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Amtliches Derkündlgungsblatt des Kreises Marburg.

Tageszeitung für (das früher kurheffifche) Oberhessen

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Der Umschwung in Griechenland

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Berlin, 18. Nov. Degen Kapltalverschie. bung nach dem Ausland ist gegen das Bankhaus Crufer, Philippsohn u. Go. in der Botz Straße ein rmittelungsverfahren eingeleitet worden. Ln- blich soll es sich um einen Gesamtbetrag von 400

^Hielten handeln. Auch Prinzen und Hrin»

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Da, ne« belgisch« Mivlsteriu« ist wr Garton de Sv tot t (kath.j gebildet worben. Da, Auswärtige hat Zasxar.(lach.), die Justiz Vagderveld, (So-.).

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Minister getan habe, um für das Reich sprechende Vermögenswerte zu sichern?

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verkaufen die Landwirte Speisekartosfeln all angebliche Saatkartoffeln.

Abg Schiele (Deutschnott.): Die Behauptung, das; die Landwirte Kartoffeln nach dem Auslande verschieben, ist eine ungeheuerliche Verdächtigung. Die Landwirtschaft bringt in diesem Jahre 100 Millionen Zentner Kartoffeln in den Verkehr gegen 42 Millionen im Vorfahre. Auf diese Weise werden wir davon befreit, dem AuSlande Millionenwerte zu bezahlen. Auch die jetzt beliebte

Sozialisierung" der Kartoffeln durch die Eisenbahner, wobei ganze Eisenbahnzüge ver- schwinden, fordert schärfsten Protest heranS. Zudem werden die Reichsgesetze durch einzelne Landesregierun­gen, wie in Hessen und Braunschweig, sabotiert, wo einfach die Zwangswirtschaft wieder eingeführt und die Kartoffelausfuhr verboten wird.

ReichSernäbrungSminister Kermes verteidigt die Re­gierung gegen die erhobenen Vorwürfe. Es handele fick fetzt nur um Nebergongserscheinungen. Wenn nnS die landwirtschaftlichen Kreise nicht im Stiche laffen, besteht alle Hoffnung, über die jetzige Rot binwegzukommen Die Klagen der Abg Feldmann und Hertz über mangelnde Organisation beim KartofieltranSvort treffen nicht zu. Mit Braunschweig und Hesse» find Verhandlungen wegen Aushebung der Sperrmaßnahmen eingeleitet. Zue Bekämpfung dcS Wuchers und der Grenzverschiebnngeu sind besondere gesetzliche Bestimmungen in Vorbereitung, die ein rücksichtsloses Eingreifen zum Ziele haben. Der Sandwirtsrbaft können wir keine Liebesgabe von einer Milliarde Mark für künstliche Düngemittel machen. ES bleibt nur bet Weg übrig, unsere chemische Düngemittel- produktion zu erhöben.

Damtt schließt die Besprechung. Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr: Anfragen, Interpellation Hergt über den Berliner Elektrizitätsstreih Interpellation Müller-Franken über die Kapitalverschiebung nach dem AuSlande, Inter­pellation über Zeftungspostgebühren, kleinere Vorlagen.

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Hessinnen be, Hauses Hohenzollern sowie An­gehörige fürstlicher Häuser sollen zu den Kunden des Bankhauses gehört haben. Ctufet ist seit Wo­chen flüchtig. Der Vorsitzende der sozialdemo­kratischen Reichstagsfraktion, Hermann Müller, hat im Reichstage eine Interpellation eingcbracht, in der um Auskunft über die Angelegenheit ersucht und fragt, was die Staatsregierung gegen die Be­schuldigten zu tun gedenke und was der Finanz-

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Freitag, 19. Novbr

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wb. A t h e n, 18. Nov. Das Kabinett setzt sich folgendermaßen zusammen: Vorsitz und Auswär­tiges sowie vorübergehend Justiz Rhallis, Kriegsministerium Eunaris, Finanzen Callo- geropulos, Marine und vorübergehend Ernährung Jean Rhallis, Inneres und vorläufig Verkehrs­wesen Tseldaris, Unterrichtsministerium und vor­läufig Sicherheitswesen Z a i m i s, Wirtschafts­ministerium und vorläufig Ackerbau Mavro- michelis

wb. P a r i s, 18. Nov. Bei einer Unterredung, die der Korrespondent desDaily Expreß" / mit Rhallis hatte, stellte dieser die deutschfreundliche Betätigung seiner Freunde ganz entschieden in Ab­rede. Das neue Kabinett werde in der Richtung der auswärtigen Politik keine Aenderung ein- führen. Die Armee werde wie bisher ihre Pflicht tun, und es würden auch keine Zwangsmaßnahmen gegen die Anhänger von Vcnizelos ausgeübt. Die Offiziere müßten die Erfolge sichern, die das grie­chische Volk um jeden Preis festzn.halten entschlossen sei.

wb. Athen, 18. Nov. Die Führer der Anti- venizelisten empfingen mehrere englische und fran­zösische Journalisten, denen sie erklärten, daß die Kammer, die einzige verfassungsgebende Gewalt, in aller Kürze einberufen werden würde. Die Kammer wird sich dann über die Thronfolge aus­sprechen. Ihre Entscheidung wird dann einer Volksabstimmung unterbreitet werden.

Kundgebungen für König Konstantin.

wb. Athen', 18. Nov. Zivilisten und viele Soldaten durchzogen heute die Stadt unter Hoch­rufen auf König Konstantin. Viele Freudenschüsse wurden überall abgegeben.

Zu Ehren König Konstantins finden Kundge­bungen in allen Straßen statt, an denen sich auch Soldaten und »Polizisten beteiligen. Die Zeitungen widmen König Konstantin ehrenvolle Aufsätze. In der Stadt sieht man zahlreiche Bilder des Königs Konstantin.

Veuizelo» reift nach Frankreich.

wb. Athen, 18. Nov. Denizelos ist an Bord der JachtNarcisfus" nach Nizza abgereist. Ein englischer Kreuzer und zwei Zerstörer gaben ihm das Geleit.

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Oberschlesien.

Berlin, 18. Nov. DemB T." zufolge sind der Abstimmungspolizri in Oberschlesien insgesamt 73 Offiziere der Verbündeten zngeteilt worden, vnte, diesen sind 51 Franzosen und 10 Italiener. Di« Ge­samtleitung der oberschlesischen Polizn soll, wie »bet* schlesische Blätter berichten, in die Hönde eine» fran­zösischen Offizier« gelegt werden, der seinen Amtsjitz in Oppeln haben wird. s

wb. Beuthen, 19. Nov. Am AllerseelenioM wurden mehrere Kranzschleifen von sranzöisichnt gergräbern in Mystowitz gcstohlen ,waS die kesatzur ^b» lnhörde veranlaßt«, eine Sühneaktion der slädlischeM Vchörden zu verlangen. £4 gelang jetzt, du ISzä-rtgeß

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wb. ®enf, 18. Nov. Präsident Hyman» em öffnete die heutige Sitzung der VöllerbundSverfamum kung und teilte mit daß Balfour (England), Tittonk (Italien), Läon Bourgeois (Frankreich). Ouinone» de Leon (Spanien), Branting (Schweden) und Hw- neeuS (Chile) zu Präsidenten der sechs Kommissionen der Völkcrbundsversammlung ernannt worden sind. Tittoni schlug darauf mit Unterstützung der Dele­gation Venezuelas den Bundespräsidenten Motta zum Ehrenpräsidenten der ersten 2?3I:eifrmb9rerromm* lung vor. Präsident Hymans stellte fest, daß der langandauernde Beifall der Versammlung beweise, daß der Antrag angenommen sei. Bundespräsident Motta erllärte sich zur Annahme der Wahl bereit.

Nansen erstattete Bericht über da- Werk der Heimschafsung der Kriegsgefangenen, mit dessen Leitung er im Frühjahr durch den Völkerbund betraut worden war. Es handelt sich um die Heim- fchasfung von 250 bis 300 000 Kriegsgefangenen aus den Gebieten des ehemaligen russischen Reiches, wo­von sich 40000 in Ostsibirien, 20 000 im Kaukasus! und Turkestan und die Mehrzahl in Südrußland be' finden. Nansen schilderte eingehend die finanziellen und technischen Schwierigkeiten und teilte mit, daß nicht zuletzt dank der loyalen und energischen Mit­arbeit der deut schen Behörden, aber auch dank der Hilfe der Sowsetregierung eS gelungen sei, anstatt der erwarteten 100 000 Mann» bereits 180 900 Mann heimschassen zu können. Nansen schloß seine mit starkem Beifall ansgenommenrn Darlegungen mit bet Erklärung, daß die wirklich große Lehre darin lieg», daß der Völkerbund in Zukunft die Wiederkehr solcher Katastrophen verhindere, die unvermeidlich für bit Menschheit die entsetzlichsten Leiden mit sich bringen. Präsident Hymans teilte sodann die Namen der direkt von der Versammlung gewählten Vizepräsidenten mit

wb. Genf, 18. Nov. DerGazette de Lausanne" wird aus Paris geschrieben, daß man in Frankreich über die starke Vertretung Englands in Genf beun­ruhigt sei, das mit den Dominions 19 Vertreter hat und sechs Stimmen habe, während Frankreich sich mit drei Vertretern, aslo mit einer Stimme, begnügen müsse. Es sei komisch, daß Neuseeland und Indien zum Beispiel doppelt so schwer ins Gewicht fallen als Frankreich. England habe den Völkerbund zu seiner Sache gemacht j -j..

Ein Fürsprecher für Deutschland. ' X

wb. Eens, 18. Nov. In der gestrigen Sitzung des Völkerbunde» teilte der argentinische Vertreter Pueyrredon die zwischen Argentinien und Deutsch­land in der U-8ootfrage gewechselten Noten mit und erklärte, daß Deutschland sein Versprechen, bit internationalen Volkerrechtsregeln zu befolgen, eingehalten habe. Die deutschen IllDooi« hätten entsprechend der gegebenen Zusage die at< gentinischen Schiffe In der Sperrzone geachtet. '

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Reichsfiedelrmgskonferenz.

wb. Berlin, 18. Nov. Vom ReichSarbeitSmini- sterium wird mitgeteilt: Am 18. 11. kamen im ReichS- arbeitSministerimn die Vertreter der LandeSbchörden zur ersten Reichssiedelungskonferen; zusammen, nm die Frage der ländlichen Siedelung zu erörtern. ReichS- arbeitSminister Dr. BraunS eröffnete die Tagung mit dem Hinweis, daß die Durchführung der länd- sichen Siedelung einer der wesentlichsten Programm- Punkte des deutschen Wiederaufbaues fei. In einem einleitenden Vortrage saßt« Min'stcrialrat Dr. Pensick die Gesetzgebung und die Probleme deS neuen deutschen Siedlungswerkes zusammen. Er betonte den ganz offenbaren Widerspruch zwischen den verheißungsvollen gesetzgeberischen Maßnahmen und den bisher beschä­mend geringen Erfolgen. In diesem Zusammenhänge wies er auf die Notwendigkeit hin, daß die land­wirtschaftliche Siedelung als wichtigste Maßnahme des Mederausbaues viel mehr ali bisher mich von der parlamentarisch-starken öffentlichen Meinung getragen werden müsse. Den gleichen Gedanken vertrar auch brr zweite Redner, Gcheimrat Dr. Gering von der Universität Berlin, bet Urheber des Lieichsfiede- lungSgesche-. i

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wb. L o n b o n, 18. Nov. König Konstantin er­klärte in einer Unterredung mit dem Luzerner Be­richterstatter betTimes", et werde nach Griechen­land nut zurückkehren, wenn ft durch eine Volks­abstimmung dorthin berufen werde, da et bei den Verbündeten keinen Zweifel darüber bestehen laffen wolle, wie Venizelos die Gefühle Griechen­lands einschätzte. Auch denke er nur zutückzukehren als König von ganz Griechenland und nicht nur eines Teiles. Er erklärte nicht begreifen zu kön­nen, wie man über das Ergebnis der Wahl erstaunt fein könne, denn er habe Griechenland nicht auf Verlangen des griechischen Volkes verlassen, son­dern nut deshalb, weil die Verbündeten es »er» langten. Dies fei die erste Gelegenheit, wo das griechische Volk sich über seine Absetzung aussprechen könne. Der König erklärte, er fei immer eng- landfteu üblich gewesen.

Einem Vertreter desMarin" erklärte bet Kö­nig, das griechische Volk habe wie er niemals einen Krieg gewollt. Aber Venizelos, der kein Herz habe, sondern nur Ehrgeiz, habe alles verdorben. Als König Alexander im Sterben gelegen habe, habe man die Telegramme feiner Eltern unbeantwortet gelaßen. König Konstantin endete mit den Wor­ten:Ich werde dem Willen meines Volkes folgen, denn nur bann ist man stark."

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wd. Paris, 18. Nov. Zwischen London und Paris sind Besprechungen im Gange hinsichtlich der Haltung, welche bi? beibcn Negierungen gegenüber Griechenland sinzufchlagen gedenken. Es ist wahr­scheinlich, daß die beiden Mächte gemeinsame Richt­linien festlegen und unter Umständen eine gemein­same Erklärung abgeben werden. Man scheint so­wohl in Patt» wie in London entschlossen zu sein, der Rückkehr Konstantins auf den griechischen Dhron ein formelles Veto entgegenzusetzen. Die Mahl des Kronprinzen Georg würde möglicher weise weniger Einwände aufwerfen, dürft» jedoch ohne ernstliche Garantien nicht angenommen werden.

wb. L o n d o n, 18. Rov. DieTimes* schreibt gut griechischen Königsfrage, die Jerbündeten wüt- den es wohl n i ch t für ratsam halten, die Rückkehr Konstantins durch physische Kraft zu verhindern. Seine Abdankung ei und bleibe jedoch für sie end­gültig.

Danzig.

Die drohende polnische Besetzung. * - wb. Danzig, 18. Nov. Heute ist hier botf btt Danziger Delegation in (Senf folgendes Telegramm eingegangen: Mittwoch abend hat der Rat deS VSlker- bundeS die Berfaffung genehmigt unter bet Bedin­gung bet Abänderung in acht Nebenvunkten. Außer­dem muß die V-rfasfung die Bestimmung entfitltert, daß die freie Stadt nicht als militärische oder Marino« basiS bienen darf mid keine Festungswerke errichtet. Ferner ist entfdpeben, daß P ole n gegebenenfalls vom Völkerbund den Auftrag erhält, die Verteidigung bet freien Stadt zu sichern. Die ständige Militärmission des Völkerbundes ist beauftragt, Maßnahmen zu prüfen, um die Beritibigung Danzigs möglichst wirk­sam z» sichern.

Polen unterzeichnet da» Abkommen.

wb. Pari», 18. Nov. Heute nachmittag hat Paberewskt im Auftrage bet polnischen Negierung den zwischen Polen unb bet Stadt Danzig ab* geschloffenen Vertrag unterzeichnet.

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14. ,3. 19.

M'nbebner nicht, wenn durck sie die Verbraucher vom kt.euger abgesperrt werden. In der Orssentlichkeft machen sich Handel und Landwirtsckaft gegenseitig Borwürie kegan der hohen Preise, einigen sich aber in geheimen Konferenzen zum Schaden der Allgemeinheit. Ter Abg. Kösick? hat offen erklärt, daß die Landwirte im Interesse kr Not billige Kartoffeln liefern müßten. Dies würden ne wieder durch entsprechende Zuschläge auf die übrigen »rootit..*inbringen. Den Erklärungen der Regie-

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tf' ' Sitzung vom 18. November.

i Präsident Löbt eröffnet die heutige Sitzung nm 3 Uhr «chmittags. Am Miniftertische Vizekanzler Heinze, DichSminister Koch und Hermes.

Die Interpellation Müller- Franken und Gen. (S.) ßetreffend die Vorlegung eines Gesetzes über die Soziali- ilitrottä des Kohlenbergbaues und die Jntcrpel- i letion Etresemann und Gen. (D. Vpt.) betreffend gegenwärtgie Wirtschaftskrise werden, nachdem lßteichsminifter H e rm e 3 die Beantwortung durch die iftrgftrung innerhalb der gesetzmäßigen Frist in Aussicht itzeftelll hakte, einstweilen vertagt.

iti DeS Hau« nimmt dann die Besprechung der Jnter- Fshrtisn Arnstadt und Gen. (Deutschnatl.) über die srtoffellieferungsverträe wieder auf.

Abg. Feldmann (Soz.) macht die Landwirtschaft ,1fr die Kortosfelnot verantwortlich. Die Ernte sei reich- Kher gewesen. alS im Vorjahre und die Anbaufläche ge- 'stiegen. Der Landwirt habe große Mengen Kartoffeln gebet verfaulen lassen, ehe er seinen Lieferuugsverpflich- 'dngrn nachkam. Die

Diedereinführung der Zwangswirtschaft ft: Kartoffeln kann allein diesem gefährlichen Zustand |iti Ende machen. Auch die in den LieferungSvertr-igen sftstgesetzten Preise werden nicht cingehalten. DaS kann Mt wundernehmen, denn seitens der Sviritusbrenne- ;trfett werden sehr hohe Preise geboten. Dazu kommt dann

Bestreben der Landwirte, ihren Vorrat an S ch w e i n e ß« verfüttern. Diesem Wucher muß ein Ende ge­wacht werden, hauptsächlich im Interesse der Industrie- tzkbiete. wo durch Unterernährung und Kindersterblichkeit «rerhSrte Opfer gefordert wurden.

dMg. Döbrich (D.Bpt.) bestreitet, daß die Ha ad wirtschaft die Schuld an den Verhältnissen trage, fei Gegenteil seien mehr Kartoffeln am Markte als fthhrr und bi? Preise auch für die Lieferungsverträge <dtzrtger geworden. Vielfach seien in einzelnen Gegenden Dk>ltschkanLs die Preise schon in Friedenszeiten fast so hoch gewesen wie heute. Andererseits sei an vielen Orten «r Kartofftletnte so knapp ausgefallen, daß eben die Aussaat gedeckt wurde. Kartoffeln können nur zweimal ta Jahre abgegeben werden, einmal zur Zeit der Ernte, ha-m erst wieder im Frühjahr beim Ausmieten. Bei der virsrährigen Ernte haben die durch Lieferungsverträge tefrntbenen Gemeinden vielfach ihre Kartoffeln nicht »^genommen, weil sie glaubten, daß sie billiger kürben. Dann kamen andere Leute, die glaubten, daß fc teurer würden und nahmen diese Kartoffeln ab. Für N; Rot der Großstädte habe die landwirtschaftliche Be- bilkerung volles Verständnis. Sie dulde keine Wucherer ftnb Schieber. Dafür erwartet sie aber auch ein lleines k-rständnis für ihre Lage. Der Bauer lasse sich nicht Bfeger beschimpfen.

Abg. Blum (Ztr.) erkennt an, daß die Anbauffächc hie der Ernteertrag gegen das Vorjahr gestiegen sind, fcte Reichskartoffelstelle kann aber erst zu einem späteren termin ansgelöst werden, denn ohne ihre Organisation Annen z. B. die Städte nicht auskommen. Die Haupt- Ichuid an der schlechten Lieferung liegt im Wagen- kangel. Aus Ostpreußen ist deshalb bei weitem noch Nicht der größte Teil der Kartoffeln abtransportiert. Für hanz Tentschland einen Einheitspreis für Kartoffeln fest- Prsetzen, sei unmöglich, dafür seien die Er^ngungsbedin- hrmgen im Reiche zu verschieden. Würde diesen Bedin- sungen Rechnung getragen, so wären Wucherpreise unmög- kch. Die Organisation der Landwirte sei von N S ch st e n- kiebe getragen. Sie habe die Kartoffelpreise sreiwitlig herabgesetzt und lehne jede Verbindung mit den Schiebern Ml Andererseits aber erwarte sie von der Reichsregie- 8mg Unterstützung für ihre d-recktigten Wünsche.

Abg. Her tz (U.S.): Die Interpellation erfaßt gar incht die Hauptfach«, nämlich die Kartofselnot und di? Herbilsiguug der Preise. Den Eisenbahnern, welche die Kar"c.veilstsmmgen verhindert haben, gebührt der Dani kt$ ganzen deutschen Volkes. Rach dem Betsagen dcr Äegieinng ist dies das einzige Mittel, die

f tollsten Schiebungen |U verhindern.

Sht Ostpreußen werden noch heute Kartoffeln Aber die Wrenz« verschoben. In bet Mark werden offen ganz? M^iknkadungen nach Holland verfrachtet. DaS tut die Bei. ische Landwirtschaft! (Pfuirufe rechts. Ruft: Rein, Mt jüdischen Schieber.) Auch wir billigen Eingrifse der

56 stehen wir 'vier«»,, Mißtrauen gegenüber. ir b?ben zwar ein Ministerium tor*ie Landwirtschaft, «Bet «« Ministerium gegen die (Ern56>

fr* n Dietrich-Baden (Dem.)- Die^^tmtgsver- y8' >uw nicht in ausreichendem' Maße geschlossen ^rven, wetl die Städte glaubten, sie wÜr^nM tohc6'

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