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Amtliches Derkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (das früher kurhessische) OLerheffen

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Magdeburg, 11. Jan. Minister Oefer ist ton der Magdeburger Be,-,irksleitung der Demokratischen Partei als Spitzenkandidat für den Preußischen Landtag anfgestellt worden. »

Höhung der Teuerungszuschläge für die Beamten und Arbeiter des Reiches beschäftigt. Dem Wunsch der in Bamberg tagende» Konferenz der Finanzminlster der Länder, vor endgültiger Slellungkahme gehört zu werden, wird in einer auf konrineridcn Mittwoch anbe­raumten Sitzung Rechnung getragen werden. Das Kabinett bat gleichzeitig die Frage der Beschaffung neuer Mftfei zur Beseitigung der bereits fetzt im .ordentlichen Haushalt sich ergebenden Fehlbeträge, die durch die Erhöhung der Teuerungszufchlägc eine weitere Steigerung erfahre» werden, zum Gegenstand einer eingehenden Erörterung gemacht. Es wurde die Notwendigkeit sestgepellt, über diese Frage eine grund­sätzliche Stellungnahme der gesetzgebenden Kröpe.'- schoften in Verbindung mit der Entscheidung über die Bewilligung der TenerungszuschlSge herbei-usnhrrn.

Die neue Ausstandsagita^on.

Warnung der Ecw'erkschaften und der Sozialdemokratie.

mb. Berlin, 10. Jan. Gegen' die unverantwort­liche neue Streikhetze, die insbesondere von der kom­munistischen Partei ausgeht, nehmen die Geschäfts­leitung des Allgemeinen deutschen Eemerkschaftskmnves, die Bcrgarbeiterverbönde und der Metallarbeiterver­band in einem Aufruf Stellung, wonach stch die organi­sierten Arbeiter Rheinlands und Westfalens an keiner Aktion beteiligen sollen, die nicht ausdrücklich als Ak­tion der freien Gewerkschaften bezeichnet sei. Dem Aufruf, schloffen sich die Leitung der Unabhängigen So­zialdemokratie des Rheinlands und die rheinische So­zialdemokratie an.

Berlin, 10. Jan. Ebenso wie in Berlin sind auch in Hamburg die kommunistischen Sonntagskuud- gcbungen ohne Zwischenfall verlaufen. Der Vorstand der mehrheitssozjalistischen Partei beschäftigte sich gestern mit dem bekannten offenen Brief der Rom- munisteir und nahm seine Stellung dahin wahr, daß er

dringender als die Wiederherstellung der Einheits­front des Proletariats, die von den Kvmmunisten in verbrecherischer Weise zerstört wurde Rur durch .die Einheitsfront können Minderheiisaktionen verhindert werden, die nutzlos« Opfer fordern und ein Verbrechen an der Arbeiterklasse sind. Die sozialdemokratische Partei warnt ihre Anhänger aufs nachdrücklichste, sol­chen Parolen, die nur zur Vermehrung unserer Nieder­lagen führen werden, Folge zu leisten.,

M FrMIrm Im Malt.

Die Stellung des Reichskabinetts.

tvb.B erlitt, 10. Jan. Tas Kabinett hat sich seiner heutigen Sitzung mit der Frage einer Er-

Beginn des Landtagswahlkampfes.

Die Berliner Sozialdemokraten gegen eine Koalition mit der Deutschen Bolkspartei.

Berlin, 10. Jan. Mit der Aufstellung der Kan­didaten durch den am Sonntag abgehaltenen auher- ordentlichen Bezirkstag haben die Berliner Mehrhetts- sozialisten den Landtagswahlkampf eröffnet. Der An­trag, jede Koalition mit der Deutschen Volkspanei adzulehnen, wurde angenommen.

Die KänMälenlifle der Meyrtzetrsfvitalist-» «n beginnt mit den Namm Hirsch, Lüdemann, Hel­ler, Gertrud Hanna, Suttner, In Teltow-Bees- kow mit den Namen Krüger, Bartels, Luise K a hl e r.

Die Wahlparolen der Deutschnationalen.

Berlin,' 10. Jan. In einer Wahlversammlung der Deutschnationalen Volkepartei sprach gestern Staatsminister a. D. Hergt. Nach längeren Ausfüh­rungen über die politische Lage erklärte er, dah es Deutschlands Mission jetzt sei, als Wall gegen den Bol­schewismus zu stehen, künftig aber die Brücke zwischen West und Ost zu stellen. Die erste Wahlparole der Teutschnationalen stelle daher die Forderung, in jedem Falle hinter der Regierung zu stehen, wenn cs sich darum handelt, die Rechte des Vaterlandes ge­genüber de« äußeren Feind wahrzunehmen. Rach em»r Kritik an der Deutschen Bolkspartei und der de- moftmtifchen Partei gab er weitere 4 Punkte als Wahl­parole der Deutschnationalen an. 1. Richt nur Kampf tzegen den Kommunismus» sondern Kampf gegen ven marxistischen Sozialismus, wobei betont wird, daß So­zialdemokratie und Arbeiterschaft nicht identisch sind. 2. Richt gegen die Landwirtschaft, sondern mit «er Landwirtschaft für die Allgemeinheit. 3. Ein ungeretl- tes, starkes Preußen. 4. Die Parole der Welt­anschauung, die sich in der Praxis umsetzt in die Forde­rung der Einschaltung des Arbeiters in die Cefell- schaftsordnung.

Reichssinanzmimster und Eisen­bahner.

Kein Grund zu Beestinnnungen.

ijff. Berlin^ 10. Jan. Durch die Presse gebt ein-Bericht übe» eine angebliche Verstimmung der Eisenbahner-Organisationen über die Rede, He der Rcicbsfinanzmrnister in der FrritaqSs'tznnq des fin.tnv politischen Ausschusses des Reichswirtsch if'rrikZ ge­halten Hai. Tie Erregung soll darauf ,zurückgehen, daß der Reichsfülanzminister von Aufwendungen des Reiche? in einer Höhe von 7 Milliarden sprach, wäh­rend Staatssekretär Schröder die Kosten für die allen­falls z» bewilligenden B-amtensorderunzea mit 21/, Milliarden angegeben habe. Hierzu bemerkt die zu­ständige Stelle: Zutreffend isch daß der Reichsrinauz- minister von 7 Milliarden sprach, aber nicht im Zusammenhang mit der Frage der nern Bcrmten- forbmrngen, sondern gelegentlich doS gemäß der Tages­ordnung des finanzpolitischen Ausschusses von ihm barzulegenden Vergleichsetats für 192 t und 1920, indem er anksuhrte, daß her ordentlich: Etat von 1921 gegenüber dem.Etat vo« 1330 bereits jetzt einen Mehrbedarf von insgesamt rund 7 Milliarden Mark aufweise. Danach geht die Auffassung, als ob der Reichsfinanzminister mit der Benennung der 7 Mil­liarden die Kosten jur die Neuforderungen der Br- amteu gemeint und sich damit in Gegensatz zu der voi» Staatssekretär Schröder genannten Summe, die übrigens ans 2,8 Milliarden beziffert wurde, gesetzt habe, von einer völlig unzutreffenden Vsrausietzuna ans. 3n einer Verstimmung der Cife.ibchnrr-Orqaui- sationen,' soweit diese sich auf die gaunnte Rede des Reichsslnauzmunstcrs gründen soll, liegt" bet dieser Sachlage ein Anlaß daher in keiner We s: vor.

Roch kein Beschluß der EiZenbahnerorganisatwn.

' wb. B erl in, 10. Jan. Wie von beteiNgter Seite mitgeteilt wird, nahm der erweiterte Vorstand des Deutschen Eisenbahner-Verbundes in zweitägiger Be­ratung zu dem durch den Sechzshner-Ausschuß und der Regierung zustande gekommenen Verhandlungsergrvnis Stellung. Die als völlig unzureichend bezeichneten Zu­geständnisse und die auf der Eisenbahner-Organisation lastende große Verantwortung veranlaßten den erwei­terten Vorstand, vor der endgilttgen Beschlichw ing erst noch entsprechende Schritte zur völligen Klärung der Sachlage zu unternehmen. Ein Beschluß steht dem­nach noch aus. «

Fiume.

Fv ** Abbazici, 10. Jan. Dec Ageizia Stefani bestätigt, daß d'Annunzio von Fiume nach dem ?xz bsr Legionäre abrcist. Gut Tawpfer ging mit &tr ttbieihmg Decsaglteci von Fiume nach Voglia ' ** die abgezogenen Legionäre durch reguläre

Berlin, 10. Jan. In Brandenburg streiken sämt­liche Metallarbeiter, insgesamt etwa 5000 bis 6000 Mann.

Zur Schließung der Ludwig Loetve-Fabriken heißt es imB. T": Die besonnene» Elemente, besonders der Deutsche Metallarbeiterverband, haben eindringlich vor aller Butschtaktik gewarnt. Wie tbir hören, dürsten die Gewerkschaften eingreifen, um eine Verständigung zwischen der Firma und den ausgesperrten Arbeitern herbeizu- führen. Auf den Werken in Moabit herrscht Ruhe. Es ist auch zu keinen Zusammenstößen zwischen der Polizei und der Arbeiterschaft gekommen.

«6. Samborn, 10. Jan. Die Verwaltung der Thhsftn-Sütte teilt mit, daß von morgen früh ab die <7fftte für beschränkten Betrieb wieder- eröffnet werde, da sich im Laufe de- heutigen Tages Tausende von Ar­tz e i t s w i l l i g e n zur Arbeit gemeldet hätten. Der Streik auf den Schachtanlagen des Hamborner Bezirks ist so gut wie beendet.

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wb. Rom, 10. Jan.Messaggero^ meldet aus Tarent: Bet der Ankunft Don Legionären aus Fiume in Tarent kam e§ zu Kundgebungen, die in Schläge­reien ausarteten. Zchlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Daraufhin wurde der Generalstreik verkündet. 1

Erzberger spricht.

wb. Radolfzell. 10. Jan. In einer Zentrums- Versammlung svrach hier gestern der Reickssinaniminist-- a. D. Erzberger unter besonderer Betonung (einer Mitwirkung an dem Zustandekommen des Waffensiill- stai-des. Erzberger benutzte die Gelegenbeit zu einer ein­gehenden Rechtfertigung seines damaligen Ver­haltens und sagte, es sei im Jahre 1917 versäumt wor­den, über die Wiederherstellung Belgiens ein offen-? Wort SU sagen. Ludendorff habe noch im Oktober 19 l 9 di- Bereitstellung von 600 000 Mann innerhalb eines halben JahreS gefordert, was aber unmöglich gewesen fei Nie­mand habe gesagt, daß der Versailler Frieden gerecht sei, aber dennoch sei die Unterzeichnung des Waffenstillstan­des nno des Vertrages von Versailles eine nat-ouble Tat gewesen, weil dadurch das Auseinandersallen des Reiches verhütet wurde. Das deutsche Volk b-lstze auck beute noch zahlreiche Freunde, auch der Heilige ©tut! fei von Wohlwollen für Deutschland erfüllt. Ohne das Eintreten des Heiligen BatcrS hätten sich manche Erleich­terungen für daS deutsche Volk nicht erreichen lassen, und auch heute noch sei Rom diejenige Macht, die fort gesetzt wenn auch nicht in die Augen springend, aus die Un­möglichkeit des Friedensvertrages von Versailles hinweist. Die Revision des Friedensvertrages-<-i keine partei­politische Frage, sondern eine Volksfrage im besten Sinne des Wortes. Erzberger forderte, daß das Reichsgericht mit der Aburteilung der Krreg3verbrechet endlich beginne, um auch auf diesem Gebiete den Willen Deutschlands zur Erfüllung der BertragsvervKicktungen ckundzutnn.Nur dadurch, daß wir unS bemühen, den Vertrag zu erfüllen, könnten wir auf Erleichterungen tzsiftn." Ken« anderseits die Verbündet:» kein ge-

bie sich' aus der von ihr geschaffenen rnili- Pcgc vielleicht gegen ihren Willen ergeben yv ' , -t

nfigenbei Beweismaterial beibringen könnten, so soll rn«m dies vor aller Welt aussprechen. Eme Befferung unseres wirtschaftlichen Lage verspricht sich Erzberger von der Einführung einer, einjährigen Arbeitsdienst«, Pflicht für alle jungen Männer. Einen sehr erhebliche» Teil des jetzigen Defizit- könnte die Landwirtschaft ausbringeu, allerdings unter der Voraussetzung dTnat Verbilligung der Düngemittel, durch eine intensive Pro­duktion. Parteipolitisch hält der Rckner den Weg Sttger* walds nicht für richtig. Er fürchtet, daß viel Gutri zerstört und nichts Besseres an seine Stelle gesetzt wird.

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PrMntagdn Italllei BolWel

Potsdam, 9. Jan. Im großen Saale des Schü« kenbauses trat heute der Preußentag der Deutschen Volks- Partei zu zweitägiger Beratung zusammen. Den Saal, der bis auf den letzten Platz gefüllt war, schmückte« Sahnen in Farben schwarz-weiß-rot und schwarz-weiß. Auf der Bühne war, inmitten einer Gruppe von Blatt­pflanzen, ein Standbild Friedrichs des Großen ausgestellt mit einem Hintergrund in de» preußische» Farben, ®uf Vorschlag aus bet Versammlung würbe Abg. Dr. v. K r a u s e znm Präsidenten der Tagung gewählt, der in feiner Ansprache u. a. ausführte: Mit tiefem Schmerz gedenken wir derer, bfe zu einem Preußentag keine Ver­treter mehr entsenden können, well sie durch den Uu» frieden von Versailles, daS größte geschicht« licke Verbrechen,, von unS geschieden und nicht mehr Preußen sind. Ich gebe jedoch der zuverlässize» öoffnunfl Ausdruck, daß darüber daS letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Besonder- begrüße ich diejenigen« bfe aus dem beseht«» Gebiet gekommen stick und wir arbeit heute schon der bestimmten Hoffnung Ausdruck, daß Oberichlesien fest zu Deutschland unb zu Preußen halte» werd«. ES wirb die vorzügliche Ausgabe deS neue» Landtags fein, Preußen als einen Staat mit Fleisch mch Blut in erhalten. Für diese Ausgabe werden wir in erster Linie unsere Kräfte sammeln müssen, barntt wir Preußen erhalten und es schütze» könne» gegen Welt« entrückte Phantasten unv wtntua«. autiv.

Potsdam wies auf die zahlreichen Erinnerungen hin» die gericke diese Htcckt mit der großen Geschichte Preußens verbinden. ES werde dort der Geist der Unterordnung unter da- Ganze, die Verteidigung der Pflichttreu» gepflegt, hie einst unser Stolz und unsere Stärke waren. Prof. HülSmeyer als Vertreter Oberschlesieu- erklärte. es gebe glücklicherweise »och viele Arbester nick Handwerker in Oberschlesien, die ihren Töchtern ünb Söhnen die Meiimng einimpften, daß Oberschlesien a u -« schließlich tut Anschluß a» Preußen gedeihe« kann. Stadtbaurat Hoffma nn«Königsberg wies auf die schwere Gefahr hin, die der Provinz in den nächste» Mocken nick Monate« durch die Möglichkeit eines Sin' falle« der Sowjettrupve« drohe. Nach btt Revolution habe in Ostpreußen zwar der Wunsch ge* herrschtLos von verü»"; denn »um habe mV de« Artigen Machthaber« nicht paktieren wolle»; dieser Wunsch sei aber heute verflogen, trab man hafte i» Ostpreußen treu zum Vaterlande. Ferner sprach ein Vertreter Danzig-, der darauf hinwies, daß man in Danzig sehr wohl wisse, was man Preußen »« ver­danken habe unb man werde da- nie vergessen. Jetzt sei man Freistaat von Gnaden der Entente unb deS Völkerbundes. Man habe zwar nicht unter Bedrück« Ung unb Bedrängnis zu leiden, denn vonieiten des VSlkerbundes gehe man in Danzig mit Samtpfötchen vor. Aber man wisse wohl, daß man zwar ei» Frei­staat, aber kein freier Staat sei, Objekt, nicht Subjekt der Politik. Als eigentliche Heimat erkenne man in Danzig noch immer Preußen-Deutsch­land an.

Ueber den Hauptpunft der Tagesordnung, die nationale und kulturelle Berufung Preußen», führte Abg. Gtzm« nasialdireftor Bielttz u.a. auS: Die Erledigung der preußischen Verfassung durch dir Landesversammlung a« 30. November hat im Bolle nickt die Beachtung g-iunden, die dies Ereignis verdiente. Mit diesem Beschluß hat die preußische Volksversammlung den festen Willen be­kundet, daß Preußen, allen Tendenzen auf eine Zertrüm- merung zum Trotz als Nation bestehen bleiben wolle.- DaS was der erste Grund, weshalb auch die Deutsche Vokksvartei für bfe preußische Ber'affung ge­stimmt hat. Ter Einheitsstaat bleibt unser Ideal und hohes Ziel. Aber dieser Einheitsstaat wird nicht geboren ans abstrakten Ideen und kann n i ch t mit Lineal unb Zirkel auf der Landkarte geschaffen w'rde»^ indem man die alten BundeSsta.itrn auflöst unb sie zu Reichsprsvinzen mackt, sondern wir münen umgekehrt geben. Der Weg zum Einheitsstaat muß ausgehen vom distoriscken Gegebenen. Nur in' jahrzehntelangem Ans« tausch wird er in de« Einheitsstaat einmünden, von dem wir hoffen, daß er die Einzelstaaten machtvoll übetwin« bet unb sich fest gründet auf

da-FunbamentderKaiseribee.

Wir blicken mit Genugtuung nach Bauern, das die Krisis im Gesundungsprozeß überronnbeu zu habe« »rfieint, unb auf Sachsen, wo dies nur einer ganz kleinen Kraftanstrengung noch bedurft hätte. Potsdam und Weimar find keine Gegenpole, sind vielmehr die beiden Brennpunkte in der Ellipse. Dir bekenne« unS neben dem vielgeschmähten Wort vom preußische« Militarismus auch zum vielgeichmabten Geist der loten* stifchen Bürokratie, zu Pflichttreue und llnbe^ siechlichkeit und Arbeitsamkeit des preußisch-» Be­amtentums. Preußen hat. sich nicht nur großgebungerLf sondern auch groß gearbeitet. Mit dem achtstündige« Arbeitstag war da freilich nicht viel zu mache«. .De» Stamte war der Träger des Staatsgedaukeus und stellt»

IrieOberhesiisÄe Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 1.25 Mk., durch die Post 4.65 Mk. Ausgabe B mitOberst. Svort-Zto." 1 Mk. mehr.

ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz., Verlaa von Dr. E. H itzeroth. Druck der Unin.-Buchdruckerei von Loh. Aug. Koch, Markt 21'23. fferniprechcr 55.

üte bei ber Regierungen in London, Paris und R.rn ®i beu großen Ernst ber durch die miliiärifchen ^aßpghmen Polens geschaffenen Lage hin'nnd machte * polnische Neaierung erneut aus die Gefahren au'- klerksam

wk «olnl^en Iruggfnohlomiiiiuiioeii on r hr itiifllen ©renje.

M Berlin, 10. Jau. Zn dem Versuch' b:5Journal Ijg P-logne", bie polnischen Truvvenbeweguitgen nach Mer scutsch-polnischen Grenze durch die Notwendig- Mik einer Entlastung der Staatskasse unb die Er MaluuMedürsiialeit der in den Heimatgarnisonen Mm/cilisierlnden Soldatcir zu erklären, sch reibt die Deutsche Allg. Zeitung^:

K Nach dem Wilna-Putsch des Generals Zeligvwsü Mestcht die Gcighr, daß bic Ansammlung so bkb-nteribcr Mruppenmaffen. einem anderen polnischen General Kicbeiuih verlockend erscheinen konnte, um aus Mgeue Hand vorzugehen. Bis vor drei Moüaten waren Mn der polnischen Wcstgrenze ztvischen Oberschlesien Kni. der Ostsee in: ganzen nur etwa 5700 Mann Gccnz- Machl'reiier eingesetzt tvordeu. Diese sind inzwischen Mlscin 6ii der überschlesische« Grenze durch irreguläre Mormmionen aus ctlva 17 000 Manu gebracht, in Mer Provinz Posen stehen gegen 24 000 Mann In Mmterir. Dicht jenseits der oberschlesischen Grenze Dstud seit November zwei Divisionen hlnzugekommen. Huis'rrdei» in Posen weiters zlvci, und in WestpreußM Mineiabeln Divisionen, sodaß die Stärke der in den Ltvefflnsien Grlnzgcb'eteil Polens stehenden kampf- M-reiicn Truppen bereits die Zahl 100 900 Erreicht _ Durch das Hinzukommen wertecer drei Ti- Misionen au der vberschlesischen Grenze und einer Mlivision in ber Provinz Posen wird die polnische Mliv-ee in jenen Gebieten demnächst eine Kopfzahl vox Euab 170 000 Mann erlangen, außerdem bestehen k im L'ugnst ausgestelllcn Bürgerivehren in Posen End Westpreußen Weiler. Hand in Hand mit diesen Mliüßnahmew jenseits ber Grenze geht die rastlose Mlckefi der im deutsches Oberschlesietl tätigen g e - Meimen pvinischeu Kampforganisatin- Men Was die alliierten Truppen in Obrrschlcuew eirirft, so komme» rund 10 000 mit den Polen mehr M)er weniger sympatyiejierendeFranzoseii En Betracht, die ebenso wie int August unb September Mikch t ciitfreifen würden, solvie rund 3000 Italiener. Mit sich fast ausschlieAich westlich der Oder befinden aus deren lvirkjänren Eingretsen wegen ihrer Echi'enmäßigen lluterlegenheit ernstlich nicht gerechnet Merben kann. DieDeutsche Allg. Zeitg.^ hebt fern-c ee»r, die Posener ZeitungPraivda^ habe darauf «gewiesen, daß Polen sich am Vorabend möglich »r ktirvfcfnr.gen im Westen, Süden und Osten befände, »ö fahr' fort: Einen weiteren Kommentar lieferten kusreizeude Reden polnischer Generale. Äc sic kürzlich General Halfer bei dec Ucberreichu>rg litte- Ehrensäbcls hielt, und die Resolutioiien ganzer s»Mverfammlungeit, wie die jungst in Krakau g» aßre, man dürfe eine für Polen nugünstige Enl- lfribung der oberschlesischen Frage nicht tatenlos in n ebenen.

Demgegenüber sind die polnischerseitS («»derftn Katmierenben Nachrichten über eine angeblich hob- H7 deutscher Reichswehrtruppen in beit an Polen rknzenden Gebieten um so leichter zu widerlegen, als ft inicrnHiierte Kontrollkommission sestgestellt hat, E stdiglich die nach deut'Frtedensvertrag zugebilligte stuptzcuzahl vorhanden ist. Dte deutsche Regierung

Oberschlesien.

Zutr-ffendes englisches Urteil.

Amsterdam, 10. Jan. Die Londoner ochenschx,srNew Stafesman^ tritt dafür ein, daß ^trfchlksfen, vom unparteiische» Slandpuukt aus be- besser in deutschen.Händen bleibe, als ! polnische übergehe. Am durchschlagendsteu seien die * Deü'sthlcmd für das Verbleiben ObccschtesienS Reich vorgebrachteu wirtschaftlichen Ge- °?^punkte. Tas Blatt ist der Meinung, daß Deutsch- Oberschlefien viel dringender braucht ?iien, schon, um die Berpflichtunge» des Friedens- zu erfüllen. Obers chlesien als et» Teil chUtüchlaichz steh- wirtschaftlich und kulturell auf einer llf höheren Stufe, als dies btt Fall:e, R^n-e? ein Teil Polens wäre.

Der Anzeigenpreis beträgt für di« Sgeip. Zeile 75 Pfg. und 10ch< Auffchlag, amtliches r» w t ZitUvOury anb auswärtige 1.- Mk., Reklamezelte 3.00 Mk. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt.I 5fi TflHfÄ

11 ^rtmtrtY ®e* Auskunft durch die Geschäftsstelle und Bermiitlung der Angebote 75 Pfg. Eon.I

"L'trumuy, XX. -OUllUUL dergebuhr. Bei Beträgen unter 20 Mk. müssen wir Vas Port» kür die Rechnung! 1Q91

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