tmd 867C1 ÄlTo pharmaienkilcho Produkte abgelleserk. Sm 21. Lttcbcr wurde rin Protokoll unterzeichnet, das die Lieferung von 25 Prozent der in Deutschland her- pcftclltcn fharmazeulischen Produktion regelt, ou| das die Rrparaticnslommission ein Oplionsrechl hat.
Die Uniform der Reichswehr.
Nach einem vom Reichspräsidenten und dem RrichS- wehrminister unterzeichneten Erlaß werden mit dem 1. "Januar unter- Anfbebung aller entzegenflebenden neue Bcsiimmunaen üder die Reichswehr in Kraft gefetzt Sn dem EinyangScrlafj wird u. o. gesagt:
Tie Uniform ist im allgemeinen die gleiche, wie für die vorläufige Reichswehr: sie ist mit Rücksicht aus die ungünstige Robstoss- und Finanzlage des Reiches ioein - .fach als möglich gehalten und für alle Verwendungsarten ^einheitlich. Tie hauptsächlichste Aenderung betrifft die Abzeichen Am Rock und Mantel werden für ll utero'siliere und Mannschasten abnehmbare Schulterklap- »en. für Cifijicte, Lbermulikmeister und Musikmeister Abnehmbare Schulterstücke eingessthrt. Sie dienen Juch statt der zuletzt eingeführten Spiegel wieder zur Unterscheidung der Wasseuaattungen und TnipprnHIr. Sn den Unterlagen der Cchnkterstilcke und in den Vorst ästen der Schulterklappen find die Waffenfarben langewendet- Tie Mannschastsdienstgrade werden durcki saus dem linken Sberarm anfgenähte und nach »den offene Winkel ou3 mattsilberner Treffe gckennze'chnct: Ober- schützen haben 1, Gfcfrcift 2, Obergefreitr st Treffenw nkel. Unteroffiziere tragen eine matti'ilberne Treffe am vorderen, oberen Rande des Rockkragens: ferner an den Schulterklappen. Unteroffiziere an beiden Seitm. Unterfeldwebel. Feldwebel. Wachtmeister, Lbersähnriche auch unter der Rümmer (Buchstaben) einen wiißen Metallstern. k)berfe!dwehel, Dberwachtmeister auch über der Rum*ner. Offiziere tragen aus den Schulterstücken dieselben Ranaabzei'chep wie früher. Ms LandsmannlchaitSab- zeichen wird an der Dienstmütze über der Reichskokarde und am B<'satzstreifen der Feldmütze eine Kokarde in der Farbe der Landsmannschaft getragen, der der Truppenteil angehört. Tie Erinnerung an die frühere deutsche Armee soll im Reichsbeere wachgehalten vnd durch ein Abzeichen an der Uniform zum Aus- druck gebracht werden.
Vcrkleincmng der Parlamente.
Berlin ,27. T«z. Tie letzten parlamentarischen SBoditn haben den Beweis erbracht, daß die grasten Parlamente, die mehr als 400 Mitglieder zählen, nicht Arbeitsfähig sind. Der Andrang zum Rednerpult ist fo stark, daß sachliche Arbeit überhaupt nicht mehr geleistet, sondern nur noch geredet wird. Wie verlautet, werden beim neuen RcichSwahlgesctz diese Umstände berücksichtigt werden. Bisher kam aus 60000 Stimmen ein Abgeordneter. Wahrscheinlich wird bei den nächsten Reichs- tagswahlen erst auf 75.000 Stimmen ein Abgeordneter Entfallen. DaS Reichsparkament würde dann nicht mehr 425, solchem nur noch 360 Abgeordnete zählen. Der preußische Landtag, der hn Februar gewählt wird, wird Etwa 850 Abgeordnete anftveisen.
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England.
- Wb. London, 28. Dez. Die Blätter dementieren bke Pariser Meldung, daß der König von England Anfang Januar Verdun besuchm werde.
' wb. Dublin, 28. Dez. (Ämter.) Rach einer Mit- feikuna der MilitärbehSrt». <rM> Drgke-
rungStruvpen eine große Anzahl Personen bei einem Tanzvergnügen in der Räbe von Bro ff in der Grafschaft Limerick. Mehrere Teilnehmer warm bewaffnet und empfingen die Tmpven mit Schüssen. 1 Polizist wurde getötet. Durch das Feuer der Truppen toarben 5 Angreifer getötet, 136 Personen wurde« verhaftet. .. .
Amerika.
> Äc Eormick Idee die deutsch-amerikanische« Geist igen Beziehungen.
Berlin, 28. Dez. Der amerikauische Senator Me Rormick hat gestern abend Berkin »erlassen und sich zunächst nach Koblenz begeben, vor feiner Abreise hat er dem hiesigen Amerika-Institut eben Besuch «bge- stattet. Während seines Besuches sprach er sich, wie die „B.A. am Mittag" berichtet, über Me Aussichten der > deutsch-amerikanischen geistige» Beziehungen günstig aus. .Er faßte"fein Urteil über die allgemeine Lage b dem -Worte zusammen: Am Ende deS Tunnel» kann man
Rachdruck »erböte».
Der Triumph des Levens.
Roman von Lola 6t<tn
B) Forisitz«»-, .
Als der jüngere Bruder des Tot« «ach Europa tznrückkehrte, sand er feine Schwägerin als bei Frron- des Frau wieder. Im Wesen des Freunde» ist chm dann so manches ausgefallen, was den Argwohn in ihm erweckte, er forschte und fragte und rubte nicht eher, bis er fernen Verdacht begründen konnte. Da wandte er sich an die Staatsanwaltschaft.
I Ich will euch nicht mU den Einzelheiten ermüden. Das Resultat der Nachforschungen bestätigte den Verdacht. Es kam zur Verhaftung.
Nun liegt der Fall besonders kompliziert bfofern. als der Verstorbene ei« ziemlicher Sonderling war. der nie mit den Aerzten zu tun haben wollte.
V In den ersten Jahren seine» Seihen» hat er bald diesen, bald jenen Arzt konsultiert, ohne sich jemals • kn längere Behandlung zu geben, ohne jemals Cer- Honen zu einem Arzt fassen zu Kinnen. So pfuschte sind kurierte er in den letzten Jahren stet» allein en sich herum, brauchte bald dieS, bald jenes Hausmittel- shen. Nun fehlt im Prozeß oer wichtigste Zeug« 'AlS er gestorben war, wurde ein Arzt geholt, der als Todesursache Herzlähmung feststellte.
! Dann ist die Leiche exhumiert worden. Man fand Spuren von Morphium bei dem Toten. Soviel w'e jetzt festgestellt treiben konnte, ist Morphiumvergif- tung wohl die Todesursache gewesen.
V _ Jetzt aber tritt die Frage auf: ist de« Tot» .da» Morphium heimlich beigcbracht worden? Oder war er, wie Herr Scharf, der Angeklagte, dchauptet, selbst Morphinist? Und hat, al» chm geringe Dosen nicht mehr halfen, zu größeren und verderblich.rrn seine Zuflucht genommen?"
Di: Geschwister hatten voller Spannitnz zug-häit. Ku:, fragte Walter: ^Wa» sagt die Frau dazu?" k_. »Ei: wisse nichts von einet Morphiumlewenschas!
Lkchk sehen. Zur Erreichung einer Annäherung zwischen beiden Staate^ hält Mc. Connick besonders auch den negenfeirigen Besuch der Hochschulen durch Studenten für sehr wichtig Er meinte, daß mit Rücket aus die Bolutaverhältnifse in Ämerifa den deutschen Studenten entaegengekommen werden müise,, etwa durch die Errichtung von Dollar-Stipendien.
Politische Tagesnachrichten.
Zu der Frage der Feier de, 13. Januar hat sich die Reichsregierung dahin schlüssig gemacht, von der Bestimmung dieses Tages als eines gesetzlich anerkannten Feiertages Im Wege der Gesetzgebung abzusehen. Sie erachtet es aber für wünschenswert, daß an tiefem Tage in den Schulen der Einigung bet deutschen Stämme durch die Gründung des Reiche« und feines nunmehr bOjährigen Bestehens in angemessener Weise gedacht werde. In einem Rundschreiben an die Landesregierungen spricht der Reichsminister de» Innern di, Bitte aus, in dieser Richtung alsbald das weitere veranlassen zu wollen.
Tie Erhöhung der Eisenbahntarifr. Nachdem der Unterausschuß des Sachverständigenbeirats der Reichs- eisenbabnen kürzlich der Reichsregierung erhebliche Tariferhöhungen im Güter- und Personenverkehr zur Deckung des Defizit» im Eisenbahnhaushalt vorgeschlagen hatte, wurden jetzt die Vorarbeiten für die Ausstellung neuer Tarife begonnen. Sie sehen, der »Voss. Fig." zufolge, eine erhebliche Steigerung der Gütertarife und eine mäßige Steigerung der Per- lonentcrife vor. Vor dem Frühjahr ist mit dem Inkrafttreten neuer Tarife nicht zu rechnen.
Im Prozeß de, ehemaligen 'König» von Preußen, vertreten durch die ttzeneralintendantur der Stacits- tbeater gegen den Schaufpieler Kurt Gotz aus Zahlung einer Konventionalstrafe entichied das Landgericht Berlin auf kostenpflichtige Abweisung der Klage. Es liegt somit die grundsätzliche Entscheidung vor, daß E.ötz nicht an den Vertrag mit dem ehemaligen königlichen Schauspielhause gebunden und daher nicht kontraktbrüchig ist.
Späte Einsicht. Der mehrheitssozialistische Abg. fing schreibt in der Wilhelmshavener „Republik": „Auch steht beute geschichtlich soviel fest, daß wir bessere Wasfenstillstands- und Friedensbedingungen erhalten hätten, wenn es möglich gewesen wäre, die Verteidigung nur noch wenige Tage »der Wochen aufrechtznerhalteti." — Und das war möglich, wenn die Revolution nicht alle Bande gelöst hätte. %
Auf. das sächsische fj vozellangeld liegen, wie dem „Bert. Lok.-Anz." aus Dresden gemeldet wird, schon setzt außerordentlich zahlreiche Bestellungen des Fn- »nd Auslandes vor, namentlich auch ans Amerika. Viele Besteller bieten nicht nur bobe Geldsummen an. 'andern au, Amerika sind zahlreiche Angebote von ileberweisnngen von Lebensmitteln, Kleidern und Stoffen eingegangen. Vom sächsischen Finanzministerium wird ein Teil des Porzellangeldes der Meißener Manufaktur zum Verkauf an Sammler überlassen.
Der Schmuggel hn besetzten Gebiet. Nach einer Meldung des „Berk. Lok.-Anz." wurden im Laufe der versloffenen 4 Wochen allein in der Aachener Gegend für l'ch Millionen Mark Cchmngglerwaren beschlagnahmt. darunter über 150 000 Zigaretten, 2000 Kilogr. Kaffee und große Mengen Tabak. An den Rheinbrücken bei Bonn, Köln und Düsseldorf sind in der Tiezemberhälste 128 Personen wegen Schieberei und Schmuggels verhaftet, ans dem Kölner Hauptbahnhof am 20. und 22. 12. 110 Personen wegen Schmuggels feftaenommen worden. <’
Die Juwelen de» Fürsten von Albanien. Dem „Hamburger Fremdenbl." wird aus Stockholm gedrahtet: Das hiesige Hofgericht kam in dem Prozeß wegen der seinerzeit im Flugzeug nach Schweden gebrachten Juwelen des Fürsten von Albanien einstimmig zu einem Freispruch von allen Anklagen und Be- ichuldigunpen. Di« Freigabe de« gesamte« Schmuckes wurde verfügt.
Die Kohlenbeliekorung der Schule«. Vielfach ist der Wunsch ans- ^-ückt worden, die Schulen als lebenswichtige Betriebe anzuseben und bevorzugt mit Kohlen zu beliefern. Demgegenüber steht das Reichs- wirtschaftsministerium auf dem Standpunkt, daß eine eiche Bevorzugung allgemein nicht möglich ist. Es ist Aufgabe der örtlichen Rekenverteilung, zu ent- cheiden, ob eine Bevorzugung notwendig ist.
Der syudikalisti'che Rechtsanwalt Lump tLlberselds in nach »ierzehntügigem Hungerstreik in einer Heilanstalt am zweiten Feiertag gestorben. — Der JBerL Lok.-Anz." berichtet aus Elberfeld: Ein neuer Duna- mitanschlag, der 5. seit wenigen Wochen, wurde an dem
ihre» Mannes, hat sie zuerst gesagt. Später aber tat sie bei olle» Autsagen wiederholt, daß ihr Satte mancherlei Geheimnisse vor ihr chatte, und daß er auch wohl Morphinist gewesen fein Ginne, ohne daß ie fi wusste.
Auch ich halte dies fffr möglsiff. Jedenfalls bin lch von der Unschuld der Fra« fest toeryngt!”
„Auch von der de» Mannest?" fragte Irene, keife erfchanornd.
„Diese Frage möchte ich nicht beantworten l Ich kenne den Mann kaum. Habe jetzt natürlich auch mit ihm gesprochen und verhandelt. Er überrafht durch feine Sicherheit und Kühle! Wen« ec schuldig st, so ist er ein außerordentlich geschickter, raffinierter und routinierter Verbrecher. Er widerspricht sich nie.
verliert niemals die Ruhe, die Sicherheit! Ist da» alles nun da» Bewußtsein siine» guten Gewissens, daS ihn so ruhig macht? Oder ist es die heimlich drohende Angst vor dem Henker, die chn alle Kräfte und alle Fähigkeiten sammeln läßt? Ich weist e» nicht, noch nicht! I
Jedenfalls aber wird khm schwerlich etwa? Posi- veS zu beweisen sein. Alle» bleibt bei Vermutungen." »Co glaubst du au einen Freispruch?» fragte Walter. „Ich erhoffe ihn! Erhoffe ihn für die Fran, gegen die sich der Hauptverdacht des Schwager» richtet, und die ich für unbedingt schuldlos halte.
Sie schrieb mir i« ihrer hächsten Not nach ihrer Verhaftung. Sie hatte sich zuerst einen Certeligcr au» der Stadt hier gewählt, bat «sich den sie doch persäulich von früher her tarnte, neben diesem Anwalt ihre Verteidigung noch zu übernehmen. See 'chien sich viel von mir zu versprechen, viellruht Var e5 mich nur der Wunsch, einen von früher her bekannten Menschen wieder zu Men, der sie mich rufen hieß, fiurj, ich fühlte die Verzweiflung aus ihre« ßeda, ich kam her, sprach mit ihr, übernahm die Scan« üigung und hoffe, sie frei zu bekommen!* .
Er atmete tief auf und sah über da» Wasser hbl.
„Sie furchtbar für die Frau", meinte Siege nach
Wirtshaus Wupper, Barmer Straße, verssbk. Es handelt sich wahrscheinlich um einen von Anhängern des Rechtsanwalts Lamp verübten Racheakt, der sich gegen den im Haufe wohnenden Landgerichtsrat Möge! richtete, der die Untersuchung in dem Hochverratsprozeß gegen Lamp geführt hat. Die Täter sind unerkannt entkommen. ->
Wer find die Schieber? Dor der Essener Strafkammer wurde am 22. d. Mts. der Beteiligungsprozeß der Minister Hönisch und Severing gegen das Essener «Freie Wort" verhandelt wegen eines Aufsatzes ..Sind Hänifch pnd Severing Schieler?" Es wurde be hanptet, daß fortgesetzt Lebensmittel in großen Mengen (Mehl und Zucker) vom Westen en Berliner Ministerien gingen. Die Beweisaufnahme ergab, daß en den Schiebungen die Minister Hänifch und Severing nicht beteiligt gewesen sind. Namentlich ist Hänffch durch eine Verwechselung mit dem Minister Heine in die Affäre verwickelt worden. Es fern ein Vergleich zustande, durch den die Angeklagten sich verpflichteten, eine Buße von 500 .« in die Armenkasse zu zahlen und den Ministern die Erklärung abgaben, dass die Verhandlung nichts Nachteiliges gegen sie ergeben habe. Darauf erklärten die Minister, daß sie anerkennen, daß die Angeklagten guten Glaubens gewesen sind. Die Kosten des Verfahrens werden den Nebenklägern aus crlegt.
In dem neuen chilenischen Kabinett ist der Finanz Minister Mariner deuticher Abstammung. Er hat auch In Deutschland studiert.
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Der Lungdcutsche Orden.
Von Ludwig Perl.
In dar „Casseler Allgemeinen Zeitung" ist ein besu'ger Preiickmi^s euibraunt. Ter Jungdentfch< Crbnt beansprucht für sich das durch den § 121 de- Verfassung gewä^rl-istete Sicdjt der Versammlung? frcibeik und wehrt sich gegen dir Versuche, ihn mit Pvlizeigcw^li zu -unterdrücken. Tic Sachlage, ist felgende: *
Am 18. August 1520 verbot der Obcrpräfident Dr Schmauder den Ciocn durch e'ne Vrciügung — Nr 5ltz — in den Angen der Scssenllichlcit. Der Oed'n erhob geg:n dies Verbot energisch Einspruch. Die, Folge war. daß der Ob'rpräsidrnt erklärte. die V - sügung habe nur eine Warnung für den Erben feir sollen, oder gewis ermaßeu ein ganz pers§n'il>e5 Schreiten an den Hoihmeister Derrn Mahraun; unter den dienstlichen Akten des Herrn Sberpcäsidentrn ;'cdock war d'es Schreilin mit — Nr. 503 — gezeichnet, unverlangte von Herrn Mahraun innerhalb ö Tagen Auflösung deS Erdens. — Der Erlaß des Ministere Severing. cui den sich der ELerpräsident berief, sag ungefähr folgendes:
Der Mrinster ordnet entsprechend dem Erlaß be-T Neichspräsidcuten vom 20. Mai 1020 au, daß g g alle die Ver»ine und Berbände, bereit Vrtäiig'mg Zweck und Zirl den Strafgesetzen zuivtderläuft, vor gegangen n erden soll. Vor Erlaß eines Verbotes folfte aber eine genaue Untersuchung ftattfin&en, um fest- zvstellen, ob der Verdacht der Gesetzwidrigkeit begründet sei.
Herr Oberpräsident Dr. Schivandcr jedoch hat das Verbot ausgesprochiN, bevor die Untersuchung gegen beit ,^Jungdei.lschen Orden" emgeintet war.
Rnnmche kommt das Wesentliche: Die nichteäg'ich eir-.gekritete Untersuchung de» Staatsanwaltes hatauch nicht den geringsten Ber- dacht irgend eines Verstoßes gegen die Gesetze erfeken.
Der Jun^deutsche Orden aber »eelangi jetzt Zurücknahme deS Lerbotes, da e$, aus keiner gesetzlichen Grundlage ruht; er verlangt fvsortige Zurücknahme, da durch.die ganze Art und Weise, wie gegen ihn dorgeg^ngen wird, eine große Erbitterung unter den Tausenden Jungdeutschen Bürgern und Sauern her »orgrrufen worden ist.
Um nun eine schrrcUe Klärung der rechtlichen Bcr häktnifse deS Ordens zu erzwingen, hat der Hoch meister, Herr Mahraun, tot einet Woche selbst beim Staott«.nwalt seine Brrhastung beantragt. Bis heute hat man allerdings seiner Bitte noch nicht entsprochen.
«e. Bad Vomburg, 28. Dez. Am Tage vor Weihnachten wurde über daS BermSgen der Akrirn- geselifchaft Bad Homburg der Konkurs eröffnet.
-einer Weile deS Schweigens, joenn jie schuldlos, ahnungslos ist, wie du meinst, Horst, und nun an dem MaUne. brn sie so sehr geliebt,, irre werden muß! l8enn sie nun nicht weist, ist er schuldlos wie ich? Oder hat er da» Entsetzliche getan?"
Sie war ganz bloß geworden und in ihren vorhin so sonnigen Augen lag eine große Traurigkeit die über sie gekommen war beim Erfahren be» fremden Leides.
Die verwandknngSfähig ist dieses schöne S-sicht. »achte Horst Volkmer md» sah da» Mädchen in einer Ergriffenheit au, die ihn selbst in Verwunderung setzte, und wie sehr vermag sie mitzuerleben, mit.rnfüblen!
.Wenn er "es tat", sagte da Walter» Stimme eise, „fc tat er £8 au» übergroßer Liebe kür die Fra«, Irene! Da» lau« sie ihm niemals entfremden, meine ich."
»Und wenn er es tausendmal für fit taf, er bleibt ein Verbrecher, Walter. Und die Fra«, die dem Mann ihrer Liebe vielleicht hnndert schöne und edle Eigm- choften im Geheime« angedichtet hatte, .steht plötzlich vor einem furchtbare« Abgrund. Denke doch. waZ er beging: da» Leben eine» Menschen, der ihm selbst niemals Uebles tat, hat er vernichtet?'
' .Ja, um bte Frau zu erringenF ,
JD, das warum macht e» nicht! Schauder«, schau- wrn müßte chr vor dem Manne, wen« sie überzeugt ein wird pou feine« Schuld!^
»Aber wenn er mm frei komm!, wie Vorff es hofft, wird sie eiern ei» erfahre«, ob ex fx Wahrheit schuldig ist öbet nicht."
^Vielleicht hat sie de« selsenfeste« vlaube« an fein? nschnld", rief Irene, -hoffentlich hat sie denk Dann ' amt kein Gcricht und Ich, Mensch ihr de» geliebter i Aann entfrradea.?
Horst Volkmer schütttSe den Kops. „Rein. Irene, liefen schönen Glauben, von dem du sprichst, hat die arme Fr« leider nicht. Si- »st zermürbt, zernagt, zerwühlt von fyDeifrin ss dem Manne, den sie geliebt!
knax und Zerfahren-
Marburg und Umgegend.
Marburg, 29. Dezember (3uintonb).
Schlicht» ng-anSfchuß. Tie Sitzungen ant 17. und 18. d. Mts. waren die Entscheidung einer Reihe von Forsisachcn gewidmet, wobei folgende Schjedsioriiche gefällt wurden: Gegen die Sbersörsiereien Haina Ost und Vest: bte von liefen Oberförstereien für da- lausende li:irtscha:t?fahr vorgesLIogeuen Akkordlö-.ne find um 11 krozent tu erhöben. Bn Fesu'etzunz der Akkordsätze für bie einzelnen Schläge ist unter Zugrundelegung dieser Mindestsätze, bcr Akkordlohn so $u bemessm, daß bot normaler Arl-eiteleistuno ein Tügesverdienst von 30,60 Mark al» gewährleistet erscheint In Sachen der Cberförfierd Frankenau wurde den Veteiligten zur Pflicht gemacht, über die in Betracht kommenden Sätze erst Vcrbandlungen auf Grund oeS (8 bei Tarifvertrages einzuleiten. In Sachen der Sberförsterei Frankenberg wurden die von dieser dorgeschlagenen Akkordsätze als Mindestlöstne für geeignet erklärt. In Sachen der Lbersörsterei Marburg wurde letztere verpflichtet, in Bezug aus Bewilligung von Bvennbokz keinen Unterschieb zwischen ständigen und bloß regelmäßig befchästigten Holzbanern zu machen, wobei iedoch teirmigen Holzhauern, diornur einen Teil der Hane veriode miiecmacht, Holz bloß im Verhältnis zu ihrer Neschä'iigungsdaner zn versbsolgen ist. In Sachen der Gemeinde Momberg wurde diese verpflichtet, ihren Holzf Hauern je nach der Qualität bet einzelnen Sch'äze fole "ende Akkordsätze zu bereinigen: für Laubholz-Brennholz oro Raummeter 10—15 Mk., Ruhbolz pro Festmeter 13 bis 15 Mk., Reisig pro Raitmiurter 2—3 Mk.: für Nadel" olz-Vtennbvlz pro Raummett 9—14 Mk, Nutzholz vro Festmeter 8—12 Mk.. Reisig pro Raummeter 2—3 Mark: für Stangen pro Stück 1. Klosse 1,50—2,00 Mk , 2. Klasse 1,20—1,50 Mk., 3. Klosse 0,60—1.20 Mk., '. Klasse ft 100 von 60—80 Mk: für Erdstöcke pro Raumm"ter 15—25 Mark. Tie Gültigkeit dieser Festsetzung wird auch aus die Unternehmer erstreckt, denen 'ie Gemeinde den Winterbolzfchkag vergebe» haben sollte, 'n Sachen der Oberförstern Brritenbach 'am Herzberg "imtrbe der Antrag des deutschen Landarbkiterverbandes ruf Erhöbung der Hanlohnsätze abgelehnt. In Sachen 'er OliersörsteTki Rastberg wurden die fetmUiaten Löhne ür angemessen erklärt. In Sachen der Obersörsterri siretter-West wurden die betvilligtrn Sätze als Mindest» 'Shue für angemefsen erklärt. An Sachen der Oberförsterei ^öbl kam es zu einem Vergleich, durch dcu sich die Be- 'eiligten rervsl'chteten, über die streitigen Schläge durch l'eiderfri^oe Vertreter eine Verständigung ;« erzielen. , * Schulferien in 1921. Für sämtliche Orbe ^er Provinz Hessen-Rassan mit höheren Schulm sind 'ie Ferien für die Zeit von Ostern 1921 bis dahin 1922 'Oit dem Obervräsidenten wie folgt festgesetzt worden! Ostern 1921: 23. März bi« 7. April, PiinMn 1921: 13. Mai bis 20. Mai; Sommer 1921: 1. Juli bis 2. August: Michaeli; 1921: 30. September b'-i 18. Cfieber; Weihnachten 1921: 22. Derember bis 1 Januar 1922; Ostern 1922: Beginn am 7. April.
* Weihnachtsspende für KriegSgefan- 1 ene und Internierte. Bezugnebmeto auf die Mitteilung in Nr. 297 unserer Zeitung machen wir daran? Tufmerfiam, daß Anträge aus solche Befchasfungsbei- ilsen umgehend bei dem Sreisansschnst Marburg unzureichen sind, wenn sie noch Berück,"icktigung finden sollen.
*.Das Dankschreiben aus Avignon. Wie nnS aus unserem Leserkreise mitgeieilt wird, ist die Tich- ‘erin des erwähnten poetischen Kruste? im HeimutSdialekt die LtzzenmSschülerin Elfriede Reinhardt aus Kirchhain.
*Fortda ner der milden Witterung. West- sich von Irland ist ein neues und sehr tiefe» ausgedehnte» Minimum im Anzüge, dessen devorsieheich« Mnnaheruug wird uns von neyem starke Erwärmung und vermutlich ergiebige Regen fälle bringen, wie überhaupt die Witterung ietzt einstweilen ihren milden und veränderlichen Charaklrr zu bewahren scheint. Das milde und regnerische Wetter dürste somit auch Silvester und Neujahr noch ü6erbaiient
* Polizeiliches. Am 19. d. MtS. touiben in Frankfurt a.M. mittels Wohniinasenchruch»Schmuck« gegenstände und Brillanten im Gesamtwert von etwa 25 000 Mark gestohlen. Ferner am 21. d. Mts. Brillanten und Perlschmuck im Wette ton etwa 50000 Mark. In Erlangen wurde aus ter Frauenklinik ein Radinm- präparat im Wette ton etwa s/* Mill. Mark entweudek. DaS Präparat besteht aus einem Röhrchen in Bleistist-r starke, etwa 7,18 gentiy. lang mit Oese zum Befestige« einer Schnur. Im Inneren ist «in GkaSrSbrchen mit 98,7 Mgr. Radium. TaS Röhrchen ist verstörst durch einen Platinaüber»ug von 1,23 Millimeter und einer AlmminiumhtNle von 1,75 Millimeter Stäkst. Sm sachdienliche Mitteilungen im Falle eines Angebots ersucht die Polizei.
* Jahrma rkl. Am Freüag wich stier Zahp» warst, bet sog. Silvestermarkt, abgehalteu.
heil trttb ihr nun von de« Anklägern als Zeichen der Schwäche, der Schuld, des bösen Sewtsfens an»« gelegt." ; i
^Wie denkst btt sonst — abgefchcn tom dieser ganze» ! Sache — über den Mann, Horst?" fragte Walte:, i „Ein kluger, fähiger und soweit sich beurteilen kann, auch liebenswürdiger Mensch", sagte dieser. „Warum fragst bn?” .
„Weil ich meine, datz dann die Fra« über seinl Schuld hinweg!ommcn müßte, gerade, weil er sie b« ging, um sie zu erringen."
„Zu erringen”,, rief Irene lebhaft, „elfe tat ei eS doch für sich, nicht, wie dn vorhin sagtest, für fiel”
. Auch für sie, den« sie war nnZlücklich in chrri Ehr'"
. „Aber man kann nicht glücklich werden wollen, durch' ein Verbrechen”, entgegnete sie ebenso lebhaft, „«ein, Walter, das ist nionals ein SIM! Gibst du mir nicht Recht, Horst?”
Der nickte. ,,Jch denke wie bat Und ich bin über-1 rrscht, daß d« dem Verbrechen förmlich das Wott redest, ®<ulet?” ;
„Er denkt anders Wer Schuld und Sühne, ssber Moral «nd Gesetz als wir andern", rief Irene, , das ist ja unser alter Streitpunkt!"
Der Rechtsanwalt lächelte. „Nil«, hosfeutlich nur iit der Theorie Walter?" tr. '• ?
Nun lachten sie alle beet ' "2
„Tas ist der Ueberschwang der Jagend', die baü Bestehende stürzen möchte, den Himmel einreiß:«, « ’ne Welt7« ausbaueNl O, ich keime da», Irene! Und ich beneide Kalter fast um feine Lcidenjchastlichleit, «m feinen jaxenplichc« Ungestüm! Wir alle haben ja die Jeft einmal durchgemacht. In der vir unzusnr» de« waren mit allem Bestehenden und eine neue, eine für Mrs-re Begriffe bessere Welt irr snftlem Inner« trugen nnb jtnfere Ideen ver-.irlliche» nellte«.* .. g
i ' 'Fortsetzung folgt.) {