Amtliches Derkündkgungsblaü des Kreises Marburg.
G M
,w
H 3 -n
5?-:
•Äj
»
i
L*
5-1 H-I d
G
1
I »5> $ E R
H
-■>•■
T>'
L
j
'4# *e i|
i.
«
Tageszeitung für (bas früher kurhessische) Oberhessen -
55. Still.
i yXS ärBr ««»t« Beute Siu»»«™ iwfelgt n»4 fruu »»« Dr. L. — 7
3BB
Erstes Blatt
Die Ernahrungslage
ball ist, als militärische Anlagen.
'e de „B.
--♦--
!«
sich vorläufig nur von den Arbeiten btt Genfer Versammlung zurückgezogen. Jedenfalls aber ist die Haltung der argentinischen Delegierten dazu angetan, den leitenden Faktoren der Enteule vor Augen zu führen, daß ihre Machtwünschc auch einmal ein Ende haben müssen. Aus Amerika ertönen bereits dir Stimmen der Senatoren Lodge und Knox, dir die argentinische Auffassung bulg.n.
8- am M'ttng“ weiter hört, werden heute zwischen leit beteiligten deutschen Stellen vrd der intern 'alliierten Luf'kontrollkemmission Verhandlungen Itattsinden, um die Aufhebung des Verbots herbei- tuführen.
sächlich aus den Konflikt zwilchen Frankreich »ad te^ Vcrciniaien Staaten bezüglich de» deuische« Kabel« zurückzuführen, do« in Emden endet«, von Frankreich durchschnitten wurde und noch Brest geleitet worden war. Wie angenommen wird, haben die Derelntgiest Staaten es abaelehnt, dem Kabel die arnerikanllchest Londungsvorletten zu gewSbren, werist Frankreich dich rauf besteht, da» Kabel-zu behalten.
Herabsetzung der Steuer statt. Der fetzige Finanz- ininister wird stark angegriffen. Man spricht deshalb von seinem Rücktritt. Als sein Nachfolger ist Winston Churchill in Aussicht genommen.
Cüdasrikanifche Wollaussuhr nach Dsveschland?
wb. London, 4. Dez. Die „Times“ berichtet aus Kapstadt, daß die südafrikanische Regierung ine Korn« miifton nach Deutschland entsandte, um eue Untersuchung über die Möglichkeit der südafrikanischen Woll- ausfuhr nach Deutchland anzustellen. Es besteht der Plan, das in Südasrika augenblicklich unter öffentlicher Verwaltung stehende Eigentum deutscher Untertanen im Werte von 10 Millionen Pfund als Sicherheit für die Bezahlung der von Deutschland in Südafrika gekauften Wolle zu benutzen. Es wird auch die Möglichkeit eine, Austausches von Wolle gegen deutsche Zndustrieerzeugnisse untersucht.
England.
England und Irland.
wb. London 6. Dez. Der stellvertretende Präfi- bent der irischen Republik, Key Flannangan, richtete an Lloyd George folgendes Telegramm: „Sie erklären. Sie bereit find sofort Frieden zu schließen. Irland ist ebenfalls bereit. Welchen Schritt schlagen Cie vor?“
Marburg
Dienstag. 7. Dezbr. lZutmsnd.)
Frankreich.
Frankreich gegen die amerikanische Pachtrechte ii Sibirien.
wb. Pari», 4. Dez. Wie die in Pari, erscheinen- den „Neuesten Nuss. Nachr.“ melden, hat die französische Regierung an die amerikanische Regierung eine Note gerichtet, in der darauf hingewiesen wird, daß die russischen Bodenschätze eine gemisse Garantie für die russischen Schulden an Frankreich seien. Frankreich könne daher nicht untätig zusehen, wie sich'fremde Staaten Konzessionen in Sibirien ertöteten.
Französisch-amerikanischer Zwist um die deutschen Kabel.
wb. London, 6. Dez. Tie „Times“ erfährt aus Washington: Der Stillstand in den Verlzandlungen der inrernationalen Kommission, die sich mit der Frag« der
Rücktritt de» Finanzmlnister»? ' "
wb. Paris, 6. Dez. Mach einer „Matin“-Meb
Di« OtertelBf*« 'leiten«" et Weist i«*»w«I - V,rn,,erei« »anatlick,
iirSrtMTlÄU» «k. «u«s°te B mit „Ober!,. C,«rt-Ztz.- 1 Nk. Mtbr.- ” • - -Etreik» ‘ter eleefstaret Uter$uine kin 8ri«X. —
Druck der E sie-»»»»riäckeeel »ex Seb. Nu,. Keck»,
’ Hurtt 21 28. — rutertditr bi.
‘iertet den hochherzigen Spendern und Gebern im AuS- '<’:tbe ,di- unirren armen Kindern geholfen haben. (Bci- 'all.i Tie Schweinemast muh gefördert werden. Die Aust vbung der Zwangswirtschaft für Margarine Hal lün'tü gewirkt. Ter
Abbau der KriegSgesellschasten
-st soweit durchgesübrt, daß über den 1. Januar 1021 Binaus nur nod> s ün f Kriegsorganisationen «veiter arbei t-n werden.' Ter Versnnalbcsiand wird überall nach Möoiickkeit verringert. Ti- EinsnbrtLtirkeit des Reiches füglich der Lebensrnittel ffiit eine Senkung der Preise in der Zukunft erboisen. Dem Schmuq.rel mit Lebensmitteln gii der bolländifch-n (Xrenj# wird energisch ent- waengetreteu. In der T ü n gem ittcl kraq e lieg! kein Anlaß vor, allzu schwarz zu leben, vier muh eine Stabilifierunz der $rtiir und die Erhöhung der Prodnt- ->on der Kunstdünaemiltel erstrebt »oerden. An eine Verbilligung ist allerdings nicht $» denke»
Abz. Gr» nn- Tüfseldorf (Soz.tt Kenn sich dft larchwirtschastliche Produktion weiter in der Richtung bewegt wie jetzt, nützen alle Beschlüsse und Gesetze nicht? Das führt zur S u n ge r 8 n o t. Roch immer sinkt bk ?urve unserer Produktion. Tie Dauptnrsache dafür ist tte Verarmung unserer Bevölkerung. Darum müssen die 'ünstlichen Dünzer-itttel vermehrt produziert werden. Vor rllem aber genügt noch lange nicht die Nachfrage nach diesen Düngemitteln. Es feblt der Kille der Landwirte -,um intensiven Betrieb. Das Reich muff die Herstellung der künstlichen Düngemittel in die Hand nehmen. Der üebner richtet scharfe Angriffe gegen den Minister 5*enneS Die Gegnerschaft gegen den Vorschlag der So;iak!fi-runu >eht au? von den Produzenten, die um ihren Prosit bangen.
ReichSminisier Dr. Hermes: Gegen die Sozialisie- nn« der DüngsWittelindusi^e bäte ich schwere Bedenken Die Aussicht von Stickstvsf ist sehr wichtig, um beizeiten ■ "laben anznspinnen fstr den Welthandel. Der eigene Bedarf und die Ausfuhr muh aus vernünftige Weise verbunden werden. 1
Abg. Braun (als preußischer Landwirtschastsm'nister' erklärt, die meisten Landwirtschaftsminister, besonders bi? oon Bayern und Mecklenburg, seien sür feine Vorschläge aewesen.
Reichskanzler Fehrenbach: Die Vorgänge, di< ich in der letzten Stunde hier abgespielt haben, sind tiri bedauerlich. Auch trenn Herr Braun hier als Abgeordneter spricht und seine Anwürfe gegen den ReicksernZH rungsminister richtet, mühte er sich darüber klar sein, dop •r vielleicht in die Laue kommen würde, auch al? prenßi- scher Landwirtschaftsminister hier auszutretrn. Das Schau- Piel, das wir hier erleben mußten, ist in meinen Augen lief bedauerlich. Wie kann eine gesunde Reichspolitik 'etriebe, werden, wenn ein ReichSminister von einem Abgeordneten der sozialdemokratischen Partei, ter Mini- sterpräsident seines L«lldes ist, angegriffen wird. (Beifall cechts und in der Mitte, Lachen links.)
Preußischer Ministerpräsident Braun: Nachdem es üblich geworden til- b«8 9i nrfiet zugleich Abgeordnete sind ,so werden Sie diese Vorgänge noch öfters erleben. 3d) toar durchaus sachlich und habe nicht angegriffen, sondern sogar Angriffe im Lausbaltsausschutz oes Hanfes rbgewehrt. Wahrscheinlich ist dem Reichskanzler der Vorfall >>iel zu schwer geschildert worden. Ter Ernährungs- ininiRer und ich haben doch die gleichen Ziele.
Das Haus vertagt sich aus Tienstag 12 Uhr: Anfragen unb Aeiterberatung.
Oberschlesien.
Po' . a Forderung in der Abstimmun^sfrage.
wb. Paris, 6. Dez. Der Sonderberichterstatter tkss „Temps" ßtanbt zu wisien, daß die spanische Regierung verlangen wolle, daß allen Oberschlesiern, die seit 1908 den Volksabstimmungsbezirk verlassen haben, das Stimmrecht entzogen werde. Ferner sollen die Ausgewanderten 10 oder 14 Tage später als die Einheimischen wählen.
Verbot des Luftverkehrs nach Tsirn.
z Verlin, 6. Dez. Wie die „B. Z. am Mittag" JJH bestätigt es sich, daß durch eine Note der West- Mi" 2 jetzt sogar die Flüge nach C.'en verboten Mc. .ii sind. Die Westmächie stützen sich dab i aus den Artikel des Friedensvertragos, der Befestigungen innerhalb der 50 Klm.-Zons untersagt. Sie betrachten also die Anlage von Flugplätzen.'selbst Wenn diese ausschließlich friedlichen Zwecken di 'en. ®te es bei unserem gegenwärtigen Flugbetricd der
UMkEttt Srni m Mssln Sttsts.
4 2. Sitzung des Reichstages vom
6. Dezemb er.
Präsident Löbe eröffnet die Citzun» um 2.20 Nhr Bor Eintritt in die Tagesordnung erklärt Abg. Dr u g o (D. Bpt.), er habe keinerlei persönliche Zuwen- bunoen erhalten. Die Beiträge, pie ihm zur Ver>ügnng gestellt toorDcn seien, so vom Verband Deuischer Lever- 'roßbandler, habe er an die Parteileitung al>geführt.« 'Irl riaens habe er vier Prozesse eingeleitet, wodurch seinen volitiscben Gegnern die Möglichkeit gegeben sei. vor dem -'lichter sich mit ihm über die tatsächlichen Unterlagen brer Beschuldigungen guSeinauderzuietzen. Einer dirs.r Prozesse bäte bereit? in erster Instanz zur Verurteilung
Gegners geführt.
Die zwecke Beratung de? ReichshanSball? wird fort- -efetzt beim .Haushalt des Reichsministeriums sür 6t' nähr u n g und L a n d w i r t s ch o st.
Abg. D ö b r i ch (D. Vvt.) berichtet über die Berb«nd- uggen des Ausschusses. Ein Abstrich wird nur bei der Piclomfchen Reichsanstalt für Land« und Forslwirtichast K-o-firoat. (44 W)0 statt 60000 Mark.)
Reichsm-n-ster De. Seme?: Der Kamps um alle -'nschiäaigen Fragen bat sich zugespitzt tu einem Kamps :üc und gegen die ftzvauoswirt'cha't DaS ErnährungS- ministerium Bat den Abbau der letzteren, wie er' vom Wirtschaftsministerium eingeleitet war fortgesetzt. Wir waren bestrebt, vor allem das Angebot an Nahrungsmitteln zu vermehren Bei der A'isheburg der flwrng?- i-'irtschgst für Fleisch und Kartokseln waren llebergrisfe unvermeidlich. Jedenfalls kann der Verbraucher sich rjantitatio setzt besser versorgen und auch billiger, tts es bei dem Schleichhandel und der Sckwar;schlachttntg möalich war. (Widerspruch links.) Der Preirabban kann, nicht willkürlich bei der Landwittfchast k-gonn-n werden,' tenn diese Preise sind nicht vom Zustaich im Inland allein abhängig. Wir müssen an der Zwangsbewtrt- -chaftnna fest halten für Milch, Brot und Zucker. Die deutsche Landwirtsckmft durchlebt eine Krisis elbischer Art. höchstes Verantwortungsgcsübl und sittlicher Ernst müssen bei ihren Vertretern lebendig werden. Das ''Ministerium will durch eine grostzügige Propaganda
Gewissen in diesem S'ttne schärfen. D«e Preis- vrüfungSstellen sind weiter im Abbau. Die Brotgetreide- rrnte des laufenden Wirtschaftsiahres ist gegen das Voriate
um fast 25 Prozent zurückgegangen.
Die Ablieserung, besonders in den letzten Wochen, ist 'cklecht. Die schrankenlose Freigabe der Tenn täte bat den Schleichhandel begünstigt. Eine weitgehende Aus- flärung über die ungünstige Sage unserer Brotgttreitever- rnrgung mib die schlechte Ablieferung soll einfttzen unter Zuhilfenahme der Geistlichen und Lehrer. Tft •Regierung ist entschlossen, die Ernährung der Bepülke-'ung 'icherzustellen. Tie weitere Einfuhr von Bratgetreide wird möglich sein, wenn wir weiter die Porsch-üsfe ans >>'m Svaa-Abkomnvu erkalten. Eine weftere ?-rbAbung her Melckpreise ist fetzt nicht angängig. Demnächst werden Besprechungen stattfinden darüber, welch» neuen Mrst- '•abmen fttr das Dirtschastsfabr 1921/22 zu treffen sind. Die günstige Futierernte hat zwar den Ge-'undheitSzustand de-s Bichs gcbobeu, doch bedürsri» w»r n»ch nach wft vor der Einfuhr von Kraftfutter und von Milch. Ich danke
Die Stiltltr GaftiHläüiigreHerei!}.
£ Zusammentritt am 13. Dezember.
f »b. Berlin, 6. Dez. Beim Borsitzenden der Hmischen Friedensdelegation in Paris ging am U Dezember folgende Note ein:
f »Ich dis Ehre. Ew. Exzellenz mitzuteilen. M die technischen Sachverständigen der Berbünde^ N« stch am 13. Dezember vormittags in Brüssel ■im Zwecke des vorläufigen Studiums der Fr^ge Her Reparation vereinigen, die Deutschland nach Ätzern Beitrag von Bersailles zu leisten verpflichtet M. Die Sachverständigen, die der Zahl nach zwe Wr jedes vertretene Land betragen, werden ihren Legierungen berichten und das Protokoll ihrer Sitzung wird der Reparationskommission mitge- ^tiüt. Da d'e Sachverständ'grn der deutschen Re- Hierung mit denen der Berbündeten zu^ammentagen pllen, wäre ich Em. Exzellenz verpflichtet, wenn kie mir die Namen der Bevollmächtigten der deut ßchen Regierung mit der größten Beschleunigung Hlttteilen würden."
K •
D»r ImtittHetfi« betrigt fit bl« S|«l». Zelle 7b Pt«, «wb 19% M»llckl««, emtll*r urI «witoärtigt 1.— Ät., Stett«»ei«ll» 3.G0 RI. Jeder Ketelt gilt eie FariJbett Del Iwetenft der» die »el»ttt»tzrU« «»» StrmUtlxng »er Ingtbele 71 Vf«. See-, »erzrdihr. — Bei Stltiar« enter 20 Ml. mifitw eit be« Verte für di« R«ch»i», I 187I
berechnen. — P»IUchrckk«nt«: Rr. 601b Veit fiteeltert «. Stete. | 1»4V
Sil U«ihWm Fimuft».
190. Sitzung bet preußiltben Landesversammlung vom 6. Dezember.
Das srans ist schwach besetzt. Vizepräsident Tt, P 0 rfch eröffnet die Sitzung um 11 20 vormittags Der Entwurf betreficnb llebertragung rf.bterllAet ©«• icfcäfte in (strundbuchsachen auf Eerickitsschreiter und die Vorstände bet Katasterämtet wtrd dem Rechtsaust ichust, iiterwiesen. 4
Da» Jiau9 setzt die Beratung beim Haushalt btt Finanzministerium» fort. s
Abg. Bartel, lSo^j: Mr sind dafür, bast be* ffinanzmlnistet grösere Bewegungsfreiheit gegeben werde. ?n diesem Sinne bat sich and) bet Buslckmh ausgesprochen. Die Verwaltung muh vereinfacht werden, es Ist ein Skandal, bah nach Ablauf vt* drei Vierteln be« Steiierjabres bie Steuern noch nicht eingezogen sind. sSehr wahr!) Dem Gesetzentwurf» über die neue Grund- und Eebäubesteuer können et» wenig Geschmack abgewinnen, wir werden ihm ater z» stimmen, weil er notwendig ist. lBetfall bet be* Sozialdemokraten.) 1
Abg. Dr. v. Kries kDt. Rat.): Die Nealeruntz^ sollte sich nicht stüi-en auf Renegaten be« alten Sattem^ j sondern auf die Dienste solcher Männer, die ihr« Cbw - roktersestiakeit bewiesen haben und an deren sachttche»' Tüchtigkeit nicht zu zweifeln ist. sLebbafte Zustimmung rechts.) llnerträglich ist ««, dah die PersonattrageH im Finanzministerium von einem Herrn bearbeitet werden, der mit Privatdienstvertrag anaestellt ist. Da* sollte ein älterer verdienter Beamter verwendet wev» den. Wie stellt sich der Staat zu den früher könlalichech Theatern und Anstaltrn? Wenn mir die EnlschttehunH des Ausschusses, durch die die Stellung des Minister» -zestärkt wurde, grundsätzlich annehmen. |o verbinden wir damit nicht auch unser Vertrauen auch atf den Minister. Tie Benutzung bet Dienst« kraftwagen gibt Anlah zu berechtigten Klagen. Wi» müssen fordern, dah der Jtraftroagenbetrieb lenlralb siert werde. (Sehr richtig.) Zur Hebung de« Rurw ifanbc» bet preußischen Anleihen muh sofort etwa« ge» schehen. Man sollte von ben fährlich an da» Ausland gezahlten fünf Milliarden für Leben,mittel etnigri Millionen für die Zroduktion tünftlidien billigen Dü *, aers verwenden, der den Landwirten gegen bie Ve« pfttchtnng enlfprechender Preirbemeffung zu lieferst wäre. So lange bet gegenroärfige Zustand anhäl^ .können wir nicht wieder emporkommen. Durch dest schwankenden Markkurs wird die stinonzlag« weite» uugiinflig beeinfluht. Die Derhältnisf» haken stch dem ort zugespitzt. dah trotz der ftinanuwt den Beamtest höhere Gehälter bewilligt werden müsien. Wir werdest voraussichtlich nach den ersten drei Monaten be« toiw menbrn Wahres einen Dtskont von 12—13 Vrozenß beben. Dadurch mvh sich der Pulsschlag de« wirtschaft» lichen Leben» gleichfalls verlangsamen. Die Landwirt» schost muh mit Betriebsmitteln und künstlichem Dünge, bivi, beliefert werden. Wenn wir da» Rinann Ministerium stützen, so ist do, kein« Bertrau«n»kunb« geiung für ben Minister. Wir stützen bann di« Jnfti« tution, nickt die Person. Der Perlon gegenüber erfüllt uns tiefste, Mihtrauen. Ohne Aenderung be» Vertaillet Bertrage« kommen mir au« der Finanznot nicht heraus.
Abg. Dr. L e l.b i g (D. Ppt.) warnt, man bfirf» keine zu gtohen Ergebntsie.vom Sparen erwarieir. Tte Frage bet BoamlengehSIter erheische dringend bafblg» 9l«geltMig. Tie Wirtschaftspolitik de» Reiche» alleist kann die Gestaltung unserer Finanzen beetnflufien, ober bislang wissen wir noch nicht einmal, wa« wi, für diese« Iaht vom Reiche an Steueronteilen zu et« ballen haken. £b ter Freibandel da« Problem be» Preisabbau» lösen kann, muh stch zeigen. Wir könnest nicht dauernd Milliarden für Lebensmittel au«oetea, ohne unsere Produktion zn steigern nnb den Waren« abkatz nach dem Auslande zu erhöhen. Geht ein B«» amtet aus politischen Gründen freiwillig ab. s» ist ba» zu verstehen, ein Zwang aber darf nicht ouegeObt werben. Der Stärkung be» Machtbereich« de» Minister» stimm« ich zu, ohne damit dem Herrn Minister pe* sönlich mein Vertrauen ousdrücken zu wollen.
Finanzminister Lüdemann: Hoffentlich ergibt stch bei der Frage der Grschliehung neuer Eteuerquellest eine weitgehende Einigung bet Parteien. Ti« Bo« steuerung ter Rennwetten ist reichsgesetzlich geregelt wenn auch die Hälfte der Einnahmen den Ländern flieht, »Nerding» mit der Ausnahme, dah die erzieltest Summen für die Zwacke der Pferdezucht benutz, wem den musien. Dielleicht kann biet eine Bendeeung ein» treten. (Eine allgemeine Befoldungsreform f8mw einen Betrag von 40 Millionen Mark erfordern nnb til deshalb untunlich. Zur Zeit schweben Verbonblunge« im Reiche fiter da» sogeaannie Reichsoerdröngung!»« gesetz. Deshalb können wir setzt nicht mit einem neuem Besoldungsgesetz kommen. Von den Beamten muh g* fordert werden, dah sie aus dem Boten einet temo» kratisch-republikauilchen Siaalsanschauung stehen. Di«
Sie Si'fkkintMnf.
Argentiniens Ausscheiden.
wb. Gens, 6. Dez. Bei Erossnnng der Völker- ktzndSvtrsammlung verla? Präsident Hymans den Bries k» argentinischen Vertreters Pueyrredons an die kölkerbnnbsversainmsnng. Er keilte mit, daß er ben Empfang des Rrieses bestäligt habe. L»rd Robert Beeil widmete dem Ausscheiden des argentinischen Ksllegen liebenswürdige Worte. Er hal>e, so führte kecil aus, große Sympathie für die Grundsätze der Argentinischen Delegation, der Dölkelbund müsse wachsen. Aber wenn jedes Mitglied eine ähnliche Halmng einnehme wie die argentinische Delegation, dann könne überhaupt kein Parlament arbeiten. Sem kertrauen in die Zukunft fei unerschütlert. Eine War- stung aber müsse er aussprechen: Es sei an der Zeit, wkt den Methoden der alten Diplomatie zu brechen, dann werde der Völkerbund sicher eine Zukunft haben.
Rach einer Meldung der Havar-Llgentur erklärte Puoyrredon, dah die argnetinische Delega- tton in Genf nur ihre Grundsätze verteidigt und dah niemand das Recht habe, zu behaupten, sie habe ßch zum Advokaten Deutschlands gemacht.
wb. Genf, 6. Dez. Die „Tribüne de Gencv^ (djteibt zum Ausscheiden Argentiniens: Wie man vor- BRsfehen konnte, begrüßen die Bereinigten Ttaaten den Rücktritt Argentiniens als eine Zustlmmunz zu Hrem eigenen Borbehallcn. Sie sehen sogar in ihm Hn Anzeichen der Zersetzung. Man fragt sich, ob nicht stvch ein anderer Grund vorliegt und ob dec Rücktritt nicht auf die Eifersucht gegen Brasiliens @tn-
im Völkerbund zurückzusührcn tjL
Det französische Delegierte Viviani erklärte stuf die Anfrage eines Journalisten, h-ß das Ausscheide.-, der argentiiiischrn Drkcgatwn nicht den Austritt aus dem Völkcrbui-de bedeute.
Berlin, 6. Dez. Zur Haltung Argentiniens jschreibt die „Deutsche Tageszertg.": Argentinien ist rtneJ der wenigen Länder gewesen, das auch dank :der klugen Politik feines Präsidenten, neutral bleiben Jbnnte, oh:.e dabei im Geringsten in seiner Selbst- sändigkeit gesährdet zu werde». Es k»nnte sich nach , *t$ Zuiückhaltung der Pereinigten Staaten insalge l fiaet neutralen Stellung und barklber hinaus als 1 emmenbe Großmacht besonders als dazu b-^immt «trachten, in der Richtung eines wirklichen Welt- rreden» entscheidende Schritte zu tun. Es hat diese Mission zu erfüllen vermocht. — In der „Deutschen Mig, 31g." wird gesagt: Zwar hat Argentinien nicht, wie die ersten Meldungen besagten, seinen Austritt tot» dem Völkerbunde erklärt, wozu 10 dem Ser- ka^'ler FrredenSvertrag eine zweij-Hrige Kündigung