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Amtliches Derlllndlgungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (das früher kurheffifche) OVerheffen

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Marburg

Mittwoch. 1. Dezbr

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Engkifch-franzSfifch« Einigung.

Paris, 30. Nov. Ministerpräsident Leygues «rklärte nach seiner Rückkehr aus London Presie- «rtretern, es fei zwischen Frankreich und England eine Einigung über die Volksabstimmung in Ober- schkefien erzielt worden. Die stimmberechtigten Deutschen, die nicht in Oberschlesien wohnen, wer­den nicht zur gleichen Zeit wie die ständigen Be­wohne: der Provinz ihre Stimme abgeben. Zwischen beiden Wahltagen soll ein Zwischenraum von m v. heftens 14 Tagen liegen. Die Absicht, im Weste» z. 3. in Köln abstimmen zu lassxn, wurde sollen gelassen.

wb, Beu tben, 30. Nov. Tie deutsche Presse s kserschlesiens lehnl einmüig und gesch ossen die enq- NsS-französiscben Vorschläge hinsichtlich einer Ab- Wmmung in Köln als auch einer zeitlich und örtlichen itnmrnrng der oberschlesischen Volksabstimmung ab. t tob. Kattowitz, 30. Nov. Auf das Gebäude i ki Rybinker Stadtblattes wurde gestern abend ein Bombenanschlag verübt. Es wurde großer Sach- $6ict»cti angcrichtet. Ofsinb-ir bündelt es sich um einen Racheakt. Vorgestern abend explodierte am Bahnhofsgebäude von Oberjastrzemb eine Bombe, die tchedsichen Schaden anrichrcte. Man nimmt an, dcß

sich um einen Racheakt gegen den Bahuhofsnor- hcher handelt.

Mm lir die otMMe Wimm

9« Oberschlesien. wo demnächst über die Zugehörige stst zu Deutschland abgestimmt werden soll, stebt der Feind |g fenfce. Tie polnische Propaganda wüblt dort in ^gehemmter Weise unter dem Schutz des französischen Militarismus. Diese Gefahr ist nicht zu unterschätzen, sie Mht einer wirklich unparteiischen Willenskundgebung der ^erfchlesischen Bevölkerung hinderns im Wege. Nach dem zernichtenden Mißerfolg ihrer Sache in Ost« und West- kmrßen, wo eine wirkliche Volksabstimmung gewähr« fefiet war, setzen die Polen nun alles daran, in Ober- Melien den wahren Willen der Bevölkerung nicht zum Ward ruck kommen zu lassen. Der deutsche Abstimmungs- Wmmissar in Oberschlesien hat deshalb mit vollem Recht ßtzAuSwei jung des Polensührers Korfanty gefordert. Dir Brutalität, mit der dieser Vorkämpfer des Polcn- jriiS öorgeht, ist aus früheren Zeiten, als er noch in chen Parlamenten saß, bekannt. Seine Anwesen- i« Oberschlesien ist gleichbedeutend mit einer Vcr- chnng der Volksabstimmung.

Ki diese« Gefahre«, die iw Oberkchlesie« selbst liegen, wrmt noch eine weitere hinzu: Bekanntlich richten sich e|te Wühlereien der Franzosen und der Polen gegen das isttmmungsrecht der Oberschlesier. die in Oöerschlesien sind, aber nicht mehr dort wohnen. Man hat j Heimattreuen Oberschlesier mit der Drohung ein- izrschLchtern versucht, ihre Anwesenheit werde in Ober- lesirn zu schtveren Unruhen führen. (Bei 20 000 Mann satzungstruppen mit 2000 Panzerioagen!) Es soll nun Ht London eine Verständigung zwischen England und Arankreich zustande gekommen sein und zwar mit dem daß man den Heimattreuen Oberschlesiern eine Nachträgliche Abstimmung gestattet und zwar in Dberschlesien oder in Köln. Beide Möglichkeiten sind Kr die deutsche Sache eine außerordentlich große Gefahr, ifccü.i man die Heimattreuen Oberschlesier erst nachträglich if! Abstimmung zuläßt einerlei, ob in Oüerschlesien Iber in Köln so ist höchst wahrscheinlich, daß ihr -stAmmrecht von dem Ergebnis der eigentlichen Ab­stimmung in Oberschicsicn a b b ä n g i g gemacht wird. k?llt liefe eigentliche Abstimmung gegen Polen aus, so -Wird pian vermutlich nicht gestatten, daß die heiniat- teuen Overschlesier das erste Votum durch ihre Stirn» kMruübgabe noch verstärken. Sollten sie aber bei km ungeheuren Druck, unter dem die Abstimmung in Lberschlesiin steht, etwa das Zünglein ander Wage ksten, so wird man sie erst recht au- schalten.

Die Verwirklichung dieser die Abstimmung zuungunsten De-rcschlands beeinflussenden Pläne stünde in vollem Kiderspruch zu den Bestimmungen des Friedens- »rrtrages, wo es in 94 dem Anlage betr. Ober- sthlesien heißt:Jeder stimmt in der Gemeinde, in der itt seinen Wohnsitz hat oder, wenn er seinen Wohnsitz iricht in dem Gebiete hat, in der Gemeinde, in ster er geboten ist. Du» Wstmu»nrtg«e,gebms wird zemei-rdeweise, und zwar »ach der Mehrheit in jeder Amnude, festgestellt."

Sie SilkriMlstitm

»b. Genf, 29. Nov. Auf der Tagesordnung Met heutigen Sitzung des Völkerbundrates stand M. <l die Ernennung eines Nachfolgers für Sir kleginald Tower für da» Amt eines Oberkommif- J«t9 in Da nz i g. Die amtliche Mitteilung ent­halt keinerlei Aeußerung zu dieser Frage. Zur Frage der ständigen Mandatskommission und des Briefes des deutschen Reichsministers de» Aeutzern Mder Eupen und Malmedn wird nur mitgeteilt, M im ersten Falle ein Bericht, im zweiten Falle et Wortlaut eine» Antwortschreibens angenom- ^Mkei, Wurde«

tob. Genf, 27. Nov. Heute wurde der am 35 November vom Völkerbundsrat angenommene Beicht über die Organisation des internationalen Truppen­kontingents für das Wilnaer Gebiet den Mitgliedern des Völkerbundes zugestellt. Demnach würde das Kon- tingent eine belgische Kompagnie, je zwei englische, spanische und französische Kompagnien sowie außer­dem noch nicht festgesetzte dänische, norwegische und schwcdische Kontingente umfassen. Der Bericht hebt hervor, daß die englischen und französischen Kon­tingente von Danzig und Memel aus gleichzeitig am 1. Dezember in Wilna eintreffen sollen, ohne das deutsche G-biet zu berühren. Die anderen Kontin­gente kommen ad 1. Dezember in Danzig an.

wb. Paris, 29. Nov. Nach einer Havas-Mel­dung aus Genf soll die nächste Ballrersammlung des Völkerbundes im September des kommenden Jahres in Gens stattsindrn.

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Deutschland, Südtirol und Italien.

Auf die Anfrage des Abg. Dr. Stresemann im Reichstag wegen der Aeuß-rungen des Außen­ministers Dr. Simons über Südtirol und deren ungünstiger Ausnahme sowohl in Südtirol als auch in Italien und des Eingreifens des deutschen Bot­schafters in Rom v. Beerenberg-Goßler hat Dr. Simons eine schrifll ch» Antwort erteilt. Danach hat er durch den Botschafter in Rom eineAuf­klärung" über seine Alnißerungen abgeben lassen, in der er sagt, tr habe es für nötig gehalten,zur Ver­hinderung des Eniflchens einer narional frischen 3ne­ben ta zu betonen, daß sich das Interesse Deutschlands an Südtirol auf kulturelle Beziehungen beschränke, und darauf hinzuweisen, daß die gegenwärtigen Gren­zen Italiens anzuerkennen seien." De butidr llkegierung glaube, mit der italienischen Regierung in der Auffassung einig zu fein, daß der deutschstäm­migen Bevölkerung Südtirols ihre Eigenart auf sprach­lichem, geistigem und kulturellem Gebiete gewahrt werden solle.

Weiter heißt es in der Antwort, der deutsche Bot­schafter in Rom habe weder dem italienischen Gouoer- neur in Südtirol einenEntschuldigungsbrirf" g--- scbrieben, noch die Lage der deutschen Einwohner von Südtirol fürglänzend" erklärt, noch die Worte des Außenministers al-fenttme:t*a'e Aeußerung-n" be­zeichnet. Dagegen sei dem Sekretariat des Gouver­neurs die Abschrift eines Schreibens zugesandt, das der Botschafter an die römische ZeitungTri­buna" gesauot habe. In diesem versicherte der Bot­schafter, daß der deutschen stkeg'erung die Unterstützung einer Irrcöruta ganz fern liege. Man wisse bei uns, daß die unter italienischer Herrschaft stehenden Ele­mente andersfpracklichen Ursprungsstets fein­fühlig behandelt" worden seien. Uns komme nur ans die Aufrechterhaltung der gefühls­mäßigen Beziehungen zu den deutschstämmigen Be­wohnern Italiens an, und daS habe der Minister sagen wollen.

Von der Notwendigkeit auch dieses Brieses werden weite Kreise nickt überzeugt fein.

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wb. Berlin, 30. Nov. Der. deutsche Botschiftn: ht Rom trifft in den nächsten Tagen zur Besprechung einiger schwebender Fragen in Berlin ein.

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Die Sinnfeiner-Bewegung.

wb. Amsterdam, 30. Roo. Reuter meldet aus Dublin: Da« vormalige Hauptquartier der Sinnseiner ist erneut durchsucht worden. Zahlreiche Personen wur­den verhaftet.

wb. Amsterdam, 30. Nov. (Reuter.) In Dublin wurden die Geschäftsräume desFZeemans Journal" um Mitternacht von einer Bande bewaffneter mas­kierter Männer angesteckt.

wb. London, 30. Nov. (Reuter.) Eine in der Nähe der London-Brücke kurz nach Mitternacht erfolgte Explosion richtete geringen Sachschaden an.

Scharfe Bewachung in London und Manchester.

Kopenhagen, 30. Nov. Aus London wird ge­meldet: Das Unterhaus war beule für Besucher qeschlos sen. Wer hineinkam, myftte sich untersuchen lassen. Für Frauen war der Zutritt überhaupt verboten. Das Haus verhandelte über die irische Frage und die Sicherheit». > Maßnahmen, die zum Schutze der Regierung getrosten werden sollen. Die Mitglieder der Regierung.und ihre Familien emfangen fast täglich Drohbriefe. Westminster wird.Tag und Nacht auf das strengste bewacht, wei! man einen Angriff auf die historische Kathedrale be­fürchtet. Auw in Manchester ist man auf einen Angriff vorbereitet. Die ganze Stadt wird bewacht, namentlich die Gas- und Elektrizitätswerke, ebenso auch die Ellen bahnstationen. Unter den Arbeitern in Manchester gibt es viele Irländer, und man befürchtet, daß sie mit den Sinnfehlern zusammenarbeiten werden.

Klerhängung des Kriegszustandes über Liverpool.

Paris, 30. Nov. Havas meldet aus London, daß Ihr Liverpool der Kriegszustand rrtlärt worden ist.

Ter deutsch-russische Gefangenen- Austausch.

wb» B e r l i n, 30. Rov. Die Reichszeniralstelle :ür Kriegs- und Zivilgefangene teilt mit: Seit Beginn des Eesangenenaustausches vom Mai d. Z. ind insgesamt 92 682 Heimkehrer aus Rußland und Sibirien in Deutschland eingetroffen. Darunter befinben sich 28 556 Reichsdeutsche, von denen 25 597 und 2959 über Wladiwostok in der Heimat angelangt sind. Die Zahl der aus Deutschland ab- transportierten Russen betrug rund 108000.

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* Näte-NMand.

Die Rigaer Verhandlungen.

wb. London, 30. Nov. (Reuter.) Die letzten Telegramme aus Riga besagen, daß die Verhandlungen zwischen Polen und der russischen Rätecegiemnz keines­wegs einen guten Fortgang nehmen. Die Sowset- regierung habe eine neue Note an die polnische Re­gierung g-richtet, in der sie Polen Bruch des Waffen­stillstandes vorwirst. Ties uf.rb als ein Berschttp- pungsmanöver augeschen.

Die Armee Wrangel.

wb. Marseille, 30. Nov. WiePetit Pari- fien an3 Marieille meldet, werden von dort zwei

große Passagierdampfer abgehen nach- Koustauiinooel, um zwei Divisionen der Armee Wränget abzuhole^, die vorläufig in Algier und Tunis unteczebracht toty den sollen. |

Russische und deutsche Bolschewist««. \

Rostock, 30. Nov. Aus dem Russen-Gesangen«» lager in Parchim sind wieder 33 Russen aus gebro­chen. Eine Untersuchung des Gefangenenlagers ergab, daß eine verbotene drahtlose Verbindung zwi­schen Deutschland «nd Moskau und ein unerlaubter H» Ttftet Verkehr der deutschen Kommunisten mit den Ge­fangenenlagern der tot« Truppen bestehen muß.

Helfingfors, 29. Rov. DiePrawda" teilt mit, daß die deutsche Kommunistenpartei der russisch« Kcten Armee anläßlich ihrer Siege in Süd-Rußland ein Glückwunsch-Telegramm gesandt habe, ht dem der Hoffnung Ausdruck gegeben wird, die russische Rot» Armee möchte baldigst in engste Fühlung mit des Roten Armee der Deutschen Republik gelangen.

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Polnisch-litauischer Waffenstillstand.

wb. K o w n g, 30. Nov. Der Wafsenstillstands- vertrag wurde am 27. November unterzeichnet. So» mit sind die Feindseligkeiten zwischen der litauische» Armee und der Armee des Generals Zeligowskt eingestellt. Zwischen den beiden Armeen wird eiM neutrale Zone festgesetzt.

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Annahme der preußischen VerfassL'ng

Berlin, SO. Nov. Das Parlament in der Prinz Albrecht-Straße hat schon lange nicht einen so stür­mischen Tag erl"bt wie heute. Zum VerfafsungZgesetz lag ein soziaidemolratischcr Antrag vor, der eine Neber- eignung des Vermögens der Hohenzottern an die Re­publik Preußen ohne Entschädigung verlangt. Ter Genosse H e i l m an n begründete den Antrag mit einem großen Aufwand von SSorlen. Aus politischen und aus juristischen Gründen ist er gegest eine Ent­schädigung der Hchenzollern. Er befürchtete, daß die Westmächie uns keinerlei Erleichterungen bei der Ent- schädigungszahlung gewähren werden, wenn die Hohen- zollern die sestgcsctzte Tlbsindungssnmme bekommen, und puristisch haben die Hoheuzol.ern keinerlei Ersatz­ansprüche auf die beschlagnahmten Güter, denn, wie Hellmann auseinanderfetzt, ist das meiste bereits Staatseigentum gewesen. Ter ganze Ab-indungsver- gleich mit den Hohenzollern beruht nach Heilmann aus falscher juristischer Grundlage. Diese W'isheit, vorgetragen mit dem.Temperament eines Fanatikers, ist osfeusichtlich weniger für das kritisch veranlagte Anditorinm im Parlamentssaale bestimmt, als zum Fenster hinausgeiprochen. Mft dieser Meinung, die keineswegs nur auf den Bänken bet Neckten geteilt wurde, hielten die Redner der verschiedenen Parteien, Dominien- für die Demokraten, Oppenhoff für da- Zentrum nicht zurück. Als der Dcutschaaiio- nale Tu Kaussmann schwarz schwarz und den sozialdemokratsichen Antrag Agitationsstosf für die Wahlen nannte, erhob sich ein gewaltiger Lärm auf der Linken, der ibn Satz für Satz begleitete. Die Aufregung steigerte sich immer mehr. Fuchcelnde und schreiende Menschen umdräng en das Recnerp ilt.- Die Glocke des Präsidenlen llang hilflos in dem 2arm. Von der äußersten Linken her flogen ein paar zu- sammengebaltte Papierlnäuel gegen den Redner. Der Präsident mußte schließlich die Ätzung inj eine Viertel­stunde schließen. Dann konnte Dr. Äauffmann seine Rede bcenten, umlagert von Adolf Hoffmann. Als er fclbs zur Tribüne emporstieg, leerte sich der Saal zusihends, auck auf der linken Serie. D e Aussprache mündete schli-ßlich immer mehr in per>ünlicher Aus­einandersetzung zwischen den Abgeordneten. Tr. v. Richter, Ludwig, Hellmann und Herzt. Die Abstimmungen ergaben die Ablehnung dos sozial- temokratischcn Antrages auf Uebereignung des Ver­mögen« bet Hohenzollern und die Annahme der 8er» fafjunj.

Sitzungsbericht.

184. Litznn« ber preußischen Landelvet- sammlangvom30. November.

Trinbent Leiner t eröllnet die Sitzung um 11 Nhr 25 Min. Auf der Tagesordnung siedl die 3. Beratung einet Verfassung M Freistaat« Preußen. Die Beratung wird bei $68 fortgesetzt. ,n dem ein Antrag ['m- «child (Soz.) auf Uttemgrung bei vermögen« der k>oden,o llern an die RcpublU Preußen ohne

Entschädigung erlassen, um damit den Sclllosiberrn von Amerongen abxnfinden. AnaesiÄt« dieser Sachlage habe« wir im Rechtsausschuß beantragt, zunächst den Minisiek des Aenßeren zu hören Diese Forderung ist umso bo> rechtiater, als der ehemalize Reichskanzler Müller er­klärt hatte, daß die Außenpolitik erheblich erschruert werb«, wenn die Bermögensabsiichung oer Hohenzollern in ver geplanten Art durchgefübrt werde, ltzört! Hört! link«.) Dc-r bürgerliche Block, der sich während der Verhandlungen gebildet hat, hat unsere Ansicht fedoch glatt abgelehnt. Was soll nun aber geschehen, wenn die Güter der Hohen- tollern. die in den abgetretenen Gebieten li-aen, van den Feinden Mcbiagnabmt hierben? Daraus antwortet« der bürgerliche Black: Dann muß tzas Reich Entschtwi- gung leisten. (Hört! Hört! links.) Dementsprechevtz haben wir im Reichstag den Anirag eingebracht, den Hohenzollern für die Beschlagnahme keinen Eriatzan« lpruch zu gewähren. Daraus ist die Veschlußiassung an«» gesetzt woicken. (Höri! Hört! linkt.l Der Abg. Opve » ho sf bat rrfiärt, da« Zentrum fei keine prinzipiell« republikanische Partei, und auch oer Adaeordnete Metze« (Dem.) hat eine ähnliche Erllärung abgegeben. Wir danken nicht daran, die Entschädigungsfrage lleinlich oder gehässig zu behandeln, denken auch nicht daran, di» saobenzollern ohne angemesienen Unterhalt iu lassen. Für diese Großmütiakeit unterer Ansiasiung müßten Sie uni dankbar fein. Nach strengstem Recht würde Wilhelm ll.

keinen Pfennig bekommen.

(Lebhafte Zustimmung links, Widerspruch rechts.) Be­denken Sie auch, daß wir vielen, die mehr wrtoren haben al« die ehemaligen Fürsten, keine ausreichende Unter» stützmtg gewähren können. Ich erinnert an die Krieg«- beschädigten und an die Ausländsdeutschen. Als e« sich um die Entschädigung des König« von Hannover und »e« Kurfürsten von Heften bandelte, da bat auch Bismarck den Stanopunkt vertreten, daß Dotationen nicht auf Kosten »e« Landes gewährt werden dürfen. Bismarck bat gerat*» ,u ausgesprochen, daß man überbauvt nicht« schuldet, daß nmn nur ein Beispiel von Großmut geben solle. Zwar bat Wilhelm II. auf die Krone verzichtet, aber schon zeichnet er wiederWilhelm Rer". Bewußt »vielen di» Hohenzollern eine Prätenoentenrokke. Dafür wollen wir das Geld de« Staate« nicht noch hingeben. Sie sollen nicht hungern, aber e« soll auch die Republik gesichert werden. Auch juristiich läßt sich ber Vergleich nicht halten. Ob Sie unseren Antrag annebmen oder nickt, die S)auM» loche ist. daß ein neuer Bergleich kommt «ui Grund ber richtigen Rechtsausfaftung, für die der Demokrat S ch ü ck i n g moßgedenbe« Material aufgestellt bat.

wird sich heran-stellen. baß eine Milliarde t%erm6acn brr Hohenzollern nicht bestanben bat Auch die Iustft« pftege muß auf eine andere Grundlage griiellt werden. Sie darf nicht länger die Dirne des Staate« feto.

Große Unruhe recht« und im Zentrum l Sie darf noch weniger berabgerojlibigt werden »ur Dirne der Reaktion.

Wiederholter Lärm recht«. Pfut-Ruse. Gegenruse von link«. Minutenlanger Lärm.)

Geheimrat fielet vom Iustiiministerivm: Die Eon»« Mission war nicht einlettig rusammenaesetzl. sondern do» stand außer den Brrtrtiern bei Justizministerium« au« Vertretern be«taat«ntiniftenura«. de« M misten um« de« Innern, de« LandwiNschaitl- und Ftnonzmintsto» rioms. Diese Männer haben ihre Pflicht getan auch ans Grundlage, de« Reckt« (Beisall rechts, Unruhe Itn!*.J

Zu 868 der Verfassung liegt ein Antrag Dr. Potlch (Z.) vor. Danach sollen die bildet vom Köntg gegen fite« den Religionlgeiellschaften au-geüdten Rechte im StnM bei Artikel« 167 brr Rcichsveriasiung geregelt werd-n. Tie Befugnisse, die nach den früheren Geiegen, So rrbnungen und Vertrügen dem König zu standen, geben auf das ktaotsministerium über. Ter Antrag am*

politischen Tragweite. Erst kürzlich bat eine Pariser

Leitung «klärt, ptt Enteulr würde Drutschläub lautuuui Streichung Itua letzte» Ldiatzes, wonach i8ech«,

Entschädigung borlirgt

Abg. Heilmann (Soz.s: Dir haben die Sacke der Abfindung der Hodenzollern nie al« ein: rein juristische Sache betrachtet. Die Frage ist von bet größten außen-