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Amtliches Derkll rrdlgungsblatt des Kreises Marburg. *

Tageszeitung für (das früher kmcheffifche) Oberhessen

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Wr. 288

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Freitag. 10. Dezbr.

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55. Sita H2I

Hit terMsiliiieiu in6rWMi

V. Sit Rückkehr Orte König anheirngkstevr.

' wk Paris, 9. Dez. Nach einer Havasmel- Itwg aus Athen, telegraphierte die Regierung das Abstimmungsergebnis heute an den ehemaligen König Konstantin und stellte ihm anheim, hie Bestimmungen bezüglich seiner Rückkehr nach Kriechenland zu treffen. Zn politischen Kreisen etemt man an, das, der König in der nächsten Poche In Athen eintreffen wird.

Paris, 9. Dez. Aus Athen wird derChieago Aribune" gemeldet: Sowohl die Anhänger Kon- kßontins als auch die Venizeliften erklären, daß das ; Beto der Verbündeten di^ jetzige Regierung zum Z«,«tritt zwingen werde. Die Anhänger Kon- ;-pantins erklären, datz eine Volkserhebung -1 eusbrechen werde, wenn König Konstantin stch durch di« Drohung der Verbündeten einschüchtern fass« und nicht nach Athen zurückkehren werde.

tB>. Paris, 9. Dez. Der Sosdsrberichterstatter ; iVts ^Daili) Ghronicle" meldet aus Athen, das erste Ergebnis der Ankunft König Konstantins in Athen ilsttbe die Abreise der Gesandten der Westmächte ^set» Dem gleichen Blatte wird aus Luzern ge- jmcBtet: König Konstantin trifft die letzten Vor- Khrnngen für seine Abreise.

Finanzielle Blockade Griechenlands.

®6. Paris. 9. Dez. Im Senatsausschutz für «ismSrlig« Angelegenheiten sprach Leygues auch ittet die griechische Frage. Die bis jetzt getroffenen Ketznahmen hätten gezeigt, dah der französische Standpunkt in den Verhandlungen in London ge- siegt hat. Die finanzielle Blockade werde den Griechen zeigen, wie teuer ihnen die 3utü(t i termxrx; König Konstantins erkauft wurde.

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England.

Der österreichische Bundespräsident.

wd. W i e n . 9. Dez. Die Bundesversammlung wählte mit 129 von 214 Stimmen Dr. Michael H a i n i s ch zum Bundespräsidenten. Auf Seitz entfielen 85 sozialdemokratische Stimmen. Der ge­wählte Bundespräsident gehört keiner Partei'an. Er hat sich schriftstellerisch und praktisch auf natio­nalökonomischem und fozialpolit schein Gebiet be­tätigt. Er ist der Sohn^Ser Wiener Frauenrecht­lerin Marianne Hämisch. Der Präsident ist 60 Jahre alt.

Oesterreichs katastrophale Lage.

rob Wien, 10. Dez. Der Bundeskanzler Mayr lud gestern die Vertreter der Erohmächte zu einer Besprechung ein. an der die zuständigen Ressort­minister teilnahmen. Der Bundeskanzler führte aus: Oesterreich müsse gegenwärtig eine besonders schwere finanzielle und Ernöhrungskrise durch machen. Die Gesandten erhielten auf ihren Wunsch genaue Aufklärung über die Mehlversorgung und die Aufbringung im Lande. Der Finanzminister erklärte, ohne rasche umsasiende Hilfe sei die wirt- schaftliche Aufrichtung Oesterreichs nicht möglich. Der Bundeskanzler zog aus den Ausführungen der Ressortminister die Folgerung, daß die Regierung die Verantwortung für die Führung der Geschäfte in der gegenwärtigen schweren Krise nur tragen kenne, wenn von der Reparationskommission die beantragte Kredithilfe für Oesterreich rechtzeitig erfolge und bat die Gesandten, einen Appell aus Beschleunigung der Aktion an ihre Regierungen zu richten. Tie Gesandten erklärten sich bereit, da? Ersuchen des Bundeskanzlers um Beschleunigung der Aktion ihnen zu übermitteln.

Wahl des scickfiscken Minister- Präsidenlen.

Uoyd Sters« zu Berhavdlunqen mit den Sinnfelneen i ! bereit.

j| »>. Amsterdam, 9. Dez. Wie verlautet, wird sich Lloyd Georae in seiner Antwort an den Sinn- Pbrer-FSHrer O'Flannangen zu Verhandlungen über 1 , tetr Frieden in Irland bereit erklären.

\ : tob. London, ). Tez. Wie verlautet, blieb dal Umgreifen der Ärbciierpariei zur .vecheisühcang eines ^Kaskenstillstandes mit Irland erfolglos.

1 s-

ts>. London, 8. T-ez. Wie die Blätter melden, ttSiri? Llond George ans dem gestrigen Guildballessen ju i stören des Prinzen von Wales, bk republikanisch? Staats- strm faRpf für einioe Rationen gut sein, jedoch nicht !Br britische Reick. Kein Präsident bätte für das - Kitische Reich das leisten können, was der Koni» für i k» »eich tat.

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Näte-Nusiland.

i 8in abtrünniger Sowjetgeneral.

mb. M o s k a u , 9. Dez. Reich einer Mitteilung la Sowjetregierung hatte sich General Machno J ; *it 20 000 Mann der Sowjetregierung zum Komps legen Wrangel zur Verfügung gestellt. Seine -Err-ppen aber plünderten nach der Vernichtung der Krangelsch-n Kräfte die Einwohner aus, verur­sachten Streiks und Aufstände der Bauern gegen ibie Sowjetmacht. Es wurde daher befohlen, die Urmss Machno umzubilden, worauf sie sich nach ktn Kaukasus begeben sollte. Machno kam diesem s ^efeh! nicht nach, sondern begann feindselige Asttonen gegen b?e Sowjetmacht, die darauf zum Arcrisf gegen Machno vorgehen liest. Seine Haupt- kräftc wurden größtenteils geschlagen und seine i j Danze Artillerie erbeutet.

Aerl«nzenmg des polnifch-eussischen Wasteustsllstaude,.

mb: Kopenhagen. 9. Dez. Aus Riga wird be- Achter. Der Waffenstillstand zwischen Polen und : Avmjttrustland soll verlängert werden, fvdast et h? anderthalb Monaten gekündigt werden kann. Aer Vorschlag wurde von den Bolschewisten gemocht. -Dr sind bereit, für die Annahme des Vorschlages den Mlnifchen Wünschen in der Frage der Freigabe der tKrteg-gefsngcnen cntgegcnzukommen.

. »b. Kopenhagen, ü. *«Y-rUngSk: fftepbe7 meldet suS Riga: Tie Poliz-i nahm eine NovLf-chsug in dem Hotel voh in dem sich die DoL-jetLbordnung befindet. ES wurden unzch'uerr bvlfchetoistifcherPropazanbalite» va ,r beschlagnahmt.

tob. Kopenhagen, 9. Dez. TieBvrlitigsk.' I tibenbe"7 meldet aus Warschau, daß dir ukrainische Wigteianfl unter Führung Pctljuras gestern in - e eingetrossen ist, wo sie von den Polen bis ; M bittre? interniert wurde.

-Der »Kanzler im Königreich Preuhen", Wirkl. Geh. sWbtrlnstizrat Dr. v. Plehwe ist in Körügsborg im ^D-L-b«r«iaL» gestürb«. '

wb. Dresden. v. Dez. In der hevisgen Sitzung des Landtags, auf deren Tagesordnung als einziger Punkt die Wahl de, Ministerpräsidenten stand, wurde zunächst vom Abgeordneten Wirth (Soz.) der bisherige Ministervräsident Buck als Kandidat vorgescklagen. Die Deutscknationalen, die Demo­kraten und die Deutsche Volkspartei erklärten, sie wür­den sich infolge der Teilnahme der Kommunisten an der Regierungsbildung nickt an der Wahl beteiligen Der Kommunist Renner verlas eine lanae Erklärung, die u. e. darin gipfelte, dah feine Partei di» Ver­ladung nickt anerkenne und bei der ersten Gelegen beit zu stürzen versacken werd«. Rach dieser Kampfansage, die durch den Präsidenten nicht unter- trocken wurde, wurde die Sitzung aus «inen Antrag Wirth« aus eine Stunde vertagt. Rach Wiederaus nahm« der Landirgssitzung erklärte Buck (Sm.), für den sücksiscken Ministerpräsidenten könne allein die von der Vtlkskammer anaencmmene verfastunq die maft- gebende Richtschnur seines Handelns sein. Dann wurde, zur Abstimmung geschritten. Es entfielen auf B u <k sS.j 48, Hoffmann lD. Not.) 20, BIüher (5). vpt.s 18, Senfe rt (Tem.) 8 und Hille f3) 1 Stimme. Buck ist allo gewählt. Unmittelbar da­rauf leistete bet neugewählt» Ministerpräsident vor dem Hause in die Hand des Landtaq»prand»nten den Eid auf die Verfassung, Woraus die Sitzung grichiossen wurde.

Aus den Ausschüffen.

Wb. Berlin, 9. Dez. Der soualvolitische Antsch'.is de? Reickstvinschsstsrat» nahm einstimmiz einen An­trag an, die ReichSregierun« zn ersuchen, durch Rotgrsetz die versichernngSgrenie in der Unfalkverficheruno auf 30 000 Mark zu erhöhen mit Rücksicht aus den gefuntenen Geldwert.

Im Steuer«u?sck»h be? Re-chstages teilte Aesckr- ftntn$mi*irtft Dr. Wirth aus «ine Anfrage hin mit dah die Novelle zum t7inl«wmentzeuet,esetz heute dein Rcichsrat vorgelezt worben sei. C6 die Frist für bi: Srlbftzeichver von Sriegsanleihe zur Anmrldun, für das Rnchz*»t«pier über den 31. Drzrmber 1920 hinaus bet- länge er Werden könne, sei fraglich. <Er sei aber bereit, dieserbaltz mit allem Fraktisnen in. SerfccnSdxngtti ern- Wtreten. 2:e.G^uqo,ätze für bk Le»irrm!t«er«LS te be» Lan^r^chgst' iv»sle i: Lrr §LLich^Sr?s, des Ausfchnsiek unkilireiten. Der Vertreter des Reichsfinanzministert brzrünoet dann die Vorlage zur schleunigen Eiiijikbune des Reich dnotopfer- eingehend und erllärte, sie beseitige die trcktüschen Cck<v>e»rgk?iten der 30jihrigen Stundung und ersülte den urfprüngliechen Zweck de! Rcichsnstopsirs. der Papietzeldflut Ginhalt zu tun xnb dir schwebende Schuld abjubaucn. Währungspolitisch käme man mit einer schnelle!» Erhebung des Reich?'.'.otopser» weiter als mit einer Zwanosanleilte, bei deren etwaigem Miß­erfolg brr Snbit weiter sinken toure«. Ta» wirkfamsir und schvrtlste Mittel fei die Annahme der Vorlage.

Da, Befinden der Kaiserin. Haus Doorn teilt mit: Der Zustand der vormaligen Kaiserin ist unver­ändert ernst. Dir geschwächt« Hcrzkraft und dir ba» durch bedingten Stauungen verursachen eine häufig« ^.-ränderung in den äußeren Erscheinungen der Krank- !> Ji . . ...

Ln Ntichstag übtr Die Lcsolilinigsvöckzt.

Vnnrittie ter tolMteH'ilL

4 4. Siduug vom 9. Dezember.

< Am Rkgterungrttsch: Fehrendach, Heinze, Wirtb Simon*. Koch, Gtesberis, Hermes

Will der TigeSordnung steht die 2 Losung M Gesetz -ntwnrke» über den Teuerungsruscklag zu den Kinder tnsckläaen mit Wirkung ab 1 Oktober 1920 für br Ortrklafke A mst 125 Prozent, für die OrtsllasseB mit 100 Prozent, fär die Ortrllasse 6 mit 75 Prozent Ter Ausschuß keani.oa! Erböhun, für Orisklosie A au 150 Prozent, für B auf 125 Prorent, für C «nf 10T Prozent und für D und <E aus 75 Trotnit. Anher planmäßige Beamte, die birher nur 80 Prozent der Ort? tusckläge beziehen, sollen fcierju noch die übrigen 2< Prozent und außerbem noch einen Zuschlag von ßf Prozent erhalten.

Die Denischnatfonalen beantragen Frhöbung der Tcue- ninüs.vlage im allgemeinen «m 60 Mrszent und außerdem 15 Prozent Kinberzulaae. Die Demokraten das Zentrum und die Deuffche V«li»vartei beantragen daß bei den Städten, die in eine höhere Ortsklasse kom­men sollen schon jetzt den Beamten die Differenz an«e- tribnei wird. Tjc Medrheitssozialüten beantragen Hin- austetz'tvg der Teuenmasjulagen bet den Vrandgehälterr bi? 3100 Mark aus 60 Prozent. Die Unabbänoigen be­antragen Festsetzung der Teu«rungSritl»sen llir alleReick?- beamte eiulchsiehssch der TiStart auf 10000 Mark, ferne' Reoelung der Kinderzulagen einheitlich für alle Ainde»' bis jetm vollendeten 21. Lebenitahr und regelmäßig halbiäbrltche Rackprü'ung der Deuerunslrul-tgen.

Adg. Dr HSsl« (Z.) begründet den Antrag dc? H«nvt«u?fchusses.

Abz S t e i n k o v s (Sszst schildert die Rotlage de- B»swienfchast. Die urfprüngllche Regkritng?»»rl,qetva' 'ingenügend: denn ko »rofc die Notlage klitberreicher Farni- fien ist. so kann atttfc an den kinderlos verheirateten Be­amten umd au hen Ledigen nicht ganz »er&eigegangen werden Unser Vorschlag hält sich tn den 0!reuten des Möglichen. Der Fivanzmsnister sagt freilich, er habe keine Mittel, aber diese» Argument kennen wir Ts» Argument de? knurretcken Mosen? ist stärker.

Ab, Allekotte (&): Do? Kabinett hätte schnel­ler mit seiner Hilssuorsaae kommen solle«. Unter aller llmstöni'en tut aber rasche Hilfe not. Außerdem ist di Verbilligung der Leben-mittel noNvendi«.

Ak>g. Hergt (Deutschnatl.): Ist die Teuerung all- remrin, so muß man allen Beamten Zulage ge­währen. Die Ausgaben für die Kinder sind in kleine« tov in größeren Städten gleich Für die Pensionär! 'äilt bei der Rkaierungsforlage nicht da? seringste ab Die allgemeine Not verlangt eine all-enmiae Fürsorge nicht nur «ine solche iftr die verheirateten Beamten Wenn wir von den Beamten den Verzicht auf da» Streik- recht verlangen, dann müssen sie auch in ihrem Reck' kommen. (Zustimmung rechts. Lärm link?) In de' bevorstehenden schweren Zeit diese? Wint-rs muß de' Maat sich auf seine Beamten »erlassen »'innen. De, iozmldemokratiicke Antrag ist Ungerecht. Tie Regierun- muß darüber Aufklärung geben, »b bei Annahme unsere» oder de» sozialdemokratifchen Antrages die Vorlage iir Reicksrot durch eine Krisis wochenlang oerzögrrt Wirk uick efc außerdem die*

Gesahreiner Kahinett-krisis

-n Aussicht steht. Die Regierung sitzt doch nicht allzu stark im Sattel. Die Regierung hätte sich bet solchen hochpolitischen Fragen mit allen Parteien »erständigev sollen. Sie überließ aber die Endvicklun, d'r Dinge dem Zufall. Auch hoffte man, haß noch Zeit zur Ber- ständigung wäre.

Reschsfincmrmmister Dr. Wirtb: Mir war bk Hinausschlepbunq einer so wichtigen Fra«e auhersrdeutlick unangenehm. Tic Reichsvegierung muhte sich aber mit den Ländern und dem Reichsrat in Verbindung setzen Die Einbringung eine? Sp-errgesetzes zur Verhiuderung de- gegenseitigen Ueberbieten- war nsttoenbig. Leider mucke der Schritt aber von Badern lebhaft bekämbst. Der vretißssche F>nanzmi"ifter hat erklärt, er fn nickt in der Lage, die Folgen des Vorgehen- de» Reiche; für Preußen zu ziehen, wenn da- Reich nicht die Beträge übernähme. Die Finanzminister her übrigen Länder haben genau dasselbe erklätt. Mit Papiergeld ist das Be- amtenvroblem nickt »u lösen. Jetzt kommt «8 darauf eit, daß in den nächsten Tagen die Beamten in den Belltz bon Geldmitteln bsmit fk nicht tgit Leeren Hän­den am Weihnachtstisch sitzen. Außerdem will die Knchr- regierung mit Rücksicht auf dir ouierorbentii*» Notwge der Beemtensckaft die zum 1. Januar fällig gewordenen Bezüge möglichst bald, jedenfalls vor Weihnachten ans- zablen. (Gelächter link- und auf der Tribüne.) Tie Be- «mtenschast lehnt die Kinderzulagen durchaus nicht ab. An» dem Westen sind mir Dankschreiben 5afür zugegangen Darin wird der Finanzminister auch auize'orsett, bart zu bleiben, wenn die Vramtenverbände dagegen Sturm hausen. Ter Antrag der Unabhängigen ersordert 6,8 Milliacken, und für die Länder da» Doppelte. Tie Negierung besteht nach wie vor aus der Vorlage und ersucht um Adlebnu ng weitergehender Anträge. In Re- gieningskrrtsen hat nicht die Absicht bestanden, etwa eine politisch« Srüt» herauszubeschwören, um da» dcutiche Volk noch vor Weihnachten in Unruh» zu stürzen. Wir wollen heilen und wollen den Beamten Hilfe dringen.

Adg Morattz (D. Lpt): E» ist uns anherockentlich .acüKaujuibta. Küdqz >a voq

Parteien verwässerten Vorlage zu bleiben. Dr' Rot der Beamtenschaft ist eckrückend groß. Da» Hau- ist sich einig. Hier muß möglichst schnell gebolken tote» "en. Besser wäre es gewesen, man bätte au» dieser Frag« leiene politische gemacht. Was 6a6en denn die fette* istifchen Parteien für die Beamte« getan, deren Lag« ech erst nach der Revolution, und zwar dunst sif übertriebenen Lohnforderungen der Arbeiter fe schlimm Zwecken ist? Tie unteren Beamtenklassen haben einen ^tundenlohn von 3,17 bis 3,40 Mark. Der Ministertat» rat bekommt für die Stunde nur 45 Pfg mehr al» bet Tifenbahnarbeiter. Den Aeußerungen des Rnchsfinanz« Minister» über die Linderrulagen kann ich nicht b* stimmen. Wir brauchen endlich ein

umfasse nde» Beamtenbesoldungsgesest.

Abg. B r e u «i g <11. r.): Tie Re« der Beamten ist von den früheren bürgerliche« Regierungen versckuldet. Auf *a» Streikrecht bet V .mtcn darf nicht wni-bM werden. Helfen kann den Beamten nur die Beseitigung der bürger­lichen Gesellschast. Tie Eisenbahn» und Staatsarbette« sind entschlossen, zum letzten Mittel zu greifen, wenn ihm Forderungen nicht erfüllt wecken.

Die De«tfchnatfonalen haben inzwischen ihren Antrag bahin a b g e ä n d e 11, daß sie die Teuerung-rulagen auf f>0 Prozent und die Kinderbeihilse für die Ortsklassen A ruf 100, B ans 90, $ auf 80, D auf 70, E auf 60 Pro­zent skstgesktzt haben.

Abg. Delius (Dem.): Tie Fockerunaen der Br» mtenschast sind gewiß berechtigt, aber sie sind 6d bet

FinFnzlaze des Reiches nicht restlos butdröhrbar. Säße Herr Hergt in der Regierung, daun könnte er nicht ander» mndeln. Wir müssen die Beamten zur Rnb» und vo» ionuenbeit aussordern. (Unruhe und Ach-Rus« auf bet Tribüne.) Von einer Verschleppiinastakt-k kann teilte Rede sein. Da? Ergckni- wird »uck die Beamten be» stickigen (Größte Unruh« und Obo-Riife aus ber$* v>üne. Rufe au» d'r Mitte de» Haukes: Ricke da«)

Bizepräsident Dr. Bell drob« mit der Räumung bet Tribünen, fallt sich solche Kundgebungen roieberbofeu.

Ab,. Delius fährt fort .die Beamtenschaft müsse ,'ich damit zufrieden geben, daß zur Zeit keine Mittel ?ür ihre weitergehende Ansprüche vorhanden sind.

Abg. Adolf H » ? f m a n n (U. t): Aber für oie Reich-» tofbr sind sie vorhanden!

Abg. Plettner (U l.): Tie Vorlage ist völlig un* -.iireicketch. Da» Streikrech« darf man den Beamten nicht aehmen.

Ab,. Dauer (Sabet. Vpt ): Die Beamtenschaft darf nicht »er,elfen. nach andere Kreise

mindesten- ebenso Not leiden int» sie selbst. Eine Nachprüfung der Rrichsbefoldungs* otdnung ist erforderlich.

Preußischer Finanzminister Lüdema nn: Im Aus« tbuS habe ich mich weder gegen noch für die ivorbtninnen vr Beamtenschaft ausgesprochen. Tie preußi'.l'e Slaor-- -egserun, ist »on selbst bemüht, alle» für die Beamten» .chaft ,u tun, mo- in ihren Kräften steht. B.n Beratung über die nötige Bttvillignng von Ausgaben müssen auch >ie Länder gehört wecken.

Abg. Hergt (TeuOcknatl.): Vorschüsse sind ein Tanaergeschenk. W'r verlangen eine klare Stellnngnahme xr Rer>er«nz zu unserem Antrag.

Re-chsfinanzministet Dt. Wirth: Tte Regienmg beharrt auf ihrer Vorlage. Die Anträge bet Tentlch» nationalen und der Sozialdemokraten sind für die Regie­rung nicht annehmbar. lHött! Hött!) <rie wüt* den ru> eine Verzögernng brnaen.

Ab,. Bauet (So,.): Weite Kreise unsere» Volke» sind viel ick lech ter gestellt al? unsere B-mmten. In unterem bankerotten Wirtschaftsleben ist es unmöglick, '»dem da- Eristenzmiuimnm zu gewäbren. (Unruhe bei den Soz.) , t

Die Abg. K » tzke (U. t.) und D ü «vell (U. l ) forbetg ba? Streikteckt für die Beamten.

Damit sch'ießl die Aussprache. ES folgt die Ab­stimmung. Der deutschnätionale Antrag wtro^gegen bi»«nfracReiter abeelehnt, ebenso bet der Sozial- demokraten. Der A u - sch u ß a n tr a « wird mit großer Mrh'h it angenomme n. Dagegen st mrne-r nur die Unabhängigen und dir Kommunisten. Daniil ist die jrotitt Lesung erledigt. Tie Vorlage wiro da­rauf auch in 3. Lesung angenommen.

angenommen wird der Äejetzenlwuts übet da? Ab­kommen mit der Schweiz betr. die schneeizerifche Gold* zahlung w »rutichlanp,

Ta» Haus vertagt sich auf Freitag 12 Uhr: Aiifraoen,- unabtängige Interpellation übet das Verbot des Statt-lew* streik«. Haushalt be» EtnährungsmintsteriumS.

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Sie Haltung dclk Dtamten.

B e r! i n , 10. T«z. Dir Blätter appellieren an b:e Einsicht der Beamten, bag sie bei der Stellung­nahme zu bet Annahme bet Regierungsvorlagr tm Reichstag es nicht zum Aeusiersien kommen lasten werben. Ti«Deutsche AUg. Ztg." fchteibt, daß bas. was ben Deannrn jetzt bewilligt matten f-t, ralfächltch bas 5> ö ch st m a tz besten fei, was bei b«r heutigen Finanzlage bcs Staates habe bewcll-gt werben können.

Wie betVerl. Lok -An;." meldet, tritt bet TeuLty» SÜeauiUtibuub heute zu a-rret Sitzung 4*