Einzelbild herunterladen
 

S-

9.

'Xi | < X

«A 4

r -4

1 r i Ä

Amtliches Derkündlgungsblaü des Kreises Marburg. <

Tageszeitung für (das früher kurhessische) Oberhessen

^te DberbeHildie Heltuna erlfceint iecdsmal wöchentlich. Ve,x«speeis monatlich JKtartW? «oft 4.20 W. Ausgabe B mitOberb. Sport-Ztg.» 1 SRI *ebt.- Sflr ausfaftenäe Slummetn infeige Streits ober elementarer Srettniife tein «tiat,. - «erlas »»nDr. L. Sitzeroth. - Druck der Univ.-Vu-ddruckerel dox So». »xg. Äedt, Markt 21 23. Rernipre»tt 55.

Marburg Montag, 13. Dezbr. (3*1*»*».)

Der Snielgenpreis beträgt für die 8,e!p. Zette 75 «fa. und 10»f, HufJAlag, emtli.be und auswärtige 1 Mk., Reklame,eile 3.00 Mt. ?ebet Rabatt eilt al^Warrabatt. Bei Auskunft durch die Telchäftsstelle und Vermittlung der Angebote 75 Pf«. 6en- dergebühr. Bei Beträgen unter 20 Mt. muffen wir bas Bort» für die Rechnung berechnen. Postscheckkonto: Sir. 5015 Amt Front,ure a. Main.

55.3M

1320

AmtilsMPWMt 6jmw.

> wb. Paris, 11. Dez. Wie derNewyork tze- rald" aus Washington meldet, brachte das Mit­glied des Repräsentantenhauses, Julius Kahn, Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Ange­legenheiten, im Kongreß die Frage zur Sprache, daß Japan auf einen offenen Konflikt zwi­schen der weißen, gelben und schwarzen Rasse hin­arbeite. Er beschuldigte die japanische Reg'erung. pe begünstige die Agitation gegen Amerika unter den niederen Klaffen der japanischen Bevölkerung. Die Welt wisse jetzt, daß Amerika stch dem Kampfe nicht entziehe, wenn es dazu gezwungen rrerde.

t-* Washington, 11. Dez. Vor dem Sr- .ZieLsausschuß für auswärtige Angelegenheiten gab UtUerstaatssekrear Davis Erläuterungen über die Verhandlungen mit Japan wegen des deutschen Kabels aus Jap. D> amtlichen Stell«« halt«» die tage' feh bedenklich. *

wb. Newyork, 11. T«z. DerNewyork He- rald" meldet aus Sakraments, daß der Gouverneur DC-u KaNfornrsn d> eaierung r?n dem In­krafttreten des gegen die Japaner gerichte­ten kalifornischen Gesetzes betr. die Erwerbung »on Land durch Fremdlinge benachrichtigt habe. Das Gesetz trat am 10. Dezember in Kraft.

ivb. Rewyork, 11. Dez. (Reuter.) Ein hervor- lLLendes Mitglied der republikanischen Partei erklärte, eine der ersten Amtsbandlunger, der neuen Regierung werde der Friedens chtuß mit Deuts Irland imd die Aufhebung der dem Präsidenten für die Kriegszekt erteilten Machtbefugnisse sein.

wb. SantaMosa lKalifornien), 11. Dez. Drei Männer, die beschuldigt waren, drei Polizisten er­mordet jti haben, wurden von hundert maskierten Leuten, die bas Eefüngnispettonal überwältigten, um Mitternacht aus dem Gefängnis entführt und aufge- HLngt

äülfttat ter Sttfietr Ste«!«.

Radikale OpPspiis« gegen den Deamtenbund. *

Väs Berlin, 12. Dez. Trotz Schneetreibens und Külte veranstalteten die Reichs-, die Staats- itttb ore Kommunalbeamten von Berlin auf Veran- laffimg des Deutschen Beamtenbundes auf zahl- reichen Plätzen der Stadt große Versammlungen innb marschierten dann zu Zehntausenden nach dem 'Stef-gntten; in ihren Reih?» führte« sie Schild« und Plakate mit Inschriften, die sich insbessudrr« gegen die Schieber und Wucherer ivsndtsn und die Zurückziehung des Streifoetuctes sowie die Gewährung eines Existenzminimums ver- fcsigten. Im Lustgarten sprachen u. a. Geheimrat Falkenbrrg vom Reichsininisterium des Innern, der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Be- kmienbundcs, ferner Postbeamter Kugler, Eisen i'beiirf'ecmter Lange, Roack vom Reichsverband deutscher Poft- und Telegraphenbeamtrn und der & lief 5 7 des Beamtenbundes, Kamoffa. In einer 661? ten Versammelten angenommenen Entschließ­ung wird schärfster Protest gegen die Ablehnung der geforderten Tcuerungsiulagen erhoben und da­raus hinzewiefen, daß die Kinderzulagen nur einem Keii'. i Teil der Beamtenschaft zu gute kämen; wei- Ue wird Beseitigung des Lebensmittelwuchers fo- «M5 zeitgemäße Anpassung der Gehälter an die mirtschaflichc Notlage verlangt. Nach den offiziel­len Rednern kamen Vertreter der Radikalen i't Worte. Ihnen war die Entschließung zu zahm. .Sie sprachen gegen die Regierung und gegen die j,Mi3ioneiizuwendung an die Hohenzollern" und forderten weiter dazu auf, dem Deutschen Beamten- -«ud die Eefolgschaft zu versagen. Die Erregung unter den Beamten war außerordentlich flre6; schi-ßlich ab-r gelang es der Versammlungs­leitung doch, die Massen zu bewegen, in Ruhs aus- etnanderzugeheu und sich jeder weiteren Demon­stration zu enthalten.

---*---

Frankreich.

FennzSsifche Warnung ew Pole«. " '

<Bb. Paris, 11. Dez. Ministerpräsident Leygues r«r, wie dieHumanite" berichtet, im Kammeraus- sthutz fite auswärtige Angelegenheiten zugegeben, daß Polen imperialistischen Zielen nach­lag te und von dieser Krankheit noch nicht geheilt sei. Er fügte hinzu: Wir empfehlen Polen, auf seine hoch- fliegenden Pläne zu verzichten und fordern die pol- -tsche Regierung auf, sich ruhig zu verhalten, wenn sie dem Zusammenbruch entgehen will, der einem -weiten Angriff gegen Rußland folgen würde.

Franzöfi'che Schlappe in Syrien.

wb. Paris, 12. Dez. Wie derTcmps" mitteilt, Hat jüngst in Syrien ein Kampf zwischen französiichen koldat-n und den Türken, die die Linie nördlich von

Tie 3bM auf Die HMe kiMchcruch-Mt.

Gilsrtige WM« M Buniitt* wttetn.

Amtlicher deutscher Optimismus.

wb. Berlin", 12. Dez. Beim Auswärtigen Amt traf gestern abend die Antwort der interalli­ierten Kontrollkommission auf die am 9. Dezember abends übergeben: deutsche Note über die Einwoh­nerwehren ein. Die Kontrollkommission erkennt die Gründe für eine besondere Behandlung der Einwohnerwehren in Bayern und Ostpreußen nicht an, wiederholt die grundsätzliche Forderung sofortige Auflösung und Entwaff­nung aller Eelbstschutzorganssationen und «er­langt unverzügliche Mitteilung darüber, welch: Maßnahmen die deutsche Regierung hierfür zu tref­fen gedenke.

Die Schnelligkeit, mit der die Antwort erfolgt ist, läßt darauf schließen, daß die Kontrollkommis­sion auf Grund älterer Instruktionen ge­handelt hat. Die deutsche Note kann in den frem­

den Hauptstädten noch nicht vorgelegen haben. Bei der vitalen Bedeutung der Frage für Deutschland wird es aber unvermeidlich sein, daß sich die alli­ierten Regierungen s e l b st auf Grund der in der deutschen Note vorgebrachten Argumente damit be- saffev. wobei zu h o f f e n ist, daß sie den augenblick­lich bestehenden Verhältnissen Rechnung tragen werden. Die deutsche Regierung wird durch ihre Botschafter entsprechende Schritte unternehmen lassen.

*

Amerika und die Ministerreden im Rheinland.

wb. Berlin, 11. Dez. Wie verlautet, be teiligte sich die amerikanische Negierung an dem Schritt der drei übrigen Besatzungsmächte wegen der Rheinkandsreisen der Minister»offiziell nicht. Eine solche Beteiligung war schon aus dem Grunde nicht möglich, weil die Vereinigten Staaten amtl'ch nicht vertreten sind. Es fand nur ein inoffi­zieller Schritt statt.

Adana.Aintab besetzt hätten, stattgefunden. Der Kampf habe sich zu Cun st en der Türken entschieden, die Gefangene gemacht und Material erbeutet hätten. Eine gewisse ZaU Franzosen sei im Laufe des Kampfes ge­tötet worden.

----

9k SilPhiWiMll.

wb. Senf, 11. Dez. Die öffentliche Sitzung der Abrüstungskommission nahm den Bericht der Unterkommisfion über die A b r ü st u n g »f r a g e entgegen. Die Ilnterkommi'sion meint, daß zur Be­ruhigung der öffentlichen Meinung so rasch wie möglich Maßnahmen zur Vorbeeritung der Ab­rüstung getroffen werden müßten. Man war all­gemein der Auffassung, daß unbedingt ein positiver Erg-bnis in der Aorüstungrfrage erzielt werden müsse, da d-e Völker einen praktischen Schritt »or- wärts in dieser Frage erwarteten. Don norwegi­scher Seite wurde ein Antrag eiugcbracht, der den Rat ausfordert, an sämtliche Regierungen d-e Mah­nung zu richten, ihren Militärhaushalt schon für das nächste Jahr herab-nsetzen und auch für die da­rauf folgende« Jahre ihrs mtlitSrssch-n Ausgaben nicht zu erhöben. Fisher-England schloß sich dem Antrag an und betonte, er könne . ruhig einge­nommen werden, »eil er den Regierungen in keiner We'se Verpflichtungen auferlege. In der Abstim­mung wurde der norwegische Antrag mit allen Stimmen zum Beschluß erhoben, mit Ausnahme *er Stimme des französischen Delegierten, der ohne Instruktionen seiner Regierung nicht ermächtigt sei, den Antrag anzunehmen.

wb. Genf, 12. Dez. Tie 5. Kommission befrei den baltischen Staaten, deren Ausnahme soclänfig abgelehnr wurde, die Beteiligung an den tech­nischen -Organen des Lölkerbundcs zu ermöglichen. Auf Antrag Fishcr-Engtand wurde beschlossen, Ge­orgien vorläufig nicht in den Völkerbund auf- -uuehmen, ihm dagegen die glichen Vorteile wie de» baltischen Staaten zu gewähren. Die Kommission b.sschiotz ferner, hinsichtlich Armeniens die gleichen Maßnahmen wie gegenüber den baltischen Staaten zu treffen.

Danzig.

9er new Oberlommifs« de» SAkerbxxde».

Danzig, 11. Dez. Der zum Oberkommiffar von Danzig erwählte Professor Bernado A t o r i e o ist Italiener. Er war früher Dozent an einer Universität und wurde dann ins Handelsministerium berufen. Er ist ungefähr 50 Jahre alt. Im Völkerbundssekretariat hatte er die Leitung der Abteilung für das inter­nationale Verkehrswesen. -

*(.<

e

Danzig, 11. Dez. Im Danziger vollst«« gab im Namen des Senats Vizepräsident Dr. Ziehm eine programmatische Erklärung ab, in der e» u. a. heißt: Freimütig betonen wir in dieser bedeutungsvollen Stunde vor aller Welt, daß wir es al, unsere vor­nehmste und heilige Pflicht ansehen, den anerkannt deutschen Charakter der Freien Stadt dauernd aufrecht zu erhalten."

-------

Fiume. ; *

d'Ammuzio belohnt die St entert*.

wb. Rom, 11. Dez. DerEpoca" zufolge hatten sich die Offiziere des TorpedobootszerstörersEspero" gesteigert, dem Ansinnen der Matrosen, das Schiff nach Fiume zu sichren, zuzustimmen. Die Besatzung meu­

terte darauf, machte die Offiziere wehrlos, gab den Patrouillendienst an der Küste von Istrien auf und fuhr nach Fiumc. Nach einer Meldung desEiornale d'Italia" war beim Eintreffen des Torpedobootszer­störersEspcro" in Fiume der Kommandant des Schiffes an eine Kanone festgebunden und feine Uni­form vollständig zerrissen. Er hatte sich mit einem Re­volver zur Mehr gefetzt. d'Annunzio verteilte an die Besatzung lO OOfr fifW.

«

Wie derChicago Tribüne" aus Mailand gemeldet wird, sind Soldaten des Generals Wrangels in Dal­matien angekommen. Sie lagern längs der Grenze von Fiume. d'Annunzio fühle sich wegen dieser mit strbischer Artillerie und Munition ausgerüsteten Kon- ingenle beunruhigt.

---*---

Räte-RiMand.

Reue Massenerfchießunge«.

wb. Paris, 11. Dez. Nach einer Meldung au» h'elfmgfors halten die Arbeiter einer Anzahl russischer Fabriken bessere- Ernährung, Abschaffung der 16- stündigeu Fronarbeit, Wiederherstellung der alten Sowjets und Abberufung zahlreicher Kommissare 8er- langt, die die Arbriter drangsal'ert hatten. Die Sutö- iribkhördkn haben die Fabriken militärisch be­setzt inib 158 Arbeiter auf der Stelle erschießen lassen.

wb. Konstantinopel, 11. Nov. Das Amts­blatt des vorläufigen revolutionären Komitees von Sebastop^l veröffentlicht am 28. November die elfte Liste von Zivil- und Militärpersonen, die auf Anordnung der Kommissare dieser Siadt erschossen worden sind. Diese Liste umfaßt 1631 Namen, da- rüiiter 278 Frckuen. Die zweite Liste, die am 30. November erschien, enthält Namen von 1202 Per­sonen, unter ihnen 88 Frauen.

. - * >

s Tschecho-Slowakei.

Brrstärkte Nusstandsagitatian.

tob. Prag, 12. Dez. In Mährisch-Ostrau find nur die Belegschaften von drei Gruben nicht ein- gefahret:. Im Klrdnoer Berg- und Hüttrnbezirk, der als Hauptherd der kommunistischen Agitation gilt, dauert der Ausstand an.

DerBoheinia" zufolge kam es in Scichow zu größeren Ausschreitungen. Die Menge verprügelte zwei Abgeordnete und stürmte eine Wachstube, die vollständig demoliert wurde. Militärabteilungen wurden angehalten und entwaffnet.

tob. Prag, 12. Dez. LautPrager Abendztg." ist in Komoiau der Generalstreik ausgebro­chen. Nach weiteren Blättermeldungen haben die Kommunisten die Schöllrrsche Zuckerfabrik in Caco- wic beschlagnahmt, und in Reichenberg hat eine Massenversammlung der Arbeiterschaft den Ge­neralstreik für den ganzen Reichenberger Bezirk be­schlossen und die sofortige Einsetzung mon Betriebs­räten gefordert.

Aus dem besetzten Gebiet.

Berlin, 11. Dez. Die Saarzeitungen ver­zeichnen wieder eine Reihe von Fällen, in deu-n junge NDchen von 16 bis 20 Jahren tu Saarbrücken verschwunden sind. Den Saarzeitungen eS ver­boten, Verdachtsmomente zu veröffentlichen.

Landau, 11. Tez. Der Sradtrat bewilligte die Anforderung der BesatzungStruppenbehörde» in Höhe

ton mthreren Millionen Mark zur Möblierung boot tlnteroffizierslvohnungen und für Wohnungen für in franzbiischen Diensten stehenden Zivilpersonen, ferner die Bereitstellung eines Gebäudes für eine fran­zösische Schule in Landau, was etwa 700 000 Mark Kosten verursacht. Das ReichsvetmögenSamt in Berlin hat jede Mitwirkung für diese unbegrün­dete Forderung abgelehnt. Die Bewilligung durch den Stadtrat erfolgte unter dem Zwang der Ver­hältnisse.

wb. Paris, 12. Dez. Wie demTcmps^ au» Saarbrück'n gemeldet wird, hat die Saarrcgierung beschlossen, jeden Deutschen aus dem mchtbesetzten Gebiet, der um eine Aufenthaltserlaubnis nuchiucht, eine Steuer von 30 Mark aufzuerlegen. Diese Maß­nahme trete am 15. 12. in Kraft.

.*--

5er AMMWiM fiter dir

6.Sitzung vom 11. Dezember. . Vor Eintritt in die Tagesordnung erhebt Adolf Kuhn, Vertreter der Gastwirte, Einbruch gegen die Schliefiung der Berliner Hotels. Die Maßnahmen soll­ten sich zunächst gegen die Kreise richten, die Schleich­handel treiben, aber nicht gegen die Gastwirts die das Fleisch tpeiter verarbeiten. Jetzt will der Reichstag die i.Mchergesetzoebüng noch verschärfen. (Zuruf: Mit iffechtl). Dail» ztvingen Cie uns, auf die Straße zu gehen unb die Betriebe zu schließen.

Staatssekretär a D. Tr .August Mülle r berichtet über die Beschlüsse des Unterausschusses für Ernährung und Landwirtschaft. Der Ausschuß hat die Aushebung der s^vaueswirtschast betoiMigt . Aufrecht erhalten soll Re hxrben für Getreide, Milch und Zucker bis zum Herbst 1921. Der Ausschuß hält auch die Freigabe der Zucker- wirtschast für geboten. Eigentlich hat sich die Zwangs­wirtschaft selbst ausgehoben, ttusere Brotversorgung erscheint gefährdet. Auf größere Erträge aus der heimi­schen Landwirtschaft kann man nicht rechnen. Der Redner bespricht die Düugemittelfrage. Tie Ernährung ist ;u einem Problem geworden chas von weitestgehender politischer Bedeutung ist. (

Abg Dr.Rölicke: Ueber die Ernähningsfchwierig- feiten kommen wir nur hinweg .wenn wir nnS bemühen, die Ltiubwirsschaft für die Produktionssteigerung W gewinnen. Wir müssen zu einem Ausgleich kommen. Der Landwirt muß einen bestimmten Teil seiner Pro­dukte zur Ernährung des Viehs behalten. Der Land­wirt jvill aus der Zivangswirsschaft heraus. Die Land­wirte finb ihrer Ablieferungspflicht durchaus nachgekom­men. Vielfach sind >

Kartoffeln auch umsonst geliefert worden. Der Landwirt kann nicht zur ruhigen Ent­wicklung seiner Produktion kommen ,roenn fortwährend auf ihn mit Ablieserung4fordeningen berumgescklagen wird. Die Preise müssen den gesteigerten Produktions­kosten angevaßt fein. Wenn unser Viehbestand nicht auf­recht erhalten wird, dann geht die Landwirtschaft zu Grunde. Das beste Mittel gegen den Wucher ist d« Erhöhung der Produktion. i

Reichsernährungsminister Dr. Hermes: Die Arbei­ten des Unterausschusses haben wertvolle- Material für. die Entscheidungen der Regierung geliefert. Ich hoffe, daß wir auch in Zukunft fruchtbringend Zusammenarbeiten kön­nen. Der Grundauffassung Dr. Rösickes über die orga­nische Wirtschaft stimme ich durchaus zu. Beim Brot­getreide, Milch und Zucker kann eine weitere Lockerung nicht eintreten. In der Brotgetreidewirtschast müssen wir rechtzeftig eine gesunde Umstellung beginnen. Dir Landwirtschaft muß bei ihrer Propogaicha auf das

Interesse der Verbraucherschaft *ii Rücksicht nehmen. Zu einer katastrophalen Beurteilung' der Lage im Brotgetreide ist jetzt keine Veranlassung. Sie ist nicht ungünstiger als im Vorjahre. Für eine Steigerung der Ablieferung wird gesorgt. Der Absatz an Stickstoff war in den letzten Wochen befriedigend. Die Zuckerindustrie hat schon, den Weg zur Landwirtschaft beschritten. Wir wollen vor allem den mittleren Bauern die Verwendung künstlicher Düngemittel erleichtern. Aus allen Gebieten können wir die Zwangswirtschaft noch nicht entbehren. Tie Freigabe des Zuckers kann noch nicht in Aussicht gestellt werden. Die Landwirte soll­ten alles tun, um uns int Kampfe gegen unlautere Ele­mente auf allen Gebieten zu unterstützen.

Der Präschent brr Reichsgetreidestelle v.Falken- hausen ergänzt die Ausführungen des Ministers. Tie Getreideernte ist hinter den Erwartungen weit z.r- rückgeblieben. Tie Ablieferung ist schwächer be­worben. Gegen böswillige Zurückhaltung soll mit stren­gen M itteln eingeschritlen werden. Zm Ausland« ist die Getreideernte so günstig «Vie seit Jahrzehnten nicht. Uns kann der Ueberstuß, der in den Erportläudern über 20 Millionen Tonnen beträgt, wenig helfen, wenn wir nicht die Zahlungsmittel für seine Eiuiuhr haben.

«bg. St inne»: WaS nützt da» Predi;en ton Idealismus und Moral! Tie deutsche Reg-erung sollte sich ausschließlich ahf Maßnahmen beschränken, dir praktisch wirksam sind. Das müßte noch vor Weihnachten geschehen. Im Deutschen Reich darf keine Instanz auch der Finanzminister nicht diese Maßnahmen hindern. Es wäre eine Sinnlosigkeit, wenn man Brotgetreide fflt ausländischer, Mais «ussühret» wollte. Wir müssen dafür sorgen, daß

I das Schwein uni nicht auffrißt.

Di« SZillioiKA oder Milltard« zur Betbilliinng