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Amtliches DerÄndlgungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (das früher kurhesiische) Oöerhessen

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®ie angeblich nicht erfüllten Friedensbedingungen

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Nach futtern Rücktritt fiel Herr v. Bethmann Holl

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Wöchigen Sitzung im Okivbcr uub November 1919

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v. Bethmann Hollweg wurde am 29. No-

1885 wurde er Assessor in Potsdam, 86 Land-

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Brileidskuudgeüungen.

ooil oem uaerw«! Nit sehr MHätzten Vaters.

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Tie deutiche Regierung bietet alle Mittel auf, um Material, das noch irgendwo im Lande versteckt könnte, ausfindig zu macken. Gegenüber den von Kontrollkommissionen hervorgebobenen Fällen, ^eutickland wirklich oder vermeintlich hinter den

ronq in Zusagen erinnert eigenen

der Note vom 31. Dezember fesistellt, daß die von Spaa nickt strikt erfüllt worden seien, so die deutsch« Negierung daran, daß nach den Morten der Verbündeten vielmehr geprüft

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des Fricdensvertrags nicht vereinbar sind Sie hat ber Kontrollkommission, und der Botschafterkonierenz 'bren Standpunkt dargelegt und für zwei der wichtig» "ten Differenzpunkte die Einsetzung eines Sckiedsae» "ickts vorgescklagen. Ausserdem bat sie bet der Kam» misston mje bei der Botschafterkonferenz eine Besprech­ung des ganzen Komplexes der streitigen Fragen zwi­cken diplomatischen und Fackvertretern beider Teile '-nqeregt. Eine Antwort hat sie bisber nickt erbosten. Mas die Ablieferung des Lnftkabrtqeräty anaebt io kann es sich bei den noch vorhandenen Rückständen nur um verhältnismässig ganz geringe Mengen handeln.

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werden soll, ob sie loyal den Bestimmungen nachkommt. Die deutsche Regierung kann von sich sagen, dich ft* iS roll« tiegcliläl ihr Beste» <etan hat. j

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Db. Berlin, S. Ian. Dor Reichspräsident «chtete an den Sohn des verstorbenen Reichskanzlers

JBiiJj in der inneren Politik von einer Entwicklung ihxiien, die gerade in den Jahren des M'ltkcieges

im Strudel her Ereignisse rasch der Vergessenheit tuhcim. Nur einmal trat er wieder aus ihr hervor,

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Dienstag, 4. Januar

(Sartmig)

korderungen des Protokolls von Spaa zurückgeblieben lli. weist die deutsche Regierung darauf hin. wieviel seit der Unterzeichnung dieses Protokolls geleistet worden ist. Sie glaubt sagen zu können, dass niemand da­mals solche Leistungen zur Erfüllung der gestellten For­derungen für möglich gehalten bat. Sie wird mit aller Kraft bemüht sein, den übernommenen Bervflick- tungen vollends zu genügen. Das Ziel. Deutschland wehrlos zu machen, das die alliierten Reaierunaen mit den militärischen Bestimmuuaen des Beriraoes von Versailles verfolgt haben, ist aber tatsächlich schon er­reicht. Die deutsche Regierung möchte nickt anneh­men, dass in dem Protokoll von Svaa«tlnm3glicke» von Deutschland verlangt werden sollte. Die buchstäbliche Erfüllung hat sich als unmöglich erwiesen. Das Möoliche ist ae-ckehen. Wenn die französische Regie»

tchakeit. Ssir den: Forum der deutsche» Geschichte Hüter wird Herr v. Bethmann Hollweg weniger" gut iesicheu. Nur eins wird ihm unbestritten bleiben, daß er rin Munn lauterster Gesinnung, treuester

mehr. In der Entwaffnung der deutschen Polizei- fräfte iss im wesentlichen den Ansorderuugen der Kon- trollkommission bereits entivrochen worden, trotzdem da­durch die Fähigkeit der Polizei, ihren Ausgaben gerecht zu werden, namentlich in der 50 Km.-Zone, aber auch aus einer Reihe wichtiger Plätze des übrigen Deutschlands, ernstlich in Frage gestellt wird. Abtveichungen von der vorgeschriebenen Bewaffnung bestehen nur insofern, als »och eine gewisse Zahl von Maschinengewehren äusser den für die Panzerwagen zugestandenen zurückbebalten worden sind. Ties erklärt sich dadurch, daß die Waffen, durch das sie nach den Anordnungen der Kommission ersetzt werden sollen, noch nicht vollständig beschafft werden kannten.

Zn b.t In den Schreiben an dir Kontrollkommission vom 9. und 22. Dezember ist dargclcgt worden, dass die deutsche Regierung in dem Bestehen von Selb st sch utz- organis ationen keinen Verstoß gegen Artikel 177 des Friedensvertrages zu erblicken vermag, daß aber solche Organisationen nur als ein Notbehe ls zu betrachten sind und im eigenen Interesse des Staates aufgelöst werden sollen, sobald es die Umstände gestatten. Die Annahme, dass die baverischcn Einwohnerwehren unb die ostpreußische Orts- und Grcnzwchr noch jetzt mit der Reichswehr in Verbindung ständen, ist irrig. Wie in dem Schreiben vom 22. Dezember mitgeteilt wurde, hat jede derartige Verbindung aufgehört.

Zu 6.: Ter in Svaa übernommenen Verpflichtung, unverzüglich Maßnahmen zur Abschaffung der allge­meinen Dienstpflicht und zur^Organisation des £>eere8 auf der Grundlage langfristiger Dienstzeit zu "treffen, hat die deutsche Regierung durch das Gesetz vom 21. August 1920 genügt . Tie allgemeine Lstehrpslicht , ist abgeschasst. Tas Heer besteht aus Berufssoldaten, die für eine, lange Dienstzeit verpflichtet sind. Seine -Stärke und j&fanmtiMitiia eetteiM dm Bsßj#utt«n»

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sen des Friedensverrrages. Durch den Entwurf eines neuen ReichswehrgesetzeS, in dem das Gesetz vom 2. August aufgehen soll, ist gleichwohl den von der Kontrollkom­mission erhobenen Bedenken in zwei Punkten Rechnung getragen worden. Die übrigen Bedenken hat die deutsche Regierung in einem Schreiben vom 19. November ein­gehend widerlegt. Die Einwendungen, dir in der Note der Kontrollkommission vom 7. Dezember nunmehr gegen den Entwurf des Reichswehrgesetzes erhoben worden sind, unterliegen gegenwärtig der Prüfung durch die zuständigen Behörden j

Zu 7: Die Behauptung, daß das überschüssige Kriegsgerät des ehemaligen deutschen Heeres noch nicht vollzählig abgcliefert worden sei, muß be­stritten werden. Es sei darauf verwiesen, daß an- llähernd 50000 Geschütze, mehr als 5000 000 Gewehre. 60000 Maschinengewehre und 20 000 Minenwerfer ab- geliefert »erben sind. Die Kontrollkommission hat aber über die Bestimmungen des Vertrages hinaus mehr­fach die Auslieferung von Gerät gefordert, das nicht als Kriegsgerät gelten kann, rote z. B. Fechtgeroehrc, Platzpatronen und Exerzierpatronen. Diesen Forde­rungen konnte nicht entsprochen werden Außerdem geht das Bestreben der Kommission dahin, die Bestände der Reichswehr an Jnstandsetzungsgerät und Ersatz- -teileu, an Nachrichten- und Pioniergerät sowie an Aus- riistmigsstückcn aufs äußerste zu beschränken. Die deut­sche Negierung muß aber auf die Erhaltung gewisser Bestände Wert legen, einmal wegen der Beschränkung der Zahl der Fabriken, in denen Heeresgerät herge- stellt werden darf, vor allem aber aus wirtschaftlichen Gründen, weil sie sonst schon bald gezwungen sein würde, anstelle des jetzt zerstörten Materials zu erheb­lich höheren Preisen neues zu erwerben. Sie regt an, diese Fragen in besonderen, Sachverständigen­kommissionen bei der Kontrollkommission münd­lich zu erörtern, um eine Lösung zu finden, die den Interessen beider Teile Rechnung trägt.

Zu 8: Die deutsche Regierung kann nicht zugeben, daß gegen die noch bestehenden Abwicklungsorgane des alten Heeres aufgrund des Friedensvertrages ein be­gründeter Einwand erhoben werden kann. Die Abwick­lung der Geschäfte ist mit ausserordentlicher Schnellig­keit vollzogen worden. Auch die wenigen noch bestehen­den Behörden werden mit dem 1. April 1921 verschwun­den fein. Bei diesen Behörden handelt es sich um zivile Organisationen, die mit der Reichswehr in feiner Verbindung stehen. In ausführlichen Roten und in wiederholten Besprechungen ist die Kontrollkom- mffsion über alle Einzelheiten aufgeklärt worden. Zur­zeit sind neue Besprechungen im Gonge, bei denen fest- gestellt werden soll, ob gewisse Listen und Papiere des alten Heeres, die längst nicht mehr auf dem Laufenden erhalten werden, etwa zur Erleichterung einer Mobil­machung dienen könnten. Die Schriftstücke werden selbstverständlich nicht zu einem solchen Zwecke aufge­hoben, sondern deswegen, weil die Zivilbehörden ihrer zur Bearbeitung von Versorgungsansprücken bedürfen.

Ein Widerstand gegen die Ausführung der Ver­tragsbestimmungen über die Luftfahrt wird keines­wegs geleistet. Die deuticke Regierung sah sich aber in letzter Hssit vor eine Reihe von Forderungen gestellt, die ibrer Ileberzeugunq nach ckkit den Bestimmungen

i Hollweg ist durch die Nachricht von seinem Tode wieder In das Lickt des öffentlichen Lebens getreten, dem er $t»ie der Schatten einer fernen Vergangenheit bereits

l»r >ehi Forum forderte. Bethmann Hollwez verliess i damals das Kommissionszimmer des Reichstags, in dem der Nnllrsuchungsausschuß tagte, als tut Mann überragender Bedeutung, lieber die kleinlichen Muldfragen, die man ihm dort dorle^e, war er

(mann Str. 41

DieOderhessische Zeitung'' erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich

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K» waren. Zwischen sie und un» hat sich der No- »encher 1918 wie eine Scheidewand gezogen, die zwei berfift ebene Walten voneinander trennt. Wie nah tot« aber diese Welt immer noch steht, bringt uns fck I achricht Vom T ode Veth mann Hollwegs wieder zmn ^wvßtsein.

l Frc sich war Herr v. Bethmann Hollioeg eine.der timstntL Ästen Perfönlichletle» jener Schicksalsepoche. Wen« uit heute aus dem tiefen Tal, in das wir haben »üssen, »ach der Sera Bechmaau Holl- weg zurütcktnke»-, so scheu wir mit dem geschärften Blicke uns irr schmeqfichen Ersahruti.,cn besonders deutlich, he: tlicher als in jenen Taren selbst, dass die Weg?, die n:is dieser Kanzler führte..» icht auf der Höhe wsitblickcndcr, zielbewusster und charakterooller ktaatSmaunschast lagen. Es kann heute wohl eine

?*n> dessen ganzes Denken und Wirken in langer amt-

-'4er Laufbahn dem Dienste seines Volkes gewidmet ?®t- Ihnen und den Ihrigen möge zum Tröste dienen, 5.6 «lle, die Ihrem Vater nahestanden und einen Ein-

i*i leine staatsmännische Tätigkeit gewannen, sein «getrübt durch Parteimeinunge« in hohen I balken «erd -n1

»sten*5*Dll^El^cnc SrilSe ie'"/ ob die Kraft eiiies einzelnen 6101 rchkwpk der Aufgabe gewachsen gewesen wäre, das chsach^d^!ifchx Geschick noch politisch zu meistern, nachdem 1105. feine GestÄtung den Händen LiSmarcks entwunden "kÄd dem Spiel des Zufalls oder den. Anschlägen amsF Degnerischer Mächte überlassen worben war.

Der Anzeigenpreis betragt für die 8aesp. Zeile 75 Pfg. und 10"/, Aufschlag, amtliche!

S'r ('\ ! 3W-, KeHamejelle 3.00 Mk. Jeder Rabatt gilt als Bairabatt. I 5 t Eeschattsstelle und Vermittlung der Angebote 75 Pfg. Son-i "

de.gebühr. ~ei Betragen unter 20 Mk. müssen wir das Porto für die Rechnung I

beteainen. Postjcheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a.Main. 0|

-- -dember 1856 in Hohenfinow geboren. Nach dem Be- sterv» ssvch der Landesschule in Pforta studierte et von I«751879 in Straßburg, Leipzig und Berlin die

(. Dame l.treiran . . .. , ..., . , . , - - .

[ibtAus! «s »er UntersuchnngSausfchutz auch chn IN seiner vier-

entrtckt woiden war. Herr v. Bethmann Hollweg lleilte das Schicksal, vom Strom der Vergessenheit .pnjchlungcn zu fein, mit allen jenen führenden Män- 2 ntrn, iic'im alten Deutschland Träger höchsten Glan-

Str Ute MM.

Der ehemalige deutsche Reichskanzler v. Beihmanik

Zn einem Augenblick bitterster Selbsterkenntnis hat ijh'err v. Bethmann Hollweg mit eigenen Worten ein= i^jlineen, dass seine Politik uja mmengcöro- He n sei wie ein Kartenhaus. Und wie ihn auf dem «die-e der äusseren Politik die Uebrrraschnng«». und Kt Ereignisse schoben unb trieben, so liess er sich

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, Witu der Ziigekung und Der Beherrschung am dringendsten zw-ä höite. '

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hd t 2907 Reichsstaatssekretär des Innern als Rach- nd^M des Grafen Posadowfky und gleichzeitig Vize- dcsseloi Präsident des preußischen Staatsminisieriums,' im Juli .n erb» «08 wurde er zum Reichskanzler berufen; er blieb in * ^efrr Stellung Lis zum Juli 1917.

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r.racj Bethmann Hollweg folgendes Telegramm: it :0c-ck - ~

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Vonlogne und Les Protokolls von Svaa treffen könnten, muss die französische Regierung fest stellen, daß am 31. Dezember wesentliche Bedingungen des Friedensvertrages nicht erfüllt sind, und daß die deutsche Negierung die Bestimmungen des in Spga am 9. Juni unterzeichneten Abkommens nicht genau beobachtet hat. Die französische Regierung nimmt, soweit sie beteiligt ist, schon jetzt Akt von diesen Verstößen, gegen die von Deutschland feierlich übernommene!! Uerpstichtungeiu Die verbündeten Ne­gierungen werden über diese Verstöße zu befinden haben.

Sie dtMe EkAidetiiU.

Als Antwort ans diese Note ist der französischen Botschaft eine Mitteilung übersandt worden, die auch der Botschafter tn Paris der französischen Negierung übergeben soll. In der deutschen Antwort heisst.es m wesentlichen:

In ber- Note vom 31. Dezember glaubt die fran­zösische Regierung feststellcn -u müsien, dass Deutsch­land in einer Reihe wesentlicher Punkte die int Frie- bensvertreme und int Protokoll M» Spaa übernommen non Verchiichtunge» nicht erfüllt habe. Die deutsche Negierung bemerkt zu den einzelnen Punkten:

Zu 1.: Durch das Schiellen vom 30. November 1920 hat die Kontrollkommission Miiteilnng davon er­halten, tvelche Waffen- und M u t! i t i o n s b e ft ä n de anoekaust, beschlagnahmt, freiwillig abgeliesert ober von den Organisationen angemeldet tvorden sind. Tie anpe- kauften und beschlagnahmten Bestände sind bis auf einen verschwindend geringen Rest den Zweigstellen der Reicks- trevhandgesellschaft übergeben worden,- die das Material den Hüttenwerken zur Lerfchroltung znfnbrt unb die Be- b®ilber J^ereit hält. Alke abgelieserlen Wessen sind übrigens bereits an den Sarnmelstellen zum Gebrauch un- tauglich gemacht worden. Tie Reichstreiihandgesellschaft erhält deshalb bereits zerstörtes, als Waffe nicht mehr verwendbares Material zur Verschrottung. Der ver­schwindend geringe Rest, der aus höchstens 500 Ge­wehre zu schätzen ist, kommt in diesen Tagen zur Uebergabe.

Zu 2.: Die Selbstschntzorganisationen haben die angemelbeten Waffen zu einem grossen Teil be­reits heute abgeliefert. Ende Januar wird die Ablieferung in>. wesentlichen beendet fein. Wenn in der Rote vom 9. Dezember weiter gesagt wird, die Entwaffnung der Selbstschutzorganisation mit Ausnahme der baveriscken und ostwreußischen werde vorbehaltlich ganz unerwarteter Ereignisse im Laufe des Februar beendet sein, so ist dies geschehen, toeil sich bei den dielen Hunderten von Organisationen, die sick über das ganze Land verteilen, die Durchführung der Lstaßrmhmen im Einzelfall immer etwas verzögern könnte? Die deutsche Regierung bat nicht, wie die Sotc vorn 31. Dezember sagt, die Eut- wassiinng der ostpreußischen unb bayerischen Webrev verweigert; sie hat in ihrem Schreiben vom 9. De­zember ausdrücklich erklärt, dass sie nickt daran denke sich etwa in dieser Hinsicht ber in Spaa übernommenen Verpflichtungen entziehen zu walten. Nur gestatten cs die besonderen Verhältnisse in Ostpreußen und Bayern u icht, dort mit der gleichen Schnelligkeit vorzugehen wu i:t den übrigen Teilen Deutschlands.

Zn 3. und 4. hinsichtlich der Fragen der Sicher­heitspolizei darf auf das Schreiben vom 2. Januar verwiesen werden, mit dem die deutsche Regierung die Nste der Militärkontiwlllomniission vom 23. Dezember heanfwortet hat. Tie Sicherkeitsvolizei besteht nicht

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ll'b. Berlin, 3. Jan. Folgende Note der sran- zösischen Regiermig ist am 31. Dezember dem deutschen Botschafter in Paris und zugleich durch Vermittlung der hicsiq-'n französische» Votschast dem Auswärtigen Amt zugcgangcn:

Rach dem Protokoll von Spaa vom 9. Juli 1920 hat ffch die deutsche Regierung zwecks vollständiger Ausftihrung des Vertrages von Versailles verpffichtei, 1. sofort zur Entivaff nung der Einwohnerwehren und der Sicherheitspolizei zu fchreiten, 2. sich sofort alle in den Händen der Zivilbevölkerung befindlichen Waffen ab liefern zu lassen, 3. sofort die not- wmdigev Massnahmen zu treffen, um die militärische allgemeine Dienstpflicht abznschaffen und di- Armee asf der Grundlage des langfristige» Dienstes zv or.zanftieren, 4.den Verbündeten zum Zwecke der Zer­störung alle Waffen und alles Kriegsgerät das dir im Vertrag zngelassenen Mengen überschreitet, anszulft- fern und bei der Zerstörung behilflich zu sein. Die ver­bündeten Regierungen haben dagegen eingcwillit, den Zeitpunkt, bis zu dem die Verminderung der Stärke der Reichswehr auf 106 000 Mann vollendet sein muss, bis zum 1. Januar 1921 hinauszuschi-ben . Im Augenblick des Ablaufes der durch das Protokoll von Spaa fest­gesetzten Fristen hat die französffche Regierung die Pflicht, folgendes sestznstellcn:

1. Bis jetzt ist der Kontrollksmmission nur «in ge­ringer Teil ber Waffen übergeben worden, die nach den Angaben des NeichSkommiffars für die Entwaffnung von der Zivilbevölkerung en die deutschen Behörden ab- geliefert worden sind. Die jm Protokoll von Spaa vor­gesehenen Verpflichtungen find folglich in diesem Punkte nicht gehalten warben.

2. Der Reichskommissar für die Entwaffnung hat der Kontrollkommission noch nicht offfziell den Zeitpunkt mitgeteilt, an dem die Abgabe der Waffen der Ein­wohnerwehren stattzufindcu hat In ihrer Note hat die deutsche Regierung sogar der Ksntrolllommifffon mitge­teilt, daß den Einwohnevivehreu iw Nord- und Mittel­deutschland ihre Waffen erst zum l.März abgenommen werden könnten. Trotz bet wiederholten Anordnungen der Kontrolllommisswn hat sich die deutsche Regierung in ihren Noten vom 9. und 22. Dezember förmlich ge­weigert, die Einwohnerwehren und andere ähnlich- Formationen in Ostpreussen und Bayern zu entwaffnen, indem sie erklärte, dass sie sich des Ernstes ihres Ent­schlusses voll bewusst sei.

3. Tie Entwaffnens der Sicherheitspolizei ist nicht beendek.

4. Die AMöstnig ber Sicherheitspolizei, deren Auf­schiebung bis zum 22. September die Verbündeten in ihrer Note vom 22. Juni zugegeben hatten, hat nicht statt- gesunden. Ohne auch nur eine Frist für diese Anflösuv.- anzupeben, hat sich die deutsche Regierung darauf be­schränkt. gegen die an sie gerichtete Aufforderung ber Kontrollkommission, die von dieser Verletzung bet Be­stimmungen des Friedensvertrages und der Note vom 22. Juni Mt nahm, an dir verbündeten Regierungen und an die Botschafterkonserenz zu appellieren.

5. Die Einwohnerwehrorganisationen, zu deren Ans- lösung die verbündeten Rcaierungen entsprechend dem Fricdensvertrag von Versailles Deutschland am 22. Juni ausgefordert hatten, bestehen noch in Ostpreußen und in Bayern im Widerspruch mit dem Artikel 177 des Frie- dmSvcrtrages. -Sie stehen sogar in Verbindung mit der Reichswehr.

6. Die Maßnahmen, die ergriffen worden sind, um bi- deutsche Gesetzgebung mit den militärischen Bestimmungen des Vertrages in Einklang zu bringen, sind unzulän cn l i ch. Das bereits verftlndete Gesetz und der neue durch die deutsche Regiening vorgelegte Gesetzentwurf haben der Kontrollkommission zu zahlreichen Ausstellungen An­laß gegeben.

7. Die ANsliescrung der überschüssigen Kriegsgeräte ist n i ch t vollendet, und die deutsche Regierung weigert sich msbesondcre, das von der Kontrollkommission geforderte Artilleriematerial von Küstrin und Königsberg auszu- liesern. Andererseits gibt es in den Depots der Reichs- wehrverbände Material, das Deutschland behalten will, obwohl keine Bestimmung be$ Vertrages cs dazu berechtigt

8. Wenn auch die Herabsetzung des deutschen Heeres nut 100000 Mann »ach den deutschen Erklärungen durchge- führt worden ist (ohne daß bi& Kontrollkommission diese Herabsetzung bisher hätte nachprüfen können), so steht -s^doch fest, daß die deutsche Regierung zwecks Auflösung des alte» Heeres die Abtoicklungsbehörden wei­ter unterhält, deren Bestehen den Bestimmungen des FrikdenSvertrages zuwiderläuft. Es wirb ebenfalls fcst- gcstellt .dass hinsichtlich der Ausführung der Lnft- fahrtsb-cstimmungen des Vertrages den durch dir Kontvrllkommffiion erteilten Weisungen ein systemati­scher Widerstand, entgegengesetzt wirb und dass die Abliefe­rung und Zerstörung des Lustsahrgeräts, die nach dem Protokoll von Spaa am 31. August hätten vollendet sein muffen, noch nicht beendet sind.

Die Militärkontrollkommission hat schon jetzt Dort der Nichtauflösung dar Sicherheitspolizei Akt genommen. Unter Vorbehalt der sonstigen von den Kontrollkommissio­nen festgestellten Verstösse gegen den Vertrag und unbe- schadelderMassnahmen,diedie verbündeten Re- ucrnisn auf Grnrch des J-riodcnSvertr»»»S, der Rstr v»n

Trockr» katerlandsllcbe und besten Wollens war.

I» derTägl. Rmrdschan" wird bemerkt, daß Beth- mch nllq die beste Kraft in der Beamtenschaft, doch nur in kt inneren Politik wohl geschult war; der ausroärti- j Politik habe er nach seinem eigenen Geständnis als nrnf 25b Maie gcgenübergestandeii. Daß er das Beste seinem 51'fÄäf Morlands gewollt fyit, wirb, wie dieKreuzztg." aus- «hrt, niemand bezweiseln. Aber'es war die Tragik 4 >Vn*5 Tchickfals, daß et an einen Platz gestellt wurde, iiiiHeUj dessen große Anforderungen seine Fähigkeiten nicht arbeit, 4 visreichten.

. Mi in Ober-Barnim, roar 1890 kurze Zeit Mitglied des «eichsiag-os, wurde 1896 Oberpräsidialrat in Potsdam, tr;sI to'J Rcgierungz-Präsident in Bromberg, drei Monate wälcr Obcrprasident in Brandenburg, im Januar 1901 iiih, Geh. Rat, 1905 Minister des Innern in Preu-

-------- ------Mit

Eefiihl lebhafter Trauer erhalte ich soeben die ^ochrichl von dem unerwarteten Ableben Ihres von » ' «u«*». Ich bitte Eie und Ihre

Angehörigen, die Versicherung meiner ausrichtigen und «krzkichcn Teilnahme eiitgegenzunehmen."

Ter Reichskanzler richtete an den Sohn Beth-

S,t,ttT9tS5 folgendes Telegramm:Die unerwar- 'M;*^e Nachricht vom Hinscheiden Ihres Vaters betraf göck *fth aufs schmerzlichste. In dem Verstorbenen ver- !> ! Vfe ich einen Mann von ausgezeichneten Eigenschaf-