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AmtNches Derkllndkgungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberhessen

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Mittwoch, 24. Novbr. lNede!»«».)

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55.311«.

1921

Eraiiel eni Mt LtWsßlr.

' Frankreich läßt die Hoffnung offenbar immer ggch nicht finken, der russischen Sowjet-Reg erung «uf militärischem Wege beizukommen. Es geht des- igli mit dem Plane um, die Truppen des Generals kränge!, die von der Krim nach Konstantinopel ent- fommen find, wieder gegen Trotzki auf die Beine zu sitllen. Wrangel selbst erklärt, er sei bereit, wieder gegen die Bolschewisten zu Felde zu ziehen. Es Bäre also immerhin möglich, daß die französische Negierung, der ja die militärischeEloire" als Leitstern voranleuchtet, allen Rückschlägen zum Trotz doch wieder das Schwert gegen die russische ßswjst Regierung führen läßt. Das Kriegführen wird ihr ja, solange Deutschland die H a u p t l a st tzrs französischen Militarismus tragen muß, nicht ^nderllch schwer. Wie sehr hier die Wege Frank­reichs und Englands auseinandergehen, wird immer offensichtlicher. Zu derselben Zeit, in btt Frankreich die Wiederaufnahme einer kriegeri­schen Unternehmung gegen Moskau erwägt, sind in London die wirtschaftspolitischen Verhandlungen zwischen England und der Sowjet-Regierung dem Abschluß ziemlich nahegekommen. Die Gegner die­ser Verhandlung, die, wie Churchill, mit Frankreich in das kriegerische Horn gegen Moskau stoßen, haben ihre Sache ziemlich verloren gegeben. Es wird also, wenn Wrangel wirklich wieder gegen Rußland auferstehen sollte, zur selb-n Zeit viel­leicht der russisch-englische Handelsverkehr in Gang kommen. Für uns Deutsche genügt es, diese Eogeu- siitz« im Auge zu behalten. Irgend welche weit- -reifends Schlüffe daraus zu ziehen, wäre verfrüht.

Mrangel beschuldigt die Verbündeten.

tob. Amsterdam, 23. Nov. In einer llnter- «dung mit dem Konstantinopeler Berichterstatter betDaily Mail" erklärte K'neral Wrangel, die politische Blindheit der Verbündeten sei an feiner Niederlage schuld.

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/ Neue Mobilisierung der Räteregierung.

Helsingfors, 2. Nov. (Tel.-Union.) Hier eingetroffene Flüchtlinge "'rrichtei, daß die Sowjet- »egierung die Mobilmachung aller Männer vom 17. tie 40. Lebensjahre angeordnet hat.

r Polnisch-litauischer Waffenstillstand.

Berlin, 23. Nov. Zwischen Polen und Litauen ist ein einstweiliger Waffenstillstand ab- Jejchloffen worden.

, Schwedisch-russische Handelsbeziehungen.

wb. Sotckholm, 23. Nov. Der Vertreter der Lowjetregierung teilt mit, daß mit zwei Dampfern in. Reval rund 20 000 Klgr. reines Gold nach Stock­holm gebracht würde, was einer Summe von 60 Millionen schwedischen Kronen entspreche. Die Bowjetregierung beabsichtige noch mehr Gold -ach Schweden zu schicken sowie Holz und Naphta als Kompensation für die Ankäufe, die Rußland in Schweden machen wove. Diese Lieferungen bangen indessen davon ab, ob die Verhandlungen mit der Mw difchen Negierung über die Zusammensetzung itx russischen Handelsdelegation einen befriedi- ?f"? Verlauf nehmen werden.

Oberschlesien.

A« 17. Januar Volksabstimmung?

Breslau, 23. Nov. Von zuständiger Seite hl Oppeln wird derBreslauer Morgenztg." be^ ßktigt, daß die Abstimmung in Obcrschlefien Mon- tog, 17. Januar 1921 stattfinden wird. Die deut. Mn und polnischen Angestellten der interalliierten Xsmmisfion haben ihre Kündigung zum 1. Februar erhalten. Nach einer anderen Meldung wird der ^bftrmmungstermin erst in Paris festgesetzt.

Lberschlesifche Industrieaktie« ie französischen Sünden.

Amsterdam, 23. Nov. Ein Berichterstatter brs.Handelsblad" in Deutschland meldet, daß in bk-r letzten Wochen erhebliche Mengen Aktien von «brrschlesischen Industriellen in französische Hände kberxegangen seien. Die Ankäufe erfolgten meist Umwegen über die Schweiz, Holland und an- bet» Etaatei. Die Aufkäufe, die sich nicht nur aus Anteile von Eisen- und Stahlwerken beziehen. Indern auch auf andere Jndustriekonzerne Ober- lchlefiens erstrecken, dauern fort. Durch den hohen ber französischen Valuta werden sie begün- st'-S-. und es ist den Ankäufern möglich, die deut- -chen Aktien weit unter pari zu erwerben. Man Plsubt annehmen zu können, daß es den franzö- K.chen Zntereffengruppen bisher noch nicht gelun- 8"^ ist, Anteile in einem solchen Umfange an sich N bringen, daß die Selbständigkeit der in Betracht Amwrnden Werks aefährdet erscheinen könnte.

At int ii rrikbnlnt.

Volksabstimmung am 5. Dezember.

wb. Par-is, 23. Nov. Nach einer Havasrnel- dung aus Athen hat die Regierung beschloffen, zur Beschleunigung der Rückkehr König Konstantins unwiderruflich eine Volksabstimmung aufgrund der letzten Wahllisten zu veranstalten. Nach der Negierun-gspreffe wird sich Ministerpräsident Rhal- lis nach den Hauptstädten lyt Verbündeten bege­ben, um direkte Verhandlungen anzuknüpfen. Die Volksabstimmung findet am 5. 12. statt.

Die Westmächte drohen mit Strafmaßnahme«.

wb. Paris, 23. Nov. (Haras.) Ter Lon­doner Mltaibeiter desPetit Par'.sien" meldet, daß Schritte getan wurden einerseits in Luzern bei König Konstantin, andererseits in Athen bei Rhal- lis, um diesem in aller Deutlichkeit zum Ausdruck zu bringen, daß England die Rückkehr des enr- thronten Königs nur sehr ungern sehen würde. Falls d-sfe Warnung unbeachtet bleiben tollte, dürfte Criechenland'wohl nicht mehr darauf rech­nen, alle die Gebiete zu behalten, die ihm durch den Frirdensvrrtrag von Shores zugesprochen worden sind. Man ist in London der Ansicht, daß dieser Schritt schon seine Früchte getragen hat.

Wie dasEcho de Paris" mitteilt, hat die fran- w'fifche Reg'erung an die englische Regierung das Ersuchen gestellt am Donnerstag, also vor dem Zu­sammentritt der neuen griechischen Kammer, eine franwsisch-engli'che Erklärung zu veröffentlichen, um Griechenland wiffen zu laffen, daß es bei einer Rückkehr König Konstantins n i ch t m e h r auf die guten Dienste und auf den Beistand von Paris und London rechnen könne. Für den Fall, daß es not­wendig sein sollte, scheine die französische Regie­rung gewillt zu sein, die Kundgebung allein zu erlassen.

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wb. Athen, 23. Nov. Aus offizieller Quelle erfährt man folgende Mitteckungen: Die Negie­rung hat bekannt gemacht, daß das neue Ministe­rium durch die Wiedereinstellung dcrjen'oen Of­fiziere, die wegen ihrer politischen Ansichten aus dem Heere entfernt worden waren, keinen Offizier bfi» Heeres benachteiligt hat. Sie werden nicht nur weiter beibehalten, sondern b batten auch ihren Rang. Die wieder eingestellten Offiziere ver­langen, der Front zu dienen.

wb. Athen, 23. Nov. In Beantwortung der An­frage der verbündeten Regierungen erklärt die Re­gierung', daß sie gern in Athen einen Teil der Trup­pen Wrangek» äufne bat en wird.

wb. Paris. 23. Nov. Der Gemeinderat von Paris hat an Venizelos eine, Sympathieadresse gerichtet und beschlossen, eine Straße in Paris nach ihm be­nennen zu lassen. Wie dasJournal" mitteilt, wird Marschall Fach den Ministerpräsidenten Leygues auf seiner Reise nach London begleiten.

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Str Mtlstu ii Srieel.

Erregte Szenen im Unterhaus. Die Lage i« Dublin.

wb. London, 23. Nov. Das Unterhaus nahm gestern unter tiefstem Schweigen eine Erklärung des Untersiaatssekreiärs für Irland. Ereen- wood, über die Ermordung von Offizeren in Dublin entgegen. Nach Verlesung des Berichts kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Nationalisten und einem Unionisten. Trotz der Be­ruhigungsversuche der übrigen Abgeordneten ge­rieten die Beiden derart aneinander, daß die Sitz­ung aufgehoben werden mußte. Rach Wiederauf­nahme der Verhandlungen erklärte Lloyd George, daß die Regierung fest entschloffen sei, der Verschwörung und den Mordtaten ein Ende zu bereiten. Der Abgeordnete, der den ersten Zwi­schenfall verursacht hatte, erhob sich darauf wieder, um eine Frage zu stellen. Die übrigen Abgeord­neten wollten ihn am Sprechen hindern, wodurch ein neuer Tumult entstand, der nochmals zu einer Unterbrechung der Sitzung führte.

Die englischen D'ätter melden aus Dublin, daß das Militär nach Umzingelung der Stadt jeden Fußgänger, Fuhrwerk und Dahnverkehr stillegte. Di» Truppen besetzten die Hauptstraßen. Es fan­den Slraßenkämpfe zwischen den Streitkräf­ten der Regierung und irischen Freiwilligen statt. Auf beiden Seiten gab es Verwundete. Amtlich wird in Dublin bekannt gegeben, daß bet Lord­mayor die Polizei um Schutz ersucht habe. Da keine städtische Polizei und keine königlich irische Polizei verfügbar war, wurde ein Trupp Hilfspolizei zum Schutze des Lordmayors entsandt. In Cork wurde ein Detektiv von Sinnfeinetn entführt. Die Dür- get von Cork wurden mit Wiedervergeltungsmaß, nahmen bedroht, wenn der Entführte picht zurück­

gebracht würde. Zwischen Dublin und Limerick wurden zwei des Mordes an Polizisten Angeklagte, aber freigesprochene Zivilisten erschossen, ein ande­rer schwer verwundet.

wb. Dublin, 23. Nov. Die Stadt ist ruhig Der Zugverkehr ist eingestellt, ebenso der Automo­bilverkehr in den Straßen. In Dublin ist keine Zeitung erschienen, auch die englischen Blätter sind nicht eingetroffen. Die Offiziere, die in Hotels wohnen, haben Weisung erhalten, sich in den Ka­sernen zu begeben.

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wb. London, 22. Nov. (Havas.)Daily Ex­preß" teilt mit, daß Lord Milliugton anstelle von Lord Chelmsford zum Vizeköni» von Indien ernannt worden ist.

wb. London, 23. Nov. Im Unterhaus antwortete Sir Robert Horne auf die Frage, wie hoch sich der Ge­samtwert der Ausfuhr aus dem Vereinigten König­reich nach Deutschland während der ersten neun Monate dieses Jahres belaufe, an Daumwoll- und Manufakturwaren stelle er sich auf ungefähr 15 Mill. Pfund.

wb. Amsterdam, 23. Nov. Nach einer Blätter­meldung aus London ist General Townshend, der Verteidiger von Kut-el-Amara, bei der Ersatzwahl in Mrekin mit 14 505 Stimmen gegen 10 600. die der Ar­beiterkandidat erhielt, ins Unterhaus gewählt worden.

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flie N'MMMW.

wb. Genf, 23. Nov. Zu Beginn bet hcn.tigip Vel'erlunbsveickammcktng teiPe'ident Hyman? die Zulammensehu'ig her Kommission für Armenien mit Dann wurde ein Antrag Lord Cecils awe- nommen, daß die Dokumente über den litauisch- volnifchen Konflikt in vollem Umfange von "em Völk-rbund?riu veröffentlicht werden, wobei ent­sprechend einer Anregung Lord Cecils der Völkerbunds- rat gleichzeitig ein Urteil darüber abgeben soll, ob nicht di» eine Partei (Polen) L'e Bestimmungen des Völker- bundsvcrtrages verletzt habe. Der volnifche Dele- gierte erflärfe sich mit der Veröffentlichung aller Doku­mente einverstanden und bemerkte, daß für Polen kein Grund vorliege, auch nur das Geringste zu ver­bergen. Barnes (England), verlangte Auskurift da­rüber, warum der Völkerbundsrat der Vötksrbuuds- rersammlnng nichts über die Gründe gesagt habc, weshalb er im polnisch-russischen Konflikt nicht ein­begriffen habe. Barnes verlangt, der Völkerbunds- rat solle Schritte unternehmen, um die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zwischen Polen und Rußland zu verhindern.

In der Sitzung der AbrüstnngSkommission erklärte Leon Bourgeois, daß vor der Durchführung der Abrüstung die Entwaffnung Deutschlands durchgeiLgrt und folgende vier Voraussetzungen erfüllt sein müssen: 1. Vollständige Ausführung des FriedenS- verrrages. 2. Organisation einer ständigen obligato­rischen Kontrolle über alle Rüstungen. 3. Vorlage eine- Beruht- der besonderen militärischen Kommis­sion. 4. Austausch aller die militärischen Rüstun­gen bett. Angaben durch alle Möchte.

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Kongretz der christlichen Gewerk­schaften.

wb. Essen, 23. Nov. Auf dem Kongreß der christlichen Gewerkschaften wurde eine Entschließ ne angenommen, die die Schaffung eines einheitlichen ArbeitZrechtes fordert und verlangt, daß zur Lösung der gesetzgeberischen Ausgaben auf diesem Gebiete die christlichen Gewerkschaften h-range;ogen werden. Auch ein Antrag Behm, der die Umgestaltung del Heim- arbeitergesetzeS und dec reichsgesetzlichen Krankenver« ffchening der Hmisgewerbetreibenden im Rahmen der Reick'sverficheruiigsordnung fordert, wurde einstimmig angenommen. Eine die Sicherung beS Existenzmini­mum- für Staatsbeamte fordernbe Entschtietz >ng, wo- für sich Minister Siegerwald aussprach, wurde eben- fall- einstimmig gngenommen. Auf Grund des Re­ferats des Beibai ds.o s x-'^kn Otto-D-f'e darf üvei die Heranbildung des Nachtvuchses in Betriebe» und Aewerlschaften wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, die die Förderung der gewerblichen und fachlichen Au-bi!dung des Le-r ingrnachmuch'es und sein« Einglleixrung in da- christliche Gewerkschaft-- leben fordert. Angenommen wurden ferner Ent­schließungen über die Schaffung au-reichender Au-- und Fonb ldungsm"glichlelten für die werbliche Ju- geird, die Notwendigkeit alsbaldiger Einbringung eines 5)an-angest.'lttengejctzcS, b.e Förderung der staatsbür­gerlichen und Fachausbildung der LanojuzeiiS. Zn einer Erklärung wie- der Vorsitzenden des bayerischen Landtages, KSni gsbaur, die Gerüchte über an­gebliche Lo?'Sfung-bestrebunqen im bayerischen Volke anf das schärfste zurück. Weder has bayerische Volk noch die kaycritche Regierung, noch der bayerische Land- iag dächten daran die Einheit des Reicher auiu«

testen. Bayern halle eZ nicht nut für seine Pflicht, sondern für sein eigenes Interesse, auch in der geil der Not die Einheit deS Reiches unbedingt zu ver­teidigen. Verlangt werden müsse allerdings, dah back staatliche Eigenleben der einzelnen Länder nicht uute» Hunden werde.

Der Plan einet christlich-natlsnaleu Volkspartei.

In seiner großen Rede auf dem christlichen 6* werkschastskongteß In Essen stellte der preußische Wohlfahrtsminister Stegerwald (Ztr.) die Zusammenfassung aller christlichen, nationalen und sozialen Kreisen in eine große christlich-nationale Volkspartei in den Mittelpunkt, wobei et jedoch betonte, daß er n t ch t an eine neue^Parteigründung denke. Es bleibt daher nichts weiter übrig, untz Presseäutzerungen bestätigen es, als anzunehmea, daß das Z en t t u m zu einet solchen Partei, in bet die christlich-nationale Arbeitnehmerschaft einet größeren Einfluß als bisher erhalten soll, umge» wandelt und ausgebaut werden soll. Es fragt sich nur, wie sich Mittelstand, Landwirte, Intellektuelle und Adel im Zentrum zu diesem Plan stellen und welche Haltung die evangelischen und der Deutsch- nationalen Volkspartei angehörenden Gewerk« schaftskreise einnehmen werden. -Li

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8 3. Sitzung vom 23. November.

Der Präsident eröffnet die Sitzung um 1 Uhr.

Auf eine Anfrage des Abg. Freiberrn v. L e r - n e t lD. Vvt.) wegen der Freilassung der in Avignon noch varückgebaltenen deutschen Krieg-gefangenen erwidert Re» aieriingskommissar S t ü ck l e n: Tie Bemühungen bet Friedensdelegation und der deutschen Regieruna, die Ein­beziehung dieser Gesanaenen in die unter die Friedensbe^ dinaungen fallenden Krieasgefangenen zu erwirken, find 'leider erfolglos geblieben. Es wurde eine nens Rote an die französische Regierung gerichtet, auf die bie Antwort erfolgte, daß die Angeleaenbeit den zusiänd'ae« teanzösischen Behörden übergeben worden fei. Die Frogg der Begnadigung werde geprüft werden. Wenn die- 'm Augenblick noch nicht gelöst sei, so treffe bie deutschen Behörden in diesem Falle keine Schuld. Im übrigen fei alles geschehen, um das So« der Gefangenen ,u wildern, ^ür da- leibliche Wohl der Gefangenen sowie für Klei-« düng sei von der Regierung gesorgt. Auch die Behandfuntz fei besser geworden. Alles in allem fei erreicht wordery, daß der leibliche Zustand und die seelische Spannkraft der Gefangenen sich gehoben habe, llnierwäsche, Strümpfe, wollene Decken, Zigarren und Zigaretten seien in au-^ reichendem Maße von der deutschen Regierung nach Avige non geliefert worden. Tie Fürsorge fei in durchaus fache gemäßer Weise angeordnet. Der Redner schließt mit berg Ausdruck her bosinung, daß recht bald von der fron* höfischen Reoierung die endgültige Lösung dieser nA« gelegenheit erfolgen werde.

Auf eine Anfrage des Abg. »unert U.r.) envibett die Regierung, baß dem Reichstag bald ein Entwarf jut Behebung der Notlage der Beamtenigehen wird.

Abg. Kunert erhebt ferner Einspnich gegen die Sernebelieferung der Brat ereien. Die Regierung teilt darauf mit, daß Die Verordnungen mit Zustimmung de» Reichstage- und de- Rcichstag-ausschuss-S erlassen wor­den sind. t _ ...

Eine Interpellation sämtlicher Frauen des Reich»« tages auf Vorlegung eine» IugeudwohlfahrtSgesetze- soll im Dezember beantwortet werden. ,

Eine deutschnationale Interpellation über btt russi­schen Kriegsgefangenen wird tn der gefchästSsrdnungSs mäßigen Frist erlrbtgl werden.

Anträge auf gerichtliche Verfofgung der Abgeordneten Isemann (9), Walle (Deutschnatl), Lübbrinii (Soi.) und Kempke« (D.Bv) werden abgelehnt.

Da» Abänderung»gesetz zur Besolvungsordnung. dis AusfübrungSbestimmungen und das Gesetz zur einbe*t(iifiet Regelung der Beamtenbesoldun- gehen ohne Aussprache an den Daushaltsau-schuß.

Ein Antrag A d e r h o l t HL r.) aus Außerkraftsetzung de» bayerischen Belagerungszustandes soll am Freitag mit der Streikinterpettation behandelt werden.

Die Entwürfe zur schärfsten Bekämpfung der Schletch« handel» gehen gleichfalls an den RechtSausfchuß.

Mittwoch l Uhr: HauShaltsberatung, Friedeusvertrag.

Aus der Rede des ALg. Kahl

zn der sozialdemokratischen Interpellation über die Kapitalverschiebungen. in her et den politischen Agil tations,zweck der Interpellotton unterstrich, gebe» wie noch einig« Stellen wieder, da die bedeutsaw« Rede de, voltsportetlichen Abg--ordne,en un« tn dem geftrU gen Parlamentsberich« nicht genügend gewärbtgt jtz fein schien. Der Redner führt« u. a. aus:

Di« große stilisiische und |ourna!ifti!*e Aufmachung bet Interpellation zeigt, wie «, nur darauf onfam. dcy Adel, di« Fürsten, die Hohenzollern, die Monarchitj kurz, da» sog. c!t« System zu mißkredttieren. Damit stimmen auch überein di« Kommentar« de» leitendeif Blattes. Ta wirb gesprochen vonMillionenschiebunoey deutscher Fürsten", eine Ueberichrist lautetGrustee hohenzollern & Go. Also daraus kommt es an. daß muß in den Vordergrund gestellt werden. Selbst wenß bie Tatsache? richtig wär«, datz STütslltixt be» Laujq