibt sich bei insgesamt 155 abgegebenen Stimmen

Brschlußunsähigkeit des Hai'se». Um 11,44 'ihr setzt der Präsident die nächste Sitzung auf 11,45 Uhr an.

Vor Eintritt in die Tagesordnung der neuen Sistung stellt Abg. Obi- ch (lt S.x fest, daß die stattzefun- d-ne Sitzung nicht die Beschliißunsähigküt, sondern die, Beschluß!!mvilligkcü des Hauses ergeben habe.

Hierauf genehmigte das Hau? den Haushalt der preußischen Lanbesvcrsauimlmtg. Bei der Beratung d-S

Kultushaushalts,

zu beni eine Lroße Anzahl von Anträgen vorllcgen, wünscht

Abg. König (So,.) die Pflege des Menschhefls- gchankens. Die louscssionelle Schule muffe mehr und mehr beseitigt werden. Die Ausbildung der Lehrer müsse nach dem Vorbild der Simnltanschule erfolgen. Tie «chule dürfe nicht rum Tummelplast tonfeffionefirr Kämpfe werden.

Abg. Rade (Dem.) tritt besonders für die Förde­rung der Königsberger Hochschule rin. Dienationa­listische Gesinnung" eines Teiles der Studentenschaft dürfe nicht verallgemeinert werden.

Abg. Dr. Lauscher lZ.) seht sich dafür rin, daß in brr AbteilungVollsschnlwefen" die Katholiken fw- önders ausreichend vertreten sein sollen. De Katholiken hätten noch immer das Bewußtsein, in Preußen als Staatsbürger »weiter Klasse »u gelten. Auch bri btt Auswahl der Lehrer würden die Katholiken osimsichiliq! zurückgesetzt. Der Redner tritt weiterhin für die (ft* Haltung der Hochschulen ein, auch wenn das große Tpser sordern sollte. Di- Stuft ,wifchc.r Hochschule u*b Volksschule müsse geschlossen werden.

Minister Hönisch glaubt, daß der Vorredner seine Anssübrungen aus Wa hl cksich f cn gemacht bähe. Von allen Neueinrichtungen seien zwei Drittel in Hänben ;,on Katholiken. DaS Volkshochschulweien will der Mini­ster nicht konfessionell spalten: das hieße nicht, daß nicht auch Katholiken in ihm beschäftigt werden dürfen.

Abg. Oel»e (Deutschnatl.): In her

Marburger Studentenangelegenheik bat der Minister zwar seine A-nsierung zurückgenommm,' aber ohne jedes Wort des Bedauerns. Daß et fehl Urteil aufgrund 'einer Zeitungsnotiz bifo-tt. toat bckendklich für den Politiker und kompromittiernd für bat Minister. Der Erlaß über die Feier des 18 Januar ist bedenklich.

Abg. Dr. «oekitz (D. Vpt.) wünscht namens feiner Pattei eine deutsche Kulturpolitik in der Schule und erwartet hi-rüb-r eine Erklärung de« Minister«.^ Gr-visie Erlasse de? Ministers müssen wir direkt als Zu-, Geständnisse an die Sozialdemokratie bezeichnen, ebenso sfe verfassungswidrige Einrichtung weltsicher, Schulen. Auch wir bedauern den Erlaß über den 18.1. 23ir haben den Eindruck, als wenn

en der Schule berumerperimentiert 1 merben soll. Bedauerlich ist, daß wir der Schullr.'g» nur so kurze Zeit widmen können.

Mimster Dänisch: Utter die Frage des evangeli- chen und katholischen ReliaionSunterricht« Iwrd ietbll- ständlich nicht ohne die Mitwirkung briber Konfellwnn» -ntschieden. Kein Beamter meine« Ministerium« ist weg«m feiner politischen Haltung gemaßregelt worden.^ Vattei- "olitische Rücksichten haben mich nie geleitet, einem Ab« bau der Hochschulen würde ich mich auf ba« envchiedeust« roidersetzen. Die Interessen der Studierenden werde ich cbenfalls stets wahren.

Abg. Kleinsvahn (U.S.): Aus dem Gebiete dc, stultur hat die KoaUtionspolitik bet Mehrheits'oztaliice:, ine vollkommene Pleite erlitten. A-.ick unter Dänisch .ft Pie Volksschule tote schon feit Jahrzehnten da« ©tieft inb. Schon ans' staatspolifischen Gründen Mitt bei Minister der Kirche viel en-rgücher entgegentreten. ,

Abg. Adolf Hoffmann (Som.): Ter wichtigste Eta« vtrb hier mit bei Reisetasche in bet Hand verhandelt Das Kultusministerium ist noch schlechter al« unter dceO alten Regime. Zentrum ist auch heute trumpf. Tt# siedner kritisiert schtießlich die Haltung des in der Marburg er Angelegenheit. ®te V*

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Die deutsche Gegenliste.

Warum eine Verösfentlichnna für nicht ratsam gehalten wird.

Berlin, 14. Jan. Nach B'ä tcrmeldungen aus Stuttgart erwiderte im württembcrgischen Landtag Staatsp^siöent Dr. Hieber auf .eine von der Deutflben Volkspartei eingevrachte Anfrage übet die devlfck.e Gegenliste, daß er 'vom Auswärtigen Amt zu folgender Antwott ermächtigt sei: Die Liste über Verbrechen, die im Kriege von Angehörigen bet gegnerischen Heere gegen Deutsche begangen worben sind, ist von der Reichsregierung gesammelt worden. Sie belasten die Gegner sehr schwor, und wenn es auch erwünscht ist, durch die Vcröfientlichung zu wissen über wie viele schwere Vöikerrechtsverietzungrn, Gran- samketten und Brutalitäten wir uns zu bekamen haben so liegen doch besondere Gründe vor, dte eine Dor ösienf.ichung im jetzigen Zeitpunkte nicht für ratsai: eischrinen lassen. Dazu kommt, daß unsere Anttagen wahrjcheiiilich ungehört vcrhal.en werben.

> wb. Paris, 13. Jan. Tie Betrachtungen über den sinrz M Ministeriums Lehgues nehmen in der Pariser reffe einen breiten Raum rin. DerDlatin" meint. ,k Ministerium erfordere heute Männer ersten Ranges |r die auswärtige Politik und für die Finanzen. Das xchy be Paris" ist der Ansicht, die Abstimmung zeige allen Dinaen die Besorgnis in Bezug auf die auS-- Mri-ige Politik. Bainville schreibt in derAction IferinMife", daß jede Regierung in Frankreich durch (tat Fciedensvcrtrag von Versailles unmöglich sei. Auch K,t werden Männer ans Ruder kommen, die, wie die Mber->n. die lückenlose Ausführung des Friwensverttages

Versailles angekündigt haben. Sobald sie aber ans Baf gehen, werden sie sehen, daß sie nichts er- «eichen können, ohne den Text des FnedenSocr- Irnzes von Versailles zu interpretieren.Oeuvre" will Pcht sage», daß das Ministerium gegen England ge- przt worden ist, aber rs sei unzweiselhafl, daß es Gegen Ei:gland gestürzt wurde. Tas Parlament will Ungland einen entschlossenen Damm ent- tzrgenstellen, als es bisher der Fall war, .

s, Englische Prrffcsrimmen.

r tvb. Paris, 13. Jan. Nach einer Havasmeldung tesürchtetWestminster Gazette", daß die französische Winisterkrlse unvermeidlich zur Vertagung der Pariser Konferenz führen werde, deren Vezögerung schon Ltzt eine der Haupturfachen der Wirlfchaftskrise in kiiropa gewesen sei. Tie Veränderungen in der Zu- Nmmenjcfcmr des Obersten Nates feien ebenfalls un- berteilhafi. Der znriickgetretene Minlsterpräsident Lrygues fei mit den schwebenden Fragen vettraut ge- tttsen. Sein Nachfolger werde Zeit brauchen, um sich Mzuarhoiten. Aus diesem Grunde müsse man auf eine Bettagung gefaßt fein.Daily News" fchreibt, es fei tedauerlicki, daß die von Leygues gegenüber dem Ver- kiHer Vertrag und feiner vernunftgemäßen Durch- Mrung eiiigenommene Haltung einer der Hauptgründe feines Sturzes gebildet zu haben fcheine.

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wb. Paris, 13. Jan. Der Senat wählte Leon Bourgeois mit 227 von 253 abgegebenen Stimmen »ieder zum Senatspräsidenten. Sämtliche ehemaligen Vizepräsidenten wurden neu gewühlt.

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Italien und die Entwaffnung Deutschlands.

Gegen die »eitgehenben Forderungen Frankreichs.

' wb. Rom, 13. Jan. Giolitti trifft am Freitag in lem ein. Am Sonnabend findet ein Ministerrat statt, te dem vor allem die Haltung Italiens zur interalli­ierten Konferenz in Paris geprüft roirb. Was die Ent- Daffnvnosfrage anbetrifft, ist Italien bet Meinung, Van muffe bet tatsächlichen Lage In Bayern und Ost­preußen Rechnung tragen, bamit eine zu strikte Jn- Srpretation bce Friedensvertrages Deutschland die Aufrechterhaltung bet Orbnung nicht ju stark erschwere Äer die Angst vor dem Bolicheroisrnus das Land nicht derart bepre mieten könne, daß fein roirifchaftlicher Wiederaufbau, an dem doch schließlich auch bie West- »ächte interessiert seien, unmöglich gemocht werbe.

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