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Amtliches DeElndigungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberhessen

Der Anzeigen,rei, beträgt für Nie Jaefp. Zeile 75 Pfg. und 10% Aufschlag, amtliche* . und auswärtige 1. 3tf., Reklamezeile 3.00 Mk. Jeder Rabatt gilt al, B-rrabatt. 55 Afigfl Sei Auskunft durch die Geschäftsstelle und Vermittlung der Angebot« 75 Pfg. Son* dergebllhr. Bei Beträgen unter 21 Mk. müssen wir da, Part» für die Rechnung iQSfl berechnen. Postscheckkonto: Rr. 5015 Amt Frankfurt a. Mai». 1"nV

I

Marburg

Dienstag, 21. Dezbr.

(3*Iwowb.)

I< ieOberhessische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspeeis m»u«tlich 4 Mk., durch die P»st 4.20 Mk. Ausgabe B mitOderh. Spart-Ztg." 1 Mk. mehr. Für ausfassende Nummern infolge Streiks »der «lem»ntaaer Ereigotffe kein Ersatz. Verlag »« Lr. L. -itzeroth. Druck der Unf».«85u*cit<eoti e»n S»h. >»g. Koch, B Markt 21723. $erni»te6er 35.

Ankunft König Konstantins in Athen

8K iltiarden Papiermark bedeuten.

Er hoffe nur, daß

schon auf dieser Konsercnz einsehen werde, daß

des als als

Deutschlands deutsch, aber len wir IoS."

größtes Unglück! Bayern ist gut von der Berliner Mißwirtschaft wol-

eine Schaag der Abordnungen der Verbündeten statt- finden würde; vielleicht würden sogar die deutschen Ver­treter nicht vor Mittwoch zu weiteren Darlegungen auf­gefordert werden. Unter diesen Umständen wich es frag­lich, ob die Konferenz noch zu dein ursprünglich vorge­sehenen Zeitpunkt, also vor Weihnachten, auseinander- gehen kann. Zwei weitere deutsche Sachverständige sind

Gegnern König Konstantins. Die Venizelisten haben die Abhaltung des Tedeums in der griechischen Kirche anläßlich der Rückkehr Konstantins verhindert. Die Feierlichkeit wurde deshalb von den Anhängern des Königs am Abend in der griechischen Gesandtschaft ab­gehalten.

Austritt der Sozialisten aus der polnischen Regierung.

Warschau, 21. Dez. Die Sozialisten haben den Vizeministerpräsidenten Dascpnski aus dem Koalitions- kabinrtt abberufen und damit ihrer ferneren Mitver­antwortlichkeit an der Negierung entsagt.

leb- und

inzwischen *in Brüssel cingetroffen, der Sekretär Deutschen Gewerkschaftsbundes Silberschmidt Vertreter der Arbeitnehmer und Bergrat Hilger Vertreter der Kohlenerzeuger.

wb. Beut den, 21. Dez. Vorgestern abend wurde aus der polnischen Wirtschaft Gospoda Polska in Kars eine Handqra nate geworfen, durch die der Bruder des vor einiger Zeit niedergeschossenen Kupka leicht verlebt wurde. Hickaus wurde die Abslimmung'polizei in M°> chowitz herbeigcrufen, die das Gasthaus abiverrte und -eine gründliche Haussuchung vornahm. Hierbei wurden unter dem Podium der Bühne .Handgranaten, Revolver Lind Munition gefunden. Mehrere Personen wurden sesigenommen und die Waffen nach Benthen geschickt.

Für und gegen König Konstantin.

wb. Bonbon, 20. Dez. Gestern kam es zu haften Kundgebungen von griechischen Anhängern

der christlichen Bauernschaft kündige ich dec Soziali­sierung der Landwir.schaft den schärfsten Kamps an Weg von der Bauernhütte! Weg bpu den deut­schen Feldern? Sonst werden wir zeigen, was wir durchsttzeu, auch ohne ein Parlament! Wie müssen ein geschlossenes Barz.ernregimrnt Herstellen. In Oester- rcich, in Bulgarien, in Spanien, allenthalben rührt sich der Bauer in der gleichen Erkenntnis, daß er als Nahrguterzeuger ein entscheidender Faktor ist, wo überall Nahrungsmangel herrscht und Sorge und Ge­winn- und Genußsucht dazu. Die Einwohner­wehren behalten wir! Wer sie uins nehmen will, der hat keine Ahnung v»n Bayern uttb baye­rischen Verhältnissen. Die Weimarer Verfassung ist

Haag, 20. Dez. Aus Achen wird gedrahtet: Ter Einzug König Konstantins in Achen erfolgte in einem sechsspännigen Galawagen. Die Behörden hatten unter das Volk Mhrthen- und Olivenzweige ver­teilen lassen. Die Akropolis war festlich erleuchtet. Aus aller, Landesteilen wareiz. große Mmschenmasseu .nach Athen geströmt.

Der englische und der italienische Gesandte auf Urlaub.

wb. Bern, 20. Dez. WiePetit Journal" aus guter Quelle erfährt, wird der englische Gesandte in Athen Urlaub nehmen. Auch der italienische Gesandte soll aus gleichem Grunde die griechische Hauptstadt verlassen.

te Mler Urteil M die Messe.

Die parteipolitisch« Auswertung des Falles üet Marburger Studenten, wie sie von Anfang an zq beobachten war und auf die der Verteidiger auch Hine wies, indem et betonte, es habe sich bei der Be­treibung des Prozesses um den Wunsch gehandelt, An­gelegenheiten des R e ch t s auf das p o l i t i s ch e Gebiet, Hinüberz,rspielen, zeigt sich natürlich auch bei der Er­örterung des freisprechenden Casseler Urteils in der Presse. Ein besonders starkes Stück leistet sich hierbei derVorwärts". Sicherlich ist eS für ihn und seine Gesinnungsgenossen nickerschmetternd, wenn fetzt das Marburger Urteil der verlästerten Milftärjufkij durch ein Schwurgericht gerechtfertigt worden ist. DaS bedingt aber noch nicht, in einen Ton zu verfalle, wie es derVorwärts" tut. Er spricht von denstu­dentischen Scharfrichtern von Mechterstckt", von einem Freispruch ausKlassensolidarität" heraus, vonStu- tenten Offizieren", die jetztihren Tatendurst auf an­dere Objekte richten" könnten. Trotz des Fretsprucheis des »bürgerlichen Geschworenengerichts" seiendis Herren Srudenten im Urteil des Volke- nickt fvei- gcsprochen." Ewig wecke an ihre Namm sich der Vorwurk heften, daß siebei Nacht und Nebel, be­waffnet bis an die Zähne, waffenlose Ackeiter, die ihr« Gefangenen waren, auf der Landstraße niedergeknallt haben tvie tolle Hunde." Es sei nicht nötig gewesen, den ersten Flüchtling zu erschießen, noch weniger ent­schuldbar, daß man die anderen Gefangenen erst hab« entfliehen lassen, anstatt sie in sicherere Bedeckung zu neunten. Mer die ganze Behauptung von bet Einzelflucht der Gefangenen sei innerlich unwahrschein­lich. Und dann habe es sich nicht um Angehörig» derNoten Armee" gehandelt, sondern umdie von der Gothaer Regierung zur Verteidigung der deutschen Verfassung gegen kappistifche Putschisten aufgarusen« ' Arbeiterwehr, die Verteidiger der Republik." j

So derVorwärts". Auch in der demokratisches Presse wird Stellung gegen die Srudenten genommen. So sagt dieVossischc Zeitung", die sich ift Ton und Haltung im allgemeinen von der Richtung desBerliner Tageblattes" nicht unwesentlich unter­scheidet, das Casseler Urteil bckente keine Entlastung und Rechtfertigung. Das Blatt läßt es dahingestellt fein, ob die Auswahl der Angeklagten aus objekriveni Merkmalen oder Zufall beruht habe und erllärt,daß unter den Marburger Studenten, die auszogen, um die Thüringer Revolution nickerzuwerfm, ein Geist herrschte, bet die Schrecken des Bürgerkrieges nicht mit der Schwere und dem Ernst empfand, die man bei gebildeten Menschen vorausseßen" müsse.

Für die so stark angefeindeten Stubente« Jrift, so weit wir sehen können, nur die rechtsstehende Presse ein, soweit sich die Blätter überhaupt mit dem Urteil befaßten. DieP o ft" z. B. sagt, daß die Erschossenen es selbst waren, die ihren Tod herbeigesührt habens Sie waren nachdrücklich verwarnt worden und wuß­ten, was ihnen bevorstand, wenn sie flohen. Sie haben das Risilo auf sich genommen, weit ihnen ihr böses Gewissen widerriet, sich einer gerichtlichen Untersuchung auszusttzen. Die aberwitzige Behauptung, daß sie von den Stndentm zur Flucht getrieben worden seien, da­mit sie erschossen werden konnten, hat sich als eine zu kommunistischen Propagandazwecken erfundene, schamlose Legende erwiesen."

Es ist gewiß aufs tiefste zu beklagen, daß in jenen! Tagen bei Mechterstckt deutsches Blut geflossen ist .unb daß die Ereignisse sich nicht auf eine Weise baden vermeiden lassen, die dem Erfordernis der Ver­hinderung der Flucht der Gefangenen anderswie Rech­nung trug. Man sollte aber nicht mit zweierlei Matz messen. DemDrama von Mechierstedt" steht das viel größere und blutigereDrama des Ruhr- a u f st a n d e S" gegenüber, der nicht der Bekämpfung des längst erledigten Kapp-Pittsches galt, sondern der versassungsmäßigen, republitantschen Reichsr-g-ernnz. (Tie roten Truppen sangen:Siegreich wollen wir Noske schlagen.") Der entsetzliche Massenmord am Essener Wasserturm z. B., wo dessen Sckutz-Besetzung, nachdem sie sich regelrecht er­geben hatte, von den Ausständlschen tu Der schreck- , lichsten Art und Weise nitbergemadjt wuroe, ist längst ' vergessen, ja vielfach gar nicht bekannt geworden.

Deutschland zu keinen Reparationsleistungen größeren «m mnges fähig sein werde, wenn es diese Werte verliere.

Bankdirektor v. S t a u ß gab dann über die Wirkung des im Friedensvertrag vorgesehenen Ausglei chsver- f«h re ns aus die wirtschaftliche und finanzielle Lage Deutschlands Erklärungen ab. Er verwies insbesoilderc Ans oen großen Vorsprung der verbündeten Länder in der Et< nik des Ausgleichsverfahrens. Dieser Borsprung hatte W Ergebnis, daß in den Monaten JuliOktober ein Betrag von über 8,8 Millionen Pfund Sterling an Eug- Itmb und etwa 59 Millionen Franken an Elsaß-Lothringeii ie$erlt wecken mußten, v. Stanß legte der Konferenz tto Diagramm vor, das den Niedergang des deutschen DkarkkurseS im Vergleich mit anderen Währungen ver­anschaulichte und auch die starke Wirkung dieses Zu­sammenbruchs aus die Währungen anderer Staaten zeigte UchließlW sprach er die Ansicht aus, daß es eine große bilfe wäre, wenn die Verbündeten eine Aenderung in der Hit he des Ausgleichverfahrens herbeiführen würden, welche s» willkürliche Ergebnisse, wie sie bisher erzielt wurden, pttknftig ausschließen.

Generaldirektor Cuno beschäftigte sich mit dem durch New Fricdensvertrag verursachten Verlust der deut­schen Handel sflotte. Die deutsche Regierung habe im Roormber 1920 vorgeschlagen, die Auslieferung wei- ikeet deutscher Handelsschiffe möge eingestellt.und das iwtwendige Minimum an Tonnage von den bereits ab- teliekneK Schiffen möge zurückgegeben werden. Eine Antwort auf diese Anregung sei bisher nicht erfolgt. Wine eigene Handelsflotte sei aber unbedingt not­wendig für die Durchführung bet Wiedergutmachungs- tzetAnngen. Die deutsche Handelsflotte vor dem Kriege war Ungefähr 5,2 Millionen Registertonnen groß. Heute habe Deutschland nur noch 300000 Tonnen, darunter nur Zwei oder drei seegehende Schiffe. Deutsch­lands Ein- und Ausfuhr fei dadurch fast vollständig von fremder Tonnage abhängig: dazu käme noch, daß Deutsch­land für die Frachten in fremder Währung ; ad- len msssse, während vor dem Kriege seine Flotte mehr VlS ausreichend gewesen sei für seinen eigenen auslän- dn'chen Handel und ein erhebliches Plus der deutschen Handetsbilanz durch Transporte für andere Völker erziel, taerben fei. Die Zurückerstattung eines Teiles seine-, Flotte würde nicht nur die Arbeitslosigkeit in den Kreisen der seemännischen Bevölkerung, sondern auch der industriel­len Arbeiterschaft erheblich vermindern. Ans solche Weise würde nicht mir den Interessen Deutschlands gedient, sondern auch denen bet Verbündeten sowie aMh den Interessen der ganzen Welt.

Die Sachverständigen der Verbündeten traten heute nachmittag zusammen und nahmen von den vorläufigen Berichten Kenntnis, die von denjenigen Sachverständigen vorbereitet waren, die den Auftrag hatten, mit der dentschen Delegation bestimmte im Lauft der vorhergehen­den Sitzungen erörterte Punkte zu studieren.

Kein Abschluß der Konser-nz vor Weihnachten?

wb. Brüssel, 20. Dez. Der Sonderberichterstatter der Agentur Havas berichtet: Heute wurden die Unter« vrdungen zwischen den Sonderbeauftragten der Verbün­deten und der Deutschen fortgesetzt, anscheinend jedoch ohne zu greifbar»- und endgültigen Ergebnissen zu süh- frn. Man hatte gestern die Absicht, heute.nachmittag ÜUbr eine Vollsitzung stattfindenden zu lassen, ober gegen

Eine Rede Dr. Heims.

In einer großen Baueruversarnnckung im Allgäu erklärte der bayerische Banernführer D:. Heim, es sei reiner Hohn, in einer Zeit der rapid anwach- fenbrn Kindersterblichkeit von uns bic Ablieferung so vieler Milchkühe zu verlangen und dabei drüben in Amerika eine Hilfsaktion für Deutschtum) mit Büch­se n nr i l ch zu veranstalten. Für eine solche Wohltat danke er. Das sei dir Politik ordcubehangener S dfu rken in Frack und Gehrock, die einen Stern hätten statt des Herzens. Wir dürften solche Zumu­tungen nicht hinnehrncn. Weiter erklärte Dr. Hein.: ,Die Revolution war ein Verbrechen: wir müssen die Forderung einer längeren Arbeitszeit als 8 Stunden erheben, ebenso Arbeitszwang und Streikverbot einführen. Nur der vermag, ein

Die dänische Entschädigungs­zahlung an Deutschland.

Berlin, 20. Dez. DieTägliche Rundschau" meldet au? Kopenhagen: Das dänische Staatsministe­rium kündigte offiziell an, daß der WickerherstetlungS- anssckuß in ParrS am 17. Dezember endgültig den Betrag festfetzte, den Dänemark an Deutschland als Ausgleich für daS deutsche Staatseigentum in den früher deutschen Gebieten in Nvckschleswig zahlen soll. Der Gesamtbetrag wurde in Uebercinstimmung mit den Forderungen deS Berfailler Vertrages auf 65 Millionen Goldmark festgesetzt, von denen vom 25. Dezember ab Zinsen zu zahlen sind.

Sie Botlemiei in Wen öMnMim in Stößel.

wb. Brüsse l, 20. Dez. In der Sitzung der Brüsse- fcr Konferenz von Samstag »ormittag ergriffen vier brutsche Sachverständige das Wort, um er­gänzende Vorträge zu halten zu einigen aus dem Friedens- «ertrag sich ergebenden Hindernissen für den Wicker­ausbau Deutschlands, bie Staatssekretär Bergmann am Tag vorher bereits kurz skizzierte. Ministerialdiektor im Reichswirtschastsministerium, von Le Suire, sprach über die ungünstigen Wirkungen, bie sich für das wirt­schaftliche Leben Deutschlands aus der Tatsache ergeben, daß der Friedensvertrag nicht die wirtschaftliche gegen­seitige Meistbegünstigung zur Grundlage habe. Deutsch- lanb könne nur existieren, wenn in feiner Handelsbilanz- die Ausfuhr dft Einfuhr übersteige. Um das zu erreichen, sei Deutschland gezwungen, seine Einfuhr auf das mög­lichst niedrigste Maß sowohl bezüglich der Menge als auch des Preifts zu -beschränken. Deutschland habe uiut die Verpflichtung, den Verbündeten die Meistbegünstigung zu gewähren, aber es erfahre nicht dieselbe Meistbe­günstigung durch die*Verbündeten. Das Ergebnis davon sei, daß Deutschland nicht mehr in der Sage fei, beim Abschluß von Handelsverträgen den Bektragsgegnern irgendwelche Vorteile zu bieten. Wenn die Voraussetzun­gen des Friedensverlrages bestehen blieben, so müßte der für die Wiedergutmachung verfügbare Betrag ge­ringer sein als es sonst möglich fein toerbc.

Dr. Melchior sprach über die L i q n id a t i o n d e s deutschen Eigentums im Auslande und «einte, daß dies zu den wichtigsten Punkten gehöre, die die Voraussetzung für die Fähigkeit Deutschlands zu den Reparationsleistungen bilden. Nach einem ungefähren lleberblick, den man bisher über den Wert dieses deutschen Eigentums habe, beziffere es sich auf über neun Milliarden GoLmark nur für die auf der Konferenz vertretenen iLänder. Eine Einbehaltung dieser sämtlichen Werte würde, da die deutsche Regierung ihren Staatsangehörigen nach dem FrickenSvertrag den Schaden, der durch die Einziehung der Entente entstehe, ersetzen müsse, für das Deutsche Reich eine Entschädigungspflicht von neunzig

wb. Brüssel, 20. Dez Staatssekretär Berg­mann batte gestern eine längere Besprechung mit dem Führer der französischen Delegation Setzbour.

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wb- Athen, 20. Dez. König Konstantin ist gestern vormittag hier eingetrossen. Er begab sich unter unbeschreiblichem Jubel der Bevölkerung zu­erst tzur Kathckrale und dann in den königlichen Palast

König Konstantin hat an das griechische Volk eiift Botschaft gerichtet, in der u. a. erklärt wird, daß er sich glücklich fühle, sich wieder bei seinem Volke zu befinden. Die Volksabstimmung habe die Wahrheit der von seinem unvergefsenen Vater übernommenen LosungMeine Stärke liegt in der Licke des Volkes'' gezeigt. Sein Leben werde nur noch das eine Ziel kennen: sich würdig zu.erweijen der Licke des Heüeuen- volkes durch strenge Einhaltung der Verfassung und de? parlamentarischen Regimes. Er wecke im Innern Ruhe und Eintracht, nach außen die Vollendung des Nationalen Wickeraufbaues erstreben unb alle An­strengungen machen zur Festigung bester Beziehungen mit den Verbündeten unb bem tapferen Verbündeten Serbien. Die Verlobung seines Sohnes Georg, des Thronfolgers, mit Elisabeth, der Tochter des rmud nischen Königs, unb seiner Tochter Helene mit dem rumänischen Kronprinzen Karol knüpfte herzliche Bande mit Rumänien.

Sitzung des Anschusses für x Auswärtiges.

wb. Berlin, 20. Dez. Der Ausschuß für eu?- wärtige Eugelegeicheiten trat auf Antrag der Unab­hängigen (rechtens heute im Sitzungssaal deS Aus­wärtigen Amtes zusammen. Gegenstände der Beratung waren: bie diplomatischen Behandlung der Ein­wohnerwehren und bie Brüsseler Konfe­renz. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Das Ver­hältnis des auswärtigen AuSschusfes zum Auswärtigen Amt und die stärkere unb regelmäßigere Heranziehung zur Kontrol. e der auswärtige Geschäfte wecken in einer Sitzung erörtert weckon, bie em 17. 1. statt- finben soll. Der Ausschuß erlebigte ferner eine Anzahl ton Bittschriften.

Oberschlefien.

einseitige Zusammensetzung bet Abstimmnngspolizei.

wb. Berlin, 20. Dez. Die oberschlesische Abstim- mungspolizei, bereit Beamte Oberschlester von Geburt sein unb mindestens ein Jahr im deutschen ober polni­schen Heere gedient haben müßen unb insbesondere nicht an Aufständen in Oberschlesien beteiligt gewesen fein dürfen, besteht aus drei Gruppen: Kaitowitz, Elei- witz unb Oppeln. Ihre Stärke ist auf 5000 bis 5500 Köpfe festgesetzt worben. Die Kommanbostellen waren bisher fast ausschließlich von Franzosen besetzt. Jetzt sind es 15 französische, S englische unb 5 italie­nische Offiziere. Insbesondere haben bie Franzosen in ber wichtigsten Grupp« Kaitowitz bas Uebrrgewicht. Eine paritätische Zusammensetzung ber Abstimmungs- volizei war Anfang September zweifellos vorhanden. Jetzt überwiegen die Polen, angeblich weil sich zu wenig Deutsche gemeldet hätten. Tatsächlich aber haben sich z. B. im Bezirk Ratibor 200 Deutsche gemeldet, von denen aber nur 25 angenommen wur­den. Die Gruppe Kaitowitz besteht zu sechs Siebenteln aus Polen. In den übrigen Hundertschaften sind 70 bis 75 Prozent Polen. Nach dem Diensteid ist den Be­amten der Abftimmungspolizei jede Propaganda ver­boten. Diese ergibt sich ober non selbst beim polni­schen Sprackunterricki. Deutsche Beamte, bie sich nickt daran beteiligen, find Schikanen ausgesetzt. Sie erhal­ten z. B. keinen Urlaub. Auf Anträge deutscher Be­amten, deutscke Zeitungen zu erhalten, wurde ihnen geantwortet, sie könnten Zeitungen in deuttcker Sprocke bekommen, ober nur polnisch gesinnte, wie dieErenzzeitnng". Die Eefobr, daß dis deutsche Ele­ment noch weiter zurckgedrängt wird, ist groß.

Herrn Hönischs Urteil Über bie Marburger Studenten.

Berlin, 21. Dez. Mehreren Biäiicin zufolge ist in der preußischen Landesveisammluiig von deuisch- nationaier Seite eine Anfrage emgebrachr worden, die auf einen Aussatz des preußischen Kuttusmiuifters vom 7. Juli 1920 über die Verwilderung unjeter politischen Sitten Bezug nimmt und in weichem bat Minister von einemfeigen Meuchelmord der Mar­burger Buben" an den fünfzehn Aiociteru in Thal gesprochen habe. Dieser Aeußeruug des Münsters hält bie Anfrage das sreispiechendc itrteii des Schwur- gerickftS in Cas'-i cutueoeu und ftuit. ob ^ie_LiLitts-----