Amtliches Derkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Tageszeitung für (das früher kurhessische) Overheffen
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Marburg
Donnerstag, 18. Novbr.
(«ebtbtng.)
Ter exteigeepttii beträgt ftr bie 8««ip. Zette 75 Plg. ee> Hit «etil*«
mb ee»=>arttae 1- Mk_, RettameM» 3.00 VN. Jetat Rabatt gilt «l« »attabatt Bei HeetMxft bar* bie 6e|»äfttfieße ab Sermittlaa« tat »xgebat« 75 Pt,. Sa» tatgebihr. — Set Beträge« watet 20 ÄL mäfiea eit ba» Barta fSt bte Rachwaag betetbaea. — P»ft>che«tata: Kt. 5015 Set Rrewtlart a. Äehu
55.Still. 1921
LdnIMn eil Weile; MiZ?
Die Ansammlung polnischer Truppe«.
mb. Berlin, 16. Nov. An hiesiger amtliche öicll' vorliegende Nachrichten bestätigen die ^vsammenziehung polnischer Truppen an der ober- schlesischen Grenze. Die Regierung wies die Botschafter in London, Paris und Rom an, die Aufmerksamkeit der Regierung hierauf zu lenken und »m Nachprüfung der Angaben zu bitten.
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Augenblicklich noch fühlen sich die Polen im Rüden gegen Rußland gedeckt, vielleicht nicht mehr ,uf lange Zeit. Umsomehr ist ihnen zuzutrauen, NB st« in Oberschlesien ebenso überraschend aus- iteten, wie jüngst in Wilna. Und ein zweites Mo- m mt kommt hinzu. Es steht jetzt fest, daß die Ab- j ftit unung in Oberschlesien Ende Januar stattfinden ■ feil. Da die Zeit der Eutscheidung heranrückt, -1 nehmen die Polen ihre alte Taktik, unter den deutschen Abstimmungsberechtigtßib Schrecken und Ent- setzen zu verbreiten, sie aus oem Lande zu ver- s treiben und am Abstimmungstage fernzuhalen, ;mit verstärktem Nachdruck wieder auf. Die Polen wissen ganz g nau, daß eine voll "g-ungehinderte jAbstimmng Oberschlesien bei Deutschland erhalten würde, daher besteht für sie die Notwendigkeit schnellen Zugreifens. Die nächsten Tage schon kön- j«en in Oberschl sieu folgenschwerste Ereignisse - zeitigen.
Der Autonomie.Gesrtz'iUwurf.
Berlin, 17. Roo. Der Gesetzentwurf betr.
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Acicherat angenommen. Er bestimmt, daß innerhalb 2 Monaten nach Uebernahme der Verwaltung durch die deutschen Behörden eine Dolksabstim- Mung bestimmen soll, ob das Land Oborschlcsien ge- 'bildet werden soll. Dieses ist im Falle der Bejahung unverzüglich zu oilden. Zunächst ist eine "oberschlesische Landesversammlung zu wühle«.
Der Verkehr durch den Korridor.
s" Danzig, 16. Nod. Bei den Warschauer Brr- .Handlungen wurde e-.ue Einigung dahiik erzielt, daß bie Strecke Tirfchau-Konitz für den Durchgangsver- jkhr zwischen Ostpreußen und Deutschland sreizegeben jtverdcn soll. Ein vorläufiges Abkomruen wird vor- ljvrssichüich am 1. Dezember tn Kraft treten. ES ist 'tzeplanr je einen Tag- und Rachtschnc'lzuz über Könitz zu fSl)-'-
Di« Deutsche« in „Rrupslen" vogelfrei.
A i l« n st e i n, 16. Nov. Wie die „Menstelner Zeitung" authentisch erfährt, wurden in der Nacht auf den 14. November der deutsche Besitzer Friedel und seine Frau in Mierlawken bei Soltau das Opfer eines räuberischen Ileberfalles polnischer regulärer Soldaten. Hrieoel wurde erschossen, seine Frau erstochen und di« Wohnung ausgeraubt. Die polnischen Behörden taten bisher keinen Schritt zur Ermittelung Bestrafung der Täter.
Polnische Besatzung für Danzig?
K... Genf, 17. Nov. Der Dölkcrbuudsrat beschäf- tgie fi$I. ^cutc mit der Frage der Verfassung der Frcistadt Danzig. Nach Prüfung des Berichts über die von dem polnischen und dem Danziger Vertreter tn der letzten Sitzung aufgeworfenen juristischen Fragen der Völlerbundsrat den Text der Verfassung der Stadt Danzig endgültig fest. Die Vertreter der oeiben beteiligten Staaten waren nicht geladen worden. Die gefaßten Beschlüsse wurden ihnen nach Beendi- Dung der Sitzung mitgeteilt.
■- Wie di« Schweizerische Depeschen-Agentur von «uterrit^eter Seite erfährt, ist in der Sitzung des - BölterbundSrates weiter beschlossen worden, Polen • tzntndsählich das Mandat für die militärische Ber- \ teidigung Danzigs zu übertragen. Tie Ein zehnten ; der Durchführung des Mandats sollen in den iU.tr« »Lchsien Togen festgelegt werde».
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„ALrüsLungs"-Arbeit.
Um die Dauer der Militärdienstzeit.
tob. Pari». 16. Nov. (Zavas.) Der Ministrr- •6t besprach den Gesetzentwurf über die Militär- Dienstzeit. Er sprach sich grundsätzlich für «ine 18» Aronatige Dienstzeit aus. Die Verminderung der f Dienstzeit soll aber erst nach einer Uebergangszeit s kintreten, deren Dauer von de» Bedürf» isien der 'Landesverteidigung und der auswärtigen Lag« ab- 1 Gängen wird. Infolgedessen hat Kriegsminister 'Lrftzvre den Wunsch ausgesprochen, von seinem Mmt« zurückzutreten. Da Ministerpräsident iLeygues ihn bat, sein Portefeuille zu behalten, ist v* Austritt uoch nicht endgültig .. -----,
Wahlniederlage der Venizelisten.
. Mlnlt der SeiieroM.
wb. Paris, 16. Roo. Havas meldet aus Athen: Die letzten Wahlergebnisse verzeichnen als gewählt: 118 Venizelisten «nd 250 Royalisten. Di« Niederlage Denizelos ist vollständig. Venizelos und alle feine Minister mit Ausnahme von zwei sind unterlegen. Meder in Mazedonien, noch in Alt- Griechsnland, mit Ausnahme des Epirus, wurde ein Anhänger Venizelos gewählt.
wb. Athen, 18. Nov. Die Negierung ist zu- rückaetreten. Der Regent hat Rhallis zu sich berufen.
Das Kabinett wird morgen den Eid leisten. Rhallis wird das Portefeuille des Aeußern übernehmen.
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Rhallis, einer der Führer der Venizelos- Gegner, war mehrfach Ministerpräsident und stehl bereits im 76. Lebensjahr.
Reesutfchaft der Königin Olga? >
wb. A t h e n, 17. Nov. (Havas.) Wahrscheinlich wird die Königin C ' :nte die Regentschaft übernehmen. Die Führer der Mehrheit erklären, daß die Wiedereinsetzung des Königs Konstantin eine vollendete Tatsache sei.
Flucht Venizelos ins Ausland.
Rom, 7. Nov. Nach den jüngsten Berichten der römischen Blätter aus griechischer Quelle über Korfu hat Venizelos nach feiner vernichtenden. Niederlage aus Furcht vor V'ifolgung'n auf einem Kriegsschiffe Griechenland verlassen. Er soll unter englischem Schutze sich nach Aegypten begeben.
Peinliche Ueberraschung in Frankreich.
Paris, 17. Nov. Die Niederlage Venizelos' hat die französische Regierung, die den Sieg des Kreters in sichere Aussicht gestellt hatte, vollständig aus dem Konzept gebracht. Auch die offiziell:» Kreife scheinen überrascht zu sein. Es ist wahrscheinlich, daß sich Frankreich der Rückkehr König .onstantins widersetzen r:rb.
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Die Wahlen, bei denen (abgesehen von den Sozialisten) es sich, wie immer in Griechenland, nicht um Durchsetzung von Parteiprogrammen, sondern um den Kampf der Anhänger von verschiedenen Staatsmännern handelt, erhielten diesmal befon- r-sre W c,.izi:it br. ch die dynastische Frage, die der unerwartete Tod des Königs Alexander und die Weigerung seines Bruders, des Prinzen Paul, den Thron anzunehmen, g schaffen haben. Gegen Denizelos stimmen, heißt für die Rückkehr des Königs Konstantin oder des bisherigen Kronprinzen die Stimme abzugeben. Für Venizelos stimmen bedeutet praktisch die Republik.
Venizelos ist unterlegen, die Anhänger König Konstantins, die bisher Parlament«, risch nur ganz gering in die Wagschale sielen, haben einen glänzenden Sieg errungen. Freilich ist nicht anzunehmen, daß die Rückkehr des von Venizelos mit Hilfe der Westmächte wegen seiner Weigerung, in d n Krieg einzutreten, vertriebenen Kön'g Konstantins nun erfolgen könnte. Die „Sieger" im Weltkrieg werden das nicht zugeben. Allenfalls käme die Thronbesteigung des eigentlichen Kronprinzen Georg in Betracht, der sich, wie es heißt, mit b:t Tochter des Königs vo» Rumänien demnächst vermählen wird.
wb. Paris, 17. Nov. W e die Morgend ä ter seststcllen, hat der Ministerrat gestern b st'mmt, daß die zweijährige Dienstzeit noch 2 Jahre, also bis Oktober 1922 aufr.chterhalten bstibe» soll. Von da an tritt die 18monatige Dienstpflicht in Kraft.
Die chemische» Kriessmittek.
wb. Amsterdam, 16. Nov. Dem „Tele- graaf" zufolge erklärte Lloyd George im Unterhause mit Bezug auf die Herstellung chemischer K r i e g s m i t t e l, dis Haltung der erolif h»n R - gierung in dieser Frage hänge von der Handlung? weife anderer Rationen ab. Solange andere Länder mit der Verbesserung vieler Mittel 'fortführcn könne England nicht zurückbieiben, weshalb im Mai beschlossen wu'de, in Erwartung eines Beschlusses des Völkerbundes mit der Untersuchung und Erprobung solcher Kriegsmittel fortzufahren.
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Hölz wieder in Tätigkeit.
wb. Auerbach i. Vogtland, 16. Nov. Der Banden sührer Hölz, über dessen Ausenthalt seit langer Zeit ein geheimnisvolles Dunkel schwebte, ist gestern abend hier in Begleitung seines Freundes Gödel, mit dem er seinerzeit auch nach Böhmen entwiche» ist. wieder aufgetaucht. Er erschien in der achten Stunde bei dem hiesigen Fabrikanten Kmoll und verlangte di« Herausgabe von 50000 Mark. Kmoll, der bie Summe nicht zur Verfügung hatte, mußte ihm seine gesamte Barschast von mehreren tausend Mark m.shändigen, worauf Hölz mit seinem Begleiter in der Dunkelheit wieder verschwand. Seine Identität ist durch mehrere Personen einivandfrei sestgestrllt.
Dresden, 17. Nov. Der Zwickauer Kreishauptmann hat die sächsische Regierung von dem neuen Austauche» des Holz in Kenntnis gest tzt. Die R g e rung hat daraufhin sofort die erforderlichen M. tz- nehmen getroffen und die grüne Hilsspolizei mit der Verhaftung Hölz beauftragt. — Die Staatsanwaltschaft teilt mit, daß sie auf die Ergretfung des Hölz immer noch die Summe von 30 000 Mark aussetze.
Die sächsische Negierung bat laut „Bert. Lokal- anz.^ etwa 200 Sicherheitssoldaten in Automobilen in die Gegend von Plauen gesandt, um sie gegen weitere Taten deS Banditen Hölz zu bewahren. Bei dem gemeldeten neuen Erpressungsversuch an dem Fabrikanten Kmoll handelt eS sich um V« Million Mark. Hölz erhielt jedoch nur 7000 Mark.
Widerstand gegen Getreidebeschlagitahrn«. Bel der In Urioffen (Baben) vorgenommenen Eetreldebeschlag- nahm« entwaffnete dl» Bevölkerung einen Teil der mit der Beschlagnahm« beauftragten Sicherhelw> wehr und beschädigt« bas Rathaus. Erst al» Der- stärkung hinzugezogen wurde, zogen sich die Dorfbewohner zurück und gabez bie bereit» beschlagnahmten Getreidewagen stet. • -
Mmsttz Mi Simons in Mn.
wb. Aachen, 17. Nov. Der Reichskanzler unb der Reirbsminister des Aeußorn trafen gestern Nachmittag in Aachen ein. Hier wurden sie vom Oberbürgermeister Farwick begrüßt, der erklärte, heiß und nie versiegend wie die Quellen der Stadt sei dir Liebe zum deutschen Vaterland«. Reichskanzler Feh ren- b a ch gedachte in Seiner Antwort des Schicksals der deutschen Bevölkerung von Eupen und Malmedy, die dem Selbstbepimmungsrecht zum Trotz vom Vat:r- lang gerissen worden seien. Der Friede von Versailles, der das Wort Frieden nicht verdiene, nwrd« trotzdem von uns gehalten werden, wie wir dies bei der Kohlcn- lieferung und vor allem öei der Entwaffnung gezeigt hätten. Von der Wiederaufrichtung Deutschlands hänge auch die Gesundung von ganz Europa ab. In dem Vertrauen aus die Zukunst deS Vaterlandes werde er bestärkt durch die treue Gesinnung, wie er sie im Rheinland wahrgenommen habe. Rach dem Reichskanzler erllärte Rrichsminister Tr. SimonS. Archen leide besonders durch die Abtrennung von Eupen und Malmedy, deren Mechode er für rechtlich haltbar nicht anerkennen könne. Nicht der BölkerbundSrat, sondern dir Gcsamiheit des Völkerbundes sei sür solch« Fragen zuständig und selbst vrtnn sich der Völkerbund nicht vom Gebot der Selbstbestimmung durchdringen lasse, könne Deutschland die Entscheidung nur als «ine vorübergehende betrachten. Wir gehörten nicht zu den Mitgliedern der VölkerbunrSvereinigung i» Gens uttb hätten auch keinen Antrag auf Ausnahme gestellt. Wir wollen nicht hittein, solange wir nicht aus der Gegenseite den Wunsch sehen, uns als Elrichbecechcigtr aufzunehmen. Unsere Zukrtnftsanfgabe ergibt sich aus einem Blick in die Geschickt, besonders der Stadt Aachen. KarlS deS Großen und Napoleons Pläne eines Imperiums seien gescheitert an dem Rationali- tätSgedanken. Demgegenüber stänven Frankreich, Belgien und Deutschland vor einer neuen Aufgabe, die vielleicht durch eine Genossenschaft sich gegenseitig achtender Völker gelöst ntftben könne.
Minister Einum» übe« bie Befetzungsstiste».
3” seiner Kölner Rede erklärt« Minister Simons u. tu: Die Besetzungsfrist beginnt mit dem Inkrafttreten des Friedensvertrage« am 10. Januar 1920. Infolgedessen läuft die Besetzungsfrist für dl« Kölner Zon» bie zum 10. Januar 1925, für die Koblenzer bis zum 10. Januar 1930 unb für die Mainzer bis zum 10. Januar 1935. Im Friedcnsvertrag ist eine Fristverkürzung vorgesehen. Nach § 431 soll bie Besetzung zu einem früheren Zcitpuntt rin Ende nehmen, wenn Deutschland in kürzerer Frist seinen Derpslich- tungen nachgekommen ist. Eine Fristverlängerung Ist allerdings ebenfalls vorgefehe» unter zwei Bedingungen: L wenn festgestellt wird, daß die Eefahr eine, un- provojierten Angriffe» deutscherseil» droht unb 2. wenn feftgeftettt wird, daß Deutschland sich weigert, sein« Ber- pflichtYlV, M'>>?jw-mach:qzß z» erfüllen.
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Da» ehemalige Königreich Sachsen ist bal erst» deutsche Land, daS nach den Reichstagswahl«» big Wähler abermals an die Urne gefordert hat. Ma» mutz leider sagen, datz sie dem Rufe wenig eifrig gefolgt sind. Die Wahlbeteiligung betrug nur 60 6il 70 Prozent. Wer trotzdem tritt scharf und deutlich hervor^ Der Wind, her am 6. Juni daS Schiss bet damaligen ReichSregierung auf den Gand getrieben hat, weht auch heut« noch. Tie sozialdemokratischevs Parteien haben, insgesamt genommen, eine schwere Niederlage erlitten, und in ihrem Rückgang ist auch die demokratisch« Part«, weiter mitverstrickl geblieben. Da- gegen haben bie Deutsche Volkspartei und bte Deutsch- nationale Volksvartei einen außerordenrlichen beträchü« lichen Stimme:,- unb Mandatgewinn zu verzeichne». Erstere ist von 4 auf 18, letztere von 13 auf 20 Abgeordnete angewachsen. Die Temokraten sind vo» 22 aus 8, die Sozialdemokraten von 42 auf 27, diß Unabhängigen von 15 auf 13 zurückgegangen; Ml Neu-Kommuniste» haben «S nur auf 8, bie Alt-Komn, munisten auf 6 Abgeordnete gebracht. DaS Zentvuy, das bisher im sächsischen Landtag nicht vertreten wa^ zieht mit 1 Abgeordneten ein. 49 Sozialdemokrat«, und Kommunisten stehen als» 47 Nichtsozialisten gegen* über. (j
Wenn auck danach eine schwache sozialistische Mchv» heit gegeben ist» so wird ft« doch nicht zu der Ml» düng einer rein sozialistischen Regierung führen, dck die vier sozialistischen Grupve» nicht unter einen Huß gebracht werden können (man denke an bie Rede» von Halle). Die bisherige demokraUsch-mehcheitS« sozialistische Mehrheit ist beseitigt; ein Zusammeita gehen mit der Deutschen BolkSpartei lehnt die Sozial» demokratie ab. ES wird also vermutlich, wie im Reich, eine MinderhettSregirrung gebildet werden^ wobei an eine rein bürgerlich« kaum zu denken iptz weil die Demokraten wahrscheinlich ein ZusammengeheU mit den Deulschnationalen ablehnen werden. So be* bäuerlich ei auch wäre, wenn, wie in Thüring^ bte Regierungsbildung dem offen sichtlichenZuß nach rechts keine Rechnung tragen würde, so muß doch wieder mit einet demokratisch-sozialistischen Ro» gientr- gerechnet werden, ein Umstand, der mit hohei Wahrscheinlichkeit nicht eingetreten wäre, wenn die den Rechtspartewn angehörige» oder nahestehende» Wähler ihre Watzlpflichtbrssererfüllt härt'», als es der Fall gewesen ist. Richt 60 oder 70 Prozent müssen wähle», sondern 99 oder 100 Prozent. All« Verärgerung über die heutigen politischen Zustände und Unzusriedeuheit mit dem Parteiweseu.sind zurück« zustelle». Eine Aenderung unb Wendung zum Bessere» ist .0 r [t möglich, wenn den Elementen des Ausbautl und der Ordnung der Weg geebnet und ihnen ei» starker Rückhalt gesichert ist. DaS sind die Lehren bei sächsischen Wahlen sür die bevorstchenden preußischen.
Immerhin sind die sächsischen Wahlz ihlen be» Leuten link» vom Zentrum erheblich auf die Nerve« gefallen; fit sehen bereit» da» ihnen furchtbare Gespenst eine» „schwarz-weitz-rotrn" Sachsen» anftdU de» bisher „toten” aussteigen. De» Wählern werden, nicht osfenfichtlich, «bet zwischen ben Zeilen deutlich erkennbar, hier und da Vorwürfe gemacht. Tenn: s o wat Demokratie und ParlamentanSmus nicht gedacht. Diese bcrden al» Allheilmittel gepriesenen neuzeiülche.« Errungenschaften foUten doch nur drnjenigln P-rrieie« und Richtungen in den Sattel helfen und sie darin fcsthalten, die sich al» die Retter Deutschlands (und natürlich auch der ganzen Menschheit) anstchen und alS solch« angesehen werden wollten. Wenn dies» Hoffnungen nun getäuscht werden, so — sind eben die Wohler schuld. Vielleicht werden sich die Set« herrlicher des Parlamentarismus noch einmal vev wundert bie Auge» reiben. . .
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Im ganzen wurde» abgegeben für: Deutschnallonok« Volkspartei 428 947 Stimmen, Deutsche BolkSvattei 349 294 Stimme». Demokraten 157 261 Stimmen, Zentrum 23 920 Stimmen, Wirtschaftliche Bereinigung (keinen Zitz) 17 217 Stimme», Medrheilssozialistrn 567 602 Stimme». Unabhängige (recht-) 280 622 Stimmen, Unab- hängige (links) 58 344 Stimmen» Kommunisten 115 293 Stimmen.
Im Vergleich zu br» letzte» ReichStagSwable» haben bie Deulschnationalen 15 000 Stimmen gewonnen, bk Deutsche Volkspartei 68000 verloren, bie Demokraten 123 000 verloren.
wb. Sten, 16. Nov. Heule veranstaltetei, der deutsche Volksrat unb der Tiroler Verein eine Iraner«, feier für da» verlorene Südtirol, die sich z» einer große» Kundgebung für da» SellstbestimwungS« recht und bte Freiheit btt Deutschen EüdtinlH gestaltete. I;
wb. Budapest, 16. Nov. Der Minijkrrpräsi^ denk teilte in der Nationalversammlung mit, daß bie Regierung ihren Rücktritt angeboten habe. T«| Reichrvetwkier Lab« das Etjuchen j-ovch ebgelttnfc