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Amtliches Derkündigungsblatl des Kreises Marburg.
Tageszeitung für (das früher kürhessische) Oberhessen
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Erstes Blatt
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Dienstag, 23. Novbr.
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Kinder in Slot!
3um 28. November, dem Hilfstag der „Deutschen Kinderhilfe".
i Nenn mir ein Bild, das allen Jammer eint.
*6s ist ein krankes Kind, das hungrig weint."
Ida Boy-Ed.
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wb. Kopenbagen, 22. Nov. Nach "inem Telegramm aus Riga find die russisch-polnischen Friedensverhandlungen abgebrochen worden Joffe hat dem polnischen Vertreter eine Note zugestellt. in der er erklärt, datz das von beiden Prä fidenten der Friedenskonferenz am 14. November unterzeichnete Protokoll keine Mißverständnisse zu- lasse bezüglich der Zurückziehung der polnisch:n Truppen zur polnischen Staatsgrenze. Der Ches der polnischen Abteilung der rusfisch polnischen Militärkommisfion in Minsk, Oberst Ribas, habe indessen nunmehr vorgeschlagen, einen neuen Plan für die Zurückziehung der polnischen Truppen unk für die Errichtung einer 30 Meilen breiten Zone zwischen den polnischen und ukrainischen Truppen auszuarbeiten. Ferner habe er die Auflösung der Kommisfion verlangt. Joffe erklärt, dass Ribas nur die Abficht verfolge, eine Vereinigung der Heere Petljuras und Balachowitschs zu ermöglichen. Ein solches Auftreten sei gleichbedeutend mit einer Weigerung, die im Protokoll vom 14. 11 übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen. Die weiteren Verhandlungen würden daher so lange unterbrochen werden, bis Polen seine Truppen zurückgezogen habe.
Die mißglückte «krainische Offensive.
wb. London, 22. Nov. Tie „Times" meldet aus Warschau, die von den französischen und polni- 'chen Eeneralsiöbcn vorbereitete ukrainische Offen sive gegen die Volschewi'ten sei infolge Verrat- mißglückt. De Bolschewisten zwangen die Ukrainer, sich nach Polen zurückzuzichcn. wo sie entwassnri
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Sitzung b t ? Reiästages vom
22. November.
Der Präsident eröffnet die Sitzung um 1 Uhr mittags Am Ministcrtlsch Neichsfinanzminister Wirth, Reichs- Minister Koch.
Der Gesetzentwurf über die Autonomie Ober- schlesie ns wird an eine Kommission van 21 Mitgliedern überwiesen.
Abg. Müller- Franken lSoz.l begründet seine Interpellation wegen der Kapitalverschiebungen nach dem AuZ- lande. Schon während des Krieges begannen die Kavi- ialverschiebungen und setzen sich jetzt fort als Folge der Korruption des Krieges. Sie sind so raffiniert vorgenom- mett worden, dass man den Schiebern nicht beikommen kann. Umij schärfer müssen die angesaht werden, die man überführen kann. DaS ist der Fall bei dem Bankhaus Gruser, Philippson u. Co. Zu den Beziehungen Grusers gehören neben den reaktionären Kr-iien namentlich Mit- ,lieber der Familie Hohenzollern. Es fragt sich, wie viele von diesen sich an den Schiebungen in Waren aller Art beteiligt haben, die etwa 250 Millionen Mark betragen "ollen. Ein bekannter General werde ebenfalls in Ber- »dnng mit bi'5'r Assäre genannt. Ein Fürst Radalin, Fürst Blücher-Wahlstatt, eine Fürstin Radziw'll. ein :«raf Schöuborn haben ti.: Konto bei Herrn Grn'er besessen. Auch die Kronprinzessin habe dort verkehrt. Sie gegenteiligen Versicherungen der bürgerlichen Press; aenügen nicht als Beweis des Gegenteils. Er frage die Regierung, ob sie Auskunft darüber geben wolle, wieweit die Kronprinzessin, Prinz Eitel Friedrich und Prinz» Friedrich Wilhelm an den Schiebungen beteiligt waren. Nicht beteiligt waren nur Prinz Oskar und Prinz Friedrich Leopold, den man den „Noten Prinzen" und gern den einzigen Sozialdemokraten des Haukes 7-iohenzollern nennt, obwohl er gar nicht daran denke. Sozialdemokrat zu fein, vielmehr durch feine Verschiebungen von Silberschmuck und Kunstgegenständen nach der Schweiz berüchtigt geworden sei. Wie unter diesen Umständen die Rechte von einer Schieber- und Rinnstcinrepublik reden kann, ist mir unverständlich. Wir -rwarteu jedenfalls von der Reichsrrgierung sofortiges Eingreifen. Im übrigen stellen wir fest, daß einzelne Fälle dieser Art schon zu der Zeit geschehen sein^mögen, "n der unsere Freunde noch im Amte sahen. Sie lind ans jedenfalls nicht bekannt geworden, sonst würden wir nngeschritten sein. Können Sie denn nicht in Schönheit sterben? (Heiterkeit.)
Reichssinanzminister Wirth: Wir sind in der Lage, nachzuwessen, daß eine Untersuchung b e r e tt 3 am 18 April gegen Schmidt, Scholich und Dr. Borchardt ringe «itet worden ist in Verbindung mit dem Bankhaus» Sinner u. Co., also bereits lange vor dem 2. Juli, dem tage, an dem die „Freiheit" die Sache veröffentlicht bat. Die Untersuchung ist beute noch nicht abgeschlossen. S&t? xn Fall Grnser angeht, so ist im Reichssinanzministerium oor einigen Tagen Mitteilung von Kapitalverschiebungen mit Hilfe dieses Instituts gemacht worden. Es-wurde ofort die Staatsanwaltschaft benachrichtigt und die Ge- "ck'ästsbücher beschlagnahmt. Neber die Persönlichkeiten "elbst .welche mit den Firmen in Geschäftsverbindung gestanden haben, ckönnen noch keine bestimmten Angaben gemacht werden. Fest steht, daß sich unter denjenigen, welche Konten bei der Firma in Amsterdam haben, auch Mitglieder adliger und fürstlicher Häuser bessnden. darunter einige Mitglieder des Hauses Hobenzollern. (Hört, hört.) Es sind aufgtuno des SteuersluchtgesetzeS sofort Sicherheitsmaßnahmen angeordnet worden, die auch vor den Mitgliedern des früheren königlichen Hauses nicht Halt machen werden. Rach dem Steuerslnchtgest'tz sind die Finauzämter zur Anforderung einer^ Sicherheit bi? zu 60 vom Hundert des Vermögens des Stenervstichtigen berechtigt, wenn Tatsachen vorlirgen, die die Annahme rechtfertigen, baß Vermögenswerte dem Steurrsis'us entzogen werden sollen. Diese Annahme ist Sei allen Personen als vorliegend erachtet worden, die als Kontoinhaber bei der Firma Gruser ftstgestellt worden sind. Beifall.) »
Ank Antrag Scheidemann kSoz) wird in dir Besprechung der Jntervellation eingetreten.
Abg. vDüringer (Deutschnatl.) wünscht scharfe Durchführung der Untersuchung ohne Ansehen der Person. Die Interpellation wolle aber gerade die Sach«
politisch ausschlachten.
Tag dies der Regierung vielleicht nicht angenehm war, gebt rus dem Umstand hervor, daß der Reichsfinanzminister >ie Interpellation beantwortete und nicht der Reichsjustiz- Minister. Was die Kronprinzessin in Amsterdam bei Herrn Gruser stehen hat, ist lediglich das Konto für den Unterhalt des Kronprinzen. lHört. hört.) Tie Hetz» bei ..Vorwärt«" ist lediglich dazu bestimmt, die Liebe, 'ie noch im Volke zum Hohenzollernhaus besteht, zu -ruternrabf«.
Abg. Burkage (Ztr ): Tie Erklärungen des Reichs- '-inan,Ministers erscheinen bcjricdigend, a?jch im Falle Gruser. Ta-
Sin k e n der Stenermorak
ist leider nicht zu leugnen. Tie Blätter der äußersten liechten trogen aber hieran einen großen Teil brr Schuld ?ie Mämr’ea vor allem das Reichsnotovser. Daß an een stapitalverschiebungen auch Personen deS hohen Adel»
In ütie Km in Grletenlanl.
tob. Athen. 22. Nov. Die Negierung hat den Dürgermeister von Athen durch eine andere Persönlichkeit ersetzt. Nach Meldungen der Zeitungin wird die neugewählte Kammer, die für den 25. No vember zusammenberufen ist, als verfassunggebend tagen.
wb. Paris, 22. Nov. Havas lätzt sich melden, datz dem englischen Generalkonsul in Athen das Exequatur entzogen worden sei. Als Grund gibt man an, er habe Vcnizelos telegraphisch sein Bedauern über den Ausfall der Wahlen ausgedrückt, und diese Depesche sei von den neuen Ministern ge öffnet worden.
Stach einer Blättermeldung aus Messina ist Ve nizelos dort an Bord seiner Jacht angekomme.t. N'emand außer seinem Cohn hat das Schiff ver lassen.
B a s e l, 22. Nov. RhaMs hat zwei Botschaften an das griechische Volk gerichtet. In der ersten teilt die Königinmutter Lllga mit, daß sie die Ne gierungsgeschäfte bis zur Ankunft ihres Sohnes, König Konstantin, übernommen habe, in der zweiten Botschaft betont die Reg'erung Nhallis, d'e Ordnung aufrcchtzuerbalten und die nationale Partei wic'.cr herzustellen.
Die Volksabstimmung verschoben?
Athen, 22. Nov. Die Volksabstimmung über die Rückkehr des Königs Konstantin ist vertagt worden. Ministerpräsident Nhallis hat sich zwecks Beratung auf das englische Admiralssch'sf begeben.
Zerrüttung der Truppe» in Smyrna.
wb. Smyrna, 22. Nov. Unter der griech' schen Garnison herrscht lebhafte Aufregung. Die Moral der Truppen wird von Tag zu Tag beunruhigender. Man meldet zahlreiche Hutige Zu fammenstöße zwischen Anhängern Konstantins und Venizelos'. Die Soldaten verlassen eigenmächtig ihre Truppe, ohne daß die Vorgesetzten sich wi versetzen. Die Front selbst hat unter dieser schlechten Geistesverfassung bisher nicht zu leiden gehabt, aber man ist der Ansicht, datz dies nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.
wb. Paris, 2.3. Nov. Der rechtssozialistische A geordnete Aubriot hat in der Kammer eine Interpellation eingereicht, in der die Regierung gefragt wird, welche Folgen die Ergebnisse in Griechenland auf die französische auswärtige Politik haben können und ob es nicht möglich erscheine, im Einvernehmen mit Frankreichs Verbündeten eine Abänderung des Frke- densvertrages von Stores (zuungunsten Griechenlands) ins Auge zu fassen.
wb. Mailand, 22. Nov. „Eorriere della Sera" meldet anscheinend offiziös aus Rom, daß die italienische Regierung sich an einer etwaigen Ein Mischung in die griechisch» Derfassungsfrage ebensowenig beteiligen würde wie seinerzeit an dem Vorgehen Frankreichs und Englands, durch das König Konstantin aus Athen entfernt wurde.
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wundert uns nicht, denn sie sind doch auch nur HRttW* -chen. Wer sich aber aus reinem Mammonismus seines steuerpsticht entzieht, unterliegt der Verachtungallei i'iutgefinnfen. Ohne Hebung der Steuermoral werde» ttnS die schönsten Gesetze nichts Helsen.
Abg. Kahl lD.Vpt.): Tie Majestät des Gesetze« ist höher als jede andere Majestät. Deshalb wird meint' Fraktion die Sache vom Standpunkt des Gesetzes aus be*. handeln, lehnt aber jede parteipolitische Ausschlachtung ab. Tie Interpellanten wußten, daß eine Unter* sstchung bereits schwebte. Sie benutzten die Tribüne, nut Verdächtigungen auszusprechen, geschützt vor der ?mm«nt< ♦ät des Reichstagsabgeordneteu. Die ganze Fassung btt Interpellation beweist, daß der Angrifs auf das Hoden«s rollernhaus die Hauptsache war. Selbst wenn dis' Beteiligung erwiesen wäre, wurde das nicht die Gesamt« beit des Hohenzvllrmhauses treffen können, dessen Ver» *nenße in öOOjäfirigcr Kulturarbeit s o groß sind, daß ;ie nicht von einem Mitglied des Hauses !-erunalimvll werden könnten. (Lärm und Unruhe.) Ter Slebneti *ommt dann auf den Konflikt in der Linken zu^vrecketsi ■tnb meint, die Mehrl>eitssozialisten trieben hier Schaum« Schlägerei. Die Mitteilungen des „Vorwärts" über eine Tochter Grusers, b»e der Kronprinzessin ein Geschenk nemadjt haben sollte und über B-'iuckte GruserS bei bet Kronprinzessin und umgekehrt seien erlogen. Herr Gruser hat lediglich einmal der Kronprinzessin einen Brief ihres Gemahls überbracht. Verstöße gegen da« rteuerfluchtaesetz hat die kaiserliche Frmtlie nicht b#« langen. (Abg. Ledebour ruft dazwischen- Tas ist ei« Eingriff in ein schwebendes Verfahren. Zurufe: Heuchlet •tnb Schieber. Glocke des Präsidenten.) Was ich ausge« ?ü6rt habe und was Ihnen so auf die Nerven fällt, ist meine persönliche Ansicht. Meine Partei bat gar nichts damit zu schossen. Die Znterpelkatisn ist ei« Ausfluß der Schwäche der Mek-rbeitssozialisten. Gen-Lb« ■rn Sie sich daran, Kolleae Müller, in Schönheit z« sterben!
Reichsfinauzmmister Dr. Wirth erklärt, die Scham«! -öle trele einem beim Turchles-n der Akten ins Gesicht,! wenn man alle die Nomen lese, die sich mit einem sol«s chen Winkelbonkier eiimelassen Höllen.
Abg.. Puchta (ll. S r.) legt der Inl.-rvellation keine, übertriebene Bedeutung bei Es handle sich nut «M Jlafen aus dem
Sumpfe der allgemeinen Korruption. ! ?ebe verschobene Perlenkette kostet Tränen hungriger Kinder. T-es- Verhältnisse oalteren aber schon aus der Zeit nach der Revolntron, mußten also der bamalfae« ■Tecierung bekannt fein. Tamals hat aber die sozial« ' emokratische Regierung versag^. Bis heute ist nicht -inrnal eine Vermehmung der im Falle der Kavikalver« Schiebungen Verhafteten erfolgt. Es handelt sich hier nicht nur nm Geldverschiebunge«, sondern ««ch um 28arennte» schi'ebungen.
Abg. Dietrich kTem): Die ganze Sachlaae^erfcheint fo wenig peflärt, daß meine Partei noch keine Stellung dazu eiunehmen kann. Es kann sich hier überhaupt nur um eine Rechtsfrage, nickt um eine politische Frage bandeln. Deshalb lehnt meine Partei auch jede Stel« ^ngnahrne zu der 5>ohenzollerndebatte ab. Den Aus« Rührungen des Rcichssinanzminisiers können wir bei« oslickten '
Abg. HSllei « M-S l.): Gesetz ist heute nur der Lohnabzug Alle anderen Steuern stehen auf dem Pavier. »Die Politik bet Rechten wurde heute beleuchtet. Sie fäuft Sturm gegen die Schieberrepublik und huldigt immer noch der verflossenen Schiebermonarchie. Arbeilecner-ret« waren es, die Wilhelm dem llnausspreebiichen beim 8er» 'chüben von ganzen Möbelwagen, mit Silber gefüllt, nach Holland verhalfen. 9<6 frage die Regierung, ob die für Wilhelm noch Holland beförderten Seudunaen vorher vo« der Steuerbehörde genau untersucht worden roa-en. Wir beantragen die Einsetzung eines v-rlamentarischen Nnt-r» suchungsausschusses zur Feststellung, ob den 8en"<fnebun» gen ein strafbares Lerschulde« der früheren Regierung zugniude lag.
Abg. Emminger lBahr. Polksp.k: Wir find von den Ausführungen des Finanzministers voll beeriebigt Wir bedauern, daß die Jnterpellatiou durch das Hinein» tragen von Parteistreitigkeiten ihren Wert verloren bat
Abg. Scheide mann (So»-): Mit der Antwort de» Reichssinanzministers bin auch ich durchaus einen» stunden. Ta» Wichtigste und Tatfächlichste ist, daß di« Kronprinzessin tatsäcklich ein Konto bei dieser Schiebet» bank batte. Bon dem Augenblicke an, da bet Kaiser nach Holland ging, habe ich kein barte» Wort gegen ibn ge» braucht. Rack einem solchen Sturz vom Givfel bet Macht und Ehre dalte ich e» nickt für angebtaAL \ Wenn man in ein sckwebendes Verfahren nitfit emgreire«; will, darf man meßt so reden, wie eS Herr Kahl getan bat,: Gegen Wucketet und Sckieber muß man rück>icktSlog. »ergeben. Tie Vorwärfe, daß die frühere Regierung Maßnahmen gegen die Verschiebungen versäumt hat, tu* 1 nicht berechtigt. ;
abg. Gras Westarp (TeutfänatL): Die Seftfiiftl« ! Verbindung de» krenprinzlichen Hanse? mit dem Banllu rs« Gruser erklärt sich nack meinen Informationen bara-il,: daß der Kronprinz im Winter 191? mittellos in Hrl«! land war und deshalb ein Darlehen von 5000 C-uQk« bei dem Hause bi ritt Bantiirma in Amsterdam aus« nehmen mußte. Eine Steuerhinterziehung kann erfl dann in Frage kommen, trenn nach dem Ausland« übertragenes Kapital verheimlicht wird und davon ist im' tierlkgcnbcn Salle Itiee Lied«. Süt die Sozialdc»»^
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Am 29. Oktober hatte der Reichsminister des Auswärtigen Dr. A i m o n s in seiner Rerchstitgsrebe auck Lg am 10. Oktober offiziell von Jralien annektierten Wdtirols gedockt und dem Wirnfcke A'isdrirck ber- *chen, der Südtiroler deutschen Bevölkerung möae IMtechalb der Grenzen Italiens eine Seihstbestim- ■gttrng gewährt werden, die es ihr ermöglich», ihrer iglgenen Kirllur weiterzukeben." Mit diesen Worten |et er sowohl bei oeu Deutsch-Tiro-ecn als auch in Ftalien angestoßen. Der Andrea» Hofv-Bund sieht K der Aeußerung des Ministers die „Anerkennung ßtt Annektion von 1/1 Million Deutscher durch ^gtolien" und protestiert in einer Kundgch'ing energisch Hagegen und bezeichnet es als ein Unglück, „daß ein ;Riiitu auf dem Posten eines deutschen Außenministers ,|er doch in erster Linie dazu berufen wäre, deutstbe Wede zu schützen, die widerrechtliche Aneignung Sstb- gürot$ durch Italien „offen und in loyalster Form" -jnerkennen kann." Dec Bund kämvfr um »in Selbst- ißestimmungsrccht, zufolge dessen di? deutsche BrbSk- Itnti.g Südtjrols mich über ihre siaatl iche Zu- D-hörigkeit entscheiden könne.
Diese gereizte Stimmung der Tiroler Deutschen ist twtu noch dadurch verschärft worden, daß der deutsch- Uitschaster in Rom v. Behrenberg-Goßler btr Borte des Außenministers abschwächen zu müssten Maitbie, da man in Rom in ihnen eine Spche gegen ttt-tiien sehru woslte. Nach Pressemeldungen hob- vrr italienische ©ouwrneur in Trient den zu fick ßernsenen Abgeordneten Deutsch-Südtirols voll Hohn leinen an seine Kanzlei gerichteten Dries der butHrßer Vstschast zn Rom vorgezeigt hat, in dem für die B rie des Ministers Dr. Simons Abbitte geletst?' Mtd versickert wird, eS gebe den „Italienern deutscher Nationalität" glänzend. Nach der „Tagst Rundem" hat darauf der Andreas Hofer-Bund an den ßkichskaiizler Fehrenbach ein Schreiben gerichtet, indem tt unter Hinweis auf die gewaltige Erregnng ganz LiwlS ein Nerbleiben des deutschen Vertreters in- Rom für unmöglich erklärt.
Austsärnttg dieser unerquicklichen Angelegenheit Wird dw Beantwortung einer Anfrage bringen, die Wg. Dr. Stresemann, der Führer der iBeut- kchrn Volkspartei, darüber an die Neichsregiemng gerichtet hat, in der um Auskunft ersucht wird, ob d'cst Dressemeldutugen zutreffend sind und ob sie in diesem Stile das Vorgehen der Deutschen Botschaft in Rom mllig«. \ L .
Der dotksparteiliche Abgeordnete Dr. Mittel- Rann erörtert im „Pressedienst der Deutschen Volks- Partei" ausführlicher diese Frage und erklärt, wenn sich das Verh.ilten der deutschen Botschaft in Rom bestätig?' so köntte es dafür nur eine Antwort geben «IhoHd- die, von dem deutschen Botschifter in Rom in der schärfsten Weise abzuri-cken. Das seien wir «licht nur den Deutschen im italienischen Südtiro' sthnldig, sondern dem deutschen Namen und de: deut- stbern Ehre schlechthin. Ein» Spitze gegen Italien drauck- auch.dies iu keiner Weise zu euthalten, denn die Jntereifrn Jialtens und Deut'ch a tds lie'en nich! tzegeneinauder, sondern sie deckten sich vielmehr iu hohem Maße und eine richtige Behandlung der Süd- ttrolet Frage könne geradezu dazu beitragen, die beiden «inst so eng verbündeten Mächte erneut einander näher- tsbnngen.
In der Presse erfährt Dr. Simons von verscht .denen Hleiten scharfe Kritik. Di« „Vofsische Zeiiting" nennt H» „einen der mißoerstandensten Minister des gegen- toätiigen Kabinetts." Wem es mehrfach hinterein- tnbet und bei den verschiedensten Gelegenheiten pas- fiere, mißverstanden, und zwar »»« allen Leiten vutzperstandeir zu werden, der sollte daraus zunächst rimnal die Einsicht gewinnen, daß er und nicht feine Zuhörer an dem Irrtum die Schuld tragen. Die »Tost" sagt, Dr. Simons habe durch sein demütiges Revoziere» natürlich das entstandene Mißtrauen der Italiener doch nicht beseitigt und, was unendlich viel fihwerer wiege, in der unbesonnensten Weise das Empfinden der Tiroler verletzt und ihren Stauben an Deutschland erschüttert. Mehr al» einmal habe er bezeigt, daß er die Wirkung vieler feiner Worte nicht «fizuschötzeu wisse, habe berichtigen, dementieren, korn- fteutteren, Worte zurückuehmen müssen. Sei das der ßv^npolitische Führer des deutschen Volkes i« fo tknendlich schweren, ernsten Zeiten?
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