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Zweites Blatt
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mehrfach diesen Weg beschritte». Wir sollen uns
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Er überlieh dem Freunde zwei grosse Räume,
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-^nlchnahme durch das Reich und durch die einzelner Staaten. Provinzen oder Städte würde der Geneluniii»».-
kingerichtct werden. Außerdem müßte Deutschland der Miederhcrstcllungskommission die besten industriellen Wert-
Musterstaat. Und dann zur Monarchie. Die Landes kann erst wieder nach außen besitzen, rin Beamtenschasi und wenn
Schreckgespenst der M a s s e n a u s w a » d c r u u g »vieder sn Dtu'scklandS Türe klopft, wie vor 70 Jahren. Wir befinden uns in einem Kreislauf der Berelcickung, ans dem nur zwei Wege herausführen, der des Kredits pnd der der Beteiligung ausländischen Industriekapitals an unserer Volkswirtschaft. Der Kredit ist ein sehr gutes Mittel, um ans der Klemme herauszu-
Margarine 13 Mk., Rotwurst 16 Mk., Kabeljau (ohne Kops) 3,50 Mk., lebende Karpfen 13 Mk., Bruchreis 3,85 Mk., Dreifruchtmarmelade mit 50 Prozent Zucker 4,40 Mk., «kles je Pfund; Salzheringe, Stück 65 Pfg.
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i dacht, zum anderen Teil aber mit Rücksicht auf cttjyigr v. Krcdltii'.anspruchnahme. t
7 So bleibt nur die Beteiligung fremden Gelbes übrig
also gegen die Fordsonsche „Invasion" nicht sträuben, sie vielmehr fördern, da sie Deutschland nach den verschiedensten, hier dargelegten Richtungen Vorteil bringen wird und den einzigen Weg (leider Umweg) bittet, um den Wiederaufbau z» ermöglichen.
Amerika ist die einzitze Großmacht der Welt, die uns trotz aller im Kriege bekundeten Feindseliskeit helfen kann. Die europäischen Rivalitäten sind ihm gleichgültig. Es wünscht Absatzgebiete und kennt die deutschen Vorzüge. Uirscre auswärtige Politik vor dem Wellkriege krantte an dem Mangel einer klugen To ut des-Polftik. Wie hatte es dagegen England verstanden, Anfangs de» Jahrhundert» seine alten Feind«, Frankreich und Rußland, durch weise Geschästspolitik für sich zu gewinnen! Seien tvir diesmal großzügiger und nutzen wir den Vorteil der Stunde aits, den uns Amerika bietet. Die amerikanische „Invasion" dürste letzten Endes dazu beitragen, uns vom Auslande s re i zu machen. Gerade die nationalen Kreise sollten deshalb den Fockschen Plan unterstützen; insonderheit die Landwirtschaft hat allen Grund dafür cinzutreten, daß wenigstens der Versuch durch Einführung der acht Traktoren gemacht wird. Bon der Füllung der maßgebenden landwirtschaftlichen Kreise wird biJ Beschlußfassung des Reichswirtschaftsministeriums nicht
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Hefter <* ung.
kommt die letzte Etappe, die wahre Größe unseres Vater- c in treten, wenn wir Ansehen tüchtiges Heer, eine tüchtige wir erst wieder zur
Dcutsch^Kinderhilfe. Die Büchsensammlung ergab 2400 Mark. Weiter gingen ein: Turnverein Riederasplp. 302,25 Mk.
; <eit Zustimmung der Wicherherstellnngskommrssivn in Aussicht genommen. Diese Anleihe müßten dir gesam- ihn Einkünfte des Reiches und der einzelnen Staaten >Me Zölle einbegriffen, garantieren. Jede Krckitinan-
«irchlich, Nachricht««.
Donners tag, den 13. Januar, 8llhr: Elisabethhaus, Pfarrer Heermann. Ockershausen. Pfarrer Fokken.
iebenen:
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Steuerfreude. '
Nachstehendes Vorkommnis wirft ein nicht uninteressantes Licht auf die Verhältnisse, unter denen wir jetzt dank Erzbergerscher Steuergesetzgebung leben. Mein- Schwester war bisher von einem kleinen Reistenünkommen von nicht 1200 Mark zu 9 Mk. Einkommensteuer veranlagt. Nach dem Reichseinkommensteuergesetz, welches Einkommen unter 1500 Mark nicht besteuert, ist sie daher steuerfrei. Ich war daher sehr überrascht, als ich — ich besorge ihre Geschäfte — von der städtischen Steuerhebc- stelle an Bezahlung rückständiger Steuern für zwei Vierteljahr« im Betrage von 22,50 Mk. gemahnt wurde. Bei der Steuerhebestelle erfuhr ich, daß sie vom Finanzamt die Mitteilung der Veranlagung meiner Sckwestrr zu 45 Mark Einkommensteuer erhalten habe und in der Sache weiter nichts tun könne, ich müsse mich an da» Finanzamt wenden. An dieses schn'eb ich nun, legte die Verhältnisse klar und bat um Berichtigung des augenscheinlichen Irrtums. Als Antwort ging das bis dahin meiner Schwester als angeblich unauffindbar nicht zuge- stellle Benachrichtigungsschreiben über ihre vorläufige Veranlagung zu 45 Marl Einkommensteuer ein. Mit diesem tegab ich mich persönlich zum Finanzamt in ter Annahme, mit einigen ausklärenden Worten diese Angelegenheit aus der Welt schaffen zu können, aber weit ge- sthlt. Der dortige (höhere) Beamte machte mir in durchaus zuvorkommender Weise klar, daß es gegen "orlänsige Veranlagung kein Rechtsmittel gebe, daß die Urtümliche Veranlagung sich nicht beseitigen lasse, daß ch vielmehr nur Stundung der Steuer beantragen könne, das Weitere müsse der endgültigen Veranlagung vorbc- halkcu Weiten, für die binnen kurzem die Aufforderung zur Abgabe eine Steuererklärung ergeben werte. Hiernach ift e» unter den heutigen Verhältnissen möglich, daß steuerfreie Personen ganj willkürlich zu einer vorläufigen Steuer veranlagt und zu deren Zahlung angehalten werden, nicht einmal auf bisher schon mit einem Einkommen "ter 1500 Mark besteuerte Personen ist di» vorläustge Veranlagung beschränkt. Irrtümer können nicht kurzer Hand beseitigt iverten. Mich hat die Sache zu einem Schreiben tmd zwei Wegen unnötigerweise veranlaßt und der Staat hat an sie Papier und Arbeitskraft verschwendet. Man denke sich das in tausendfacher Berstelfätignng. War
Steigerungsgrenze gebunden. Wie man hört, soll nun- mehr bei der nächsten Versammlung des hiesigen Mi«, tervereins ein Beschluß herbeigeführt werden, einzelne Fälle, die beim Mietseinigungsamte vorliegen und betonte« krasse Fälle nicht mehr da entscheiden zu lassen, sondern dem Wuchergerichte anzuzeigen und zur Verurteilung zu übergeben. Ein Mieter.
Tonaufiirje Tro-keiü^nitzel Totfmclafie "•TtUteitfve«, t-i* «tteeheu Stroh drahtaeprefst ocbünbelt
Rogqenstroh
zu ihr hin. Sie erschrak. Sie hatte Waltec, der chr so aut gefiel, nicht verletzen wollen.
Ihn aber empörten ihre Worte. Das Ivar nun der Dank für Irenes Aufopferung! Gewiß, es war eine leidende Frau, die so gesprochen. Nervenkranke pflegen oft undankbar zu sein. Aber ihre lieblosen Won« aalten seiner über alles geliebten Sckiwestcr, galten Irene' Das vergaß er dieser Frau niemals, nie!
Es blieb ihnen beiden leine Zeit zu weiteren Gesprächen. Ans der Schwelle der Tür, die sich la-itlos geöffnet hatte, stand Irene und neben ihr Dr. Horst Volkmer.
Und wieder, während Walter die beiden Menschen nebeneinander sah, durchzuckte ihn der Gedanke, wie einmal sckon; weich ein schönes Paar! Sie erscheinen wie für einander geschaffen.
In ihren beiden Augenpaaren lag ein Leuchten. Und froh begrüßte nun Horst den jungen Vetter. Aber aller Glanz schwand von seinen Zügen, als er 'ich dann freundlich und liebevoll seiner Frau zuwandte und mit einem Schwall von Klagen, von Vorwürfen über sein spätes Hettukoiumen, über feine Vernachlässigung ihrer Person von ihr empfangen wurde. Er versuchte, chr gut zuzurcdea, auch Irene mischte sich ein, aber da wurde die Krank: ecst recht unmutig, eigensinnig und heftig.
„Ihr beide seid im Komplott gegen mich", sagte sie, „ich merke es seit langem. Alles, was ich sage, nollt ihr nicht hören, nicht auftontmen lassen. Alles ist Einbildung, Stimmung, Laune bei mir. Der dort", und-sie wies auf Walter, der, zurückgetreten war, .,ist der Einzige, ter mich und mein Leiden verstehen kann."
Er schwieg zu ihren Worten. Zorn und Erbitterung kämpften in seinem Innern. Nein, in dieser traurigen Umgebung war Irene nicht an dem richtigen Platze! Sie mußte fort aus diesem Hause, wenn hre Jugend, wenn ihr Frohsinn nicht verkümmern
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Mitteilungen aus dem Leserkreise. Unter dieser Rubrik veröffentlicht die Schriftleitun? Stimmen ans dem Leserkreis. Für die hierin ausgesprochenen Ansichten und Tentenzen übernimmt die Schriftleitung (außer der preßgesetzlichen) keine Verantwortung, diese bleibt vielmehr dem Einsender überlassen.
In letzter Zeit waren in den Wagen bet Straßenbahn Plakate, angebracht, die zum Kampfe gegen den Wucher aufforderten. Der Landwirt soll angezeigt werden, wenn er über die Höchstpreise geht. Aber wo jetzt der größte Wucher mit getrieben wird, ist der Woh- »Mgswuchcr. Steigerungen über 100 Prozent sind an der Tagesordnung. Viele Leute kaufen Häuser und steigern die Mieten in das Unerschwingliche. Zahlen die Mieter nicht freiwillig, rufen sie das Mietseini- gungsamt an. Dieses schickt dann eine Kommission und läßt die Wohnungen absckätzen. Die Abschätzung übersteigt fast immer die im Mieterschutzgesetze zulässige Höchstgrenze 20 Prozent. Dieses Verfahren ist absolut unzulässig. Auch das Mietseinigungsaint ist an die
- Kampf gegen den marxiftlfchen Sozialismus.
Und ter Kampf muß ausgetragen werten. Weite Kreise der Deutschen Volkspartei find sich auch darüber klar und verstehen nicht, wie man in der Parteileitung noch an dieser falschen Voraussetzung festhält. Das ist ein ungeheurer Unterschied zwischen uns und ihnen. Damit begraben wir schweren Herzens den Gedanken an die Einheitsfront. Wir haben damit auch bewußt auf die Politik der Mitte verzichtet. Sie ist die geborene Politik ter Kompromisse, des Schaukelns und Nachgebens. Die einzige Lösung besteht darin, daß sich eine kompakte Masse znsammen- fintet.
Die bürgerliche Koalition muß das Ziel sein, ganz gleich, wie sie aussteht. Der 20. Februar wird entscheiden, wie die Bürgerkoalition aussehen soll. Sie ist auch ein Notbehelf, mit ter wir uns abfinteu müssen. Bis jetzt fehlt noch bet große einigende Gedanke. Wir habe» immer gewartet, daß ein eisernes Band uns Zusammenhalten könnte: der nationale 6**honte. Dazu find die bürgerlichefi Parteien heute noch nicht reif. Dazu sind ihre Programme noch zu sehr verschieden.
Wit wissen, daß von heute auf morgen das Land noch nicht besseren Zeiten entgegengeführt werden kann. Dazu sieht es noch unter viel zu schwerem Druck von innen und außen. Das Vertrauen des In- und Auslandes muß zurückgeholt werden durch einen
Nr. 9 .
Mittwoch, 12. Januar
(Hartung)
1921
70-75 58-60
3*—S4
21-22 20-21
Ü Nachdruck verboten
Der Triumph des Lebens.
Roman von Lola Stein.
14. Fortsetzung,
(ft halte nun in der Bismarüstcaße eine gerü iiitige
Volks Monarchie gelangt sind, Herr Hönisch hat gemeint, der IS. Januar soll ohne Politik gefeiert werben. Man kann ihn gar nicht feiern, ohne »nserer Hohenzollern zu gedenken.
Die Sozialisten versuchen dem Volke eine Weltan fchauung zu geben, die letzten Endes in Realismus gipfelt. Wir glauben, eine-ckesfere gefunden zu haben im Idealismus, in bet Versöhnung durch Aus- gleich der Klassenjchichien. Die Arbeiterfrage siebt für uns im Vordergründe. Welches Volk sie zuerst löst, hat den Krieg endgültig gewonnen. Der Arbeiter muß mit der Seele bei seiner Arbeit sein. Gewinnbeteiligung und Kapitalbeteiligung müssen freiwillig durchgesührt werden. Arbeitsgemeinschaft und Wirtschaftsfrieden sind die Losungsworte. Das ist nickt eine Frage der Gesetzgebung, sondern der gesellschaftlichen Verhältnisse Wenn wir nicht in bejn Arbeiter den Gleichwertigen sehen, ist jedes Gesetz zweck los. Es wird ein Tag kommen, da die Arbeiterschafs erkennen wirb, daß wir es ehrlich mit ihr meinen, wenn bann die große Parteigruppe da ist, die wir die Partei der Deutschen Volksgemeinschaft nennen. Wir glauben daran, daß das einmal kommt. Und diesem Munke gibt uns rot allen anderen Parteien den Vorzug.
MMM M.
Aus der letzten Berliner Rete des Führers der Deutschnationalen Volkspartei Staatsministers a. D. Dr. Hergt über die Wahlparolen der Partei, worüber wir gestern bereits kurz berichteten, tragen wir noch folgendes nach:
Es gibt Leute, die sagen: Was wollt ihr mit eurem Ordnungsprogramm? Die Ordnung ist ja bereits im Vormarsch. Besonders die Deutsche Volkspartei weist gern darauf hin. Dann braucht man aber nur auf die riesengroße Enttäuschung, die seit dem 0. Suni v. Z. ie weiten Bolksckreijeu Plitz gegriffen hat. hinzuweisen. Gewiß ist es auf manchen Wirtschaftsgebieten vorwärts gegangen, «Ser itöt im Schneckentempo. Es liegt in der Natur der Deutschen Volkspariei, alles unter der Brille der Wirtschaft zu sehen. Das deutsche Volk hat aber auch ein Herz und eine Seele, und es erwartet nach dem 6. Juni, daß mehr zur Befriedigung seines Ehrgefühls getan und feiner seelischen Bedürfnisse geleistet wurde, als es tat- lächlich geschah. Und die Revision des Friede nsvertrages? Ein Sturm geht durchs Land, überall hört man es flüstern: Wir müssen zusammen- stehen, und an einem Tage muß durch das ganze Land hindurch die Revision des Friedensoertrages gefordert werben. Der 18. Januar soll der Tag sein! Und die Regierung ist im Schlepptau bet Bewegung aus dem Volk heraus, statt umgekehrt.
Die Deutsche Volkspartei hatte als Wahlparole nur den Kampf gegen den Kommunismus, nicht aber regen den marxistischen Sozialismus. Die Theorie, die Sozialisten allmählich zur nationalen Mitarbeit im Staate erziehen zu können, ist falsch. Wir haben trotzdem die felsenfeste Ueberzeugung, daß immer mehr Arbeiter unmittelbar von links zu uns herüberkommen werden. Die Theorien der Deutschen Bolkspartei kranken an ter Ueberzeugung. daß man die Sozialisten mit in die Regierung nehmen soll. Auch das ist falsch. Wir müssen auf dem Standpunkt stehen:
wenn nur das Bürgertum einig ist, kann mit Gewaltmitteln, Generalstreiks usw., nichts nngefangen werden. Die letzte falsche Voraussetzung ist es, daß die Adresse, an die sich die Deutsche Volkspartei wendet, falsch gewählt ist. Die Sozialdemokraten denken gar nicht daran, sich erziehen zu lassen, fte m radikal Jein. Solange sie tut der Internationale, dem Klassenkampf und dem Erfurter Programm s^khalten, ist das Tischtuch zerschnitten; da gibt es keinen Kompromiß., Wir wollen nichts zu tun haben mit Leuten, die erst in Genf wieder ein Zeugnis unserer angeblichen Schuld gegeben haben, das selbst b,en Engländern zuviel trat. Wir haben die Parole so gestellt: Nicht nur Kampf gegen bett Kommunismus, sondern
- r.i:'. aus dein Elend herauszukommen. Das haben unsere Äwtztenüeute auch erkannt und deshalb im letzten Jahr-
gefaßt,' in das Bolkmcrsche Haus zu gehen, gewann von neuem Gewalt über ihn.
Fran Marga wußte nicht, wohin seine Gedanken atirrien. Er hielt feine großen, leidenschaftlichen Augen fest auf ihr Antlitz gerichtet, aber seine Seele war weitab, er hörte wohl Worte, aber er verstand ihren Sinn nur halb. Sie merkte cs nicht. Sic nahm sein schweigende» Zuhörcn für Interesse, es tat ihr wohl, sich verstanden zu fühlen.
„Ich glaube, Walter, du könntest mich begreifen Ihr jüngeren Aerzte habt doch mehr Verständnis für diese schlimmen Nervenkrankheiten, llnftr aller Sani tätsrat sagt dasselbe, ich glaube, er nimmt mein Seiten' gar nicht recht ernst. Er fitzt an meinem Seit nut redet von" allen möglichen andere» Dinge«, die mick gar nicht interessieren.^
„Warum nimmst du keinen anderen Arzt. Marga, zu dem du mehr Vertrauen hast t'1.
„Das geht doch nicht. Sanitälsrat Dr. Bergest unser langjähriger Hausarzt. Und Vertrauen hüte ich auch zu ihm. Nur er hat kein Verständnis für mein Leiden. Er nicht unb nicht die Menschen meiner Umgebung. Picht mein Brann, nicht meine Schwieger- mutter.'-2
„Unb Irene?22 Ihr Name fiel zum erstenmal zwifcken ihnen.
„Ach Gott, Irenes sagte Frau Marga. „Ja, sie tut natürlich was sie kann. Wer was kann so ein junges MKchen? Sie zersplittert sich, Walter, sorgt für Jlschen, die doch ihr Fräulein har. kümmert fick um Horst, was gar nicht nötig märe. Ich mag gar nicht, daß fie sich um alles kümmert, sie soll Jlschen und Horst nur ruhig lassen, die haben auch ganz gut fcelebt, ehe fie hier war. Meinetwegen ist sie doch gekommen, mich foll sic pflegen. Aber das vergißt sie oft! Ich bin ihr gleichgültig!^
Frau Marga schwieg, denn ein Blick von Haß
tin Schlafzimmer und ein Sprechzimmer, warten sollten öic Patienten vorläufig in Helmuts Herrenzimmer, : bis Maller" größere Einnahmen haben würde und . sich vergrößern könnte.
S» war alles gut und bequem für Waller geordnet »Wenn mir die Patienten mich nicht zu lange warten teilen" sagte er, „nun, vielleicht geht das Glück, da- Helmut bisher immer hatte, auch aus mich über, ter.it ich jn seiner Röhe lebe."
Frau Marga war Walter zu Ehren" aLfgeftatiten. I Sn den letzten Tugen hatte sie wieder mißmutig und tend zu Bett gelegen. Heute nun ruhte sie auf dem Diwan im Herrenzimmer und wollte spater auch an gemeinsamen Abendmahlzeit teilnehmen.
Walter'saß neben ihrem Ruhebett und hörte aus Njt Klagen. Irene hatte das Zimmer verlassen, um \ ^Äbcltche Anordnungen zu geben. Der schlanke feint ' Mensch mH beut kühnen und schwärmerischen Jüng- ^ngskops gefiel Marga. Daß et Arzt war, machte ihr vertrauenswürdiger, als andere Menschen es , fc fie waren.
i ' Sie halte ihm gleich das verwandtschaftliche Du ^geboten. Nun sprach sie von ihrem Leiden, dem .Emsigen Thema, das sie intcrefjicrte. Und er hörte voller Aufmerksamkeit zu. Sie nahm für Jnteresie ** ihrer Persim was bei ihm doch nur der Wunsch möglichst viel über Irenes Leben zu erfahren, genauen Einblick in diese Häuslichkeit zu et|güta,
Hl II ILL -J ■ III IIIIIMI <■! I■ dir feine Schwester nun kettete, die Frau kennen zu lernen, deren Pflege Irene übernommen. '
Er sah ihre Krankheit klar vor sich. Es war einer ter schwersten husterischen Fälle, für die cs feine Hilfe gab. Sich selbst und ihrer Umgebung zur Qual ebten diese Kranken, die sich doch an da» Dasein klammerten, die jede, auch die geringste Kleinigkeit wichtig nahmen und schwer. Bei Frau Marga erhöhte das schwere nervöse Magenleiden an dem sie krankte, ihr Leiden, ihre Reizbarkeit.
Walter kannte genug von diesen Kranken, um zu wissen, wie schwierig das tägliche Leben nvt ihnen war. Welche Bürde hatte Irene da auf sich genommen! Er kannte sie so genau ihre Oiüte, ihre Geduld, ihr Mitleid! Sie würde dieser Frau wohl kaum je widersprechen, würde aus ihre unsinnigsten Linnen geduldig eingehen, mürbe alles und alles tun, um ter Leitenden das Leben zu erleichtern, wenn sie selbst auch barunter litt.
Gegen seinen inneren Wunsch war Irene Krankenschwester geworden. Er hatte ihrem Willen damals nachgegeben, tveil er sich ter Notwendigkeit für Irene, einen Beruf zu ergreifen, nicht verschließen konnte. . Ihre. Natur, ihr harmonisches, sanftes Wesen eignete sich zur Pflege. Aber selbst in ihrem schweren Beruf im Krankenhaus hatte fie doch ihre freien Stunden gehabt. Und wenn sie auch von dem einen oder anderen traurigen Krankheitsfall stark mitgenommen wurde, ihr Herz blieb doch unbeteiligt bei dem allen. Hier lag es anders. Diese Frau würde Irene wohl kaum freie Zeit lassen, immer würde sie sie in Atem halten nach Art solcher Kranken.
Und Irenes Seel«, ihr Herz? Die Krankheit ter Frau, das Leiden des Mannes unb seines Kindes blieb ihr nickt fern und nicht fremd, innerlich war fie beteiligt an dem allen.
Uns da» alte Bangen, da» 8-laliers Seele an
Kräutertee, oniuspillee wrgestellt* «-Apothel °tz. 51
MlöHdÖl Wirre bis zum Gesamtwerte von 5 Milliarden Gold- inar* in Depot geben. Die Zolleinnahmen würden unter
intgt tat unb elegante Etage gemietet, die Walter viel zu teuer - 5t* erschien, aber Helmut behauptete, daß er diesen Wohn' tD°k/ ^rmgsluxus feiner Existenz als Baumeister schuldig
190—210 165—17" 1*8—155
139-141 155—157 130-137
62- M .73— 83
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Tliri" 11 Infolge der Verarmung erleben wir gcgeniuärti.i eine _ ,,, immer stärker anwachsende Arbeitslosigkeit, sodaß das
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tert ■ Diese Maßnahmen sind allerdings z. T zur teuerroeg 4 Erbringung der unerhört großen srriensentichädchnng ge-
i £ Wenn irgend etwas unsere Valuta heben kann, so ist daS Exportgeschäft. Erhalten wir also durch die Ford- ^Gesellschaft eine Riesenausfuhr an landwirtschaftlichen Mowren und Maschinen, können wir dafür andere not« yrrckige Rohprodukte beziehen. Die Fordson-Gesellschaft Deutschland natürlich steuerpflichtig. Das wird trin recht erhebliches Sümmchen für den Staat ausmachen, tiytnn das Geschäft einschlagt, woran nicht zu zweifeln M. Es werden also Staat, Arbefter, die deutschen Fabriken und Rohstvffpwdnzenten verdienen. Der Unter- 'j^huiergeivinn freilich bleibt Herrn Ford, und insoweit gchciiet Deutschland allerdings zugunsten des amerikani- kch,!'. Portemonnaies. Das Schlagwort der Lohnsklaverei M-t nahe. Nur nebenbei bemerkt, daß Ford als groß- jügiger Kaufmann weiß, b;6 mau gute Arbeit auch teuer bezahle!! muß und dabei am besten seinem eigenen Vorti! dient. Die Fordschen Arbeiter sind die bestbezablten Amerika, und das will immerhin ellvaö beißen. F-ord -hich aber auch gar nicht daran denken, seinen in Dentsch- z,«h. gemachten Unternehmergewinn nach Amerika zu zjsl-c:: ,tveil er dabei seinen eigenen Absichten eutgegeu- ■Birtei! würde. Er will ja gerade in Deutsch land das Exportgeschäft im größten Stil entwickeln. Dazu gehört fortgesetzte Investierung großer Kapitalien. Die stzber einmal in Europa errichteten Gebäude und Fabriken ?fm er sticht nach Amerika hinübernehmeu.
si Allerdings bleibt, mag man den Fordschrn Plan noch ’fo günstig beurteilen, für uns Deutsche ein peinlicher lMest übrig. Wer. die große Zeit des deutschen Stuf» lschwungs miterlebt und gesehen hat, wie deutscher Unter« ^vthmergeist sich über die ganze Welt ausbreitete und futsches Kapital durch die Kanäle aller Länder floß, dem Hecklicht es fast das Siers, zu beobachten, womöglich mit» zuhelsen, baß Deutschland nun » mgekeh rt bet Markt Markt und die Arbeitsstätte des Auslandes wird. Aber iwir müssen nun einmal, so schwer es uns auch wird, von ‘bet traurigen Tatsache arSgehen, daß wir den Weltkrieg Floren haben unb ein verarmtes Land geworden sind. Wan sagt, deutsche Arbeit solle unb werde uns wieder hschbringeu. Gut gesagt. Wer wer schafft uns die s nötige Arbeit? Da liegt ja gerade die Schtvierigkeit
unwesentlich beeinflußt werden. -*—
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Speiteerbs. kleinere ssuttererbsen Vtnjen Iteluiditen , Uckerbohnen Mckcn Lupinen blau« .. gelte
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Laden Preise. Es wird a «geboten:
Borstanb sfahren. Danach ist die Ansgabe^ einer deutschen Anleihe
erfonal man em durcheine neige, bie Zenutzung in der befinden- schrins ;nge Un- smacht in loerbreit.
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ruf 16 — ,
355 -36?
5-hl , ....
320—3301 Bralilian. 'Kotttelt
. . _ femmeu, solange man noch nicht'überschuldet ist.
e °? Bo das aber der Fall ist, Hilst der Kredit nichts, sondern llche alle eti ^„ürt im Gegenteil dem Schuldner «st recht die Kehst ^"Diests' gi ^su- Dcutschlaich ist nun ein tief überschuldete? de jungen iSt3*» r.no deshalb muß es jchen neuen Krebst fürchten , Mittzriete -lkr beschleunigt unsere Zahlungsunfähigkeit. Einen e wirb 6 )leinen Vorgeschmack von dem Segen ausländischer Kredit 'schoss'-, chilse haben wir ja neulich aus englischen Zestungen er-
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